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2. Der Begriff des »Metagnomen«

An zweiter Stelle wollen wir den Begriff des »Mediums« oder, wie das treffliche durch Osty eingeführte Wort lautet, des Metagnomen definitorisch festlegen.

Auf Worte kommt freilich nicht viel an; aber wir wollen doch den Ausdruck Metagnom bevorzugen, weil das Wort »Medium« nun einmal einen aus der spiritistischen Lehre stammenden Beigeschmack hat: sollte es doch ursprünglich den Menschen bezeichnen, welcher Geistermitteilung »vermittelt«.

Wir definieren den Metagnomen ganz allgemein als einen Menschen von dem aus oder in ausdrücklichem Bezug auf welchen parapsychologische Phänomene statthaben, welcher also unerläßlich für parapsychische Dinge ist.

Physische Phänomene geschehen eben, falls es nicht »reinen« Spuk gibt, wenn ein Metagnom Man wird sagen, das Wort Meta-»gnom« passe für Physisches nicht recht. Daran wollen wir uns aber nicht stoßen. Übrigens stoßen wir uns ja auch nicht daran, daß sprachlich das Wort »Metagnóme« im Griechischen – »Sinnesänderung« bedeutet! anwesend ist – ganz gleichgültig zunächst, welche Rolle er dabei spielt.

Mentale Phänomene gehen stets auf Aussagen, mündliche oder schriftliche, eines Menschen zurück. Der paranormal aussagende Mensch heißt uns also Metagnom, ganz gleichgültig ob ein lebender Mensch oder, wie die Spiritisten wollen, gelegentlich ein abgeschiedener der Agent ist, von dem er den Inhalt seiner Aussage hat. Jedenfalls sagt hier ein Mensch paranormal aus – und der heißt uns »Metagnom«. Sein »Aussagen« besteht im letzten Grunde, wenn es durch die Sprache geschieht, in bestimmten Mund- und Kehlkopfbewegungen, welche Luftwellen, die alsdann »gehört« werden, erzeugen; wenn es durch Schrift geschieht, in Handbewegungen, welche Buchstaben auf einem Papier erzeugen, die dann »gesehen« werden. Beide Arten von Bewegungen werden dann freilich analogienhaft psychisch gedeutet; wir sagen, daß der Metagnom über seinen (paranormal erworbenen) Wissensinhalt aussage. Auch auf normalem Boden kommen wir ja nur auf diesem indirekten Wege zum »Fremdseelischen«, zum »Anderen«, als einem bewußten Wesen. Unmittelbar kennt jeder, was bewußt Erleben und Wissen heißt, nur von und bei sich selbst.

Diese Betrachtungsart ist ganz objektiv und, um mit den Amerikanern zu reden, »behavioristisch«. Anderes aber kann es hier im Anfang gar nicht geben; alles andere wäre schon »Theorie«, und zwar an zu früher Stelle.

Metagnom heißt uns eben der Mensch, an den, gleichgültig wie, parapsychische Phänomene empirisch gebunden sind, in bezug auf den sie allein empirisch festgestellt werden können.


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