Autorenseite

 << zurück weiter >> 

Nach der Krankheit 1777

Ich lag und schlief; da fiel ein böses Fieber
    Im Schlaf auf mich daher
Und stach mir in der Brust und nach dem Rücken über
    Und wütete fast sehr.

Es sprachen Trost, die um mein Bette saßen;
    Lieb Weibel grämte sich,
Ging auf und ab, wollt' sich nicht trösten lassen
    Und weinte bitterlich.

Da kam Freund Hain: »Lieb Weib, mußt nicht so grämen,
    Ich bring' ihn sanft zur Ruh'«;
Und trat ans Bett, mich in den Arm zu nehmen,
    Und lächelte dazu.

Sei mir willkommen, sei gesegnet, Lieber!
    Weil du so lächelst; doch
Doch, guter Hain, hör an, darfst du vorüber,
    So geh' und laß mich noch!

»Bist bange, Asmus? – Darf vorüber gehen
    Auf dein Gebet und Wort.
Leb also wohl, und bis auf Wiedersehen!«
    Und damit ging er fort.

Und ich genas! Wie sollt' ich Gott nicht loben!
    Die Erde ist doch schön,
Ist herrlich doch wie seine Himmel oben
    Und lustig drauf zu gehn!

Will mich denn freun noch, wenn auch Lebensmühe
    Mein wartet, will mich freun!
Und wenn du wiederkömmst, spät oder frühe,
    So lächle wieder, Hain!


 << zurück weiter >>