Selma Lagerlöf
Die Prinzessin von Babylonien und andere Erzählungen
Selma Lagerlöf

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Die Himmelstreppe

(Rede in der schwedischen Akademie am 20. Dezember 1920.)

In dem Jahre, das vergangen ist, seit wir uns zum letzten Male um den langen Tisch im Börsesaal versammelten, ist uns der Schmerz, ein Mitglied unserer Akademie zu verlieren, erspart geblieben, und es mag daher scheinen, als müßte unsere heutige Zusammenkunft nicht wie so oft zuvor ausschließlich der Feier des Andenkens eines Verstorbenen gewidmet sein. Aber wenn auch die Sichel des Sensenmanns nicht über unserem Acker aufblitzte, so wissen wir doch, daß sie andere Felder verheert hat, und gerne möchte ich für einige kurze Augenblicke eure Gedanken einer köstlichen Blume zuwenden, die geknickt ward, einer schimmernden Edellilie, die nicht mehr im Lustgarten leuchtet.

Ich will euch erzählen, wie sie sich mir gezeigt hat und wo ich sie leben und blühen gesehen. Darum: lasset uns nun von allem absehen, was wir jetzt vor unsern Augen haben, und lasset euch bedünken, ihr stündet mit mir auf einem der Marktplätze dieser Welt, Handel und Feilschen rings um uns auf allen Seiten.

Mitten auf dem Marktplatze aus dem dichten Gewühl von Buden und Ständen erhebt sich eine hohe Treppe. Sie führt über mächtige Wölbungen zu einem Tempel hinan, der auf schwindelnd-steiler Höhe erbaut ist. Aber der Tempel liegt so hoch oben, zwischen Nebel und Wolken, daß kaum mehr davon sichtbar wird als das geschmückte Portal, von dem ein so klares Licht ausstrahlt, daß man glauben könnte, es führte in Gottes Himmelreich hinein.

Rings auf dem Markte gehen die Menschen in ihrem Streben und ihrer Arbeit, aber die hohe Treppe hinan sehen wir niemand wandern. Einigen scheint sie wohl zu mühselig, und andere fürchten, schwindlig zu werden und zu fallen, wenn sie die erschreckende Höhe erreichen wollten. Ja, da sind ihrer auch viele, die die Treppe gar nicht bemerken, obwohl sie sich mitten unter ihnen erhebt und die Stufen breit und aus dem weißesten Marmelstein sind.

Während wir so stehen und über die gewaltige Tempeltreppe staunen, sieh da, da kommt eine junge Frau zwischen den Reihen von Buden und Ständen herangewandert. Sie geht da in wallenden, pelzverbrämten Kleidern, und sie sieht aus wie eine, die Herrin in einem großen Hause ist. Sie ist mit Mann und Kindern und Gesinde auf den Markt gekommen, um ihre Einkäufe zu machen und für den Unterhalt und das Behagen der Ihren zu sorgen, wie es einer umsichtigen Hausfrau ansteht.

Sie ist eine von jenen, die die Treppe sehen, und ihre Blicke eilen empor bis zur Tempelpforte, aus der das blendende Licht strahlt. Einen Augenblick biegt sie zur Treppe ab, so als wollte sie sie emporeilen, aber dann denkt sie wohl daran, wieviel sie noch unten auf dem Markte zu bestellen hat, und hält inne.

Sie geht dann, den Schlüsselbund am Gürtel und den Geldbeutel in der Hand, sie macht ihre Einkäufe mit Klugheit und Sorgfalt, und wie sie so von Stand zu Stand geht, loben sie die Marktleute, weil sie versteht, was sie tut, und weiß, was sie will, und klaren Bescheid gibt. Und ihre Diener stimmen in das Lob der jungen Herrin ein und sagen, daß in ihrem Hause Ordnung und Behagen herrschen und gute friedvolle Tage.

