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Die Maschinenstürmer

Kurz bevor Ernst sich als Kandidat der Sozialisten für den Kongreß aufstellen ließ, gab Vater sein »Gewinn- und Verlustessen«, wie er es vertraulich nannte. Ernst nannte es das Essen der Maschinenstürmer. Tatsächlich lud Vater hauptsächlich Geschäftsleute – kleine Geschäftsleute natürlich – ein. Ich zweifle, daß einer von ihnen an irgendeinem Geschäft beteiligt war, dessen Gesamtkapital mehr als einige hunderttausend Dollar betrug. Sie waren echte Vertreter des Mittelstandes.

Da war zum Beispiel Owen von der Firma Silverberg, Owen & Co., einem großen Kolonialwarengeschäft, das mehrere Zweiggeschäfte besaß; wir kauften bei ihnen. Ferner die beiden Teilhaber der großen Drogerie Kowalt & Washburn, sowie Herr Asmunsen, Besitzer eines großen Granitsteinbruchs in Contra Costa County, und viele ähnliche Leute, Besitzer oder Teilhaber kleiner Fabriken, kleiner Geschäfte – kurz, kleine Kapitalisten.

Es waren gescheit aussehende Männer, und sie sprachen klar und einfach. Sie klagten einmütig über die großen Wirtschaftsverbände und Trusts. Ihre Losung war: »Nieder mit den Trusts!« Die Ursache alles Elends waren die Trusts, und alle beklagten sich darüber. Sie vertraten die Ansicht, daß solche Trusts wie Eisenbahnen und Telegraphen dem Staat übereignet werden müßten; die gewaltigen Anhäufungen von Reichtum sollten durch entsprechende Abgaben verhindert werden. Ferner verlangten sie, daß gemeinnützige Anlagen wie Wasserleitung, Gas, Fernsprecher und Straßenbahn in den Besitz der Gemeinde übergehen sollten.

Besonders interessant war, was Asmunsen als Besitzer des Steinbruchs schilderte. Er erklärte, nie Gewinn aus seinem Steinbruch erzielen zu können, obgleich sein Geschäft seit der Zerstörung San Franziskos durch das große Erdbeben einen riesigen Aufschwung genommen hätte. Vor sechs Jahren wäre der Wiederaufbau San Franziskos in Angriff genommen, sein Geschäft hätte sich seitdem vervierfacht und verachtfacht, und doch habe er nichts davon.

»Die Eisenbahn kennt meine Geschäfte besser als ich«, sagte er. »Sie weiß meine Unkosten auf den Cent genau und kennt sogar meine Lieferungsverträge. Woher sie diese Kenntnisse hat, kann ich nur vermuten. Sie muß Spione in meinem Geschäft und in denen meiner Geschäftsfreunde haben, denn, sehen Sie, sobald ich einen großen Vertrag abschließe, dessen Bedingungen mir einen guten Gewinn versprechen, werden die Frachtsätze von meinem Steinbruch nach den Ablieferungsorten erhöht. Eine Begründung wird nicht gegeben. Die Eisenbahn schluckt meinen Gewinn. Ich habe nie die Eisenbahn von einer solchen Tariferhöhung abbringen können. Gab es andererseits unvorhergesehene Zwischenfälle, erhöhten sich die Unkosten oder mußten Verträge unter weniger aussichtsreichen Bedingungen geschlossen werden, so setzte die Eisenbahn die Frachtsätze stets entsprechend herab. Was ist das Ergebnis? Die Eisenbahn bekommt stets meinen Gewinn, möge er groß oder klein sein.«

»Ihnen bleibt also,« unterbrach Ernst ihn, »ungefähr soviel, wie das Gehalt ausmachen würde, das Sie als Geschäftsführer bekämen, wenn der Steinbruch der Eisenbahn gehörte?«

»Ganz genau«, erwiderte Asmunsen. »Neulich sah ich meine Bücher der letzten zehn Jahre durch und fand, daß ich in diesen zehn Jahren genau soviel verdient hatte, wie das Gehalt eines Geschäftsführers ausgemacht hätte. Die Eisenbahn hätte ebensogut Besitzerin meines Steinbruchs sein und mich als Geschäftsführer angestellt haben können.«

»Nur mit dem Unterschied,« lachte Ernst, »daß die Eisenbahn dann das Risiko getragen hätte, das Sie ihr nun so entgegenkommend abnehmen.«

»Sehr richtig«, erwiderte Asmunsen erregt.

Nachdem jeder sein Herz ausgeschüttet hatte, begann Ernst nach allen Seiten Fragen zu stellen. Er fing mit Herrn Owen an.

»Haben Sie nicht vor etwa sechs Monaten hier in Berkeley ein Zweiggeschäft eröffnet?«

»Ja«, antwortete Herr Owen.

