Autorenseite

 << zurück weiter >> 

Amerikanisches Duell

»Das Leben«, sagte Graf Orfeo Origoni eines Abends, »mag vielleicht keinen besonderen Wert haben; aber es ist doch das einzige, das wir in dieser Hinsicht besitzen. Darum halten wir daran fest. Darum gehe ich mit dieser Narbe am Halse herum. Ich habe sie in einem Duell in Amerika abbekommen.«

Ich saß mit dem italienischen Edelmann in einer Taverne in den Bergen über Monte Carlo. Der Serpentinenweg nach La Turbie schlängelte sich in breiten Spiralen vorbei. Über uns erhoben sich die ewigen Alpen, unten lag Monte Carlo in einer Abendbeleuchtung aus Purpur, Lila und Gold. Auf dem Tisch vor uns standen eine Flasche Landwein und zwei Gläser, von denen zumindest eines ständig leer war. Die Sonne schien in die runde Flasche und entzündete rubinfunkelnde kleine Welten in ihrem Innern. Signor Origoni wiederholte:

»In Amerika – in einem Duell. Das ist ein furchtbares Land, ohne Kultur, ohne Bildung, ohne Umgangsformen.«

»Aber doch auch ohne Duelle?« fragte ich.

»Keineswegs«, sagte Signor Origoni und schenkte sich ein Glas bis an den Rand voll. »Haben Sie nie von amerikanischen Duellen gehört? Und nicht genug damit, daß die Amerikaner sich duellieren, haben sie sich sogar eine besondere Art dafür ausgedacht. Die Art ist ihrer würdig. Sie duellieren sich mit Pillen.«

»Aha! Ja, jetzt erinnere ich mich. Zwei Pillen in einer Schachtel, eine giftige und eine ungefährliche, die beide ganz gleich aussehen. Der Zufall bestimmt den Ausgang.«

»So ist es«, sagte Graf Origoni.

»Ich verstehe nur eins nicht. Wie kann eine Pille eine Narbe außen am Halse hinterlassen?«

Die Taverne, vor der wir auf einer Steinbank saßen, hieß »Zum Alpenjäger«, und nach ihrer Einrichtung zu schließen, sind diese Jäger ihren schwedischen Genossen verwandt, von denen der Dichter singt, daß der Fels ihr Kopfkissen ist. Ein Lehmboden, ein Schanktisch, zwei Steinbänke und eine Anzahl Flaschen, dazu eine Wirtin, die an die Räuberwirtin im »Grafen von Monte Christo« erinnerte. Aber die Aussicht war wunderbar und der Wein rot, feuriger Vin du Var. Signor Origoni nahm noch eine Stichprobe, bevor er sagte:

»Das Leben ist hart gegen mich gewesen, und ich kann wie der alte Kaiser von Österreich sagen: mir ist nichts erspart geblieben. Was habe ich nicht alles für Berufe gehabt. Dio mio. Ich war Croupier in Spielhöllen, wo sich der Wirt selber wunderte, daß ich nicht jeden Abend erschlagen wurde. Ich habe in den Bars der ganzen Welt Renntips gegeben, einen Tip einem Mann und dem nächsten den entgegengesetzten, um wenigstens von einem von ihnen Prozente zu bekommen. Aber der übelste Beruf, mit dem zu befassen mich das Schicksal gezwungen hat, war, Assistent bei Doktor White zu sein. Ein unglückliches Mißverständnis mit den Behörden meines Heimatlandes, eine überstürzte Reise mit dem ersten Schiff, das abging – und Sie sehen mich in New Orleans gestrandet, in einer entsetzlichen Hitze, in einem Gewühl von Negern, Amerikanern und Pestbazillen; ich weiß nicht, was davon am ärgsten war. Dio mio! Dio mio! Nach einer Woche schrie mein Magen vor Hunger, mein Hals war vor Durst ausgedörrt, meine moralischen Prinzipien waren futsch, da klingelte ich in einem Haus in der Peacock Street an. Warum? Am selben Morgen hatte ich eine Anzeige in den Zeitungen gelesen:

»Ärztlicher Assistent gesucht. Doktor White, Magenspezialist, Peacock Street 19.«

Ich war völlig ahnungslos im ärztlichen Beruf.

Ich konnte also das Leben vieler Menschen gefährden, wenn ich die Stelle bekam. Erweckte das in mir Skrupel? Nein, denn wenn ich die Stelle bekam, rettete ich wenigstens ein Leben, mein eigenes. Erinnern Sie sich, was ich Ihnen sagte: das Leben ist nicht besonders wertvoll, aber es ist das einzige, was wir in dieser Hinsicht besitzen, und darum halten wir daran fest. Ich klingelte bei Doktor White an.

