Nataly von Eschstruth
Hofluft
Nataly von Eschstruth

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X.

Hinter dem Lichtschirm brannte die Lampe in Fürst Sobelefskois Schlafgemach.

Die zweite Stunde nach Mitternacht war bereits angebrochen, und dennoch kam kein Schlaf in die brennend heißen Augen des Kranken. Ja, des Kranken! Wenn er auch tagsüber vom Sessel zur Chaiselongue wankte oder sich die Treppe empor zu den Salons der Groppenschen Familie schleppte, wenn er mit seinem stillen, geduldigen Lächeln auch wieder Anteil nahm an allem, was um ihn her vor sich ging, so war er dennoch ein verlöschendes Licht, das sich nur noch in letztem, qualvollem Aufflackern an das Leben klammerte.

Niemand wußte das besser, als er selbst, denn keine Menschenseele ahnte seiner Leiden schwerstes, das todbringender als alle körperlichen Gebrechen an seinem Herzblut zehrte. – So wie heute, hatte er Nacht für Nacht schlummerlos gelegen während einer langen Wintersaison, da die Equipage drunten vor die Tür rollte, seinen Liebling hinaus zu Spiel und Tanz zu führen. Dann gedachte er all der süß vertrauenden Worte die Lena ihm am Tage zugeflüstert hatte, an seinem Bett sitzend und ihm von den Stunden erzählend, die sie mit Altenburg verlebt hatte. Da war nicht eine geringste Begenbenheit, die sie dem geliebten Onkel Daniel, dem Freund und Vertrauten ihrer geheimsten Gedanken, verschwiegen hätte – ihn mußte doch alles und jedes interessieren, was Kunde von Eitel brachte, und ging von Zeit zu Zeit ein krampfhaftes Zittern durch die Hände, die sie umschlossen hielt, so gab sie es seinen körperlichen Schmerzen schuld, nicht ahnend, daß sie selbst dem Unglücklichen tagtäglich Folterqualen schuf, unter denen sein Herz tropfenweise verblutete. Mit lächelnden Lippen jedoch litt er sein Weh, und die Antwort auf all ihr treues Bekennen und Gestehen war ein Segenswunsch für sie und den, den ihre Liebe mit einem Glorienschein edelster Vollkommenheit umgab. Und jeder Abend konnte die Entscheidung bringen, konnte Lena heimkehren lassen als Braut, als losgetrennte Blüte vom Baum seines Lebens, der nur diese einzige, tränenbetaute Blume der Entsagung getragen.

Wohl wußte er, daß ein flehendes Wort, ein Blick, ein Pulsschlag, der verriet, wie krank er war, sie an sein Lager fesseln konnte, aber er legte die gefalteten Hände auf sein sehnsüchtiges Herz und täuschte sie mit geschlossenen Augen und einem Lächeln friedlichen Wohlbehagens. Der treue Alexandrowitsch mußte ihr zuflüstern, daß Durchlaucht momentan ganz schmerzfrei sei und die Nacht gewiß ohne Unterbrechung schlafen werde – und dann hörte Daniel das leise Aufrauschen von Atlas und Spitzen, süßer Duft umwehte ihn, und er wußte, daß Lena sich mit sorgendem Blick über ihn neigte.

Ach, nur jetzt die Augen aufschlagen dürfen, dieses süße Bild festzuhalten für eine lange, entsetzlich einsame und schmerzensreiche Nacht! Aber Daniel Sobolefskoi war standhaft wie ein Held, er versagte sich auch diesen heißen Wunsch, um zu büßen, immer wieder zu büßen, was er einst im Wahnwitz an dem Dreiherrn von Altenburg hatte sündigen wollen.

Nun waren die Feste vorüber; Frühlingshauch wehte kosend über das Grab des Winters und wollte zu neuem Leben emporrichten, was Schnee und Eis erbarmungslos geknickt. Daniel hörte es wie Prophetenstimmen durch Nacht und Wind sausen, und es war ihm, wenn er die Augen schloß, als vernähme er ein liebliches Flüstern in diesem Lenzesodem: »Sei getrost, mein kleiner Schmerzensreich! Die Zeit ist nicht mehr fern, da ich kommen werde, all dein Leid wieder von dir zu nehmen!«

Ein tiefer Seufzer rang sich von den farblosen Lippen des Kranken: »O Mutter, ich harre schon so lange, so lange deiner! Alle Schmerzen, die mein armer Körper erduldet, will ich ja gern tragen zur Sühne meiner schweren Schuld: nur das, was meine Seele zermartert, nimm von mir, du Reine, Verklärte! Denn es ist die tägliche Anfechtung, in der ich stehe, das höllische Feuer, das mich nicht als Christen sterben läßt!« Und Daniel richtete sich mit fiebernden Pulsen empor und rang die Hände in inbrünstigem Flehen gegen die sturmumsausten Fenster. »Erbarme dich, Mutter, und lösche die Qualen der Eifersucht in meinem Herzen, gib mir Ruhe und Frieden und erbitte du mir am Thron des Höchsten, daß er die unselige begehrliche Leidenschaft in meinem Herzen wandeln möge in die heilige Flamme brüderlicher Liebe, damit ich segnen kann, ohne zum Meineidigen zu werden, damit ich sterben kann, ohne daß all meiner Seele Fasern noch in dieser Welt wurzeln!«

