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Drittes Kapitel

Die Passagiere waren vom Tisch aufgestanden und fingen an, auf Deck hinaufzuströmen. Da das Wetter so schön war, blieben nur wenige auf dem unteren Promenadendeck, die meisten wollten hinauf und den Mond sehen, und bald war das ganze obere Deck und die Aussichtsbrücke mit einer plaudernden, lustwandelnden Menge angefüllt.

Hall saß auf der Bank, und an seiner Seite stand Madame d'Ora. Sie sprachen nicht. Mason hatte sich entfernt. Die Passagiere kamen oft an der Bank vorüber, um sich über Madame d'Ora zu wundern, die dort groß und mächtig und mit einer eigentümlichen Miene neben einem Manne stand, den niemand beachtet hatte. Einige wenige wußten, daß es Edmund Hall war, und diese wunderten sich am meisten. Alle Damen wollten wissen, wer der bleiche Mann sei, und als man ihnen erzählte, daß es der große Anthropologe war, wurden sie sehr ernsthaft und streiften wieder an der Bank vorbei, um ihn zu sehen. Er war ein Mann mit langen, reinen Zügen und einem glatten Bart, der den Mund nicht verbarg, seine Augen waren blau und erschienen matt. So wie er jetzt da saß, schien er überhaupt nicht zu leben. Aber wie schön Madame d'Ora war. Die Damen kannten sie kaum wieder. Hielt sie Wache bei diesem Kranken? Was war geschehen? Woher war sie plötzlich so schön geworden? Madame d'Ora verwandte kein Auge von Edmund Hall. Das Mondlicht fiel auf die dunklen Augäpfel und die großen, schwarzen Lider, die ihr einen so tiefen Ausdruck verliehen und so reich an Gnade. Die Nasenflügel, die fein und gewalttätig aussahen, ruhten nun völlig, und auch der leidende Mund war still. Aber wie voll unbändiger Kraft stand sie da in ihrer starken, hochaufgerichteten Gestalt, welch eine Pracht und Unbezwingbarkeit waren in ihrer Haltung vereint.

Endlich bewegte sie sich, sah auf und veränderte den Ausdruck. Da war einer, der sich schon zwei Mal verbeugt hatte und mit ihr reden wollte, sie wandte sich um und der Ernst schwand aus ihren Zügen:

»Guten Abend, Herr Evanston.«

Sie sah ihn blitzend an, von seinen sichelförmigen Schuhen bis zu dem Zylinderhut auf dem ruppigen Kopf. Er nahm ihn ab und verbeugte sich noch einmal ziemlich zurückhaltend, ihr Blick blieb an seinen kalten Augen hängen. Er war über und über grau, groß, fest und sehnig, mit hohlen Wangen und tiefen Linien, die von den Nasenlöchern in den struppigen Uncle Sam-Bart hinabliefen. Die Oberlippe war glatt rasiert und mit geradem Rand.

»Verzeihen Sie meine Kühnheit, gnädige Frau,« sagte er höflich und deutlich. »Sie sind erstaunt, mich hier zu sehen, wohin ich nicht gehöre, aber ich habe die Erlaubnis des Kapitäns, den Fuß auf das Gebiet der ersten Kajüte zu setzen zu einem Zweck, der nicht mich selbst persönlich betrifft. Da ich nun von den Passagieren der ersten Klasse allein die Ehre hatte Madame zu kennen –«

»Herr Evanston, wir freuen uns außerordentlich, Sie zu sehen,« sagte Madame d'Ora mit ihrem tiefen Baß und auf die formloseste Weise. »Wie vernünftig von Ihnen, sich an mich zu wenden – ich vermute ja sofort, daß Sie sich zu irgend einem wohltätigen Zweck hier heraufbegeben haben. Ihr gutes Herz sendet Sie … Das ist Herr Evanston – Edmund Hall.«

Hall erhob sich nicht. Als Evanston den Namen hörte, trat er zur Seite und lehnte sich hintenüber, wie um ein hohes Gebäude zu betrachten.

