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Sechstes Kapitel


Schon mehrmals hatte Richard Maurizius Dori aufgefordert, am Abend nach dem Gesellschaftszimmer zu kommen, wo nun so viel und recht schön musiziert werde. Sie müßte doch die Musik lieben, meinte er. Sie bestätigte seine Vermutung; im Gesellschaftszimmer aber war sie noch nie erschienen. Heute hatte den gar zu warmen Tag ein starkes Gewitter beschlossen. Noch tropften im Garten alle Bäume, dann und wann hörte man fernhin noch dumpfes Donnerrollen. Die Gäste verließen eben die Abendtafel. Als Dori mit Otto heraustrat, stand Herr Maurizius an der Tür.

»Auf Sie warte ich, Fräulein Cousine«, sagte er, »nun hilft kein Widerstreben; heut' geht's mal zur Musik. Im nassen Garten werden Sie nicht mehr spazieren gehen wollen, einen anderen Weigerungsgrund gibt's nicht; Sie kommen mit!«

»Ich danke für Ihre Freundlichkeit«, entgegnete Dori, »wir ziehen uns am Abend immer früh zurück. Mein junger Patient steht unter bestimmter Vorschrift.«

»Aber ich bitte Sie, zu begreifen, daß dies wirklich kein Grund sein kann, daß auch Sie, meine verehrte Cousine, sich zu einer unmöglichen Stunde zurückziehen«, eiferte Richard.

»Nicht wahr, mein junger Freund, das siehst du selbst ein und wirst die überbesorgte Tante nicht der wenigen Genüsse berauben wollen, die uns in diesen stillen Mauern zuteil werden.«

»Ich ziehe es vor, mich um diese Zeit zurückzuziehen«, antwortete Dori rasch an Ottos Stelle. Sie wollte sich entfernen.

»Aber Fräulein Cousine, so eilen Sie nur nicht so von mir weg, als wäre ich Ihr grimmigster Feind«, rief Herr Maurizius aus, »das bin ich wirklich nicht. Ihr Verwandter bin ich, Ihr wirklicher Vetter, ich habe die Verwandtschaft mit Hilfe meiner Schwester, und mehr noch derjenigen meines guten Gedächtnisses klar herausgebracht, ich nenne Sie mit vollstem Recht Cousine. Was ich nun sagen wollte«, fuhr der eifrig Sprechende fort, indem er mit aller Höflichkeit Dori völlig den Weg versperrte, »ist das: werden Sie mir auch nicht aus eigenem Wunsch nach dem Gesellschaftszimmer folgen, so werden Sie es aus Gefälligkeit tun, für meine Schwester und für mich, wir werden Ihnen so dankbar sein! Meine Schwester wollte schon mehrmals ein Lied singen, das wir beide lieben, aber da fehlt eine zweite Stimme, diese verweigern Sie uns gewiß nicht, wenn ich Ihnen sage, daß Sie uns damit eine lang ersehnte Freude bereiten.«

»Sollten die englischen Damen denn nicht singen und Ihnen den Genuß bereiten können, den Sie ersehnen?« fragte Dori.

»Man kann es nicht gerade Gesang nennen, was den Kehlen dieser Damen entsteigt«, entgegnete Richard mit ernstem Gesicht, »man mußte gestern mitten im Gesange innehalten, da die meisten Töne ausblieben.«

»Sie können ja gar nicht wissen, was für Töne meiner Kehle entsteigen würden, Herr Maurizius, ob ich überhaupt nur irgendwie singen kann«, sagte Dori.

»Sie sind längst verraten von einem, der es wissen kann. Mir scheint, unser Jüngelchen weiß da recht gut Bescheid«, sagte Richard triumphierend.

»Ja, ich habe schon lang erzählt, wie schön du singen kannst, Tante Dori«, bestätigte Otto.