Stille wurde es draußen und drinnen. Daniel lehnte das müde Haupt zurück und schloß die Augen. Horch – was war das? Wieder die Schritte über ihm in dem Zimmer des Generals. Es war bereits die fünfte Nacht, daß Sobolefskoi seinen Freund ruhelos auf und nieder wandeln hörte, lange Stunden hindurch. Und am Tage war es ihm aufgefallen, daß Groppen fahl und verstört aussah, daß eine nervöse Unruhe ihn peinigte und aus dem Hause trieb. Er klagte über Erkältung und Kopfschmerz. War er tatsächlich Patient? Dieses nächtliche Hin- und Herstürmen, diese aufgeregten Schritte ängstigten Daniel. Ein Gedanke blitzte ihm jählings durch den Kopf. Was anfänglich ein Scherz geschienen, die angesammelten Rechnungen in dem Entenschnabel, war bitterer Ernst geworden. War er denn mit Blindheit geschlagen, es nicht längst zu sehen, daß Groppen über seine Verhältnisse lebte? Seit seinem Aufenthalt hier in der Residenz war's über ihn gekommen wie eine böse Gewalt, die ihn zum Verschwender gemacht. Die Hofluft war ihm zu Kopf gestiegen und hatte mit ihrem Goldstaub sein so leicht empfängliches Gemüt vergiftet. Auf glatter Bahn war er vorwärtsgestürmt, nachahmend, was er sah, überbietend, was man bewunderte, bis er Halt und Stütze verlor und zusammenbrach. War es tatsächlich schon so weit? Eine unaussprechliche Angst erfaßte Daniel, jeder dumpf hallende Schritt über ihm traf ihn wie ein Faustschlag gegen die Brust. Er richtete sich auf und rührte heftig die Schelle.

»Alexandrowitsch, der Herr General ist noch nicht zur Ruhe gegangen; ich lasse dringend bitten, einen Augenblick herabzukommen!«

Der Kammerdiener riß die schlaftrunkenen Augen auf und verschwand eilig hinter der Portiere.

Nach wenig Minuten schon stand Groppen auf der Schwelle, er trat hastig näher und neigte sich angstvoll über den Freund: »Daniel, um alles in der Welt, bist du wieder krank geworden?«

Der Fürst richtete sich langsam in den Kissen auf, seine heißen Finger umkrampften die Hände des Generals und sein Blick traf fest und durchdringend das bleiche Antlitz, als wollte er die geheimsten Gedanken hinter der gefurchten Stirne lesen. Leise, heiser klang seine Stimme: »Nein, Kurt, nicht ich, sondern du bist krank an Leib und Seele!«

Ein Zusammenzucken. »Unsinn, lieber Freund, eine kleine Indigestion! Das geht bald vorüber!« Aber der General strich sich tief atmend über die Stirn und die eingesunkenen Schläfen.

»Warum hintergehst du mich?!«

Dann neigte sich der Russe dicht, ganz dicht zu dem Ohr des Freundes. Und er flüsterte ein paar Worte, und Groppen schlug aufstöhnend die Hände vor das Antlitz und brach kraftlos mit dem Haupt auf das Lager hernieder. – Ein paar Augenblicke rang er nach Fassung, dann richtete er sich energisch empor: »Nicht ganz so schlimm ist es, Daniel! Ich bin kein Bettler, ich stehe nur wieder auf demselben Punkt wie damals, da du deine Hand zuerst in die meine legtest! Ja, ich habe nichtswürdig und gewissenlos gewirtschaftet, ich war ein Pflichtvergessener, ein Wahnwitziger, den sein guter Engel verlassen hatte. Ich lebte über meine Verhältnisse, und um Vergeudetes wieder einzubringen, spekulierte ich, nahm auf die Güter auf, geriet in die Hände von Wucherern und mußte schließlich noch Barvermögen opfern, um wenigstens die kleinste der Besitzungen noch zu retten. Selbst Jolantes kleines Privatvermögen ihrer verstorbenen Mutter mußte ich hingeben, und das ist bei allem Elend die drückendste Schuld.«

»Jolante – Privatvermögen? Davon weiß ich ja gar nichts!«

Einen Moment preßte der General die Lippen zusammen und starrte schweigend vor sich nieder, dann faßte er plötzlich die Hand Sobolefskois mit leidenschaftlichem Druck. »Ja, du weißt nichts davon, Daniel: es ist unverzeihlich genug von mir, daß dem so ist, aber du wirst mein Schweigen verstehen lernen. Soll ich meine Mitteilung bis zu gelegener Zeit aufheben, oder fühlst du dich wohl genug, noch mit mir zu plaudern?«

