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Die Überfahrt der Seelen

I. Aus den »Göttern im Exil« von Heinrich Heine.

(Berlin 1853.)

In einer an der Küste von Ostfriesland verbreiteten Sage sind die alten auf die Reise der Verstorbenen ins Schattenreich bezüglichen Ideen am reinsten ausgedrückt. Zwar hört man nirgends von einem Schiffer Charon, und ist im allgemeinen diese seltsame Figur aus der Volkssage verschwunden und nur noch auf den Puppentheatern erhalten, aber die friesische Legende läßt uns in einem holländischen Kaufmanne eine in anderer Beziehung wichtige mythologische Person erkennen, die das Geschäft übernommen hat, die Toten an den Ort ihrer letzten Bestimmung zu befördern, und das gewöhnliche Überfahrtsgeld einem Fährmann oder Fischer bezahlt, der die Stelle des Charon übernommen hat. Wir werden es uns angelegen sein lassen, den wahren Namen jener Person, trotz ihrer eigentümlichen Verkleidung, zu enthüllen; daher will ich die Sage selbst so treu als möglich wiedergeben.

In Ostfriesland, an der Küste der Nordsee, gibt es viele Buchten, die eine Art von kleinen Häfen bilden und »Siele« genannt werden. An einem der am meisten hervorspringenden Punkte dieser kleinen Meerbusen erhebt sich das Haus eines Fischers, der hier mit seiner Familie glücklich und zufrieden lebt. Die Natur ist in dieser Gegend wie abgestorben; kein Vogel läßt seinen Gesang ertönen, man hört nichts als die Sturmvögel, welche von Zeit zu Zeit von ihren im Sande verborgenen Nestern auffliegen und mit ihrem scharfen und klagenden Geschrei ein herannahendes Unwetter ankündigen. Hin und wieder sieht man auch eine Seemöve, einen Vogel von böser Vorbedeutung, mit ihren ausgebreiteten weißen Flügeln gespenstartig über das Meer hinstreifen. Beim Küstenvolk und den Seeleuten gilt der Glaube, daß die Möven die Spukgeister und Seelen der im Meer ertrunkenen Seeleute sind. Fr. S. Das eintönige Rollen der Wogen, die sich an der Küste brechen oder gegen die Dünen stoßen, stimmt ganz mit den düstern Wolkenzügen überein, die den Himmel verdecken. Auch die Menschen singen hier nicht; an dieser melancholischen Küste ertönt niemals die Melodie eines Volksliedes. Die Einwohner von Ostfriesland sind ernst, bieder, mehr aufgeklärt als gläubig und haben, obwohl ihnen ihre ehemaligen demokratischen Institutionen genommen worden, doch nichtsdestoweniger ihren Geist der Unabhängigkeit bewahrt, jenes Erbteil ihrer unerschrockenen Vorväter, welche mit Heldenmut ebenso gegen die Überflutungen des Ozeans, als gegen die Fürsten des Nordens gekämpft haben. Leute solchen Schlages geben sich keinen mystischen Träumereien hin und werden ebenso nicht leicht vom Sturme der Gedanken beunruhigt. Für den Fischer, der das einsame Siel bewohnt, ist der Fischfang das wesentlichste, und von Zeit zu Zeit haben sie noch eine kleine Einnahme von den Reisenden, die sich von ihnen auf eine der benachbarten Inseln übersetzen lassen.

