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Schiffbruch

Ein Kauffman litte bald / nach seinem angefangenen Handel / einen Schiffbruch auf dem Meer / also daß ihne auf einmahl viel Fässer mit Feigen zu Grund gangen / wessenthalben er ziemlich bestürzt worden / weil ihme aber ein guter Freund eine namhaffte Summa Geld vorgestreckt / und ihme eingerathen / er möchte den vorigen Handel ferner forttreiben / er werde darbey einen ehrlichen Gewinn finden / das laß ich wohl bleiben / gab er zur Antwort: Ich bin dieser Tagen am Ufer des Meers gestanden / und hab wahrgenommen / daß es ganz still und züchtig gewesen / dahero mir eingebildet / es stelle sich mit allem Fleiß also ehrbar / und möchte gern wiederum Feigen fressen / dahero ich dem schleckerhafften Meer nicht mehr traue / ich will hinfüro mit Pfeffer handlen / so bin ich alsdann sicher vor des Meers Schlecker-Maul / wer mich einmahl hinter des Licht führt / dem traue ich nimmermehr. Es scheinet zwar / daß dieser Kauffmann in etwas einfältig gewesen / allein in dem Fall können wir ihme wohl nachfolgen / daß wir demjenigen nicht mehr sollen trauen / der uns so oft betrogen / und dieses ist der laidige Sathan / welcher die erste Eltern und folgsam so viel Millionen Seelen hinter das Licht geführt: Wann dieser verfluchte Geist schon sein Hilff und Beystand verspricht / so bestehet doch alles in lauter Betrug.


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