Georg Queri
Bauernerotik und Bauernfehme in Oberbayern
Georg Queri

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Treiben zu Harthausen vom 20. zum 21. November 1892
(Dietramszeller Einleitung.)

1.

        Gon äschtn wäds mitn X. vo Y. prowiat,
Weira mit sein Paradiesbaam oiwai sei Dachta krischtiat
Dea Ehbröcha is a rächd schlächda Hund,
Ea liegt oiwai ba da Dachta an Bed din
Wajas koan junga Burschn vogunnt.
An sölan Bluatschända und Sau Stia
Soitma schnein wiaran Hund
Dös wa ejahm gsund.
(Zum ersten wird's mit dem X. von Y. probiert,
weil er mit seinem Paradiesbaum alleweil seine Tochter klystiert.
Dieser Ehebrecher ist ein recht schlechter Hund,
er liegt alleweil bei der Tochter im Bett drin,
weil er sie keinem jungen Burschen vergönnt.
Einen solchen Blutschänder und Saustier
sollte man schneiden wie einen Hund,
das wär' ihm gesund!)

2.

        Da Y. vo N. is a ehebröcharischa Mo,
Weira füa sein Suh s Kindamacha gor so guat ko.
Dea ganz schlächd Huanstingl häd a so scho dö sei
Und do schleichta sö füarn Suh bei da Dian ada Kama ei.
Zwöngan Stehin hädma ejahm a no was z song,
Dea Ehbröcha und Spitzbua duatsö ganz leicht,
Weira koa Hoi und koan Deifö it scheicht.
(Der Y. von N. ist ein ehebrecherischer Mann,
weil er für seinen Sohn das Kindermachen gar so gut kann.
Der ganz schlechte Hurenstingel hätt' ohnedies schon die Seinige,
und doch schleicht er sich für den Sohn bei der Dirn in der Kammer ein.
Wegen des Stehlens hätten wir ihm auch noch was zu sagen;
dieser Ehebrecher und Spitzbube tut sich ganz leicht,
weil er keine Hölle und keinen Teufel nicht scheut.)

3.

        A rächta Huanstingl is a scho da N.
Von dem heat ma a nettö Stickin,
Den koma dö ganz Wocha
Ba sein Basl afda Britschn oma fina.
Mit dera Sach wara stad mit dem müasma lacha,
Ea denkt ejahm ea ko d Hewamin sehiba macha.
Aba dawej köman Zwilling do hat ejahm freili graust
Nacha is a um d Hewamin gsaust.
(Ein rechter Hurenstingl ist auch schon der N.,
von dem hört man auch nette Stücke,
den kann man die ganze Woche
bei seinem Häschen auf der Voze oben finden.
Mit dieser Sache war er verschwiegen, mit dem müssen wir lachen,
er denkt [ihm] sich, er kann die Hebamme selber machen.
Aber derweilen kommen Zwillinge, da hat ihm freilich gegraust,
nachher ist er um die Hebamme gesaust.)

4.

        Jatz köma von Z. a nettö Brocka,
Weira ba sein Wei a niema ko aufhocka.
Drum is sei Wei gar a so betrüab
Weis füas Mausn Brigl kriag.
Dea Huanstingl soisi früha bössa ham ghoitn
Na kunta sei Wei jotz a no dahoitn.
(Jetzt kommen vom Z. auch nette Brocken,
weil er bei seinem Weib auch nimmer kann aufhocken.
Drum ist sein Weib gar so betrübt,
weil sie für's Vögeln Prügel kriegt.
Der Hurenstingl sollte sich früher besser haben gehalten,
dann könnt' er sein Weib jetzt auch noch erhalten.)

5.

