James Fenimore Cooper
Die Monikins
James Fenimore Cooper

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Sechzehntes Kapitel.

Glück; – der beste Anhalt in der Staatsgesellschaft; – das Ergebniß vieler Erfahrung und – das Ende.

Ein Tag, zwei Monate nachher, traf mich im Pfarrhaus zu Tenthpig als den glücklichsten Mann in England; das Jahr war bis zur Mitte Juli's vorgerückt, und die Gebüsche am Bogenfenster von meines Schwiegervaters Bibliothek waren in voller Grüne. Die Pflanze besonders, deren Blüthen das Erröthen von Annens Wange so gut nachgeahmt, prangte in der üppigen Fülle der erneuten Fruchtbarkeit, und ihre Gerüche stahlen sich leise über die Sinne meiner jungen Frau und die meinigen hin, als wir allein dasaßen, im Genuß der heiligen Stille eines schönen Sommermorgens, im Genuß jenes köstlichen Glücks, wie es sich über die ersten Monate eines Paars verbreitet, wo die Herzen sich gefunden.

Anna saß so nahe dem Fenster, daß die Tinten des Rosenbusches an ihrem fleckenlosen Gewande widerstrahlten und ihrer ganzen Gestalt den reizenden Anstrich dessen gaben, was die Dichter eine erröthende Braut nennen. Das ruhige Licht hatte ein ganzes Labyrinth von Anmuth zu durchdringen, ehe es auf ihre heitern Züge fiel, in denen jeder zarte Ausdruck von Glück sprach, doch, wenn es nicht ein Widerspruch wäre, nicht ganz ohne die Schatten der Befürchtung. Nie war sie lieblicher, ich hatte sie nie so hingebend und zärtlich gefunden, als in dieser halben Stunde; wir hatten ohne Rückhalt von der Vergangenheit gesprochen, und Anna eben so getreu die ausserordentliche Pein beschrieben, womit sie dem guten Geistlichen nachgegeben und den Brief geschrieben, der mich so gänzlich niedergeworfen hatte.

»Ich hätte dich besser kennen sollen, Liebe, dich einer solchen Handlung fähig zu halten,« erwiederte ich auf eine ihrer ernsten Versicherungen von Betrübniß und blickte ihr gütig in jene Augen, die eben so sehr die Heitre als die Farbe des Himmels haben. »Du warst noch nie so ungütig gegen Jemand, der dich beleidigte, viel weniger konntest du diese Grausamkeit gegen Einen, den du achtetest, mit Willen ersinnen.«

Anna konnte sich nicht länger halten, ihre Wangen benetzten sich wieder von den gewöhnlichen Zeichen des Gefühls bei ihrem Geschlecht. Dann, lächelnd mitten in diesem kleinen Ausbrechen ihrer weiblichen Empfindlichkeit, ward ihr Antlitz plötzlich freudig und strahlend.

»Dieser Brief auch sollte nicht ganz verworfen werden, Jack; wäre er nicht geschrieben worden, so hättest du nie Springhoch und Springniedrig besucht, noch einen von den wunderbaren Auftritten gesehen, die hier erzählt werden.«

Das theure Wesen legte seine Hand auf eine Manuskript-Rolle, die sie mir eben, nachdem sie sie durchlesen, zurückgegeben; zugleich erröthete ihr Antlitz in der Weise, wie lebhafte und vorübergehende Gefühle aus den Mienen der Unschuldigen und Unverstellten wiederstrahlen, und ihr Lächeln war erzwungen und traurig.

Ich fuhr mir mit der Hand über die Stirn; denn so oft von dieser Sache zwischen uns die Rede ist, fühle ich immer, daß etwas Dunkles und Nebelhaftes in und um den Sitz des Denkens liegt. Doch war ich nicht unwillig; ich wußte, ein Herz, das so wahr liebte, würde nicht gern Schmerzen verursachen, eine gewöhnlich so Gütige und Bedachte würde keine Sylbe aussprechen, von der sie vernünftiger Weise denken könnte, sie würde ernstlich mißfallen.