Dio mio! Was für ein Mann, Signor! Glattrasiert, scharfe Nase, leichenblaß, das Haar straff zurückgestrichen. Mit seinem kalten, durchdringenden Blick schien er mir seine furchtbare Nation zu verkörpern. Er fixierte mich und sagte:

»Sie leiden an einer schweren Magenkrankheit. Es ist höchste Zeit, daß Sie gekommen sind.«

Es war richtig, daß ich an einer Magenkrankheit litt, nämlich an Hunger. Ich teilte es ihm nicht mit, ich sagte:

»Ich wünsche die Stellung bei Ihnen als Assistent.«

»Aha! Haben Sie medizinische Prüfungen?«

»Signor«, sagte ich, »Professor Bonacchi in Rom nannte mich seinen besten Schüler, Professor Portughese in Neapel sagte, er hätte nie eine Hand wie die meine gesehen.«

All dies war wahr. Aber was ich nicht sagte, war, daß der eine dieser Gelehrten in Kartenkünsten unterrichtete, der andere in der Führung der Waffen, keiner von ihnen in der Medizin. Im Hinblick darauf, daß das Schicksal mich zuweilen zwang, als Croupier zu fungieren, hatte ich Unterricht bei ihnen genommen, und niemand konnte mich seinerzeit in einer unschuldigen Kartenkunst oder in einer Duellfinte übertreffen. Der amerikanische Arzt sah mich mit gerunzelter Stirn an.

»Ich fürchte, Sie passen nicht für mich«, sagte er.

Ich erbleichte.

»Aber warum, Signor?«

»Die Ärzte der alten Welt haben von den unseren zu verschiedene Methoden«, sagte er kalt. »Leben Sie wohl.«

Ich sah mich schon wieder auf der Straße, in der furchtbaren Hitze, in dem Gedränge von Negern, Amerikanern und Pestbazillen, die Kehle vom Durst gedörrt, der Magen vom Hunger. Es durfte nicht so kommen!

In meiner Not kam mir ein rettender Gedanke. Warum wollte er mich nicht aufnehmen? Ich sah seine kalten Augen, sein freches Gesicht, seinen Mund. Es gab nur eine Erklärung: er glaubte, ich sei wirklich ein Arzt. Er hatte Angst, ich wüßte zu viel! Ich lächelte ihm zu, wie eine Kobra einer Klapperschlange zulächelt, und sagte: »Haben Sie keine Angst, Doktor! Ich glaube, daß die Methoden, in denen ich von Professor Portughese und Professor Bonacchi unterrichtet wurde, in vielem denen gleichen, nach denen Sie Ihre Patienten behandeln. Ich werde billig sein. Hundert Dollar den Monat.«

Er sah durch mich hindurch. Ich machte mein Inneres schwarz wie die Hölle. Er war zufrieden und sagte:

»Hundert Dollar! Sie sind verrückt. Vierzig.«

»Fünfundachtzig«, sagte ich. »Bedenken Sie, ich bin Ausländer, ich kenne niemanden in New Orleans. Sie können keinen besseren Mann finden als mich.«

»Nun gut, sechzig«, sagte er. »Der Dienst ist nicht anstrengend.«

»Vielleicht nicht physisch«, sagte ich, »aber psychisch. Sie wissen: Die Verantwortung des Arztes wird vom Assistenten geteilt. Fünfundsiebzig.«

» All right. Können Sie gleich eintreten?«

»Sowie ich meinen Magen behandelt habe«, sagte ich. »Wollen Sie mir einen Dollar für das Frühstück geben?«

Vom ersten Augenblick an war es mir klar, daß Doktor White ein Schwindler und ein Quacksalber sein mußte, aber ein Tag nach dem anderen verging, ohne diesen Verdacht zu bestätigen. An jedem Tag hatte ich denselben Dienst. Es kamen Patienten en masse zu Doktor White, männliche und weibliche, und der Besuch verlief immer in derselben Weise.

War es eine Patientin, die kam, so bat Doktor White sie artig, auf einem Operationssessel Platz zu nehmen. Er fixierte sie und sagte:

»Das ist ein Glück, daß Sie meine Annonce gelesen haben. Wenn Sie nur noch ganz kurze Zeit gezögert hätten, wäre Ihr Teint für immer ruiniert.«

Diese Annonce hatte ich selber gesehen. Sie war wie alle anderen Annoncen in diesem entsetzlichen Lande.

 

SIND SIE GESUND? NEIN!
Sie sind »nervös«! – Sie schlafen schlecht!
Sie finden das Leben interesselos!
Sie sind krank!

Es gibt eine Erklärung für alle Krankheiten! Es ist die Erklärung, die Hippokrates vor 2000 Jahren gegeben hat. Es ist die Erklärung, die Dr. White, Peacock Street 19, bereit ist, Ihnen heute zu geben.

 

In den letzten Tagen hatte ich einen Zusatz zu der Annonce gesehen:

Es ist die Erklärung, die Hippokrates vor 2000 Jahren gab. Es ist die Erklärung, die Professor Bonacchi Europa gibt. Es ist die Erklärung, die Dr. White, Peacock Street 19, bereit ist, Ihnen heute zu geben.

