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Achtes Kapitel.
Weihnachten

Die letzten Sommertage vergingen, das Korn reifte, die Ernte kam und Mia und Karl hatten eine Ferienwoche zum Aehrensammeln. Dann kam die Apfelernte, welche die Kinder sehr gern hatten, und als die vorüber war, fingen Georg und Karl an, die Kartoffeln auszugraben. – Mia hatte viel Arbeit mit dem Wegfegen der gelben Blätter von den Kieswegen und fand es nicht mehr leicht, Sonntagssträuße zu machen. – Rosen und Nelken wurden immer seltener und Maaßliebchen und Astern stiegen im Werthe.

Es gab kein Theetrinken mehr im Freien, kein Lektionlernen im Apfelbaume, aber sie hatten erfrischende Morgenspaziergänge am Flusse, wo die Hecken im Thau glänzten, und Nachmittags liefen sie in's Gehölz und pflückten die letzten Nüsse und Brombeeren oder freuten sich über das Knistern der Blätter unter ihren Tritten. Zuletzt gab es vierzehn Tage Nichts wie unaufhörlichen Regen, und eines Nachmittags kam Mia von einem Gange in's Dorf mit Reif in den Haaren und rothen Fingern zurück und sagte, indem sie sich auf den Teppich nahe an's Kamin hinsetzte:

»Papa, ich will Dir Etwas sagen, der Winter ist da!« –

»Wirklich! – Hast Du ihn gesehen?« –

»Ja, Papa. – Er steht auf dem Gipfel des Kauklas und bläst Reif aus seinem Munde. – Er hat seit heute früh alle Bäume kahl geblasen und die Monatsrosen weinen vor Kälte. Es unterliegt keinem Zweifel: – der Winter ist da!« –

»Gut, laß ihn kommen,« – sagte Karl, »ich bin gegen ihn gerüstet. – Laß einmal sehen, ob ich mit der Menge Holz und Nägel, die Georg am Sonnabende von Molton mitgebracht hat, nicht eine Elektrisirmaschine fertig habe, ehe er sein Abschiedscompliment macht.« –

»Gut, laß ihn kommen,« – sagte Frau Merton, »mit solch' einer Menge Flanell und andrem Stoffe, die Georg am Sonnabende von Molton mitgebracht hat, können Mia und ich einen guten Vorrath von warmen Röcken fertig gemacht haben, ehe er uns allen die Hand geschüttelt hat.« –

»Gut, laß ihn kommen,« – sagte Herr Merton, – »mit einer solchen Menge Bücher, als ich gestern von London erhalten habe, können wir viel gelernt haben, ehe er uns Lebewohl sagt.« –

»Ich wußte, daß Papa das sagen würde,« – rief Karl lachend. »Ich sah ihn nach dem Bücherbrett sehen, als wir vom Einwintern zu reden anfingen.« –

»Der Sinn von dem Allen,« – sagte Mia, »ist also, daß wir uns, so schnell wir können, auf den Winterfuß einrichten, in die Wintereckchen setzen.« –

»Und daß wir am Nachmittage längere Lernstunden haben,« – bemerkte der Vater.

»Und nach dem Thee vorgelesen wird,« – sagte Karl.

»Und daß Mama in der Dämmerstunde Geschichten erzählt,« – sagte Mia.

»Und wenn wir unsere Zeit weise angewendet haben,« sagte die Mutter, »wenn wir diese stillen Wintermonate recht nützlich angewendet haben werden, wie süß wird dann der Duft des ersten Schlüsselblümchens sein, wie hell werden dann die ersten grünenden Blätter im kommenden Frühlinge glänzen!« –