An einem bestimmten Tage des Jahres – so erzählt man nun – und genau zur Mittagsstunde, in dem Augenblick, wo der Fischer bei Tische sitzt und mit seiner Familie in der großen Stube speist, trifft ein Fremder ein und ersucht den Hausherrn, ihm einige Augenblicke zur Besprechung von Geschäften zu gewähren. Der Fischer erfüllt, nachdem er den Fremden vergebens zur Teilnahme an seinem bescheidenen Mahle eingeladen hat, endlich das Gesuch desselben, und beide ziehen sich, etwas von der übrigen Familie entfernt, in eine Fensternische zurück. Ich will nicht nach dem Beispiele unsrer für das Tagesbedürfnis arbeitenden Romanschreiber hier das Äußere des Reisenden mit ermüdender Weitschweifigkeit schildern; für die mir vorliegende Aufgabe genügt ein kurzes Signalement desselben. Hier ist es mit wenigen Worten: Der Fremde ist ein kleiner Mann, schon in Jahren vorgerückt, aber noch kräftig, mit einem Wort, ein rüstiger Alter, wohlbeleibt, ohne gerade dick zu sein, mit kleinen, vollen und apfelroten Backen, forschenden und mit Lebhaftigkeit nach allen Seiten hin blinzelnden Augen, einem kleinen, gepuderten Kopfe und auf demselben einem kleinen dreieckigen Hut. Unter einem hellgelben, mit einer unzähligen Menge von kleinen Krägelchen besetzten Reiserocke trägt unser Mann das altmodische Kostüm, das wir auf den alten Bildern von holländischen Kaufleuten sehen und das eine gewisse Behäbigkeit verrät: einen apfelgrünen, seidnen Rock, eine Weste mit eingestickten Blumen, Beinkleider von schwarzem Atlas, gestreifte Strümpfe und Schuhe mit Stahlschnallen. Seine Fußbekleidung ist so rein und glänzend, daß man gar nicht begreift, wie er durch die morastigen Wege des Siels zu Fuß kommen konnte, ohne sich zu beschmutzen. Seine kurzatmige Sprache hat einen scharfen Ton und wird zuweilen kreischend; immer jedoch befleißigt sich der gute kleine Mann in Rede und Bewegung der Würde und Gemessenheit, die einem holländischen Kaufmann so gut steht. Sein Stand als Geschäftsmann verrät sich nicht allein in seinem Anzuge, sondern auch in der Genauigkeit und kaufmännischen Umsicht, mit welcher er sein Geschäft auf die für seinen Auftraggeber vorteilhafte Weise abzuschließen sucht. Er gibt sich in der Tat für einen Kommissionär aus, der den Auftrag hat, an der ostfriesischen Küste einen Fährmann zu mieten, welcher willens ist, eine gewisse Anzahl von Seelen, nämlich so viel als seine Barke aufnehmen kann, auf die »Weiße Insel« überzusetzen. Zu diesem Ende – fährt der Holländer fort – möchte er nun wissen, ob der Fischer wohl geneigt wäre, in der kommenden Nacht die besagte Ladung Seelen auf die benannte Insel hinüberzufahren; in diesem Falle wäre er bereit, ihm das Überfahrtsgeld im voraus zu bezahlen, in der festen Überzeugung, daß der Fährmann als ehrlicher Christ ihm den möglichst niedrigsten Preis stellen werde. Der holländische Geschäftsmann – das ist eigentlich ein Pleonasmus, da jeder Holländer Geschäftsmann ist – macht diesen Antrag mit einer nachlässigen Ruhe, ganz, als wenn es sich um eine Ladung Käse und nicht um Seelen der Toten handelte. Das Wort »Seelen« macht auch für den ersten Augenblick auf den Fischer einen eigentümlichen Eindruck, er fühlt, wie ein Frösteln ihm über den Rücken läuft, denn er merkt gleich von Anfang an, daß hier von Seelen Verstorbener die Rede sei und daß er den rätselhaften Holländer vor sich habe, von welchem seine Seegefährten ihm oft erzählt hatten, jenen Greis, der zu wiederholten Malen ihr Fahrzeug gemietet habe, um die Seelen der Geschiednen nach der »Weißen Insel« zu bringen, und der sie immer sehr gut dafür bezahlt habe. Aber die Bewohner dieser Küstengegend sind, wie ich bereits oben bemerkt habe, mutig, von gesundem Körper, vernünftig, ohne Einbildungen, und daher für die leeren Schrecken, die uns die Geisterwelt einflößt, wenig zugänglich. Daher währt auch das geheime Grausen, das plötzliche Erbeben des schaudernden Fischers nur wenige Augenblicke; er erholt sich bald wieder und denkt mit der gleichgültigsten Miene von der Welt nur noch daran, wie er den möglichst höchsten Preis für seine Überfahrt erlangen könnte. Nachdem man einige Zeit gehandelt, werden beide Teile endlich einig; das Geschäft ist abgeschlossen und man gibt sich den gebräuchlichen Handschlag. Der Holländer zieht sodann unverweilt einen ganz schmierig ledernen Beutel aus seiner Tasche, der mit kleinen Geldstücken, den kleinsten, die jemals in Holland geprägt worden sind, angefüllt ist, und bezahlt in dieser liliputanischen Münze den ganzen Betrag für die Überfahrt voraus. Nachdem er dem Fährmann noch eingeschärft, daß er sich ja gegen Mitternacht, zur Stunde, da der Mond in seinem vollen Lichte erscheint, mit seinem Fahrzeuge an einem bestimmten Punkte der Küste zur Empfangnahme seiner Ladung Seelen einstellen möge, nimmt der Holländer von der ganzen Familie, die ihn von neuem vergebens eingeladen hat, mit ihnen zu essen, Abschied; dann entfernt er sich in einem gewandten und hüpfenden Schritte, der von dem Ansehen des Ernstes und der niederländischen Seelenruhe, das er sich zu geben gesucht hatte, eigentümlich absticht.

