Johann Wolfgang Goethe
Briefwechsel mit seiner Frau. Band 1
Johann Wolfgang Goethe

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1794

37. Goethe

Wörlitz, Mittwoch den 30. Juli 1794.

Wir haben hier schöne Tage und mancherlei Vergnügen gehabt, morgen gehen wir nach Dessau, wo der Kattun wird gekauft werden, und ich schreibe diesen Brief, weil ich Herteln das Packet mitgeben will, das Du Sonntags haben kannst, denn die Herzogin geht FreitagÜber gestrichenem Sonnabends von Dessau ab. Laß Dir gleich ein Hauskleid machen, damit mein Kind geputzt ist, wenn ich wiederkomme.

Sonnabends geh ich mit dem Herzog nach Dresden. Von da schreibe ich Dir, wie mir es weiter geht. Befinde Dich recht wohl, grüße den Kleinen und mache, daß alles recht hübsch sei, wenn ich wiederkomme. Es ist nichts Bessers als sich lieb haben. Adieu.

G.

 

Dessau, Freitag, den 1. August 1794.

Das Packet wurde nicht fertig, und so konnt es Hertel nicht mitnehmen; es geht mit der Post, und Du wirst es zu Deinem Geburtstage erhalten, zu dem ich Dir Glück wünsche. Auch ein paar Halstücher sind dabei, ohne die konnte es wohl nicht abgehen. Lebe wohl. Liebe mich. Küsse den Kleinen.

G.

 

38. Goethe

Sonnabends, den 10. August 1794, Dresden.

Morgen, mein liebes Kind, gehen wir von hier wieder ab, nachdem ich recht angenehme acht Tage hier zugebracht und meist mit Meyern verlebt habe. Wir gehen wieder auf Dessau, und es kann wohl noch 14 Tage währen, bis ich Dich wiedersehe. Wende die Zeit an, daß so viel möglich alles in Ordnung kommt. Den Kattun und die Halstücher wirst Du erhalten haben und schon geputzt sein. Grüße und küsse den Kleinen. Meyer grüßt Dich und hat Dir ein recht artig Bildchen gemalt, das ich mitbringe. Schreibe mir nicht, denn ich weiß nicht, wo mich Dein Brief treffen könnte. Wenn wir zusammenkommen, soll es wieder gute Zeit werden. Lebe wohl. Liebe mich.

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