Felix Dahn
Meine welschen Ahnen
Felix Dahn

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Vorwort.

Der Vater meiner Mutter war Franzose: Monsieur le Gay hieß er und war Kapellmeister am Hofe des Königs Jerome zu Kassel: mit dessen Sturz verlor er seine Stellung: sonst weiß ich nichts von ihm und gar nichts von seinen Vorfahren.

Ich habe aber oft in meinem langen Leben den Einfluß jener Tropfen – 25 vom Hundert – romanischen, französischen – Blutes auf meine Gedanken und Gefühle, zumal auf die Art ihrer Äußerung, zu verspüren geglaubt. Und gar manche Nacht hab' ich mich vor dem Einschlafen mit den Vorstellungen beschäftigt, was wohl alles diese meine welschen Ahnen in Gallien und anderwärts mochten erlebt, was sie an guten oder auch schlimmen Anlagen und Neigungen seit etwa zwei Jahrtausenden auf mich möchten vererbt haben. Schlief ich dann unter solchen Phantasien ein, so pflanzten sie sich oft in meine Träume fort, nicht ohne Einwirkung meiner jeweiligen geschichtlichen Forschungen und meiner Dichtungen. Einiges von diesen Träumen über jene Ahnen im schönen Westland und aus seiner reichen Geschichte will ich hier erzählen.



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