»Wärst du bei mir gewesen, Liebe, ich würde mich immer dieser Reise als des angenehmsten Ereignisses meines Lebens erinnern; denn während sie ihre Augenblicke der Gefahr und Unannehmlichkeit hatte, hatte sie auch deren voll der höchsten Lust.«

»Du wirst es nie weit in politischen Sprüngen treiben, Jack.«

»Vielleicht nicht, aber hier ist ein Dokument, das es weniger nöthig macht, als früher.«

Ich warf ihr ein Packet zu, das ich an jenem Morgen durch einen besondern Boten aus der Stadt erhalten, von dessen Inhalt ich aber noch nicht gesprochen. Anna war eine noch zu junge Frau, um es ohne einen freudigen Blick zu eröffnen; als sie über seinen Inhalt hinfuhr, ersah sie, daß ich zum Pair unter dem Namen Vicomte von Householder erhoben worden. Der Kauf von drei neuen Flecken und der Einfluß meines alten Freundes Lord Pledge hatte Alles zu Wege gebracht.

Das süße Mädchen schien erfreut; denn es liegt wohl in der weiblichen Natur, gern eine Vicomtesse sein zu wollen; doch, sich mir in die Arme werfend, versicherte sie, sie freue sich über meine Erhebung und nicht über die ihrige.

»Ich war dir diese Bemühung schuldig, Anna, als ein Anerkenntniß deiner Treue und Uneigennützigkeit in der Sache mit Lord Mac Dee.«

»Und doch, Jack, hatte er weder hervorstehende Backenknochen, noch rothes Haar, und sein Accent war so, daß er einem weniger launenhaften Mädchen, als ich war, hätte gefallen mögen.«

Dies wurde lachend und scherzend gesagt, aber doch so, um mir fühlbar zu machen, wie leicht Narrheit mich meines Glücks beraubt hätte, wenn das Herz, das ich so sehr schätzte, weniger einfach und rein gewesen. Ich zog das theure Wesen an meinen Busen, als fürchte ich, mein Nebenbuhler möge mir jetzt noch ihren Besitz rauben. Anna sah auf, durch Thränen lächelnd, und bemühte sich, ruhig zu sein; sie sagte mit so gedämpfter Stimme, daß man sah, für wie zart sie den Gegenstand hielt:

»Wir wollen selten von dieser Reise sprechen, lieber John, und nur an die lange und dunkle Reise zu denken suchen, die noch vor uns ist. Wir wollen jedoch davon sprechen; denn zwischen uns sollte nichts gänzlich verheimlicht werden.«

Ich küßte ihre heitern feuchten Augen, und wiederholte, was sie eben gesagt, Sylbe für Sylbe. Anna hat ihre Worte nicht vergessen; denn selten wirklich hat sie das Vergangne berührt, und dann öfter um von ihrem Gram zu sprechen, als über meine eignen Gefühle. Aber während der Gegenstand meiner Reise in das Monikins-Land gewisser Maßen ein verbotner zwischen mir und meinem Weibe ist, besteht keine solche Beschränkung zwischen mir und andern Leuten. Der Leser könnte daher gern wissen wollen, welche Wirkung dieses außerordentliche Abenteuer nach einem Zeitraum von zehn Jahren auf meinen Geist zurückgelassen.

Es sind Augenblicke gewesen, wo mir das Ganze als ein Traum erschienen; aber wenn ich zurückblicke und ihn mit andern Auftritten vergleiche, wo ich handelnde Person gewesen, kann ich nicht einsehen, daß diese nicht ganz ebenso unauslöschlich meinem Gedächtniß eingeprägt wären, als jene. Die Thatsachen selbst sind ferner so sehr dem ähnlich, was ich täglich um mich erblicke, daß ich zum Schluß gekommen, ich sei wirklich auf die erzählte Reise nach Springhoch gegangen, und während des vorübergehenden Wahnsinns eines Fiebers zurückgebracht worden. Ich glaube daher, es gibt so Länder wie Springhoch und Springniedrig, und nach langem Denken bin ich der Meinung, daß im Allgemeinen dem Monikins-Charakter Gerechtigkeit widerfahren ist.

