Fritz Reck-Malleczewen
Von Räubern, Henkern und Soldaten
Fritz Reck-Malleczewen

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Zeittafel

(alle Daten nach dem Gregorianischen Kalender)

1917

  8. März
Ausbruch schwerer revolutionärer Unruhen in Petersburg.

  9. März
Zar Nicolai II. wird auf der Reise vom Hauptquartier Mohilew nach Petersburg von den Generalen Rußki (Lette) und Bronsch-Brujewitsch (Lette) angehalten und im Hofzuge interniert. Bildung der neuen Regierung (Kerenski, Gutschkow usw.) in Petersburg. Gerüchte über die Abdankung des Zaren werden unter Hilfe des britischen Botschafters Buchanan systematisch und den tatsächlichen Ereignissen vorgreifend verbreitet.

15. März
Bonar Law kündigt im britischen Unterhause die Abdankung des Zaren an.

17. März
Abdankungsmanifest Nicolais II. Thronverzicht zugunsten des später seinerseits verzichtenden Großfürsten Michael Alexandrowitsch.

22. März
Nicolai II. wird in Zarskoje Selo interniert.

  3. April
Siegreicher Vorstoß der deutschen Heeresgruppe Linsingen, Eroberung des Brückenkopfes am Stochod.

  1. Juli
Beginn der letzten russischen Offensive unter persönlicher Leitung des Ministerpräsidenten Kerenski.

17. Juli
Der Petersburger Matrosenputsch (erster Vorstoß des Bolschewismus!) wird von der Kerenski-Regierung blutig niedergeschlagen. 172

21. Juli
Teilerfolg der Russen bei Krewo (südlich Smorgon).

22. Juli
Beginn des deutschen Gegenstoßes.

25. Juli
Tarnopol (seit Herbst 1914 in russischen Händen) wird von den Deutschen erobert.

  2./3. August
Die alte österreichische Reichsgrenze am Zbrutsch, seit August 1914 in russischem Besitz, wird von den vordringenden deutschen und österreichischen Heeren erreicht; kein Russe mehr auf österreichischem Boden. Völliger Zusammenbruch der Kerenski-Offensive. Definitive Zersetzung der alten russischen Armee.

  3. September
Riga von den Deutschen erobert.

  8. November
Bolschewistischer Umsturz in Moskau. Zusammenbruch des Regimes Kerenski. Die unter Mitwirkung der Kaiserlich Deutschen Regierung nach Rußland zurückgekehrten maximalistischen Führer Lenin und Trotzki reißen die Macht an sich.

  7. Dezember
Deutsch-russischer Waffenstillstand. Der Verfasser begibt sich in deutsche Gefangenschaft.

1918

  3. März
Friede von Brest-Litowsk. Der Verfasser wird freigelassen und in die livländische Zivilverwaltung übernommen.

26. Dezember
Die reichsdeutschen Truppen beginnen vor den heranrückenden lettisch-bolschewistischen Truppen Riga zu räumen. Die im Hafen ankernden englischen Kriegsschiffe, die der Bevölkerung Schutz gegen die Bolschewiki versprochen hatten, verlassen die Reede. 173

1919

  3. Januar
Die ersten lettisch-bolschewistischen Patrouillen in Riga. Beginn des roten Regimes. Der Verfasser in Livland vom Bolschewismus überrascht.

19./20. Mai
Riga wird von der lettisch-bolschewistischen Herrschaft durch kombinierte antibolschewistische Truppen befreit. (Zusammensetzung. 1. baltische Landeswehr, 2. Eiserne Division unter Graf v. d. Goltz, 3. antibolschewistische russische Truppen unter dem Fürsten Lieven, 4. »Weiße« lettische Truppen.)

Juni/Juli
Kämpfe der bolschewistischen Lettenarmeen gegen die antibolschewistischen polnisch-litauisch-lettischen Truppen an der Dünafront und in Litauen. Der Verfasser, bereits Anfang Mai zum Dienst in den bolschewistischen lettisch-russischen Truppen gepreßt, läuft zu den »weißen« (im übrigen aber dem alten russischen Regime feindlichen) litauischen Truppen über.

21. August
»Revaler Abkommen« zwischen der Entente und den antibolschewistischen russischen Truppen. Bildung der russischen (Schatten-) Regierung Lianasow. Organisierung der antibolschewistischen Armeen Judenitsch, Denikin, Petljura, Wrangel und Koltschak durch die Entente. Beginn der Reibungen zwischen »weißen« Letten und den noch in Kurland stehenden deutschen Truppen, die unter estnischem Drucke bereits im Juni Riga geräumt haben.

  6. September
Der General Awaloff-Bermont wird von Judenitsch zum Kommandeur der im Baltikum mit der deutschen »Eisernen Division« kombinierten monarchistisch-russischen Detachements ernannt. Ziel: Durchbrechung der von der lettischen Regierung bei Riga errichteten militärischen Barriere, gemeinsames Operieren mit dem auf Petersburg zur Rekonstruktion des alten kaiserlichen Großrußlands marschierenden Judenitsch. 174

15. Oktober
Vorstoß der kombinierten deutschen und russischen Detachements gegen Riga, Kampf bei den Dünabrücken. Die englische Regierung, die von der Eroberung Rigas und der Vereinigung der Baltikumtruppen mit Judenitsch eine Sabotierung der Randstaatenbildung und der Rekonstruktion der alten russisch-deutschen Beziehungen befürchtet, läßt durch ihre bei Dünamünde und Bolderaa ankernden Kreuzer die linke Flanke Bermonts unter Feuer nehmen. Rückzug der Bermonttruppen unter schweren Verlusten.

25. Oktober
Judenitsch 13 Werst vor Petersburg bei Gatschina.

27. Oktober
Die britische Regierung, die von Judenitsch die Rekonstruierung des alten Rußland befürchtet, versagt ihm während der Kämpfe gegen die Rote russische Armee die bisher geleistete Flankensicherung. Judenitsch von den Sowjettruppen entscheidend geschlagen.

18. November
Bermont unterstellt sich dem von der deutschen Scheidemann-Regierung mit der Rückführung der Baltikumtruppen beauftragten General Eberhardt. Endgültiger Rückzug der deutschen Truppen. Zerfall der russischen Detachements.

 


 


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