Johanna Spyri
Gritlis Kinder kommen weiter
Johanna Spyri

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Viertes Kapitel

Im Fischerhäuschen

Seinem Vorhaben gemäß erwartete Oskar am anderen Morgen in der Frühe den Bäckerjungen am Eingange des Hofes beim Gitterportal. Mit einem ungeheuren Korbe am Arm, der einen erfreulichen Duft von frischem Brot verbreitete, kam der Junge herangeschlendert. Oskar ging ihm ein wenig entgegen und, seinen Zweck verfolgend, fragte er gleich: »Aus welchem Kanton bist du?«

»Das geht dich nichts an«, antwortete der feste Landsmann.

Diese Sprache war dem Oskar nicht unbekannt und schüchterte ihn nicht ein.

»Du brauchst nicht so grob zu sein«, gab er zurück; »ich habe einen Grund dich so zu fragen, und der kann dich nur freuen.« Nun erklärte Oskar dem Jungen, was er im Sinne habe und wie schön es sei, wenn man so im Auslande sich zusammenschare und dann ein schönes, vaterländisches Fest zusammen feiere. Nun erwies es sich dann, daß der Junge gar nicht so bösartig war, wie es den Anschein hatte, und daß sein Eingangswort nur so seine Unabhängigkeit andeuten sollte. Er wurde jetzt ganz geschmeidig und bezeugte eine überaus große Freude, an dem Feste teilzunehmen. Von anderen Schweizern, von denen Oskar wissen wollte, konnte er nur wenige nennen. Er war erst seit einem halben Jahre hier. Seine Base hatte ihn von Luzern herkommen lassen, um ihr im Geschäfte Hilfe zu leisten. Sie war die Frau des Bäckers, und er war nun bei ihr und hatte das Brot auszutragen. Ein Schusterjunge aus dem Kanton Uri wohnte in seiner Nähe, und dann kannte er noch einen Ausläufer aus dem Gasthaus zur Traube, der war in der Nähe von Schwyz daheim. Dann war freilich die große Fabrik unten am Kanal, die gehörte einem Schweizerherrn. Da bringe er, berichtete der Junge weiter, auch alle Morgen das Brot hin und habe schon oft den zwei großen Buben zugesehen, wenn die im Garten Ball spielten, aber die redeten nicht mit ihm. Oskar war sehr befriedigt von den Mitteilungen. Er gab dem neuen Bekannten den Auftrag, den Urner und den Schwyzer zu dem Feste einzuladen; die beiden anderen wollte er selbst übernehmen. Den festgesetzten Tag und alles Nähere würde Oskar ihm dann schon noch mitteilen; da er ja täglich ins Haus komme, wäre das Weitere dann leicht einzurichten.

Hocherfreut teilte Oskar später, als die Kinder wieder im Garten zusammen waren, dem Fani mit, daß er für sein Fest die schönsten Aussichten habe, nur müsse er durchaus zu der Familie drunten in der großen Fabrik gelangen können, da müsse Fani mit ihm hingehen, er werde wohl als Gutsnachbar dort einen Besuch machen können. Aber Fani erklärte, er tue keinen Schritt in der Sache. Frau Stanhope erlaube nicht, daß er und Elsli zu Leuten gehen, die sie nicht kenne, überhaupt in gar keine Häuser der Nachbarschaft. Als aber Elsli, das daneben stand, sah, wie leid dem Oskar dieser Abschlag tat, sagte es schnell:

»Weißt du, Oskar, vielleicht kannst du schon hingehen. Wenn dir nichts anderes in den Sinn kommt, das besser wäre, so wüßte ich noch etwas, das du tun könntest. Wie ich daheim fortging, hat mir der Herr Bickel aufgetragen, ich solle mich umsehen, was für Fabriken hier in der Nähe seien, und es ihm berichten, damit er wisse, ob er etwa Geschäfte mit ihnen machen wolle. Das konnte ich aber nicht tun, und ich habe noch nie einen Bericht darüber heimschicken können. Nun könntest du vielleicht hingehen und sagen, du solltest wissen, was es für eine Fabrik sei, und könntest dann dem Herrn Bickel Bericht geben.«

»Du hast gewiß immer die allergescheitesten Gedanken, Elsli!« rief Oskar frohlockend, denn nun sah er seinen Weg offen; der Grund, dahin zu gehen, war durchaus passend. Er benutzte auch gleich die Zeit, die dem Spiel in Hof und Garten gewidmet war, und rannte davon. Neben dem großen Fabrikgebäude unten am Kanal stand das Wohnhaus, von einem schönen, blumenreichen Garten umgeben. Unter den Bäumen liefen zwei Jungen hin und her, im höchsten Eifer ihrem Ballspiel obliegend. Dieses wurde aber mit einer solchen Behendigkeit ausgeführt, daß Oskar staunend am Zaune stehen blieb und hinüberschaute. Er vergaß alles andere. Auch er war ein guter Ballspieler, aber solche Würfe!

