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Die Veilchen.

Kleine Veilchen, süß und blaß,
Schaut ihr durch das junge Gras
Blau im Thale;
Sonne wärmet eure Luft,
Wehmuth sauget euer Duft
Von des Mondes Strahle.

Dicht ihr euch zur Seite steht,
Rothe spielend übergeht
Zart in's Blaue;
Hold im lichten Frühlingsschein
Winket Ihr zum bunten Hain
Mägdelein der Aue.

Aber rauh der Frühling weht,
Schüchtern jedes Blümlein steht.
Ach, ihr Armen!
Kraut und blätterlos Gesträuch
Wölbt sich fruchtlos über euch.
Ihr könnt nicht erwarmen!

Kleine, süße Veilchen! Nein,
Sturm soll länger nicht im Hain
Euch durchbeben.
Seyd nur froh und wohlgemuth!
Neu um meiner Emma Hut
Sollt ihr euch beleben.

Um des Strohes lichten Glanz
Schlängle sich der dunkle Kranz
Voll im Drange.
O wie wird der matte Schein
Heben ihr Schwarzäugelein
Und die Purpurwange!

*


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