»Ah! Edmund Hall!« sagte er leise. »Das ist mir die allergrößte Ehre!«

Er trat noch einen Schritt zurück.

»So also sieht ein weltberühmter Gelehrter aus! Ich wußte selbstredend, daß Sie mit auf diesem Schiffe seien, Herr Edmund Hall, dergleichen bleibt nicht verborgen, aber ich kannte Ihre Züge nicht. Auch wohne ich ja sehr weit von hier, ganz hinten.«

Er näherte sich mit vorsichtigem Ausdruck, bog den Kopf ein wenig zur Seite:

»Die Bilder scheinen mir nicht ähnlich zu sein, keins von denen, deren ich mich entsinne. Doch vielleicht … Edmund Hall sieht überanstrengt aus. Seekrankheit?«

Die letzten Worte wandte er an Madame d'Ora. Sie nickte ihm ermunternd zu. Es amüsierte sie. Aber sie fühlte sich doch ein wenig imponiert von der eiskalten Stimme des Mannes.

»Ich habe mit dem größten Interesse mehrere von Ihren epochemachenden Werken gelesen oder erlebt, wenn ich mich so ausdrücken darf, namentlich Ihr eigentümliches und fesselndes Buch über die Verantwortungslosigkeit des Verbrechers,« sagte Evanston … Und als Hall bei diesen Worten plötzlich zu ihm aufsah, begegnete er seinem Blick. Sie sahen einander ziemlich lange an.

»Ja, ich teile ja Ihre Grundsätze nicht,« fuhr Evanston mit einem geschickten Anflug von Salbung fort, »ich bin Geistlicher. Ich dürfte diese oder jene Grundansicht von Recht und Gesetz haben, die von den Ihren unterschiedlich ist. – Sie haben Ihr Laboratorium in New-York, Herr Edmund Hall, und es ist mir bekannt, daß Ihre Tätigkeit als Analytiker teilweise öffentlichen Charakters ist – es würde mich außerordentlich freuen, wenn ich Sie eines Tages aufsuchen und mit Ihnen über diese großen Fragen reden dürfte. Meine ganz obskure Wirksamkeit hat mir Erfahrungen eingebracht, die auch einen Forscher wie Sie, Herr Edmund Hall, interessieren könnten.«

Hall nickte, und Evanston wandte sich mit einem schiefen Blick und einer Verbeugung an Madame d'Ora.

»Madame, Sie haben recht geraten, es ist ein menschenfreundlicher Gedanke, der mich hergeführt hat.«

»Lassen Sie einmal hören, Herr Evanston. Sie sind unserer Anteilnahme sicher. Stellen Sie sich mitten davor, dann werden die Passagiere sehen, daß Sie ihre Aufmerksamkeit zu fesseln wünschen.«

Evanston befolgte ruhig ihren Rat, und bald hatte er eine ganze Menge um sich versammelt.

»Meine Damen und Herren,« sagte Evanston in Rednerton und wartete dann, bis mehr hinzugekommen waren. »Meine Damen und Herren! Unter freundlicher Protektion zweier großer Mitreisender, der Gesangeskönigin Madame d'Ora und des berühmten Gelehrten Herrn Edmund Hall erlaube ich mir hier in der demütigen Eigenschaft eines Seelsorgers, Sie um Ihre Teilnahme zu Gunsten eines Liebeswerks zu bitten. Ich bewege mich jeden Tag – mit Erlaubnis des Herrn Kapitäns – unter den Passagieren auf dem Zwischendeck, um zu helfen, wo geholfen werden kann. Man ist dort unten in der Tiefe Zeuge manch eines Anblicks, der geeignet wäre, Ihre Nerven zu erschüttern, meine geehrten Damen. Armut, Hoffnungslosigkeit und Krankheit sind dort unten keine Begriffe, es sind Handgreiflichkeiten. Der Schmerz ist reell. Wissen Sie, daß wir siebzehnhundert Seelen über das Meer führen, siebzehnhundert Arme? Sie reisen nicht, sie haben kein Hotel in Hamburg oder in Paris verlassen, um in eins in New-York einzukehren, – sie ziehen um. Sie haben Säcke voll alten, unbrauchbaren Gerümpels mit, und glauben, daß ihr Leben davon abhängt. Sie sind unwissend, sie befinden sich in der Finsternis, das mütterliche Schicksal hat ihre Augen nicht wachgeküßt. Wissen Sie, daß wir eine Provinz mit uns führen mit all ihren Jahrhunderten, wissen Sie, daß wir eine Völkerwanderung an Bord haben, und daß die Heimatlosen müde sind und daß sie dürstet?«