»Und seitdem haben, wie ich bemerkte, drei kleine Kolonialwarenhandlungen ihre Läden geschlossen. War das Ihre Schuld?«

Herr Owen bejahte mit selbstgefälligem Lächeln. »Sie konnten sich nicht gegen uns halten.«

»Warum nicht?«

»Wir hatten mehr Kapital. Je größer das Geschäft, desto geringer die Unkosten, und desto höher die Leistungsfähigkeit.«

»Und Ihre Filiale hat die Gewinne der drei kleinen Geschäfte aufgesogen. Ich verstehe. Aber sagen Sie, was ist aus den Inhabern der drei Geschäfte geworden?«

»Einer von ihnen fährt einen Lieferwagen für uns. Was aus den beiden andern geworden ist, weiß ich nicht.«

Ernst wandte sich unvermittelt an Herrn Kowalt.

»Sie verkaufen viel zu herabgesetzten Preisen Die Herabsetzung des Verkaufspreises bis zum Einkaufspreis und selbst darunter. Große Geschäfte konnten einen derartigen verlustreichen Verkauf länger ertragen als kleine und entledigten sich auf diese Weise manches Konkurrenten. Eine allgemein übliche Art des Wettbewerbs.. Was ist aus den kleinen Drogisten geworden, die Sie an die Wand gedrückt haben?«

»Einer von ihnen ist jetzt Leiter unserer Arzneimittelabteilung«, lautete die Antwort.

»Und Sie saugen den Gewinn auf, den früher diese kleineren Geschäfte gemacht haben?«

»Gewiß. Dafür sind wir ja Geschäftsleute.«

»Und Sie«, wandte Ernst sich plötzlich an Herrn Asmunsen. »Sie sind entsetzt, weil die Eisenbahn Ihre Gewinne aufgesogen hat?«

Herr Asmunsen nickte.

»Sie möchten wohl den Gewinn für Ihre Tasche haben?«

Herr Asmunsen nickte wieder.

»Auf Kosten anderer?«

Keine Antwort.

»Auf Kosten anderer?« beharrte Ernst.

»So verdient man eben«, erwiderte Herr Asmunsen kurz.

»Dann sehen Sie es als Geschäftsmann für Ihre Aufgabe an, an andern zu verdienen, diese andern jedoch zu verhindern, an Ihnen zu verdienen, nicht wahr?«

Ernst mußte die Frage wiederholen, ehe Herr Asmunsen antwortete.

»Ja, so ist es«, sagte er. »Nur daß wir nichts dagegen haben, daß auch die andern verdienen, solange dieser Verdienst nicht übermäßig ist.«

»Mit übermäßig meinen Sie groß; aber Sie haben nichts dagegen, selbst großen Verdienst einzuheimsen? Sicher nicht.«

Herr Asmunsen gestand diese Schwäche freundlich ein. Noch ein anderer der Anwesenden wurde jetzt von Ernst aufs Korn genommen, ein Herr Calvin, der früher einmal eine große Molkerei besessen hatte.

»Vor einiger Zeit haben Sie den Milchtrust bekämpft,« sagte Ernst zu ihm; »und jetzt haben Sie sich in die Politik In dieser Periode wurden viele Anstrengungen gemacht, die Bauern, denen es von Tag zu Tag schlechter ging, in einer politischen Partei zu organisieren, deren Ziel es war, die Trusts und ähnliche Körperschaften durch strenge Gesetzgebung zu vernichten. Alle solche Versuche mußten mit einem Fehlschlage enden. gestürzt. Wie kommt das?«

»O, ich habe den Kampf nicht aufgegeben«, antwortete Herr Calvin und sah kriegerisch genug drein. »Ich bekämpfe den Trust auf dem einzigen Felde, wo er bekämpft werden kann, dem politischen. Ich will Ihnen das erklären. Vor einiger Zeit hatten wir Molkereibesitzer vollkommen freie Hand.«

»Aber Sie machten sich gegenseitig Konkurrenz«, unterbrach Ernst ihn.

»Ja, und dadurch wurden die Preise gedrückt. Wir machten Versuche, uns zu organisieren, aber unabhängige Molkereibesitzer durchbrachen den Ring immer wieder. Dann kam der Milchtrust.«

»Finanziert von dem Überschuß der Standard Oil Company Der erste erfolgreiche große Trust, der fast ein Menschenalter vor den andern gegründet wurde.«, sagte Ernst.