»Bravo!« mußte er jetzt überlaut ausrufen, als ein gar so herrlicher Wurf getan wurde. Die Jungen schauten herüber.

»Komm herein, mach mit!« rief der eine.

Oskar wünschte nichts Besseres. Schon war er drinnen und piff, paff, ging es los, ein Ballspiel, wie er es noch gar nicht erlebt hatte, denn solch' ebenbürtige Genossen hatte er noch niemals gefunden. Auch den beiden Jungen war der kenntnisreiche Freund willkommen, und ohne Unterbrechung wurde das Spiel fortgesetzt, bis die große Mittagsglocke im Hause erschallte und den Oskar erinnerte, daß er zurückzukehren habe. Nun wollte man aber doch noch Bekanntschaft machen. Eigentlich hatte man schon Freundschaft geschlossen, aber einander so recht nach Art und Namen kennen wollten die drei denn doch noch.

Die Söhne des großen Hauses, die beiden Fink, waren St. Galler, zwei aufgeweckte, warmherzige Bürschchen, so wie die Leute in St. Gallen sind. Mit dem neuen Schweizerfreunde schlossen sie gleich einen feurigen Bruderbund, in den Oskar mit voller Begeisterung einging. Welche Pläne konnten auch mit solchen Freunden ausgeführt werden! Aber davon durfte man nun nicht mehr reden, die Zeit war vorbei. Nur andeuten wollte Oskar noch den Freunden, daß er einen großen Schweizerverein zu gründen im Sinne habe, woran sie teilnehmen müßten, was sie mit Enthusiasmus versprachen. Die Zeit zur nächsten Versammlung wurde festgesetzt, und Oskar kehrte hochbeglückt von dem Erfolge seines Unternehmens nach der Rosenhalde zurück. Was aber in der Fabrik gesponnen wurde, wußte er freilich so wenig als vorher: die Frage hatte er ganz vergessen.

Von dem Tage an verschwand Oskar ganz und gar für alle Zeit, die den Kindern zur Unterhaltung freigegeben war. Es fiel aber keinem der anderen auf: Fred hatte mit seinem Sammeln so viel zu tun, daß er für nichts anderes auch nur einen Gedanken hatte. Emmi und Fani hatten einen eigenen Zweck zu verfolgen und waren froh, wenn keiner sie darin störte. Elsli begriff gut, daß keines von den anderen seiner Gesellschaft bedurfte, und so saß es oft stundenlang allein auf der Bank unter den alten Linden und hatte da vielerlei Gedanken. Oft war es ihm ganz schwer zumute, als tue es ein Unrecht, so da zu sitzen und so gute Tage zu haben, da es doch wußte, wie es Vater und Mutter daheim hatten. Dann dachte es wieder an die Nora, ob sie wohl ganz vergessen habe, was sie ihm versprochen hatte, daß sie den lieben Gott bitten wollte, er möge Elsli auch in den Himmel rufen. Es konnte ja auch so gut gehen, ohne daß es nur einem Menschen mangeln würde, denn hier hatte es ja niemand nötig; es wollte so gern gehen. Im stillen fürchtete Elsli immer ein wenig, weiter zu leben, es wußte nicht recht, was ihm eigentlich angst machte, aber es fühlte, daß es nie so recht in die neue Heimat sich einleben und nie so recht dahin passen würde. In der alten aber wäre es auch nicht mehr daheim, wenn es zurückkehren würde. Dahin zurückzukommen flößte ihm jetzt auch Angst und Schrecken ein. So hatte Elsli mitten in dem schönen Leben auf der Rosenhalde meistens das Gefühl, als ob es auf der Welt gar niemandem mehr angehöre und ganz überflüssig sei.

