Autorenseite

 << zurück weiter >> 

Der bedrängte Churfürst.

 

Eh' Du melden kannst, ich komme hin,
Soll man schon donnern hören mein Geschütz.

König Johann.

 

Unmittelbar nach Beendigung der landauer Tagfahrt, brach Franz von Sickingen an der Spitze eines mächtigen, kampfgeübten Heeres auf, welches die deutschen Gauen verheeren, die alte Reichsordnung niederschmettern, und vor Allem Churfürst Richard von Trier stürzen sollte. In Eilmärschen nahte das Heer den Marken des Churfürstenthums. Vor ihm her ging Furcht und Schrecken. Die Einwohner offener Plätze flüchteten in Waldungen, in Burgen und Vesten; aber kein Bollwerk schützte gegen das Ungestüm der Sickingischen Truppen. Blieskastel, St. Wendel und alle festen Plätze, welche das Heer berührte, fielen im Sturm; andere ergaben sich. Nur Saarbrücken widerstand dem ersten Anfalle, und Franz verschmähte den zweiten Sturm. Er wollte keine Zeit verlieren und Trier selbst berennen. Niedergebrannte Klöster, rauchende Kirchen, mißhandelte Mönche und geschändete Nonnen, bezeichneten die Bahn des wilden Heereszuges. Manche schwere Verstöße gegen Kriegszucht geschahen unter des Feldherrn Augen. Franz ließ es geschehen; der begonnene Kampf sollte den Charakter eines Religionskrieges tragen, – deßhalb durfte dem Eifer gegen Mönche, Nonnen und papistische Gräuel kein Hinderniß bereitet werden.

Fanatisirte Prediger folgten dem Heere, zur Vernichtung römischen Götzendienstes ermunternd und durch feurigen Zuspruch die Truppen anreizend, dem lauteren Evangelium Bahn zu brechen. Martin Luther begleitete zwar nicht persönlich den bedeutungsvollen Kriegszug, ließ ihm aber eine heftige Streitschrift vorangehen, worin er den geistlichen Stand der alten Kirche auszurotten ermahnte, und Gottes Gnade zu Lohn Allen verhieß, die im Blute der Papisten ihre Hände waschen würden. Jen. A. Th. II. E. 193. Ff. – Stud. U. Skizz. S. 222.

Dergleichen Aufforderungen hielten die raublustigen Schaaren in bester Laune. Ohne Murren ertrug man die anstrengendsten Tagmärsche; denn vielfach stieß man auf beutereiche Stifte und Klöster, und zuletzt boten Triers lockende Schätze volle Entschädigung für alle bestandene Strapatzen. Richard raffte zwar in aller Eile ein Heer zusammen, und schickte es dem anstürmenden Feinde entgegen. Es wurde mit starkem Verluste zurückgeschlagen, und der Berennung Triers stand nichts mehr im Wege.

Schrecken und Zagen befiel die Bevölkerung der Hauptstadt, als am Tage der Geburt unserer lieben Frau das unzählbare, trotzige Kriegsvolk unter Pauken- und Trompetenschall aus den finsteren Gebirgsschluchten in das Moselthal hervorstürzte, und die Veste umfluthete. Rings umher entstanden Wälle und Schanzgräben; auf den umliegenden Höhen wurden die feuerspeienden Feldschlangen aufgestellt, deren verderblicher Rachen bald die Mauern Triers mit Kugeln überschüttete.

Nach einigen furchtbaren und blutigen Stürmen, in denen die heldenmüthigen Vertheidiger des Feindes Andrang zurückschlugen, schwieg plötzlich der Kampf. Nur hie und da blitzte es aus den Schanzen licht auf und die Feldschlange entsandte ihr zerschmetterndes Geschoß, ohne jedoch bedeutenden Schaden zu verursachen. Die kundigen Meister der Stücke schienen nur hie und da an ihre Gegenwart mahnen zu wollen. Der Grund dieser schonungsvollen Verfahrungsweise, die sogar auf den Befehl sich erstreckte, die umliegenden Gärten und Weinberge nicht zu zerstören, lag in der freundschaftlichen Beziehung des Feldherrn mit einem Theile der Bürgerschaft Triers. Die Bürger des besten Wohlwollens versichernd, schwur Sickingen, ihr Leben und Eigenthum zu schonen, nur Richard und das Domkapitel sollte ihm zur beliebigen Verfügung übergeben werden. Es bildete sich eine Verschwörung gegen den Churfürsten und bald waren die Unterhandlungen so weit gediehen, daß man bei nächster Gelegenheit die Veste in Feindes Hand zu spielen gedachte. Franz freuete sich der willkommenen Bundesgenossen; denn bei der Festigkeit der Bollwerke und dem Heldenmuthe ihrer Vertheidiger mochten noch manche blutige Stürme vergeblich sein.