»Sprich, ich bitte dich!«

Da richtete Groppen das Haupt empor und schaute Daniel voll in das Auge, »Lena ist meine Tochter erster Ehe,« sagte er kurz, »aber weder sie selbst noch die große Welt weiß um dieses sorglich gehütete Geheimnis. Ich war zweimal vermählt.«

Sobolefskoi schnellte mit einem Aufschrei des Staunens empor, der General aber fuhr hastig fort: »Bitte, höre mich an, ich beantworte alle deine Fragen, ohne daß du sie erst an mich zu richten brauchst. – Ich war noch ein blutjunger Mensch, als ich, von den Ärzten für lungenkrank erklärt, nach Italien geschickt wurde. Dort lernte ich eine Sängerin kennen, ein Weib von berauschender, eigenartiger Schönheit, Wera Czakaroff, eine geborene Russin. Die Ärzte gaben mir nur noch kurze Frist, und ich wollte den Rest meines Lebensbechers bis zur Neige leeren. Obwohl Wera bedeutend älter war als ich, vermählte ich mich mit ihr, die eine heiße, unruhige Leidenschaft für mich erfaßt hatte. Diese unerklärliche Aufregung und eine fast krankhafte Menschenscheu, die sich beinahe bis zum Verfolgungswahn steigerte, waren die einzigen Schatten, die in den blendenden Sonnenglanz unserer überschwenglich glücklichen Ehe fielen. Aber wundersam, von Stund meiner Vermählung an wurde ich gesund und immer gesünder, dieweil meine arme Wera wie ein Schatten dahinsiechte. Da ich überzeugt war, daß meine Eltern unsere Ehe niemals billigen würden, sandte ich ihnen die sie betreffende Anzeige erst nach vollzogener Trauung und führte dadurch einen langjährigen Bruch mit meiner Familie herbei. Wera schenkte einem Töchterchen, unserer Lena, das Leben und starb unter wundersamsten Fieberphantasien in meinen Armen. Allein, verlassen mit dem neugeborenen Kinde in fremdem Lande! Da fügte es der Zufall, daß eine Gräfin Sasseburg mit ihrer jüngsten Tochter in dem nämlichen Hotel Wohnung nahm. Sie hörte meinen Namen und erfuhr die peinliche Lage, in der ich mich befand. Voll barmherzigster Güte nahm sie sich des Kindes an, wir lernten uns kennen und wurden Freunde, nun, und das Ende des Romans hast du selbst erlebt, indem du meine zweite Frau, die junge Gräfin Sasseburg, in Jolantes Mutter kennenlerntest. Wir heirateten uns ebenfalls in Italien uud blieben noch fünf Jahre daselbst, um meine noch immer empfindsame Lunge vollständig auszukurieren. Während dieser Zeit versöhnte ich mich mit den Eltern, kurz bevor sie mir durch einen jähen Tod entrissen wurden, und in fremde, gänzlich veränderte Familienverhältnisse kehrte ich heim. Da meine erste Ehe nicht bekannt geworden, ebensowenig wie meine sonstigen Schicksale, nahm jedermann in dem, meiner Heimat so fernen, süddeutschen Reiterregiment an, daß Lena unsere leibliche Tochter sei, und wir ließen diese Annahme gerne gelten, um nicht den mindesten Zwiespalt zwischen ihr und der bedeutend später geborenen Jolante aufkommen zu lassen. Man fragte nicht, und wir plauderten nicht, und unsere Kinder wuchsen auf, wie zwei Reiser auf einem Stamm. Lena liebte ihre Pflegemutter mit wahrhaft schwärmerischer Innigkeit, und wir haben es nicht über das Herz bringen können, selbst dem heranwachsenden Mädchen die Wahrheit zu enthüllen, es hätte einen Schatten mehr auf ihr sowieso schon zur Schwermut neigendes Gemüt geworfen. Dies meine Beichte, Daniel, vergib mir, daß ich sie erst nach so langen Jahren ablege, aber meine liebe, stets so richtig denkende Frau kam ehemals mit mir in dem Vorsatz überein, auch dir den Frieden und das Behagen unseres Hauses ohne jeden Zwiespalt zu erhalten. Zürne uns nicht deswegen, wir meinten es gut!«

