Theodor Storm
Ein Bekenntnis
Theodor Storm

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Der Erzähler sah ein paar Augenblicke vor sich hin. »Es war in einer Oktobernacht«, begann er dann wieder; »ich hatte mich lange schlaflos in meinem Bett umhergeworfen, denn vor meinem Fenster, das nach dem Garten hinausging, schüttelte der Sturm die schon halb entlaubten Baumkronen, fuhr dann davon, weiter und weiter, daß es totenstill ward, bis er nach kurzer Weile, wer weiß woher, zurückkam und sich tosender als vorher auf die Bäume und gegen die feste Mauer des Hauses warf. Endlich wurde es schwächer; ich hörte schon nichts mehr, ich stand unten in jenem Torfraum auf den aufeinander gepackten Kisten und schaute durch die schwarze Fensterhöhle in den einsamen Hühnerhof hinab. Es war erste kalte Morgenfrühe, wo noch kein Leben sich regt; auch in den Lüften war es still, und der Hof schien gänzlich öde; ein letztes Dämmern lag noch in den Ecken. Ich weiß nicht, wie es kam, aber plötzlich, mir gegenüber in der Mitte des Hofes, sah ich etwas: in einem Dunste, der aus dem Boden aufzuziehen schien – mir war, ich hätte es einmal an einem schwülen Mittsommerabend auf dem Kirchhof über dem Hügel eines Frischbegrabenen so gesehen – darin stand eine Gruppe von Knaben, einer an dem andern; ihre Arme hingen herab, ihre welken Köpfe lagen schief auf ihrer Schulter, von den Augen sah ich nichts. Aber meine Blicke hafteten nicht auf ihnen; in ihrer Mitte, sie ein wenig überragend, stand die Gestalt eines etwa dreizehnjährigen Mädchens; ein schlichtes aschfarbenes Gewand zog sich bis an ihren Hals hinauf, wo es mit einer Schnur zusammengezogen war. Schön war sie eben nicht; ein etwas fahlblondes Haar lag ein wenig wirr auf ihrem kleinen Kopfe, aber aus den feinen durchsichtigen Zügen ihres Antlitzes blickten ein Paar lichtgraue Augen unter dunklen Wimpern in die meinen, unablässig sehnsüchtig, als solle ich sie nie vergessen; und mit unsäglichem Erbarmen blickten sie mich an: eine verzehrende Wonne überkam mich, ich hätte unter diesen Augen sterben mögen. ›Wer bist du? Was willst du, Holdseligste, die ich jemals erblickte?‹ Aber nur in meinem Innern sprach es so; die Worte blieben Gedanken; ich fürchtete den Blick des geheimnisvollen Kindes zu verlieren; ich konnte auch vielleicht nicht sprechen.

Da war mir, als würde ihr Antlitz undeutlicher; nur aus ihren Augen drang es stärker und, mir schien es, ängstlicher zu mir, aber schon verblaßte alles. Da raffte ich mich zusammen und rief, als ob das Leben mir entrissen würde: ›Bleib, o bleib! Sag, wer bist du! O, sag es, sag es!‹

Ich wartete eine Weile; dann war's, als käme ein Hauch aus den verschwindenden Nebeln zu mir zurück, und nun war alles still und leer, nur einen wirren Laut noch hörte ich; wie mir bald klar wurde, hatte ich ihn selber ausgestoßen; dann erwachte ich. Ein Morgenschimmer spielte schon an den Wänden, aber kein Baumrauschen kam zu mir herein; der Sturm hatte sich gelegt. Ich schloß die Augen und wühlte mich in mein Kissen, ich wollte das Wesen, das sich mir offenbart hatte, das mich mit einer angstvollen Sehnsucht füllte, hinter den geschlossenen Lidern noch behalten.

Als ich um sieben Uhr zum Tee herabkam, strich meine Mutter mit ihrer Hand über meine Stirn: »Du hast nicht gut geschlafen; der Sturm hat dich wohl auch gestört, mein armer Junge!« sagte sie. Ich ließ mir ihre Zärtlichkeit gefallen, suchte ihr möglichst herzlich zuzunicken und eilte dann in die Klasse.

