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Zehntes Kapitel.

Frühjahr in Hannes Garten. – Warum Philipp schreibt, ein Zirkus sei nichts gegen die Basen, und wie er sich die Bläß auf der Pampa denkt. – Warum die Mapucha Kathrine Pfeffer auf die Karthäuserklöße streute, und von Peters erster Postkarte. – Wie Herr Ritter sagt: »Ei, wie interessant!« und Hanne weint ob des Großvaters Gesangbuch. – Die Großmutter versteht nicht, was schick heißt. – Hannes Fahrt in die Residenz.

 

Hatte Philipp bei seinem Entschluß, auszuwandern, geglaubt, auch die Großmutter werde es leichter bekommen, wenn sie nur für sich allein zu sorgen hätte, so hatte er sich auch hierin getäuscht. Wohl waren weniger Brotesser im Haus, aber Philipps Verdienst, wenn er manchmal auch nicht ausreichen wollte, fehlte. Und es fehlte hauptsächlich die Umsicht und Schaffenskraft der Kathrine auf dem Feld und im Garten. Wohl half der Vetter, so oft es nötig war, aber er verdiente sein Brot mit Taglöhnern, und so konnte und mochte die Großmutter seine Hilfe nicht umsonst annehmen. Sie selber konnte ja wohl noch graben, pflanzen und begießen, aber eine ganze Kraft war sie mit ihren Gichtschmerzen nicht mehr. Und da mußte, ob's ihr behagte oder nicht, Hanne eben herhalten. Das Mädchen war stark und kräftig gebaut, und was die Gartenarbeit anbelangte, so war sie dazu immer bereit, denn das machte ihr Freude. Die Großmutter gönnte ihr auch Vergnügen, soweit sie konnte; denn sie wußte wohl, daß die Jugend auch Abwechslung braucht, und sie hatte es ganz gern, wenn Hanne am Sonntag mit ihren Gespielinnen einen Spaziergang in den Wald machte oder sich irgendwie sonst vergnügte. Aber ehrbar mußte es zugehen, daran hielt sie fest. Und zu Mädchen, wie die Schustersgret und noch ein paar andere, ließ sie die Enkelin nicht gehen, da blieb sie fest. Schon die Karline war ihr als Freundin nicht so ganz recht, und sie hätte Hanne gern einen andern Umgang gewünscht, so wie Lydia einer war. Aber solche Mädchen sind eben selten, das wußte sie wohl.

Es war wieder Frühjahr, und der Garten mußte bepflanzt werden. Die Mutter hatte von drüben allerlei fremden Samen geschickt, und Hanne war hochbegierig, was sich wohl daraus entwickeln würde. Es waren schon verschiedene Briefe von Kathrine und von Philipp gekommen, aber mehr und mehr machten sie der Großmutter Herzweh, sie wußte selber nicht recht warum. Eigentlich geklagt hatte noch keines von den beiden, und die Großmutter sagte sich auch immer wieder, daß aller Anfang schwer sei. Philipps Fuß war nun auch wieder beinahe gut, – nur noch eine ganz kleine Schwäche sei drin, schrieb Kathrine, und Peter und Mariele seien auch gesund. Aber sie täten arg verwildern, und das sei ihr täglicher Kummer. Mit den Verwandten stünden sie nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Ja, mit dem Onkel Joseph schon, aber nicht mit seiner Frau, die sei eben keine Deutsche, und die beiden Mädchen eben auch nicht. Die Kathrine schrieb, sie tue, was sie könne, und schaffe von morgens bis in die Nacht. Aber eigentlich anerkannt werde es nicht. Geld habe Philipp am ersten Januar wohl bekommen, aber nun müssen sie sich eben erst ein bißchen Hausgerät anschaffen, und das bis hierher auf den Kamp zu bekommen, sei eine teure Sache. Da sei es nun leider wieder ganz unmöglich, der Mutter etwas zu schicken. Ganz sicher aber im Herbst. Die Tante sei immer noch böse darüber, daß Hanne nicht mitgekommen sei, weil sie es sich in den Kopf gesetzt habe, daß ihre Töchter durch sie häuslicher und fleißiger würden.

Die Großmutter seufzte, als sie dies las, denn immer drückte sie das Opfer, das man ihr gebracht hatte. Und manchmal überlegte sie, wie es zu machen wäre, wenn sie Hannele fortschickte. Vorderhand war's ihr noch unerfindlich, und doch hielt das Kind sich so fest an dem Versprechen der Eltern, daß sie nachkommen dürfe; ihr ganzes Dichten und Trachten ging dahin. Da konnte die Großmutter, wie schon oft in ihrem Leben, nichts andres tun, als diese Sache Gott anempfehlen, ihm, der noch immer die richtigen Wege bereit hielt, auf denen seine Kinder zu gehen hatten.

 

Brief von Philipp Werner an Hanne.