Von den Linden ging ein schmaler Fußweg eine gute Strecke weit am Wasser hin, einem dichten Weidengebüsch zu, in dem er dann verschwand. Elsli war schon öfter auf dem einsamen Pfade ein wenig weiter gegangen. Da war es so schön still, und nie kam ein Mensch auf diesen Weg, denn er führte vom Gute nach der anderen Seite hin, nicht weiter; es war, als wäre er nur angelegt, damit man von der Rosenhalde nach den Weidenbüschen hin spazieren könne. Auch heute, nachdem Elsli schon eine Zeit allein auf der Bank gesessen hatte, ging es auf dem Fußwege ein wenig am Wasser hin und schaute den rastlos dahinziehenden Wellen zu. In diese Betrachtungen versunken, war das Kind näher zu den Weiden hinuntergekommen als je vorher. Die Büsche wurden hier unten immer höher, zu ganzen Bäumen. Aus der Ferne waren sie anzusehen wie ein Wäldchen, das tief ins Wasser hineinging. Es war so still und einsam hier, kein lebendes Wesen war zu sehen, nur das Rauschen der Wellen unten tönte durch die große Stille fort und fort. Plötzlich schlug ein lautes Geschrei an Elslis Ohren. Es schrak zusammen. Noch einmal ertönte der Schrei, jetzt anhaltend, immer mehr, immer lauter. Elsli lief dem Orte zu. Hinter dem ersten niederen Weidengebüsch, wo der Boden sumpfig war, standen mitten im Morast zwei Kinder, ein kleines Mädchen, das aus allen Kräften schrie, und ein Junge, der an des Schwesterchens Arm riß, soviel er vermochte. Da er es aber doch nicht weiter ziehen konnte, schrie er nun in seiner Hilflosigkeit noch viel lauter und immer verzweifelter. Elsli trat herzu und hob das Kind aus dem Sumpfe. Der Junge arbeitete sich mühsam nach; seine schweren Holzschuhe blieben immer wieder stecken. Als nun beide Kinder glücklich im Trockenen standen, in den Schuhen voller Morast und den Kleidern, die bis hochhinauf besudelt waren, aber sehr unglücklich aussahen, schaute Elsli mitleidig auf sie hin und fragte, wohin sie nun gehen wollten, ob sie weit nach Hause hätten.

Der Junge, der kaum sechs Jahre alt sein mochte, hatte sichtlich Zutrauen zu Elsli gefaßt. Er nahm es bei der Hand und sagte bittend: »Komm mit uns, und sag's der Mutter!« Dabei schaute er kläglich auf seine Höschen und auf des Schwesterchens Röckchen, an dem der Morast in der Sonne zu trocknen anfing, so daß es ganz steif und grau wurde, so, als wäre es von Pappendeckel gemacht.

Auch die Kleine mußte gleich eine Zuneigung zu ihrer Retterin gefaßt haben. Sie ergriff schnell Elslis andere Hand und sagte zutraulich: »Komm mit uns!«

Elsli verstand, daß der Junge gern einen Fürsprecher bei der Mutter hätte, und weit weg konnten die Kinder nicht wohnen, denn das kleine schmächtige Mädchen, das kaum vier Jahre alt sein konnte, hatte keinen weiten Weg machen können. Elsli hielt die Hände der Kinder fest und ging mit ihnen.

Der Junge wurde nun immer vertraulicher und fing an, seiner Begleiterin mitzuteilen, was er wußte. Die Mutter sei krank, und der Großvater könne nicht an die Sonne hinaus, wenn sie ihn nicht führe. Die kleine Schwester heiße Lenchen und er Lukas, und die anderen Brüder hießen Tolf und Heini und seien nicht viel größer als er. Unterdessen waren die drei Wanderer an den niedrigeren Weiden vorbei gegen die höheren hingekommen, die dichter zusammenstanden und bis ganz nahe ans Wasser hinuntergingen. Zwischen zweien dieser Bäume stand ein kleines Haus, wie eingeklemmt, niedrig und grau aussehend, so daß man es kaum von den Weiden unterscheiden konnte.

»Hier«, sagte der Junge und führte Elsli über die niedere Schwelle in das kleine Haus und gleich in die Stube ein. Da drinnen sah es freundlich und sauber aus. Ein Sonnenstrahl fiel durch das kleine Fenster in eine Ecke hinein. Hinten an der Wand war ein Lager errichtet, darauf lag die kranke Mutter und schaute mit großen, erstaunten Augen den Eintretenden entgegen. In der sonnigen Ecke saß ein alter Mann mit schneeweißem Haar und schaute nicht minder verwundert auf Elsli und die Kinder. Zwei Buben kamen ihnen entgegengerannt, beide nicht viel größer als der kleine Lukas.

»Wir haben euch gesucht!« »Wir haben euch nicht gefunden«, schrieen sie beide auf einmal.

Elsli trat mit den Kindern an das Bett heran und erzählte der Mutter, wie es sie gefunden hatte.

Die Kranke, die sehr bleich und kraftlos aussah, dankte Elsli sehr höflich und sagte, es sei so schwer mit den Kindern, nun sie krank sei und die Kleinen nicht immer überwachen könne. Die beiden älteren könnten schon diese und jene Arbeit verrichten, darum lasse sie die zwei Kleinen etwa allein vors Haus, daß sie auch ein wenig an die Luft kommen, aber sie seien eben noch gar unvernünftig und gingen, wo sie nicht sollten. Die Mutter schaute dabei mit besorgten Blicken auf das kleine Lenchen, das in seinem vom Morast gesteiften Röckchen wie in einem Futteral zu stecken schien.

»Kann ich euch etwas helfen?« fragte Elsli ein wenig schüchtern; die Frau war sehr höflich. Sie schaute Elsli verwundert an.

