Autorenseite

 << zurück 

Nachwort

Ernst ist mir freilich zumut, wenn ich von dem spreche, was mir eines der wichtigsten Dinge in diesem Erdenleben dünkt, von dem großen Wert unserer Zeit! Ich muß die »zeitlosen« Menschen erwähnen, die entweder keine Uhr haben, oder nicht darauf sehen, oder für die eine Uhr gar nicht existiert. Wie sehr solche Menschen zur Qual für andere werden, das weiß ein jeder unter uns, und – neulich wurde mir einmal von einem hohen Beamten, der viel zu tun hat und zustande bringt, gesagt:

»Wer mit Zeitlosen verwandt oder geschäftlich verknüpft ist, der darf von Glück sagen, wenn er nicht das Gallenfieber bekommt!«

Das ist drastisch ausgedrückt, aber ich denke jetzt nur einmal an die unzähligen verbrannten oder übergaren Gerichte, die solche Menschen durch Zuspätkommen bei Einladungen auf dem Gewissen haben, an die vielen zerstörten guten Launen, die mancherlei Erkältungen und Erhitzungen, die ein Wartender auf sich nehmen muß, und vor allem an die gute, gute, geopferte Zeit, die unbenützt verloren geht und die einem durch nichts ersetzt werden kann.

Ich kann nichts dafür, aber all meine Nachsicht, Langmut und Freundlichkeit hört auf bei Menschen, die mich ohne Grund warten lassen, und die mir deshalb meinen Tagesplan stören. Und ich gestehe, daß ich eine Art Recht in mir fühle, die Höflichkeit da einmal beiseite zu setzen und sie mein Mißvergnügen gründlich fühlen zu lassen.

»Wie böse sie heute ist!« höre ich sagen, und es ist auch etwas kühn von mir, solches auszusprechen. Aber wer mir Zeit nimmt, der ist nicht besser als ein Dieb, denn Zeit ist Geld. Und einem solchen gegenüber befinde ich mich in Notwehr, und die kennt keine feinen Grenzen.

Aber ich höre jetzt auf, denn die Zeit, die mir von Menschen, und vielleicht? auch von Gott zugeteilt ist zum Schreiben, geht nun auch zu Ende, und ich will nichts darüber versäumen.

In inniger Liebe und Treue grüßt Euch

Eure alte, recht alte
Tony Schumacher,
geb. von Baur-Breitenfeld.

Für diejenigen, welche mir gerne schreiben wollen, was mich stets sehr freut, diene beifolgende Adresse:

Ludwigsburg, Hospitalstraße 3.
Württemberg

Verlagswerbung

 << zurück