Dem bedrängten Fürsten entging die Verschwörung innerhalb der eigenen Mauern nicht. Bereits wurden mehrere Bürger als Zwischenträger ertappt und in Bande geworfen. Ueber Größe und nähere Plane der Verschwörung hatte jedoch Richard keine Kenntniß. Sogar bis in die Gemächer der fürstlichen Pfalz reichten Sickingens Freunde, und wiederholt klagte der Erzbischof bei Tisch: »Christus habe doch nur einen Verräther gehabt, der mit ihm aus einer Schüssel aß, er habe aber leider deren mehrere.«

Dergleichen Wahrnehmungen, dazu die Unmöglichkeit der Zufuhr, – die reißende Abnahme der Lebensmittel, – das Murren der Mißvergnügten, – das vergebliche Warten auf Entsatz und das allmähliche Herannahen des hohläugigen Hungers, – beugte Richards starke Seele tief nieder. Mit Gewißheit sah er den baldigen Untergang voraus, wenn nicht schleunige Hilfe ihn rettete.

Aehnliche Betrachtungen mochten den Churfürsten beschäftigen, da er, am Fenster eines hochgelegenen Gemaches stehend, zum feindlichen Lager hinüberschaute, dessen Hütten und Zelte, mit ihren trotzig flatternden Fähnlein, ringsum die Thalebene bedeckten. Ein weiter, dunkelfarbiger Talar, bis zu den Füßen hinabreichend, umhüllte die hohe Gestalt des Fürsten. Die Hermelinstreifen an den Aermeln, und der Bischofsring mit funkelndem Steine, waren die einzigen Zeichen seiner bischöflichen und fürstlichen Würde. Aber mehr als Kleidung und Hermelin verrieth der Blick voll Hoheit, die Majestät der Haltung und jeder Bewegung den geborenen Fürsten. Dieses Gebietende in Richards Wesen erwarb ihm vielfach den Vorwurf des Stolzes und der Ehrsucht; vielleicht mit Unrecht. Unbeugsamen Vasallen gegenüber bis zur Härte streng, ohne jedoch diese Strenge jemals die Grenzen der Gerechtigkeit überschreiten zu lassen, war Richard milde und herablassend gegen das niedere Volk. Unnachsichtig verfuhr aber der Erzbischof gegen sich selbst. Seine Lebensweise glich eher der Ascese des Mönches, als dem Prunke des Churfürsten. Die herrschenden Freuden der Tafel, verbunden mit anderen hervorragenden Schwächen des Zeitalters, blieben ihm fremd. Sein bleiches ausdrucksvolles Angesicht mit den hageren, aber scharfen Zügen, schien dazu die Ansicht Jener zu bestätigen, welche behaupteten, der Erzbischof trage härenes Gewand unter dem Purpur und gebrauche fleißig die Geißel. An bestimmten Wochentagen speisten Arme und Elende mit ihm an derselben Tafel, wobei er sie eigenhändig bediente und reich beschenkt entließ. Hierdurch erwarb sich der Prälat ebenso die Zuneigung des altgläubigen Volkes, wie er durch zähes Festhalten an der katholischen Lehre, und durch Unterdrückungsversuche der Neulehre den Haß der lutherisch Gesinnten verdiente. Vielleicht der weiseste und staatsklügste Fürst jener Zeit, führte er das Scepter des Churfürstenthums mit solcher Umsicht und Thätigkeit, daß die Verhältnisse des Landes zu außerordentlicher Blüthe sich gestalteten. Und so glich der Prälat jenen berühmten Kirchenfürsten des Mittelalters, deren kräftiges, geistvolles Walten und oft starres Festhalten an göttlich überkommenen Einrichtungen und Lehren, die Nachwelt mit solchem Staunen erfüllt, daß Viele ohne unterschobene unersättliche Herrschsucht, das rastlose Wirken und thatenreiche Leben jener hervorragenden Bischöfe nicht begreifen können.

Nach längerem Schauen trat der Fürst vom Fenster zurück und begann neuerdings die Briefschaften zu durchblättern, welche auf dem Tische lagen und das Wappen des Mainzer Churfürsten, Albrecht von Brandenburg, in rothem Wachs eingeprägt trugen.

