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Der Schmeichler

Wann er dich schon lobt ins Gesicht / es geht ihm nicht von Hertzen / sein Hertz und sein Zung seyn weiter von einander als Schaffhausen und Kitzbüchl, seine Wort und Gedancken seyn so nahend aneinander als Freyburg und Neuburg, seine Zungen ist allzeit von Glattau, aber die Werk von Lauffen, mit seiner Parolla und Versprechen ist er ein Herr von Sonnen-Feld, kommt es aber zur That / so ist er von Trübs-Winkel, er ist wie die Apothecker-Pillen / die seyn auswendig geziert mit einem goldenen Hui / inwendig aber lauter Pfui / er lobt dich wohl / aber er liebt dich nicht / sondern nur das Deinige / er kitzlt dich dessentwegen durch seine Schmeichlerey / damit er sein erwünschtes Vorhaben erlange; Schmeichler / Schmarotzer / Schlicker / Schlenkel / Schwätzer / Schelm / sag es noch einmahl / die fangen alle von ein Sch. An. Blanditor idem ac proditor, der Ursachen sagt Alduinus ist die Schmeichlerey eine Sünde / weilen man einen lobt nur dessentwegen / damit man von seinem Nebenmenschen aus zur lauterm Eigennutz etwas fischen und erwischen möge.


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