»Ich glaube zwar gar nicht, daß mein Gesang ist, was Sie wünschen würden«, sagte Dori, »aber ich will Ihnen gern gefällig sein, wenn Sie das Lied nicht hören können ohne meine Mitwirkung. Sie machen auch oft am Morgen Musik. Sagen Sie mir, zu welcher Stunde ich da erscheinen soll, so werde ich mich einstellen; am Abend aber komme ich nicht ins Gesellschaftszimmer, das können Sie mir glauben, Herr Maurizius!«

»Hat die einen Willen!« sagte der Verabschiedete, indem er sich dem Gesellschaftszimmer zuwandte.

Dori stieg mit Otto nach den Schlafstuben hinauf. Sie hielt strikt an dem frühen Schlafengehen für Otto fest. Waren auch seine Nächte nun viel ruhiger, so traute Dori der schnellen Veränderung noch nicht so fest. Der Junge hatte schon längere Zeit ganz still in seinem Bett gelegen. Dori glaubte ihn schlafend. Nun rief er plötzlich mit ganz wacher Stimme: »Tante Dori, es ist nicht recht, wenn du um meinetwillen keinen Genuß haben sollst. Willst du nicht doch gehen und die schöne Musik anhören?«

»Nein, Otto, das will ich nicht, das wäre kein Genuß für mich, ich bleibe hier«, entgegnete Dori. Es verging wohl eine Stunde.

»Tante Dori«, ertönte es wieder und noch war die Stimme so frisch wie vorher, »glaubst du, daß das Gewitter noch einmal kommen kann mit den furchtbaren Blitzen?«

»Nein, nein, diese Nacht nicht mehr, der Himmel ist still und hell«, beruhigte Dori.

»Dann kannst du ja wohl zu der Musik gehen; vielleicht gingest du doch gern; ich kann gut warten, bis du wieder kommst.«

Dori trat in Ottos Zimmer ein. Seine großen Augen standen weit offen, da war von Schlaf keine Spur zu bemerken.

»Denke nicht mehr an diese Musik, mein Junge«, sagte Dori, ihm das lockige Haar aus der heißen Stirn streichend, »siehst du, ich habe keinen Augenblick mehr daran gedacht, ich habe nicht den leisesten Wunsch, dahin zu gehen. Ich lese ein schönes Buch, das ist mir viel lieber und du schläfst nun und denkst nicht mehr an diese Sache. Denke daran, wie der liebe Gott uns einen schönen Tag nach dem andern gibt, und danke ihm recht von Herzen, so tue ich auch jeden Abend zuletzt und denke an nichts anderes mehr.«

Nun blieb Otto still. Dori aber dachte bekümmert bei sich, es brauche wenig, um diese Nerven wieder in ruhelose Aufregung zu bringen. Daß sie ihn nur hüten könnte, bis er ganz erstarkt wäre, war der tiefste Wunsch ihres Herzens.

Länger als es je noch der Fall gewesen, wurden heute die musikalischen Genüsse fortgesetzt. Die Gesellschaft wurde nicht müde, Fräulein Erna nochmals und nochmals zum Singen aufzufordern. Sie erntete die höchsten Triumphe. Herr Castlewall beteuerte, wie oft er auch schon auf dem Kontinent gereist und wie viele Frauenstimmen er da auch gehört habe, Fräulein Ernas Stimme sei die erste, die in der Tat sympathisch genannt werden könne. Endlich aber mußte der Schluß gemacht werden. Die Gäste trennten sich. Fräulein Erna war in der liebenswürdigsten Stimmung.