»Ja«, bestätigte Herr Calvin. »Aber das wußten wir damals nicht. Der Trust kam uns mit dem Knüppel: ›Macht mit und werdet fett oder bleibt draußen und hungert‹. Die meisten von uns traten ein. Wer es nicht tat, hungerte. O ja, der Trust bezahlte ... zuerst. Der Milchpreis stieg um einen Cent das Liter, ein Viertel dieses Cents bekamen wir, dreiviertel der Trust, dann stieg der Preis wieder um einen Cent, und davon bekamen wir nichts. Unsere Vorstellungen waren erfolglos. Der Trust stand unter der Kontrolle der Standard Oil Company. Wir entdeckten, daß unsere Anteile verpfändet waren. Schließlich wurde uns der Viertelcent auch nicht mehr zugestanden. Dann begann der Trust uns auszupressen. Was sollten wir tun? Schließlich waren wir ausgepreßt, und es gab keinen Molkereibesitzer mehr, nur noch einen Milchtrust.«

»Aber ich sollte meinen, daß Sie mit einem Preisaufschlag von zwei Cents noch konkurrenzfähig gewesen wären«, sagte Ernst listig.

»Das meinten wir auch, und wir versuchten es.« Herr Calvin schwieg einen Augenblick. »Aber das ruinierte uns. Der Trust brachte die Milch billiger auf den Markt, als wir es konnten. Er konnte immer noch mit einem kleinen Gewinn verkaufen, wo wir mit offenbarem Verlust arbeiteten. Ich verlor dabei fünfzigtausend Dollar. Die meisten von uns machten Bankrott Bankrott – eine eigenartige Einrichtung, die einem Menschen, der im geschäftlichen Wettbewerb erfolglos gewesen war, instandsetzte, die Bezahlung seiner Schulden zu vermeiden. Der Zweck war, den grausamen Folgen dieses mit Krallen und Klauen ausgefochtenen sozialen Kampfes vorzubeugen.. Die Molkereibesitzer verloren ihre Existenz.«

»Der Trust nahm Ihnen also Ihren Gewinn«, sagte Ernst. »Und nun versuchen Sie es mit der Politik, um den Trust mit gesetzlichen Mitteln zu vernichten und Ihren Gewinn wiederzubekommen.«

Herrn Calvins Gesicht erhellte sich.

»Genau dasselbe sage ich den Bauern in meinen Ansprachen. Das ist in wenigen Worten unsere Idee.«

»Und doch produziert der Trust die Milch billiger, als die unabhängigen Molkereien es konnten?« forschte Ernst.

»Warum sollte er es nicht bei seiner glänzenden Organisation und den neuen maschinellen Einrichtungen, die sein großes Kapital ermöglicht?«

»Fraglos«, antwortete Ernst. »Er sollte es gewiß, und, mehr noch, er tut es.«

Jetzt holte Herr Calvin zu einem politischen Gespräch aus und setzte seine Ansichten auseinander. Ein Teil der Anwesenden zollte ihm warmen Beifall, und alle waren sich darüber einig, daß die Trusts vernichtet werden müßten.

»Armes, törichtes Volk«, sagte Ernst leise zu mir. »Soweit ihre Augen reichen, sehen sie klar, aber ihre Augen reichen nur bis zu ihrer eigenen Nasenspitze.«

Kurz darauf ergriff er wieder das Wort und behielt es in seiner charakteristischen Weise für den Rest des Abends.

»Ich habe Ihnen genau zugehört,« begann er, »und ich sehe deutlich, daß Sie in diesen geschäftlichen Fragen von Ihrem Recht überzeugt sind. Das Leben summiert sich bei Ihnen zu Profiten. Sie haben den festen, steten Glauben, daß Sie nur erschaffen wurden, um Profite zu machen. Nur daß die Sache einen Haken hat. Mitten in Ihrem Profitemachen kommt der Trust und nimmt Ihnen die Profite weg. Das ist das Dilemma, das irgendwie dem Zweck der Schöpfung widerspricht, und so erscheint es Ihnen als einziger Ausweg, den zu vernichten, der Ihnen die Profite wegschnappt.

»Ich habe Ihnen genau zugehört und kann nur einen Namen finden, der Sie kennzeichnet. Ich will Ihnen diesen Namen nennen, Sie sind Maschinenstürmer. Wissen Sie, was ein Maschinenstürmer ist? Hören Sie zu. Im achtzehnten Jahrhundert webten in England Männer und Frauen in ihren eigenen Hütten auf Handwebstühlen Stoffe. Dieses System der Heimarbeit war langweilig, schwerfällig und kostspielig. Dann kam die Dampfmaschine mit ihrer Ersparnis. Tausend Webstühle wurden in einer großen Fabrik aufgestellt und von einer Zentraldampfmaschine in Gang gesetzt. So konnte der Stoff billiger hergestellt werden als von den Heimarbeitern auf ihren Handwebstühlen. Die Fabrik war ihnen im Herstellungsprozeß überlegen, und die Konkurrenz schied aus. Die Männer und Frauen, die bisher ihre Handweberei für eigene Rechnung betrieben hatten, mußten jetzt in die Fabrik gehen und an den Maschinenwebstühlen arbeiten, und zwar zum Nutzen der Kapitalisten. Ja, mehr noch, in diesen Fabriken arbeiteten zu niedrigen Löhnen auch kleine Kinder. Viele Männer wurden dadurch arbeitslos, und es kamen bittere Zeiten für sie. Ihre Lebenshaltung verschlechterte sich. Sie hungerten, und sie sagten, daß die Maschine an allem schuld sei. Deshalb versuchten sie, die Maschine zu stürmen und zu zerstören. Sie hatten kein Glück damit; ihre Einfalt hielt die wirtschaftliche Entwicklung nicht auf. Sie, meine Herren, haben nichts von ihnen gelernt. Jetzt, anderthalb Jahrhunderte später, wollen Sie ebenfalls die Maschine stürmen. Ihrer eigenen Ansicht nach arbeiten die Trusts schneller und billiger, und deshalb können Sie nicht mit ihnen konkurrieren. Und nun möchten Sie diese überlegenen Maschinen stürmen. Der Unterschied zwischen Ihnen und den naiven Arbeitern damals in England ist, daß Sie noch unwissender sind. Während Sie von der Wiederherstellung des freien Wettbewerbs reden, erdrücken die Trusts Sie völlig.