Zur verabredeten Stunde befindet sich der Fährmann an dem verabredeten Orte mit seiner Barke. Diese wird anfangs von den Wogen hin und her geworfen, aber sobald der Mond sich zum Untergange neigt, bemerkt der Schiffer, daß sein Fahrzeug sich weniger leicht bewegt und nach und nach immer tiefer sinkt, so daß es zuletzt nur noch eine Handbreite hoch aus dem Wasser sieht. Aus diesem Umstande schließt er, daß seine Passagiere, d. h. die Seelen, sich an Bord befinden, und er beeilt sich, abzustoßen. Da kann er lange seine Augen anstrengen, um in seiner Barke etwas zu sehen; er bemerkt nichts darin, als einige Nebelflocken, die sich hin und her bewegen und ineinanderfließen, ohne eine bestimmte Form annehmen zu können. Vergebens spitzt er seine Ohren, er hört nichts als ein leises, kaum vernehmbares Flüstern und Knistern. Nur von Zeit zu Zeit fliegt eine Möve mit kläglichem Geschrei über sein Haupt hin, oder ein Fisch steckt nahe an seiner Seite den Kopf aus dem Wasser und heftet seine großen, furchtsamen Augen auf ihn. Die Nacht gähnt ihn an und die Luft weht kalt; ringsum nichts als Meer, Mondschein und Schweigen. Stumm wie alles, was ihn umgibt, erreicht der Fährmann endlich die »Weiße Insel«, wo er sein Fahrzeug anlegt. Er sieht niemand am Ufer, aber er vernimmt eine keuchende Stimme mit kurzatmigem Kreischen, in der er die des Holländers erkennt. Diese unsichtbare Person scheint eine Liste von Eigennamen abzulesen, und zwar in dem eintönigen Vortrage eines Aufsehers, welcher Namen aufruft. Mehrere dieser Namen sind dem Fischer bekannt, da sie Personen angehören, die im Laufe des letzten Jahres gestorben sind. Während der Vorlesung dieses Namensverzeichnisses wird die Barke allmählich leichter. Vor einigen Augenblicken lag sie noch auf dem Sand der Düne, und nun steigt sie in dem Maße, als die Namensliste erschöpft wird. Der Fährmann merkt endlich, daß seine Ladung an den Bestimmungsort gelangt ist, und kehrt in Frieden zu seiner Frau und zu seinen Kindern in sein liebes Häuschen an dem Siel zurück.

Auf dieselbe Weise wird die Reise der Seelen nach der »Weißen Insel« jedesmal bewerkstelligt. Ein außergewöhnlicher Umstand fiel einem Fährmanne, der diese Überfahrt besorgte, einmal ganz besonders auf. Die unsichtbare Person nämlich, welche am Ufer die Namensliste ablas, unterbrach sich plötzlich und rief aus: »Wo ist denn Pitter Jansen? Pitter Jansen ist ja nicht da!« – Hierauf erwiderte eine kleine flötende Stimme: »Ich bin Pitter Jansen's Frau und ich habe mich unter dem Namen meines Mannes einschreiben lassen.«

Nunmehr halte ich mich endlich für stark genug, um die wichtige mythologische Person, die in dieser Legende figuriert, durch ihre listige Verkleidung hindurch zu enthüllen. Sie ist nämlich niemand anders als der Gott Merkur, der ehemalige Seelenführer, der dieses besonderen Amtes wegen »Hermes Psychopompos« genannt wurde. Ja, unter diesem unscheinbaren Rocke, unter dieser armseligen Gestalt eines Krämers versteckt sich einer der stolzesten und berühmtesten heidnischen Götter, der edle Sohn der Maja. An dem kleinen dreieckigen Hute weht nicht die kleinste Feder, welche an die Flügel der göttlichen Kopfbedeckung erinnern könnte; an seinen Schuhen mit Stahlschnallen findet man nicht die geringste Spur von beflügelten Sandalen. Dieses niederländische Blei bildet einen vollkommenen Kontrast zu dem beweglichen Quecksilber, dem der Gott seinen eigenen Namen verliehen hat; aber gerade dieser Kontrast offenbart die Absicht des schlauen Gottes: er nahm diese Maske nur vor, um vor einer Erkennung desto sichrer zu sein. Nicht aus Laune oder Zufall hat er diese Verkleidung gewählt. Merkur war bekanntlich der Gott der Diebe und der Kaufleute und übte beide Industrien mit Erfolg aus. Es war demnach ganz natürlich, daß er bei der Wahl seiner Vermummung, unter der er sich zu verbergen suchte, und des Gewerbes, das ihn ernähren sollte, seinen Antezedenzien und Anlagen Rechnung trug. Er hatte nur zu berechnen, welcher jener Erwerbszweige, die sich nicht gar zu bedeutend von einander unterscheiden, ihm die meiste Aussicht auf Gelingen darböte. In Bezug auf den Diebstahl mußte er sich gestehen, daß derselbe durch hundertjährige Vorurteile in der öffentlichen Meinung gebrandmarkt worden ist, daß es den Philosophen bisher noch nicht gelungen, ihn wieder zur Geltung zu bringen und dem Eigentume gleichzustellen, daß er von der Polizei und den Gendarmen nicht mit den freundlichsten Augen angesehen werde, und daß der Dieb zum Lohn für all seinen Mut und seine Geschicklichkeit zuweilen zur Galeerenstrafe, wo nicht gar zum Strange verurteilt wird; der Handel habe sich der größten Straflosigkeit dagegen zu erfreuen, werde von der Gesellschaft geehrt und von den Gesetzen geschützt; Kaufleute würden mit Orden dekoriert, kämen an den Hof, und könnten sogar zu Ministerpräsidenten gemacht werden. Der schlaueste der Götter entschied sich demnach natürlicherweise für den am meisten gewinnbringenden und am wenigsten gefährlichen Stand, für den Handel, und um ein rechter Geschäftsmann zu sein, wurde er ein holländischer Kaufmann. Wir sehen ihn also, wie er sich in dieser Eigenschaft auf die Beförderung der Seelen nach dem Reiche des Pluto legt, und er, der alte Hermes, der eignete sich ganz besonders für dieses Geschäft.