»Ich habe dir gleich noch eine Mitteilung zu machen, Erna, die dir große Freude bereiten wird«, sagte der Bruder, indem er ins Zimmer der Schwestern mit eintrat. »Morgen wirst du erst recht lebhaften Beifall ernten, da kannst du dein Herbstlied singen, ich habe eine zweite Stimme für dich angeworben, die wird brillant sein.«

»Als ob heute der Beifall, der mir auch ohne Mithilfe zuteil geworden ist, nicht lebhaft genug gewesen wäre«, entgegnete die Schwester kühl. »Und wer besitzt denn die brillante Stimme?«

»Fräulein Maurizius, unsere Cousine.«

»Sei doch nicht abgeschmackt mit deiner erfundenen Verwandtschaft«, warf Erna dem Bruder hin, doch war ihre Stimmung heute so gehoben, daß sie nicht so schnell verdorben werden konnte, wie es sonst wohl geschah. Sie lenkte wieder ein: »Wo hast du das Mädchen singen gehört? Wie kennst du die Stimme?«

»O das läßt sich schon aus ihrem Ton beim Sprechen erraten, daß die Stimme wohl klingt«, erklärte der Bruder, »und überdies hat mir der Junge erzählt, daß die Tante Dori prachtvoll singe, die verschiedensten schönen Lieder, er hat mir mehrere genannt. Der Junge muß ganz gute Musik kennen.«

Erna lachte: »Das muß ich sagen, schlagende Beweise bringst du für deine Behauptungen; das Urteil eines Jüngelchens, das noch auf Schritt und Tritt einer Nurse bedarf; das nenne ich glaubwürdig, Vertrauen einflößend. Und wann soll dann gesungen werden? Sie wird doch erst das Lied kennen müssen, das du hören willst?«

Das paßte nun dem Bruder vortrefflich.

»Natürlich, gewiß, das ist ja auch, was sie will«, rief er erfreut aus. »Morgen früh will sie zur Probe nach dem Gesellschaftszimmer kommen, du bestimmst die Stunde!«

»Gut, um zehn Uhr bin ich hier. Du kannst es ihr sagen, Richard, ich tue nichts dafür.«

»Vortrefflich! herrlich!« rief der Bruder aus. »Du sollst einmal erfahren, wie dein Lied tönen kann! Wirklich, Erna, gestern war es vollständig, als singest du mit einer heiser gewordenen Grille zusammen. Kaum hörte man die Stimme der Miß und was man hörte, war Zirpen.«

»Sei nicht boshaft, Richard, geh zu Bett!« befahl die Schwester. »Diese Castlewall sind wirklich liebenswürdige Menschen und haben einen ausnehmend regen Sinn für Musik!«

Richard wußte genau, um welche Zeit Dori mit ihrem Pflegesohn zum ersten Frühstück im Speisezimmer erschien. Im Anfang seines Aufenthaltes hatte er sich gern an die späte Stunde der Schwestern gehalten und hatte sich mit diesen des Morgens gegen zehn Uhr am Teetisch eingefunden. Plötzlich war ihm diese Stunde als zu spät erschienen. Er trat jetzt immer Punkt acht Uhr ins Speisezimmer. Da traf es sich dann, daß es genau dieselbe Zeit war, die dem jungen Patienten vorgeschrieben sein mußte, denn pünktlich zu der Stunde trat Dori mit Otto ein. Heute sprach Herr Maurizius sie gleich an und da noch niemand in der Nähe Platz genommen hatte, setzte er sich Dori gegenüber. Er teilte ihr mit, daß seine Schwester sich sehr freue, das Lied, das eine zweite Stimme erfordere, durch die freundliche Mitwirkung des Fräuleins der Gesellschaft in Aussicht stellen zu können. Um zehn Uhr wollte sie das Fräulein im Musikzimmer zu einem ersten gemeinsamen Versuch erwarten. Er hoffe, sie werde sich daselbst einfinden, das Versprechen hätte er ja doch schon von ihr. Dori meinte, es sei schade um den schönen Morgen, ihn im Zimmer zuzubringen, doch wollte sie ihr Versprechen halten.

