Johannes Richard zur Megede
Das Prinzessinlächeln
Johannes Richard zur Megede

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Sechstes Kapitel

Er blieb in Kissingen. Er mußte bleiben. Der gute Rat kam viel zu spät.

In der Nacht hatte es zu regnen angefangen – das leise, laue Tröpfeln, das auf den Steinen zu zischen scheint, verdampft. Der Himmel hing voll Wolken, die grau, tief, unentschlossen über das Thal hinzogen. Die Nacht deuchte dem Afrikaner schrecklich schwül – heiß, feucht, ungesund wie in den Tropen. Die Regenzeit schien sich vorzubereiten.

Am andern Morgen lag Kissingen in trägem Dunst.

Der Afrikaner war nach der Salinenpromenade zu dem Flobert-Schießstand gegangen. Müßige Herren übten sich da. Jedesmal, wenn ein Pistolenschuß schlecht saß, sagte die Frau ihr monotones: »Das ist immer so – das kommt vom Rakoczy!« Und das hübsche dunkeläugige Mädchen lächelte dazu. Auch Mister Frederick schoß schlecht. Die kleinen, weißen Scheiben, rot gerändert wie ein Herz, waren ein schweres Ziel für eine fiebrige Hand. Aber es machte ihm offenbar Spaß, gerade nach diesen Herzen zu schießen.

Neben ihm stand der Legationsrat und sah mehr auf den Mann als auf sein Ziel. »Sie haben früher viel geschossen?«

»Allerdings.«

»Gestatten Sie, Baron Scherten.«

Der Afrikaner lüftete den Hut und nannte seinen Namen nicht.

Da verging auch dem andern die Lust am Schießen.

Draußen passierte gerade die Stechelbergsche Suite vorbei. Sie kamen vom Salinenbade zurück. Die Gräfin war vor einem Buchladen drüben stehen geblieben, der Graf sah in den Pistolenstand hinein. 357

»Sie können's auch nicht lassen, Scherten! Haben Sie noch nicht genug Herzen durchlöchert in Ihrem Leben?«

Der Afrikaner wandte sich nicht um nach dem Sprecher, aber bei diesem leise näselnden Ton schien ihm plötzlich ein blutiger Nebel vor den Augen zu schwimmen. Die Hand schwankte. Er drückte hastig los.

»Herrje! Das ging ja in die andre Ecke. Nein, verehrter Herr, heute geht's schon nicht!« rief die Frau.

Der Legationsrat sah den Schützen von der Seite an und ging hinaus. Der Afrikaner bezahlte achselzuckend. Es ging wirklich nicht! Gleich darauf dachte er bitter: ›Was soll mir auch das dumme Pistolenschießen nützen? Es schießt sich ja doch keiner mit mir . . . Beim Stoß bin ich sicherer. Das Messer ist die Waffe von unsereinem.‹ Und er fühlte fast liebevoll mit der Hand nach dem schmalen, scharfen Stilett in der Tasche.

Dann folgte er der Stechelbergschen Suite, die diesmal aus zwei sehr gewöhnlich ausschauenden, aber sicher sehr vornehmen Fremden bestand. Er ging ihnen in weitem Abstand nach. Sie bummelten von Auslage zu Auslage, gingen geringschätzig an den Halbedelsteinen vorüber, verweilten lange bei den Juwelen im Schaufenster. Der Afrikaner glaubte das vornehme, kindliche Lächeln auf dem reizenden Frauengesicht zu erkennen, während sie sich über den glänzenden Tand beugte – so naiv, so jung, so daseinsfroh! Der Graf sah kaum hin und sprach weiter mit dem Herrn in seiner eigentümlichen Manier, mit kaum bemerkbarer Bewegung der Lippen.

Liebte sie den Mann? Konnte sie überhaupt solchen Mann lieben? Sie liebte den Mann ganz sicher nicht! Das waren seine Gedankenkreise.

Und wie sie jetzt aufsah vom Betrachten eines 358 Perlencolliers, schienen wirklich die strahlend blauen Augen müde, fast verdrießlich.