»Sie erzählen alle dieselbe Geschichte, wie der freie Wettbewerb ausgeschaltet wurde und die Trusts aufkamen. Sie, Herr Owen, haben den freien Wettbewerb hier in Berkeley vernichtet, als Ihr Zweiggeschäft die drei kleinen Kolonialwarenhändler aus ihren Läden vertrieb. Ihre Firma war stärker. Jetzt spüren Sie den Druck der Trusts und schreien. Sie sind eben kein Trust. Wären Sie ein über die ganzen Vereinigten Staaten verbreiteter Trust, dann würden Sie ein anderes Lied singen. Und das würde lauten: ›Gepriesen seien die Trusts.‹ Ihre kleine Firma ist aber eben kein Trust, und Sie fühlen selbst Ihren Mangel an Kraft. Sie beginnen Ihr eigenes Ende zu ahnen. Sie und Ihre Filialen sind nur Bauern in einem Schachspiel. Sie sehen mächtigere Geschäfte entstehen und täglich mächtiger werden. Sie sehen, wie gepanzerte Fäuste sich auf Ihren Profit legen und hier und dort einen Teil davon nehmen – die Fäuste des Eisenbahntrusts, des Stahl-, des Öl-, des Kohlentrusts – und Sie wissen, daß Sie schließlich erdrückt werden, und daß man Ihnen den letzten Cent Ihres kleinen Profits wegnehmen wird.

»Sie sind ein armseliger Spieler, Herr Owen. Als Sie, dank Ihrer besseren Organisation, die drei kleinen Geschäfte in Berkeley an die Wand drückten, brüsteten Sie sich, sprachen von Tatkraft und Unternehmungslust und ließen von dem Gewinn, den Sie durch das Verschlucken der drei kleinen Geschäfte gemacht hatten, Ihre Frau nach Europa reisen. Ein Hund schnappt eben dem anderen den Bissen weg, und Sie haben beide verschluckt. Und nun werden Sie wieder von größeren Hunden aufgefressen, und da heulen Sie. Und was ich Ihnen sage, das gilt allen hier am Tische. Sie heulen alle. Sie fühlen alle, daß Sie Ihr Spiel verloren haben, und deshalb heulen Sie. Durch Ihr Heulen klären Sie die Situation aber nicht, wie ich es getan habe. Sie sagen nicht, daß Sie den Wunsch haben, aus anderen Gewinn herauszuschlagen, und daß Sie nur deshalb heulen, weil andere den Profit, den Sie gemacht haben, wieder aus Ihnen herauspressen. Nein, dazu sind Sie zu schlau. Statt dessen sagen Sie etwas anderes. Sie machen die politischen Redensarten der kleinen Kapitalisten, wie Herr Calvin. Und was sagte er? Ich wiederhole einige seiner Aussprüche, die ich behalten habe: ›Unsere wesentlichen Grundgedanken sind richtig,‹ ›Was dieses Land braucht, ist die Rückkehr zu den grundlegenden amerikanischen Methoden – Freie Bahn für alle,‹ ›Der Geist der Freiheit, in dem dieses Volk geboren wurde,‹ ›Laßt uns zu den Grundsätzen unserer Vorfahren zurückkehren.‹ Wenn er sagt, ›Freie Bahn für alle‹, so meint er, freie Bahn, um sich Gewinn zu verschaffen, was ihm die großen Trusts jetzt unmöglich machen. Und das Abgeschmackteste dabei ist: Sie haben dieses Schlagwort so oft wiederholt, daß Sie jetzt selbst daran glauben. Sie wollen nur Gelegenheit haben, auf Ihre eigene kleinliche Art und Weise Profite zu machen, aber Sie bemänteln das, indem Sie sich selbst den Gedanken suggerieren, daß Sie Freiheit verlangen. Sie sind unverschämt und gewinnsüchtig, aber der Nimbus Ihrer Phrasen verleitet Sie zu dem Wahn, daß Sie patriotisch seien. Ihre Gewinnsucht, die reiner Eigennutz ist, gaben Sie oft für selbstlose Sorge um die leidende Menschheit aus. Sie sind unter sich, meine Herren, lassen Sie die Maske fallen und seien Sie einmal ehrlich. Blicken Sie den Tatsachen ins Auge und stellen Sie sie mit aufrichtigen Worten fest.«

