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8. Kapitel. Fortgeekelt!

»Weißt Du, Krause, ich habe den Eindruck, daß Lotte nicht so glücklich ist!« – – »Aber« – – entgegnete er schüchtern. »Widersprich nicht; wenn ich eine solche Behauptung aufstelle, so habe ich meine gewichtigen Gründe!« – – »Und die wären?« – – »In Berlin war das Kind frisch und unbefangen bis zur Keckheit. Ihre Liebenswürdigkeit war gewinnend. Hier ist es still, verstimmt, sogar eingeschüchtert. Fortwährend blickt es Feller ängstlich an. Der Mann gefällt mir nicht. Er ist launisch. Arme Lotte! Na, ich werde mit Marie Bach Rücksprache nehmen. Sie muß einschreiten und die Stellung ihrer Tochter beizeiten wahren!« – – Der Stadtrat rutschte unbehaglich auf seinem Sitz hin und her. Sein grünblasses Gesicht zuckte nervös: »Wenn ich Dich bitten dürfte, Frauchen, so unterläßt Du jede Einmischung. Mein Eindruck ist ein anderer und für uns ein sehr peinigender!« – – »Nanu, Krause, wie kommst Du mir vor? Aber sprich Dich aus, Deine Ansicht interessiert mich beinahe!« – – Höhnisch lächelnd blickte sie auf den schwächlichen, kleinen Gatten. Er knackte mit den Fingergelenken wie stets, wenn er aufgeregt war; aber er sprach: »Siehst Du, teures Malchen, das junge Pärchen ist auf der Hochzeitsreise. Es ist in seinem Liebesglück für die Einsamkeit eingenommen!« – – »Lachhaft, Phantast!« – – »Einfach, wir stören die Beiden! Wir sind ihnen unangenehm, und sie wünschen uns ins Pfefferland. Ich habe sie beobachtet – – – –«. – Frau Stadtrat erstarrte und blickte perplex vor sich hin. Sie dachte nach. Das Resultat war überraschend: »Du bist ein Idealist und Träumer, Krause. Wie gut, daß Du von jeher eine nüchterne Frau neben Dir hattest. Mit einer andern hättest Du den Mondschein angegirrt und wärst nie der angesehene, vermögende Kaufmann geworden, stimmt's?« – – Er seufzte nur und nickte stumm. – »Aber Fellers sind ein anderer Menschenschlag. Ich werde Dich beschämen und Lotte gradeaus fragen, wie der Hase läuft. Meiner Meinung nach haben sie drei nette Tage durch uns verlebt. Sie waren doch mit Verwandten zusammen, und was haben sie alles gesehen! Bah, zur Liebe haben sie noch ein ganzes Leben lang Zeit. Und zuletzt – – – – mir war ihre Führung sympathisch und bequem. Ich habe London kennen gelernt von Whitechapel bis zu den Docks, die Museen ec. Das ist mir schließlich die Hauptsache!« – fügte sie mit naivem Egoismus hinzu. – – »Ich denke, wir reisen morgen, das Geschäft – – –« – – »ist versorgt! Sprich keinen Unsinn!« – – »Dann lassen wir die Leutchen wenigstens heute allein!« – – »Ich denke nicht daran. Nebenbei habe ich Lust, noch mit ihnen nach der Insel Wight zu gehen!« – – Der taktvolle Krause zuckte zusammen; aber er wagte keine Erwiderung, um seine eigensinnige Gattin nicht in einen festen Entschluß zu treiben. Daher sagte er nur leise: »Wie Du meinst, liebe Frau!« – –