Schweigend drückte Fürst Sobolefskoi die Hand des Sprechers. Zu viel des Unerwarteten stürmte auf ihn ein, »Eine Russin, Vera Czakaroff, war ihre Mutter!« lächelte er plötzlich wie verklärt, »also sind es doch geheimnisvolle Bande der Zugehörigkeit gewesen, die mich in dein Haus gezogen!« Nach kurzem Sinnen fragte er, jäh von dem Thema abspringend: »Und Jolantes mütterliches Vermögen mußtest du auch opfern? Laß uns überlegen, wie wir deine anderen Güter so schnell wie möglich zurückkaufen! Warum hast du so lange Verstecken mit mir gespielt? Ein Wort hätte genügt, dir all die schlaflosen Nächte und unnötigen Aufregungen zu ersparen! Du weißt, daß mein Vermögen auch das deine ist, also war es zum mindesten töricht, Landbesitz unter den Hammer zu bringen, wenn die Angelegenheit durch bares Geld geregelt werden konnte!«

Groppen hatte sich hoch und energisch aufgerichtet. Seine Brust arbeitete, sein Auge blitzte unter den weißbuschigen Brauen. »Nein, Daniel, das weiß ich nicht und will es auch nicht wissen, denn du darfst mich jetzt nicht unterstützen, willst du als Freund und Ehrenmann handeln! Ich bin auch jetzt gottlob nicht ärmer als in jener Zeit, da du zuerst mein Haus betratest, und ebensowenig, wie ich damals einen roten Heller von dir angenommen habe, ebensowenig tue ich es heute. Wir können auch jetzt noch mit meinem Generalsgehalt und der kleinen Rente von Dernburg anständig leben, wenn wir uns nach der Decke strecken, gibst du mir aber von neuem Mittel in die Hand, in den alten Strom zurückzuschwimmen, so ist es deine Schuld, wenn ich rettungslos darin untergehe! Soviel Vernunft habe ich noch, mir das selbst zu sagen! Leichtsinn ist ein Unkraut, das mit der Wurzel ausgerottet werden muß: reiße ich mich nicht los von dem Parkett, über das die Hofluft weht, berauscht und bestrickt sie mich von neuem, dann habe ich, Gott sei es geklagt, nicht Energie genug, den noblen Passionen zu entsagen, deren Bazillen so ansteckend in jener Atmosphäre wehen! Laß mich mit meiner ernsten, vernünftigen Lena sprechen, lieber Freund, ich weiß, daß sie mich nicht verurteilen, sondern in ihrer Engelsgüte allem entsagen wird, um mir den Weg zur Umkehr mit Rosen zu schmücken! Aber Jolante! Meine verwöhnte, sorglose, glückselige Jolante, wird sie sich jemals in kleinere Verhältnisse finden?« Und Groppen schlug die bebende Hand vor das Antlitz und schritt abermals mit erregten Schritten im Zimmer auf und nieder. Plötzlich blieb er vor Sobolefskoi stehen und umschloß mit beiden Händen krampfhaft seine niederhängende Rechte. »Daniel,« murmelte er zwischen den Zähnen, »ich fürchte, Jolante wird einen Umschwung in unseren Verhältnissen nicht ertragen. Flanken hat ihr sehr auffällig gehuldigt, die ganze Stadt spricht davon, daß er um ihretwillen tanzen lernte, daß er bereits seit Wochen bei dem Professor H. Malunterricht nimmt, weil die Kleine es gewünscht hat. Flanken ist wohl ein vermögender Mann, aber wer garantiert uns, daß er Jolante nicht dennoch allein um ihres goldenen Heiligenscheins willen huldigte? Zöge er sich von dem vermögenslosen Mädchen plötzlich zurück, würde es für mein armes Kind ein geradezu vernichtender Schlag sein, den sie niemals überwinden würde! Daniel – nicht für Lena und für mich erbitte ich deine Hilfe, wohl aber für unseren kleinen Liebling, die zarte, haltlose Mädchenblüte, die keinen Sturm überdauern kann!« Der General setzte sich auf das Bett des Kranken, schlang den Arm in zitternder Aufregung um ihn und barg sein Gesicht an der Schulter des Fürsten, »Wenn Flanken anhalten sollte – darf ich ihm alsdann eine Mitgift zusagen, Daniel?!«

Der Russe streichelte zärtlich das Haupt seines brüderlichen Freundes, ein wehmütiges Lächeln spielte um seine Lippen, »Obwohl ich eine bessere Meinung von dem braven Ulanen hege als du, bitte ich dich, sogleich einen Einblick in die Kopie meines Testamentes zu tun, damit du weißt, wie reich deine Töchter sind. Ob heute oder morgen, das Kapital liegt für sie bereit. Noch eine Frage: In welcher Weise willst du dich einschränken, ohne zum Stadtgespräch zu werden?«

»Ich gedenke eine einfachere Wohnung zu beziehen, weniger Dienstboten zu halten, nicht täglich Diners servieren zu lassen; ich werde irgendeinen Vorwand finden, den Verkehr und die Geselligkeit zu reduzieren,«