Die »Weiße Insel« wird auch zuweilen »Brea« oder »Britania« genannt. Sollte dieser Name eine Anspielung auf das weiße Albion sein, auf die Kalkfelsen der englischen Küste? Es wäre in der Tat ein spleeniger Gedanke, aus England das Land der Toten, das Reich Pluto's, die Unterwelt zu machen. Und doch ist es möglich, daß sich Großbritannien mehr als einem Fremden unter diesem Charakter darstellte.«


Diese von Heinrich Heine 1825–27 wahrscheinlich in Ostfriesland gehörten Sagen sind wie immer mit »Anwendung von Geheimmitteln, die sich nur in der Apotheke des Dichters finden«, geschrieben. Die 1853 erschienene deutsche Ausgabe kam mir erst 1869 zu Gesicht und wurde der Anlaß, an der Küste entlang einem Menschen zu begegnen, der außer Seesagen auch diese so tief in die ehemalige Religion unserer Väter eingehende Glaubensdarstellung wahrte. Anfang 1850 war meine Beppe Imke Eden, geb. 1768 zu Nesse, die alte Erzählerin, mit der mein Vater 35 Jahr verkehrte, gestorben. Mit 7 Jahren hatte ich sie kaum kennen gelernt, aber auch erst 1870 ihre Sage erfahren. 1870, als ich von Emden nach der Theener am Hilgenriedersiel zog, fielen mir dort zwei Männer in die Augen, die auch hier Bescheid wußten, ein kleiner Ackerbürger Dringenberg, ein Nachfahr des bekannten Professors Dr. Kl. in Rostock, und ein Arbeiter H. G. Blonn. Was Heine von der Stellvertretung eines Verstorbenen mitteilt, hat sich bei den Küstenleuten nicht gefunden und ist als »Geheimmittel« in der nun folgenden Volkssage fortgelassen.

II. Ut dat Volk.

An unse Waterkant liggen Sielen, war dat Binnenwater dör starke Slüsen na t Watt to ofwatert. De Mu van so n Siel gift toglik n Hafen of, war Schäpen hen to hennige Twemasters to lössen un laden könen. Froger Tiden wahnden up de Sielen hast luter Schippers un Fiskers. Up Nessmersiel wahnde up de Hörn na Beermeroog to n Fiskermann ganz alleen, sünder Nabers un Abers, ohn Larm un Barm. He sett Fuken in t Deep un funk Aal un Häkt dermit, un harr Argen up t Watt stahn, war he Butt un Härenk un Maifisk un Snäpel un wat de See anners gift, ut haalde. Mit sien Sluupke kunn he ook na See to fahren un Schellfisk angeln, de froger up 6 Faam Düüpte vör de Eilanden stunn, war de grote Stimers of Dampers, as se nu nöömt worden, hüm verdräfen hebben. Ook as Fährmann na Beermeroog of Nördernej weer Jan Hugen to Stä, wenn ins n Minsk of Reisende na een van de Eilanden wat henn to doon harr. So sloog he sück slecht un recht mit sien Familje dör de Tied. Sien Vader harr all hier wahnt, sien Beßvader ook, un watt in de Welt vörfull, raakde hör hier nich. Kein Laut der aufgeregten Zeit drang noch in diese Einsamkeit!

Fisken un Fährmann spölen geef to minn to läfen un tovööl to starfen, um dat in de Buttjeree n Dutz of mehr lewe Kinnerkes sungen un sprungen, de alltied hungerg weeren. Hugen Jan harr der wat mit to doon, all de lüttje Muulkes to stoppen; un sien Jantje seet van Enn to Wenn to neien un breien, to flicken un pricken, för all hör Kropptüüg Hemdjes un Bahntjes un Bücksen un Rocken in Gang to bringen un to hollen; man dat harr all nich lohnt, wenn Jan nich n Achterdör hatt harr, de he eenmal in t Jahr apen doon kunn.