»Und du, Otto, sollst deswegen nicht um den Gang in der frischen Morgenluft kommen«, setzte sie, wie sich selbst tröstend, hinzu, »du gehst nur voraus und ich eile dir nachher nach, lange dauert ja wohl unsere Musikübung nicht.«

»Aber verschling mich nicht noch vorher mit deinen ungeheuren Augen, mein sperbernder Freund«, setzte Maurizius hinzu, »ich werde ja deiner Tante kein Leid widerfahren lassen, bis sie wieder unter deinem Schutze steht.«

Otto sagte gar nichts. Als später Dori nach dem Musikzimmer ging und ihn anwies, hinauszugehen, sie würde ihm bald nachfolgen, da ging er wohl, aber nur bis in den Garten, wo er unter den offenen Fenstern des Gesellschaftssaales hin und her wanderte, gerade so weit, als der Raum war, der von einem Fenster zum andern reichte. Dori trat in das Zimmer, Herr Maurizius war allein da. Er hatte alles zum Gesang geordnet, das Klavier stand geöffnet, die Notenhefte lagen bereit.

»Dies ist das Lied, das Ihrer Stimme bedarf, wollen Sie es einmal ansehen, Fräulein?« fragte er, Dori ein Heft überreichend. Sie wollte es gern durchgehen, entgegnete Dori, sollte ihr die Musik zu schwer vorkommen, so würde sie vorziehen, es Fräulein Maurizius gleich zu sagen, um sie nicht unnötig zu ermüden.

»O das Lied wird Ihnen keine Schwierigkeiten bereiten, die Komposition ist einfach, den Worten gemäß. Sehen Sie, hier ist die einzige schwierige Stelle.«

Herr Maurizius beugte sich nun auch über das Heft und zeigte Dori die betreffende Stelle. In diesem Augenblick traten seine Schwestern in den Saal. Beide blickten ein wenig befremdet auf die zwei Köpfe, die über die Noten gebeugt, sich fast berührten. Dori grüßte die Damen unbefangen und legte das Heft auf das Klavier nieder.

»Ich denke, wir können gleich beginnen, wenn Sie sich die Musik etwas angesehen haben«, sagte Fräulein Erna, »werden Sie begleiten?«

Dori erwiderte, sie könne nicht Klavier spielen. Das Fräulein setzte sich und spielte sehr gewandt das kurze Vorspiel. Nun begann der Gesang. Die schwierige Stelle mußte einigemal wiederholt werden, da und dort war Dori nicht ganz dabei, aber es ging doch, das Ende war erfreulich.

»Vortrefflich! vorzüglich!« rief Richard aus. »Am liebsten wollte ich es gleich noch einmal hören. Aber da ist noch ein anderer Gesang für zwei so herrliche Stimmen. Werden die Damen uns den nicht auch noch gönnen? Das schöne Lied:

›Willst du in Wehmut scheiden, du sonniger Mai?‹«

»Ich finde, es ist genug der Wehmut und des Scheidens mit diesem Herbstlied«, fiel seine Schwester Erna ein. »Oder sollten Sie noch weiter zu singen wünschen, Fräulein?« sagte sie kurz zu Dori gewandt.

»Nein, gar nicht; ich habe überhaupt nicht zu singen gewünscht«, entgegnete Dori in ehrlicher Weise. »Es ist mir lieb, wenn wir zu Ende sind, so kann ich meinen jungen Schutzbefohlenen einholen, er soll nicht zu weit gehen.«

»O der geht nicht zu weit ohne seine Tante«, sagte Richard lachend, »er steht gerade hier unter unserem Fenster. Nehmen Sie unsern Dank, Fräulein, daß Sie Ihrer Zusage so freundlich nachgekommen sind; lassen Sie uns auf ein Wiederzusammenkommen zu ähnlichem Genusse hoffen.«

Dori war aus der Tür getreten, die er aufgemacht hatte und nun hinter ihr schloß. Jetzt wandte sich seine Schwester Erna mit Lebhaftigkeit zu ihm.