Eines wunderte mich an dieser Annonce, abgesehen davon, daß sie nichts offenkundig Kriminelles enthielt, nämlich: daß Professor Bonacchis Name richtig geschrieben war.

Die Patientin stammelte:

»Es ist wahr, daß ich nervös bin und mir alles oft zuwider ist. Aber an was für einer Krankheit leide ich, Herr Doktor?«

Doktor White antwortete langsam:

»Meine Gnädige, gestatten Sie, daß ich aufrichtig spreche?«

Die Patientin erbleichte, sank im Sessel zusammen und schien einer Ohnmacht nahe. Manchmal stammelte sie auf Doktor Whites Frage ein Ja, manchmal war sie auch dazu zu schwach. In diesem Augenblick war es meine Pflicht, in einen Mantel gehüllt, dessen unschuldsweiße Farbe schlecht zu meinem Beruf paßte, herbeizustürzen, mit einem Glas Wasser aus dem Behälter, den Doktor White jeden Tag füllte. Die Patientin trank krampfhaft den Inhalt des Glases aus. Doktor White nahm eine Untersuchung mit verschiedenen Vergrößerungsgläsern vor, und diese Untersuchung dauerte um so länger, je jünger und hübscher die Patientin war. Zum Schluß sagte er:

»Meine Gnädige, ich kann Sie beruhigen. Sie leiden nicht an der Krankheit, die ich befürchtete, nämlich tetanus abstractus. Ich glaube, Ihnen mit Bestimmtheit sagen zu können, daß Sie nur an einer ventriculosis effetus leiden. Sollten Sie in den nächsten Tagen Schwindel, Mattigkeit und – hm – Unregelmäßigkeit in den Verdauungsorganen bemerken, so bitte ich Sie, keinen Augenblick zu zögern, sondern herzukommen. In diesem Falle müssen wir die Behandlung sofort beginnen. Das heißt, wenn Sie sich von mir behandeln lassen wollen.«

Er lächelte. Und zweidutzendmal am Tage bewunderte ich dieses Lächeln. Es war so fesselnd, wie das einer Klapperschlange, wenn sie auf eine Henne blickt. Die Patientin starrte ihn hypnotisiert an.

»I …, ist es gefährlich, Herr Doktor? Sagen Sie! Seien Sie aufrichtig! Ist es gefährlich?«

Doktor White sah sie durchdringend an.

»Es kann gefährlich werden, wenn Sie Ihr Leiden nicht von einem Sachverständigen behandeln lassen!«

Die Patientin ging. Kam ein Patient an die Reihe, war bei diesem die Vorgangsweise etwas anders. In der Regel waren Doktor Whites erste Worte dieselben wie bei den Damen.

»Sie sind krank, ihr Magen ist nicht in Ordnung, darum fängt Ihre Nase an, rot zu werden.«

Die Patienten versuchten nie, gegen die letztere Behauptung zu protestieren. Doktor White sagte:

»Es ist notwendig, daß wir eine Untersuchung vornehmen. Haben Sie die Güte und nehmen Sie das um.«

Er reichte dem Patienten einen Gummimantel, den dieser anstarrte.

»Was soll ich denn damit?«

»Sie sollen ihn umnehmen. Ich muß eine Magenpumpung vornehmen, und es ist notwendig, Ihre Kleider zu schützen.«

Nun ergaben sich zwei Variationen. Zuweilen war der Patient nervös und weigerte sich, den Mantel umzunehmen, dann wurde er in derselben Weise untersucht wie die Patientinnen. Manchmal war er resolut und nahm den Mantel um. In diesem Fall begann der verabscheuungswürdigste Teil meiner Pflichten. Denn es war meine Aufgabe, einen Gummischlauch durch seinen Hals zu pressen – dio mio! Welche Arbeit! Madonna santissima. Ich habe die Fontana di Trevi gesehen, und ich bin über den Atlantischen Ozean gefahren, aber was war das dagegen! Endlich war alles vorbei, und der arme Patient saß da und starrte vor sich hin, mit Augen, die wie die Augen eines Toten aussahen. In diesem Moment war es meine Pflicht, mit einem Gläschen, das ich aus einer Flasche füllte, auf ihn zuzukommen. Diese Flasche enthielt Kognak, und nie, nie habe ich ein menschliches Antlitz, wenn auch grüngeädert wie ein Gorgonzolakäse, so innige Dankbarkeit ausdrücken gesehen wie das Antlitz eines Patienten, wenn er merkte, was das Gläschen enthielt. Nein, nie. Oft bekam er noch ein zweites Gläschen, und wenn er ein Weilchen geruht hatte, konnte er wieder sprechen.