Jetzt gab es rote und zornige Gesichter an der Tafel und ein gut Teil Schrecken. Sie fürchteten sich ein wenig vor diesem jungen, bartlosen Mann, vor dem Schwung und der Kraft seiner Rede und vor seiner schrecklichen Freude daran, die Dinge beim rechten Namen zu nennen. Herr Calvin antwortete unverzüglich.

»Und warum nicht?« fragte er. »Warum können wir es nicht machen, wie unsere Väter es gemacht haben, als die Republik gegründet wurde? Sie haben viel Wahres gesagt, Herr Everhard, so unangenehm es auch war. Aber wir sind unter uns, und da wollen wir uns aussprechen. Wir wollen alle Masken ablegen und uns zu der Wahrheit, die Herr Everhard klar und deutlich festgestellt hat, bekennen. Es ist richtig, daß wir Kleinkapitalisten hinter dem Gewinn her sind, und daß die Trusts ihn uns wegschnappen. Es ist wahr, daß wir die Trusts vernichten wollen, damit die Gewinne wieder uns zufallen. Aber warum sollten wir das nicht? Warum nicht? Ich frage, warum nicht?«

»Aha, jetzt kommen wir zum Kern der Sache«, sagte Ernst mit zufriedenem Ausdruck. »Ich will Ihnen sagen, warum nicht, wenn meine Worte auch ziemlich hart sein werden. Sehen Sie, meine Herren, Sie haben Ihr Geschäft ganz gut gelernt, aber von der sozialen Entwicklung verstehen Sie gar nichts. Sie befinden sich mitten in einem Übergangsstadium der wirtschaftlichen Entwicklung, aber die verstehen Sie nicht, und daher kommt Ihre ganze Verwirrung. Warum Sie nicht zurückkehren werden? Weil sie es nicht können. Sie können den Fluß nicht bergauf fließen lassen, und Sie können die Flut der wirtschaftlichen Entwicklung nicht in den Kanal zurückleiten, aus dem sie gekommen ist. Josua ließ die Sonne über Gideon stillstehen, aber Sie wollen Josua noch übertreffen. Sie wollen die Sonne am Himmel rückwärts gehen lassen. Sie wollen, daß die Zeit vom Abend zum Morgen zurückgeht.

Angesichts der arbeitersparenden Maschinen, der organisierten Produktion, des durch Zusammenschluß erhöhten Unternehmungsgeistes, wollen Sie die wirtschaftliche Sonne um eine volle Generation oder noch mehr in jene Zeiten zurückversetzen, da es keine Großkapitalisten, keine großen Maschinen, keine Eisenbahnen gab – in die Zeit, da eine Schar kleiner Kapitalisten sich gegenseitig bekämpfte und die Produktion primitiv, zeitraubend, kostspielig und nicht organisiert war. Glauben Sie mir, Josua hatte es leichter, und dazu half ihm Jehova. Aber ihr Kleinkapitalisten seid von Gott verlassen. Die Sonne der Kleinkapitalisten geht unter und wird nie mehr aufgehen. Und Sie haben nicht einmal die Macht, sie stillstehen zu lassen. Sie sind im Begriff, zugrunde zu gehen, und Sie sind dazu verurteilt, ganz von der Oberfläche der Gesellschaft zu verschwinden.

Das ist der Gang der Entwicklung. Es ist das Wort Gottes. Die Trusts sind stärker als der freie Wettbewerb. Der Urmensch war ein furchtsames Geschöpf, das sich in Felsspalten verkroch. Aber er schloß sich zu Horden zusammen und bekriegte seine fleischfressenden Feinde. Es waren Tiere, die sich gegenseitig bekämpften. Der Urmensch war ein Gesellschaftstier, und das war der Grund, daß er die Herrschaft über die anderen Tiere errang. Und der Mensch schuf immer größere Verbände, fest gefügte Organisationen gegen den freien Wettbewerb. Es ist ein Kampf von tausend Jahrhunderten, in denen der freie Wettbewerb immer wieder geschlagen wurde. Wer sich auf die Seite des freien Wettbewerbs stellt, geht zugrunde.«

»Aber die Trusts sind doch selbst aus dem freien Wettbewerb hervorgegangen«, unterbrach ihn Herr Calvin.

»Sehr richtig«, antwortete Ernst. »Und die Trusts haben selbst den freien Wettbewerb unterbunden. Daher sind Sie, Herr Calvin, nach Ihrer eigenen Aussage, nicht mehr Molkereibesitzer.«

Das erste Lachen an diesem Abend erklang am Tische, und selbst Herr Calvin stimmte ein.