Wenn nun eure Augen ihr folgen, während sie die Körbe ihrer Diener mit Lebensmitteln füllt und die Kinder unter den Schätzen der Spielzeughändler wählen läßt, dann wundert ihr euch sicherlich, daß ihre Blicke so oft zur Mitte des Marktes schweifen, zu der hohen Marmortreppe, und daß in ihnen ein so inbrünstiger Wunsch zu lesen ist, sie zu ersteigen. Denn ihr könnet nicht umhin zu bemerken, daß sie eine von jenen ist, die sich in dieser Welt gut zurechtfinden.

Sie steht noch bei den Buden, wo man die Notdurft des Lebens feilbietet, als es uns bedünken will, daß sich auf den untersten Stufen der Treppe etwas zu regen beginnt.

Es ist etwas, das ihre Gestalt und ihr Aussehen hat, aber zugleich ist es wie ein durchsichtiger Nebel. Wir können doch nicht glauben, daß das, was wir sehen, etwas mit der jungen Frau zu tun hat, denn sie geht in aller Seelenruhe mit den Ihren über den Markt.

Sie ist jetzt zu den Ständen der Blumenhändler gekommen, die dicht nebeneinander stehen, eine lange Zeile.

Bei ihnen gibt es Blumen in Hülle und Fülle, aus Treibhäusern wie aus Lustgärten, und die Augen der jungen Frau leuchten bei ihrem Anblick auf. Aber wenn sie Blumen sieht, die schlecht gepflegt sind, dann kann sie sich nicht zufrieden geben, sondern sie bleibt stehen und befiehlt, daß die Rose, die in der Sonnenhitze verschmachtet, in den Schatten gestellt werde; und für ein Büschel abgeschnittener Veilchen, die auf den Ladentisch hingeworfen sind, läßt sie eine Schale Wasser holen. Aber von den wilden Blumen eines alten Weibleins kauft sie einen ganzen Arm voll, um zu zeigen, daß sie in ihren Augen denselben Wert haben, wie die gezüchteten. Und sie nimmt die wilden Blumen in die Hand und ruft ihre Kinder und sagt ihnen, hier seien einige, die mit den schönsten Namen geschmückt wurden, die die Menschen nur ausfindig machen konnten, und da seien andere, über die heilige Sagen gedichtet wurden, und wieder andere hätten als Heilmittel gedient, und einige hätten Liebesbotschaft zwischen Liebenden getragen, und andere wieder seien Treue- und Erinnerungsblumen.

Wir merken, daß ihr Herz sich hier heimisch fühlt. Wenn sie ihre Hand auf eine abgeschnittene Blume legt, scheint sie zu neuem Leben zu erwachen.

Wenn wir sie unter den Blumen sehen, beginnen wir zu glauben, daß die Gestalt auf der Treppe nichts anderes ist, als eine Sinnestäuschung. Aber sieh da! Als wir die Augen in diese Richtung wenden, ist sie noch immer da. Doch sie wandelt sich und wechselt, so daß sie uns zuweilen ein gaukelnder Sonnenstrahl scheint, zuweilen möchte man glauben, es sei der holdeste Schmetterling, der mit lilienweißen Flügeln über die Stufen flattert.

Wieder folgen wir der Wanderung der jungen Frau über den Marktplatz dieser Welt. Wir sehen sie in die Zelte der Spielenden und Wetteifernden treten und sehen, wie sie da alle Feierlichkeit fahren läßt und an den Übungen und Spielen teilzunehmen beginnt. Sie ist jung und gesund, ihr Lachen klingt sorglos, wie das keiner anderen, die Augen blitzen vor Mut, die Stimme befiehlt. Selten haben wir jemand sich mit solchem Eifer und solcher Lust Spiel und Wettkampf hingeben sehen.

Aber auch währenddessen gleitet ihr Blick zu der großen Treppe hin. Und wir verstehen, daß, was sich dort bewegt, und bald wie ein Sonnenstrahl ist, bald wie ein Schmetterling, bald wie ein bleiches Nebelbild, ihre Seele sein muß, die auf einer Schlafwanderung die hohe Himmelstreppe hinan begriffen ist. Und ohne recht zu wissen warum, beginnen wir uns zu ängstigen, wir wissen nicht, was für ein Ende diese Wanderung nehmen wird.

