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Am nächsten Morgen sandte die strahlende Maisonne Lichtfunken durch die Stäbe der heruntergelassenen Jalousien in Irmas Zimmer, und endlich gelang es ihr, das junge Mädchen aufzuwecken. Irma richtete sich auf und schaute umher in dem hübschen Gemach mit den hell bezogenen Möbeln und den weißen, mit blauen Schleifen aufgenommenen Gardinen. Sie rieb sich die Augen, nickte den Bildern ihrer Eltern und ihres Bruders, die auf dem Schreibtisch standen, einen Morgengruß zu und dann, ohne daß sie sich recht darauf besinnen konnte, fiel ihr ein, daß gestern abend etwas sehr Nettes passiert war. Ach ja, die Ankunft der amerikanischen Cousinen! Sie sah nach der Uhr und merkte mit Schrecken, daß es schon sehr spät war und sie die Zeit verschlafen hatte. Eilig sprang sie aus dem Bett und kleidete sich an.

Bei Großmama schadete das nichts, die machte kein böses Gesicht, wenn sie ein bißchen spät herunterkam, aber was würden die amerikanischen Cousinen denken? Irma war ein recht verwöhntes Kind, ein verzogenes Püppchen; da sie aber so liebenswürdig, sanft und herzlich war, ließ Großmutter Ilse ihr in ihren kleinen Liebhabereien und Neigungen, die sie nur noch bezaubernder machten, ihren freien Willen. Sie war nicht eitler als die meisten jungen Mädchen, obwohl sie wußte, daß sie ein reizendes Gesichtchen hatte, mit blauen Vergißmeinnichtaugen und einer Fülle krausen goldblonden Haares. Sie hielt sehr darauf, nett angezogen zu sein, und brauchte viel Zeit zur Toilette, aber das Resultat war dann auch stets ein so befriedigendes, daß die Großmutter, selbst wenn sie zuweilen über solche Zeitvergeudung schalt, sich heimlich gestehen mußte, daß das kleine Ding unwiderstehlich reizend aussah.

Denselben Gedanken hatten auch die amerikanischen Cousinen, als Irma nun endlich in einem blau und weiß gestreiften Morgenkleide sich zu ihnen gesellte, und der kleine Karl, der sich bereits im Zimmer seiner Schwestern befand, erklärte Irma für das schönste Mädchen, das er je gesehen.

»Dummer Junge!« rief sie lachend, aber geschmeichelt fühlte sie sich doch. »Was ist das mit euch?« fuhr sie fort, erstaunt erst die beiden Mädchen ansehend und dann im Zimmer umherblickend.

Maud und Agnes waren, wie Karl, bereits zum Ausgehen gerüstet, bis auf Hut und Handschuhe. Aber auch das Zimmer war schon völlig fertig, die Betten gemacht, die Waschtische in Ordnung gebracht, überall Staub gewischt, ja Agnes war beschäftigt, den Pflanzen, die auf dem Balkon standen, Wasser zu geben.

»Warum habt ihr das alles selbst besorgt?« fragte Irma verwundert.

»Das sind wir so gewöhnt.«

»Aber dazu sind doch die Dienstmädchen da.«

»Gewiß,« versetzte Maud, »doch wir lieben es nicht, uns bedienen zu lassen. Was wir selbst tun können, tun wir auch selber. Bei uns haben wir keine Bedienten in dem Sinne, wie ihr das versteht. Zu gewissen Arbeiten, die wir nicht verrichten können, kommen Leute stundenweise jeden Tag; dann gehen sie wieder. Sie werden fast als unsres Gleichen angesehen. Die Mutter erzählte uns, daß es hier ganz anders ist, aber so rasch können wir uns daran nicht gewöhnen.«

Großmutter Ilse erwartete das junge Volk im Eßzimmer, dessen weit offenstehende Glastüren in den Garten führten. Nach dem Frühstück wurde ein Tagesprogramm entworfen. Die Mädchen wollten sich am liebsten gleich nach einer passenden Wohnung umsehen. Sie ersuchten Großmama und Irma nachzudenken, welches Stadtviertel das geeignetste wäre, damit sie keine unnötigen Wege zu machen brauchten.