»Und da wir gerade einmal bei den Trusts sind,« fuhr Ernst fort, »so lassen Sie uns ein paar Tatsachen feststellen. Ich werde einige Behauptungen machen, und wenn Sie nicht mit mir übereinstimmen, so sprechen Sie. Stillschweigen bedeutet Zustimmung. – Stimmt es nicht, daß ein mechanischer Webstuhl schneller und billiger arbeitet, als ein Handwebstuhl?« Er hielt inne, aber niemand widersprach ihm. »Ist es dann nicht sehr unvernünftig, die Maschine zu stürmen und zu der mühsamen und kostspieligen Methode der Handweberei zurückzukehren?« Man nickte zustimmend mit dem Kopfe. »Finden Sie nicht, daß die unter dem Namen Trust bekannte Organisation wirksamer und billiger arbeitet als tausend miteinander konkurrierende kleine Gesellschaften?« Niemand hatte etwas einzuwenden. »Ist es dann nicht unvernünftig, diese billigen und wirksamen Organisationen zu vernichten?«

Lange antwortete niemand. Dann ergriff Herr Kowalt das Wort:

»Was sollen wir denn tun?« fragte er. »Die Vernichtung der Trusts ist das einzige Mittel für uns, ihrer Herrschaft zu entrinnen.«

Ernst war sofort Feuer und Flamme.

»Ich werde Ihnen einen andern Weg zeigen«, rief er. »Wir wollen diese wundervollen Maschinen, die so wirksam und billig arbeiten, nicht zerstören. Wir wollen Sie beaufsichtigen. Wir wollen Nutzen aus ihrer Wirksamkeit und Billigkeit ziehen. Lassen Sie sie für uns selbst laufen. Lassen Sie uns die gegenwärtigen Besitzer dieser vorzüglichen Maschinen enteignen und selbst die Maschinen in Besitz nehmen. Das, meine Herren, ist Sozialismus, eine umfassendere Vereinigung als die Trusts, eine höhere wirtschaftliche und soziale Organisation, als die Erde sie je gesehen hat. Das ist die Entwicklungslinie. Wir begegnen der Organisation mit einer noch höheren Organisation. Das schafft uns den Sieg. Kommen Sie herüber zu uns Sozialisten und kämpfen Sie auf der Seite der Sieger.«

Jetzt erhob sich Widerspruch. Man schüttelte die Köpfe, und Murren wurde hörbar.

»Also schön, Sie ziehen es vor, Anachronisten zu sein«, lachte Ernst. »Sie wollen lieber atavistische Rollen spielen. Aber wie alle Atavisten, sind auch Sie dem Untergang geweiht. Haben Sie sich gefragt, was aus Ihnen werden soll, wenn noch größere Verbände als die gegenwärtigen Trusts entstehen? Haben Sie je überlegt, was Sie tun werden, wenn die großen Trusts selbst in dem Verband der Verbände, dem sozialen, wirtschaftlichen und politischen Trust – aufgehen?«

Er wandte sich plötzlich an Herrn Calvin.

»Habe ich nicht recht? Sie fühlen den Drang, eine neue politische Partei zu gründen, weil die alte Partei in der Gewalt der Trusts ist. Das größte Hindernis für Ihre Bauernpropaganda sind die Trusts. Hinter jedem Hindernis, dem Sie begegnen, in jedem Schlag, der Sie trifft, in jeder Niederlage, die Sie erleiden, spüren Sie ihre Hand. Stimmt das nicht? Antworten Sie mir.« Herr Calvin hüllte sich in ein unbehagliches Schweigen

»Bitte«, ermutigte Ernst ihn.

»Es ist wahr,« gestand Herr Calvin, »wir brachten in der Regierung von Oregon ein glänzendes Schutzgesetz gegen die Trusts durch, aber der Gouverneur, eine Kreatur der Trusts, legte sein Veto ein. Wir wählten einen Gouverneur für Colorado, aber er durfte sein Amt nicht antreten. Zweimal brachten wir eine staatliche Einkommensteuer durch, und beide Male verwarf sie der oberste Gerichtshof als verfassungswidrig. Die Gerichtshöfe befinden sich in den Händen der Trusts. Wir, das Volk, bezahlen unsere Richter unzureichend. Aber es wird eine Zeit kommen –«

»Da die Trusts in ihrer Gesamtheit die ganze Gesetzgebung kontrollieren und selbst die Regierung sein werden«, unterbrach ihn Ernst.

»Niemals! Niemals!« hieß es. Alle waren aufgeregt und kampfbereit.

»Sagen Sie mir,« fragte Ernst, »was werden Sie tun, wenn diese Zeit kommt?«

»Wir werden uns aus aller Kraft dagegen stemmen«, rief Herr Asmunsen, und alle stimmten ihm bei.