»Wir haben noch nie betteln müssen«, sagte sie und war ein wenig rot geworden, »wir helfen uns, wie wir können; nur seit ich krank bin, wird's uns fast zu schwer, und sonst helfen kann ein junges Fräulein nicht.«

»Ich bin kein Fräulein, und ich kann schon Lenchens Röckchen auswaschen und aufhängen«, sagte Elsli kundig. Das Erstaunen der Kranken wuchs ersichtlich.

»Aber das feine Kleidchen zeigt's doch, daß es einem jungen Fräulein aus einem Herrenhause gehört«, sagte sie, Elsli mit fragendem Blick von oben bis unten betrachtend.

Das Kleidchen, das Nora angehört hatte, war von feinem Stoff und mit seidenen Bändchen besetzt.

»Es gehört nicht mir, ich habe es nur zum Tragen bekommen«, sagte Elsli erklärend.

Jetzt erwachte ein ganz neues Gefühl in der Frau für das freundliche Kind. Sie dachte, es sei wohl aus einem fremden Lande hergekommen; seine Sprache, sein ganzes Wesen hatten für sie etwas Eigentümliches. Jemand habe das Kind vielleicht aufgenommen und ihm die Kleider geliehen, weil es so gut war. Voller Zutrauen sagte sie nun, wenn es so freundlich sein wollte, dem Lenchen das Zeug abzunehmen, so wäre sie herzlich dankbar dafür.

Nun griff Elsli gleich an, aber in einer Weise, daß die Frau nur staunen mußte. Mit einem Geschick, das deutlich zeigte, dies Geschäft werde nicht zum erstenmal ausgeführt, befreite Elsli das kleine Lenchen aus seiner Schale und zog ihm das Jäckchen an, das an der Wand hing. Dann nahm es das steife Röckchen auf den Arm und beide Kinder wieder an die Hand und ging in die Küche hinaus mit ihnen, denn auch der Lukas steckte ja noch in seinen Morastschuhen. Hier goß Elsli Wasser in den hölzernen Zuber, und nachdem es den Kindern Schuhe und Strümpfe ausgezogen, stellte es beide dahinein, damit ihre Füße wieder sauber würden. Dann trocknete es die beiden und schickte sie in die Stube hinein, da sollten sie sich hinsetzen, denn nun hatte es noch das Zeug zu waschen.

Den Kindern war unter der guten Behandlung so wohl geworden, daß sie gleich gehorchten, doch rief Lukas noch zurück, Elsli müsse auch wieder hereinkommen, sobald das Waschen fertig sei.

Nun kamen aber die beiden älteren Buben in die Küche gelaufen, sie wollten mit der neuen Erscheinung auch Bekanntschaft machen.

Als nun Tolf sah, wie die neue Bekannte da herumwirtschaftete, als habe sie das schon lange getan und wisse gut, was nötig sei, da kam er ganz vertraulich zu Elsli heran und sagte: »Mach uns auch noch das Abendessen, sonst muß man warten, bis der Vater kommt und es macht, und er kann es nicht so gut.«

»Ja, und einmal ist er eingeschlafen dabei«, fiel Heini ein, »weil er so müde war, und dann waren die Kartoffeln ganz verkocht.«

»Ja, und nachher mußte er doch noch fischen gehen«, fuhr Tolf fort; »alle Tage nach dem Nachtessen muß der Vater noch mit der Barke hinausfahren, wenn er schon müde ist, dann fängt er die Fische, die man verkaufen kann.«

»Und wir müssen es nun auch lernen«, setzte Heini wieder ein, »aber das Ruder ist uns noch zu schwer, aber der Vater sagt, wir seien bald stark genug, und wir müssen alle arbeiten, soviel wir können, sonst gibt's kein Brot, und man nimmt uns das Haus weg.«

Elsli stiegen alle alten Erinnerungen auf bei diesen Mitteilungen; wie gut wußte es, wie das alles war. Es war, als sähe es daheim den Vater vor sich, wie er so müde aussah und sagte: »Wenn wir's nur machen können, daß wir nicht vom Haus fort müssen!«

Als die Wäscherei zu Ende war, ging Elsli an das Bett der Mutter zurück und fragte, ob es ihr recht sei, wenn es das Abendessen herrichte, und ob sie ihm sagen wollte, was zu tun sei. Die Augen der Kranken leuchteten auf vor Freude.

»O du gutes Kind, willst du auch das noch tun?« sagte sie und drückte voller Freude Elslis Hand. Dann erklärte sie, was zu tun sei. Es war einfach genug. Elsli hatte dasselbe daheim viele hundert Mal getan.

Die Buben rannten ihm hurtig wieder nach in die Küche.