Während Fellers Verfolger auf dem Wege waren, um sie abzuholen, saßen diese im Speisezimmer der Pension und frühstückten mit den andern Pensionären. Wie immer tobte ein Kampf der Meinungsverschiedenheiten. Diesmal war die englische Kunst das Thema. – Die meisten waren begeisterte Bewunderer derselben und hielten Lotte immer von neuem die Namen Gainsborough, Reynolds, Hogarth, Turner, Landseer, Tadema, Leighton entgegen! Willi wies sie auf die Schätze der Galerien, auf die vornehme Malweise, die Feinheit von Sujets und Ausführung hin, welche das Hauptkennzeichen der englischen Kunst bildeten. Jedoch unsere Freundin war nicht leicht von einer einmal gefaßten Ansicht abzubringen. Heute besonders, wo sie an den andern Deutschen der Pension einen Rückhalt hatte. Ihre Wangen glühten, und ihre Augen funkelten vor Eifer: »Ich kann mir nicht helfen, – erklärte sie – jetzt habe ich einen guten Überblick bekommen, und ich bleibe bei meiner Meinung. All die Künstler, die Sie mir nennen, bewundere auch ich! Es sind hervorragende und große Könner. Ich gebe Ihnen die Vornehmheit der englischen Kunst zu, gewiß, auch ich erkenne sie an. Aber für meinen Geschmack ist die englische Malerei zu sehr Salonkunst, zu glatt, zu minutiös. Sie wirkt auf die Dauer wie ewige Schlagsahne! Nein, ich habe hier nur ein spontanes, schöpferisches Genie, das eigene Bahnen geht, gefunden, und das ist George Frederik Watts! Die andern sind mir zu sehr im Rahmen ihrer Schule, zu akademisch! Es fehlt hier außer bei Watts das wahre Genie, das lieber daneben haut, aber die Glätte vermeidet. Bezeichnend war mir, wie oft Tante Krause in der Akademie, der Tategalerie und in den anderen Sammlungen vor englischen Bildern ausrief: ›Niedlich! Reizend! Das möchte ich im roten Zimmer haben! Das paßt in meinen grünen Salon!‹ Oder ›Wie rührend!‹ – – Diese Kritiken genügten mir! – – – Die wunderbarsten Eindrücke, außer Watts, gaben mir wieder die alten Meister, welche England gekauft und hergeschleppt hat – Wie wir auf gut deutsch sagen, andern Völkern gemaust, wenn es ihnen schlecht ging!« – fügte sie hinzu, nur den Landsleuten verständlich. Diese lachten. – » Well, unsere Litteratur?« – fragte eine Engländerin. »Deren Größe gebe ich Ihnen unbedingt zu, das heißt, momentan herrscht bei Ihnen auch ein großer Tiefstand!« – – Eine Bemerkung zweier Damen, die ihr scharfes Ohr erfaßte, brachte sie in den Harnisch. »Wir haben nicht nötig, eifersüchtig zu sein, Madame, denn z. B. auf dem Gebiete der Musik, der Skulptur, der Bühnenkunst, sind wir Ihnen doch unvergleichlich voraus! Wie wenig gefällt mir die petrefakte Ellen Terry, der fürchterliche Henry Irving! Da sollten Sie unsere Schauspieler sehen!« – – –« – –

