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Die Flucht zum Walde.

Es blüht ein bunt Gewimmel,
Die Wolken sind vom Himmel,
Geschmolzen ist das Eis.
Jetzt wird es bald zu heiß;
Die Rosen und die Nelken
Schon fangen an zu welken.

Verschwunden ist die Frische,
Die kleinen muntern Fische,
Im feuchten Heiligthum,
Beneidet jetzt die Blum'.
Sie steht am Ufer schmachtend,
Den Wellentanz betrachtend.

Das edle geist'ge Leben
Muß jetzt sich wegbegeben,
Es flieht nach kurzer Frist,
Weil Sturm enthauptet ist.
Wer jetzt will Blüthe suchen,
Muß wandern nach den Buchen.

Doch tröste dich! Wer Kühle
Vertrieb – vertreibt die Schwüle.
Er, der den Nebel zwang,
Wird vor dem Strahl nicht bang.
Er breitet aus den Schleier
Und macht dich frisch und freier.

Da ist er schon gelinde!
Er stürmt nicht mehr im Winde,
Er treibt vom Berge dort
Die Wolke leise fort,
O warmer Frühlingsregen,
Du bringst der Blüthe Segen.

*


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