Un dat was so: Elke körtste Dagg in t Harfst, kört vör Karstied, wenn de Sünn man äfen aver de Ere henkruppt, un de Minskheit knapp bi t Middagäten sehn kann, wat up Disk steit, denn weer bi Jan de fette Tid.

Wenn Klock twalfen Hüttje un Müttje bi de Disk satt of stund, elk sien Butt in de Fingers harr to klufen, de Tuffels half mit Schill in de Pann mit Speckfett un braden Zipels stippde, de midden up de Disk stund, denn gunk de Achterdöör apen un Jan sien Verdeenst funk an.

Stappfoots kwammt awer de Däle na de Köken to, greep na de Klink van de Dör un de se apen. So weert immer west, all bi Jan sien Vader un de sien Vader un van olle Tieden her. Nu dreiden sück alle Koppen na de Dör, man nüms gunk van Hunk, dat äten geit vör. Jan sien Nüstküken weer am gausten klar mit Kiken un flitts'de mit Ogen un Hann wär na de Pann, war he sien Tuffel int Speckfett rund umdreihde. So n Biet is to lecker.

De Unkel, de nu in de Dör stunn, weer allen bekannt un ook unbekannt. He worr nich oller un griser un bleef alltid desülfe, nett as to Beßvars Tiden n Mann in sien beste Jahren weert, kört un krägel, repp un rund, stramm un stäfig. Unner sien Dreetimp lüchten n Paar lüttje fürige Ogen un segen scharp int Runne, nicks, wat se nich up Stä to faten kregen. In de rechter Poot harr he n gälen Handstock van Spansk Reit mit n gollen Knoop drup, de luchter Poot droog n Snuufdook. Sien Reisemantel van gääl Dook weer mit een Rieg sülfern Kugelknopen toknoopt, unner seeg man Kneebücksens van swart Samt, siden Strümpen un Gaspenschoh, so blank, as wenn de Unkel mit n Kuuts dör de grundlose Kleiwegen fahren weer. Knapp van Woorden gung nu dat Gespreck an: »Ben ick hier recht bej Vedder Fiskermann?« – Hugen Jan kloof an sien Butt wider un leet sück erst noch nich stören. Man Unkel Koopmann kenn dat all un frog wider: »Mag ick Ju up n paar Woorden an?« – Nu weer de Butt up un de Sprake free un Jan stund up un wees na sien Schamelstohl: »Gaht wat sitten un schickt mit bi, t is Jo gern gegünnt.« Man Unkel Koopmann hett t hilt un wenkt Vader Hugen na t Fenster hen, war man na t Häff to kieken kann un günt achter de witte Schuum van de Bulgen averstörten sücht. Hier geit de Ofsprake nu wider. De Koopmann seggt: »Wi hebben Laden to verfrachten, will Ji fahren?« De Schipper fraggt: »Warhen?« De Koopmann: »Hier to laden, unner Beermeroog dör, de Akkmer-Ee ut, over de Wendelsee liek to liek an na Störkensmu to lössen.« Jan Hugen: »Wat is t vör n Laden?« Koopmann: »Verstürfen Seelen van t versläten Jahr.« Jan: »t is mi wat grißelk to!« Koopmann: »Wi moten all na t witte Aland!« Schipper: »t is ook wahr.« Koopmann: »Wo grot is Ju Sluup?« Hugen: »Ümsträäk dre Törflast.« Koopmann: »Maakt ruum dredusend Seelen, t kunn passen.« Jan: »Wo segg Ji?« Koopmann: »Vulle Laden, Vedder Fiskermann! Wull Ji fahren?« Schipper: »All derna, wat t deit, Mienheer.« Koopmann: »Klockslag twalfen tokaam Nacht klar an d Diek, Tügaasje staand un rede, bi düster Maan unner Seil, deit de Seele Kopp vör Kopp een Witt.« Ein früher in dieser Gegend übliches Kleingeld, nach heutiger Währung 5/9 Pfennig an Wert. Nu geit um Deiten Deit für Deut, kleine Münze, hier: um den Verdienst. un Jan weet woll, dat t Handel is, wart t wat bi to verdeenen gift. He luukt nu an un seggt: »Mienheer, dat is to minn. Ick bün unbekennt up See, t is mi wat gefahrlk to; de Fracht mutt to minnsten de Kopp n Krummstert doon.« Eine etwas größere liliputanische Münze der Frieslande, 3 ½ Witte an Wert = l 17/18 Pfennig. De Koopmann lett nu mit sück handeln, as sückt hört, un de beide kamen avereen un slaan in un to. De Fracht sall int vörut betahlt worden, un t dürt nich lang, do liggt bi Heller un Pennink upt Brett. De Schipper strickt binnen un hett sien Verdeenst up Kant, de Koopmann scharpt hüm noch eenmal dat Geweten un geit to de Dör ut. Dat Geschäft is klar.

