Über das Universum
Autorenseite

 << zurück 

16t Vorles.

Nachdem wir uns im Allgemeinen mit der Topographie des Mondes beschäftigt haben, der von einigen amerikanischen Völkern recht bezeichnend die nächtliche Sonne od. eine Schlafsonne genannt wird, will ich noch einmal auf die vulkanischen Erscheinungen zurückkommen, die seine Oberfläche durchwühlen, in so fern man dies Phänomen mit den Meteorsteinen od. Aerolithen in Verbindung zu bringen versucht hat. – Die Existenz solcher vom Himmel herabfallender Massen ist von den neueren Naturforschern lange in Zweifel gezogen worden, obgleich bei den Alten die unzweideutigsten Zeugnisse, diese für eine Fabel gehaltenen Steinregen außer Zweifel setzen. Trotz der übereinstimmenden Nachrichten über diese Naturerscheinungen bei den Griechen und Römern, die selbst bei chinesischen Schriftstellern Bestätigung finden, und obgleich viele thibetanische u. tartarische Fürsten im Besitz von Schwertern und Dolchen sind, die man aus diesem Meteoreisen verfertigt, so läugnete man doch in neueren Zeiten beharrlich die Wahrheit dieses Phänomens. Ein wunderbares Beispiel von physikalischem Unglauben! Bis der verdienstvolle Chladni, derselbe, dem es gelang die Töne sichtbar darzustellen, zuerst die Aufmerksamkeit der Gelehrten auf die wirkliche Existenz dieser, aus den Welträumen herab kommenden Massen leitete, welche seitdem unzählige Erscheinungen bestätigt haben. Eines der merkwürdigsten Beispiele bietet der 1803 zu Aix im Depart. de l'Orne herabgekommene Steinregen, dessen Wirkungen von den berühmtesten franz. Naturforschern untersucht worden sind. Bei heiterm Himmel zeigte sich am 26t April ein Gewölk, aus dem unter anhaltendem Donnern, u. einem Gekrach wie beim Abfeuern von Geschütz ein fürchterlicher Steinregen herabstürzte, der bis auf 15 franz. Meilen im Halbmesser die Spuren seiner Wirkung verbreitete. Von den gefallenen Steinen fand man 2000; der kleinste wog 9 Quentchen, der größte 17 Pfund.

Bei der versuchten Erklärung dieses Phänomens haben einige die Behauptung aufgestellt, daß die herabgeschleuderten Massen Produkte der Mondvulkane wären, vielleicht in Verbindung mit jenen erwähnten Eruptionen im Aristarch. La Place und Olbers haben die Frage aufgeworfen: welche Wurfkraft erforderlich seyn würde, um einen dergleichen Auswurf bis in die Attractionssphäre unserer Erde zu bringen? Mathematische Rechnungen ergeben, daß eine schwere Masse, die aus dem Monde mit einer anfänglichen Geschwindigkeit von 7500 Fuß in 1 Sek. (ungefähr die 4 fache Geschwindigkeit einer Kanonenkugel) geschleudert würde, nach 2½ Tagen auf unserer Erde anlangen könnte. Die auf dem Monde, seiner Kleinheit wegen, geringere Schwerkraft, und die mangelnde Atmosphäre, würden die Möglichkeit dieses Hinwegschleuderns allerdings vermehren. – Uebrigens ist diese Meinung nicht neu u. schon Paulo Maria Gonzago in Tortosa hat die Vermuthung geäußert, daß die Steinregen aus dem Monde herabkommen möchten. – Wenn aber auch die Möglichkeit die Erscheinung auf diese Weise zu erklären, nicht geleugnet werden kann, so sind doch andere Gründe vorhanden, welche diese Annahme nicht wahrscheinlich machen. Der Haupteinwurf beruht auf der Geschwindigkeit mit welcher diese Massen bei uns ankommen, und welche sie in ihrer Bewegung den planetarischen Körpern so ähnlich macht. Man hat die reißende Geschwindigkeit gemessen, mit der Feuerkugeln über einen großen Teil von Europa, vom westlichen Ireland bis nach Ungarn hinweggezogen, und gefunden, daß diese Bolide 14 Meilen in 1 Sek. zurücklegte u. mithin die Bewegung der Erde in ihrer Bahn, noch übertraf. Ich habe früher schon erwähnt, in wie fern der kosmische Ursprung dieser Meteore überhaupt wahrscheinlich ist. – Was die Bestandteile dieser Massen betrifft, so sind sie in der Regel aus Eisen, Nickel und Kobald zusammengesetzt, doch fehlt zuweilen der Nickel. Ein in Frankreich zu Juvevas herabgekommener, von H. Gustav Rose untersuchter Meteorstein enthält keinen dieser Bestandtheile, und scheint vielmehr einer Gebirgsmasse ähnlich. Man könnte ihn für ein Stückchen Syenit aus dem Plauenschen Grunde halten. – Derselbe verdienstvolle Mineralog hat die von Pallas 1772 am Jenesei aufgefundene Eisenmasse (1600  Pfund schwer) ebenfalls untersucht, und darin kristallisirtes Magneteisen, und selbst eingesprengten Olivin, wie im Basalt, gefunden.