Der Afrikaner trieb sich den ganzen Tag in der Stadt umher und sah Stechelbergs oft. Es regnete nicht, aber der Himmel hing so mürrisch schwer, daß die vornehme Welt keinen Ausflug riskieren wollte. Einmal grüßte der Legationsrat liebenswürdig zu seinem neuen Bekannten herüber. Mia stand gerade allein, eine reizende Träumerin, und sah spielenden Kindern zu. Sie sah ihn nicht – sie sah ihn nie . . . Der Afrikaner hatte vom Oberkellner ungefragt erfahren, daß die vor vier Jahren geschlossene Ehe kinderlos sei. Jetzt wähnte er, daß die Frau unter dieser Kinderlosigkeit leide. Sie, die geboren schien, alles um sich her zu lieben und von allen geliebt zu werden. ›Arme Mia!‹ dachte er. Wie kindlich heiß würde sie ihre Kinder lieb haben und sie verzärteln, verziehen zum Abbild der angebeteten Mutter! Es schien ihm das jetzt selbstverständlich. Eine Frau wie sie – ein Mann wie er! Die liebreizendste Jugend, die blasierteste Höflichkeit konnten nie zu einander stimmen. Und was das schwermütige Träumen dieser Lächeln gewohnten Züge nicht verriet – das Unbefriedigtsein, das Leiden, den glimmenden Haß, die stumme Verachtung vielleicht, die diese Frau wohl doch empfand, aber viel zu vornehm, viel zu großherzig war, um sie zu zeigen! – Wer sieht in die Herzen hinein? – Und wie niemand ahnen konnte, was für unheimliche Gedanken zuzeiten hinter seiner Stirn wohnten, wie er essen, trinken, sprechen konnte, mit Geschmack scheinbar, ruhig, während ein wilder Haß oder eine dumpfe Qual ihn fast erstickten – konnte nicht auch sie stumm leiden, elend, verzweifelt, und mußte dabei als Dame von Welt, als Opfer ihrer aristokratischen Anschauungen immer freundlich lächeln, immer – während ihr junges, hoffnungsvolles Leben 359 dem Verdorren, Verschmachten, der innerlichen Wüste geweiht war? – Die Augustaschwester hatte sicher recht: die Frau war nicht glücklich. Aber es war der Mann, dieser Mann, der sie unglücklich machte!

Gegen Abend begann der Regen gleichmäßig zu strömen und hüllte Kissingen mehr als zwei Tage in triefende Wolken. Vielleicht, daß diese monoton und melancholisch rauschenden Regenmassen einem verdüsterten Herzen die angenehmste Musik waren, vielleicht auch, daß sie einen Unglücklichen immer tiefer in jenes stumme Brüten hetzen, wo das Hirn willig glaubt, was die Phantasie sündigt.

In dieser Zeit standen die Hotelgäste trostlos in der Veranda, in den Korridoren umher, langweilten sich im Lesezimmer. Gräfin Stechelberg, deren blonde Schönheit zu Leben und Licht geboren, senkte den Kopf in melancholischer Träumerei – ein Reiz mehr, wie sie vielleicht wußte. Der Afrikaner sah sie jetzt manchmal freilich nur von ferne, auf Augenblicke, aber das Veilchenparfüm, das ihr immer nachrieselte wie der natürliche Duft ihrer blühenden Jugend, hatte dem Thoren etwas süß Prickelndes und tief Schmerzliches zugleich. Es war der Duft der Erinnerung, der ja immer süß und weh ist! Und dem Manne schien es, als ströme dieser Duft aus einer schönen, aber kranken Knospe. Gräfin Mia sah den stummen, düsteren Schatten der Vergangenheit, der ihr lautlos nachschlich, auch jetzt noch nicht – es war wie ein Verhängnis . . . Der Afrikaner begegnete wohl ein dutzend Mal in dieser Zeit dem Grafen, dem Legationsrat, den beiden Leutnants. Der Graf wich stets höflich aus, der Legationsrat grüßte, die Leutnants sahen auf ihn herab wie auf ein wildes Tier, denn er trug Tag für Tag einen karierten Reiseanzug, während ihre neuen Lackschuhe glänzten und die frisch gestärkte Hemdenbrust unter dem tadellosen Dineranzug knarrte. 360

Am Nachmittage des dritten Regentages versuchte die Sonne aus dicken Wolken zu lächeln. Es war ein trübseliges Lächeln. Aber die gelangweilten Hotelgesichter frischten doch sofort auf wie ein regenschweres Segel bei einer matten Brise. Auch der Afrikaner fühlte sich freier bei dem Sonnenblick und wollte gleich einen großen Spaziergang wagen. Er dachte an die Bodenlaube, die Trimburg – zwei düstere Ruinen wie er selbst. Als er durch den Vorraum schritt, bestellte gerade der gräfliche Diener beim Portier den Landauer zu einer Fahrt nach Klaushof. Ohne viel nachzudenken, wandte er den Schritt nach derselben Richtung. Vielleicht, daß er doch ein Wiedersehen suchte, vielleicht, daß er ein dunkles Beschützergefühl empfand für die schöne, unbefriedigte Frau und ihr nahe sein wollte in der Stunde der Gefahr!