Das Ergebniß vielen Nachdenkens über das, wovon ich Zeuge gewesen, sind tausend wesentliche Aenderungen in meinen Ansichten, selbst manches gänzliche Aufgeben von Begriffen, in denen ich, so zu sagen, erzogen und geboren worden. Um dem Leser so wenig Zeit, wie möglich, wegzunehmen, will ich eine Summa meiner Schlüsse hier hersetzen und dann mit vielem Dank, daß er gelesen, was ich geschrieben, von ihm Abschied nehmen. Ehe ich jedoch meine Aufgabe auf diese Weise beschließe, muß ich wohl noch etwas über einen und den andern meiner Reisegefährten hinzufügen.

Ich konnte nie recht mit mir einig werden, ob wir wirklich den Brigadier Geradaus aufaßen oder nicht; das Fleisch war so schmackhaft, und es schmeckte so gut nach einer Woche philosophischer Betrachtungen über Nüssen, die Rückerinnerung an die Lust daran ist noch so lebhaft, daß ich zu glauben geneigt bin, nichts als ein gutes solides Essen könnte so lebhafte Eindrücke zurückgelassen haben. Ich habe mir manche traurige Gedanken darüber gemacht, besonders im November; da ich aber sah, daß die Menschen beständig einander auf eine oder die andre Weise aufzehren, suche ich mich zu trösten und mich zu überreden, der kleine Unterschied in der Gattung könnte mich wohl von der Beschuldigung des Kannibalismus freisprechen.

Ich bekomme oft Briefe von Kapitän Poke; er spricht zwar nicht viel von unsrer Reise, aber doch hab' ich beschlossen, das kleine Schiff müsse nach unserm Wallroß gebaut und nach ihm benannt worden sein; statt daß umgekehrt unser eignes nach dem Modell von diesem ausgeführt worden sein soll. Ich behalte daher dieses, um es meinen Freunden als einen Beweis von der Wahrheit dessen, was ich ihnen sage, zu zeigen, da ich die Wichtigkeit sichtbarer Zeichen für gewöhnliche Gemüther kenne.

Von Bob und den andern Schiffsleuten hörte ich nie mehr etwas. Der Erstre blieb wahrscheinlich Püffen und Stößen ausgesetzt, bis Jahre und Erfahrung ihn in den Stand setzten, das Ding herumzudrehen, wo dann, wie dies gewöhnlich bei Christenleuten der Fall ist, er mit um so größerm Eifer das Amt eines Puffers und Stößers übernahm, wie er selbst früher tüchtig davon gelitten hatte.

Um zu schließen, so führen meine Abenteuer und Beobachtungen zu folgenden Folgerungen, nämlich:

Jedermann liebt die Freiheit um seinetwillen, sehr Wenige um Andrer willen.

Moralische Sprünge sind sehr nöthig zum Erfolg in der Politik zu Springniedrig und sehr wahrscheinlich auch an vielen andern Orten.

Civilisation ist ein sehr vager Begriff; bedeutet etwas Andres in Frankreich, etwas Andres in Springhoch, etwas Andres in Dorsetshire.

Es besteht kein großer Unterschied zwischen Beweggründen in Polargegenden und Beweggründen überall wo anders.

Wahrheit ist ein relativer und lokaler Begriff, von Umständen sehr abhängig, besonders auch vom Klima und den verschiedenen Staatsansichten.

Keine menschliche Weisheit ist so auserlesen und fehlerlos, daß sie nicht den Keim ihrer eignen Widerlegung in sich trägt.

Unter allen »atie's und isie's« (Aristokratie und Demokratie mit inbegriffen) ist die Hypokrisie die verbreitetste.

Wer in den Klauen des Gesetzes ist, kann sich glücklich preisen, mit dem Verlust seines Schweifs davon zu kommen.