Evanston machte eine Pause und sah zu der Mastspitze hinauf, es lag Stimmung über seinen harten Zügen.

»Meine Damen und Herren,« fuhr er in mehr konversierendem Ton fort. »Da ist nun ein besonderer, isolierter Fall von Elend, für den ich mir die Freiheit nehmen will, Sie zu interessieren. Im Zwischendeck reist ein junges, unbeschütztes Mädchen, dessen Lage an die Verzweiflung grenzt. Sie hat nicht einen einzigen Verwandten in Amerika, und wenn die Ladung des Schiffes auf Ellis Island gesichtet wird, so wird sie nicht einmal Erlaubnis erhalten, an Land zu gehen, weil sie gar nichts besitzt.«

Als Evanston zu dem Punkt kam, daß es ein junges Mädchen sei, setzte Madame d'Ora eine unverbesserliche Miene auf. Der einzige, der das sah, war Herr Evanston selber. Aber er tat so, als sähe er es nicht.

»Das junge Mädchen heißt Fräulein Karekin, sie stammt aus Armenien und kann eine ergreifende Tragödie von Unrecht und Grausamkeit erzählen, die ihre ganze Familie in Leichen verwandelt, ihr Heim zerstört und sie einsam und wehrlos in die Welt hinausgetrieben hat …«

Diese Worte erregten großes Aufsehen unter den Passagieren. Evanston erhob die Stimme und übertäubte ihre Ausrufe der Teilnahme und des Interesses:

»Wenn dies junge Mädchen jetzt in New-York ohne Freunde und ohne Geld an Land kommt, oder wenn man sie dort zurückschickt, so wird sie in beiden Fällen eine Beute der Welt, ihrer Unbarmherzigkeit und ihrer Schande werden!«

Er erhob die Hand und schwieg unter allgemeinem Beifall der Anwesenden. Madame d'Ora, die ebenfalls gerührt war, drängte sich zu Evanston hin und bat:

»Lassen Sie sie uns einmal sehen, Herr Evanston, bringen Sie doch das arme Mädchen hierher!«

»Sie steht hier unten an der Treppe. Mit Erlaubnis des Herrn Kapitäns habe ich sie mitgebracht.«

Evanston ging an die Treppe und rief hinab:

»Treten Sie näher, Mirjam Karekin.«

Eine schmächtige, in einen Schal gehüllte Gestalt erschien. Sie stand der Treppe gegenüber still, und ihre großen, asiatischen Augen, das einzige, was man von ihr sah, flackerten unstet. Sie war jung. Madame d'Ora eilte auf sie zu und beugte sich über sie.

»Liebes Fräulein Karekin. – Aber das ist ja ein Kind, Herr Evanston! Ängstigen Sie sich nicht, kommen Sie und lassen Sie sich einmal sehen. Lassen Sie mich ihr Antlitz dem Monde zuwenden – Sie sind ja entzückend! Ärmste, und Sie sind unglücklich!«

Madame d'Ora wandte sich an Evanston und rief gedämpft aus:

»Ah! Herr Evanston, das muß ich sagen, Sie wählen die Gegenstände für Ihr Mitleid mit Geschmack. Sie wünschen dem Reiche Gottes nur Engel zuzuführen …«

Herr Evanston wandte sich hastig um und heftete seinen Blick auf Madame d'Ora. Er schwieg eine Weile, während ein halb zynisches, halb warnendes Lächeln seinen Mund umspielte.