Während dieser ganzen Zeit hatte sich Herr Harley wenig sehen lassen und die Besuche, welche die Kinder sonst dem alten Hause zu machen pflegten, waren fast eingestellt worden. – Karl lief nur dann und wann hinüber, um ein Weilchen mit den Arbeitsleuten zu plaudern und sich die Verschönerungen anzusehen. – Mia bestand darauf, Veränderungen, nicht Verschönerungen zu sagen, – sie ward erst dann mit ihnen ausgesöhnt, als sie erfuhr, daß nur der modernere Theil des alten Hauses ausgebessert wurde, und daß dagegen der westliche Flügel mit ihrem geliebten Tapetenzimmer, den interessanten Versteckwinkeln und den sonderbaren, alten Möbeln ganz unberührt blieb. –

»Im Grunde kann uns das Alles gleich sein,« – bemerkte Karl, »denn es ist ja klar, mit unsern alten Spielstunden in dem Herrenhause ist es für immer zu Ende.«

Diese Auffassung verringerte allerdings das Interesse an dem alten Herrenhaus um Vieles, und als die Tage kürzer und die Lehrstunden Nachmittags länger wurden, stellte Karl seine Besuche ganz ein. So geschah es denn, daß Weihnachten näher rückte und die Kinder mit ihren innern Angelegenheiten eifrigst beschäftigt waren, – Karl mit der Elektrisirmaschine, die den Vater elektrisiren, Mia mit Börsen und Nadelkissen, die alle Welt überraschen sollten. – Sie hatten wirklich während vierzehn Tagen kein einziges Mal des Herrenhauses erwähnt, oder Vermuthungen über des langen Herrn Kommen oder Nichtkommen ausgesprochen. –

Es war gerade in dieser Zeit, als Karl eines Abends aus eigenem Antriebe eine halbe Stunde länger im Arbeitszimmer blieb, um eine Erzählung des Ovid zu übersetzen, die ihn sehr interessirte. Mia benutzte diese Gelegenheit, um an einer Börse zu arbeiten, die für Karl bestimmt war. – Sie saß ganz behaglich in ihrem Wintereckchen hinter einem indischen Schirme und dachte eben: »Ich hoffe, die Ovid'sche Erzählung wird so lange dauern, bis ich mit dem Annähen der letzten Troddel fertig bin,« – als plötzlich die Stubenthüre aufgerissen wurde, Karl in's Zimmer stürzte und der indische Schirm beinahe über sie herfiel. –

»O, Mia, das sind Neuigkeiten! – Das sind Neuigkeiten! – Wie gut war es, daß ich die Geschichte von den Maulbeeren zu Ende lesen wollte, um zu erfahren, in was die flüsternden Blätter verwandelt wurden!« –

»In was wurden sie denn verwandelt? – In etwas sehr Merkwürdiges? – Weshalb interessieren sie Dich so sehr?« –

»Sie kommen, Mia, sie kommen künftigen Freitag. Ganz gewiß, Freitag!« –

»Wer? – Die flüsternden Leute?« – fragte Mia lachend. –

»Nein, sie! – Der lange Herr und seine Kinder.« –

»Wirklich? Karl! – Weißt Du es gewiß? – Und weshalb sagst Du Kinder? – Wir wollen uns nicht zu sehr freuen, denn ich denke, der lange Herr hat nur einen Sohn und der muß entweder krank, oder übellaunig, oder verwachsen, oder sonst etwas Schreckliches sein, – denn ich hörte einmal Mama zu Papa sagen, sie fürchte, dieser Sohn würde kein passender Spielgefährte für Dich sein.« –

»Kein passender Spielgefährte!! – Erwachsene Leute haben oft sehr sonderbare Ansichten über dergleichen. – Uebrigens habe ich mit meinen eigenen Ohren von den »Kindern« sprechen gehört! – Betten für die Kinder, – das waren die Worte, die ich hörte.« –

»Betten?« – rief Mia. »Was gehen Dich die Betten an?« –

»Nichts, – aber aus die Art erfuhr ich es ja! – Verstehst Du denn gar nicht? – Eben jetzt, als ich die Bücher fortlegte, hörte ich den Tischler zum Papa sagen, daß er den neuen Bücherschrank für diese Woche nicht versprechen könne, weil er die Bettstellen für das Herrenhaus zu besorgen habe, Himmelbetten für die großen Schlafzimmer und kleine Bettstellen für die Kinder.« –