Estancia Schwaben. März, Sonntag, 19..

Liebes Hannele!

Es ist recht lange, daß ich nicht mehr geschrieben habe. Aber die Arbeit geht von morgens sechs Uhr bis abends acht Uhr in einem fort. Und dann bin ich rackersmüde und muß schlafen. Und Mutter geht es ebenso. Wir haben jetzt große Hitze, und da fällt einem auch alles schwerer. Daß ich das Unglück mit dem Fuß hatte, wißt Ihr ja. Und es geht ja wohl viel besser, hindert mich aber doch noch an manchem. Marieles Biß von dem infamen Affen ist geheilt. Aber Mutter ist unglücklich darüber, daß sie auf ihrer kleinen Hand die Narbe wohl behalten wird.

Liebe Großmutter, liebes Hannele! Wie würdet Ihr gucken, wenn Ihr in unsere Behausung und in unser Leben hereinsehen könntet! Unsere zwei Stuben sehen zwar jetzt ganz anders aus als am Anfang. Der Onkel Joseph hat mir Geld vorgestreckt zu zwei Bettladen und einem Schrank. Leider kann man so etwas hier nicht selber machen, wie ich gehofft, denn es fehlt an Holz. Aber nur so am Boden herumliegen wie ein Tier, das war uns schon lange entleidet. Etliche Stühle habe ich aus Latten zusammengenagelt und für die Kinder eine Bank und ein Tischchen. Auf unsere Holzbank hat Kathrine einige Kissen gemacht, die sie mit Baumwolle füllte, und an die Wand haben wir die Bilder vom Kaiser und von unserm König, von Wiesental und noch etliche andere mit Reißnägeln befestigt. Wir schnitten sie aus einer illustrierten Zeitung heraus, die wir noch in unsern Packkisten fanden. Eine Petroleumlampe und sonst noch etliche Gerätschaften mußten wir auch kommen lassen. Und Ihr glaubt nicht, wie furchtbar teuer hier alles ist. Gerade das Doppelte von drüben. Es ist mir drum sehr arg, liebe Großmutter, was Dir die Kathrine schon geschrieben hat, daß wir Dir diesmal wieder kein Geld schicken können. Der Anfang ist halt schwerer, als wir dachten. Aber nachher wird's schon kommen. Liebes Hannele! Wenn Du das jetzt auch sehen könntest, wie gerade eben die beiden jungen Basen so wie alle Morgen in den Stall gehen, sich selber irgend ein Pferd herausnehmen, einen Teppich darauflegen – von Sattel weiß man hier nichts – und dann nur so hui! frei hinauf auf den Gaul springen und droben sofort wie angegossen sitzen! Natürlich reiten sie auch wie Männer. Und dann – ein leichtes Anziehen vom [Zügel] und hurra, hast du nicht gesehen, fliegen sie in die weite Pampa hinein. Oft ist's nur ein ausgedehnter Spazierritt, manchmal aber, – was tun diese Mädels? Sie haben einen Lasso bei sich und reiten, bis sie zu irgend einer der großen Pferdeherden kommen. Dort erfassen sie mit ihrem scharfen Blick irgend ein Pferd, das ihnen gefällt, und werfen ihm den Lasso um den Hals. Näher und näher ziehen sie es zu sich her. Das wilde Pferd schäumt und widerstrebt natürlich. Aber die gezähmten Pferde sind schon darauf eingedrillt. Sie bleiben stehen, wenn ihr Reiter oder ihre Reiterin vom Rücken springt und sich dann mit fabelhafter Kühnheit auf das oft wie toll sich gebärdende wilde Pferd schwingt. Besonders Isabella ist darin geschickt wie der kühnste Gaucho. Sitzt sie erst einmal droben, so bringt sie kein noch so wütendes Gebaren des Pferdes von dessen Rücken. Und indem sie das Tier, das ob der ungewohnten Last nun natürlich durchgeht, in stundenlangem, rasendem Ritt über die Heide sich austoben läßt, während ihr gezähmtes Pferd folgsam wie ein Hund nachfolgt, gelingt es ihr, den ganz erschöpften Gaul auf großen Umwegen bis an die Estancia heranzubringen, wo er dann todmüde fast zusammenbricht. Nun hat das Tier die Macht des Menschen gefühlt, und wenn es auch die nächsten Tage noch immer schlimm und wild zugeht, so werden diese Mädels, die tausendmal besser reiten als der beste Wachtmeister bei uns daheim, allemal Herren über den betreffenden Gaul, der von nun an mit einer Anzahl derartig wild zugerittener Tiere in eine Art Koppel auf der Estancia kommt.