»Aber erst,« erklärte Maud, »muß ich zwei Briefe schreiben, oder besser, du, Agnes, schreibst den an unsre Eltern, das erspart Zeit. Den andern muß ich selbst erledigen.«

Sie wurde dabei rot, und Irma forschte lachend:

»Ist er so wichtig, daß du ihn nicht bis zum Nachmittag aufschieben kannst?«

»Ja,« versetzte Maud, »denn dieser Brief ist für meinen Verlobten bestimmt.«

Großmama und Irma machten erstaunte Gesichter.

»Du bist schon Braut, mein Kind?« fragte erstere. »Und davon erfuhr ich nichts. Das ist doch nicht auf der Reise zustande gekommen?« fügte sie hinzu, fürchtend, daß ihre Enkelin ohne Wissen der Eltern einen unüberlegten Schritt getan haben möchte.

»Nein, Großmama,« erwiderte Maud ruhig. »John und ich, wir sind schon fast ein Jahr verlobt. Er ist eine Waise, Vater und Mutter haben es vom ersten Tage an gewußt. Der Vater hielt es für besser, nicht darüber zu reden, denn es dauert noch ein Jahr, bis John fertig ist und wir heiraten können. Daher haben wir nichts davon in unseren Briefen erwähnt, aber ich wollte es dir natürlich gleich mitteilen.«

»And was ist dein Bräutigam?«

»Im Augenblick Heizer auf einer Lokomotive.«

»Was!« riefen Ilse und Irma, im höchsten Grade erstaunt, wie aus einem Munde.

»Heizer auf einer Lokomotive,« wiederholte das junge Mädchen mit größter Gemütsruhe.

»Ist er denn ein Arbeitsmann?« fragte Irma kleinlaut.

Maud fing an zu lachen.

»Hab' nur keine Angst. Mein John ist Ingenieur und wird übers Jahr zweiter Direktor einer großen Dampfmaschinenfabrik. Aber er muß auch praktisch lernen und daher dient er eine Zeitlang als einfacher Arbeiter.«

»Ein gewöhnlicher Heizer,« nahm Irma das Wort, und ihre blauen Augen wurden immer größer vor Verwunderung, »mit 'nem Arbeitskittel und schwarzem Gesicht und schmutzigen Händen?«

Maud ärgerte sich ein bißchen, Agnes aber brach in lustiges Gelächter aus.

»Was bist du doch für ein dummes Gänschen, Irma; wenn er sich gewaschen und umgezogen hat, sieht ihm niemand seine Beschäftigung an. John geht nicht in seinem Arbeitsrock in Gesellschaft.«

»Überdies,« fiel Maud ein, »ist ein Arbeiter bei uns gerade so gut ein Gentleman wie jeder andere, es kommt nur auf die Persönlichkeit an. Uns ist gelehrt, daß keine Arbeit schändet.«

»Da hast du ganz recht,« meinte Ilse, »aber du mußt es meiner kleinen Irma nicht übelnehmen, daß sie etwas erstaunt ist. Sind die Sitten und Gebräuche in Amerika auch anders, im Grunde genommen haben wir doch dieselben Ansichten. So willst du uns also bald wieder verlassen, Maud?«

»In einem Jahr kommt John, um mich zu holen, Großmama.«

»Und du, Agnes?«

»O, du behältst mich zunächst bei dir, vielleicht für immer; ich habe keinen Verlobten in Amerika.«

Die jungen Mädchen schrieben ihre Briefe, und dann gingen sie mit Irma auf Wohnungssuche. Ilse wollte nach einem Wagen schicken, Maud aber erklärte, sie fände es bequemer zu Fuß zu gehen, dann könnten sie sich besser umschauen. Die Großmama mußte den Gedanken, sie zu begleiten, aufgeben, denn sie fürchtete die Anstrengung, auch bedurften ihre energischen Enkelinnen ihres Rates nicht, denn sie wußten genau, was sie brauchten. So konnte sie ihnen die Sache getrost überlassen. Irma ging zum Vergnügen mit. Sie gesellte sich zu Agnes, während Maud und Karl vorauswanderten, und eifrig beratschlagten. Die deutsche Cousine wunderte sich immer mehr und mehr über den Takt, die Ruhe und Geschäftskenntnisse, welche die fremden jungen Mädchen an den Tag legten. Sie erkundigten sich nach allem, sprachen mit Hauseigentümern und Verwaltern, machten solche praktische Bemerkungen, daß sogar die Männer sie erstaunt betrachteten, und endlich glückte es ihnen, dicht vor der Stadt ein geräumiges, von einem hübschen Garten umgebenes Haus zu mieten. Maud schlug vor, der Besitzer solle noch denselben Abend mit dem Kontrakt zu Frau Gontrau kommen, da die Sache eile. Das Haus konnten sie sofort beziehen, es sah sehr gut erhalten aus und bedurfte nur geringer Reparaturen.