»Für die Kinder! – Wie hübsch das klingt! – Denkst Du, daß auch Mädchen kommen werden?« –

»Ich wünsche mir nur Schulknaben., zwei oder drei, die zu den Weihnachtsferien nach Hause kommen. – Es ist mir recht lieb, daß sie jetzt kommen und nicht vierzehn Tage früher.« –

»Mir auch,« – sagte Mia. »Aber es wundert mich, daß Du daran denkst!« –

»Denkst? – An was?« –

»Nun daran, daß Herr Harley gerade kommen wird, wenn unsere neuen Winterkleider fertig sein werden, sie werden uns recht hübsch sitzen und es hätte mir leid gethan, wenn Dich die Knaben in Deiner alten Jacke gesehen hätten. Jetzt wirst Du Deine Sommer-Sonntagsjacke in der Woche tragen und Deine neue Sonntagsjacke von dunkelblauem Tuche mit den Zuckerhut-Knöpfchen ist sehr hübsch und fein und wird Dir gut stehen. – Aber worüber lachst Du, Bruder?« –

»Ueber Dich! – Darüber, daß Du denkst, das sei der Grund, weshalb ich mich freue, daß Herr Harley gerade jetzt kommt. Solch ein Weibergrund! – Nein! Ich dachte nur an die Weihnachtsferien und daß Georg sagt, wir würden Frost bekommen und meine neuen Schlittschuhe würden bald hier sein.« –

»Heute ist Dienstag,« – sagte Mia, »Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend, – vor Sonnabend werden wir Nichts erfahren. – Und wir müssen auch nicht allzu sicher daraus rechnen, daß wir sie am Sonntage sehen werden, denn es ist möglich, daß Regen oder Schnee oder Andres sie abhält, in die Kirche zu kommen. Wir wollen deshalb nicht immer daran denken, laß uns versuchen an Andres zu denken. – Sage mir, worein wurden jene Leute verwandelt?« –

»Sie wurden gar nicht verwandelt, sie tödteten sich unter einem Maulbeerbaume und ihr Blut ist es, was die Maulbeere so roth färbt.« –

»Ach, wie schrecklich!« –

»Papa findet es sehr poetisch, aber ich verstehe dergleichen nicht und es scheint mir sehr sonderbar, daß sich Jemand die Mühe gemacht hat, solch dummes Zeug in ein Buch zu schreiben und noch dazu lateinisch, was doch sehr schwer ist.« –

»Ich vermuthe, daß Ovid es nicht schwer fand, es war für ihn wie Englisch.« –

»Wie Englisch, – ein schönes Englisch. Mit Ablativis absolutis und est pro habeo und quod oder ut ausgelassen und allen den andern sonderbaren Regeln.« –

» Quod oder ut klingt wirklich sehr seltsam! – Aber da kommt Mama zum Thee. – Ich bin neugierig, ob sie die guten Nachrichten schon weiß.« –

Mittwoch, Donnerstag und Freitag vergingen in alter Weise. Sonnabend regnete es, und da man nicht spazieren gehen konnte, ging Mia nach ihren Vormittagsstunden in die Speisekammer, um für Kitty Rosinen auszusteinen, und Karl ging ihr nach, um über das Wetter zu brummen. –

»Ich sagte Dir ja gleich, daß es so kommen würde, Mia. – Ich wußte, es würde regnen, es regnet immer, wenn man neue Schlittschuhe hat. – Sagte ich es nicht?«

»Ich erinnere mich nicht, daß Du es sagtest, Karl. Aber wenn Du es auch gesagt hast, so ist das doch noch kein Grund, um die Rosinen so schnell, als ich sie aussteine, aufzuessen.« –

»Mama sagte, daß wir einige essen dürfen.« –

»Einige, aber nicht alle, und dann könntest Du sie lieber essen, ehe ich sie ausgesteint habe.« –

»Du weißt, ich esse sie nur ausgesteint gern. Wir wollen einen Vertrag abschließen. Ich werde hier auf diesem Brückchen sitzen und lesen und werde nur die Rosinen essen, die Du fallen läßt; ich verspreche Dir auch, Dich nur alle drei Minuten zu zupfen.« –

Bei diesen Bedingungen füllte Mia das Töpfchen, welches sie vor sich hingestellt hatte, sehr langsam.