Mein Kopf mag noch halb im Taumel gewesen sein; als ich den Absatz der Treppe, die nach unserer Prima hinaufführte, erreicht hatte, blieb ich unwillkürlich stehen und griff nach dem hinauflaufenden Geländer, als ob ich eines Halts bedürfe: die Augen des Nachtkindes hatten mich wieder angesehen; mir war, als ob das Geheimnis des Weibes sich mir plötzlich offenbaren wolle. Von unten hörte ich Schritte heraufkommen, ich wußte auch, daß das der Rektor sei; ich fühlte, wie er seine strengen Augen auf mich wandte, und hörte gleich darauf, wie droben die Klassentür aufgemacht und wieder zugedrückt wurde. Endlich ließ meine Hand das Geländer fahren, und ich ging in die Schulstube und setzte mich still an meinen Platz. Einige fragende Blicke des Rektors streiften mich; ich aber bemühte mich ernstlich, mich aus der Welt des Traumes in die poetische der sophokleischen Antigone zu versetzen.

Aber die Grübelei, die schwärmerische Versenkung begleiteten mich auch ferner; es war mir – vergiß mein Jünglingsalter nicht – unmöglich, jenes Nachtgesicht nur für ein Erzeugnis des eigenen Innern anzusehen. Aber wer war denn jenes geheimnisvolle jungfräuliche Kind? Schon bei der Erinnerung an sie fühlte ich einen süßen Schauder durch alle meine Nerven rieseln. War sie ein Genius des Todes, der mich im Traume zuvor noch einmal mitleidig angeschaut hatte? Ich versenkte mich immer tiefer, ich stellte mir lebhaft vor, daß ich in meinem letzten Augenblick sie wiedersehen, daß ich vielleicht mit jenen toten Knaben sie begleiten könnte. Aber waren diese nicht nur eine Beigabe, die meine eigene Phantasie ihr gegeben hatte, ein Rest des Eindrucks, den das Knabensterben in unserer Stadt mir hinterlassen hatte?

– – So sah es damals in mir aus – du könntest wohl lachen, aber tu es nicht, Hans! – So viel übrigens ist mir später klar geworden: ein Glück, daß es damals noch keine Maturitätsexamina auf unserer Schule gab; ich wäre derzeit schwerlich durchgekommen.«

Schon mehrmals, während Franz erzählte, hatte ich es vom Hofe her an die Scheiben pochen hören; jetzt geschah es wieder in verstärktem Maße. Ich wandte mich und sah nun, daß die Dohle mit ihrem starken Schnabel dies Geräusch hervorbrachte.

Mein Freund war aufgestanden. »Ja, Klaas«, rief er »das hilft nun nicht!« und zu mir sich wendend, setzte er hinzu: »Die arme Kreatur ist eifersüchtig; sie hat in den vier Wochen, die ich hier nun zugebracht habe, mich mit niemandem als mit ihr selber reden hören – und die Unvernünftigen haben feinere Ohren als wir Menschen!«

Ich sah ihn an: solche Intimität zu Tieren hatte ich nie bei ihm vermutet; er mußte sehr vereinsamt sein. Ich schwieg indes, und Franz nahm aus einem Kästchen, das auf einem Eckschrank stand, eine Hand voll Futter und warf es, nachdem er den freien Fensterflügel geöffnet hatte, auf den Hof hinaus. Fast gleichzeitig war auch das Krähentier von den Scheiben fortgeflattert und machte sich, ein paar häßliche Laute ausstoßend, über die Futterstücke her. Franz sah wie abwesend dem ein Weilchen zu; dann setzte er sich langsam wieder zu mir in das Sofa und rieb sich mit der flachen Hand die Stirn.