»Zu offenbar ist Deine Gewissenlosigkeit, verrätherisches Mainz!« sprach er im Tone edler Entrüstung. »Fünfmal bat ich um Hilfe, jedesmal wurde meine Bitte dringender, – fünfmal abschlagende Antwort, nichtssagende Entschuldigungen, leere Ausflüchte. – Und hier, in seinem letzten Schreiben, wagt er gar meinen sicheren Untergang zu bedauern? Meinen Untergang, – meinen sicheren Untergang! Scheint's fast, als wünsche er meinen Untergang, der unedle Mann. – Ich weiß Albrecht, wie fest Du mit dem Rebellen Sickingen verbunden bist! – Ich weiß, wohin Dein stolzer Sinn strebt. Nur solltest Du Deine Bischofswürde mit solchem schmählichen Verrathe nicht beflecken. – Ha, diese Brandenburger sind schlimm bedacht um Kirche und Reich,« fuhr er mit steigendem Unwillen fort. »Der Deutschmeister Albrecht von Brandenburg zieht die Güter seines Ordens ein, – wird zum Diebe am Besitze unserer heiligen Kirche, bricht Eid und Treue, fällt vom Väterglauben ab, und dies Alles, um sich eine Hausmacht zu gründen, – Alles zur Befriedigung von Geiz und Ehrsucht. Pfui – tausendmal pfui! – Und welche Sprößlinge mag dieser Brandenburg treiben? Werden sie nicht im Hasse, in Verfolgung und Unterdrückung unserer heiligen Kirche ihrem Anherrn gleichen? O trübe, unheilschwangere Zukunft, – verlorene Einheit, Kraft und Größe des deutschen Reiches, – wenn deutsche Fürsten dermaßen pflichtvergessen handeln!«

Richards Selbstgespräch wurde hier durch Stahls, des Generalvikars, Eintritt unterbrochen. Der Domherr trug zwei Briefe in der Hand und überreichte sie mit stummer Verbeugung dem Erzbischof.

»Sind die Boten endlich zurück?« rief der Prälat beim Anblicke der Schreiben, die er mit ängstlicher Hast öffnete. »Ah,« – fuhr er freudig bewegt fort; »Pfalz rüstet mit aller Macht, und verpfändet sein Fürstenwort zum bald möglichsten Entsatz. – ›Halten Eure Liebden, – las er, nur kurze Zeit noch den Andrang des von Sickingen aus. Der Ritter hat es auf den Untergang alles Fürstenwesens und des Reiches Verfassung abgesehen.‹ – Ganz mein Urtheil über Sickingens Plane. Aber Hessen – was meldet Hessen?« und er öffnete voll Spannung das zweite Schreiben. »Auch Hessen rüstet. Ganz Feuer und Flammen ist der Landgraf. Gottlob auch die fünfzehnhundert Lanzen, welche Sickingen im Norden werben ließ, hielt er auf, – nahm ihnen die Kriegskasse weg, – warf die Hauptleute in Haft. – Nur vier Wochen halte Dich hartbedrängte Stadt und Alles ist gerettet!«

»Vier Wochen? Eine Ewigkeit für uns, mein Fürst! Der nächste Tag ist vielleicht schon zu spät,« entgegnete Jakob von Stahl, indeß Beklommenheit und Angst aus Ton und Mienen des guten Mannes sprachen.

»Warum so muthlos, Freund?« lächelte Richard. »Fester als Thurm und Mauern trotzt die Tapferkeit unserer Getreuen, und,« fügte er mit einem Blicke nach Oben hinzu, »das unüberwindliche Bollwerk unserer Rettung – ist Gott im Himmel.«

»Wohl wahr!« sagte Stahl mit tiefer Niedergeschlagenheit. »Graf Isenburg, unser tapferer Feldhauptmann, brachte seit zehn Tagen die Rüstung nicht vom Leibe, den Feind vor dem Thore nicht minder bekämpfend, als den innerhalb der Mauern. Aber vier Wochen wird keine Tapferkeit die Stadt mehr halten; denn bis in die Nähe Eurer fürstlichen Gnaden drang bereits schwarzer Verrath.«

»In unsere Nähe?« horchte Richard und sein helles Auge leuchtete.

»Les't nur diesen Zettel!« antwortete der Generalvikar, ein Papier hervorziehend.

Der Churfürst griff hastig nach dem Briefchen, das beschmutzt, mit Blutflecken beklebt und zusammengedrückt war, als sei es im Kampfe gewaltsam entrissen worden.

»Des Sickingers Hand!« sprach der Fürst beim Anblicke der Schrift. »Gewiß eine Aufforderung zu Verrath und Mord. – ›Liebe Bürger und Freunde!« las er. »Meint ja nicht, daß ich nach Eurem Gut, Blut und Leben dürstend, im Weichbild Eurer Stadt mich gelagert hab'. Es gilt einzig Eurem Erzbischof, der mir so häufig und fast harte Unbilden angethan, daß ich wider ihn in diesen Krieg gezogen bin, mit größtem Recht und Fug.‹«

Hier hielt der Fürst inne, kämpfte eine Bewegung nieder und sagte mit ruhiger Gelassenheit: »Wo fügte ich jemals Sickingen Unbilden zu? Er müßte gerade die Pflichten des Reichsfürsten Unbilden nennen. Allerdings sprach ich auf dem Reichstage hart wider ihn: sein jetziges Auftreten begründet aber vollkommen meine damals ausgesprochene Warnung.«