»Alles mit einem Schlage so auffällig verändern? Das wäre rücksichtslos gegen dich, deine Familie und deinen Freund, dessen Name gewissermaßen zu dem deinen gehört. Ich weiß besseren Rat. Sei mein Gast! Ich miete künftighin dieses Haus und lade dich ein, bei mir zu wohnen. Der Sommer steht vor der Tür. Während wir einen Landaufenthalt nehmen, wird der Haushalt aufgelöst, und gründet man ihn im Herbst mit neuem und weniger zahlreichem Personal, läßt sich jede Änderung unbeschadet anbringen. Bis dahin aber ist's noch lange Zeit, und wenn unsere beiden Sonnenstrahlen vielleicht noch vorher von uns gehen, wenn wir ihnen ein glückliches Heim gründen könnten ...« Daniels Stimme war sehr leise geworden, plötzlich hob er in seiner kindlich-zuversichtlichen Weise das Haupt und sagte beinahe scherzend: »Du warst leichtsinnig, Kurt, und kommst jetzt unter Kuratel! Ich bin dein Vormund, und ich werde jetzt einmal deine ganzen Angelegenheiten in die Hand nehmen. Dich persönlich werde ich sehr knapp halten, sowohl an Dukaten, wie an Hoflust. Die letztere taugt nicht für jedermann, nicht für dich und nicht für mich! Ich habe zu schweres und du zu leichtes Blut. Ein Fisch, der im Wasser geboren ist, kann nicht in Luft und Sonne heimisch werden, und Menschen, deren Natur es verlangt, daß sie im Tale leben, sollen nicht in schwindelnder Höhe emporstreben, denn die Luft, die dem einen Wohltat ist, bringt dem andern Not und Tod.« –

Die von General Groppen bewohnte Villa lag in einer parkartigen Straße, die das Grün wohlgepflegter Gärrten in anmutigem Wechsel zwischen die einzelnen kleinen Schlößchen schob.

Die Fenster waren weit geöffnet: lenzfrisches Gezweig umflocht sie mit duftender Blütenpracht, und die Sonne warf zitternde Lichter über die schlanke Mädchengestalt, die in ernstem Sinnen dem Vogelgezwitscher in den Fliedersträuchern lauschte. Wundersam, eine Erinnerung wachte auf in Lenas Herzen und wollte sie nicht mehr verlassen. Jener Ballnacht in Alt-Dobern gedachte sie, als Bäume sie umrauschten, als süß duftende, schwüle Gewitterluft um ihre Stirne strich und eine Männerstimme an ihr Ohr schlug: »Ich verlange nicht nach den Dukatensäcken dieser Damen und habe Gott sei Lob und Dank einen zu steifen Nacken, um ihn vor der Majestät eines vollen Portemonnaies zu beugen!« Ja, der Freiherr von Altenburg hatte sein Wort gehalten wie ein Ehrenmann! Obwohl er ihr Freund geworden, der ihr Herz und ihre Seele besser erkennen lernte als je ein anderer, hatte das Geld dennoch trennend zwischen ihnen gestanden! Zu stolz, um seinen Hausstand auf das Vermögen seines Weibes zu gründen, zu stolz, um eine Liebe zu gestehen, die er nicht betätigen kann!

Nun war sie arm, und abermals drängte sich das Geld zwischen ihre Herzen, zuerst darum, weil es in zu reicher Fülle vorhanden war, und nun, weil es gänzlich mangelte, und auch das bescheidenste Glück dieser Erde mit silbernem Glanz erkauft werden muß!

Ja, sie war arm, sie stand ihm näher denn je, und dennoch mußte sie um Jolantes willen die prunkende Maske vor dem Antlitz dulden und ihn fernhalten durch erborgten Glanz. O möge Gott im Himmel geben, daß die Schwester sich bald ein reiches und sorgenfreies Heim gründete, Lena ertrug dieses Scheinleben nicht mehr, sie war müde zum Sterben und hätte aller Lust und allem Leben entfliehen mögen, ja fliehen auch ihn, von dem sie ja doch weit, weit getrennt war, ob sich ihre Hände auch im Gruß zusammenlegten.

Hinter ihr erklangen Schritte, und als sie erschrocken das Haupt wandte und durch Tränen aufblickte, stand Altenburg inmitten des Zimmers, die Augen mit glückstrahlendem Blick auf sie gerichtet, anders, ganz anders als sonst. Lena fühlte einen brennenden Schmerz im Herzen, aber wie sie sich schon sooft im Leben beherrschen mußte, trat sie auch jetzt dem Offizier mit dem gewohnten Lächeln entgegen und reichte ihm die Hand. Er hielt sie länger in der seinen als sonst, »Verzeihen Sie, mein gnädiges Fräulein, daß ich ungemeldet hier eindringe, Ihr Herr Vater schickte mich jedoch direkt durch die Salons zu Ihnen herüber!«

»Unter guten Freunden nimmt es die Etikette nicht allzu genau!« Sie bat mit anmutiger Würde durch eine Geste, Platz zu nehmen. »Sie kommen von Papa? Zu so ungewohnter Stunde?«

»In ganz geschäftlicher Angelegenheit! Während des Manövers äußerte Ihr Herr Vater den Wunsch, die Besitzung des Grafen Röhrbach aufzukaufen, um sie seinem Güterkomplex einzuverleiben. Ich erhielt soeben durch Zufall die ganz private Mitteilung, daß der Graf zu verkaufen gedenkt, und meldete diese Neuigkeit sofort an der rechten Stelle.«

Ein wehes Lächeln zuckte um Lenas Lippen. »An der rechten Stelle? Will Papa die Güter ankaufen?«

Einen Moment sah ihr Altenburg tief in die Augen.