»Das würde Bürgerkrieg heißen«, warnte Ernst sie.

»Dann mag es Bürgerkrieg sein«, antwortete Herr Asmunsen, und alle Anwesenden riefen ihren Beifall.

»Wir haben die Taten unserer Vorfahren nicht vergessen. Wir sind bereit, für unsere Freiheit zu kämpfen und zu sterben.«

Ernst lächelte und sagte: »Vergessen Sie nicht, wir sind stillschweigend übereingekommen, daß in Ihrem Falle, meine Herren, Freiheit heißt, aus andern Profite herauszupressen.«

Jetzt war die Tafelrunde aufgebracht und zornig, aber Ernst beschwichtigte den Tumult und verschaffte sich Gehör.

»Noch eine Frage. Wenn Sie sich unter Anwendung von Gewalt erheben, dann erinnern Sie sich bitte: die Ursache Ihrer Erhebung wird sein, daß die Regierung sich in den Händen der Trusts befindet. Daher wird die Regierung Ihnen die reguläre Armee, die Flotte, die Miliz, die Polizei, kurz, die ganze organisierte Kriegsmacht der Vereinigten Staaten entgegenstellen. Wo bleiben Sie dann?«

Schrecken prägte sich auf ihren Gesichtern aus, und ehe sie sich erholen konnten, fuhr Ernst fort:

»Erinnern Sie sich, daß unsere reguläre Armee vor nicht langer Zeit nur fünfzigtausend Mann betrug? Von Jahr zu Jahr wuchs sie, und heute ist sie dreihunderttausend Mann stark.«

Er holte zu einem neuen Schlage aus.

»Das ist noch nicht alles. Während Sie eifrig Ihrem Lieblingsphantom, dem Profit, nachjagen und moralische Betrachtungen über Ihren angebeteten Götzen, den freien Wettbewerb, anstellen, haben die Trusts weit größere und schrecklichere Dinge vollbracht. Denken Sie an die Miliz.«

»Sie ist unsere Stärke«, rief Herr Kowalt. »Mit ihr schlagen wir die reguläre Armee.«

»Sie werden selbst in die Miliz eingereiht werden«, erwiderte Ernst. »Und man wird Sie nach Maine oder nach Florida oder nach den Philippinen oder sonst irgendwohin schicken, um Ihre eigenen Kameraden, die um der Freiheit willen im Bürgerkriege stehen, umzubringen. Unterdessen werden Ihre Kameraden aus Wisconsin oder Kansas oder irgendeinem andern Staate zur Miliz eingezogen und nach Kalifornien geschickt, um hier Ihre Kameraden umzubringen.«

Jetzt waren sie wirklich erschüttert, sie saßen wortlos da, bis Herr Owen schließlich murmelte:

»Wir werden nicht zur Miliz gehen. So verrückt werden wir nicht sein.«

Ernst lachte hell auf.

»Sie kennen die zustandegekommene Verquickung nicht, Sie haben keinen Ausweg. Sie werden in die Miliz geschleift werden.«

»Es gibt noch etwas wie ein Zivilrecht«, beharrte Herr Owen.

»Nicht, wenn die Regierung das Zivilrecht aufhebt. An dem Tage, an dem Sie davon reden, sich zu erheben, wird man Ihre eigene Macht gegen Sie ausspielen. Sie müßten zur Miliz, ob Sie wollten oder nicht. ›Habeas corpus‹ höre ich einen murmeln. Statt ›habeas corpus‹ würde es für Sie ›post mortem‹ geben. Wenn Sie den Eintritt in die Miliz oder nach Ihrem Eintritt den Gehorsam verweigerten, würde man Sie vor ein Kriegsgericht stellen und wie Hunde niederknallen. Das ist das Gesetz.«

»Das ist das Gesetz nicht«, behauptete Herr Calvin mit Bestimmtheit. »Ein solches Gesetz gibt es nicht. Junger Mann, Sie träumen. Sie sprechen von einer Verwendung der Miliz auf den Philippinen. Aber das ist verfassungswidrig. Die Verfassung sagt ausdrücklich, daß die Miliz nie außer Landes geschickt werden darf.«

»Was hat die Verfassung damit zu tun?« fragte Ernst.

»Die Gerichtshöfe legen die Verfassung aus, und die Gerichtshöfe sind, wie Herr Asmunsen mir bestätigt hat, Kreaturen der Trusts. Außerdem ist es Gesetz, wie ich gesagt habe; schon seit Jahren, meine Herren, seit neun Jahren.«

»Daß wir zur Miliz ausgehoben werden können?« fragte Herr Calvin ungläubig. »Daß man uns im Weigerungsfalle durch ein Kriegsgericht erschießen könnte?«

»Ja,« erwiderte Ernst, »eben das.«

»Wie kommt es denn, daß wir nie etwas von diesem Gesetz gehört haben«, fragte mein Vater, und ich merkte, daß es auch für ihn neu war.