»Nun also, Herr Doktor? Was ist das Resultat« – er sah nach dem Gummimantel – »dieser Sache?«

Doktor White, der unterdessen durch seine Vergrößerungsgläser gewisse Untersuchungen angestellt hatte, lächelte dem armen Opfer mit einem neuen Klapperschlangenlächeln zu.

»Ich kann Sie beruhigen«, sagte er. »Ich fürchtete zuerst einen Fall von tetanus abstractus. Die Diagnose ist schwer, aber ich glaube jetzt, so gut wie sicher feststellen zu können, daß Sie nur an einer primären ventriculosis effetus leiden. Bemerken Sie in den nächsten Tagen Schwindel, Mattigkeit und – hm – Unregelmäßigkeit in der Funktion der Verdauungsorgane, dann bitte ich Sie, keinen Augenblick zu zögern, sondern herzukommen. Dann müssen wir die Behandlung sofort beginnen. Das heißt, wenn Sie sich von mir behandeln lassen wollen.«

Der Patient sah den Gummischlauch an, der gleich einer zweiten Klapperschlange neben Doktor White herabhing.

»Nicht, wenn es damit sein soll, Doktor!«

Doktor White lächelte ein drittes Klapperschlangenlächeln.

»Davor brauchen Sie keine Angst zu haben. Die Behandlung erfolgt ausschließlich durch Medikamente. Danke, fünf Dollar das erste Mal, adieu!«

So waren die Ordinationen bei Doktor White. Nach höchstens drei Tagen kamen die Patienten zum Doktor gestürzt, blaß im Gesicht vor Ermattung und Angst, und meldeten, daß er mit seiner Diagnose recht gehabt hatte. Sie hatten Schwindel und Mattigkeit verspürt, und ihre Verdauungsorgane waren sehr unruhig gewesen. Doktor White nickte, verschrieb Pillen und tröstete sie. Die Pillen waren sein eigenes Patent. Eine Schachtel kostete fünf Dollar, aber er sagte voraus, daß Rückfälle kommen könnten und mindestens drei bis vier Schachteln notwendig sein würden. Sie sollten der Rückfälle wegen nicht ängstlich sein; mehr als vier Schachteln waren nie benötigt worden. Drei Dollar das zweite und die folgenden Male. »Danke, adieu.«

Ich grübelte über all das nach, aber zu meinem Bedauern, ohne zu finden, was ich suchte: etwas Verbrecherisches nämlich. Ich bezweifelte in keiner Weise, daß mein Vorgesetzter ein Schurke war, aber worin bestand die Methode seiner Schurkerei? Den Patienten wurde von seinen Pillen besser, das bezeugten sie selbst; es kamen Rezidiven der Krankheit, aber nach drei bis vier Schachteln waren sie gesund. Was sollte ich da glauben? Ich wußte es nicht.

Nach einem Monat kam Doktor White zu mir und sagte:

»Meine Praxis wächst mir über den Kopf. Ich habe Ihnen einen Vorschlag zu machen.«

»Gut«, sagte ich und spitzte die Ohren.

»Ich brauche Sie nicht als Assistent. Sie können sich in anderer Weise nützlich machen.«

»Vortrefflich«, sagte ich und überschlug im Geiste, was ich für diese andere Weise verlangen sollte.

»Ich habe einen Entschluß gefaßt. Ich richte noch ein Ordinationszimmer ein, und Sie ordinieren ebenfalls.«

»Aber«, sagte ich und starrte ihn an, »ich verstehe nichts von Magenkrankheiten. Es ist richtig, daß ich Professor Bonacchis geliebtester Schüler war, aber seine Spezialität waren Geisteskrankheiten.«

»Mein Herr«, sagte Doktor White, »erinnern Sie sich, was Hippokrates vor zweitausend Jahren gesagt hat: Alle Krankheiten haben ein und dieselbe Wurzel. Folglich haben sie auch ein und dieselbe Behandlung. Sie haben meine Behandlung gesehen; alles, was Sie zu tun haben, ist, sich in allen Einzelheiten danach zu richten.«

»Aber«, sagte ich, »ich will es nicht auf mich nehmen, zu sagen, ob ein Fall von tetanus abstractus vorliegt oder nur eine ventriculosis effetus. Wenn ich Sie nicht mißverstanden habe, ist die erstere Krankheit verhängnisvoll, während sich die letztere mit Pillen bis zu einer Anzahl von vier Schachteln kurieren läßt. Wie sollte ich es vor meinem Gewissen verantworten, wenn ich mich in der Diagnose zwischen zwei derartigen Krankheiten irrte? Ich erfasse das nicht.«

»Ich erfasse es«, sagte Doktor White. »Sie bekommen fünfundzwanzig Dollar extra im Monat.«

»Mein Herr!« rief ich warnend.