›Gegen Euch selbst, – las er weiter, trag' ich in Wahrheit ein christliches Gemüth. So vermahne ich denn Euch freundlich, Euch und Eure Stadt mir zu überantworten, sintemal ich Euch zuschwöre, daß Niemand von Euch weder an Leib noch Leben einigermaßen geschädigt werde. Nur soll mir frei und nicht in diesem Gelöbniß mit einbegriffen stehen, was ich mit dem Erzbischof, den Mönchen und Stiftsherren vorzunehmen für gut erachten werde. Schriebs Franziskus von Sickingen.‹ Das vollständige Schreiben Sickingens s. b. E. Münch. – – Was meint Ihr wohl, daß er mit uns anzufangen für gut erachten wird?«

»Leicht zu errathen, fürstliche Gnaden! Die Mönche und Stiftsherren, welche Luthers Evangelium verschmähen, kommen vielleicht mit dem nackten Leben davon. Aber Eure fürstliche Gnaden« –

»Wird er enthaupten lassen,« ergänzte Richard, da Stahl zögerte; »denn Richard und Franz können zugleich den Churhut nicht tragen. – Doch,« setzte er mit Festigkeit hinzu, »dort sind wir noch nicht. Und woher der Brief? Wie kam er herein?«

»Erlaßt mir die Antwort, fürstliche Gnaden! Die Schurkerei ist zu groß, – dem besten Freunde müßtet Ihr mißtrauen.«

»Freundesverrath schmeckt doppelt bitter, – wahr! Aber nur zu, wie kam der Brief in die Stadt?«

»Christian Hellmuth ist der Verräther und Zwischenträger,« entgegnete Stahl tief aufseufzend.

»Wie?« rief der Fürst betroffen zurückweichend. »Hellmuth, – dieser Mensch, den ich aus Elend und Armuth hervorgezogen, den ich über die Maßen mit Vertrauen und Liebe überhäufte, – Hellmuth ein Verräther an mir? O – o welcher Undank!« klagte der Erzbischof. »Aus einer Schüssel aß er mit mir, – wie einen Sohn behandelte ich ihn, – und er mein Verräther!«

Der Churfürst gab sich augenblicklich den Eindrücken des tiefsten Schmerzes hin, beugte das Haupt über die Brust und bedeckte sein Angesicht mit der Hand. Sogleich richtete er sich wieder auf.

»Liegt Hellmuth im Thurme?«

»Das nicht, Hoheit! Seine Strafe ereilte ihn schon im strengsten Maße.«

»Doch nicht todt?

»Todt, mein Fürst! Graf Isenburg, welcher den schmählichen Verrath entdeckte, durchstieß ihn wohl zehnmal, wobei er ausrief: ›Du feiger Verräther, Du elender Bube an Deinem Gönner, Du undankbarster aller Schurken! Koth sammeltest Du ehemals auf den Straßen, bevor Dein Fürst Dich erhob!‹ Und so durchstach er ihn, außer sich vor Wuth und Ingrimm.«

»Der Graf ist schnell,« sprach Richard. »Wir vertrauten ihm die Vertheidigung der Stadt, aber nicht Verbrechen zu bestrafen, die unserem persönlichen Gerichte unterstehen.«

»Des Grafen Liebe zu Eurer Hoheit trieb ihn zum schnellen Handeln,« entgegnete Stahl. »Auch den alten, unterirdischen Gang ließ Isenburg säuberlich durchsuchen, damit er im Falle der Noth Eurer Gnaden sichern Ausgang bietet.«

»Was – entfliehen?« rief der Fürst abwehrend. »Keinen Fuß breit weiche ich aus Trier! Entfliehen – pfui über solche Zumuthung! Der Hirt entfliehen, indeß die Heerde von gefräßigen Wölfen zerfleischt wird, – abscheulicher Antrag! Ah, da kommt er selbst, der schlimm besorgte Graf,« sagte der Erzbischof, als Herr Gerlach von Isenburg, eine kriegerische Gestalt, in voller Rüstung hereintrat. »Das habt Ihr nicht gut gemacht, mein liebwerther Graf! Euer Lehensherr soll feig entfliehen, indeß Ihr für ihn und Gottes heilige Sache Euer Blut vergießt?«

Isenburg schwieg und sah den Generalvikar an, der sich geberdete, wie ein betroffener Knabe.

»Ah so!« sprach Richard, des Grafen stille Vertheidigung verstehend. »Unser Vetter Gerlach ließ den Gang durchsuchen, weil man hiezu ihn aufforderte. Ist's nicht so?«

»Vom Domkapitel ging die Vorstellung aus, Hoheit!« sagte Jakob von Stahl nicht ohne Verlegenheit. »Die Stiftsherren dachten hiebei weniger an ihre eigene Sicherheit, als an die Eurer fürstlichen Gnaden.«

»Gut!« erhob Richard seine Stimme, wobei dunkle Wolken über seine Stirne zogen. »Meldet dem Kapitel, Herr Generalvikar, daß ihm von meiner Seite kein Hinderniß im Wege steht, sein Heil in der Flucht zu suchen. Niemand soll an unseren Untergang gebunden sein. Sagt ihnen ferner, daß vielleicht in vier Wochen erst die Einigungsfürsten zum Entsatz heranziehen, daß wohl zehnmal in dieser Frist der Feind obsiegen möchte. Auch diesen Brief zeigt ihnen, worin Sickingen mit uns und unseren Freunden gar unsäuberlich umzuspringen gedenkt. Nichts sei den Herren vorenthalten, um die Größe der Gefahr zu erkennen.«

Stahl zog sich mit verlegener Verbeugung zurück.