»Was soll doch diese ganze Sache bedeuten, Richard? Ich glaubte, du hättest dich mit dem Fräulein verständigt, man wollte zusammen singen, weil sie es auch wünschte; um meinetwillen mußtest du sie nicht hierher berufen, ich kann wirklich ohne sie durch Gesang erfreuen. Auch konntest du für dich sprechen und danken, wenn du wolltest, aber nicht für uns. Dein Benehmen ist uns überhaupt aufgefallen, nicht wahr, Wera? Du wirst doch nicht auf den Gedanken verfallen sein, aus lauter Langerweile hier ein Verhältnis anzuknüpfen, das du bitter bereuen müßtest, sobald du in das gewohnte Leben zurückkämest und dich wieder auf dich selbst und deine Umgebung besinnen würdest.«

»Gewiß nicht, aus Langerweile tue ich nichts hier, denn ich langweile mich gar nicht, besonders nicht, seitdem die neue Cousine angekommen ist«, entgegnete der Bruder. »Das mögt ihr wohl wahrnehmen, daß die junge Dame mich interessiert und auch beständig in Verwunderung versetzt. Ich kann mir nicht erklären, wie sie solche Einfachheit beibehalten und zugleich solche Sicherheit in all ihrem Tun und ganzen Wesen sich aneignen konnte. Bringt sie zusammen, mit wem ihr wollt, ihr könnt sie nicht verblüffen noch verwirren, sie wird still und sicher das richtige Benehmen zeigen.«

»Still wohl, das ganz gewiß. Wie kannst du schon so blind und urteilslos geworden sein, Richard, nicht zu merken, was solches Stillsein bedeutet«, sagte Erna erregt. »Wird an der Tafel irgendein interessantes Gespräch geführt, was auch der Gegenstand sei, Kunst, Politik, Wissenschaft, sie wird nie ein Wort sagen, sie wird wohl wissen, warum!«

»Sie wird jedenfalls niemals mitsprechen, wo sie nicht sicher Bescheid weiß«, entgegnete der Bruder ruhig. »Es gibt Leute, die tun etwa das Gegenteil; was sie tut, gefällt mir besser. Und noch etwas gefällt mir und ärgert mich zu gleicher Zeit, wie ist das zu erklären? Da hütet die junge Dame den fremden Jungen, der sie gar nichts angeht, wie einen Juwel, opfert ihm jeden Augenblick des Tages und noch die Stunden der Geselligkeit. Dabei sieht sie nicht aus, als habe sie nun einmal eine schwere Pflicht zu erfüllen, sondern als wäre solcher Frondienst an anderer Leute Kindern eher eine Freude. Man möchte wirklich auch solch ein Schützling sein und so gehegt und gepflegt werden.«

»Steigere dich doch nicht in solche Bewunderung hinein aus lauter Mangel an anderer Gesellschaft«, sagte Erna kühl. »Eines kann ich dir sicher sagen: wenn du dieses Mädchen daheim in unserer Gesellschaft auf einem unserer Bälle inmitten deiner Freunde und ihrer glänzenden, jungen Frauen und aller andern, mit der feinsten Weltbildung ausgerüsteten jungen Damen sehen könntest, du würdest sie plötzlich ganz anders finden, als sie dir hier vorkommt, wo du gar nicht vergleichen kannst, wo man ja überhaupt über jede nur irgendwie annehmbare Gesellschaft froh sein muß. Darum sage ich dir, Richard, besinne dich, wie du mit dem jungen Mädchen sprichst, laß keine solchen Worte fallen, als wäre es uns wirklich von Wert, wieder mit ihr zusammenzukommen. Für uns ist es gar nicht so, nicht wahr, Wera? Und für dich nur, bis du zur Besinnung kämest.«

Richard hatte während der Rede in den Notenheften geblättert.

»Ah, sieh da, das könnten wir auch einmal zusammen singen«, sagte er, das offene Heft vor seine Schwester legend, »das klingt so schön:

›All deine Schätze, o Erde,
All dein funkelndes Erz,
Wägen nicht auf den Edelstein,
      Den Juwel so fein,
Ein liebetreues Herz.‹«

Dann verließ er das Zimmer.


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