»Fünfundzwanzig Dollar, nicht einen Cent mehr.«

»Mein Herr, ich verstehe nicht, wie Sie …«

» Well, vierzig; aber ich will tot zu Boden fallen, wenn ich mehr gebe!«

»Mein Herr«, sagte ich, und fixierte den Schurken, »unter der Voraussetzung, daß ich einen Vorschlag, der meinem medizinischen Gewissen in solchem Grade widerstrebt, annehmen würde, wäre ich, das bitte ich Sie zu erwägen, nicht Ihr Assistent, sondern Ihr Kompagnon. Und seinem Kompagnon hundertfünfzehn Dollar im Monat zu bezahlen, wenn man selbst dreitausend verdient, ist – doch genug! Ich will nichts mehr sagen! Es erregt mich zu sehr!«

»Sie sollten sich in den Senat wählen lassen«, sagte er. »Sie sind dazu geboren. Well, im Hinblick auf Ihr medizinisches Gewissen werde ich Ihnen hundertfünfzig Dollar geben. Aber bilden Sie sich ja nicht ein, daß Sie mehr erpressen können. Hundertfünfzig! Gemacht?«

Ich musterte ihn mit einem überlegenen Blick.

»Gemacht.«

Einige Tage darauf trat ich meine Tätigkeit als Doktor Whites Kompagnon an. Vorher hatten wir zusammen die Art meiner Ordination durchgenommen. Ich hatte in dem Monat, den ich bei ihm gewesen war, bei fünfhundert Ordinationen assistiert; ich kannte das Formular auswendig. Doktor White erklärte sich zufrieden und schärfte mir immer wieder ein, das Programm in keinem Punkt zu ändern. Ich selbst war ebenfalls zufrieden, denn jetzt, wo ich seine Praxis selbständig ausüben durfte, konnte es mir nicht schwer sein, den verbrecherischen Punkt zu entdecken. Und wenn ich ihn gefunden hatte, dann würden es nicht hundertfünfzig Dollar im Monat sein, die der Schurke mir bezahlen mußte, falls es ihm überhaupt gelang, mich zu bewegen, über seine Schuld zu schweigen.

Das gelobte ich mir selbst, und durch vierzehn Tage übte ich Doktor Whites Praxis aus, ohne um einen Cent klüger zu werden. Menschen kamen, ich sah sie an, ich stellte meine Diagnose, ich konstatierte so allmählich, daß sie an ventriculosis effetus litten, nicht, wie ich zuerst befürchtet hatte, an tetanus abstractus. Zwei Tage darauf kamen sie wieder, bleich wie die Laken, und sagten, ich hätte recht gehabt; ich verordnete ihnen Doktor Whites Pillen, und sie genasen. Das war alles. Was konnte ich da Doktor White drohen, der Polizei zu enthüllen? Nichts. Da, eines schönen Tages kam sie; ich verlor meine Stellung und kämpfte mein einziges amerikanisches Duell aus. Dio mio, dio mio!

Ach, sie war blond und schlank, wie die Frauen in diesem Lande sind, und unter ihren zwei feinen Augenbrauen hatte sie zwei Augen, schwarz und funkelnd, wie Italiens Himmel in den Winternächten. Ich führte sie in mein Ordinationszimmer und starrte sie an, ohne daß es mir gelang, mir einzureden, daß sie eine Frau wie tausend andere und überdies wahrscheinlich magenkrank war. Aber die Pflicht ging voran. Ich bat sie, Platz zu nehmen; ich fixierte sie durchdringend und sagte:

»Sie kommen wegen jenes blauen Schattens unter Ihren Augen.«

»Was sagen Sie?«

»Sie leiden an Schlaflosigkeit.«

»Nicht, daß ich wüßte.«

Ihre Augen wurden noch schwärzer und schwärzer, und ich schenkte ein Glas Wasser ein, bevor ich meine letzte Replik abfeuerte, die, welche Doktor Whites Opfer zu Boden zu strecken pflegte:

»Sie finden, mit einem Wort, das Leben interesselos. Ich …«, ich sah sie durchdringend an, und, ach, wie gerne! »Ich müßte mich sehr irren, wenn Sie nicht an tetanus abstractus leiden sollten.«

Sie sank in den Sessel zurück, und für einen Augenblick verschwand das Samtlicht aus ihren Augen. Dann brach sie in ein Lachen aus, klingend wie Gitarrespiel.