»Mit Hellmuth verfuhrt Ihr zu vorschnell, Herr Gerlach! Ueberlaßt uns künftighin den Urtheilsspruch.«

»Eure Durchlaucht hätte wohl den Schurken gar begnadigt,« sprach der Graf; »doch eher möchte man dem Teufel gnädig sein, als solchem Wicht. Kleinschmied, der Gerbermeister, stieß den Verräther nieder, und diesen Mann möchte ich an Hellmuths Stelle im Nolanerthurme setzen.«

»Und warum keinen vom Adel?«

»Weil die Herren alle schon ihre Posten einnehmen und es nicht zuträglich ist, Stellen zu entblößen, die nicht besser besetzt werden könnten,« entgegnete der Graf. »Zudem möchte ich in jenen Thurm nur Bürger werfen, und diese stehen bekanntlich lieber unter dem Befehle ihres Gleichen, als unter Einem vom Adel.«

»Muß gestehen, die Wahl gefällt mir nicht!« sagte der Churfürst nach einigem Besinnen. »Habe zwar gegen die Treue jenes Gerbermeisters nichts vorzubringen, allein es beschleicht mich einiges Mißtrauen – so eine schlimme Ahnung! Habt Ihr sonst keinen tauglichen Mann?«

»Wüßte keinen bessern; für Kleinschmieds Treue stehe ich.«

»In Gottes Namen dann, ich bin's zufrieden!«

»Der Mann wartet draußen, Eure Hoheit könnte ihn gleich in Eid und Pflicht nehmen,« sprach Herr Gerlach. Nach einer bejahenden Bewegung des Fürsten öffnete der Graf die Thüre, worauf Kleinschmied hereintrat.

Der Gerbermeister, ein untersetzter breitschulteriger Mensch, dessen Geschäft die natürliche Muskelkraft noch steigerte, wurde von Richards prüfenden Blicken empfangen. Kleinschmied hielt den forschenden Blick des Fürsten nicht aus und wurde verlegen bei diesem ernsten Schweigen und Prüfen. Er fingerte an den Litzen seines Wammses und stellte das alte Schwert hin und her, welches nach des Gerbermeisters Behauptung vor Jahrhunderten schon die Kleinschmiede geführt hatten.

»Unser lieber Feldhauptmann,« sprach nach kurzem Schweigen der Churfürst, »hat Euch als Befehlshaber des Nolanerthurmes in Vorschlag gebracht, – könnt Ihr jenen Posten auf Euer Gewissen nehmen?«

»Wenn's Eure Gnaden befehlen, will ich's schon können,« antwortete Kleinschmied in finsterm Trotz. »Im Uebrigen hab' ich nicht das Waffenwerk erlernt, sondern das Gerberhandwerk. Kommt's jedoch an's Draufschlagen, will ich Menschenhäute ebenso gut gerben können, als Häute von anderm Gethier.«

»In der That sprang der gute Mann im ersten Sturme so derb mit den Sicking'schen um, als seien es nur Kälber und Böcke,« sprach Herr Gerlach lächelnd.

»Kam Euch niemals die Versuchung nahe, mit jenen Verräthern Gemeinschaft zu machen, die gleich giftigem Gewürm in unserer Stadt hausen?« fragte Richard weiter, ohne seinen Ernst zu verlieren oder den Bürger aus dem Auge zu lassen.

»Dachte allerdings schon daran,« entgegnete Kleinschmied, des Fürsten Blick ausweichend. »Wen versucht der Teufel nicht? Man sieht's am Hellmuth, – den ich erschlug; – möchte mir dasselbe begegnen, sobald ich dem Hellmuth nachmache.«

»Gut, – Ihr erkennt die menschliche Gebrechlichkeit, fürchtet sie und Ihr werdet Eurer Pflicht getreu bleiben,« sprach der Churfürst. »Für jetzt seid Ihr entlassen. Wohnt vorerst der Betstunde bei, in welcher der Allmächtige um Hülfe angerufen wird in unserer Noth. Geht hiebei mit Euch und dem Allwissenden zu Rath, dessen Rache unfehlbar Eidbruch und Treulosigkeit trifft. Steht Euer Entschluß dann noch fest, könnt Ihr in Eid und Pflicht genommen werden.«

