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Traumfahrt.

Laß meine Hand an Deinen Brüsten ruhen,
wenn wir getrennt ins Reich des Schlafes schreiten,
mein letzter Kuß auf ihre jungen Knospen
soll Dich beseligt in die Nacht geleiten;
und wenn in Sehnsucht unter meinen Lippen
sich noch die Adern ihres Marmors weiten,
laß uns getrennt, und doch in uns verschlungen,
ins Tal der unbekannten Schatten gleiten.
Dein weißes Knie soll weich an meinem ruhen,
und Deines Leibes Hauch soll mich betäuben,
wenn meine Sinne sich in Deinen Armen
dem Ruf des Dunkels stolz zu folgen sträuben.
             So tief sei unsere Lust in uns beschlossen,
daß wir dem Traum die Nacht des andern neiden,
daß unsere Seelen, wie die satten Glieder,
sich nur vereint vom Glanz des Tages scheiden;
und während neue Säfte in uns rauschen,
soll unser Sein vereint ins Dunkel tauchen,
und neu erwacht, zu Lüsten oder Leiden,
als ersten Gruß des andern Namen hauchen!


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