Aber dort unten auf dem Marktplatz dieser Welt sehen wir, wie die junge Frau zuweilen Kindern begegnet, die hohle Wangen haben, und Körperchen, die in Auszehrung welken. Sie bleibt unter ihnen stehen, wie sie unter den Blumen stehen blieb, und sie öffnet ihnen ihre Arme, und sie gönnt sich keine Ruhe, bis sie sie zu dem Zelt der Ärzte und der Kräuterkundigen gebracht hat, damit sie gepflegt und geheilt werden.

Wir sehen sie auch in die Flitterbuden treten und in die Zelte der Lustbarkeiten. Dort folgen ihr viele Blicke, und viele Huldigungen werden ihr dargebracht, weil sie schön und von hohem Stamme ist. Aber nie sehen wir sie so ernst, wie unter Tand und Eitelkeit, nie strahlen ihre Augen so froh, als wenn sie dem Ernst und der Wirklichkeit begegnet.

Was sie auch vornehmen mag, immer bewegt sich dies, das ihr Gleichnis und Ebenbild ist, die hohe Treppe empor, die zum Tempel auf dem Himmelsberg führt. Es strebt der Höhe zu, beharrlich und ohne Zögern, obwohl wir sehen können, daß es vor der schwindelnden Höhe und der nie aufhörenden Reihe von glatten Marmorsteinen zurückbebt.

Aber während wir so der Wanderung der jungen Frau auf dem Markte und über die Treppe folgen, bricht auf dem Marktplatz dieser Welt ein großer Tumult und eine heftige Verwirrung aus. Die Verkäufer schlagen ihre Stände zu, und die Schaubudenbesitzer reißen ihre Zeltpfähle heraus. Die Kirchenglocken entsenden ihr warnendes Dröhnen, und Flüchtlinge eilen vorbei mit ihrem Hab und Gut. Überall ruft man, daß der Krieg gekommen ist und daß die Flamme seines verheerenden Brandes schon am Horizonte leuchtet.

Da erwarten wir, daß auch die junge Frau vor der Gefahr weg in ihr Haus eilen wird. Aber sie steht ganz still und blickt einer Schar Krieger nach, die fortgeeilt sind, um ihr Land zu schützen und zu schirmen. Unter ihnen sind viele, die so arm sind, daß sie nicht Kleider genug haben, um ihren Körper vor Regen und Sturm zu schützen. Und während sie sie betrachtet, wird ihr Antlitz bleich, und ihre Augen beginnen zu schimmern.

Und plötzlich tritt sie auf den Markt vor, um die Barmherzigkeit der Menschen anzurufen. Sie unterdrückt ihre Schüchternheit, um für jene, die wachen und hüten müssen, Gaben zu erbetteln, damit sie nicht untergehen, während sie ihrem Lande dienen.

Aber während sie so zu bitten und zu flehen beginnt, steigt ihr Ebenbild auf der Treppe mit neuer Leichtigkeit und Zuversicht immer schwindelnderen Höhen zu.

Dort unten auf dem Marktplatz dieser Welt ziehen noch elendere Wesen an ihr vorbei. Da kommen jene, die an den Schlachten teilgenommen haben und gefangengenommen und in fremde Länder weggeschleppt werden, mit verwundetem, notleidendem Körper, gequälter und verzweifelter Seele.

Und wir sehen, wie ihre Augen sich bei dem Anblick mit Tränen füllen. Sie nimmt ihren Mut zusammen und ruft ihnen zu, daß sie tun will, was sie vermag, um ihnen zu Hilfe zu kommen.

Und um ihretwillen macht sie sich gleichsam zu einer Verkäuferin auf dem Marktplatz dieser Welt und bietet die Arbeiten der armen Gefangenen aus, damit sie ihnen senden kann, was sie an Kleidern und Nahrung, an Schuhwerk und Arzneimitteln brauchen.