        An X. und sein Suh Y. ko an Schtehin koana o
Soamoi schtehins ban Mair z Aing a Kuha
Sandamai packas z Bayrn an Kircharab o
Da Y. is ä rächt schlächda Huanstingl
Dea hot mit seina Schwösta scho oihand prowiat
Und hots mit sein Sauschwoaf a scho oft grischdiat.
Da Y. hot scho efta as Zuchdhaus müasn,
Da kons füa den oidn Raba an Scheißkiwi brav büaßn.
(Dem X. und seinem Sohn Y. kann im Stehlen keiner an,
das eine Mal stehlen sie beim Mair zu Aying eine Kuh,
das andermal packen sie zu [Reigers]beuren einen Kirchenraub an.
Der Y. ist ein recht schlechter Hurenstingel,
der hat mit seiner Schwester schon allerhand probiert
und hat sie mit seinem Sauschweif auch schon öfter klystiert.
Der Y. hat schon öfter ins Zuchthaus müssen,
da kann er's für den alten Räuber am Scheißkübel[-tragen] brav büßen.)

6.

        An Buagamoaschta vo N. N. däfma a it vogößn,
Dea hot da Dian vonuma a Hemad ogmößn.
Koa Weibätz sogta hota no nia koani gschiecha,
Und hotzi schö schtad ban Diandl untas Pfoad eihögschlicha.
Dea scheitzmi hot mit seina Dachda oiahand prowiat,
Und amoi haman gsähgn
Do hotas glei a pormoi nachananda grischtiat.
(Den Bürgermeister von N. N. dürfen wir auch nicht vergessen,
der hat der Dirn vornüber ein Hemd angemessen.
»Kein Weib[liches]«, sagt er, »hat er noch nie keine gescheut«,
und hat sich schön still beim Dirndl unter's Hemd hineingeschlichen.
Der, scheint mir, hat mit seiner Tochter allerhand probiert,
und einmal haben wir ihn gesehn,
da hat er sie gleich ein paarmal klystiert.)

7.

        Jatz kimb da Y. vo N. N. dea Ehbröcha,
Dea Huanstingl is a it rächt sauwa,
Da ligt a oiwai ba da Dian a sein Gschtauda.
Grod foitz marei, den homa a scho oft geschbant
Boia Dian fligt
Nacha geita ia oiwai zäscht no d Zwirnknöiai ei d Hand.
Koan söln Huanstingl muaß a njma göm
Ea hot Dian gvögld
und sei äschts Wei is an Todnbeet glöng.
(Jetzt kommt der Y. von N. N., dieser Ehebrecher,
der Hurenstingl ist auch nicht recht sauber,
der liegt auch alleweil bei der Dirn in ihrem Gestaude [Bett].
Gerade fällt mir's ein, den haben wir auch schon oft bemerkt:
Wenn er die Dirn flickt,
dann gibt er ihr alleweil zuerst die Zwirnknöllchen [Hoden] in die Hand.
Keinen solchen Hurenstingl muß es auch nimmer geben:
er hat die Dirn gevögelt
und sein erstes Weib ist am Totenbett gelegen).

8.

        An Z. vo U. den Huanstingl müasma a no mitnöhma,
Wejra z H. üba a njads Weibätz duat köma.
Af d N. N. und sei Diandl hat asö a scha oft afi traut
Und vo da V. V. dera Betschwesta
Hom Knia no oiwai üban Z. außagschaut.
Dö Betschwesta moat ba ia is net Sünd
Wei ia da Z. oiwai 20 March gib
Und sis füra neus Kreuz setzn losn heanimb.
(Den Z. von U., den Hurenstingl müssen wir auch noch mitnehmen,
weil er zu H. über ein jedes Weib[liches] tut kommen.
Auf die N. N. und ihr Dirndl hat er sich auch schon oft hinaufgetraut
Und von der V. V., dieser Betschwester,
haben die Knie noch immer über den Z. hinausgeschaut.
Die Betschwester meint, bei ihr ist's nicht Sünde,
weil ihr der Z. alleweil 20 Mark gibt
und sie es für ein neues Kreuz setzen lassen hernimmt.)

Zum Schlusse ein dreifaches »Gut Heil« auf den Prinzregenten.


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