Nach kurzer Debatte wurde die Tafel aufgehoben. Die Deutschen begaben sich in den Drawingroom. Lotte und Willi in ihren Salon. Er umarmte sie: »Ich wollte, wir säßen erst am Strande in Shanklin, damit wir wieder ganz uns leben können, ehe wir heimkehren. Zuerst wurde ich durch Dietrich und die Besuche bei den Ärzten von Dir abgezogen. Jetzt – er seufzte – sind diese entsetzlichen Krauses nicht loszuwerden!« – – Lotte legte die Hände auf seine Schultern und beugte sich zurück: »Meine Geduld ist zu Ende! Heute platzt mir die Galle, wenn sie wieder antanzen. Diese Tante ist ja direkt unverschämt mit ihrer Aufdringlichkeit! Drei Tage habe ich es getragen, ich trage es nicht länger mehr, ich habe es satt!« – – »Du riskierst einen Familienaufstand und tödliche Feindschaft, Katz!« – – »Darauf hin wage ich es! Mag Onkel seinen Drachen in Graudenz steigen lassen! Von dort nach Berlin kann sie nicht beißen!« – – »Und was wird Mama sagen?« – – »Lachen! Mit der alten Dame habe ich ohnehin noch ein Hühnchen zu rupfen. Warum sandte sie den Verwandten noch unsere Adresse? Wir hatten sie doch ausdrücklich gebeten, es zu unterlassen!« – – »Du kennst doch ihre Güte, sie konnte auch nicht unliebenswürdig sein!« – – Es klopfte. Der Pensionsdiener erschien und meldete die Ankunft Krauses. Willi ließ Lotte entsetzt los. Diese stampfte zornig mit dem Fuße auf: »Thu mir den Gefallen, und stimme mir in allem bei, Liebster! Straf' mich nicht Lügen! – – – – – Heute werde ich sie fortgraulen!« – – »Vorsichtig, Katz, nur diplomatisch!« – – »So oder so! Aber es wird gemacht! – Guten Tag, Onkel und Tante, so früh schon im Gange?« Sie reichte den Eintretenden die Hand. Beide setzten sich nach der Begrüßung nieder. »Na, Kinder, gut geschlafen? Wo wollen wir heute hin?« – fragte die Krause energisch. – »Wo Ihr hingeht, wissen wir doch nicht!« – lautete die kurze Antwort. »Wir wollen Euch nicht weiter behelligen, liebe – – –« – – »Was sprichst Du, Mann? Behelligen? Ach so! Denkt nur, mein Mann redet sich ein, daß wir Euch stören!« – sie lachte und blickte die Großnichte herausfordernd an, Lotte zuckte die Schultern hoch. Willi verschwand schleunigst im Nebenzimmer. »Na, – entgegnete die junge Frau kühl – Onkel hat eben Feingefühl. Wir sind doch auf der Hochzeitsreise!« – – »Aber Ihr seid doch nicht so verliebte – – –« – – »Natürlich sind wir wahnsinnig verliebt, liebe Tante, und, Gott sei Dank, noch in dem Zustand, wo man jeden Dritten störend empfindet!« – – »Ist das auf mich gemünzt, mein Kind?« – fragte Frau Krause atemlos und richtete sich auf. Lotte schaute ihr seelenruhig in die Augen: »Auf Dich, wie auf meine oder meines Mannes Mutter, also kannst Du nicht beleidigt sein, Tantchen!« – – Ihr gemütlicher Ton entwaffnete die Verdutzte: »Du bist ja sonst so vernünftig!« – – »Drum eben! Du ja auch, Tante, Du hast nur vergessen, wie man auf der Hochzeitsreise empfindet!« – – »Ich, ich – – –« – – »Gewiß! Übrigens fahren Willi und ich morgen, spätestens übermorgen, nach Oxford, dann nach Portsmouth und von dort nach der Insel Wight!« – – Frau Krause saß ganz still. Endlich sagte sie fast schüchtern: »Ich dachte auch schon noch einen Ausflug nach dort – – –« – – »Oho – meinte Lotte energisch – Davon würde ich Dir abraten. Dem Onkel bekommt die Kost hier nicht, er sehnt sich nach Ruhe. Du bist eine viel zu gute Frau, um ihn nicht zu schonen. Für Euch ist es am besten, Ihr reist nach Graudenz. Auf Wight müßten wir uns in jedem Falle von Euch trennen, denn unsere Wege und Zwecke sind zu verschiedene!« – – »Aber wir« – – – »Kein Aber, Tante, sondern offen heraus: mein Mann braucht Ruhe. Er kommt in die schwierige Praxis, und vor allem ich kann es ihm nicht zumuten, daß er fortwährend auf meine Verwandtschaft Rücksicht nimmt. Was würde seine Familie sagen?« – – »Nahm er etwa Rücksicht auf uns?« – – »Selbstredend, er wie ich, liebes Tantchen!« – – Wieder sprach Lotte so gemütlich, daß Frau Krause nichts entgegnen konnte. Sie maß Lotte nur und fühlte, diese war ihr gewachsen. Zum ersten Male gab sie klein bei und fragte nur schüchtern: »Können wir uns wenigstens Euch heute anschließen?« – – »Aber, Malchen, wir können doch allein – – –« – – »Laß nur, Onkelchen, heute bis zum Luncheon können wir zusammenbleiben. Dann treffen wir uns mit Dietrich und einem englischen Arzte. Die englische Unterhaltung würde Euch nur stören. Darum bringen wir Euch ins Hôtel, wo Ihr ruhig packen und Euch ausschlafen könnt, damit Ihr morgen früh den Zug erreicht, der Euch nach Queenborough bringt! Einen Moment – – –« –