»Ich glaube, daß ich arg dumm bin,« sagte Irma seufzend, als sie, munter plaudernd, den Heimweg antraten. »Erst fand ich es sehr komisch, daß ihr allein herkamet und ein Haus für eure Eltern mieten solltet. Meinen Eltern würde es nie einfallen, mir einen solchen Auftrag zu geben. Ich würde es auch nicht können, denn noch nie in meinem Leben bin ich handelnd aufgetreten.«

»Dann wird es hohe Zeit,« fand Maud. »Wie alt bist du eigentlich, Irma?«

»Siebzehn.«

»Agnes ist achtzehn, und ich werde nächstens zwanzig.«

»O, du kommst mir wie dreißig vor,« rief Irma, »das heißt,« fuhr sie erschrocken fort, »nicht in deinem Äußern, denn mit dem hübschen kurzen Gelock siehst du wie sechzehn aus, aber in deinem Tun und Lassen. Du bist so schrecklich verständig, ganz wie eine Frau.«

»Das will ich meinen,« sagte Maud ruhig.

»Mach nur nicht so ein erschrecktes Gesicht, Irmachen,« nahm Agnes freundlich das Wort. »Du brauchst nicht handelnd aufzutreten; du bist gerade so ein liebes, hübsches, kleines Ding, das sein Leben lang verhätschelt und beschützt werden muß.«

»Das möchte ich auch. Mir ist so bange vor emanzipierten Frauen.«

Maud mußte lachen. »Wir sind nicht emanzipiert. Wir haben nur gelernt, uns wenn nötig selbst zu helfen und unabhängig und frei aufzutreten, wo es gerade angebracht ist.«

»Aber ich will nicht unabhängig auftreten,« beharrte Irma. »Wenn ich mal heirate, will ich von meinem Manne ganz abhängig sein, ihn als mir überlegen betrachten, als meinen Herrn und Gebieter; er aber muß mich verwöhnen, verhätscheln und in mir das kostbarste und schönste Wesen sehen, das ihm anvertraut ist. Er muß mich geradezu anbeten.«

»Das würde mir nicht genügen,« erwiderte Maud und ihre Mundwinkel zuckten verächtlich. »Ich will meinem Manne Gefährtin und Helferin sein, keine Puppe, kein Schmuckstück.«

Irma antwortete nichts, sie nahm den Arm ihrer jüngeren Cousine. Ohne recht zu wissen weshalb, fühlte sie sich mehr zu Agnes hingezogen – ob das kam, weil diese sie schon zweimal schön und unwiderstehlich genannt hatte? Sie gestand sich das selbst nicht ein, fand Maud auch sehr lieb, aber die war drei Jahre älter und – Braut. Da war es wohl natürlich, daß sie sich mit Agnes inniger befreundete.

Die Mädchen baten Großmutter Ilse, nach dem Mittagessen das Haus mit ihnen zu besehen, ehe es endgültig gemietet wurde. Onkel Heinz, der sich erkundigen wollte, ob die Reisenden gut geschlafen hätten, schloß sich ihnen an. Beide waren höchst befriedigt, Ilse, weil das Haus nur ein Viertelstündchen von ihrer Wohnung entfernt lag, und der Professor, weil die Zimmer so geräumig, hoch und luftig waren. In heiterer, fast ausgelassener Stimmung durchschritten und besichtigten sie sämtliche Räume, und die Mädchen erzählten schon, wie sie alles einrichten wollten, als Ilse plötzlich erschrocken ausrief:

»Aber Kinder, wann geht ihr denn zu eurer Tante Elisabeth?«

Der kleine Karl schnitt Irma ein Gesicht, daß sie losprustete, Agnes' sonniges Antlitz trübte sich und Maud sagte:

»Aber Großmama, dazu haben wir doch vor der Hand keine Zeit; es eilt auch nicht.«

»Doch, liebes Kind; sie ist die einzige Schwester deines Vaters.«

»Papa konnte Tante Elisabeth nie leiden; er machte sich nichts aus ihren Briefen,« ergänzte Karl.