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Ich habe einmal einen Zirkus gesehen, aber ich sag Euch, Kunstreiterinnen sind gar nichts gegen diese Basen. Pferde und Hunde ist ihr Alles. Und so wenig fleißig sie sonst sind, so kommt's ihnen gar nicht darauf an, nach dem anstrengendsten Ritt ihre Pferde selbst zu putzen. Überhaupt sind sie im Stall viel mehr zu Hause als in ihrer schönen Stube. Ich selber bin nun auch wieder recht im Reiten drin, und das ist nötig, denn die Herden und die Peone, Knechte, nach denen ich zu sehen habe, sind oft meilenweit draußen. Der Onkel ist gut. Indem er mich am Anfang immer mit sich nahm und mich allen seinen Verwandten als künftigen Majordomus, d. h. Verwalter, vorstellte, hat er mir ein Ansehen verschafft. Und ich kenne mich jetzt schon gut aus. Am Anfang kam es mir auch ganz merkwürdig vor, daß, gleich den Pferden, auch das Rindvieh nie in einen Stall kommt. Wild wächst es auf, weidet, wo es ihm gefällt, und nur für ein paar Kühe, die den täglichen Milchbedarf fürs Haus liefern, sowie für etliche Rassepferde sind Stallungen vorhanden. Von Zeit zu Zeit werden dann Hunderte oder Tausende von Ochsen nach Buenos-Aires zum Markt gebracht, und fast ebensoviel Rinder und Schafe werden zu den Fleischextraktfabriken transportiert. Muß oft denken: Was täte unser Bläßle sagen, wenn sie auf einmal in eine dieser Riesengesellschaften hereinkäme? Ich glaube, die würde recht gern wieder in ihren Stall zurückkehren. In unsern Stall! Ja, da ist's doch auch gut und heimelig gewesen. Äcker gibt's hier vorderhand gar keine. Das heißt, der Onkel hat probiert und hat ein paar Morgen Land ausroden lassen. Wir sind begierig, was daraus wird. – Jetzt tut mir aber die Hand weh, so lange hab' ich noch nie geschrieben und die Kathrine soll jetzt weitermachen. Ich füge nur noch viele Grüße bei. Hält der Schreiner, der meine Werkstatt gemietet hat, auch gute Ordnung dort? Hoffentlich schafft er gründlich, daß er meine Kundschaft nicht verloren hat? Und läßt er sein Holz auch vorher recht gut austrocknen? Eigentlich geht mich das jetzt nichts mehr an, aber ich möcht's eben doch gern wissen. Sagt auch dem Herrn Lehrer einen schönen Gruß, und er könnte ein ganzes Buch schreiben, wenn er hier wäre. Und wenn ihr den Ochsenwirt seht, so grüßt ihn, und den Kaufmann. Und natürlich vor allem den Vetter Andres und halt das ganze Dorf.

Euer
Philipp.

Nachschrift. Jetzt ist's noch ein Jahr, bis daß Hanne konfirmiert wird. So lange soll sie noch daheim bleiben. Gelegenheit zum Herüberkommen wird's dann schon geben. Bis dorthin soll dann, wie wir's ausgemacht haben, der Vetter Andres ins Haus ziehen. Doch um all das zu besprechen, ist ja noch Zeit genug!

