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Abendtanz

          Abends in der Maienzeit
Klang der Reigen hell und weit,
Klang zum Hügel, drunter tief,
Ach, ein junges Mädchen schlief.

Weckt im Grab die Schläferin;
Halb noch träumend horcht sie hin,
Hebt sich, ordnet ihr Gewand,
Knüpft das weiße Schleifenband,

Nimmt die welken Blumen ab,
Bricht sich andre von dem Grab,
Weiß nicht, daß in ihrem Kranz
Stirbt der frischen Rose Glanz.

Eilt zur Linde, schwebt im Kreis,
Alle glühend, sie nur Eis,
Saite springt, und Sang wird stumm,
Tanz zerstoben um und um.

Alles stille, sie allein,
Dämmerglocke tönt herein,
Fern erlischt das Abendrot.
Armes Mädchen, tot ist tot.


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