Freiheit ist ein verdrehbarer Begriff, bedeutet ausschließliche Privilegien in einem Land, keine Privilegien in einem andern, und einschließliche Privilegien in allen.

Religion ist ein Paradoxon; Selbstverleugnung und Demuth stellt sie in direktem Widerspruch mit eines jeden Sinnlichkeit als Grundsätze hin.

Kraniologie und Kaudologie sind verschwisterte Wissenschaften, die eine so erweislich wie die andre.

Philosophie, gesunde Grundsätze und Tugend sind etwas Herrliches; aber sie sind nur Sklaven des Magens, da man gewöhnlich lieber den beßten Freund verzehrt, als stirbt.

Große und kleine Räder sind einer Republik so nöthig wie einer Postchaise; was die einen an Peripherie gewinnen, ersetzen die andern durch schnelle Bewegung.

Etwas Andres ist's, einen König zu haben, etwas Andres einen Thron, und noch etwas Andres keins von beiden.

Schlüsse aus besondern Mißbräuchen sind keine Schlüsse gegen allgemeine Nützlichkeit.

In England müssen wir Scheuleder für die Pferde haben, um nicht den Hals zu brechen; in Deutschland lassen wir dem Thier den Gebrauch seiner Augen; in Neapel geht es selbst ohne Zaum.

Das eben Gesagte gilt auch von den Menschen in den drei genannten Ländern.

Verdunklungen der Wahrheit sind ganz so sicher wie die Nordscheine und eben so leicht zu erklären.

Leute, die nicht vor der Gefahr und Mühe zurückbeben, in das Polarbecken vorzudringen, entsetzen sich vor der Gefahr, nach ihrer Einsicht zu handeln, und begeben sich, wie Kapitän Poke, unter die Leitung eines politischen Flügelmanns.

Alle unsre Weisheit kann uns vor Täuschung nicht schützen, der Eine überlistet uns durch Wendungen und Purzelbäume, der Andre durch Zuthaten zu seinem Schweif.

Die Menschen sind nicht sehr genau in Hinsicht der Gott schuldigen Demuth, hängen aber so sehr an ihren eignen Vorrechten in dieser Hinsicht, daß sie auf höfliche Schelme mehr vertrauen, als offene Redlichkeit.

Wer gehörig das Vorhergehende würdigt, wird ein Volksfreund und das Salz der Erde, ja der patriotischste Patriot.

Das ist gut, daß Alles im Himmel recht wird; denn zu viel geht auf der Erde unrecht.

Das sociale Anhaltpunktsystem hat etwas unterscheidend Gutes: während die Eigentümer ihre Interessen in Bewegung setzen, müssen die ihrer Mitbürger folgen, wie wohl vielleicht etwas verdunkelt durch den durch die Anführer aufgeregten Staub.

Wer eine Anna hat, hat den beßten Anhalt in der menschlichen Gesellschaft, und noch besser ist, wenn er auch andre Schätze hat.

Geld reinigt gewöhnlich den Geist, wie Wein den Durst löscht, und deßwegen müssen wir alle unsre Angelegenheiten denen überlassen, die am meisten besitzen.

Andre betrachten uns selten so, wie wir uns selbst; Beweis die Art, wie Dr. Raisono mich aus seinem Wohlthäter zu Bob's Reisebegleiter machte.

Ehrenstellen gefallen dem Niedrigsten; Beweis Noah's Freude, als er Lord Oberadmiral wurde.

Keinen besseren Trieb zur Menschlichkeit gibt's, als viel Geld zu ihrer Beförderung zugeschossen zu haben.

Mag auch der Geist auf etwas sehr Ungehöriges und Schlechtes verfallen sein, er wird immer einen Beweggrund zu seiner Rechtfertigung aufsuchen; Wenige überlassen sich so sehr einer herrschenden Leidenschaft, ohne sich und Andre zu täuschen zu suchen.

Akademien befördern gute Kameradschaft in der Wissenschaft, und diese promovirt Narren und Pinsel.

Ein politisches Welgerholz obwohl gut, um Rechte und Vorrechte gleichzumachen, taugt doch nichts, um Häuser, Tempel und Andres gleich zu halten.