Er wählte den Waldweg. Es war sommerlich kühl, die Blätter dufteten feucht. Der Regen lag noch in der Luft, und das Licht floß in verschämtem Blinken durchs Holz. Das Buchenlaub schüttelte sich wie nach einem kalten Bade, die Zweige reckten sich, kristallhelle Tropfen funkelten am braunen Geäst. Und die Vögel zwitscherten im übermütigsten Durcheinander. Es war eine Lust, wie sie den Regen wegsingen wollten, der in mürrischen Wolken über den Wipfeln hing, als Wasserdunst über die grünen Lichtungen zog. Unter der Bildeiche – der Baum trug ein winziges Heiligenbild – saßen die vier Herren der Stechelbergschen Suite. Der Afrikaner grüßte. Sie sahen ihm lächelnd oder forschend oder gleichgültig nach. Er glaubte auch ein Lachen zu hören. Darin irrte er sich. Der Markgraf hatte die Wiederholungen von Kasinoscherzen wie neulich auf dem Kurplatz sehr höflich, aber sehr entschieden abgelehnt. Als er die schöne, weiße Waldchaussee nach Klaushof hinanstieg, begann die Sonne zu stechen, 361 die Blumenwiese zur Linken hauchte einen fast betäubenden Wohlgeruch aus.

In der Wirtschaft auf halbem Berghang war es leer. Der Afrikaner setzte sich in die Gaststube. Die Fenster standen offen. Abgestandene Zimmerluft kämpfte hartnäckig mit frischen Walddüften. Der Blick ging über die Blumenwiesen in sanfter Thalsenke, von lichtgrünem Wald gerahmt. Die Sonne lächelte hier voller, hoffnungsfroher.

Eine halbe Stunde später kamen die Herren. Sie belegten einen Tisch gerade unter dem Fenster. Sie sahen den einsamen Gast in seiner halbdunkeln Ecke nicht, er aber konnte sie genau erkennen. Sie berieten, lachten, befahlen. Der Kellner wischte diensteifrig die nassen Tischplatten blank.

»Der Meuchelmörder scheint weiter gegangen zu sein,« sagte der verbissene Leutnant.

»Sie kennen ihn ja, Baron. Was ist's für ein Mensch? Nett?« Das war der Lustige.

Der Legationsrat mit seiner nachlässigen Hauteur antwortete: »Ich habe drei Worte mit ihm gesprochen und er eins mit mir. Er wollte nicht 'ran. Das bestärkt mich nur in meiner Ansicht, daß er aus unsern Kreisen ist und daß er was ausgegessen hat . . . Und er war doch Offizier!«

»Wahrscheinlich! Mister Frederick aus Englisch-Ostafrika! Wir sind sehr stolz auf den gelb karierten Kameraden aus Little Popo.«

Darauf der Legationsrat achselzuckend: »Ach, meine Herren . . .«

Der Graf, der an eine freie Stelle getreten war, um nach dem Landauer auszuschauen, der sich jetzt langsam die Thalsohle heraufwand, kam zurück. »Immer noch Ihr Bekannter, Scherten?«

»Ja, aber die Herren sind mir zu witzig.«

Der Kellner erschien mit einem bunten Tischtuch 362 und Kaffeetassen. Der Graf sprach, ohne hinzusehen, weiter. »Ja, Scherten, Sie lassen sich von Ihren vorgefaßten Meinungen nie abbringen – das ist 'ne heikle Anlage für einen Diplomaten großen Stils . . . Aber gesetzt den Fall, daß der Herr wirklich preußischer Offizier gewesen wäre . . .« Er nahm langsam eine importierte Zigarre aus einem weichen Bastetui mit mattgoldener Spange und streifte den bunten Papierring bedächtig ab – »jedenfalls ist er nicht mehr auf der Höhe. Er hat mich gestern im Korridor beinahe umgerannt. Das ist schlechte Kinderstube. Einem preußischen Offizier a. D. würde ich sie nie verzeihen – einem Herrn Frederick aus Englisch-Ostafrika selbstverständlich.«

»Aber liebster, bester Stechelberg, wenn die Leute nun jahrelang unter andern Verhältnissen gelebt haben, die Lebensbedingungen verschoben, die Lebensanschauungen auch! Höflichkeit ist Scheidemünze – und giebt sich rasch aus. Ich bezweifle, ob selbst ein Prinz sie als Steinklopfer in Amerika sehr hoch halten würde. Der Mann ist sicher krank, vielleicht sehr unglücklich.«