Der Gerbermeister verließ den churfürstlichen Palast wie ein Mensch, der eben eine Tortur bestanden und noch die Nachwehen der Daumschrauben und Halsbänder empfindet. Mit hängendem Kopfe und mürrischem Gesichte durcheilte er die Straßen, von Unten hervor den Vorübergehenden flüchtige, scheue Blicke zuwerfend. In der Nähe des Domes begann das schöne Geläute aller Glocken, die an den Festungswerken unthätigen Bewohner zur täglichen Betstunde herbeirufend. Aus allen Theilen der Stadt strömten die Bittenden herbei, aber nur Kinder, Frauen und Greise, auf Stöcke sich stützend. Während mit ergebener Ruhe die ehrwürdigen Matronen dem dunklen Portale zugingen, lag Furcht und Zagen im Antlitze des noch blühenden Theiles des schönen Geschlechtes.

Kleinschmied stürmte über den Domplatz und verschwand gleich darauf in der engen Straße, in welcher seine Wohnung lag.

»Sind die Freunde beisammen?« fragte er im Vorbeigehen seine Tochter, die ihm unter der Hausflur begegnete.

»Seit zwei Stunden schon!« entgegnete diese.

Mürrisch, mit vielsagender Miene öffnete der Gerbermeister die Thüre des großen Zimmers, in dem eine bedeutende Anzahl Männer versammelt war. Sie schienen mit Ungeduld den Hausherrn erwartet zu haben; denn sie bewegten sich ihm bei seinem Eintritte entgegen und horchten gleichsam den wichtigen, sprechenden Mienen die ersehnte Botschaft ab.

»Hol' der Teufel den Churfürsten!« grüßte Kleinschmied und warf sein Schwert in das nächste Eck.

»Vergelt's Gott!« lautete der Gegengruß.

»Der Herr bekehre ihn und öffne ihm die Augen für das Licht seines heiligen Evangeliums,« sagte dagegen andächtig der hagere Mann im dunklen Predigerkleide.

»Ja vergelt's Gott,« – schnaufte der Gerbermeister, »daß ich diesem Satan mit den Teufelsaugen aus dem Wurfe kam! Mark und Bein hat er mir fast ausgesaugt mit den spitzigen Adlerblicken. Der Teufel soll mich holen, – kein Wunder wär's, wenn ich ihm Alles verrathen hätt'.«

»Verhüte der Himmel! Das wird doch nicht sein?« befürchtete der Prediger.

»Je nun, – beinahe, sagte ich,« erwiederte Kleinschmied, den zunächst stehenden Weinhumpen leerend. »Freunde, – ich hab' den Hellmuth todt geschlagen,« setzte er hinzu, das Barett über den Tisch hinwerfend, indeß ein Murmeln der Ueberraschung durch die Gesellschaft lief. »Hab's thun müssen, – der Mensch benahm sich gar zu eselhaft, – hätte am Ende Alles verrathen und verdorben.«

»Wie mögt Ihr aber unseren besten Freund erstechen?« sagte Färbermeister Metz vorwurfsvoll.

»Habt Ihr uns die Thüre nicht verschlossen, welche führt in's feindliche Lager?« klagte Levi.

»Halt's Maul, Jude!« schalt Kleinschmied. »Wirst der güld'nen Dinge schon genug haben. Da galt's mehr, als Kelche, Patene und Tröddel in Sicherheit bringen, – es galt unsere lieben Freunde.«

»Und vielleicht die heilige Sache des lauteren Evangeliums!« sprach Bucer; denn dieser würdige Doktor war der Mann im Predigerkleide. »Doch weßhalb erschlugt Ihr unseren Freund?«

»He Berbel, schließ die Thüre zu!« rief der Hausherr seiner Dienerin nach, welche mit leeren Krügen hinaushumpelte. »Der Teufel soll mich holen, wenn man im eigenen Hause sicher ist! Der Erzbischof hat Augen, die dringen durch Fleisch und Bein und Mauern, – hol's der Henker, wenn er mit dem leibhaftigen Teufel nicht im Bunde steht! So hat mich noch Keiner beguckt, meiner Treue! Beim Teufel, lieber zehn Hellmuthe todtschlagen, als so Einem unter die Augen kommen.«

»So rückt doch 'mal mit der Farbe heraus!« rief Metz der Färbermeister voll Ungeduld. »Was liegt mir an den Augen des Erzpfaffen Richard? Warum habt Ihr den Hellmuth umgebracht?«

»Haltet Ihr mich etwa für eine Memme, Freund Metz, die sich drohen und abtrotzen läßt?« rief Kleinschmied entgegen. »Wären Tausend Andere dort gestanden, wo ich stand und so beguckt worden, – der Teufel soll mich holen, wenn sie vor lauter Angst nicht Alles ausgeschwatzt hätten.«

»Ihr seid ein tapferer Mann, – fürchtet Euch vor dem Teufel nicht,« lobten mehrere Stimmen.