Es möge mir hier gestattet seyn, noch einiges über die merkwürdige Erscheinung der Sonnenflecke zu erwähnen.

Um einen ungefähren Begriff von der Größe und Masse des Sonnenkörpers zu gewinnen, genügt die Betrachtung, daß der Uranus 400,000,000 Meilen entfernt, sich innerhalb der Attractionssphäre befindet, u. daß der Komet von 1811 (keinesweges ein besonders excentrischer) 22 mal weiter als der Uranus kreisend, ebenfalls noch demselben Sonnensystem angehört. Nach den genauen Untersuchungen von Delambre braucht das Sonnenlicht 8 Min. 13 Sek. um die Entfernung von 20871000 Meilen bis zu unserer Erde zurückzulegen. Bis zum Uranus sind 2⅓ Stunde erforderlich, bis zum Kometen von 1811 2¼ Tag. Von einer Sonne bis zur nächsten, bis zum Sirius, reiset der Lichtstrahl 3 volle Jahre.

Wenn man sich alle Planeten in eine Kugel geballt denkt, so hat die Sonne doch 560 mal mehr Masse, und 824 mal mehr Volumen. Ihr Durchmesser beträgt 109¾ Durchm. der Erde. – Da die mittlere Entfernung des Mondes von der Erde 51,000 Meilen ist: so könnte er seinen Umlauf beinahe 2 mal innerhalb des Sonnenkörpers vollenden. – Obgleich dergleichen numerische Spielereien eben nicht nach meinem Geschmacke sind, so dienen sie doch oft dazu eine Sache zu versinnlichen. Ich will daher noch anführen, daß eine Kanonenkugel, welche mit einer Wurfkraft von 1500 Fuß in der Sek. abgeschossen wird, von Berlin bis Wien 9 Minuten brauchen würde, von der Erde bis zum Mond 9 Tage, und bis zur Sonne etwas über 9 Jahre.