»Ja, warum nicht . . . Ich habe ihn jedenfalls nicht auf dem Gewissen, lieber Scherten. Wollen doch den Streit lassen mit dem Mann! Kommt ja nie was dabei 'raus . . . Wie schnell und unmotiviert allerdings Leute sinken, davon gab's in meinem letzten Regiment ein sehr lehrreiches Beispiel. Ich habe den Mann zwar persönlich nicht mehr gekannt – brach sich schon ein Jahr früher das Genick. Von Enk oder Lenk oder so was Aehnliches. Er soll sogar für meine Mia ein kleines oder großes Faible gehabt haben . . . Das ganze Regiment stand, glaube ich, etwas unter ihrem Pantoffel . . . Also, 'n tüchtiger Kavallerist, 'n guter Kamerad war er jedenfalls, und gewöhnt sich von heute bis morgen das Saufen und 363 von morgen bis übermorgen das Jeuen an. Kein Mensch begriff eigentlich, warum. Ehrenscheine verfallen und so weiter, natürlich kassiert! Wenn er sich wenigstens abgeschossen hätte! Fiel ihm aber nicht ein. Ging gleich ins Ausland. Da wahrscheinlich verkommen . . . Aber was mir das Rätselhafte ist, sein eigner Onkel hat mir später erzählt, daß er ahnungslos gewesen sei, die Sache unbedingt arrangiert haben würde . . . Und dieser Mensch, der Enk oder Lenk, war entweder zu träge oder zu verbissen, auch nur einen Versuch zu machen. Drei Zeilen – und die Sache wäre aus der Welt gewesen, denn der Oberst kniff sämtliche Augen zu . . . Verstehen Sie, meine Herren? – Ich nicht. Die andern haben sofort auf ihn Steine geschmissen: ›Feigling, malhonetter Kerl‹ – mir thut so was leid, nur leid.«

»Und was heißt bei Ihnen, lieber Stechelberg: Jemand thut mir leid, nur leid?« fragte der Legationsrat. »Wenn er Ihnen heute vorgestellt würde, würden Sie mit dem Mann genau so sprechen wie mit Ihresgleichen?«

Der Graf zuckte die Achseln: »Ja, wenigstens peinlich höflich würde ich sein . . . Aber mehr? Nee, Scherten, es giebt gewisse Dinge . . .«

»Selbstverständlich!« Der verbissene Leutnant trommelte ärgerlich auf der Tischplatte.

»Wenn's dreißig Jahre her wäre, und er drüben Diamantfelder entdeckt hätte – 'n bildhübsches Mündel, das ihn beerbt und so weiter. – Tochter? – Lieber nicht! Könnte einem doch noch in die Bude lecken . . . Es ist allerdings schon manchem anständigen Kerl von so einem Krawattenfabrikanten die Gurgel abgedreht worden . . . Na, schließlich – ich würde auch die Tochter heiraten. – Hurra! Da kommen Ihre Damen, Graf Stechelberg.« Der lustige Leutnant hatte gesprochen. 364

»So was thut mir leid, nur leid . . .« Der Afrikaner in seiner Ecke hatte die Zähne auf die Unterlippe gebissen, das Kinn zuckte konvulsivisch wie bei einem Krampf. Er war leichenblaß geworden. Aus dem ganzen Gespräch, das für ihn ein Meer von Bitterkeit gewesen sein mußte, waren ihm nur diese wenigen Worte haften geblieben, die er fast röchelnd wiederholte. Und von all den Gesichtern draußen sah er nur noch das eine mit den kaum bewegten Lippen und dem halben Lächeln. Dies Gesicht schwamm in Blut. Ja, er haßte den Mann, er haßte ihn tödlich!

Unterdessen schien der Landauer angekommen zu sein, denn die Herren verschwanden auf einem Schlängelweg zur Chaussee hinunter.

Wenige Minuten später wieder dieselben Stimmen, mit Frauenlachen gemischt, und blumenbedeckte Sommerhüte neben den weißen Strandmützen der Herren. Es war die Gräfin Stechelberg und eine junge Witwe mit feuchten Augen und vollen Lippen, die sich sehr nach Liebe zu sehnen schienen.

»Wir wollten Ihnen eigentlich den Meuchelmörder hier vorführen, gnädigste Gräfin.«

»Ah, wo ist der? Zeigen Sie! Ich möchte ihn gern sehen.«

»Er ist leider echappiert, teure Gattin, und wird wohl wie gewöhnlich seine eignen Wege gegangen sein.«

»O, ihr enttäuscht mich, ihr enttäuscht mich immer! Ich hätte ihn wirklich gern gesehen.«

Nach sieben Jahren hörte der Afrikaner zum erstenmal wieder diese liebe Stimme, die wirklich weich und anmutig geblieben war – für ihn weicher und anmutiger vielleicht als selbst in der Erinnerung.

Die Sonne lag jetzt mit einem vollen, heißen Lächeln auf der duftenden Blumenwiese.

»Wir wollen doch erst ein paar Blumen pflücken!« 365 rief die junge Witwe. »Der Kaffee ist noch lange nicht fertig.« Sie wußte, daß der Legationsrat die freie Natur und vielleicht auch die Blumen liebte.

»Vielleicht thut mir auch ein Bock den Gefallen und tritt heraus,« sagte der Graf, der leidenschaftlicher Jäger war. »Der Prinz hat mir ja erlaubt. Leider kein Gewehr mit.«

Die Gesellschaft lief darauf den Schlängelweg, lustig schwatzend, wieder hinab.