»Meine Absichten sind immer nach der einen oder der andern Richtung hin reell,« sagte er frech. »Sie, Madame, waren sicher keinen Augenblick in Zweifel über meine Motive, als wir auf dem Achterdeck über dem Propeller miteinander plauderten …«

»Ach! Er beißt!« rief Madame d'Ora und lachte laut. » Cave canem!« – Sie entfernte sich von ihm und lachte wieder mit einem unheilverkündenden Blick.

Die junge Armenierin wurde indessen förmlich begraben unter einem Dutzend Damen, die sich unter lauten, wehklagenden Rufen über sie stürzten. Ihr ärmlicher Schal wurde untersucht und von einer zitternden Dame für verschlissen und schmutzig erklärt. Die älteren Damen schnoben vor Entrüstung, daß dies möglich sei, junge Mädchen ließen leise Wehrufe hören. »Armes Kind!« rief man. »Wir wollen wahrlich etwas für Sie tun!« Zwei große Gesandtenfrauen wandten sich an Evanston und sagten ihm, sie schuldeten ihm aufrichtigen Dank, weil er hierbei an sie gedacht habe. Aber das junge Mädchen stand stumm und verloren wie ein kleiner, fremder Vogel zwischen Elstern und Papageien da. Madame d'Ora sah das und führte sie an eine Bank. Sie sprach mit ihr und fand heraus, daß sie Deutsch verstand, sie machte, daß die großen, verängstigten Augen wieder ruhig wurden und sich mit Tränen füllten, sie machte die Kleine sicher, nur indem sie die Hand auf ihr Haar legte.

»Sieh doch ihre Augen, Leontine!«

Edmund Hall sprach. Seine Stimme war wie verwandelt. Madame d'Ora sah ihn an. Er war selbst verwandelt, schien alles andere als das fremde junge Mädchen vergessen zu haben. Sein Blick war durchdringend und lebend.

»Sieh doch ihre Augen! Sie gleichen den Nächten am Nil!«

»Ach, du mit deinen Vergleichen,« rief Madame d'Ora aus und lachte ungeduldig.

»Sie sind noch tiefer, noch eigentümlicher. Wie dunkel und klar ihre Augen sind – wie ein Rätsel, das leuchtet! Gleicht sie Sakuntala? Nein, sie ist viel weiter her, ihre Augen sind ja wie Sternenschein, über Kohlenwäldern und der heißen Erde.«

Madame d'Ora hob den Kopf, als lausche sie; ein suchender Ausdruck glitt über ihre Augen, während sie auf Edmund Hall ruhten. Aber im nächsten Augenblick strahlten sie Feuer aus. Sie stürzte gleichsam in großen Sprüngen vorwärts, drängte sich mit ausgebreiteten Armen zwischen die Passagiere und zerteilte sie, streckte beide Arme wie zwei Flammen in die Höhe:

»Ich will singen

Rauschender Beifall, Händeklatschen und Entzücken. »Madame will singen!«

»Aber es kostet viel, mich singen zu hören!« rief Madame d'Ora schnaubend wie ein Pferd. »Sehen Sie alle her! Dies schöne und unglückliche Kind bleibt nun von heute an hier unter uns! Hier ist ihr Platz. Auch für das übrige wollen wir sorgen. Wo ist der junge Herr, der vorhin so tüchtig auf dem Flügel spielte? Er trete vor! – Sie meine ich, Herr Wilson!«

»Hier, hier, Madame!« rief Wilson.

»Sie gehen in den Salon hinab und begleiten. Sie spielen hier herauf, – lassen Sie die Luken öffnen! Herr Wilson, gehen Sie zu meiner Kammerjungfer und lassen Sie sich die Noten geben – ›Das blinde Mädchen‹. – Jetzt ruhig. Ich will nicht in so heller Beleuchtung stehen … Schaffen Sie doch den Mond weg! So. Hier will ich singen!«

Wilson stürzte davon, und während der Minuten, die verstrichen, ehe er unten zu spielen begann, stand Madame d'Ora regungslos aus demselben Fleck da. Sie bog den Kopf zurück, schloß die Augen fast ganz und ihr üppiger Mund war schmerzlich verzogen, so daß man die Unterlippe nicht sah.

