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Vorwort

Mit Bangen entläßt der Verfasser diesen zweiten Teil seines Anne Bäbi; an schwere Fragen hat er sich gewagt und fürchtet jetzt, die Art, wie er sie zu lösen versucht, möchte mißverstanden werden. Der Verfasser will niemanden seinen Glauben aufzwingen, aber jeden Leser möchte er um den Glauben freundlich bitten, daß es ihm Ernst ums Herz und um Treue und Wahrheit zu tun gewesen. Wer an geistlichen Dingen in einem sogenannten weltlichen Buche sich ärgert, der lege es weg, oder er bedenke, daß auch Gott Irdisches und Geistliches mischt im großen Weltenbuche und im Menschen Selbsten, und daß jedes weltliche Buch Geistiges enthalten muß, wenn es kein schlechtes sein soll!

An der Verteilung der Rollen möchten Andere sich ärgern, und daß einem Mitglied des geistlichen Standes eine zugeteilt ist, welche eben keine glänzende Seite darbietet. Die Verteilung der Rollen ist ein Vorrecht des Schriftstellers, über dessen Gebrauch er sich bloß vor dem Throne der Wahrheit zu verantworten hat. Zudem glaubte der Verfasser, diese Rolle gegenüber dem eigentlichen Arzte einem eigentlichen Geistlichen und nicht einem geistlichen Herumzügler zuteilen zu sollen; auch hielt er es für nicht unehrenwert, die Schwächen seines Standes, welchem anzugehören er es sich zur höchsten Ehre rechnet, nicht zu verschweigen.

Sollte aber jemand meinen, die ganze Rolle und die Fragen, welche sie berührt, hätten füglich ausbleiben, weil sie leicht Ärgernis geben können, im Kanton Bern übrigens gar nicht nötig gewesen wären zu berühren, der würde vielleicht von einem Arzte die Bedeutung dieser Fragen am besten vernehmen können; in Beziehung auf den Kanton Bern möchte die Bemerkung erlaubt sein, daß dieses Buch nicht bloß für die lieben Mitbürger bestimmt ist.

Doch statt allen Antworten auf alle Bedenken wiederholt der Verfasser noch einmal die freundliche Bitte, in guter Meinung zu nehmen, was in ehrlicher Treue gegeben worden.

J. G.


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