»Ich weiß jetzt etwas Neues für euch zwei«, sagte Elsli draußen, »wie alt seid ihr denn?«

»Ich bin sieben, und ich acht«, riefen sie zusammen aus, und Elsli sagte:

»Ja, seht, da seid ihr schon alt genug. Wie ich acht Jahre alt war, mußte ich schon ganz allein die Kartoffeln kochen. Das will ich euch nun auch lehren, wollt ihr? Wenn dann der Vater heimkommt und müde ist, dann könnt ihr sagen: ›Sitz nur nieder, Vater, und iß, es ist alles fertig.‹«

Die Buben waren voller Freude und Eifer, zu tun, was Elsli vorschlug, und es zeigte ihnen genau, wie man ein Feuer erst mit kleinen, trockenen Holzstückchen macht und dann größere darauf legt. Dann wurden die Kartoffeln sauber gewaschen und in den Kochtopf gelegt und ein wenig Wasser dazu getan. Das brodelte dann bald ganz lustig, und derweilen holte Elsli die geronnene Milch herbei, wie die Mutter angeordnet hatte.

Die Buben schauten unverwandt in den Topf hinein. Als aber nun die Kartoffeln mit einem Male voneinandersprangen, hier eine und dort eine, da schrieen sie auf vor Schrecken und riefen Elsli zu Hilfe.

Aber es war ganz erfreut und sagte: »Das sind gute Kartoffeln, daß sie so aufspringen, das müssen sie tun, und nun ist fertig gekocht.« Dann goß es das Wasser weg, das noch im Topfe war, und schüttete die Kartoffeln in eine große runde Schüssel. Nun trug es die Teller in die Stube hinein und stellte sie auf dem Tische zurecht, daß alles schon fertig sei, den Vater zu empfangen.

Der alte Mann, der aus seiner Ecke allem zugesehen hatte, winkte jetzt dem Elsli, es solle zu ihm herkommen. »Du bist gut und hilfreich«, sagte er, »kommst du wieder, morgen?«

Elsli bejahte.

»Sieh, ich bin lahm«, fuhr er fort, »und seit die Tochter krank ist, komme ich nie mehr an die Sonne, ich muß mich auf jemand stützen, und die Kinder sind noch zu klein. Willst du mich morgen ein wenig an die Sonne führen?«

Elsli versprach, morgen beizeiten zu kommen und ihn hinauszuführen. Jetzt aber war die Zeit da, heimzukehren; Elsli wußte, nun würde auf der Rosenhalde bald die Eßglocke ertönen, da durfte es nicht fehlen.

Die Kranke drückte ihm immer noch einmal die Hand und wußte nicht, wie sie ihm genug danken konnte für alles an ihr Getane und für das Versprechen, daß Elsli morgen wiederkommen wollte. Die Kleinen wollten es gar nicht loslassen, Lenchen und Lukas schrieen immerzu: »Geh nicht fort! Geh nicht fort!« Aber es mußte doch sein.

Die größeren Buben liefen bis vor die Tür mit. Da stand ein Mann, der war eben herangekommen und stellte seine große Schaufel, die er von der Schulter nahm, ans Haus heran.

Elsli erkannte ihn gleich: es war derselbe Mann, den es schon mehrmals getroffen und ihm nachgeschaut hatte, denn er schaute mit seinen traurigen Augen geradeso vor sich hin, wie der Vater daheim tat. Er sah wirklich dem Vater ähnlich, auch in der Nähe und besonders jetzt, da sein trauriger Blick auf das heraustretende Elsli fiel und freundlich auf ihm haften blieb, da er sah, wie seine beiden Buben sich an das Mädchen schmiegten. Bei dieser lebendigen Erinnerung schossen dem Elsli die Tränen in die Augen. So gegenwärtig trat der Vater mit all der Not und Armut, die es so wohl gekannt hatte und die noch jetzt den Vater umgaben, vor des Kindes Augen, daß es aufschluchzen mußte unter dem starken Eindruck. Es hielt schnell seine Hand dem Manne hin, der sie freundlich drückte; dann lief Elsli weg.

Drinnen konnte der Vater zuerst nicht verstehen, was geschehen war, denn alle miteinander hatten ihm so viel zu berichten. Er trat aber zum Bette der Mutter heran und sagte, die Kinder könnten nachher berichten, er wolle erst von ihr hören, was vorgegangen sei.

Wie sie ihm nun alles erzählt hatte, das ganz Wunderbare, wie das Mädchen in dem schönen Röcklein alle Arbeit verstehe und sie getan habe und man sich gar nicht denken könne, woher es nur komme, da sagte der Vater: »Der liebe Gott hat ein Einsehen getan, er weiß, daß wir's nicht mehr machen konnten, er hat uns einen Engel geschickt zur Hilfe, und der hat ein gutes Herz.«

Der Vater hatte gedacht, das fremde Mädchen habe vor Mitleid aufgeschluchzt, als es aus der Hütte herauskam.

