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Frank Heller

Von schwedischen Schriftstellern haben im Laufe der letzten Jahrzehnte nur wenige Autoren jene Verbreitung und eine solche Lesergemeinde innerhalb Deutschlands gefunden, wie Frank Heller. Er verstand es meisterhaft, die Spannung des Abenteuers mit dem faszinierenden Funkeln eines überlegenen, satirisch glitzernden Humors zu vereinen. Dazu gesellte sich die Brillanz und Flüssigkeit eines Stiles, der in seiner Art unübertrefflich war und speziell in den kürzeren Arbeiten literarische Kunstwerke gestaltete. Erst die Sucht des Publikums nach krasseren und roheren Effekten (und der Tod des Verfassers) hat seine Bücher unter der Flut der Nachkriegsproduktion verschwinden lassen. Daß dadurch der deutschen Lesergemeinde ein Vergnügen besonderer Art entzogen wird, können die nachfolgenden satirischen Skizzen erweisen.

Frank Heller war gebürtiger Schwede. Einen großen Teil seines Lebens hat er in anderen Ländern – in Frankreich, Deutschland, Italien – verbracht. Er hat nach den ersten Erfolgen seines Buches über »Die Hauptstadt des Hazard« viele Bücher geschrieben und nicht alle konnten naturgemäß das gleiche Spitzenniveau erreichen. Dort jedoch, wo letzteres der Fall war, weisen seine Romane und Novellen alle Vorzüge des schwedischen Schrifttums auf; eine subtile Erzählerkunst, hinter deren gleichsam transparentem Geschehen die Lichter und Schatten erscheinen, die hinter den realen Dingen stehen. Seine Schilderungen sind von liebevoller Bildhaftigkeit und erinnern manchmal sogar – so paradox dies in Anbetracht der entgegengesetzten Richtung scheinen mag – etwas an Andersens Erzählerkunst. Dazu gesellt sich des Verfassers besondere Art: eine mit gallischem Esprit gewürzte Ironie, die nichts und niemanden ernst nimmt, mag es sich nun um Ereignisse und Figuren der Weltgeschichte oder der eigenen Geschichten handeln.


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