Die Gräfin Stechelberg und Baron Scherten waren allein am Kaffeetisch zurückgeblieben. Sie saßen, und der Afrikaner sah nur den Frauenhut mit nickenden Maßliebchen.

»Warum gehst du nicht mit, Otto?«

»Weil ich alles, was mit der edeln Jägerei zusammenhängt, für ein rohes Vergnügen halte – und weil ich keine Heiratsabsichten habe. Und warum du nicht, liebe Mia?«

»Weil ich gern einen Augenblick allein bin. Sag mal, Otto, was ist das eigentlich für eine Geschichte mit euerm Meuchelmörder? Ich wollte dich schon lange fragen. Warum nennt ihr ihn immer so?«

»Weil es ihm auf dem Gesicht geschrieben steht.«

»O, du sagst alles so häßlich, Otto! Du verdirbst auch die andern. Wie sieht er aus?«

»Er ist ein junger, schlanker Herr.«

»Wenn er doch hier wäre! Es ist gewiß ein Mensch, dem ein freundliches Wort wohl thäte. Und ihr dürft ihn auch nicht mehr so nennen! Er ist von jetzt an mein Protegé.«

Der Legationsrat fuhr mit ungewöhnlichem Ernst fort:

»Jedenfalls ist es ein kranker Mensch, der mich sehr interessiert. Ich möchte sein Schicksal kennen – er muß ein Schicksal gehabt haben.«

»Und sprichst so häßlich von ihm?« 366

»So . . . Uebrigens Protegé – wie denkst du dir das in praxi«

»Gott, sehr einfach! Ich lasse ihn mir vorstellen, bin freundlich mit ihm und versuche, herauszubekommen, was ihn eigentlich drückt, und . . .«

»Und, Mia?«

»Ach, du bist immer so, Otto! Warum bist du eigentlich nicht Staatsanwalt geworden, wie du früher wolltest? Mit deinem nüchternen Verstand und deiner Herzenskühle, die immer jedes Wort fixiert und von allem nur das Schlechteste glaubt! – Du erstickst in mir jede freundliche Regung.«

»Und doch bin ich von meinem Metier abgesprungen, weil die kodifizierte Moral mir nicht zusagte. Mir wär's durchaus kein Hochgenuß, wenn ein Verbrecher auf meinen Antrag zum Tode verurteilt würde. Denn bei Licht besehen ist dieser Verbrecher vielleicht besser als ich. In der Diplomatie denkt man über die Moral freier.«

»Wenn man dich manchmal hört, Otto, könnte man wirklich glauben, du meintest es mit allen Menschen gut . . .«

»Vielleicht – jedenfalls gebe ich mir die Mühe, in die Menschen hineinzusehen, und versuche wenigstens, nicht an dem schäbigen Rock oder dem glänzenden Flitter hängen zu bleiben, nach dem ihr allein urteilt.«

»Du willst gutmütig sein – und sagst das mir?«

»Wir wollen doch bei der Stange bleiben, Mia! Wie stellst du es dir vor, meinem Meuchelmörder zu helfen, wenn er wirklich unglücklich ist?«

»Ich würde freundlich mit ihm sein.«

»Das ist ein Almosen – und manche Leute mögen Almosen nicht.«

»Und ich habe mir damit doch viel Freunde gemacht!«

»Du bist freilich freundlich zu allen, wenn sie 367 nicht einmal zufällig deine Eitelkeit verletzen. Freundlich zu allen! Weißt du, wenn alle Leute reich wären, so wären sie doch genau so unglücklich dran, als wären sie alle arm. Allen geben, heißt niemand geben, und wer seine Gefühle wahllos überall verstreut wie Papierschnitzel, der hat vielleicht nur Papierschnitzel. Der wahre Wert der Dinge liegt nur im Gegensatz, auf der Erde wenigstens. Das Gute braucht, um wirkungsvoll zu sein, um sich herum eine Menge Sünde. Und wenn du die Macht hättest, alle Menschen gut zu machen, so gäbe ich dir den guten Rat, sie auch direkt in den Himmel zu spedieren, denn solch ausgeglichene Herde ist hier unten zu nichts mehr nutz. So ist es mit deinen Freundlichkeiten auch. Sie sind zu gleichmäßig, sie ermüden auf die Dauer. Mit englischem Heftpflaster klebt man Hautritze zu, aber man heilt nie schwere Wunden damit.«

»O, du willst mich wieder nicht verstehen, Otto! Du hast mich nie verstehen wollen. Ich glaube auch, du magst mich nicht leiden . . . Und dein Meuchelmörder – ich werde ihn schon noch treffen und werde ihn heilen!«

Der Legationsrat schwieg, und die Gräfin fuhr eifrig fort: »Ich habe nie etwas Böses gedacht, geschweige denn gethan im Leben.«

