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Maria Herzenstraut

(Aus der Erdengeschichte einer himmlischen Liebe)

Weil du niemals an Maria denkst, ohne daß Maria an deiner Statt an Gott denkt, so lobest und ehrest du Maria nie, ohne daß Maria mit dir Gott lobet und ehret. In Maria bezieht sich alles nur auf Gott, und du kannst sie ganz richtig die Beziehung Gottes nennen, die nämlich nur existiert in Beziehung auf Gott, oder auch das Echo Gottes, das nichts sagt, nichts wiederholt als Gott. Sagst du Maria, so sagt sie Gott.

Der selige Ludwig Maria Grignion von Montfort.
(»Vollkommene Andacht zu Maria«)

Des seligen Heinrich Suso wundersame Liebe zu Maria hat es allezeit Vielen angetan und dünkte sie voll Süße. Es hat jedoch alle himmlische Liebe, auf Erden von einem Menschenherzen gefaßt, auch ihre Erdengeschichte, und diese ist bitter. Maria heißt auch Herbe. Zur Wonne gelanget das Herz hienieden durch Bitterkeit. –

Heinrich Suso wurde vom Kloster der Dominikaner zu Konstanz in seiner Jugend nach Köln gesandt, an die hohe Schule. Da wollte er auch Doktor der Heiligen Schrift werden, aber dann überfiel ihn der Geist der Demut; er sah, daß alle Weisheit in Gott ruht, und ward geheißen, sich der Ewigen Weisheit gänzlich hinzugeben. Indem er gehorchte, kam die Kraft des Wortes über ihn. So fing er denn an zu predigen, wie es die große Überlieferung dieses begnadeten Ordens ist, und er zog die Seelen an zum Herrn.

 

Alle wahre Liebe zu Maria beginnet mit der Demut; die Liebe des Stolzen ist nichts, sie reicht nicht einmal dazu, einen Menschen auf Erden richtig zu lieben. – Heinrich Suso ging einstens bei Köln über Feld und kam auf einen schmalen Steg. Da begegnete ihm eine arme Frau. Weil die Frau nahe zu ihm kam, wich er ihr aus und trat in die Nässe, die Frau aber kehrte sich um und sprach also zu ihm: »Lieber Herr, was meinet Ihr damit, daß Ihr, ein Priester und Herr, mir armen Frau so demütiglich weichet, da ich Euch billiger sollte gewichen sein?« Da sprach er: »Eja, liebe Frau! meine Gewohnheit ist, daß ich allen Frauen gern Ehre anbiete, um der zarten Gottesmutter vom Himmelreich willen.« – Da hob die arme Frau ihre Augen und Hände gen Himmel auf, und sprach also: »Nun bitte ich dieselbe himmlische Frau, daß Ihr von dieser Welt nicht eher scheidet, es sei denn, daß Euch die Mutter Gottes eine Gnade gebe, reich und großmächtig, da Ihr Sie an uns Frauen so ehret.« Er sprach: »Dazu helfe mir die reine Jungfrau Maria vom Himmelreich.« – So demütig war allezeit seine Liebe beschaffen.

 

Um Maria der Reinen willen aber ergriff ihn ein besonderes Mitleid mit den öffentlichen Sünderinnen. Er konnte es gar nicht bezähmen. Als bei einem festlichen Aufzug am Tor eines Hauses ihrer zwölf, um den Aufzug zu bewundern, versammelt waren, da trat er zu ihnen hin und sagte: »Eja, Schwestern, ich kann es gar nicht denken, daß ihr gerne so lebt! Habt Ihr denn nie etwas von Maria gehört?« Zuerst wollten sie lachen, aber er sah sie so freundlich an und so gut, da lachten sie nicht. Dann sprach er zu ihnen, so mild und so einfältig, daß die Herzen der Mädchen ihm nimmer zu widerstehen vermochten, und er sagte, es sei ja ganz einfach, das Leben zu ändern. Nur Maria müßten sie lieben, dann würden sie von ihr selber zu unserm Herrn geführt, durch diesen aber würden sie weißer denn der Schnee. – Aber er half ihnen aber das Leben neu zu beginnen. Es geschah hierbei, daß er in Unehre kam, denn viele Menschen verstanden ihn nicht. Er aber dachte, daß er als Knabe Blumen an Marias Altar getragen, jetzt seien die erfahrene Verleumdung und Spott die Blumen, die er ihr winde.

