J. L. Pyrker
Lieder der Sehnsucht nach den Alpen
J. L. Pyrker

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15. Lilienfeld

unter den Alpen.
              Sey mir gegrüßt im tiefsten Grund der Seele,
    Stift Lil'jenfeld, im wonnig schönen Thal!
Mein Glückstern wollte, daß ich dich erwähle
    Zum Lebensziel', und lohnend war die Wahl.
Wenn ich des Daseins frohe Stunden zähle,
    Und auch die schlimmen, wechselnd, ohne Zahl,
So winkt mir jenes fest empor zu schauen,
Und alle Hoffnung auf den Herrn zu bauen.

Ein armer Jüngling kam ich hergezogen,
    Und sah mich scheu in deinen Hallen um;
Sie wölbten hoch sich über mir zum Bogen,
    Und blickten nieder, düster, starr, und stumm,
Doch hatte mich die Hoffnung nicht betrogen:
    Es zeigten mir den Weg zum wahren Ruhm,
Im Laus so mancher feierlicher Stunden,
Die weisen Brüder, die ich hier gefunden.

Sey du fortan, wie deine Alpen ragen –
    Hoch auf, und hell im Morgenroth erglühen,
Zum hehren Ziel' in allen künft'gen Tagen
    Für die, die hier im Seelendienst sich müh'n;
In ihm des Tages Last mit Freuden tragen,
    Und, gottgestärkt, vor keinem Schreckbild flieh'n:
Dann wird gewiß in deinen heil'gen Mauern
Der Erde schönstes Glück für immer dauern!


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