Elsli lief, was es konnte, den Linden zu und den Garten hinauf. Erst jetzt ertönte die Tischglocke, und die Zerstreuten kamen von allen Seiten her, jedes von seinem eigenen Interesse erfüllt. Niemand fragte Elsli ein Wort darüber, wo es seinen Nachmittag verbracht habe. Elsli hatte sich vorgenommen, sobald eine ruhige Stunde komme, der Tante Klarissa alles zu erzählen, was sich zugetragen hatte, sie würde ihm ja gewiß erlauben, seine Besuche fortzusetzen, denn die Leute hatten es ja wirklich nötig. Beim Fortgehen hatte Elsli noch die Frau gefragt, ob man nicht einen Doktor holen sollte, und sie hatte geantwortet, es sei gar nicht nötig, ihre beste Hilfe wäre Elslis Wiederkommen. Sie habe sich nur immer von neuem verdorben, weil sie zwischendurch immer wieder aufgestanden und hin und her gelaufen sei und die Geschäfte gemacht habe, die eben gemacht werden müssen. Wenn sie einmal eine Woche durch sich ganz schonen könnte, würde sie gewiß wieder besser.

So mußte es doch hingehen und den Leuten helfen, sagte sich Elsli, und es wollte auch so gern gehen. In seinem Herzen war eine große Freude erwacht: es konnte jemandem wohltun, man verlangte nach ihm. Alle hatten so herzlich gebeten, daß es wiederkomme, die Mutter, die Kinder und auch der alte Mann.

Am folgenden Tage blieb Elsli keinen Augenblick auf der Bank sitzen. Sobald der Nachmittag da war und die Kinder aus dem Hause gerannt kamen, eines dahin, das andere dorthin strebend, ging Elsli wohl zu den Linden hinunter, aber auch gleich weiter.

Unter der Tür am Fischerhäuschen standen schon alle vier Kinder und schauten nach ihm aus. Mit einem Freudengeschrei kamen sie ihm entgegengerannt, und das kleine Lenchen wollte die neue Freundin fast erdrücken vor Freude des Wiedersehens, als sie es nun auf den Arm genommen hatte. Die Buben hielten sie auch auf allen Seiten fest und drängten und drückten sich an sie mit einer Liebe und Zärtlichkeit, wie Elsli in seinem Leben noch nie erfahren hatte.

Die Mutter drinnen streckte ihm beide Hände entgegen, als es endlich die Tür aufmachen konnte, und der alte Großvater in der Ecke sagte: »Gott Lob und Dank! Ich habe schon gemeint, es sei heute nichts mehr.« Er meinte nun, ob Elsli nicht gleich mit ihm hinausgehen wollte, da die Sonne noch schön warm sei, er friere schon den ganzen Tag. Elsli war ganz einverstanden und machte sich gleich an die Ausführung. Die ging nun nicht so leicht, als es gemeint hatte, denn der alte Mann mußte sich stark aufstützen, und Elsli hatte wenig Kraft, es sank fast unter ihm zusammen. Aber zuletzt kamen sie doch hinaus, und wo die Sonne schön golden auf das Wasser und auf die liegenden Baumstämme am Ufer schien, wollte der Alte gern niedersitzen, und Elsli sollte neben ihn kommen und bei ihm bleiben. Es tat, wie er wünschte. Wie sie nun so zusammen auf das goldene Wasser schauten, sagte er: »Ja, ja, das ist der alte schöne Rhein! Wie manchmal hab' ich mich daran gefreut! Aber mit mir geht's abwärts, ich kann ihn nicht mehr lange sehen. Ich muß gehen und weiß nicht wohin. Aber das ist nichts für dein Verständnis, du bist noch zu jung. Du fängst erst an. Freust du dich auch recht, daß du so an dem schönen Wasser bleiben kannst, noch so lang, so lang?«

»Ich habe an etwas anderes gedacht, wie ich das goldene Wasser sah«, entgegnete Elsli. »Ich mußte an den schönen Strom denken, der durch das Paradies fließt, und wie die sich freuen, die dort sind.«

»Was sagst du?« fuhr der Alte auf und schaute Elsli an, als habe es ihn ganz erschreckt. »Was kannst du davon wissen?«

»Ich weiß davon, was in einem Liede steht, das ich schon lange kenne«, antwortete Elsli. »Eine Freundin hat es mich gelehrt, und sie ist jetzt schon dort. Soll ich es Euch einmal sagen?«

Der Alte nickte bejahend, und Elsli war froh, sein Lied einmal wieder jemand sagen zu können, der auch Freude daran haben mußte, nun er so bald gehen würde, wie er selbst sagte.

Es begann, und da der Alte aufmerksam zuhörte, setzte es sein Lied fort bis zum Ende:

    »Es fließt ein Strom kristallenklar
Durch immer grüne Auen,
Da glänzt der Lilien weiße Schar
Im Duft, dem himmelblauen.