»Ja, Hans«, begann er dann aufs neue, »es war damals so ganz anders, wir müssen manches Jahr zurück. – Ich bekam trotz alledem ein braves Abgangszeugnis; der gute Rektor, dessen Gunst ich einige Jahre schon besaß, hatte mir die Zerstreutheit der letzten Monde nicht angerechnet; nur einmal hatte er gesagt: »Lieber Jebe, vergessen Sie nicht, Sie sind zurzeit noch immer hier in unserer Prima; es tut nicht gut, wenn die Gedanken den gegenwärtigen Pflichten zu sehr vorauseilen!« Er glaubte, die bevorstehende Universitätsfreude habe mir den Kopf befangen.

Dann kam sie wirklich, die Hochschule mit dem flotten Korpsleben und den vielen Professoren, mit all den neuen Eindrücken, die ich oft widerwillig genug empfing, und als so manches Unliebsame abgeschüttelt war, im dritten und den folgenden Semestern mein Studium, das ich freilich ernsthaft genug betrieb. Unter diesem neuen Leben verschwand so vieles, dem ich ewige Dauer zugetraut hatte; nur eines nicht: der Eindruck jener kindlichen Luftgestalt, die ich nur im Traum gesehen hatte, lag unverrückbar im Grunde meiner Seele; keine der halb- oder vollgewachsenen Schönen, die meinen Mitstudenten das Hirn verwirrten, konnte ihn erschüttern. Freilich, tief lag es, und niemand, ich selber wußte oft nicht darum; auch als du dann zu mir tratst und wir vertraut wurden, wie es mir mit keinem noch geschehen war, ja selbst, wenn wir in jene geheimnisvolle Region des Seelenlebens uns einmal verloren – mein eigen Nachtgesicht barg ich nur um so fester, wie im Innersten meines Lebens, gleich einem heiligen Keim, den ich vor aller Störung meiner Zukunft zu bewahren hatte.

– – Du weißt, Hans, daß ich nach beendigten Studien mich als Arzt, speziell für Frauenkrankheiten, in der Stadt niederließ, die noch gegenwärtig mein Wohnort ist. Ich war dabei nicht zaghaft, ich war mir bewußt, das Meinige gelernt zu haben; ich vertraute mir, ich war von vornherein zuversichtlich. Auf der Universität hatte mir das bei vielen den Ruf des Hochmuts eingetragen; jetzt erwarb ich dadurch den eines tüchtigen Arztes, der am Krankenbett nicht erst zu suchen und bei seiner Heimkehr erst in seinen Kompendien nachzulesen brauche. Was, recht besehen, ein Frevel in mir war, das brachte mich hier zu Ehren: am Leichnamen hatte ich den innern Menschen kennen gelernt, so daß mir alles klar vor Augen lag, und wie mit solchen rechnete ich mit den Lebendigen; was war da Großes zu bedenken!

Bald mußte ich mir die schwarze Doktorkutsche, bald genug einen Assistenzarzt zulegen; ich wurde der erste Arzt der Stadt und bin es vielleicht auch jetzt noch.

Unter solchen Umständen konnte von einer Teilnahme an geselligem Verkehr nicht viel die Rede sein; nur das Haus eines früheren Patienten, eines Rechtsanwaltes – Wilm Lenthe heißt er –, der um einige Jahre älter sein mochte als ich, machte davon eine Ausnahme. Ich pflegte ein paarmal in der Woche meine Abende dort zu verleben und währenddes meine Praxis, außer in besonderen Fällen, meinem Assistenten zu übertragen. Wenn der gleichfalls Vielbeschäftigte abends um acht Uhr in das einfache, aber behagliche Wohnzimmer trat, hatte seine liebenswürdige Frau, die zu hören und zu reden verstand, den Tee schon für uns bereit, und wir beide von der Tagesarbeit Ermüdeten drückten uns schweigend jeder in eine Sofaecke, bis die Belebung durch den chinesischen Trank unsere Nerven und unser Gespräch lebendig machte. Es war mir erquicklich, wie einst, Hans, wenn ich auf der Treppe zu meiner Studentenkneipe spät abends deinen Tritt vernahm und dann schleunigst meine Arbeit beiseite packte. Wie damals unsere Zwei-, so wurde auch hier die Dreizahl fast nie durch einen neuen Gast gestört.