»Nein, er will es nicht, Fräulein Lena!«

Sie zuckte zusammen, da er sie zum erstenmal mit ihrem Namen nannte. Aber sie wich seinem Blick aus und fragte leichthin: »Weil die Güter sich heutzutage zu schlecht rentieren?«

»Nein, weil er kein Geld hat, Lena, weil er es nicht leugnete, daß er über Nacht zu einem armen Mann geworden sei, weil – –«

Sie hatte sich erbleichend aus ihrem Sessel aufgerichtet.

»Allmächtiger Gott, wie durfte er selber ein Geheimnis verraten, das strengstens zu hüten er uns anderen um Jolantes willen so dringend anempfahl?!«

Altenburg stand neben ihr und faßte in stürmischem Jubel ihre beiden Hände. »Weil er es mir zugestehen mußte! Stets habe ich mich seiner herzlichen Sympathien zu erfreuen gehabt, und da ich unfreiwillig Zeuge einer Unterredung zwischen ihm und einem seiner Gläubiger wurde, der in taktlosester Weise die augenblickliche Lage seiner Finanzen berührte, so nannte er mir im Vertrauen auf meine Diskretion den wahren Grund, der ihm den Ankauf von Ländereien unmöglich mache! Und ein jedes seiner Worte hallte wie die Verheißung süßen, langersehnten Glückes in meinem Herzen wider. Oh, Lena, so lange der Reichtum dich auf seinen gleißenden Fittichen trug, habe ich dich als mir unerreichbar betrachtet, wie die Sterne am Himmel. Es gibt Schranken, über die sich das Ehrgefühl eines Mannes nicht hinwegsetzen kann und darf, will er nicht das Glück seiner Zukunft auf unwürdigem Fundament aufbauen.«

Fester faßte er ihre bebenden Hände und zog sie an die Brust. »Nun sind diese Schranken gefallen, die mir den Weg zu dir versperrten, und nun, da ich es dir beweisen kann, du einzig Geliebte, daß ich nichts Höheres auf der Welt begehre als dich allein, nur dich, ohne deines Vaters Geld und Gut, nun werbe ich um dich in treuer, heiliger Liebe und flehe dich an, Lena: sei mein! Verlobe dich mir, bis es mir einst möglich ist, dich als mein Weib heimzuführen!«

Das Haupt wie eine Träumende zurückgeneigt, die Augen wie verklärt auf ihn gerichtet, lauschte Lena seinen Worten. Ein Schauer süßer Wonne durchbebte sie, still, ohne Antwort verharrend, als fände sie nicht die Kraft, die zaubervolle Weihe dieses Augenblicks zu zerstören. Dann aber kam es über sie wie ein jähes, schmerzliches Erwachen, langsam wich sie von ihm zurück und löste sanft aber entschieden ihre Hände aus den seinen. Wehmütig schüttelte sie das Köpfchen, und ihre Stimme klang weich und leise.

»Gott lohne Ihnen diese Worte, Eitel, die mich in meiner Armut reicher gemacht haben, denn alle Weiber der Welt! Der Gedanke, von Ihnen mit so viel Treue und Selbstlosigkeit geliebt zu werden, wird mit meinem Herzen leben und sterben, unzertrennlich von ihm wie der Pulsschlag, der es bewegt. Aber Sie unterschätzen meine Liebe zu Ihnen! Ich bin nicht eigennützig genug, um in die Hand einzuschlagen, die sich mir so opfermütig bietet. Ich weiß, daß ich diese Hand ketten und belasten würde, daß der Ring der Treue zur hemmenden Fessel werden würde. – Unterbrechen Sie mich nicht. Nicht allein die Ehrenhaftigkeit eines Mannes hat Schranken zu berücksichtigen, auch die wahre Liebe des Weibes ist nicht sinnlose Leidenschaft, sondern edler Stolz, der besser entsagt, als daß er sich zur Bürde des Geliebten macht.«

Immer schneller und erregter hatte sie gesprochen, jetzt legte sie die gefalteten Hände auf die Brust und sah mit einem Blick ernster, hoheitsvoller Liebe in sein Auge.