Wir wissen durch die Fernröhre weniger von der Sonne als vom Monde; nicht wegen der größern Entfernung, sondern wegen der leuchtenden Atmosphäre welche den Sonnenkörper umgiebt. – Die merkwürdigste Erscheinung auf der Sonne sind die Sonnenflecken. Man bemerkt sie zuerst an dem östlichen Rande, sieht, wie sie von Osten nach Westen sich bewegen, und nach 13 Tagen verschwinden. Daraus hat man die Rotation der Sonne sehr genau auf 25,12 Tage berechnet. – Es ist möglich diese Flecken mit bloßen Augen zu sehen. In Peru, wo ein Nebelartiger Dunst, die garña oft 3–4 Monate lang die Sonne verdeckt, wie bei uns der Heerrauch im Jahre 1783, waren den Einwohnern die Sonnenflecke schon im 16t Jahrhundert bekannt, wie Acosta in seiner Reise anführt. Die älteste Erwähnung dieser Flecken findet sich in den chinesischen Annalen, 321 nach Chr. Geb. – Arabische Schriftsteller bemerken, daß 626 nach dem Tode Mohamed's die halbe Sonnenscheibe verfinstert worden. Die Araber nennen diese Erscheinung aber nicht Sonnenflecke, sondern haben die schwarze Merkurscheibe vor der Sonne zu sehen geglaubt. Dies wäre aber gar nicht möglich, wegen der Kleinheit des Mercur, den man überdies mit bloßen Augen nicht zu sehen vermag. Abulfaradsch, Averroës, und selbst Keppler haben diese irrige Meinung getheilt. – Obgleich nun seit Jahrtausenden die Existenz der Sonnenflecken gekannt scheint, so sind doch erst im 17t Jahrh. genaue Beobachtungen darüber angestellt worden. Dem Jesuiten Scheiler in Ingolstadt wird insgemein die Entdeckung derselben zugesprochen. Galilei beobachtete sie gleichzeitig, und machte in den Gärten des Quirinal den Kardinal Barberini darauf aufmerksam. Als der Pater Scheiler mit dieser Beobachtung auftrat, glaubte Galilei, daß seine Entdeckung ihm von den Jesuiten verrathen sey. Dem Pater Scheiler kam aber seine Scharfsicht keinesweges zu Gute. Sein Prior Thed. Busaeus befahl ihm nämlich dergleichen alberne Meinungen künftig zurückzuhalten. Die Flecken wären nicht in der Sonne, sondern in seinen Augen. Wenn sie sich in der Sonne befänden, so müßte Aristoteles sie auch gesehen haben. – Der Sohn eines ostfriesischen Predigers Johann Fabricius hatte sich 1610 ein neuerfundenes Fernglas angeschafft, und entdeckte die Sonnenflecken, indem er mit diesem Instrument, u. zwar ohne Blendglas seine Augen gewaltig zerquälte. Nach den Untersuchungen des H. v. Zach war der Engländer Harriot der erste, welcher sie als wirkliche Flecken erkannte, am 8t Octbr. 1610. – Diese Flecken sind durchgehend kohlschwarz mit aschfarbnen, scharfbegränzten Rande. Sie entfernen sich nicht über 30–40° nördlich und südlich vom Sonnenäquator, und sind gegen die Pole zu niemals sichtbar. Zuerst zeigt sich gewöhnlich eine leuchtende Erscheinung, die s. g. Sonnenfackeln, als wenn eine Explosion elastischer Flüssigkeiten die Photosphäre theilte. Einige Zeit darauf erscheint der schwarze Fleck, mit einer Penumbra, welche vollkommen scharf begränzt ist. Lambert, Herschel, Bode, Fischer in Halberstadt, der Bruder unseres verdienten Physikers haben sich mit der Beobachtung dieser Flecken vielfach beschäftigt, und ihre Erklärung auf mannigfache Weise versucht. Die genügendste scheint, indem wir zu der Hypothese unsere Zuflucht nehmen, daß der Sonnenkörper von 2 Wolkenschichten umgeben sey, von denen die nächsten der Sonne aschfarben, die entferntere aber hell angenommen werden muß. Denken wir uns nun, daß wahrscheinlich auf der Sonne sich Gasarten oder ähnliche fluida entwickeln, welche bei Aufströmen die beiden Wolkenschichten trennen, und den dunkeln Sonnenkörper sichtbar machen, so wird die Erscheinung der Flecken, in der Projection in welche wir sie erblicken, vollkommen erklärlich.

Die jetzt allgemein angenommene Meinung, daß die Sonne nicht selbst leuchtend, sondern ein dunkler Körper sey, wurde lange lächerlich gemacht und eben so bestritten, wie die Existenz der Aerolithen, obgleich diese in vielen Tempeln, selbst in der Caaba aufbewahrt wurden. Noch vor 40 Jahren rettete die Meinung, daß die Sonne schwarz sey, einem Menschen das Leben. Ein gewisser Smithman hatte in einer Dissertation zu beweisen gesucht, daß die Sonne nicht selbstleuchtend sey, und wurde später wegen einer Fälschung zum Tode verurtheilt. Sein Verteidiger führte diese Dissertation als augenscheinlichen Beweis an, daß er schon seit seiner frühen Jugend den Verstand verloren habe.