»Das will ich meinen, Keiner von Euch hätte ausgehalten, was ich aushielt,« betheuerte der dünkelhafte Gerbermeister. »Jetzt hört Freunde, weßhalb ich den Hellmuth erschlug. Der Teufel soll mich holen, wenn ich's nicht mußte;« – wiederholt kam hier der Krug an seinen Mund, indeß die Uebrigen gespannt an seinen Lippen hingen. Levi, gewisser Dienste wegen, die er den Verschwornen geleistet, in der Gesellschaft geduldet, bekümmerte sich: »O weh! Die Thüre zu, – all die güldnen Sachen verloren!«

»Hört also Freunde und Brüder!« begann Kleinschmied. »Wir standen im Nolanerthurm, nämlich der Isenburg, welchen der Teufel zur unglücklichen Stunde herbeiführte, und mehrere seiner Leute. Da kam, wie's halt immer geschah, so ein verwegener Schütze von den Sickingischen aus dem Lager herübergeschlichen. Hättet nur sehen sollen, wie der Schelm durch das Gebüsch kroch, – 'ne Schlange könnt's nicht besser. Aber der verwetterte Isenburg guckte immer durch die Lucke und wollte mit seinem verfluchten Schauen nicht fertig werden. Allerlei Reden fing ich an, ihn vom Gucken abzubringen, half aber nichts. Auf einmal rief er: ›Seht, was dort für ein frecher Kerl durch die Weiden schleicht! Der Schelm hat eine sehr große Meinung von unserer Wachsamkeit; – die Armbrust her!‹

Gottlob, dachte ich bei mir! Schießt er ihn zusammen, ist's gut für ihn, denn er stirbt für das lautere Evangelium; – gut für uns; denn wir sind nicht verrathen. Schon lag der Bolzen im Lauf, da setzte der Graf ab und brummte: ›Bei unserer lieben Frau, hier gilt's Verrath!‹ Ungeschoren ließ er den Schützen bis an die Mauer herankommen, wo gleich darauf Hellmuths Lockenkopf auftauchte. Wie mir's da zu Muth gewesen, könnt Ihr Euch denken, Freunde, und Mancher wäre an meinem Platze vor Schrecken umgefallen. Ich aber stand fest auf den Beinen, warf mich trotzig in die Brust und schrie dem Isenburg zu: So schießt den Schurken doch zusammen Herr! Ich schrie Euch mit voller Kehle, damit die unten den Lärm hören sollten. Der Graf aber machte: ›St – St – still keinen Laut!‹ Da war's vorbei. Der Schütze sandte Euch den Zettel am Pfeil über die Mauer und Hellmuth sprang darnach, wie 'ne Katze gegen eine Maus. Der Isenburg wurde flammenroth und schrie: ›Bewacht das Thor – Keiner hinaus!‹ – D'rauf zog er die Sehne der Armbrust und schoß den armen Schützen zusammen. Hellmuth kam mit heiterm Gesicht herein als wäre gar nichts vorgefallen. Der grimme Graf aber donnerte ihn an: ›Du elender Wicht, heraus den Zettel! Heraus, – hundsföttischer Verräther, – oder ich bohre dich an diesen Pfosten!‹

Da schnitt Euch der Hellmuth gar jämmerliche Fratzen und zog aus dem Stiefel den Zettel hervor. Der grimme Isenburg nahm den Zettel in seine Klauen und Hellmuth wimmerte, wie ein armselig Weib. Hol's der Teufel, dachte ich, der Schuft könnte Alles verrathen, und da Isenburg ihn hart anfuhr, that ich's im Schimpfen ihm zuvor und rannte im höchsten Zorn dem feigen Buben, der uns Alle verrathen hätte, das Schwert durch den Leib. – Nun hol' mich der Teufel, wenn's Unrecht war, – konnte nicht anders.«

»Klug, sehr klug habt Ihr gehandelt!« sprach Bucer. »Besser es stirbt ein Mann, als das ganze Volk, sagt die Schrift. Ganz nach diesem Spruche handle auch ich, wenn ich mit Lebensgefahr das lautere Wort Euch verkündige. Besser, die Häscher des Tyrannen Richard ergreifen mich, als Ihr, meine lieben Brüder, geht zu Grunde an der giftigen Lüge des Papstthums. – Doch, wie kamt Ihr zum Erzbischof?«

»Ja, das ist Euch der rechte Käse, entgegnete Kleinschmied. Als mich der Isenburg gar so männiglich toben sah, sagte er: ›Ihr müßt an dieses Verräthers Stelle Rottmeister werden.‹«

»Ah – ah!« riefen mehrere Stimmen in freudiger Bewegung; und auch Levis Gesicht erheiterte sich.

