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Vorwort

Mein einziger Bruder Alfred hatte die Expedition, deren Leben und Treiben in diesem Buch von den Expeditionsmitgliedern geschildert wird, als Abschluß seiner Grönlandforschungen gewünscht.

Wir haben beide gemeinsam studiert, im Heere gedient, ja, das Leben hatte uns später noch zweimal in gleichen Stellungen zusammengeführt, auf zwei Jahre als technische Hilfsarbeiter am Preußischen Aeronautischen Observatorium Lindenberg und nach dem Kriege auf fünf Jahre als Abteilungsvorstände an der Deutschen Seewarte. Und wenn sich unsere Wege auch hin und wieder getrennt haben, er nach Nordostgrönland mit Mylius-Erichsen ging und ich nach Samoa, um dort seismische und erdmagnetische Beobachtungen zu sammeln, und wenn er die Durchquerung Grönlands ausführte, während ich zu gleicher Zeit in Spitzbergen photogrammetrisch die Höhen des Polarlichtes maß, unser Ziel ist doch stets das gleiche gewesen: die Erkenntnis des Baues der Welt.

Diese Gemeinsamkeit der Interessen war es wohl, die die Notgemeinschaft veranlaßte, mir die Leitung der Expedition nach dem Tode meines Bruders zu übertragen.

Es ist eine Ehrenpflicht für mich, im Namen meines Bruders an dieser Stelle allen denen zu danken, die ihm die Durchführung seines letzten Planes ermöglicht haben, insbesondere dem Präsidenten der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, Exzellenz Schmidt-Ott.

Berlin, Ostern 1932.
Professor Dr. Kurt Wegener.


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