Während sie so für die in Feindeshand Gefallenen verkauft und sammelt, sieh, da eilt ihr Ebenbild wie mit beflügelten Schritten die Treppe empor, so daß wir rufen und warnen möchten: »Merkt denn niemand, daß die Seele dieser Frau auf dem Wege zum Tempel auf dem Himmelsberge ist? Haben die, die sie lieben, keine Furcht, sie zu verlieren?«

Wieder begegnet sie einer Schar Frauen, die die Hände in Verzweiflung ringen und deren Augen vor Sehnsucht brennen. Das sind solche, die Schwestern oder Frauen oder Mütter oder Bräute von Männern sind, die der Krieg verschlungen hat, und die nichts von denen wissen, die sie geliebt haben.

Und da sehen wir, wie die junge Frau sich an den Tisch des Schreibers setzt und wie sie die Helferin und Erleuchterin der armen Frauen wird. Zu gleicher Zeit schreitet ihr Ebenbild der obersten Höhe der Treppe so ruhig und sicher zu, wie eine Königin über die Schwelle ihres Schlosses wandert.

Aber dort unten auf dem Marktplatz dieser Welt haben immer mehr Kunde erhalten von ihrer Macht zu helfen und ihrer Willigkeit beizuspringen, und all die Blinden, die früher auf dem Markte bettelten, versammeln sich um sie. »Wir sind die Gefangenen der Dunkelheit,« rufen sie ihr zu, »denke auch an uns in unserem Elend.«

Sie hört ihre Bitte, und sie hilft ihnen; und während sie für sie sammelt und verkauft, da kommt die Gestalt auf der Treppe dem Tempel auf dem Himmelsberge so nahe, daß der Schimmer aus dem Tore sich über sie ergießt wie ein Mantel und über ihrem Haupte strahlt, wie eine Sternenkrone.

Nun beginnt ihr Körper, der noch auf dem Marktplatz dieser Welt wandert, von Krankheit zu ermatten, und man führt ihr Ärzte zu, aber keiner vermag sie zu heilen, weil ihre Seele die Treppe zum Himmelsberg hinangestiegen ist und sich danach sehnt, im Lichte zu verschwinden.

Auch fühlt sie kein Erbarmen mit ihrem Körper, sondern verschmäht es, ihn zu schonen. Sie läßt ihn untergehen, gleichsam auf daß er sie nicht behindere und im Irdischen zurückhalte.

Und ein Tag kommt, da ist ihre Seele so nahe dem Ziel, daß sie ihre Sehnsucht nicht mehr bezwingen kann. Da reißt sie sich mit einem kurzen Kampf von allem los, das bindet, und wir sehen sie über die Tempelschwelle eilen und durch das strahlende Portal in Gottes Herrlichkeit hineingleiten.

Aber als dies geschehen ist, kommt große Trauer über alle, die da auf dem Marktplatz dieser Welt Handel und Wandel treiben. Sie senken ihre Freudenfahnen und halten inne mit ihren Spielen. Sie lassen ihre Schalmeien verstummen und hüllen sich in Trauerflöre.

Wo einer einem anderen begegnet, da drücken sie sich die Hände und flüstern, daß die Menschen auf diesem Marktplatz nun die verloren haben, die ihre Augenweide und Sonne war, nun ist sie dahin, sie, die ihre Stütze und ihr Trost gewesen.

In der Zeile der Blumenhändler geht ein Mann mit einem Büschel Lilien in der Hand. Er ruft und sagt, daß das ihre Lieblingsblumen waren, und um ihretwillen hat er sie aus fremden Landen heimgebracht. Es ist eine so schwere Enttäuschung für ihn, daß er ihre Augen nicht mehr mit diesem Anblick erfreuen konnte.