»Ich glaube, es wird niemals voll werden,« sagte sie nach einer halben Stunde, und als sie das sagte, klopfte Jemand so donnernd an die Hausthüre, daß Mia auffuhr, das Töpfchen umwarf und alle Rosinen über Karl's Kopf weg flogen.

Solch donnerndes Anklopfen war keine gewöhnliche Begebenheit im Predigerhause. Selbst Kitty, die ihre Küche weiß anstrich, kam mit ihrer nassen Schürze in das Vorhaus, Herr Merton steckte den Kopf aus seiner Thüre und die Kinder vergaßen ihre Rosinen, die, es thut mir leid es sagen zu müssen, den ganzen Tag auf dem Boden liegen blieben und am andern Morgen ausgekehrt wurden.

Und dieses erste donnernde Anklopfen war die Einleitung zu den außerordentlichsten Begebenheiten. Zuerst kam ein Brief an Herrn Merton, auf dem: »Sogleich zu eröffnen« – stand, und als er ihn gelesen hatte, klingelte er zweimal, verschloß seine Sonntagspredigt, die er gerade überlas, als der Brief kam, und befahl Georg, anzuspannen und vorzufahren. – Fünf Minuten darauf rief die Mutter, Kitty solle den großen schwarzen Koffer und den kleinen blauen in's Ankleidezimmer bringen, und dann – Mia verging der Athem vor Erstaunen – rief sie Mia und wünschte, sie möchte ihr beim Einpacken behülflich sein. –

Das Allererstaunenswertheste und zu gleicher Zeit das Allertröstlichste war die Thatsache, daß Frau Merton nicht blos ihre und ihres Mannes Kleider in den großen Koffer packte, sondern daß sie Mia anwies, wie sie einige von Karl's und ihren eigenen Sachen in den kleinen, blauen Koffer legen sollte. – Karl konnte es nicht glauben, als es ihm von Mia vertraut wurde, er mußte selbst nach oben laufen, in das Ankleidezimmer gucken und sich mit eigenen Augen davon überzeugen. –

Zum Fragen war wenig Zeit, aber Mia erfuhr doch so viel, daß die Eltern nach London fahren würden, um dort mit Freunden zusammenzutreffen, die ganz unerwartet von Indien angekommen waren, die Eltern waren sehr froh darüber und mußten mit dem ersten Zuge fort. –

Endlich nach vielem Durcheinanderlaufen, und Treppen auf und Treppen hinunter gehen, war es so weit, daß der letzte Reisesack im Hausflur lag und Georg mit dem Wagen kam, Mama band sich die Hutbänder und wandte sich zu Mia um, die ganz sehnsüchtig nach ihr hinblickte.

»Liebste Mia, sieh nicht so traurig aus, oder Du verdirbst mir meine Freude. – Ich verlasse Euch nur für sehr kurze Zeit.« –

»Du verläßt uns?« – rief Karl. – »Werden wir nicht mitfahren?«

»Nein, aber Ihr werdet ein andres Vergnügen haben. – Herr Harley hat Euch eingeladen; Ihr sollt einen Theil der Weihnachtsferien im Herrenhause zubringen, und Papa hat es nun so eingerichtet, daß Ihr heute hingeht. Ihr werdet also wieder eine Ferienwoche haben, Kinder, aber die Erinnerung an Eure erste macht es mir leichter, Euch zu verlassen, als es sonst der Fall gewesen wäre. – Ihr werdet diesmal vielleicht andere Versuchungen haben, – aber ich hoffe – –«

Frau Merton hatte keine Zeit ihren Satz zu beendigen, denn Herr Merton kam, mit Päckchen beladen, angelaufen und nahm sie mit sich. – Nur fünf Minuten dauerte diesmal das Abschiednehmen, das Küssen und Händeschütteln. Niemals war in dem Predigerhause solch ein Abschied vorgekommen, und Mia konnte es kaum für möglich halten, als sie ihr Gesichtchen gegen das Fenster drückend, Mama's letztes Grüßchen beantwortete. Karl reichte, im Regen stehend, das letzte Packet in den Wagen.