Da eines Herbstabends, wie ich auf ein lebhaftes »Herein« die Tür des Wohnzimmers öffnete, drang eine ungewohnte Helligkeit mir entgegen; ich sah, daß eine größere Lampe auf dem Tische brannte und daß außer dem Ehepaar eine mir unbekannte junge Dame in aschfarbenem Linnenkleid zugegen war, welche bei meinem Eintritt die Teeschenke zu versehen schien. Die Hausfrau kam mir entgegen: »Da ist er, der Erwartete!« rief sie, und die junge Dame an der Hand herbeiziehend, fügte sie hinzu: »Unsere Freundin Else Füßli; wie Sie dem Namen anhören, eine Schweizerin, und was Sie interessieren wird, aus der Familie, der auch Heinrich Füßli angehörte, dem zuerst die Darstellung des Unheimlichen in der deutschen Kunst gelang; Sie sehen, ich habe genau behalten, was Sie und mein Wilm mir neulich auseinandersetzten, da wir jenen Füßlischen Nachtmahr, der dort in der Ecke hängt, vor uns auf den Teetisch genommen hatten.«

»Er war mein Großoheim«, sagte das Mädchen bescheiden.

»Und nun kommen Sie zum Tee!« fuhr meine ältere Freundin fort. »Sie brauchen nicht vorgestellt zu werden, denn Elsi wußte, daß wir unseren Freund, den Doktor Jebe, erwarteten.«

Dieser Redestrom, wohl eine Freude über den anmutigen Besuch, kam mir zustatten, denn ein geheimnisvoller Schrecken, zugleich die Empfindung eines schicksalschweren Augenblickes und eines betäubenden Glückes hatten mich getroffen; es war wie damals auf der Treppe unserer alten Gelehrtenschule: alles um mich her war vergessen, aber vor mir im hellen Lampenlichte sah ich die Augen und das blasse Antlitz meines Nachtgesichtes.

Jetzt war mir Zeit geworden, mich zusammenzuraffen; ich vermochte ein paar Worte zu der Fremden zu sprechen, dann gab ich meinem Freunde die Hand und setzte mich auf den gewohnten Platz. Die Schweizerin saß mir gegenüber, ein wenig zurück und etwas in dem Schatten unserer Hausfrau; ein zärtliches Licht fiel aus ihren Augen, wenn sie, was oft geschah, dieselben zu ihr kehrte. Mich streiften diese lichtgrauen Sterne nur ein paarmal und wandten sich dann scheu zur Seite, aber mir war, als ob sie heimlich prüfend auf mich sahen. Ich erfuhr im Gespräche, daß Fräulein Else eine Waise, daß ihr Vater ein Mann gewesen sei, der nach den Sonderkriegen auf eidgenössischer Seite sich hervorgetan habe; auch wo sie selber mit unseren Wirten sich kennen und liebhaben gelernt hatte. Ich hörte das alles, aber es ging an mir vorüber; ich sah an diesem Abend das Mädchen doch nur im Scheine des Wunders – mir war, als habe ein Dämon, der meinige, sie, wer weiß woher, hier in das Haus meiner Freunde gebracht.

»Ich habe dir«, unterbrach sich Franz, »von meinem jugendlichen Traumgesicht, das sich vielleicht nur aus dem Eindruck des damaligen großen Sterbens und einer kaum geahnten Sehnsucht nach dem Weibe erzeugt hatte, nur gesprochen, um dich es mitfühlen zu lassen, wie tief der Anblick der Fremden mich erregen, wie eigen und innig eine Ehe mit ihr sich gestalten mußte; denn wenn es für unser Leben etwas Ewiges geben soll, so sind es die Erschütterungen, die wir in der Jugend empfangen haben. Sonst freilich war es eben nichts Außerordentliches, daß ich einmal einem Weibe begegnete, welches mich so lebhaft an meine Traumgestalt erinnerte, daß ich im ersten Augenblick und noch in manchen späteren beide nicht von einander zu trennen vermochte. Jedenfalls, auf mich hatte dieses erste Sehen einem elektrischen Schlage gleich gewirkt; und«, fügte er leiser hinzu, »was wissen wir denn auch von diesen Dingen!