Mitten in der Volksmenge steht ein junger Mann, der blind ist. »Ich fand den Weg in ihr Haus,« sagte er, »und sie ermunterte mich, und ihr zuliebe arbeitete ich mehr als ein Sehender. Nun habe ich meinen Meisterbrief bekommen, aber welche Freude kann mir dies machen, wenn ich ihn ihr nicht mehr zu Füßen legen kann?«

Vom Lande kommt eine arme Wanderin. Sie bleibt stehen und fragt, warum alle so betrübt sind, und als sie es erfährt, bricht auch sie in Tränen aus. »Ich war ja in die Stadt gekommen, um ihr zu zeigen, was aus dem Garn geworden ist, das sie mir geschickt hat,« sagt sie. »Aber wer soll sich nun an meiner Arbeit freuen?«

»Warum mußte sie uns verlassen?« klagt einer. »Wer war glücklicher als sie? Sie hätte uns das Geheimnis des Glücks gelehrt.«

»Warum mußte sie uns verlassen?« ruft ein anderer. »Wer war klüger als sie? Sie hätte uns gelehrt, den rechten Weg zu gehen.«

»Warum mußte sie uns verlassen?« so ertönt es von allen Seiten. »Wer war gewissenhafter als sie? Sie hätte uns gelehrt, unsere Pflichten als unsere besten Freunde zu betrachten.«

»Wer war fröhlicher, wer war fleißiger, wer war fähiger? Warum mußte sie uns verlassen?«

Nie gab es noch einen so großen Aufruhr gegen den Tod. Nie waren Menschen so von der bitteren Gewißheit erfüllt, daß sie ihr Höchstes verloren hatten.

Während der Schmerz am größten ist, kommen all die alten Klageweiber, die sonst über die Dahingegangenen zu jammern pflegen, über den Markt gezogen. Aber sie wandern nicht zu der Bahre der Toten, im Trauerhause, sondern, sie lagern sich zu Füßen der hohen Himmelstreppe in der Mitte des Marktes.

Und sie erheben ihre Stimmen nicht zur Klage, sondern sie beginnen die junge Frau zu preisen und ihr lobzusingen, ob ihrer glückhaften Wanderung den steilen Berg hinan.

»Selig bist du,« rufen sie, »weil du das Geheimnis dieser Treppe ergründet hast. Selig bist du, weil du auf ihr den Himmelsberg erklommen hast.«

Die Menschen auf dem Marktplatz sind von all dem, was sie gehört, und all dem, was sie selbst erfahren haben, von glühender Liebe zu der Entschwundenen entflammt worden. Sie gehen umher, in Trauer, wie Kinder, die ihre Mutter verloren haben.

»Wo ist sie?« sagen sie. »Wo können wir sie finden?« Da sehen sie die Klagefrauen zu Füßen der Treppe, und hören, wie sie ihre Stimmen erheben, zu Preis und Lobgesang.

»Selig bist du, die du den rechten Weg gefunden, den einzigen, der in das Licht und die Herrlichkeit führt.«

Als die Menschen dies hören, nähern sie sich der Treppe und schicken sich an, sie zu besteigen, denn sie wollen die Entrissene finden, und wie könnten sie sie erreichen, wenn sie ihr nicht auf dem Wege folgen, den sie gewandert ist?

Die alten Klagefrauen ziehen einen Kreis um die Treppe. »Selig bist du, weil du auf den Pfaden der Erde wandeltest und heimisch warst in dieser Welt,« rufen sie. Preis dir, daß du dich an der Schönheit des Erdenlebens freutest, an seinem Reichtum und an seinen Pflichten. Heil dir, weil du alles Menschliche erfassen konntest, das Niedrige erhöhen, das Gesunkene aufrichten.«

Die Menschen drängen sich immer näher an die Treppe, aber die Klagefrauen fahren fort zu rufen:

»Preis dir, weil du das Geheimnis dieser Treppe kanntest! Heil dir, daß du nie versuchtest, sie mit deinem Fuße zu besteigen! Denn alle, die dies versucht haben, sie sind auf dem Marmor ausgeglitten oder im Emporsteigen ermattet.«

»Selig bist du, weil du wußtest, für die Wanderung auf dem Marktplatz dieser Welt ist der Mensch geschaffen. Nur die Sehnsucht seiner Seele kann über diese Treppe empor zum Himmel senden.«

 


 


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