Sie verschwand im Schlafzimmer. Die Zurückbleibenden sahen sich stumm an. Krause unterdrückte seinen Triumph. Sie wütete sich innerlich aus und sagte laut nur: »Empörendes Benehmen! Albern!« – – Man hörte von nebenan Kichern und Küsse. Sehr rot erschien Lotte Arm in Arm mit ihrem Gatten, zum Ausgang fertig. Eine gedrückte Stimmung herrschte, als man sich auf den Weg machte. Nach einem geraumen Weilchen erholte sich Frau Krause. »Ekelhaft sind diese Drehorgeln, mitten auf der Straße! Wie die Polizei das laute Gedudel erlauben kann, verstehe ich nicht! In Graudenz sollten solche Leiermänner mal kommen!« – – »Das ist eben charakteristisch für London, Tante! Du siehst und hörst sie überall!« – – Sie standen an der Haltestelle für Omnibusse. Der ihre kam. Der Schaffner half ihr hinauf. Stöhnend kletterte sie zum Verdeck empor, da sie wußte, daß Fellers nicht unten fuhren. Merkwürdiger Weise wagte sie heute keine Bemerkung. In Lottes Gesicht lag etwas Unheilverheißendes. Nach Luft schnappend ließ sie sich nieder: »Gräßlich, man wird ganz seekrank von dem Geschüttele. Es ist eine Unmoral für Frauen, hier oben zu sitzen!« – – »Du hättest doch in das Innere gehen sollen, liebe Tante!« – – »Sieh nur, Kutscher und Schaffner haben keine Uniformen! Es sieht aber nicht hübsch aus, wenn jeder das anzieht, was ihm paßt. Nicht wahr, Herr Doktor?« – – »Ich bin nicht für Uniformierung!« – meinte dieser ernst. »Ich sehr!« – sagte Lotte. – »Schaut nur, jeder Kutscher trägt ein Sträußchen angesteckt!« – – »Ja, das sieht lustig aus!« – – »Mir wird ganz schlecht, diese Engländer spucken immer über den Omnibus auf die Straße, solche Schweinerei!« – tadelte Frau Krause mit Recht; denn, dies war wirklich viel der Fall. »In Italien und Frankreich ist es noch doller!« – konstatierte Lotte. –

Sie langten vor dem berühmten Panoptikum der Madame Tüssaud an. Sie hatten um Krauses willen gerade diese Sehenswürdigkeit gewählt. Na, und die waren begeistert und mehr in ihrem Element, als in allen bisher gesehenen Museen. Sowohl der Stadtrat wie seine Gattin waren von den Wachsfiguren und besonders von der Schreckenskammer nicht loszueisen. Der Fürstensaal mit den kaum erkennbaren, elenden Wiedergaben europäischer Fürsten und Berühmtheiten wurde immer wieder durchschritten. Willi und Lotte amüsierten sich köstlich. Nur die letztere kränkte sich über die gehässigen und spöttischen Bemerkungen, welche sie über Frau Krauses Erscheinung hier und in den Straßen vernahm. »Es ist ein Skandal, wie sich die Bande gebärdet! Als ob es hier keine dicken Menschen gäbe! Na, und über Tantes Reisekleid sollten sich die Engländer nur ausschweigen! So doll wie die sehen wir doch nie aus!« – – »Hat man sich wieder über mich lustig gemacht und mir als Schimpfwort ›verfluchte Deutsche‹ nachgerufen?« – fragte Frau Krause. Lotte fühlte sich mit ihr auf einmal solidarisch: »Laß gut sein, Tante, die haben alle den Spleen! Sieh nur die alte Schachtel da in weiß Piqué mit einem Filzhut und einem Pelzkragen! Und gestern in dem Geschäft von Robinson, weißt Du noch, die junge Frau mit dem Spitzenkleid und dem Nerzmantel, dazu ein Hütchen aus Blumen und Tüll! P! So verdreht wie die gehen wir nie angezogen! Nie! Dafür bilden die reisenden Engländer in allen Witzblättern der Welt die komischen Personen!« – – »Ein freches, unverschämtes Gesindel, das sich Gott weiß was einbildet! Ich danke Gott, daß wir aus diesem Lande und dieser häßlichen, lauten, verräucherten Stadt 'naus kommen! Nicht sehen kann ich sie mehr! Nicht einen Tag bleiben wir länger hier, verstanden, Krause?« – donnerte sie den erschrockenen alten Herrn an. – Lotte und Willi blinzelten sich an und versteckten ihr Lächeln. Sie gingen mit den Verwandten spazieren und dann in ein Lokal. Lotte verfolgte ihre Taktik, die Tante auf alles Schlechte aufmerksam zu machen und ihr jede Bemerkung wörtlich zu übersetzen. Frau Krause schäumte. Sie redete sich immer tiefer in ihren Englandhaß hinein. Sie räsonnierte über die oft verrückte Art der Reklame, welche ihr anfangs soviel Spaß gemacht hatte. Zuletzt karambolierte sie stark mit der Hüterin eines der unterirdischen Waschräume mit Bequemlichkeit. Willi mußte kommen und den Streit schlichten.