    Und Rosen duften, Rosen glühn
Auf sonnengold'ner Wiese,
Und Vögel jauchzen laut im Grün:
›Wir sind im Paradiese!‹

    Und immer milde Lüfte wehn
Auf all den Blumenwegen,
Und Menschen wie im Traume gehn
Und kommen sich entgegen

    Und grüßen sich allüberall
In Staunen und in Wonne.
Sie kommen aus dem dunkeln Tal
Ins Land der ew'gen Sonne

    Und ziehen selig hin und her
Und wissen nichts von Leide,
Die kennen keine Tränen mehr,
Die kennen lauter Freude.«

Der Alte hatte ein paarmal den Kopf geschüttelt, während er aufmerksam dem Liede folgte. »Das ist nichts für mich«, sagte er jetzt, da es zu Ende war.

Elsli war sehr enttäuscht. »Aber warum denn nicht?« fragte es betrübt. »Das ist doch für alle Menschen, denn einmal sterben doch alle, und es ist ja eine große Freude, dann dorthin zu kommen.«

Der Alte schüttelte wieder seinen Kopf. »Es ist nicht für alle. Dorthin kommen nur die Guten.« Eine Weile schwieg er, dann sagte er wieder: »Ich könnte dir wohl etwas sagen, aber du verstehst es nicht. Wenn es einem Menschen schlecht geht und er denkt, es ist doch ein Gott im Himmel, der ihm helfen könnte, und er hilft nicht, so denkt der Mensch, es nützt nichts zu beten, man muß sich helfen, wie man kann. Dann tut er so und auch manchmal, wie es nicht gerade so sein sollte. Und wenn es dann zum Sterben kommt, und er hat schon lang nichts mehr von seinem Gott im Himmel gewußt, so steht ihm nicht nur so die Tür offen, daß er da hineingehen kann, wo es ihnen so wohl ist. Aber davon weißt du nichts.«

Elsli wußte doch etwas davon. Es erinnerte sich wohl, wie manchmal die Mutter daheim gesagt hatte, die haben gut beten, denen es gut gehe auf der Welt, sie merken schon, daß der liebe Gott es mit ihnen halte, aber ihr helfe es doch nichts. Und wie dann der Vater in seiner traurigen Weise geantwortet hatte: »So kommt's immer schlimmer mit uns, immer schlimmer, man sollte anders denken.«

Elsli war still und traurig geworden in der Erinnerung. Nach einer Weile stand es auf und meinte, es müsse nun doch nach der Kranken sehen, später wollte es wiederkommen und den Alten hereinholen.

Aber er ließ das Kind nicht los, er zog es wieder neben sich auf den Baumstamm nieder. »Nein, nein, bleib noch ein wenig bei mir«, sagte er, »wir wollen noch miteinander reden, du bist so vernünftig für dein Alter. Vielleicht weißt du auch noch ein Lied, ich hör' es gern; komm, sag mir noch etwas!«

Elsli sagte, es könne schon noch mehr Lieder, aber es wisse nicht recht, was er gern hören würde; noch waren ja so viele, die Tante Klarissa mit ihm sang. Eine Weile schwieg es nachdenklich; dann leuchteten plötzlich seine Augen auf und es sagte: »Doch, ich weiß eines, das ist vielleicht für Euch; wollt Ihr's hören?« Der Alte nickte zustimmend. Elsli begann:

    »Der Tag erlischt, die Nacht bricht ein,
So geht mein Tag zu Ende.
Wie wird der Weg durchs Dunkel sein?
Ich hebe meine Hände.

    O Herr, der du mein einzig Licht
Auf diesem dunkeln Pfade,
Gedenke meiner Sünden nicht,
Gedenke deiner Gnade!

    O blicke mich wie jenen an,
Den seine Sünde reute,
So wird die Tür mir aufgetan
Zum Paradies noch heute.«

Der Alte blieb still, er sagte kein Wort mehr.

Nach einer guten Weile meinte Elsli, nun sollte es wirklich nachsehen, was die Kranke bedürfe.

Nun stand auch der Alte auf, er wollte mit hineinkommen. Während sie mit langsamen Schritten der Hüttentür zugingen, sagte er nachdenklich vor sich hin: »Ja, so habe ich es gehört und gekannt vor langer Zeit, wie ich noch zur Kirche ging. So gilt es denn immer noch. Wenn man doch den Weg wiederfinden könnte! Kommst du auch morgen wieder, Kind, und willst du mir's dann noch einmal sagen?«

Elsli gab gern das Versprechen wiederzukommen. Es freute sich, daß er die Worte gern wieder hören wollte: so hatte es doch das Rechte gefunden, das dem alten Manne ein wenig wohl machen konnte. Elsli ruhte nicht, bis die Kranke, die Kinder, der Haushalt und alles besorgt war, was die Mutter noch unruhig machen konnte. Das Kind hatte eine Kenntnis aller Arbeit und wie sie getan sein mußte, wie die Kranke es noch gar nie bei einem Kinde gesehen hatte. Dazu wußte es gleich immer so gut wie sie selbst, was nun das Nötigste war, das getan werden mußte, und tat es so flink, so leise, so sorgfältig. Nie konnte die Kranke sich genug verwundern darüber, nie konnte sie genug danken für eine solche Hilfe. Elsli hatte eine gute Schule durchgemacht, es wußte ohne Worte, wo geholfen werden mußte.