»D'rauf führte mich der Graf zum Churfürsten mit den Basiliskenaugen, und stellte mich ihm als den tauglichsten Mann für die wichtige Rottmeisterstelle vor. – ›Könntet keinen Bessern und Tapfern finden als ihn,‹ sagte der Graf. – Da habt ihr meinen Handel,« schloß der Gerbermeister mit stolzem Selbstbewußtsein, das Barett über den Tisch hinstoßend.

»Ihr werdet doch die Stelle nicht ausgeschlagen haben?« rief Metz.

»Ausgeschlagen? Hm – unter tausend herzhaften Männern würde kaum Einer nach dem Rottmeisterstock greifen, um nur dem Erzpfaffen nicht mehr unter die Augen kommen zu müssen; denn vorerst soll ich der Betstunde beiwohnen, wie der Richard sagte, und dann will er mich in Eid und Pflicht nehmen. Der Teufel soll mich holen, wenn ich falsch schwöre.«

Von allen Seiten wurde der Gerbermeister mit Vorstellungen zur Annahme der angetragenen Stelle bestürmt. Besonders redselig verhandelte der Jude Levi mit seiner nächsten Umgebung über die Nothwendigkeit, Herr Kleinschmied müsse zur Förderung des lautern Evangeliums Rottmeister werden.

»Ha, ha!« lachte der vollblütige Bierbrauer Herth. »Wie magst Du vom lautern Evangelium schwätzen, Ungetaufter, da Du noch bis über den Kopf im Adamskoth steckst?«

»Ungetaufter? Ist die Taufe nicht für alle Menschen?« entgegnete Levi. »Wer hat dem Erzbischof mehr zu verdanken, als ich armer Jude? Hat er nicht um meinetwillen den grausen Krieg sich über den Hals gezogen? Hat er mich gegen die Spieße des Oberstein nicht in Schutz genommen? Hat er mir nicht gewehrt, die 5000 Dukaten für meine Lösung zu bezahlen, – was ohnedies mir armen Mann nicht möglich war? Und doch gilt mir Wahrheit mehr, als alle Dankbarkeit, – nein, Wahrheit ist mit Gold nicht aufzuwägen, – nein, wahrhaftig nicht! D'rum zweifelt nicht an meiner künftigen Taufe.«

»Gut!« und es blitzte schelmisch über des Bierbrauers rothes Gesicht. »Kann Dir gleich den Gefallen erweisen und Dich zum Christen schlagen.«

Mit diesen Worten langte er nach dem Wasserkruge und nahm bereits die Miene des Täufers an, als Levi mit vielem Geschrei aufsprang.

»Beim Gott unserer Väter – nur Geduld, nur Geduld! Was hilft's, mich armen Juden zu taufen, der vom Christenthum nichts versteht? Muß erst die christliche Thora kennen lernen, – dann soll dort jener heilige Mann mich taufen, – wahrhaftig – taufen soll er mich!«

»Nachdem Du an den Kelchen und Monstranzen Dich getauft hast, Schelm!« schalt Herth, den Krug niederstellend. »Mit Euch Judenpack ist Alles anzufangen, so lange es zu schachern gibt. Gut, darfst schon den Spürhund in's Lager machen, und wenn Dich der Isenburg dabei einmal erwischt und baumeln läßt, ist nichts verloren.«

Damit drehte er Levi verächtlich den Rücken, welcher nicht unterließ, vom ganzen Herzen alle Plagen Aegyptens über die verfluchten Goims zu wünschen.

Doktor Bucer gelang es unterdessen, Kleinschmied vom Glücke der angebotenen Stelle zu überzeugen, wobei er sich bemühte, dies als eine Fügung des Himmels darzustellen.

»Ohne Zweifel,« fuhr der Reformator fort, »wäre Hellmuth an uns zum Verräther geworden; denn Vieles hatte er dem Rohrwolf Richard zu verdanken, und gar oft benützt der Teufel das Gefühl der Dankbarkeit, unerleuchtete Menschen zu Verbrechen zu verleiten.«

»Ihr meint also, daß ich den Eid mit gutem Gewissen leisten kann?« fragte der Gerbermeister.

»Vollkommen, – bestätigte Bucer. Ihr schwört Eures Herrn Sache zu vertreten und nach Eurer geheimen Meinung ist dieser Herr nicht der papistische Götzendiener, sondern Gott im Himmel. Zum Andern rathe ich Euch, die Betstunde zu besuchen; denn jedenfalls stellte er seinen Späher auf, Euch zu beobachten.«

»Das will ich, sprach der Gerbermeister. Bis zum Abend bleib ich knieen; denn Richards Augen sind am Tage wirklich unerträglich.«

Die Versammlung beschloß noch, für einige Tage allen Verkehr mit Sickingen abzubrechen, damit die nun verdoppelte Wachsamkeit Isenburg's etwas sicher werde. Die Verschwornen verließen einzeln das Haus, mit Ausnahme Bucers, welcher beim Gerbermeister wohnte und von hier aus mit vielem Geschick die Fäden der Verschwörung leitete.



 << zurück weiter >>