... Ich, die Kathrine, will jetzt weiter machen und will einmal heute fest sitzen bleiben, daß Ihr auch einen langen, ausführlichen Brief kriegt. Gottlob sind wir gesund, wie wir es auch von Euch hoffen. Ich danke Gott täglich dafür, denn man muß hier viel strenger arbeiten als drüben. Gestern haben wir wieder ein Kalb geschlachtet. Dafür gibt's aber keinen Metzger, und wir verarbeiten es ganz selber. Solche Sachen versteht die Tante ganz ausgezeichnet, und wenn sie will, kann sie alles, und man kann nur von ihr lernen. Denkt Euch nur, mit einer Säge und scharfen Messern versteht sie sogar einen Ochsen zu zerteilen. Und dann wird das Fleisch eingepökelt in große Tonnen und so nach und nach im Haushalt verbraucht. Jetzt hab' ich's auch schon ein wenig los, aber so ganz sicher bin ich noch nicht. Und es hat mir arg leid getan, wie mir gestern das Beil ausgerutscht ist und ich das schöne Filet kaputt gemacht habe. Da schimpfte die Tante, und ich glaube, es ist ganz gut, daß sie's auf Spanisch tat und ich noch nicht alles verstanden habe. Ich sage auch gar nicht Tante zu ihr, sondern viel lieber Donna Elvira. Ich glaube, sie hört's auch lieber. Mit den zwei Mädchen hab' ich immer noch meine liebe Not. Sie sollen bei mir lernen und mögen doch nicht. Aber so weit habe ich doch die Christina gebracht, daß sie ein Abwischtuch gestrickt hat. Mit der Isabella aber ist's gar nichts. Die sagt zu allem nur » No«, dreht sich herum und zündet sich eine Zigarette an. Das sag ich Dir, Hannele, wenn Du herüber kommst – ach wie wird das schön sein! – rauchen darfst Du mir aber nicht! Das will ich einmal nicht an Dir sehen, da hab' ich an unsern Indianerweibern genug. Die bringen die Pfeife nicht aus dem Mund. Am schwersten ist es mir, wenn ich in der Küche helfen soll, von wegen der Mapucha. Der bin ich Gift in den Augen. Und ein paarmal schon, wenn ich für den Onkel etwas habe kochen sollen, hat sie schnell gemacht, daß es verbrannt ist. Und gestern hat sie mir vor dem Anrichten von meinen Karthäuserklößen schnell Pfeffer darauf gestreut statt Zimt, so daß der Onkel ganz entrüstet und mit einem Hustenanfall herausgekommen ist. – Und jetzt noch von den Kindern! Was soll ich da sagen? Gesund sind ja beide, und das ist die Hauptsache. Aber daß sie eben so ohne alle Aufsicht aufwachsen, das ist mir eine stete Sorge. Das Mariele habe ich ja so viel wie möglich bei mir, wenn ich im Garten oder im Haus bin. Aber in die Küche darf ich sie nicht mitnehmen. Das leidet die Mapucha nicht und sagt, so ein kleines Kind sei etwas Unappetitliches. Und sie selber ist es doch viel mehr mit ihren Triefaugen und ihren ungewaschenen Händen. Neulich ist es mir aber einmal nachgelaufen, das Kind, und hat mich gesucht, und ich war gerade wo anders. Da hab' ich's auf einmal jämmerlich schreien hören, weil ihm die Mapucha Schläge gegeben hat. Gelt, Hanne, das wäre etwas für Dich gewesen? Ich hab's ihr dann auch gehörig auf Deutsch wiedergegeben und auf Deutsch den Marsch gemacht, – die tut's nimmer! Aber das solltest Du jetzt hören, Hannele, wie Dein Mariele drauf los schwätzen kann. Nicht nur Wörtchen kann es sagen, sondern schon ganz nette kleine Sätze. Nicht nur Deutsch, sondern es kommt auch schon manches Spanische darunter, was sie von den Indianerkindern lernt. Und Philipp sagt, das sei ganz recht, die lerne die Sprache leichter als wir. Wenn ich so beschäftigt bin, daß ich eben das Kind nicht brauchen kann, dann muß der Peter es hüten, und er hat's ja gern, sein Schwesterle. Aber arg achtgeben tut er nicht. Er ist halt ein wilder Bub, und hier in der großen Freiheit wird er noch viel wilder als daheim. Da wir ihn ja in keine Schule schicken können, was mir für die Zukunft eine rechte Sorge ist, habe ich angefangen, ihn nach dem Essen in der einzig freien Stunde, die man hier hat, ein wenig lesen und schreiben zu lehren. Und ich bin so froh, daß er's kapiert, und daß er will. Vielleicht steckt doch noch ein bißchen was vom seligen Großvater in ihm und in mir, daß wir's miteinander zustandebringen. Mein Hannele, Du könntest's aber noch viel besser mit ihm. Ach ja, wenn Du dawärst, dann käme mir nichts mehr schwer vor! Und ich glaube, vieles würde Dir auch hier gefallen. Vor allem die wunderbar schönen Blumen, teilweise ganz andre als bei uns, und die Farben und der Geruch! Und was man da für Sträuße machen könnte! Aber dazu fehlen einem hier die Vasen, und man läßt sie lieber im Garten blühen. Gemüse gibt's jetzt in Hülle und Fülle, und ich glaube die Tante ist darin mit mir zufrieden, wie ich mich da auskenne und schon recht eingelebt habe.

Liebe Mutter, liebes Hannele! Ich gäbe aber doch viel, ach, viel darum, wenn ich nur auch einmal in unser Gärtle wieder sehen könnte, wenn es auch zehnmal kleiner ist als der Garten hier. Rettiche haben wir gepflanzt, auf die hat sich der Onkel wie ein Kind gefreut. Sie sind auch gewachsen, aber als wir sie herauszogen, schmeckten sie gerade wie Rüben.

Mutterle, liebes! Jetzt ist's Sonntag vormittag zehn Uhr, und Du holst Dein Gesangbuch. Aber hier gibt's keine Kirchenglocken, und ich glaube, hundert Stunden weit gibt's keine Kirche. Dann lese ich in meinem Gebetbuch, aber selber lesen ist doch etwas ganz anderes, als in der Kirche sein. Der Peter weiß schon gar nichts mehr davon, und das ist mir so arg. Jetzt aber will er Euch selber zeigen, was er kann, und ich sag Euch drum tausendmal Behüt Gott! Und gelt, Mutter, Du gehst mir ja gewiß nicht mit auf die Wiese hinaus zum Heuen? Und gelt, Mutter, Du kaufst Dir doch ganz gewiß immer wieder von dem guten Klemmerlesgeist gegen den Rheumatismus. Das Hannele soll Dir ja gewiß den Rücken und die Schultern damit einreiben. Aber fest!

