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An Herrn Rechnungsrath Gyßer.

Antwort auf dessen freundschaftliches Schreiben,
in welchem er sich Schatzigbleger (Schatzungsbeleger) unterschrieben hatte.

Wie? was saget der, aß der seiget, in eure Epistle?
Schatzigbleger? Nei, was mueß me für Sachen erlebe?
Hender d'Schatzig b'leit, Herr Gyßer? Jesis, gent Achtig,
Wenn sie jünglet, wie's ich goht! Das chönnemer bruuche.
Was het selle gseit, wo g'hört het, d'Sunne heig g'wibet?
's stoht ins Vetters Fable. Er het mit schrundige Hände
In de Hoore g'chratzt. »I mein, sie mach eim elleinig
»Heiß gnueg«, het er gseit, »mit ihrem dunstigen Othem,
»Und trinkt alli Brunne us; 's würd sufere Arbet
»Werde, wenn sie Jungi het, und hinter de Berge
»Wie ne Gluckere füre chunnt mit Siebe und Achte.«
Lueget, so wird's goh, wenn d'Schatzig Bueben und Meidli
Ueberchunnt und lebig b'haltet, g'fräßige Chinder,
's wird nit z'bschribe si, was für e Lamento ins Land chunnt.

Vetter Gyßer loset, der hent doch b'sundere Jeste!
Jo i mueß es sage: und wenns mi gnädige Landsher
Ueber churz und lang erfahrt, und henktich der Brotkorb
Höcher, wie der selber förchet, nimmts mi nit wunder.
Ischs ich öbbe, wil der Moler Geh. Hofrath Maler, damals Oberamtmann in Müllheim. z'Mülle ne weg chunnt,
Gumperig, und meinet, jez lueg ich niemes uf d'Ise?
Hent der gmeint, jo wohl! Sie hen scho wieder en Andre
In der Machi, und er würd ich d'Zeche verlese.
Wie het Rehabeam gseit? »Mein Finger,« seit er, »soll schwerer
»Sein, als meines Vaters Arm.« Der werdets erfahre!
Sust e brave Her, und gschickt, er schribt si vo Spir her
Ehnen am breite Rhi, wo jez der Premie-Consul
D'Schatzig b'leit, und 's Volch regiert mit bluetige Hände.

Vetter Gyßer, 's fallt mer i, isch nit wohr, mer hen doch
Mengerlei Heren im Land von allen Enden und Orte,
Und mer sin no als die brävste? Hättemer numme
Näumis glehrt! Mer hätte doch so ordli der Zit gha.
Aber jez isch z'spot! Und mengmol wenn mini Schüeler
Mehr verstöhn aß ich, und froge mi spitzigi Sache,
Woni selber nit weiß, se sagi: »Loset, der müent ein
»Nit gli z'Schande mache! 's isch almig nit gsi, wies jez isch,
»Mittem Lehre, und me het just d'Glegeheit nit gha.
»B'haltets binich, was der wüsset! Wendets im Stille
»A, und werdet brav, und saget, der heigets bi mir glehrt,
»Aß i au no Ehr erleb und dankbari Zite!«

Vetter Gyßer, hent der Buebe, soll ein e Pfarer
Werde, hani nüt derwider. Rüeihig verlebt er
Sini Stunden uffem Land. Ne freudige Wechsel
Zwischen Arbet und Rueih, und zwische Studieren und Martsche,
Zwischen Essen und Verdaue flicht si dur's Lebe.
Ob em hangt der Himmel voll Sunne, Sternen und Gige;
Unter em der Boden, er treit em fruchtbere Zehnte.
Uf de Matte weide d'Chüeih, ihm trage sie d'Milch zue;
An de Berge grase d'Schof, ihm chrüslet si d'Wulle;
In den Eichle chnarflet d'Sau, ihm leit sie der Speck a.
Färlet näume ne Mohr, het au der Pfarer si Säuli.
Meint der Fürst, er heig si Sach an Zinsen und Gfälle,
Mueß er mittem Pfarer theilen, oder Prozeß ha.

Drum, Her Gyßer! was i sag, und wenn ein e Pfarer
Werde will, und wenn e schöni mannberi Tochter
No nem Vikari luegt, und er luegt wieder no ihre,
Und sie wechsle mit enander fründligi Rede,
Löhnt sie mache, sagi; doch vorem leidige Schuelstaub
Soll der Himmel euer Chind in Gnade biwahre.

Aber mi Red nit z'vergessen, und euri Jesten und Rime,
Jo, i ha sie übercho; si hemmer e Freud gmacht,
Bsunders selli Frau. Wie isch's ere endli no gange?
Isch sie wieder z'Chräfte cho? I möchtere's gunne.
Oder het sie g'endet, und trinkt in blaue Reviere
Sterneluft und Himmelsthau, und mutteret nümme?
Helfis Gott! Mer werde au no 's Bündeli mache,
Und in's himmlisch Canaan der Weg unter d'Füeß neh!
's seig e gangbari Stroß, sie gang gwis übere Chilchhof.

Sieder wemmer leben, und 's Lebe freudig verbruuche,
Trübli esse, Neue trinke, Chestene brote.
Vetter Gyßer, chunnt ei'm Buur si sunnige Rebberg
Mit der Zit an Stab, se bietet für mi. Es chunnt mer
Nit uf näumis a, und d'Morgensunne isch viel werth.
Lueget, jez mueßi in d'Schuel, sust wotti no allerlei sage.
B'hüetich Gott! Vergelts Gott au! Und chömmet bal wieder.


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