Indem ich nunmehr das Naturgemälde beendige, das ich aufzustellen bemüht gewesen, bleibt es mir nur übrig zu danken für die Theilnahme, welche mein Bestreben das Bild eines Natur Ganzen zu entwerfen, gefunden hat. Doch will ich diese Versamlung nicht ermüden mit der Schilderung eines Gefühls, das zu seiner Dauer keine Erneuerung bedarf, und jetzt nur noch hinzufügen, welche Ursachen in der neuesten Zeit dem Studium der Natur so fördernd gewesen sind, und wodurch die Liebe zur Betrachtung der Natur so lebhaft erregt worden ist.

Eine mehr aestethische Beschreibung der Naturwissenschaften überhaupt mag dazu beigetragen haben; der Anblick der schönen Pflanzenformen in den botanischen Gärten, die in so manchen ausgezeichneten Exemplaren ein Bild der Tropengewächse geben; u. endlich die Art wie in unserer Zeit die Landschaftmalerei die Pflanzen=Physiognomik darstellend, die Ansicht uns fremdartiger Naturscenen versinnlicht.

Wenn ich angeben soll, was in mir zuerst die Sehnsucht nach erweiterter Weltansicht erweckt, und mich zur Unternehmung großer Reisen angetrieben hat, so war es: Georg Forster's Schilderung der Südseeinseln, der Anblick des großen Drachenbaumes in dem hiesigen botanischen Garten, u. Hodges vortreffliche Zeichnungen, welche ich bei meiner frühesten Reise nach England zu sehen Gelegenheit hatte.

Wenn wir bei den Alten wahrnehmen, daß sie weniger den Einfluß beachtet haben, den der Anblick der unbelebten Natur auf den Menschen ausübt, so kommt dies wohl daher, daß der Mensch u. das Studium seiner Kräfte u. Leidenschaften, ihnen das Höchste u. Einzige schien. Nicht daß bei ihnen Beispiele fehlten, wie Einzelne besonders von der Natur angeregt worden sind. So hat uns Plinius eine schöne Beschreilbung seiner beiden Villen Laurentinum u. Tuscum hinterlassen. Nie aber wurde bei den Griechen u. Römern die Naturbeschreibung ein eigner Zweig der Litteratur, sondern die Landschaft diente gewissermaßen nur als Hintergrund um den historischen Figuren mehr Haltung zu geben. Dagegen scheint die Naturbetrachtung den indogermanischen Stämmen eigenthümlich; u. man braucht nicht anzunehmen, daß das rauhe Klima u. die Entbehrung einer schönen Natur den Genuß derselben bei den germanischen Völkern geschärft habe, da sich bei den südlichen Indern und Persern die ähnliche Richtung findet.

In neuerer Zeit finden wir die erste aesthetische Beschreibung der Naturscenen beim Kardinal Bembo, der in einer eignen kleinen Blumenschrift sein Aufsteigen auf den Aetna schildert, u. auf eine reizende Weise die Veränderung der Vegetationsverhältnisse malt. – Später bei genauerer Erforschung aller Erdtheile, u. bei mehr verbreiteten allgemeinen Naturkenntnissen, treten unsere Männer auf, denen wir ebenso gründliche als geschmackvolle Naturbeschreibungen danken. – Zuerst nennen wir Buffon, der obgleich großartig in seinen Ansichten, doch mehr pomphaft malt, als individuell, u. dessen Schilderungen eine gewisse Kälte haben, weil ihn die eigne Ansicht der exotischen Natur abgeht. – An Wahrheit und Anmuth übertrifft ihn der jüngere Forster. Er entwirft ein sehr geschmackvolles Naturbild, in dieser Art das Erste, u. schildert nicht nur lebhaft den Anblick der Tropenwelt, sondern berücksichtigt auch die verschiedenen Sitten u. Racen der Völker. Später als G. Forster liefert Bernardin de St. Pierre gelungene Naturschilderungen, die gewissermaßen dramatisch sind, in so fern historische Figuren sich von landschaftlichen Hintergrunde sondern. Paul et Virginie sowohl, als die Etudes de la nature enthalten schöne Bilder, die jedoch mit Vorsicht zu betrachten sind, da falsche Axiome hin u. wieder den Verfaßer verleiten, der Wahrheit Abbruch zu thun. Chateaubriand stellt in der Atala ein eben so reizendes Bild der südlichen Natur auf, als er im »Genie du christianisme« die Missionen mit Wahrheit, u. der Natur getreu schildert. So auch malt er mit eigentlichen Localfarben das südliche Italien, Aegypten, Jerusalem, das gelobte Land bis zum todten Meere, u. giebt uns in seinem neuesten Werke den Abenceragen, den Anblick der Sierra Nevada in Granada, des höchsten Gebirges in Spanien. – Vor allen aber erwähnen wir hier den hohen Meister, dessen Werke ein so tiefes Gefühl für die Natur durchdringt. Wie im Werther, so in der Reise, in der Metamorphose der Pflanzen, überall klingt dies begeisterte Gefühl an und berührt uns gleich wie »ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht.«