Eure Euch ewig liebende
Kathrine.

 

Libe Großmutter und libe Hanne!

Also ich kahn schreiben! Ich lern's! Der Pedro und die Maimai können's nicht, aber sie haben Schweinchen, und ich kahn reiten, fall nimmer runter. Chrischtina hat mir's gezeigt und sie sagt, Caballo lieb. Ich will Gaucho werden viel Hunde haben, Mariele mag Pferde nicht, sie ist dumm! Es grüßt

Peter Werner.

Nachschrift. Ich weiß noch von der Wise und vom Stall, was machen meine Hahsen? Hir gibt's Löben, aber man schliehßt ab, daß si nicht reinkommen.

 

Das war seit dem ersten Schreiben vom Schiff der erste längere Brief, der in die Heimat kam. Und Herr Ritter, dem Hannele ihn gleich am andern Tag brachte, freute sich furchtbar darüber und sagte immer wieder: »Nein, ist das interessant! Ist das interessant!«

Hannele aber zählte von da an noch mehr fast die Tage, bis auch sie zu den Ihrigen in dieses Wunderland durfte. Mit dem Schwierigen dort wollte sie, vereint mit Vater und Mutter, schon zustande kommen. War's ja doch nun einfach ihre Pflicht, zu den Ihrigen zu gehen um der Geschwister willen. Denn da tat einem ja das Herz weh, wenn man an das arme, kleine, unbeaufsichtigte Mariele dachte – was konnte dem goldigen Schätzle doch alles passieren! … Wenn Hannele an all die Möglichkeiten dachte, so war's ihr zumute, als müsse sie womöglich schon heute auf und davon. Aber die Pflicht, die hielt Hanne jetzt eben hier fest.

... Ein Jahr, ein ganzes Jahr ist wieder vergangen, und im Großmutterhaus in Wiesental war ziemlich alles beim alten geblieben, Schule und Feldarbeit, Hausgeschäfte und da und dort auch einmal ein Vergnügen wechselten in Hanneles Leben ab. Mit den ersteren ging es zwischen Großmutter und Enkelin ziemlich glatt ab. Das mußte eben einfach sein. Und im großen Ganzen schaffte Hanne ja auch gern. Aber was das Vergnügen anbelangte, so war dies ein Punkt, wo es zwischen den beiden immer wieder Meinungsverschiedenheiten gab. Großmutter war nun eben einmal altmodisch und vielleicht auch ein bißchen streng. Und jetzt besonders, in der Vorbereitungszeit zur Konfirmation, hatte sie die Ansicht, daß ein Kind ruhig und gesetzt sich verhalten solle. Hätte Hannele nun immer Lydia um sich gehabt, so hätte sich das ganz von selbst gegeben. Aber Lydia war in dem ganzen Jahr nicht mehr nach Hause gekommen, weil ihre Tante immer leidender wurde und sie in dem Stadthaushalt beständiger Pflege und Aufsicht bedurfte. Die übrigen Dorfmädchen hatten aber keinen sehr ernsten Sinn. Besonders Karline. Und da Hanne sehr freundschaftsbedürftig war, so schloß sie sich doch immer fester an diese an.

Es war nicht das erste Mal, daß es einen Verdruß wegen Kleider und dergleichen gab. Gerade jetzt, wo das Konfirmations- und das sogenannte Andertagskleid gemacht werden sollten, beschäftigten diese Fragen Hanne ganz besonders, und je sicherer sie wußte, daß die Großmutter eine ureinfache Machart im Sinne hatte, desto mehr gelüstete es sie nach Elegantem und Modernem, wie es die Karline hatte.

Überhaupt neigte Hannele dazu, ein wenig eitel zu sein, und ließ sich vom Äußeren mehr erfüllen, als es jetzt in der Vorbereitungszeit hätte sein sollen. Recht viel weilten ihre Gedanken dabei: »Wie krieg' ich die Großmutter herum?«, und schon etliche Male war es zwischen den beiden zu peinlichen Streitereien gekommen. Heute nach Tisch hatte die Großmutter lange in ihrer Truhe gekramt, bis sie ganz von unten vor etwas in vergilbtes Seidenpapier Eingewickeltes herausbrachte. Sorgsam löste sie es aus seinen Hüllen, und es kam ein großes, schwarzes Gesangbuch zutage mit einem alten silbernen Schloß. Ganz feierlich fing sie an: »Hanne, jetzt horch! Hier ist das Gesangbuch von meinem Mann, das er einst von einer vornehmen Pate aus der Stadt bekommen hat. Wir haben's beide heilig gehalten, und er hatte immer noch sein einfaches Schulgesangbuch daneben. Als deine Mutter konfirmiert wurde, lebte er noch und konnte sich nicht davon trennen. Aber jetzt – ich habe mir's schon lange vorgenommen – jetzt sollst du als seine älteste Enkelin es bekommen. Und ich weiß, du wirst das schöne Stück auch in Ehren halten und dich darüber freuen!«

