Emerenz Meier
Gedichte
Emerenz Meier

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Mein Wald – Mein Leben

        Ich sah den Wald im Sonnenglanz,
Vom Abendrot beleuchtet.
Belebt von düstrer Nebel Tanz,
Vom Morgentau befeuchtet.
Stets blieb er ernst, stets blieb er schön,
Und stets mußt ich ihn lieben.
Die Freud an ihm bleibt mir bestehn,
Die andern all zerstieben.

Ich sah den Wald im Sturmgebraus,
Vom Winter tief umnachtet,
Die Tannen sein in wirrem Graus
Vom Nord dahingeschlachtet.
Und lieben mußt ich ihn noch mehr,
Ihn meiden könnt ich nimmer.
Schön ist er, düsterschön und hehr,
Und Heimat bleibt er immer.

Ich sah mit hellen Augen ihn,
Und auch mit tränenvollen;
Bald hob er meinen frohen Sinn,
Bald sänftigt er mein Grollen.
In Sommersglut, in Winterfrost
Konnt er mir nicht mehr geben.
So gab er meinem Herzen Trost.
Und drum: Mein Wald – mein Leben.

 


 


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