»Aus zwei Gründen«, sagte Ernst. »Erstens war es nicht notwendig, es den Leuten besonders einzuschärfen. Sie hätten es immer noch früh genug erfahren. Und zweitens wurde das Gesetz heimlich, eilig und eigentlich ohne tatsächliche Diskussion durch Kongreß und Senat verabschiedet. Natürlich brachten die Zeitungen nichts darüber. Aber wir Sozialisten wußten es. Wir veröffentlichten es in unseren Blättern. Aber die lesen Sie ja nie.«

»Ich glaube immer noch, daß Sie träumen«, sagte Herr Calvin hartnäckig. »Das hätte das Land nie zugegeben.«

»Aber das Land hat es zugegeben«, erwiderte Ernst. »Und was das anbetrifft, daß ich träume,« er fuhr mit der Hand in die Tasche und zog eine kleine Broschüre heraus, »– so sagen Sie mir bitte, ob das wie ein Traumgebilde aussieht?«

Er schlug das Heft auf und las:

»Paragraph eins, wird verfügt und so weiter und so weiter, daß die Miliz aus allen diensttauglichen kräftigen Männern der respektiven Staaten, Territorien und des Distrikts von Kolumbia bestehen soll, welche ein Alter von über achtzehn und unter fünfundvierzig Jahren haben.

»Paragraph sieben, daß jeder Offizier oder in die Liste eingetragene Mann – denken Sie an Paragraph eins – meine Herren, Sie sind alle in die Liste eingetragen – daß jeder eingetragene Mann der Miliz, der sich weigert oder es versäumen sollte, sich bei einer »der oben näher bezeichneten Musterungen zu erscheinen, vor ein Kriegsgericht gestellt und von einem solchen Kriegsgericht unmittelbar bestraft werden soll. »Paragraph acht, daß diese Kriegsgerichte nur aus Milizoffizieren zu bestehen haben. »Paragraph neun, daß die Miliz, wenn sie zum Kriegsdienst der Vereinigten Staaten einberufen wird, den gleichen Gesetzen und Kriegsartikeln unterstehen soll wie die reguläre Armee.

»Da haben Sie es, meine Herren, amerikanische Bürger und Milizgenossen. Vor neun Jahren glaubten wir Sozialisten, daß das Gesetz sich nur gegen die Arbeiter richtete. Jetzt aber will mir scheinen, daß es sich auch gegen Sie richtet. In der kurzen Diskussion, die zugelassen wurde, sagte der Abgeordnete Wiley, daß dieses Gesetz ›als eine Art Reserve vorgesehen sei, um den Mob an der Gurgel zu packen‹ – der Mob sind Sie, meine Herren – ›sowie als Schutz gegen alle Wechselfälle des Lebens, der Freiheit und des Eigentums‹. Und wenn die Zeit einmal kommen wird, da Sie sich erheben werden, so denken Sie daran, daß es gegen das Eigentum der Trusts geht und gegen die Erlaubnis der Trusts, Sie im Einklang mit dem Gesetz auszupressen. Man hat Ihnen die Zähne ausgebrochen, meine Herren. Man hat Ihnen die Krallen gestutzt. An dem Tage, an dem Sie sich, ohne Zähne und Krallen, erheben, werden Sie so harmlos sein wie ein Heer von Muscheln.«

»Ich glaube es nicht!« rief Kowalt. »Ein solches Gesetz gibt es nicht. Das ist eine von den Sozialisten erfundene Zeitungsente.«

»Das Gesetz wurde am 30. Juli 1902 eingebracht«, und zwar von Diek, dem Abgeordneten von Ohio. Es wurde in aller Eile durchgepeitscht und am 14. Januar 1903 vom Senat einstimmig angenommen. Und genau sieben Tage später wurde es vom Präsidenten der Vereinigten Staaten genehmigt Everhard hatte im wesentlichen Recht, wenn er sich auch in den Daten irrte. Das Gesetz wurde nicht am 30. Juli, sondern am 30. Juni eingebracht. Der Kongreßbericht befindet sich hier in Ardis, und, wenn man ihn einsieht, findet man folgende Daten bezüglich dieses Gesetzes: 30. Juni, 9., 5., 16. und 17. Dezember 1902, sowie 7. und 14. Januar 1903. Die Unwissenheit der Geschäftsleute, die sich an dem Abend offenbarte, war nichts Ungewöhnliches. Nur wenige Menschen kannten die Existenz dieses Gesetzes. E. Untermann, ein Revolutionär, veröffentlichte im Juni 1903 ein Pamphlet gegen Girard, Kansas, über das »Milizgesetz«. Das Pamphlet wurde fast nur in Arbeiterkreisen gelesen; soweit war die Trennung der Klassen schon vorgeschritten,, daß der Mittelstand überhaupt nichts davon hörte und so in Unwissenheit über das Gesetz blieb..


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