Edmund Hall saß neben Fräulein Karekin. Evanston schien vergessen zu sein. Er sah sich nach vielen um, niemand aber schien Notiz von ihm zu nehmen.

An einen der Ventilatoren gelehnt, stand ein kleiner, breitschultriger Mann, eine schottische Mütze auf dem Kopf, Evanston gefiel sein Gesicht, er näherte sich ihm. Sie kamen in Unterhaltung, der Mann stellte sich als Thomas A. Mason vor und erwies sich als redselig. Evanston stand geistesabwesend da.

»Ja, ich denke, ich will mich auf meinen Platz zurückziehen,« sagte er endlich lächelnd. »Ich habe meine Mission erfüllt.«

»Warum wollen Sie das nur?« fragte Mason. »Bleiben Sie doch hier und hören Sie das Konzert mit an, Ihnen mehr als sonst jemand gebührt die Ehre dafür. Sie können mir glauben, es wird Geld einkommen, beachten Sie, was ich Ihnen sage, Geld wie Dreck. Wir werden einen angenehmen Abend haben. – Herr Evanston, Sie sind Geistlicher, aber Sie sind Amerikaner, haben Sie etwas dagegen, daß ich einen Syphon und etwas Whisky heraufbringen lasse? Eine Zigarre, Herr Evanston?«

Evanston nahm die Zigarre – vergaß sie jedoch gleich wieder und wandte sich um …

Denn ein langer, wunderbar schöner Ton quoll in die Luft empor, stieg mächtig und ging in ein Dunkel von Tönen über, die tief waren und rauh wie Geburtsschreie, aber heller als die Zungen einer Orgel – Madame d'Ora sang, mit weitgeöffnetem Munde und schwellender Kehle:

Sagst du, daß es schimmert
Von Blüten, wo wir schreiten,
Ach, meine Füße schaudern
Geliebter dir zur Seiten.
    Gnädig die Nacht ist.

Es war die blinde Merete
Lustwandelnd mit ihrem Freund,
Sie sucht ihn unter Seufzern,
Der nun verschwunden scheint.
    Gnädig die Nacht ist.

Fliehst du von meiner Seite?
Wie mich dein Schweigen drückt,
Verlier dich nicht ins Weite,
Sei du bei mir beglückt!
    Gnädig die Nacht ist.

Verbirg dich nicht und lächle
Nicht über meine Lust,
Bedenk, die Stunden eilen,
O, komm an meine Brust!
    Gnädig die Nacht ist.

O, fühle, wie ich bebe,
Kühl fällt der Tau auf mich,
Er sinkt auf meine Brüste –
Wo find ich, Liebster dich?
    Gnädig die Nacht ist.

Hörst du mich nicht, ich zittre,
Bin ich denn hier allein?
Geh ich nicht unter vielen?
Was schweigen sie wie Stein?
    Gnädig die Nacht ist.

Und hörst du meine Klage,
Verfluch' Gott deinen Mund,
Geh und kehr nimmer wieder –
Die Blinden, die richten zu Grund!
    Gnädig die Nacht ist.

Es soll der Blitz dich treffen,
Nein, Gott belohne dein Herz,
Denn plötzlich kann ich sehen
Und sehn: – Lust ist Schmerz.
    Gnädig die Nacht ist.    

O, arme, arme Merete,
Mit all deiner warmen Lust,
Du suchtest Wärme und fandest
Sie nur an des Todes Brust.
    Gnädig die Nacht ist.


Als Madame d'Ora geendet hatte, folgte ein wilder Beifall. Aber durch den ganzen steinrutschähnlichen Tumult suchte sie Edmund Hall und sah ihren eigenen Namen auf seinen Lippen, indem er sich entzückt hingezogen zu ihr vorbeugte. Die junge Armenierin, die neben Hall saß, hing mit großen, betauten Augen an seinem Ausdruck voll Innigkeit.

Evanston beobachtete sie. Er trank Whisky mit Thomas A. Mason.


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