 

Indem Heinrich Suso in Unehre bei falschen Gerechten geriet, erlangte er jedoch einen großen Ruf bei den Sündern; sie kamen zu ihm am hellen Tage, andere heimlich.

Eine Frau von hoher Geburt hatte einen tiefen Fall getan, diesen verbarg sie, indem sie noch Schlimmeres tat. Das Ende hiervon aber war Bitterkeit und Ekel vor sich selbst. Sie sann, wo einer sei, dem sie alles sagen könne, dazu auch Herzeleid und Reue klagen. In ihrer Heimat aber wagte sie nicht, sich jemandem zu eröffnen; denn alle kannten sie, wegen ihres großen Namens. Eines Nachts, als sie wieder sich härmte und keinen Schlaf fand, war ihr Elend allzugroß und sie rief aus: »O Maria, sieh, ich gehe zugrunde!« – Da erschien ihr die Mutter der Barmherzigkeit und sprach: »So wandere zu meinem Diener Heinrich in Köln; der ist ein Nothelfer und Tröster aller leidenden Menschen; der soll dich trösten.« – Und sie zeigte ihr auch sein Bild und sagte: »Schaue gar genau auf sein Antlitz, damit du ihn sicher erkennest.« So kam diese Frau aus fremden Landen zu Heinrich und erkannte sein Antlitz, wie sie ehedem es im Geiste gesehen. Sie bat ihn, daß er sie mit Gott versöhne, und erzählte ihm, wie alles gegangen war. Er aber empfing sie und ihre Erzählung in aller Milde und half ihr auch wieder in allem nach seinen Kräften, wie ihm die Mutter der Erbarmnis geboten hatte; mit um so größerem Eifer, als diese Frau von Maria selbst an ihn gewiesen war. –

Hatte indes Heinrich bisher schon vielfach Unehre bei den Menschen geerntet, so widerfuhr ihm nunmehr die bitterste Schmach und Verfolgung. Viele geben nämlich vor, Maria zu verehren; die wahren Diener Unserer Lieben Frau aber erkennt man nicht selten an dem Hasse und der Verfolgung, die sich wider sie, zu ihrer heiligen Prüfung, erheben. So geschah es Heinrich.

Zu jener Zeit mußte er in die Niederlande fahren, zu einem Ordenskapitel. Aber die Verleumdung war ihm schon vorausgefahren. Zwei vornehme Herren, die wegen seiner liebreichen Erbarmnis und herzlichen Sorge für jene Frau, die ihnen verwandt war, in Haß gegen ihn entbrannten, hatten sich dorthin begeben. Sie verdächtigten ihn bei den Obern, als ob seine Güte für ihre Base sträflicher Neigung entsprungen, und fügten auch alle Verleumdungen bei, die sie in der Stadt Köln bei schlechten Menschen wider ihn gesammelt. Sie hatten sogar solche gefunden, die ihm Übles aus seinem Predigerwort, desgleichen aus seinen Schriften ansannen, als habe er die Lehre der Kirche entstellt; denn er sprach das Hocherhabene mit Einfalt aus und herzinnig vertraut, wie es ihm war aus seiner Seele liebenden Umgang mit unserm Herrn, aus seiner zärtlichen Kindschaft zur Mutter Gottes. Jene aber waren unweise und tot, so nahmen sie Ärgernis an seiner lebendigen Weisheit. In dem Kapitel ließ man ihn hart an, er mußte vor den Herren gleich einem Verbrecher stehen, und die giftigen Pfeile der Drohungen verwundeten sein mildes Gemüt. Da neigte er sein Haupt und sagte leise: »Ach, lieber Herr, daß Leiden dem Menschen gar so weh tut, und es doch ihn geistlich so schön zieret, das ist ein wunderlich Gefüge von Gott.« – Da war aber Unsere Liebe Mutter sogleich bei ihm und sie sprach: »Ich habe Gefallen an dir. Jene aber mögen dir nichts tun, ohne meines Sohnes Verhängnis; was er über dich verhängt, das ist und wird dein Bestes sein. Darum heiß ich dich guten Mut haben.«