»Ach, so geht es zu?« sagte sie. »Aber Sie irren sich. Ich bin keine Patientin. Ich bin Modistin und bin hier mit einer Rechnung für Mistreß White. Ich habe geglaubt, Sie sind der Haushofmeister.«

Ich war so baff, daß ich das Wasser austrank, das ich für sie in Bereitschaft hatte. Ja, richtig, der Schurke hatte eine Frau, eine eiskalte, harte Frau, wie die Frauen in diesem entsetzlichen Lande werden, wenn sie verheiratet sind. Ich sah die junge Dame mit den schwarzen Augen träumerisch an und sagte:

»Ich bin nicht der Hausverwalter. Ich bin Doktor Whites Assistent, und mein Name …«

»Das ist egal. Wollen Sie mich zu Mistreß White führen?«

»Mein Fräulein«, stammelte ich, »Sie haben mich geblendet. Ich muß …«

»Hier durch?«

Ich war außer mir. Ich, der sonst im Umgang mit Damen so beherrscht bin, ich war wie verhext von dieser kleinen Modistin. Ich ergriff ihre Hand, ich versicherte ihr bei der Madonna und allen Heiligen, daß sie das Schönste sei, was ich in Amerika je gesehen hatte, das stimmte, und ich versuchte, sie zu küssen. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür zu Doktor Whites Ordinationszimmer und der Schurke erschien. Die kleine Modistin riß sich los und schrie laut, und das nächste, woran ich mich erinnere, ist, daß mich ein Fuß Doktor Whites Treppe hinabbeförderte; und eine Stimme, die Doktor White angehörte, rief:

»Hinaus, Sie Kerl! Sie tun den Patientinnen bei der Ordination schön? Sie wollen meine ganze Praxis zugrunde richten! Ich sollte Sie eigentlich bei der Polizei anzeigen! Aus meinen Diensten, und zeigen Sie sich nie mehr in meinem Hause!«

Ah, dio mio, das war ein Augenblick der Erniedrigung! Die Tür schlug mir vor der Nase zu, da stand ich, schäumend vor Wut, geteilt zwischen meinem Zorn gegen ihn und meiner Liebe zu ihr. Ich stand lange da, in der Hoffnung, daß sie sich zeigen würde, aber das geschah nicht. Vermutlich hatte der Schurke sie über die Küchentreppe hinausgelassen, wenn er nicht etwa die Gelegenheit benützt hatte, ihr unter seinem Dach schändliche Vorschläge zu machen. Schließlich ging ich nach Hause, in meine Wohnung, in einer Straße, die von Negern, Amerikanern und Pestbazillen wimmelte, und setzte mich hin, um über das Leben nachzudenken. Denn ich bin philosophisch veranlagt, und es ist meine Gewohnheit, in Augenblicken wie diesem das Unglück zu besiegen, indem ich von einer höheren Warte darauf hinabsehe. Aber diesmal wollte es mir nicht gelingen. Das Leben erschien mir immer verächtlicher, je länger ich darüber nachdachte. Da war ein Mann wie Doktor White, ein Schurke wie nur irgendeiner, und er übte sein schmähliches Gewerbe ungestraft aus, Monat für Monat, obgleich ich alles getan hatte, um ihm in die Karten zu sehen. Und hier war ich, ein italienischer Edelmann, landesflüchtig infolge des Unverstandes meines Vaterlandes, verdammt, hundertfünfzig Dollar im Monat im Dienste eines zweideutigen Fremdlings zu verdienen – und nun nicht einmal mehr soviel! Diavolone! Das Leben war sinnlos! Ich wurde innerlich immer erregter und erregter, während ich so über die Sinnlosigkeit des Lebens nachdachte – und plötzlich spürte ich zu meinem Staunen, wie sich mein Inneres aufbäumte. Dio mio, ja, mein Magen bäumte sich auf, wie um dem Schicksal seine Herausforderung ins Antlitz zu schleudern – alles drehte sich um mich im Kreise, mir war so übel, daß ich mich wieder auf dem Atlantischen Ozean glaubte, und matt, so matt, daß mir die Kraft gebrach, das Dasein zu verachten! Welche Nacht! Endlich kam der Morgen und mit ihm ein Lichtstrahl in das Dunkel.

Ja, denn gerade als der Tag graute, stand mit einemmal das Geheimnis des Schurken White klar vor mir. Ich war krank, und was waren meine Symptome? Schwindel, Mattigkeit und – hm – Unregelmäßigkeit in den Verdauungsorganen, ich hatte diese Litanei oft genug gehört. Ich hatte sie oft genug selbst wiederholt, um sie nicht zu vergessen. Ich litt an ventriculosis effetus. Aber wie hatte ich sie bekommen? Das erkannte ich ums Morgengrauen, nach dieser furchtbaren Nacht, aber ich wartete, bis es drei Uhr schlug und Doktor Whites Ordinationszeit vorbei war, dann machte ich mich auf, um mein Wissen zu verwerten. Dio mio, wie war ich matt! Meine Knie zitterten, als ich einen Revolver in einem Geschäft kaufte, und auch, als ich bei dem Schurken anläutete. Aber sie zitterten nicht vor Angst. Das schwöre ich, Signor!

Der Schurke selbst öffnete mir. Und als er mich sah, hob er den Fuß, um mich wieder die Treppe hinabzubefördern. Aber ich hob die Hand, in der ich meinen eben gekauften Revolver hielt, und dieser Anblick genügte, damit dem Schurken die Beine einknickten.