»Aber auch nie etwas wirklich Gutes, Mia.«

»So? – Du mußt's ja wissen!«

»Liebes Kind, ihr macht euch gern etwas weis, ihr seht einen Bettler und schenkt ihm ein altes Kleid; ihr habt dieses Kleid satt. Warum sollt ihr es nicht verschenken? Aber nimm mal das, das du gerade anhast! Würdest du es sehr leichten Herzens hergeben?«

»Eine arme Frau würde damit gar nichts anzufangen wissen.«

»Allerdings, liebe Cousine, das ist sehr richtig! Aber es würde dir auch nie in den Sinn kommen, 368 dies Kleid ist viel zu neu, steht dir viel zu gut, du hast es viel zu lieb . . . Sich selbst verschenken – welche vernünftige Frau thäte das! . . . Es gehört schon ein sehr energischer Nervenchoc, ein hübsches Stück Todesangst dazu, ehe ihr euch eines neuen Kleides entäußertet. Nur Heilige geben ihre letzten Mäntel her – und das sind gewöhnlich recht schäbige Mäntel . . . Aber wir? – Du? – Ich? – Wir werden den Teufel thun, uns mit unsern besten Sachen selbst aufzugeben . . . Liebe Mia, du bist genau so eine kleine Egoistin mit deinem allseitigen Wohlthun, wie ich ein großer Egoist mit meiner kühlen Seelenanalyse . . . Steigere dich um Gottes willen nicht in den Wahn, daß du je etwas für andre gethan hast! Du hast's für dich gethan . . . Ein Brosamen, den man selbst nicht mehr ißt, ein Kleid, das man selbst nicht mehr anzieht – und damit so viel Freude zu schaffen andern und so viel Seelenfrieden sich selbst! Hübsch, was? Es giebt Schlechtere wie wir, aber hoffentlich auch Bessere wie wir.«

Die Gräfin, die diesen Ton ihres Vetters kannte, und die ihm in der Dialektik nicht gewachsen war, sagte nur: »Siehst du, Otto, das eine weiß ich wenigstens jetzt bestimmt, daß dir Mia Worki immer ein Dorn im Auge war. Das ist nur Neid, Otto! Alle Menschen haben mich gern, – dich mag niemand recht leiden.«

»Ich kann für mein Gesicht nicht, Mia.«

»Und ich vielleicht für meins?«

»Ja, teure Cousine, die Menschen sehen nun einmal lieber etwas Hübsches, in deinem Falle etwas außerordentlich Hübsches, ohne Kompliment. Und sie hören auch viel lieber eine liebenswürdige Unwahrheit als eine unliebenswürdige Wahrheit. Das mußt du bei der Rechnung abziehen . . . Wenn ich mein eigner Vater wäre, ich hätte mich etwas weniger hager 369 hergestellt und vor allem meinen Haaren befohlen, nicht schon mit dreißig Jahren zu ergrauen.«

»Ach Gott, hab dich doch nicht, Otto! Du hast eine fabelhaft schnelle Carriere gemacht und hast gerade genug Glück bei Frauen.«

»Bei den Frauen!« Und er zeigte nach der Wiese drüben, wo die junge Witwe eben mit demselben Jägerinstinkt wie die Herren nach einem jagdbaren Wild an der Waldlisiere spähte. Sie hatte das Blumenpflücken offenbar ganz vergessen. Diese reizende Mädchenschwäche war ja auch nicht mehr vonnöten, da der Heiratskandidat zurückblieb.

»Ich will dir etwas sagen, Mia.« Der Legationsrat war aufgestanden und versuchte in das offene Stubenfenster hineinzusehen. »In der Ecke ist allerdings etwas Dunkles, aber wenn's ein Mensch wäre, würde er sich wohl lange gemeldet haben. – Das mit dem Niemögen ist Unsinn. Jetzt, wo es vier Jahre zu spät ist, kann ich dir ruhig sagen, daß ich dich nicht nur herzlich, sondern leidenschaftlich geliebt habe.«

»Du, Otto? – Das ist unmöglich! – Du lügst mich an?«

»Nein. Ja, du bist sogar an meinem nunmehr endgültigen Cölibat schuldig.«

Die Gräfin lachte – ein reizend helles Kinderlachen. »Du hast dich aber nicht durch einen einzigen Blick verraten!«

»Das kann sein.«

»Ach, Otto, erzähl doch!«

Der Legationsrat schwieg eine Weile. »Mia, das wäre eine lange Geschichte . . . Stechelberg kam ja auch dazwischen . . .«

»Nun kann ich mir manches erklären! Du kamst nicht zu unsrer Hochzeit, ließt dich gleich zur Botschaft nach London kommandieren.«

»Das stimmt in den Thatsachen, Mia, aber nicht 370 in den Motiven. Ich machte eine große Erbschaft damals und hatte schon lange die Absicht, in den diplomatischen Dienst zu treten . . . Es ist ja auch viel besser so, wie es ist . . . Ihr paßt vorzüglich zusammen, dein Mann und du. Wir hätten doch nie zusammengepaßt . . . Ja, liebe Mia, das Leben ist trotz des gegenteiligen Scheins für jeden Denkenden eine einzige große Enttäuschung.«

»Eine einzige große Enttäuschung . . .« wiederholte sie. Das weiche, reizende Gesicht war träumerisch geworden, fast schwermütig.