Tolf und Heini konnten es nicht erwarten, daß Elsli nun mit ihnen in die Küche komme, damit sie zeigen konnten, was sie gelernt hatten. Als es wieder zum Abschied ging, gab es einen ganzen Kampf, denn Lukas und Lenchen hielten Elsli mit aller Macht fest, und Tolf und Heini konnten auch nicht fertig werden mit allem, das sie ihm noch zu sagen hatten. Wie sich so alle drei Buben an Elsli hingen und Lenchen auf seinem Arm es um den Hals festhielt, trat der Vater herein. Ein ganz seltenes Lächeln erhellte sein Gesicht bei dem Anblicke, und wie er nun herankam und die Hand ausstreckte, schauten seine Augen so liebevoll auf Elsli nieder, wie nur der Vater es angeblickt hatte, sonst nie jemand.

Elsli empfand ein tiefes Glück im Herzen, daß es das traurige Gesicht des müden Mannes so hatte erheitern können. Aber nun war es Zeit. Elsli eilte fort. Noch lange hörte es, wie die Kinder ihm nachriefen: »Komm wieder, morgen! Komm wieder, morgen!«

So ging es von einem Tage zum anderen. Elsli lebte in einer ganz anderen Welt als die übrigen Kinder der Rosenhalde. Es war wie ein neues Leben in das Kind gekommen, und so glücklich sah es jetzt immer aus, daß Fred einmal ausrufen mußte:

»Elsli, was freut dich so? Du siehst jetzt immerzu so aus, als ob du jeden Tag zwei Juwelenkäfer fangen würdest.«

Elsli fühlte sich auch nie mehr überflüssig. Es wußte, schon am frühen Morgen fingen die vier Kinder in der Weidenhütte an, die Stunden zu zählen, bis es zu ihnen kam. Die kranke Mutter schaute verlangend nach ihm aus, denn immer noch mußte sie liegen bleiben und konnte nichts tun. Der alte Mann in der Ecke hoffte, daß es bald komme und ihn heraushole und dann erst noch bei ihm sitze, denn er wollte jetzt täglich sein Lied hören, und dann mußte Elsli noch mit ihm sprechen und bei ihm bleiben: er war gar nicht gern allein. Und jeden Tag auch konnte Elsli besser sehen, wie der Vater bei seiner Heimkehr sich freute, daß ihn nicht Unordnung und lauter Elend empfingen, sondern daß die Hausarbeit getan war, und auch er einem Feierabende entgegensah.

Nur eine leise Sorge hatte Elsli. Noch hatte es nie mit Tante Klarissa reden können; noch wußte niemand ein Wort von seinen täglichen Besuchen. Ob auch Frau Stanhope sie weiter erlauben würde? Darüber stieg zuweilen eine plötzliche Angst in Elslis Herzen auf. Es tat doch gewiß nichts Böses, aber es war doch nicht ganz sicher, daß es fortfahren durfte. Aber verlassen konnte es doch die Fischerleute auch nicht mehr. Es hatte schon mehrmals mit Tante Klarissa reden und ihr alles mitteilen wollen, aber es war jetzt immer so viel Unruhe im Hause, und Elsli war noch jedesmal auf eine spätere Zeit verwiesen worden. Heute wollte es aber doch versuchen, in den ruhigen Abendstunden Tante Klarissa eine kleine Weile auf die Seite zu bekommen, um ihr den ganzen Hergang der Sache zu erzählen. Nach dem Abendessen ging es ihr nach und fragte, ob es ihr etwas sagen könnte, bevor man auf die Terrasse hinausgehe.

Sie wollte wissen, ob es schnell geschehen sei, sie habe wenig Zeit jetzt, Frau Stanhope wünsche auch, daß alle gleich zusammenkommen um diese Zeit, wie Elsli wisse.

Das Kind sagte, die Sache sei nicht so schnell mitgeteilt, aber es habe etwas zu erzählen, das Tante Klarissa wissen müsse.

Sie meinte, es werde ja nicht so große Eile haben, sie wollte Elsli dann einmal in ihr Zimmer rufen, wenn sie eine ruhige Zeit habe.

So unterblieb die Mitteilung für diesmal wieder.


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