»Ein Wort mit Ihnen, Doktor White«, sagte ich. »Gehen Sie in Ihr Ordinationszimmer!«

Wir gingen in sein Ordinationszimmer, er mit erhobenen Händen und ich mit erhobenem Revolver.

»Geld?« sagte er. »Verfluchter italienischer Frauenverführer, wollen Sie Geld haben?«

»Etwas anderes«, sagte ich. »Die Wahrheit, Sie amerikanischer Schurke. Wollen Sie dort von dem Wandbrett ein Glas nehmen, ein großes Glas, keine Unvorsichtigkeiten! Ich habe in Italien fünf Männer im Duell zu Boden gestreckt, darunter meinen geliebten Lehrer Professor Portughese in Neapel.«

Das war richtig. Professor Portughese, der mich im Gebrauch der Waffen unterwies, und ich waren in einen Wortwechsel über eine Kartenkunst geraten, die ich bei meinem anderen Lehrer, Professor Bonacchi, gelernt hatte. Meine Natur ist feurig, und ich hatte Professor Portughese angeschossen. Aber unerheblich. Doktor White nahm das Glas, ohne etwas zu sagen.

»Wollen Sie jetzt«, sagte ich, »es dort aus dem Behälter anfüllen, ja, gerade dem, aus dem Sie den Damen Wasser geben, wenn sie im Begriff sind, ohnmächtig zu werden, nachdem Sie ihnen gesagt haben, daß sie an tetanus abstractus leiden. Wenn Sie den Geschmack dieses Wassers nicht goutieren – ich sehe Ihnen an, daß Sie ihn nicht goutieren –, so können Sie ja das Glas aus der Kognakflasche dort drüben füllen, ja, gerade aus jener Flasche, aus der Sie den Herren Kognak geben, nachdem Sie ihnen den Magen ausgepumpt haben. So! Keine Unvorsichtigkeiten! Ihr Spiel ist aus. Begreifen Sie das?«

Nie, nein, nie habe ich Augen gesehen, wie die des Schurken in diesem Moment. Es waren die Augen der Klapperschlange, wenn sie mit aus dem Rachen gereckter Zunge gerade zuschnappen will. Endlich bewegte sich Doktor Whites Zunge und er zischte:

»Ich verstehe. Wieviel wollen Sie haben?«

»Mein Gewissen«, sagte ich.

»O weh! Zweihundert Dollar?«

»Mein medizinisches und mein moralisches Gewissen«, sagte ich, »sind im gleichen Grade darüber verletzt, daß ich Ihnen unfreiwillig bei Ihren Schurkenstreichen geholfen habe. Ich kann nicht …«

»Dreihundert?«

»Ich kann nicht weniger annehmen als Ihre gesamte Barschaft.«

»Dann sind Sie zufrieden?«

»Ja.«

Der Schurke gab seine Brieftasche her. Ich beobachtete genau, ob er nicht irgendwelche verdächtigen Bewegungen machte. Er hatte achthundert Dollar bei sich. Als sie in meiner Tasche lagen, sagte ich wieder:

» Hands up!«

Er sprang mit einem Ausdruck auf, gegen den sein Ausdruck vorhin ein Nichts war.

»Sie sagten doch, Sie würden zufrieden sein, wenn Sie meine Barschaft bekommen?« zischte er.

»Ich bin zufrieden, ökonomisch betrachtet. Aber etwas anderes wäre noch zu erledigen. Sie haben mich gestern auf das blutigste beleidigt.«

»Ich habe Sie die Treppe hinuntergeworfen. Ich werde das tun, so oft Sie wiederkommen. Sie oder Ihre Leiche. Nicht immer gehe ich ohne Revolver herum.«

»Es freut mich, das zu hören«, sagte ich. »Wenn Sie ein Gentleman wären, hätten wir uns also mit Revolvern duellieren können. Aber das sind Sie nicht. Darum werden wir uns auf amerikanische Weise duellieren.«

»Auf amerikanische Weise?« Die Augen des Schurken brannten. »Gedenken Sie mich zu vergiften?«

»Das stelle ich dem Zufall anheim. Sie brauchen das Wasser und den Kognak nicht zu trinken, mit dem Sie Ihre Patienten vergiftet und ihnen ventriculosis effetus eingeimpft haben. Dafür werden Sie und ich eine Schachtel Ihrer Pillen essen.«