Ganz »glänzig« hatte die Großmutter beim Sagen dieser Worte ausgesehen, wie Hanne nachher der Karline erzählte. Aber die so Bedachte bekam keinen gelinden Schrecken, war doch dieses Gesangbuch ein großes, und all die andern Konfirmandinnen bekamen kleine, das war nun einmal so Sitte. Und dann – die Karline hatte gleichfalls wie der Großvater einst von einer Patin aus der Stadt ein violett samtenes bekommen mit silbernen Ecken, und das hatte Hanne so bezaubert, daß es ihr Traum war, ein ähnliches zu erhalten. Und nun dieses große, schwarze Lederding mit dem alten Schloß! Man würde sie ja künftig in der Kirche auslachen, wenn sie mit dem zum Gottesdienst kam! Daß das Leder echt Saffian war und das silberne Schloß wertvoller als das ganze lila Zeug zusammen, das wußte Hanne freilich nicht, es hätte wohl auch keinen Eindruck auf sie gemacht. Nun war es ihr einfach unmöglich, eine Freude zu heucheln, wo sie keine empfand.

Als die Großmutter sie enttäuscht fragte: »Ja, Hanne, freut es dich denn nicht?« da vermochte sie nicht zu lügen. Und indem sie den Kopf energisch schüttelte, sagte sie: »Die andern haben alle kleine, und darum möchte ich auch ein solches haben!«

Da aber sagte die Großmutter ernst: »Ob klein oder groß, das macht für den Inhalt nichts aus. Und wenn du einmal so alt bist wie ich und die Augen schwach werden, dann bist du sehr froh an dem großen, deutlichen Druck!«

Bis zum Altwerden aber hatte Hanne wahrhaftig noch lange Zeit und mochte auch gar nicht daran denken. Aber daß sie nun eben wirklich und wahrhaftig mit diesem in ihren Augen unförmlichen Ding zur Kirche gehen sollte, das war ihr so schwer zu denken, daß sie in Tränen ausbrach, aufstand und davonlief, natürlich zu Karline, der sie schluchzend alles berichtete.

Diese sagte: »Recht hast du dran getan, daß du dich wehrtest! Ich sag's doch schon alleweil, daß du nicht alles nur so geduldig wie ein Schaf hinnehmen sollst!«

Wenn auch im Innersten des Herzens beunruhigt, wappnete sich Hanne doch beim Nachhausegehen von der Schule mit solchem Widerstand. Aber es war merkwürdig. Diesmal tat die Großmutter, als wäre gar nichts geschehen, und das alte Buch war verschwunden. Auch die nächsten Tage sagte die Großmutter nichts mehr, und es wäre doch an der Zeit gewesen, ein Gesangbuch zu kaufen. Aber direkt danach zu fragen, getraute Hanne sich doch nicht. Als ein paar Tage nachher der Bote aus der Stadt der Großmutter ein Paketchen brachte und diese Hanne ein paar Minuten nachher ein zwar einfaches, aber doch modernes Gesangbuch übergab mit den Worten: »Da hast du eins, – das ist wohl so, wie du dir's gewünscht hast,« da war Hannele, wenn das Büchlein auch nicht aus Penseesamt, sondern aus schwarzem Leder war, doch sehr gerührt und dankte der Großmutter herzlich.

Anders aber ging es mit den Kleidern. Die Näh-Sophie war gekommen, und als sie ihren Kaffee getrunken hatte, setzte sie sich an den großen Tisch und breitete allerlei Modezeitungen aus. Auch aus ihrer großen Tasche kramte sie wieder Stoffe, Spitzen und Stickereien aller Art. Dann sagte sie, noch resoluter als sonst, denn sie hatte mit Hanne ausgemacht, daß sie beide zusammenhalten wollten: »Also jetzt, Frau Aldinger, da sehen Sie einmal her! Sie wollen doch auch, daß Hannele unter den andern hübsch und schick (dieses Wort war ein Lieblingsausdruck von Sophie) aussieht?«

Der Großmutter wurde es bei all dem Plunder, wie sie in Gedanken das Besatzzeug nannte, ganz unbehaglich zumute. Sie hatte sich fest vorgenommen, den Wünschen Hanneles so viel als möglich nachzugeben, aber praktisch mußte es sein und nicht über den Stand, dabei blieb sie.

