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An Robert Musil

Vor fast zwanzig Jahren habe ich die Übertragung dieses vollkommensten Beispieles einer modernen Novelle begonnen und liegen lassen, teils wohl der Schwierigkeiten wegen, denen ich damals nicht gewachsen war, teils aber auch wohl, weil es keine irgendwie adäquate Atmosphäre in dem deutschen Schrifttum gab, in welcher stehend eine Übertragung der Tale of Chloe des großen Meisters die paradigmatische Figur gemacht hätte, die zu sein sie beansprucht. Inzwischen sind die sich als geistige Atmosphäre wähnenden Schwaden zwar noch nicht verzogen, aber im Abziehen, und da und dort gibts eine reine Luft. In ihr stehen die Gebilde Ihrer Kunst, lieber und verehrter Freund. Und ich erinnerte mich lebhafter dieser großen Novelle des Engländers und übersetzte sie, mit besserem Auge, sicherer Hand, als beides ich vor zwanzig Jahren besaß, Ihnen zum Dank und zur Freude.

Ihr
Franz Blei.

Mai 1922.


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