Die beiden saßen einige Minuten und sprachen kein Wort.

»Glaubst du, daß ich glücklich bin?« fragte sie leise.

»Ja.«

»Aber ich bin nicht glücklich, Otto – ich bin wirklich nicht glücklich!«

»Hm . . .«

»Du glaubst mir nicht?«

»Warum nicht? – Das wahre Glück wohnt anerkannterweise nur auf dem Monde.«

»Ich habe noch zu keinem Menschen so gesprochen wie jetzt zu dir, Otto . . .«

»Ich auch nicht, Mia.«

»Otto?«

»Mia?«

»Ich bin tief unglücklich!«

»Du auch? Da bitte ich dir vieles ab.« Er sah sie einen Moment scharf forschend mit seinen klugen, hellen Augen an. »Du irrst dich vielleicht doch, Mia . . . Es war zwei Tage Regenwetter. Aber jetzt meint's die Sonne wieder recht gut . . . Wie machte es sich eigentlich mit deiner Ehe?«

»Otto, ich war so jung damals . . .«

»Das kann man nie genug sein im Leben, Mia.«

»Und in dem kleinen Nest . . . Und er war 371 Garde-Ulan gewesen . . . und sah sehr nett aus und war auch sehr nett . . . und es paßte alles . . .«

»Hast du früher eine andre Neigung gehabt?«

»Otto, sprich nicht davon! Es thut mir wirklich weh.«

»Und du ließt den andern laufen?«

»Otto, warum das häßlichste Wort? Es ging wirklich nicht! Meine Eltern lebten noch, und außerdem war so vieles . . .«

»Dann war also diese Lösung noch die beste.«

»Das sagst du so, Otto! Du darfst aber nie etwas verraten. Du mußt es mir schwören! Ich habe Arno nie wirklich geliebt.«

»Hast du den andern wirklich geliebt?«

»Ich glaube wohl, Otto. Das heißt . . .«

»Ich sehe übrigens gar keinen Grund, liebe Mia, warum du mit Stechelberg nicht sehr glücklich leben solltest. Er ist ein kluger, liebenswürdiger, vollendet höflicher Mensch. Ihr habt ganz die gleichen Interessen.«

»Aber es fehlt etwas, Otto.«

»Sieh nur wieder in die Sonne, Mia!«

»Ja, ja, Otto, ich verstehe dich wohl – ich bilde mir auch manchmal ein, daß ich ganz glücklich bin.«

»Das ist schon übermäßig viel Glück auf der Erde.«

»Ach, du willst nicht verstehen! Sieh mal, ich hatte mir die Ehe so anders vorgestellt – so ganz anders. Wir haben ja nie einen Zwist gehabt, Arno ist immer gleichmäßig, aber es ist doch ein leeres Dasein. Und ich habe Stunden . . . ich kann dir die Gefühle nicht recht beschreiben, aber ich möchte manchmal frei sein, um jeden Preis frei.«

»Und wenn du es morgen wärst?«

»Otto, um Gottes willen, woran denkst du! Ich bin gläubige Katholikin. Es giebt nur eine Ehe! Und dennoch,« die Stimme wurde zum Hauch, »ich möchte frei sein, frei!« 372

»Sieh lieber in die Sonne, Mia! Ich rate es dir ernstlich.«

»Ja, Otto, wenn man nicht die Sonne noch hätte und das bißchen Lebensfreude . . . Es ist wirklich nicht viel! Ach, Otto, weißt du, was ich möchte? – Mal wirklich lieben, wirklich! Es muß schön sein!«

Der Legationsrat war aufgestanden und promenierte auf dem Kiesplatz. Endlich sagte er, den Kopf an ihrem Ohr: »Mia, schlag dir die Grillen aus dem Kopf! Du bist glücklich, ganz glücklich.«

»Was soll das? Du weißt doch gar nicht . . .«

»Doch, Mia, du hast viele Menschen geliebt und wirst noch viele Menschen lieben, aber niemand mehr als dich selbst.«

Sie sah ihn erstaunt an mit den strahlenden, blauen Augen, denen auch der schwermütige Schleier jetzt den lebensfrohen Charme nicht nehmen konnte. Sie lächelte sogar – matt, süß. Eine Natur, die über das Lächeln nie hinauskommt. »Du kennst mich nicht, Otto . . . ach, wenn du wüßtest . . .«

Die Sonne hatte sich hinter Wolken verkrochen. Auf Minuten lag die Natur grau wie das Leben.