Endlich um vier Uhr geleiteten Fellers die Verwandten in ihr Hôtel und überreichten ihnen schleunigst gekaufte Blumen und Süßigkeiten. Man nahm endgültig Abschied. – Unten auf der Treppe fielen sich Lotte und Willi in die Arme: »Fortgegrault! 'nausgeekelt! – Gott sei Dank!« – – »Schatzlieb, Du bist mir wie neu geschenkt!« – –

 

Schluß des Reisetagebuches von Frau Doktor Feller, geschrieben auf der Überfahrt nach Vlissingen.

»Himmel, wenn doch alles hier drin stände, was ich in Briefen an Eindrücken und Erlebnissen verpuffen mußte! Schade, das dies nicht der Fall ist, denn nachgeholt wird es doch nie! – Wie belehrend und interessant, wie großartig war doch unsere Hochzeitsreise von A bis Z. Selbst jetzt hat Petrus mir zu liebe das Meer erst plätten lassen, und wir fahren auf so spiegelglattem Wasser, als ob wir auf der Spree führen! – – Die Reise durch die kleinen südlichen Städte und die Hafenorte war noch sehr nett; aber einfach ideal schön war es auf der Insel Wight. Wir durchstreiften sie nach allen Seiten. Ventnor-Shanklin, die Needles, Osborne, Cowes, alles ist so herrlich! Die Vereinigung von Meer und Gebirge so prachtvoll, die Örtchen so sauber und lauschig! – – Seit wir Krauses fortgeekelt, waren wir überhaupt wie toll vor Wonne! So etwas von intensivem Glück, wie wir es auf der Insel durchlebten, giebt es ja garnicht! Das war paradiesisch! Was habe ich aber auch für einen Mann! So schön, so gut, so edel, so geduldig! –

Jetzt geht es in das schöne Heim, das uns die lieben Mütter inzwischen eingerichtet haben – in meine Häuslichkeit! P! Ich und Hausfrau? Würde?! – Ach, habe ich einen Bammel! Wie werde ich mich machen? Werde ich gleich mit dem Wochengelde langen? Und mit den Dienstboten auskommen? Wird es meinem geliebten Gatten schmecken? Werde ich mich fügen können?? Ach, ich kneif' ja beständig den Daumen und sende Stoßgebete zum Himmel! – – Meine Vorsätze sind so gute!« – – –

»Auch ich habe die besten Vorsätze und gar keine Angst! Meine Widerspenstige ist bisher ein tadelloser kleiner Engel gewesen! Wenn sie nur so bleibt, dann – – – – Ich weiß, wir werden glücklich werden! Wie freue ich mich auf mein Heim und mein Weibchen – – – daheim!

 

– Willi. –

Und wie freuen wir uns auf unsere Lieben, besonders auf die »dicke Wonne« und Etepetetchen, ohne die ja gar kein Leben ist! –

Wie schön war die Reise, und wie hat sie mich von vielen Vorurteilen bekehrt! Ja, überall ist es schön! Aber ob Ost ob West – daheim am Best! – Darum als Schluß dieses Buches wollen wir beide noch die wahren, tiefgefühlten Worte niederschreiben:

 

»Hurrah unser Heim!«
»Hurrah – Berlin!«

Hurrah!
Willi Feller
Lotte Feller, geb. Bach«.


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