To bestimmte Stünn liggt Hugen mit sien Sluup ant Sticht. De Maan wenkt all, man is noch nich unnergahn. To Anfang slingert dat Fahrtüüg hen un wär, up un daal, man mit leverla hört dat Slingern up un kummt Bestand int Schip. Sachtjes ßackt et deper un deper un hollt tolest man n Handbreet free Bord, as de Maan düster word. De Schipper markt nu woll, dat he sien Laden binnen hett un sett van Land of. Bi de swacke Sternschien kann he sien Kurs hollen, man int düster Ruum nicks sehn, as hen un wär witte Stripen, so as Daak antojehn, wat innander löppt. To hören is der ook nicks, as n spir Gedrüßel, so as wenn Musen sachtjes unnert Stroh russeln. Bi n gode Bries' maakt de Sluup n gaue Fahrt un glitt sünner Haveree dör de Wendelsee na t witte Aland. De Seils worden daalhaalt un dat Fahrtüüg ant Sticht leggt. Nicks un nüms is to sehn, man mit n mal geit van Ofropen. Dat is de Taal van mien Koopmann, seggt Jan bi sück sülfen un lunkohrt na de Namen, de de Stimm upröppt. Dar! hört he nich: Hinnerk Berens? Tade Heien? Gretje Gerds? – dat sünd wareintig all dree Sielkers, de verläden Jahr stürfen sünd. Ja, un de hör Seelen hett he an Bord hatt! of dat woll Lücht liden mag? Nu, wi moten der je all an, denkt he, wat is darbi to doon? – Wo langer dat Upropen dürt, wo flötter word sien Sluup, un as dat Verlesen ut is, lett he fieren, sett Seils bi un kehrt in Frä torügg na Fro un Kinner. Un so geit dat Jahr up Jahr, dat de verstürfen Seelen na t witte Aland överschepen.

III. Beermeroog.

Von Texel bis zur Eider erstreckt sich eine Inselkette, die, wenn jetzt auch so sehr zerrissen und streckenweise aus dem Zusammenhang gebracht, daß man lebhaft konstruieren muß, um das Ganze zu finden, dennoch die Nehrungen vor den Haffen der Nordseeküste deutlich erkennen läßt. Die Eilande in der langen Reihe sind also Rudera jener Landstreifen, welche in vorgeschichtlicher Zeit die großen Strandseen der Küste an der Seeseite abschlossen. Noch heute nennt der Ostfriese die Watten ( vadum = Furt) mit dem ursprünglichen Namen Häff. Beim sogen. Seebullern, dem meilenweit ins Land hinein hörbaren Donnerton der nachbrandenden See, heißt es: 't Noorder Häff bullert! Für die Gefahr des Wattlaufens vom festen Wall hin zu den Eilanden gilt das Sprichwort: Tiedgenoog is in't Häff bläfen. – Diese uralten, jetzt mehr und mehr veraltenden Ausdrücke lassen vermuten, daß auch andere Namen im Volksmunde gefunden werden dürften, die, wenn auch nicht verbucht, dennoch einzelnen Örtern ursprünglich eigen gewesen seien.

Vor 50 Jahren schrieb mir bei unsern Untersuchungen über die Küstenlokalitäten zwischen Eems und Elbe der Vorsitzende des naturwissenschaftlichen Vereins für Nordwest-Deutschland in Bremen, Herr Dr. W. O. Focke, einmal: »Halten wir fest, daß die Inseln in jeder Beziehung mit dem Festlande in Verbindung stehen, daher auch bezüglich ihrer Benennung.« Dieser Satz ist mir ein Sporn gewesen, den Inselnamen erdenklichst nachzuspüren und von verschiedenen Resultaten (über Nordernee (Austerania des Plinius) und die öst- und westlich liegenden Inseln) der Welt Mitteilung zu machen, wenn's auch nicht weit geklungen hat. Es steht fest, daß unsere Eilande ihre Namen erst erhielten, nachdem sie wirkliche Eilande geworden. So lächerlich dies klingen mag, so schwierig ist es zu beweisen. Mit den landläufigen Schriftstellern über diese Materie ist nichts anzufangen. Die Historiker alter Zeiten können uns das Rätsel nicht lösen. Man muß also ganz von vorne anfangen und jedes einzelne Eiland unters Fernrohr bringen. Dabei findet sich, daß die zuerst als Eilande auftretenden Nehrungsbrocken an besonders exponierten Stellen lagen, wo sich – wie dies an der Ostsee noch zu schauen – die Binnenwasser Bahn brachen und Rinnen zum Meer rissen. Solche vom Wasser umspülten Brocken hießen allgemein Aland = Wasserland und in dialektischer Abweichung Eland, Eiland oder Oeland, Oland. Ich bin nun der Ansicht geworden, daß an der Wasserkante und den vor der Dampferfahrt allein üblichen Segelschiffahrt notwendigen langausgezogenen und hochtonigen Wörtern und Worten das Aland zu einem Ageland, Agland wurde, und mit Abstoßung des land zu Age, Aage, Aag oder auch Ooge, Oog, Oe, Ey wurde, das mit Ooge = Auge und Oe, Ey = Ei (beides auf die Form ausgedeutet) nichts zu schaffen hat. Wenn sehr alte lateinische Urkunden der Karolinger bereits ein Ach (Osterach »ec.) für solche Wasserländer der niederländischen Küste nennen, so beweist mir dies nur, daß bereits damals die Einwohner des Nordsee-Flachlandes sich schon auf dieses Ach, Ooch, Oog als ursprüngliches Aland, Aagland festgesetzt hatten.