Die Gräfin Stechelberg schaute träumend auf die Wiese und den Wald, der Legationsrat ging schweigsam auf und ab.

Plötzlich sprang sie wie elektrisiert auf und zeigte nach dem Waldessaum. »Ein Reh, ein Reh! O, sieh doch, Otto! Und noch eins, ein ganz kleines. Wie reizend!« Alle Trauer, alle Schwermut war weggewischt.

Und in demselben Augenblick, als habe sie nur auf diesen Ausruf gewartet, brach die Sonne in einem einzigen, breiten Strome hervor und flutete über den Kiesplatz, wo die Frau lauschend stand – weiß, schlank, anmutig, mit dem Kameenprofil, dem goldflimmernden Haar. Auf dem Haupt der 373 Schildpattkamm wie ein Halbmond. Eine Göttin: Artemis, die den Bogen hebt! Die Frau und das Licht – es war wie eine holde Vision. Die köstlichste Jugend, die köstlichste Lebensfreude lag in dem schönen Bild.

Der Legationsrat war unwillkürlich stehen geblieben. Aber er sah nicht den Wald und das Reh, er sah nur das Licht und die Frau. »Wie schön du bist, Mia . . .« Eine ganze Geschichte lag in diesen langsam gesprochenen Worten.

Auch ein andrer sah.

Carl Frederick von Henk, der zum Lauschen eigentlich zu stolz war, hatte nur Bruchstücke der halblauten Unterhaltung vorhin gehört. »Ach, wenn du wüßtest, wenn du wüßtest . . .« Der weiche, schwermütige Klang, der aus den Tiefen der Seele zu quellen schien! Und jetzt sie selbst, Mia, die Angebetete in ihrer ganzen Jugend, ihrer ganzen Schönheit, wie ein strahlendes Wunder auftauchend aus dem grauen Nichts! Er begriff nicht, er erwog nicht. Der ganze rasende Widerspruch zwischen Schein und Sein, der mit schneidender Schärfe jedem Denkenden entgegenspringen mußte: Die lächelndste Leere, verhüllt vom reizendsten Kleid – ihm, der den Mann haßte und die Frau liebte, blieb das Auge für die Wahrheit geschlossen. Der schwermütige Klang der Worte vorher und das rosige Licht der Erscheinung jetzt mischten sich innig, sein Phantasiegeschöpf zu vollenden – die schönste, die unglücklichste Frau.

Das Reh verschwand, Mia Stechelberg setzte sich wieder. Und während der Kellner das Kaffeegeschirr mit geschäftsmäßigem Klirren ordnete, verschwand der Afrikaner durch eine Seitenthür. Auch die Herren kamen von ihrem Birschgang zurück, die Blumensee ohne Blumen.

»Schade, daß es kein Bock war!« sagte der Verbissene.

»Aber es war doch eine schöne, starke Ricke mit 374 einem niedlichen Kitzchen! Muß man denn immer an die Knallerei denken, Hans?« meinte der Gutmütige.

»Sie stand mir famos zum Blattschuß. Dreißig Schritt.« Der Graf machte die Bewegung des Zielens mit dem Spazierstock.

Der Legationsrat, dem diese Unterhaltung nichts sagte, schaute wie gelangweilt hinunter auf die Thalchaussee. »Da geht eben dein Afrikaner, Mia! Wenn du den Meuchelmörder noch mal sehen willst . . . Er gedenkt eben im Wald zu verschwinden.«

»Der? Ich hatte ihn mir ganz anders vorgestellt. Aber ich kenne ihn! Der Gang . . . Es muß lange her sein. Jetzt ist er weg . . . Ich kenne ihn doch wohl nicht.«

In dem Moment durchzuckte den Legationsrat ein Gedanke. »Stechelberg, wie hieß doch der Mann, von dem Sie vorhin erzählten?«

Der Graf, der gerade die Waldlisiere mit einem Krimstecher absuchte, fragte zerstreut zurück: »Mann? Wer? – Ich weiß nicht.«

»Bemühen Sie sich nicht, Stechelberg! Es war nur eine ganz vage Vermutung.« Der Legationsrat mußte selbst lächeln über seine sonderbare Ideenkombination.

Der Name Carl Frederick von Henk, der in Mia vielleicht alte Erinnerungen geweckt hätte, wurde nicht ausgesprochen.

Der Afrikaner ging nach der Stadt zurück. Er fühlte eine unerträgliche Spannung in den Nerven, während er noch einmal den Nachmittag durchlebte und die Gestalten an sich vorüber gleiten sah. Als er ins Hotel kam, war er durchnäßt. Der Portier mußte ihm das erst sagen. Er hatte gar nicht bemerkt, daß schon unterwegs der Regen wieder in Strömen rauschte. 375



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