Ich will dich mit unserer Liebesgeschichte nicht aufhalten, Hans; du wirst es auch schon empfunden haben, es kam so und mußte so kommen, daß Else oder Elsi, wie sie genannt wurde, und ich uns nach wenigen Monaten verlobten und etwas später zur Freude unserer trefflichen Freunde unsere stille Hochzeit in ihrem Hause feierten.«

Der Erzähler schwieg eine Weile; auf seinem Antlitz war ein Lächeln, als blicke er in eine selige Vergangenheit. »Ich hatte nun mein Nachtgespenst geheiratet«, begann er wieder, fast wie traumredend; »es war ein Glück! – o, ein Glück! – – Ich hatte einst den Fouquéschen Ritter Huldbrand beneidet, wie er mit einer Undine seine Brautnacht feiert; ich hatte nicht gedacht, daß dergleichen unter Menschen möglich sei.

Lache mich nur aus, Hans! Was soll ich dir sagen? Mein Glück ging über jeden Traum hinaus. – Es war so manches Eigene, Fremdartige an ihr, das mich im ersten Augenblick verwirrte und mich zugleich entzückte; ich hatte ja auch nichts anderes erwartet.

In unserem Garten – ich hatte längst mein eigenes Haus – waren weite Gänge zwischen schon hochgewachsenen Tannen und anderem Gesträuch; dazwischen Rasenplätze mit Einschnitten, in denen, je zu ihrer Zeit, die Frühlingsblumen und im Hochsommer Rosen und Levkoien blühten und den Garten mit Duft erfüllten. Hier pflegte ich nach Rückkehr von meinen Berufsgängen sie oftmals aufzusuchen, und so geschah es auch an einem schönen Vormittage gegen Ende des April, des ersten Frühlingsmonats, den wir mit einander lebten. Ich fand sie, da sie eben, langsam schreitend, einen der längsten Tannengänge hinaufkam; aber da wir uns Aug in Auge trafen, sah ich, daß sie mir entgegenfliegen wolle.

»Halt, Elsi!« rief ich und erhob abwehrend meine Hand; »geh langsam, ein Schmetterling, ein Pfauenauge, sitzt in deinem Haar; du trägst den ersten Frühlingsboten!«

»Ja«, sagte sie, »die kommen gern; aber sie sind so furchtsam nicht.« Sie mäßigte gleichwohl ihren Schritt und kam mir langsam entgegen, indes der Papillon auf ihrem blonden Scheitel behaglich seine schönen Flügel hob und senkte. Und jetzt erst sah ich: auch unsere junge schneeweiße Katze, die sie eines Abends im Schnupftuch von Frau Käthe heimgebracht hatte, war in ihrem Gefolge; zierlich eins ums andere die Pfötchen hebend, ging sie dicht hinter ihrer Herrin, das Köpfchen aufreckend und bei jedem Schritte ihr auf die kurze Schleppe ihres Kleides tretend. Ein Märchenbild; das Seltsame war nur, daß es in einer Reihe von Tagen sich ganz in derselben Weise wiederholte.

»Was machst du für Faxen, Elsi!« rief ich endlich lachend, »bist du eine Undine, eine Elbe, eine Fee? Was bist du eigentlich?«

»Und das weißt du noch nicht?« frug sie, und der Strahl der grauen Augen zitterte in den meinen.

Ich schüttelte den Kopf: »Du bist so unergründlich!«

Da flog sie in meine Arme: »Dein bin ich, nichts als dein! Weißt du es nun?«

Ich hielt sie fest: »Ich weiß es«, sagte ich.

Aber der Schmetterling aus ihren Haaren war davongegaukelt; nur die Katze, das Tier der Freia, der Göttin des häuslichen Glückes, blieb in unserer Nähe.


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