»Wir sind keine Stadtleute, und unsre Kleider müssen so gemacht werden, daß wir sie später auch abtragen können. Drum meine ich, wir brauchen all die Hefte und Bilderbögen nicht anzusehen. Die Fräulein Sophie weiß gewiß, wie ich's meine, und macht uns einen netten praktischen Vorschlag.«

Die Fräulein Sophie aber setzte mit geläufiger Zunge auseinander, daß man nur einmal konfirmiert werde, und daß man nur einmal jung sei. Sie würde deshalb gern an dem blauen Wollkleid, das ohnedem ein wenig altväterisch sei, ein wenig mit creme Seide garnieren, und am schwarzen Kleid mache man natürlich einen Koller aus Tüll und Ärmel bis an die Ellbogen, das sei schick.

Die Großmutter schüttelte mit dem Kopf. Was Creme und was schick sei, wußte sie nicht, aber das wußte sie, daß das schwarze Konfirmationskleid auf lange hinaus für Sommer und Winter Dienste leisten müsse, und daß man dazu keine kurzen Ärmel und Tüll brauchen könne. In diesem Punkte beharrte sie fest auf ihrer Ansicht, daß das Kleid brauchbar und solid gemacht werden müsse. Bei dem blauen Kleid gab sie schließlich nach, daß man es mit weißen Litzen garniere, obgleich die ja in kurzem schon ganz schmutzig sein würden und ihr ein einfacher weißer Kragen, »meinetwegen gestickt,« den man waschen konnte, viel besser gefallen hätte. Sie glaubte so richtig gehandelt zu haben, und es tat ihrem alten Herzen weh, wie Hanne trotzdem recht unzufrieden schien und wie die Näherin ihr den Kopf hielt. Es betrübte sie doppelt, weil sie so gern gehabt hätte, daß ihr liebes anvertrautes Enkelkind jetzt gerade keinen so großen Wert auf Äußerlichkeiten legte. Ach wie fehlte ihr da Kathrine zur Vermittlung! Wie bitter fehlte sie ihr überhaupt oft! Und nun ganz besonders am Konfirmationstage!

Hanne sah in dem einfach gemachten schwarzen Blusenkleid mit einem schwarzseidenen Gürtel und einer Schleife, die ein feines, echtes Spitzentüchlein zusammenhielt, das Großmutter noch von alten Zeiten her besaß, sehr gut und entschieden hübscher aus als die Karline mit ihrem modern gemachten Kleid. Trotzdem hatte Hanne zu überwinden, kämpfte aber redlich dagegen. Denn im Grunde sah sie doch ein, daß die Großmutter recht hatte. Auch war's ihr doch recht ernst zumute, und ihr Herz war voll guter Vorsätze auch gegen die Großmutter, die doch eigentlich recht viel an ihr tat und in der letzten Zeit so besonders herzlich und lieb mit ihr gewesen war.

In der Kirche mußte Hannele auch so viel an Vater und Mutter denken und freute sich, daß sie denselben Denkspruch wie einst ihre Mutter bekam, vom Pflichttun. Der Vers hieß:

Sing, bet' und geh auf Gottes Wegen,
Verrichte deine Pflicht getreu,
Trau ihm und seinem reichen Segen,
So wird er täglich bei dir neu.
Denn wer nur seine Zuversicht
Auf Gott setzt, den verläßt er nicht!

Ja, das wollte sie tun, ganz gewiß; recht treu und redlich ihre Pflicht erfüllen, und dann würde der liebe Gott ja gewiß auch alles so gehen lassen, wie es jetzt geplant war – den Sommer der Großmutter noch tüchtig helfen, den Winter über ins Nähen gehen, und im Frühjahr, jetzt gerade in einem Jahr, ging's dann hinüber in das Zauberland zu den fernen Lieben und vor allem zu dem Mariele! …

Schleunigst holte Hanne diese Gedanken wieder zurück, – heute wollte sie an nichts Zerstreuendes denken, und sie faltete fest wieder ihre Hände über dem neuen Gesangbuch. Wie ihr Blick dabei unwillkürlich auf die Großmutter fiel, die so andächtig und ehrbar neben ihr saß, und auf deren Stirn ein so heiliger Ernst thronte, da mußte sie unwillkürlich großen Respekt vor ihr haben.

Als sie nachher heimkamen und die Großmutter ihre Konfirmandin mit einem prächtigen Kalbsbraten, den sie den Tag vorher in der Stille bereitet hatte, und einem großen Hefenkranz zum Kaffee überraschte, und als diese gar auf ihrem Platze Großmutters schönes Granatnuster fand, das sie ihr zum heutigen Tag zum Geschenk machte, da quoll Hannes Herz über, und mit einem warmen, herzlichen Kuß sagte sie: »Großmutter, du bist aber arg gut! Ich dank dir halt tausendmal dafür!«