Das System, durch Stellvertretung zu herrschen, ist verbreiteter, als man gewöhnlich meint; in einem Land wendet's der König, im andern das Volk an.

Nichts kann einen Menschen so sehr in einen Schweif vernarrt machen, als wenn man Allen einen gibt und ihn davon besonders ausschließt.

Die vollkommne Stärke einer Nation besteht darin, sich zu Haus abzustümpfen, während die auswärtigen Agenten auswärts sich große Schweife ziehen.

Namen sind nützlicher, als Sachen, werden allgemeiner verstanden, weniger bestritten, sind mehr gang und gäbe und nehmen weniger Raum ein.

Gesandte drehen das Innere des Throns nach aussen, Aristokraten ziehen den Purpurvorhang davor, und ein König sitzt darauf.

Die Natur hat Ungleichheit in Menschen und Dingen geschaffen, und da die menschlichen Institutionen den Starken abhalten sollen, den Schwachen zu unterdrücken, so sollten eben die Gesetze auch unnatürliche Ungleichheiten begünstigen.

Da ferner die Gesetze der Natur den Einen weise, den Andern thöricht, den stark, jenen schwach gemacht haben, so sollten die menschlichen Gesetze Alles umkehren, einen Andern weise und einen Andern dumm machen u.s.w. Auf diesen Schluß hin erlangte ich die Pairswürde.

Gottgleiche sind gemeiniglich Rathsherrn, Rathsherrn also bei vielen Leuten Gottgleiche.

Ob es gut sei, den Grund der Staatsgesellschaft auf das schmutzigste Ding, das in Gottes Offenbarung verworfen und von der Erfahrung unzureichend befunden, auf das Geld nämlich, aufzubauen, sollte doch wenigstens gefragt werden dürfen, ohne daß man gerade nothwendig wie ein Dieb behandelt würde.

Wir lernen selten Mäßigung unter politischer Aufregung, bevor nicht vierzigtausend Quadratmeilen Land unter unsern Füßen weggeblasen worden.

Es ist nicht gerade ein untrügliches Zeichen großer geistiger Bildung, seine Mitgeschöpfe mit Koth zu bewerfen, da sich doch jede Nase über Schweine, Katzen u.s.w. rümpft.

Auserlesene politische Weisheit wie auserlesene Schulen verbreiten sehr unsichre Kenntniß.

Das ganze Volk ist nicht infallibel, auch nicht ein Theil desselben. Liebe zu dem Nebenmenschen ist ein reines, göttliches Gefühl; aber Philanthropie, die daher kommt, daß man Land nach der Meile kauft und zollweise verkauft, ist ein übler Geruch in der Nase des Gerechten.

Wer von republikanischer Einfachheit ganz durchdrungen ist, zwängt sich immer in ein kleines Rad, um zu zeigen, wie klein er zur Noth werden kann.

Die Gewohnheit ist unüberwindlich; ein Eskimo zieht Wallfisch-Speck dem Beefsteak vor, einer von der Goldküste liebt seine Trommel mehr, als eine Musikbande, und viele meiner reisenden Landsleute sagten mir: »Grüß' mir den englischen Himmel.«

Eine Sache vernünftig abzumachen, ist mühsam, und zieht Spott zu; aber für eine Thatsache erst noch einen Grund auffinden, ist sehr natürlich, leicht, alltäglich und manch Mal nöthig.

Was die Leute für ihren eignen Vortheil betheuern, werden sie auch beschwören, wenn auch die Sache so wenig eines Eid's bedürfte, als die, daß schwarz weiß ist.

National-Allegorie'n bestehen überall, der einzige Unterschied zwischen ihnen rührt von der mehr oder weniger reichen Einbildungskraft her.

Und endlich:

Die Menschen haben mehr von den Gewohnheiten, Neigungen, Anlagen, Sprüngen, Stellungen, Purzelbäumen, von der Dankbarkeit und Ehrlichkeit der Monikins, als man gemeiniglich annimmt.


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