War nun ein Aland innerhalb der Nehrung abgelöst, so mußte es je nach Bedürfnis einen Spezialnamen haben, und da lag es meiner Ansicht nach am nächsten, ein Objekt am festen Wall damit in Verbindung zu bringen, weil dieses mehr als anderes unwandelbar war. Daß dies geschah, läßt sich ja auch an Schiermonnikoog, Rottumoog, Borkumoog, Nörderneeoog und Wangeroog unzweifelhaft nachweisen, denn mit diesen Oogs korrespondieren die Orte der Schiremonniken, Rottum, Borzum, Nörden und Wangerland selbst. Daß Langeoog nach seiner Länge, Spikeroog von einem jetzt nicht mehr bekannten Orte Spiker (Packhaus, Scheuer, Kornhaus, Zinshaus, oder – wie ein Witzbold meint – nach seinem nagel- oder spiekerförmigen Format benannt worden sei, liegt anzunehmen nahe. Für unsere übrigen ostfriesischen Inseln bliebe nur noch eine Erklärung der Namen Juist und Baltrum übrig. Die Juist, welche botanisch ein verarmtes Ostende Borkums genannt worden ist, hat ihr Seitenstück in der früheren Lauwersee, jetzt westfriesischen Marsch, und wird dort wie hier als dürres Sandland, güstes Land gedeutet. Was nun das letzte Eiland Baltrum anlangt, so ist es richtig, daß sich noch um 1590 die Form Baltring nachweisen läßt, von der ich finde, da sie auf den nordfriesischen Inseln für Weideland üblich ist. Diese Erklärung würde nun freilich für das Eiländchen von heute wie auch vor 300 Jahren nicht passen, nichts desto weniger nehme ich aber keinen Anstand, in altersgrauer Zeit eine grüne Insel hier anzunehmen, wie auf der Südseite von Borkum, Juist, Nordernei, Langeoog die Wattseite grün beraset ist, besonders wenn die topographischen und hydrographischen Verhältnisse der gegenüberliegenden Festlandsküste vor einigen 1000 Jahren in Betracht gezogen werden. Daß überdies Baltrum mit Nordernei einmal eine große Insel ausgemacht haben kann, liegt zu Tage, wie denn auch hier die botanischen Verhältnisse ein verarmtes Nordernei nachweisen. Bei dem Römer Plinius, der die Inselreihe von dem Fly bis mindestens zur Weser im Vorbeifahren kennen und nennen lernte, folgt auf Burchana = Borkum, der Flottenstation Roms, ein Austerania = Osterende, das wir noch 1398 und 1400 verdokumentiert, anstatt des spätern Nördernee Oog = Nordernei finden; und auf dieses Osterende, wegen seines Bernsteinreichtums von den Truppen Glessaria (von Gläsum, Glas) genannt, folgt ein Aktania, richtiger wohl Akkania. Unter dieser Insel versteht man wohl jene Nehrung, die von der Hilgenriede, einem Arm der großen Eddenriede, bis zur Jade sich erstreckte, und deren Endpunkte die beiden uralten Küstenorte Aheim = Aagheim, jetzt Akkum in Ostfriesland und Wangerland sein dürften. Akkania umfaßte dann die jetzigen Inseln Langeoog, Spiekeroog und Wangeroog.