»Nicht gefesselt und nicht gebunden sollen Sie sein! Diese Stunde soll ausgelöscht sein aus Ihrer Erinnerung, und frei wie bisher sollen Sie Ihren Weg gehen, berechtigt, das Glück mit beiden Händen zu fassen, tritt es Ihnen zu anderer Zeit und in anderer Gestalt entgegen. Die Zeit ist lang, bis Sie ein Weib ernähren können, und die Menschenblumen in Feld und Flur, sie welken, wenn der Herbst kommt. Leben Sie wohl, Sie teurer, Sie geliebter Freund! Ihr Andenken wird mit mir in die Einsamkeit gehen, nehmen Sie dafür meinen Segen in

die bunte Welt hinaus! Ist es Gottes Wille, sehen wir uns wieder!«

»Lena, ich beschwöre dich, nur einen Augenblick höre mich an – –«

Ihre weiße Hand winkte einen letzten Gruß zurück. Wie das Bild einer Heiligen unaufhaltsam zerrinnt, entschwand auch ihre schlanke Gestalt wie ein lieber Traum hinter den Portieren.

 

Dämmerig und still war es in Daniel Sobolefskois Zimmer geworden. Regungslos saß der Fürst in dem Sessel, an dessen Seite soeben Lena gekniet hatte, um das Haupt, leise schluchzend, auf die gefalteten Hände zu neigen. Da hatte sie Daniel alles kundgetan, was sich zwischen ihr und Altenburg begeben, und der Kranke hatte keinen anderen Trost zu bieten, als goldgefüllte Hände, jenes Gold, das die beiden Menschenherzen schied, gleichviel, ob Lena es besaß oder nicht. Energisch hatte es das junge Mädchen zurückgewiesen, hatte die tränenfeuchte Wange auf Sobolefskois Schulter geneigt und mit schmerzlichem Lächeln geflüstert: »Zerbrich dir nicht den Kopf, du Guter, wie du uns helfen kannst! Seinem Schicksal entgeht kein Mensch, und das meine heißt: Scheiden und meiden, alles meiden, was mich von dir und dem Vater trennen will! Nun hat mein armes, schwaches Herz einen anderen Weg eingeschlagen, und da Gottes Hand es zurückweist in die Grenzen, welche er ihm gesteckt, da will es schier brechen und verbluten in seinem Schmerz. Aber auch das wird überwunden werden! Schon setzt, da ich mich bei deinem treuen Zuspruch ausweinen durfte, klopfte der kleine Ruhestörer viel geduldiger und ergebener in der Brust! Mit der Zeit wird's immer besser werden, und gib acht, wenn es erst ganz so kommt, wie wir es uns früher ausgedacht haben, wenn Jolante verheiratet ist, und du mit Papa und mir nach Miskew

reist, dann wird der Frieden wieder in meinem Herzen wohnen, und wir werden in der Weltvergessenheit so glücklich sein, wie wir es uns jetzt gar nicht träumen lassen!«

Daniels Hände bebten, er preßte sie plötzlich wieder gegen die Brust und rang nach Atem. Gleicherzeit stürmte Jolante in das Zimmer und berichtete: Soeben habe ihr die Hofdame, Fräulein von Jäten, die vertrauliche Mitteilung gemacht, daß die Verlobung der Prinzessin Kordelia mit dem Erbprinzen von H. in den nächsten Tagen publiziert werde! Darüber herrsche großer Jubel. Hingegen von dem armen Henry Antigna brachte sie schlechte Nachrichten. Er hatte sich während der Saison so scharmant in den Hofkreisen eingelebt und schien sich des ganz besonderen Wohlwollens der Prinzessin zu erfreuen, die in ihrer Herzensgüte alles getan hatte, dem menschenscheuen jungen Gelehrten den Weg über das Parkett möglichst angenehm und leicht zu gestalten. Seit dem Besuch des Erbprinzen von H. habe er jedoch angefangen, etwas zu extravagieren. Er sei da vielleicht zu viel herangezogen worden, und das Antignasche Blut könne seine südländische Herkunft noch immer nicht verleugnen, es schäume leicht über Maß und Ziel hinaus. Nun sähe er seit etlichen Tagen wie eine wandelnde Leiche aus und bereite seinem Vater viele Sorge: die Mutter setze sich leichter darüber hinweg und behaupte: »Nur der Most, der gärt, wird Wein, und besser etwas zu flott, als zu philisterhaft.« So wüste Henry Antigna mit seiner Gesundheit weiter, seine neueste Marotte sei: »Opium zu rauchen.« Das könne kein gutes Ende nehmen. – – So plauderte Jolante, bis sie plötzlich unterbrochen wurde. Der Diener brachte ein köstliches Bukett mit der Karte des Herrn von Flanken; diese war sehr genial mit bunter Ölfarbe betupft. Da mußte Lena der Schwester folgen, ebenfalls eine Antwort in Ölfarbe zu entwerfen.