Nachmittags kam der Vetter Andres, und man machte einen Spaziergang auf den Kirchhof – das war nun freilich wieder gar nicht nach Hanneles Geschmack. Aber heute war's gar so schön draußen, und alles blühte, die Vöglein sangen, und die drei saßen lange auf dem Bänkchen an Großvaters Grab. Und es war merkwürdig – soviel der Vetter auch mit Tod und Sterben zu tun hatte und davon sprach, langweilig war's nie, was er sagte. Einmal wußte er von all den Menschen, die da herumlagen, und die er eingebettet hatte, wie sie gelebt und wie sie gestorben, und dann konnte er einem so schön darlegen, wie's nachher sein werde, wenn, nach all den Sorgen und Leiden und Krankheiten auf dieser Erde, der Leib zum ewigen Schlaf in seinem Grabkämmerlein komme und die Seele befreit in alle diese Himmelsherrlichkeit hinauffahren dürfe. Wenn er dann vom himmlischen Jerusalem, von der güldenen Stadt, vom kristallenen Meer und den schönen Engelschören da oben sprach, dann leuchtete sein altes, runzliges Gesicht so, als hätte er all das in Wirklichkeit schon selber gesehen.

Als Hannele unwillkürlich beistimmte: »Schön muß es dort oben sein, herrlich schön!« da sagte der Vetter schlicht: »Ja, aber Mühe geben muß man sich, Hanne, und manches verleugnen, bis man dahin kommt!«

Das alles kam Hanne heute so einfach und natürlich vor. Aber gleich am nächsten Tage kam sie wieder ganz aus dem Gleichgewicht. Nach alter Sitte vereinigten sich die Konfirmanden, Buben und Mädchen, zu einem großen Spaziergang. Alle zogen dazu ihre »Andertagskleider« an, und es wäre schon recht gewesen, und die Großmutter hätte nichts dagegen gehabt, wenn nicht auch hier neue Moden eingegriffen hätten. Erstens putzten sich die Mädchen maßlos heraus und hängten all die Broschen, Nadeln und Armbänder an sich herum, die sie als Geschenke bekommen hatten. Und war man früher in den Wald und auf die Wiese gegangen, wo man Spiele gemacht und schöne Lieder gesungen hatte, so fuhr nun die ganze Gesellschaft mit der Eisenbahn in die Residenz. Wenn es da auch gewiß viel Interessantes zu sehen gab, so wurden die Kinder doch nach allen Seiten hin zerstreut durch Läden, geputzte Leute, Kinematographen usw. Das paßte der Großmutter nicht, da blieb sie nun fest, als Grete und Karline kamen und nur ganz einfach Hanne abholen wollten. Sie hatte es am Abend vorher der Enkelin schon auseinandergesetzt, daß sie es nicht für richtig halte, und darum sagte sie freundlich, aber sehr bestimmt zu den Mädchen: »Wenn ihr in ein paar Wochen einmal in die Stadt fahrt, so erlaub' ich gern, daß Hanne mitgeht, heute aber nicht.«

Hanne selbst fühlte im tiefsten Innern wohl, daß die Großmutter recht hatte, und es war ihr darum peinlich, als die Karline mit vielen Worten sagte, sie wisse doch gar nicht, warum die Frau Aldinger so was für eine Sünde halte. Ihre Mutter sei doch auch eine brave Frau, aber die habe absolut nichts dagegen.

Die Grete war sogar so keck, daß sie sagte: »Ja, wann sollen wir denn dann unsere neuen Sachen anziehen und zeigen, wenn nicht am andern Tag?«

Das war aber der Großmutter zu viel, und scharf erwiderte sie: »Wenn ihr durchaus paradieren wollt, so ist mir das gleichgültig. Die Hanne laß ich nun einmal nicht mit.«

Wenn die Großmutter so war, wagte niemand, ihr zu widersprechen. Aber beim Fortgehen flüsterte Grete doch dem Hannele noch zu: »Wozu hat sie dir denn das schöne Nuster geschenkt, wenn du dich nicht darin zeigen sollst?«

Zu Hause zu bleiben brauchte Hanne an diesem Tage nicht: Ritters hatten sie und die Großmutter zu einem Spaziergang in den Wald und dann zum Abendbrot eingeladen. Und die Großmutter hatte vorher Hanne auch noch mit der Nachricht überrascht, daß sie ihr übernächsten Sonntag ein Billet in die Residenz zahlen wolle, damit sie Lydia besuchen könne.

»Der wird's auch gut tun, wenn sie einen lieben Besuch bekommt,« sagte Frau Ritter, und sie erzählte, wie Lydia mehr und mehr angespannt sei durch die Pflege der Tante, und daß der ganze Haushalt auf ihren Schultern ruhe.

Als am Abend – Ritters wohnten nicht weit vom Bahnhof entfernt – die Konfirmandenschar von der Residenz zurückkehrte und so lärmend und nichts weniger als gesittet am Haus vorbeizog, die Mädchen aufgeputzt, die Buben teilweise schon mit brennenden Zigarren im Mund, da schüttelte Herr Ritter betrübt den Kopf über solche Unsitte. Hanne aber fühlte tief im Herzen, daß die Großmutter doch wieder recht gehabt hatte.


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