 

Solchen Trostes bedurfte er wohl, denn an dem bisherigen schweren Gedränge genügte es Gott nicht; er machte den Haufen noch größer. Er sandte ihm nämlich auf der Rückfahrt eine so schmerzhafte Krankheit, daß Heinrich in einem fremden Konvente einkehren mußte. Die Mönche dort vermeinten, er stürbe ihnen unter der Hand. Ein starkes Geschwür, ganz dicht am Herz, machte ihn über die Maßen leiden. Wie sehr er sich vorgenommen, stärker zu sein als der Schmerz, so verdrängte dieser doch alles. Da ward er also vollends inne, was es heißt, ein Gottesmann sein und Maria lieben; und er dachte, dieses heißt, das Herz durchwundet mit Unehre und Schmach, die Natur überladen mir Leiden, innen und außen mit Not umgeben. – In dieser Betrachtung kroch er mühselig aus dem Bett und setzte sich auf einen Schemel, der davor stand; denn wegen des schmerzenden Geschwürs konnte er nimmer liegen. Sein Haupt aber lag auf dem Bettrand. Da umgab ihn eine Erscheinung, es schien ihm, als käme eine große Schar des himmlischen Ingesindes in seine Kammer zu ihm, und diese himmlische Schar fing an zu singen, das erklang in seinen Ohren so süß, daß alle seine Natur gewandelt war. Da sie also fröhlich sangen, der sieche Diener aber so traurig da saß, da ging ein Jüngling nahe zu ihm und sprach: Ei, warum schweigst du? warum singst du nicht mit uns? Du kannst doch wohl den Himmelgesang? – Da antwortete ihm der Diener mit Seufzen seines traurigen Herzens und sprach also: »Ach, siehst du nicht, wie weh mir ist? wo erfreute sich je ein sterbender Mensch? soll ich singen? ich singe jetzt den Leidensjammer; sang ich je fröhlich, des ist nun ein Ende, denn ich warte nur der Stunde meines Todes.« – Da sprach der Jüngling gar fröhlich: » Viriliter age – sei fröhlich, handle wie ein Mann! Dir wird nicht solches, du wirst noch einen solchen Gesang bei deinen Lebtagen tun, davon Gott in seiner Ewigkeit wird gelobt und mancher leidende Mensch wird getröstet werden. Ja wisse: alle deine Not hat die Maienkönigin freundlich vernommen, und all dein Seufzen, als einen Wohlgesang. Denn darum, daß du auserwählt bist, mußt du nachgebildet werden im Leiden nach Gottes eingeborenem Sohn. Für jetzt aber ist es genug. Auch wird das Unrecht, das man dir getan, gebrochen werden. Sing und sei fröhlich!« – Da brach Heinrich in Weinen aus, in dieser Stunde aber barst das Geschwür, daran er litt, und er genas auf der Stelle. Jene zwei vornehme Herren aber, die soviel Schmach auf ihn gehäuft hatten, starben beide eines jähen Todes, noch ehe Heinrich heimkam nach Köln. Da gingen gar manchem seiner Feinde die Augen auf.

 

In der damaligen Zeit zog eine tödliche Seuche durch das Land, und es entstand vielerorten der Glaube, sie rühre her von vergifteten Brunnen. Deshalb neigten die Leute, wenn sie jemand feindlich gesinnt waren, dazu, ihn der Brunnenvergiftung zu zeihen.