»So sind sie wirklich fort,« rief Mia Karl zu, als er in's Zimmer trat. – »Ich weiß nicht, ob ich froh sein soll. – Wie werden wir nach dem Herrenhause gelangen? – Werden wir gehen?« –

»Nein, Herr Harley wird uns im Wagen holen lassen! – Hurrah! – Feiertage und das Herrenhaus!« –

Und Karl sprang über alle Stühle.

»Mein Lieber, ich hoffe, Du wirst in dem Herrenhause vor all' den Herrschaften nicht auch über Stühle springen und so schreien?«

»Und ich hoffe, Mia, Du wirst mich vor den Schulknaben nicht mein Lieber nennen,« – sagte Karl, in seinen gymnastischen Uebungen inne haltend. – »Ich kann Dich versichern, daß sich das nicht passen würde. Wollen wir uns überlegen, wie wir uns zu betragen haben?« –

»Ich glaube nicht, daß das gut wäre,« – erwiederte Mia, »denn wenn wir erst anfängen viel über uns nachzudenken und uns vorzunehmen, wie wir uns benehmen wollen, so würden wir gewiß Dummheiten begehen und uns sehr unbehaglich fühlen. Wir wollen uns lieber nicht so viel daraus machen, was die Fremden über uns denken, wenn wir nur gut sind, Karl. Hörtest Du, was Mama sagte?«

»Ja. – Aber sieh, da kommt Kitty mit dem Mittagbrot. – Wie dumm! – Als ob man hier Mittag essen kann, wenn man in's Herrenhaus eingeladen ist.«

Gleich nach dem Essen machten Mia und Karl sich reisefertig, und dann setzten sie sich an's Fenster und blickten die Straße hinunter, bis es so dunkel war, daß sie Nichts mehr sehen konnten. Mia wurde vor Ungeduld roth und Karl drehte zwei seiner Zuckerhutknöpfe ab. – Endlich, nachdem Kitty Licht und Thee herein gebracht und darauf bestanden hatte, daß Mia Hut und Mantel ablegte, hörte man ein leichtes Wagengerassel und ehe noch Karl seiner Schwester zu Ende erklärt hatte, warum das nichts Andres als Wagengerassel sein könne, donnerte es, wie damals, an die Hausthüre. Dem folgte eine fünf Minuten lange, ergötzliche Verwirrung, Kitty kam herein gelaufen und dann Georg, Mia konnte ihre Handschuhe nicht finden, und Karl schoß einen Purzelbaum, statt ihr beim Suchen zu helfen. – Darauf musterte Kitty Karl's Anzug und entdeckte die abgedrehten Zuckerhutknöpfe. – Das veranlaßte wieder eine fünf Minuten lange Zögerung, während welcher sie ihm erklärte, daß er ein Schandfleck seiner Familie sei. – Dies abgethan, gingen sie wirklich hinaus, aber auf der Thürschwelle sank Mia's Muth, sie trennte sich schwer vom Hause. – Die beiden langen Diener, welche mit dem Wagen gekommen waren, machten sie auch befangen und sie wünschte, es möchte Georg, statt des fremden Dieners, den Wagentritt herunter lassen. – Das Aergste war, daß, als sie glücklich im Wagen saßen, der andre Diener an's Wagenfenster trat und eine lange Entschuldigung im Namen seines Herrn machte, wegen eines Mißverständnisses, und daß Miß Merton und der junge Herr so lange gewartet hätten. –

Mia fand gar keine passende Antwort und sagte deshalb: »Nein, danke!« – Und Karl drehte wieder einen Zuckerhutknopf ab.


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