»Eine Schachtel meiner Pillen essen? Was meinen Sie?«

»Wir werden eine Schachtel der Pillen essen, die Sie Ihren Patienten verordnet haben. Während meiner Praxis bei Ihnen bemerkte ich, daß Ihre Patienten allerdings durch Pillen kuriert wurden, aber nie durch die Schachtel, die mit Nummer eins bezeichnet war, die erste, die Sie ihnen gaben. Solange Sie die Pillen aus dieser nahmen, kamen Rezidiven. Wenn ich nicht irre, sind gewisse Pillen in dieser Schachtel vergiftet, so wie das Wasser in dem Behälter und der Kognak in der Flasche, und rufen ventriculosis effetus hervor, während andere in der entgegengesetzten Weise wirken. Dem Aussehen nach sind sie ganz gleich, das weiß ich. Wollen Sie die Schachtel, die ich dort sehe, herunternehmen und die Pillen auf den Tisch schütten, dann teilen wir sie in zwei gleiche Teile und beginnen sofort das Duell.«

Ich brauchte den Schurken nicht lange anzusehen, um zu erkennen, daß ich richtig geraten hatte, und daß er sich am liebsten geweigert hätte. Aber die Furcht vor meinem Revolver war zu stark, und letzten Endes konnte er nichts einwenden. Es war ja ein Duell, wie eben die Duelle in diesem furchtbaren Lande sind.

Wir begannen von den Pillen zu essen, die süß waren und die Kehle austrockneten. Mehrmals sahen wir nach dem Wasserbehälter, aber wir hüteten uns wohl, seinen Inhalt zu berühren. Endlich waren die Pillen verschluckt und wir betrachteten uns gegenseitig. Wer hatte die giftigen bekommen?

.

Ich wollte nicht bei Doktor White sitzenbleiben, um mich davon zu überzeugen. War ich derjenige, der sie bekommen hatte, und überfiel mich plötzlich ein Schwindel, dann waren sowohl meine achthundert Dollar wie meine Tage gezählt. Ich ging rücklings zur Tür, um den Schurken nicht aus den Augen zu lassen. Ich war noch matt von meiner Krankheit in der Nacht; plötzlich fühlte ich, wie etwas sich um meinen Hals schlang. Es war wie eine Schlange, eine kalte Klapperschlange; bald wußte ich, was es war. Es war der Schlauch, mit dem der Schurke seine Patienten auspumpte. Er hing von einem Stativ herab, und er hatte sich um meinen Hals geringelt. Ich machte eine Bewegung, um mich zu befreien. Ich stolperte, der Revolver fiel mir aus der Hand, und im selben Augenblick war der Schurke auch schon über mir. Mit einem Lächeln, das keine Klapperschlange der Welt hätte nachmachen können, begann er den Schlauch zuzuziehen. Ich rang nach Luft, ich spannte die Halsmuskeln an, aber ich fühlte, wie der würgende Schlauch sich unerbittlich Millimeter für Millimeter in mein Fleisch eingrub. Es war mir unmöglich, den Schurken mit den Händen zu erreichen, denn er hielt sich hinter mir. Sekunde um Sekunde verging; ich hatte das Gefühl, als verginge Stunde um Stunde, und soweit es mein Denken zuließ, empfahl ich meine Seele der Madonna. Plötzlich lockerte sich der Griff. Ich bekam ein Zehntel Mundvoll Luft. Das war genug. Mit einer heftigen Bewegung drehte ich mich herum, gerade zur rechten Zeit, um zu sehen, wie Doktor White den Schlauch losließ und auf dem Boden zusammenfiel, sich in Qualen windend. Die Strafe hatte ihn ereilt; er hatte die giftigen Pillen gegessen, vielleicht ein Dutzend. Die übrigen Pillen hatten nicht genügt, um dem Gift entgegenzuwirken. Und während eine dieser Pillen nur Schwindel und Schmerzen hervorrief, waren ein Dutzend genug, um wie eine Cholerainfektion zu wirken. Da lag der Elende, ein Opfer der Krankheit, die er bei so vielen anderen hervorgerufen hatte. Ich warf ihm einen vernichtenden Blick zu und ging, ohne etwas zu sagen. Die Vorsehung hatte zwischen uns entschieden. Zwei Tage darauf war Mistreß White Witwe.«

Graf Origoni verstummte und trank mit einem majestätischen Blick den Rest unserer Flasche aus. Die Wirtin kam aus der Taverne, mißtrauisch, weil wir so lange da gesessen hatten. Ich bezahlte, und wir gingen über den Serpentinenweg nach Hause, nach Monte Carlo.

Am nächsten Tag traf ich meinen ungarischen Freund, den Abenteurerhauptmann Grafen Borgacz, und erzählte ihm Graf Origonis seltsame Geschichte. Graf Borgacz, der gegen alle Kollegen im Abenteurerfach mißtrauisch war, lächelte skeptisch und schüttelte den Kopf.

»Ja, aber die Narbe am Hals, Graf«, sagte ich.

»Die Narbe! Ach was! Ich werd' Ihnen was sagen«, flüsterte Graf Borgacz und beugte sich mit einem listigen Lächeln näher zu mir, »Die haben drüben in Amerika versucht, ihn zu hängen, und der Strick ist gerissen!«

.


 << zurück weiter >>