Einmal mußte nun Heinrich mit einem schwachsinnigen Bruder über Land gehen; von der Begleitung dieses Menschen hatte er schon früher viel Ärger gehabt, er ging ungern mit ihm. Sie kamen in ein Dorf, wo gerade Jahrmarkt gehalten wurde, und es gab vielerlei Volk. Weil es aber gerade zu regnen begann, wurde der Schwachsinnige störrisch und sagte, er wolle lieber irgendwo unterstehen, Heinrich sollte nur allein tun, was er zu tun habe, er warte auf ihn. Mit diesen Worten ging er in eine Schenke. Sie wußten aber dort nicht um seinen schwachen Verstand, sondern gaben ihm Wein. Der stieg ihm rasch zu Kopf, da redete er wirres Zeug, und die Leute machten sich Kurzweil mit ihm. Als er wegen seines heißen Kopfes an die Luft gehen wollte, stürzten ihm etliche nach, stießen ihn und sagten, er habe ihnen einen Pfundkäse gestohlen. Es kamen aber gerade einige Landknechte vorbei, die hatten auch schon getrunken, und als sie vom gestohlenen Käse vernahmen, fielen sie sogleich über den Bruder her und schrien, er wäre einer von den gesuchten Brunnenvergiftern, sie kennten ihn schon und wüßten es genau. Damit fanden sie auch Glauben, und man fesselte deshalb den Bruder. Dieser jedoch, in Dummheit und Angst, gedachte sich zu retten, indem er erzählte, er würde da nur mit dem Bruder Heinrich verwechselt, der die Zeit her mit ihm über Land gegangen sei. – Als daher Heinrich zu dem lärmenden Haufen kam, wurde er sogleich umringt, man bedrohte ihn von allen Seiten, und ein riesiger Bauer in russigem Gewand schrie, er wolle ihm einen Speer durch und durch rennen, etwas anderes verdiene ein solcher Brunnenvergifter nicht. So mußte Heinrich eine neue Todesangst bestehen; denn obwohl einige da waren, die ihn als einen gottseligen Mann seit manchen Jahren schon kannten, getrauten sich diese nichts zu seiner Verteidigung zu sagen. Da gedachte Heinrich in seinem Herzen, warum wohl die Menschen in einem Diener Marias einen Giftträger sähen; denn vordem hatten ihm jene nachgesagt, es sei Gift in seinem Wandel, in seinem Wort und seiner Schrift; diese jetzt: daß er das Gift in Brunnen werfe. »Weh mir,« dachte er, »es muß wohl an dem sein, daß du, o Maria, der giftigen Schlange den Kopf hast zertreten. So mag es des bösen Feind List sein und Lust, deine Diener als Giftträger verleumden zu lassen. Ach, wie soll ich es glauben, daß dieser höllischen Rache mein Leben gehöre. Wie, o Maria, könntest du solchen Spott wider dich dulden, darum habe Erbarmnis!« So flehte er mit manchen Tränen, während er inmitten dieser rohen Horde, von ihr umringt, armselig als ihr Gefangener auf einem kleinen Holzstoße saß. Da ward ihm Hilfe auf gleiche Art, wie er in diese Not geraten; denn diese wildtrunkene Versammlung, in ihrer Freude, den Brunnenvergifter gefangen zu haben, wollte, ehe sie ihm seinen Lohn gaben, selber ihren Lohn noch vorwegnehmen, und darum verlangten sie alle vor allem wieder zu trinken. So stürzten sie mächtig viel Wein hinunter und gerieten in noch ärgere Wildheit. Weil sie aber miteinander in Streit kamen und zu raufen begannen, nützte Heinrich den Augenblick, ergriff den schwachsinnigen Bruder am Ärmel und floh.

 

Dieser absonderlichen Errettung, der Prüfung auch, die ihr vorhergegangen, und all der vielen Prüfung seines Lebens, wiederum der vielen Rettung auch, sann Heinrich in stiller Betrachtung nach; denn es neigten sich seine Tage zu Ende, und der Frieden winkte ihm, da wollte er das Gelittene nimmer missen, sondern leiden bis zuletzt. In solcher Betrachtung wurde er entrückt, hinaus über sich selbst, er dankte Gott mit einer großen herzlichen Begierde und sprach also: »… Eja, aber nun will ich fröhlich aufbrechen mit einem neuen Reihen und seltsamen Lob, das ich nimmer erkannte, weil es mir nun erst selber bekannt worden ist in dem Leiden, und das ist also:

Ich begehre von meines Herzens grundlosen Abgrund, daß alles Leiden und Leid, das ich je gelitten und dazu aller Herzen Wehtun und Herzeleid, aller Wunden Schmerz, aller Siechen Ächzen, aller traurigen Gemüter Seufzer, aller weinenden Augen Zähren, aller verdrückten Menschen Schmach, aller durstigen Witwen und Waisen Not, aller armen und hungrigen Menschen dürrer Mangel, aller Märtyrer vergossen Blut, aller fröhlichen, blühenden Jugend Willenbrechen, aller Gottesfreunde wehtuende Übung, und all das verborgene und offenbare Leiden und Leid, das ich oder irgend ein arbeitsamer, leidender Mensch je gewann an Leib, an Gut, an Ehre, an Freude oder an Unmut, oder das je ein Mensch noch erleiden soll bis an den Jüngsten Tag – – daß dir das ein ewiges Lob sei, himmlischer Vater, und deinem eingeborenen leidenden Sohn eine ewige Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und ich, dein armer Diener, begehre heute aller leidenden Menschen, die vielleicht ihren Leiden nicht könnten genug tun mit geduldigem dankbaren Gotteslob, getreuer Verweser zu sein, daß ich ihr Leiden an ihrer Statt löblich auftrage, in welcher Weise sie je leiden mögen, und opfere es an ihrer Statt, als ob ich selbst das allesamt nach meines Herzens Wunsch an meinem Leibe und Herzen allein erlitten hätte, und biete es heute dar deinem eingeborenen leidenden Sohne, daß er ewiglich davon gelobt und die leidenden Menschen davon getröstet werden, sie seien noch in diesem Jammertal oder in jener Welt, in deiner Gewalt.«

Sodann aber gedachte Heinrich seiner und aller Menschen Sünden, und er sprach also zur Himmelskönigin, der Zuflucht der Sünder:

»O du Gottes auserwähltes Herzenstraut, du schöne goldene Krone der ewigen Weisheit, Christi des Herrn, erlaube mir armen Sünder von meinen Gebrechen ein wenig mit dir zu reden! Meine Seele fällt hin zu dir mit bleichem Herzen, mit schämigem Antlitz und niedergeschlagenen Augen. Ach du Mutter aller Gnaden, mir ist, als ob weder meine sündige Seele noch eine andere sündige Seele eines Mittlers bei dir bedürfe. Du bist doch das Mittel aller Sünder bei der Ewigen Weisheit, Christus Jesus unserem Herrn. Je sündiger eine Seele ist, desto eher hat sie Zutritt zu dir, je missetätiger sie ist, desto mehr dringt sie zu dir. Eja, du einziger Trost aller sündigen Herzen, du einzige Zuflucht aller verschuldeten Menschen, denn du bist eine gnädige Mittlerin und Versöhnerin zwischen dir und der Ewigen Weisheit! Gedenke, gedenke, milde auserwählte Königin, daß du alle deine Würdigkeit von uns sündigen Menschen hast! Was hat dich gemacht zu einer Mutter Gottes, zu einem Schrein, in welchem die ewige Weisheit süßiglich geruhet hat? O Frau! Das haben unserer armen Menschen Sünden getan! Wie könntest du heißen eine Mutter der Gnaden und der Barmherzigkeit, wenn nicht von unserer Armseligkeit, darinnen wir der Gnade und Barmherzigkeit bedürfen? Unsere Armut hat dich reich gemacht; unsere Gebrechen dich geadelt über alle lautere Kreatur. Darum kehre her denn die Augen der Barmherzigkeit, nimm uns unter deinen Schirm, denn unser Trost und unsere Zuversicht liegt an dir. O auserwählte Königin, du Gottes Herzenstraut, du bist aller Erbarmung Pforte, aller Gnaden Tor, der Weg zu Gottes eingeborenem Sohn!

O herrlichster Herr Jesu mein, o Maria, Jesu süßer Schrein,
o Heiligen Geistes Braut, o Gottes Herzenstraut!«

 


Die Ausstattung besorgte Karl Köster
den Druck und den Einband die Druckerei des Volksvereinsverlags zu M.Gladbach

 


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