Daniel war allein. Es dunkelte mehr und mehr. Sein Puls fieberte, und die Gedanken jagten sich in wirren phantastischen Bildern. Seine Seele wollte jauchzen und triumphieren, aber seine Hände krampften sich und rangen voll Verzweiflung im Gebet. Unerwartet, überschwenglich war das Glück an sein einsames Lager getreten, aber die roten Rosen, die es ihm bot, waren mit Lenas Tränen genetzt, und der Boden, daraus sie sprossen, das Grab, das das Lebensglück seines Lieblings verschlungen. »Nun ist sie für ewig dein, nimm dein Kleinod und rette es dir in die tiefste Einsamkeit!« zischte der Dämon in sein Ohr, und der gute Engel verhüllte weinend sein Angesicht: »Du kennst der Liebe Leid, du Grausamer, und du erbarmst dich nicht?«

Noch einmal lag Daniel auf den Knien, hob die gerungenen Hände zum Himmel und schrie auf wie ein Kind, nach dem sich eine verderbendrohende Hand ausstreckt: »Mutter!« Und ihm war es, als lege sich schützend und rettend eine Hand auf sein Haupt; da besiegte er sich selbst. Wankend erhob er sich und schleppte sich zu seinem Schreibtisch. Hastig, mit leuchtenden Augen warf er ein paar Zeilen hin, siegelte und adressierte sie. Ein paarmal war es, als schleiche ein Grauen durch seine Glieder, aber er biß die Zähne zusammen, schellte nach Alexandrowitsch und befahl ihm, den Brief zu besorgen.

Und als die Gestalt des Dieners hinter der Tür verschwunden, kam es über ihn wie eine tiefe, tiefe Ruhe. Zentnerlasten waren von seiner Brust genommen, sein Antlitz lächelte wie verklärt.

»Ich habe meine Pflicht getan und mit dem Leben abgeschlossen, nun wirst du mich segnen, Mutter, und wirst zum Lohn jene Höllengluten der Eifersucht in meinem Herzen löschen!«

War sein Gebet erhört? Tagelang lag es wie ein süßer Frieden über dem Dulder.

Wieder verschleierte sich der Himmel mit dem grauen Gewölk der Nacht. Vor dem Hause des Fürsten Sobolefskoi hielt ein

Wagen. Eine schwarzgekleidete Dame wurde bereits an dem Portal von Alexandrowitsch empfangen und direkt in die Gemächer des Fürsten geleitet. Da Daniel ihren Schritt hörte, ging ein Zittern und Frösteln durch seine Glieder, aber er zwang sich zur Ruhe und schaute mit fast starrem Blick der Eintretenden entgegen. Dieselben milden Augensterne richteten sich auf ihn, die damals über dem Bett des Freiherrn von Altenburg Wacht gehalten über dem kranken Sohn, dieselben, die ihm das Leben gerettet. Sie trat Daniel mit schnellen Schritten entgegen und reichte ihm wie einem alten, treuen Freunde beide Hände dar. Sobolefskoi zog sie fast demütig an die Lippen.

»Vergeben Sie mir, meine gnädige Frau, daß ich als Kranker, dem alles Reisen streng untersagt ist, es wagen mußte, Sie hierher zu bemühen. Nicht um einer Kleinigkeit willen ist es geschehen, das Glück Ihres Sohnes steht auf dem Spiel!«

Frau von Altenburg nahm an der Seite des Leidenden Platz. Sie versicherte ihm, daß sie längst diesen Besuch geplant habe, ihm aus übervollem Herzen für all die Güte zu danken, mit der er ihren kranken Sohn während seiner schweren Verwundung überschüttet habe! Nur eines sei ihr befremdlich in dem Schreiben des Fürsten gewesen, daß er gebeten habe, selbst Eitel nicht von ihrem Besuch bei dem Fürsten zu unterrichten!

Daniels Hände drehten in nervösem Spiel die seidenen Schnuren des Sessels hin und her. »Wollen gnädigste Frau die Geduld haben, eine lange Auseinandersetzung anzuhören?«

Die hohe imposante Frauengestalt in dem schwarzen Witwengewand neigte zustimmend das Haupt und lauschte mit stets wachsender Erregung und Rührung den Worten des wundersamen Mannes, die leise, sich überhastend an ihr Ohr schlugen. Sie wollte entgegensprechen, da sah er mit einem unwiderstehlich flehenden Blick in ihre Augen, und die Freifrau erhob sich in aufwallendem Gefühl und legte beide Hände auf die Schulter

des Russen: »Gott segne Sie für so viel Opfermut und Freundschaft, deren Grund und Ursache ich kaum begreifen, geschweige mir erklären kann!«

Noch ein geheimnisvoll geschäftiges Verabreden und Besprechen, und dann nahm Frau von Altenburg herzlichen Abschied und schritt, tief verschleiert und ungesehen, wie sie gekommen, zum Wagen zurück.

 


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