Daß eine Abnahme der Inseln und namentlich eine bedeutende Verbreiterung der zwischen ihnen befindlichen Wattmündungen, Seegaten genannt, stattgefunden habe, wird überall bestätigt. Für Baltrum ist speziell nach genauen Messungen eine enorme Verluststrecke allein schon in den 17.-19. Jahrhunderten nachgewiesen worden, es muß mithin vor Jahrhunderten eine wesentlich andere Lage zum Festlande eingenommen haben, wie ja vor dem Einbruch des Atlantik durch die Straße von Calais bezeugt ist und von Borkum durch die Römer um Christi Geburt einwandfrei dargestellt wird. Wer für diese Verhältnisse an friesischen Küsten Nachricht sucht, findet sie bei Arends: Physische Geschichte der Nordsee-Küste. 1. Bd. (Emden 1833), S. 200 ff. – Einer der exponiertesten Punkte der Geest dem alten Baltrum gegenüber nun war Berum, und noch heute beherrscht es die weite Fläche der aus dem Haff abgelagerten Marschen bis Hilgenriedersiel in auffallender Weise. – Borkum erhielt entweder seinen Namen von dem gegenüberliegenden alten Festlandsort Brußhem, Burshem, jetzt Borßum, oder von dem Brokmerlande in der Nähe. Juist war nur ein Teil Borkums und blieb, weil kein Festlandsort gegenüber lag, mit seinem der Bodenart angepaßten Namen sitzen. Nörder nee Oog später unter Wegfall des Oog nur Nördernee, fälschlich Norder nei statt Norder neu genannt, erhielt seinen Namen von dem gegenüberliegenden Ort Norden, im Volksmunde Nörn genannt. Baltrum, anfangs ein Appendix vom Norderoog, oder aber fast zu gleicher Zeit wie dieses, als selbständiges Eiland abgetrennt, wurde anfangs als Beermeroog (Beerheimeroog) genannt. Dieses interessante Wort ist zwar lange verschollen, lebt aber in obiger Sage fort, welche ich während meines nunmehr fünfzigjährigen Aufenthalts im Norderlande mehrfach von alten Eingeborenen erzählen hörte, nachdem sie zuerst vor 90 Jahren von meiner einer seit Jahrhunderten im Norderlande ansässigen Familie angehörenden Urgroßmutter in Nesse meinem Vater erzählt worden war. Ich habe diese Sage in Dr. H. Weichelt's Hannoversche Geschichten und Sagen (Norden, Soltaus Verlag 1878) Band 2, pag. 63 ff. unter dem Titel: »Die Überfahrt der Seelen bei Neßmersiel« publiziert, und dabei die volksmundlichen Dinge, worin auch der Name Beermeroog für Baltring, Baltrum vorkommt, ganz genau mitgeteilt. Es handelt sich um den Schiffstransport der Seelen zum » witten Aland«, vielleicht Skandinavien oder Island bezeichnend, und den Zug der Seelen zu den dorthin vertriebenen heimatlichen Göttern andeutend. Hierbei wird zwischen dem Fährmann und dem Seelenexpedienten der Segelkurs »Unner Beermeroog dör, de Akkmer Ee ut, liek to liek an na Störkensmu« festgestellt. Anstatt des Beermeroog hörte ich einige Male ein irrtümliches Bremeroog, doch dies hat keinen Boden. Daß freilich Sagen stets lokalisiert werden und darum auch hier eine ursprünglichere Fassung übertragen worden sein könnte, ist mir bekannt. Wenn aber die Akkumer Ee, die bei Akkumersiel ins Haff mündet und ihren Ausgang ins Meer zwischen Baltrum und Langeoog nimmt, den Neßmersieler Schiffer auf die See führen soll, so muß er unbedingt unterhalb des Eilandes Baltrum das Heff kreuzen, und kein anderes Wasserland der Küste kann das Beermeroog sein.

Es wäre jedenfalls interessant zu erfahren, ob der Name Beermeroog irgendwo und -wie sonst vorkäme und sollen Kundige hiermit gebeten sein, darüber geneigtest Mitteilung machen zu wollen.

Nachschrift 1921 an Professor Dr. Lüddecke in Emden. »Daß Berum in der Vorzeit am Watt lag und bis hierher eine Wasserstraße (Seegatt) reichte, wurde durch die geologische Untersuchung Wildvangs 1920 bestätigt, der ihren Lauf genau durch Bohrungen feststellte. Ich hatte 1871 durch Grabungen im ›Seegatt‹ vor Sophienhof (zwischen Ostermarsch-Junkersrott und Theener) eine Stärke des Kleibodens von etwa 20 Fuß festgestellt, die also die Tiefe des Stromes an dieser Stelle anzeigt, und darauf den Lauf bis zur Hagermarsch verfolgt. Wildvang konnte nun den ganzen Wattenstrom bis nahe an Berum nachweisen. Bei der Ketten klese im Waterwege über das Marschtief in der Hagermarsch fanden wir 1872 auch bei der Aufräumung eines Schlots ein uraltes Boot. Die von mir in jenen Jahren in der ›Ostfries. Zeitung‹ veröffentlichten Fundberichte wurden von niemand beachtet. Auf Wunsch habe ich sie später Dr. Ritter zugesandt, doch nie von deren Verwendung erfahren. –

Nach dieser Feststellung eines bedeutenden Wattenstromes, der noch heute bei seinem Ausfluß ›Seegatt‹ heißt, ist es mir um so sicherer, daß eine uralte Insel vor diesem Teil der Küste nur Beermeroog heißen konnte.

Die 21 Klesen des alten Norderlandes reichen mindestens bis ins 5. bis 6. Jahrhundert n. Chr. zurück. Ich habe eine umfassende Untersuchung darüber unter Händen.«


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