August Neidhardt von Gneisenau
1813 - Briefe
August Neidhardt von Gneisenau

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1. An Ernst Moritz Arndt

London, den 4. Januar 1813.

Ich habe Ihnen, mein edler Freund, einen langen Brief schreiben wollen, aber da reist morgen ein Admiral schnell nach Petersburg ab, und mein Brief muß in einer Stunde bei dem Grafen Münster sein. Ich sende Ihnen daher meine Glückwünsche zu über die freudige Wendung, welche die Begebenheiten genommen haben. Charakterstärke hat obgesiegt über die Berechnungen der Arglist. Welch eine Morgenröte geht uns auf! Wenn nur die Mächtigen sie nicht verschlafen, statt sich an ihrem Hauch zu stärken. Hier hätte man große Lust dazu. Nicht der Regent, der von Natur unternehmend, von Konstitutions wegen aber schwach ist; wohl aber dessen Minister.

Eingeschlossener Brief an Chasot sei Ihrer Fürsorge anvertraut. Öffnen Sie ihn vorher, und lassen ihn dann unsere Freunde, Boyen usw. usw. lesen, und senden ihn dann weiter an den vortrefflichen Grafen. Gott sei mit Ihnen.

Ihr treuergebener N. v. Gneisenau.


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