Bei den Franzosen bilden diese Schilderungen der Natur besonders der exotischen, einen eignen Zweig der Litteratur, die poësie descriptive. Es ist nicht zu verkennen, daß man hierbei mitunter auf Abwege gerathen ist, in so fern eine gezierte Schwülstigkeit gar oft den Mangel des innern Gefühls ersetzen muß. Es ist immer gefährlich bei der Schilderung großer Gegenstände sich ungemessen des Schmucks der Rede zu bedienen, wenn auch der Hauch der Poesie niemals fehlen sollte. Eine Hauptsache liegt darin, daß derjenige welcher das Bild aufstellt, ganz in demselben aufgeht, u. sich selbst der Betrachtung entzieht.

Wir dürfen bei dieser Gelegenheit die Landschaftsmalerei nicht übergehen, in so fern sie sich mit dem charakteristischen der einzelnen Pflanzenformen, u. der Physiognomie der Natur überhaupt beschäftigt. Bei den Alten war dies nur Nebenwerk, u. sie bedienten sich zur Darstellung der anorganischen Natur gewisser feststehender Typen, wie wir dies auch an den neu aufgefundenen Werken größerer Meister bemerken, welche vor kurzem aus Pompeji u. Herculanum ans Licht gefördert worden sind.

Zur Zeit des Auflebens der italischen Kunst finden wir den Anfang der Landschaftsmalerei in der niederländischen Schule, u. bei den Schülern Van Eyk's. Namentlich hat Heinr. von Bloss zuerst versucht die Figuren sehr zu verkleinern, um dadurch die Landschaft hervortreten zu lassen. – Auch bei den großen italischen Landschaften der spätern Zeit TizianBassano, Caracci findet sich keine genaue Nachahmung, besonders der exotischen Natur, u. auch sie bedienten sich für gewisse Gegenstände, angenommener, conventioneller Formen, z. B. geben sie die Dattelpalmen, die doch aus Nordafrika nach Sicilien und Italien hinüber gewandert waren, ein eigen schuppiges, wunderliches Ansehen.

Franz Post, der den Prinzen Moritz v. Nassau 1642 nach Brasilien begleitete, war der erste, welcher treue Naturgemälde darstellte. Von ihm befinden sich auf der hiesigen Bibliothek einige schöne Landschaften. – Hodges brachte herrliche Zeichnungen von den Reisen heim, auf welchen er Cook begleitete, u. ging später mit Hastings nach Ostindien, wo er ebenfalls schöne Arbeiten lieferte. – Neben diesem ist Daniel zu nennen, der in seinen Oriental sceneries, die vegetationsreichen Ufer des Ganges malt, u. später schöne Darstellungen auf seiner Reise von Plymouth nach Calcutta entwarf.

Rugendas, aus einer alten, geachteten Künstlerfamilie in Augsburg, hat neuerdings aus Brasilien ausgezeichnete Landschaften zurückgebracht, die sich zum Theil in Schleißheim befinden.

Noch will ich hier der Darstellung eines sogenannten Urwaldes (forêt vierge) erwähnen, welche in Paris durch den Grabstichel vervielfältigt, erschienen ist, und ein ungemein wahres Bild, sowohl der Palmenform, als auch der wunderbaren Verschlingung der Gewächse darbietet, welche die tropische üppige Vegetation charakterisiren.


 << zurück