»Und doch hat er sicher gesagt, daß ihr gleich nach eurer Ankunft sie besuchen sollt,« beharrte Ilse. »Was meinen Sie, Onkel Heinz?«

»Ach, was sollen die Kinder bei so 'ner langweiligen alten Jungfer?«

»Siehst du wohl, Großmama! Onkel Heinz muß es doch wissen,« riefen die Mädchen wie aus einem Munde.

»Nein, Onkel Heinz weiß es nicht,« erklärte Ilse bestimmt, dem Professor einen unzufriedenen Blick zuwerfend. »Denken Sie doch, wie einsam Tante Elisabeth ist! Seit dem Tode eurer Großmutter, der alten Frau Rosi Müller, lebt sie ganz allein. Nun sind die Kinder ihres einzigen Bruders aus Amerika gekommen, und es würde mehr als unartig und herzlos sein, wenn ihr sie nicht aufsuchen wolltet.«

»Großmama hat recht,« pflichtete Maud bei, »morgen früh wollen wir zu ihr gehen.«

»Ich geh' aber nicht mit,« rief Irma, »ich hab' keine Lust, getadelt zu werden wie ein kleines Kind. Jedesmal, wenn ich zu Fräulein Müller komme, muß ich anzügliche Bemerkungen hören, bald über meine Frisur, dann über meine Toilette, ja, einmal hat sie sich sogar herausgenommen mir zu sagen, daß du mich verziehst, Großmama.«

»Da hat sie aber vollkommen recht,« stimmte Ilse lachend zu. »Du wirst mitgehen, Irma, schon um deinen Cousinen den Weg zu zeigen.«

»Ja,« flüsterte Agnes, »komm nur mit, nachher lachen wir zusammen über die › old maid‹.«

Das Haus wurde gemietet, und während des ganzen übrigen Nachmittags und Abends stellten die Mädchen lange Listen von allem auf, was sie zur Einrichtung brauchten, denn sie wollten so bald wie möglich mit ihren Einkäufen beginnen. –

Pastor Adolf Müller war ungefähr sechs Jahre, nachdem sein Sohn Fritz sich mit Marianne Gontrau verheiratet hatte und nach San Franzisko gezogen war, gestorben. Rosi und ihre einzige Tochter Elisabeth hatten das freundliche Pfarrhaus verlassen müssen und waren nach einem andern Stadtteil übergesiedelt. Dort hatten sie eine Wohnung ganz nach ihrem Geschmack gefunden – ein düsteres, ziemlich großes Haus mit zwei Stockwerken, einem langen Korridor und einer Küche. Die dunkel tapezierten Zimmer wurden mit schweren, massiven Mahagonimöbeln ausgestattet. Rosi liebte helle Farben und neumodisches Mobiliar nicht, und Elisabeth teilte ihren Geschmack. Die Schränke, Tische und Stühle waren so glänzend poliert, daß ein Spiegel überflüssig schien, obgleich einer in schwarzem Rahmen über dem Kamin hing. Nirgends war ein Stäubchen zu entdecken, und alles stand fein säuberlich an der Wand in Reih und Glied, denn Rosi ärgerte sich über die verrückte Sitte, im Salon alles bunt durcheinander zu stellen. Die Kissen und gepolsterten Sitze der Sessel und Sophas waren mit riesigen gefältelten Schonern bedeckt, denn die beiden Damen, die wenig ausgingen, sich außer in der Kirche nie an öffentlichen Orten zeigten und selten Besuch bei sich sahen, beschäftigten sich vorzugsweise mit Handarbeiten. Durch die Heirat der Kinder wurde der Umgang mit der Familie Gontrau aufrecht erhalten, da aber auf beiden Seiten keine große Sympathie herrschte, nahm der Verkehr auch im Laufe der Jahre nicht zu. Rosi billigte es nicht, daß Ilses älteste Tochter Ruth einen Künstler geheiratet hatte, daß sie selbst Konzerte gab und viel mit Künstlern, ja sogar mit Schauspielern verkehrte. Leo und Ilse ertrugen Rosis beschränkte Ansichten um der Kinder willen, hüteten sich aber vor einem intimen Umgang.

Diese Umgebung war sicher nicht geeignet, um aus Elisabeth, die an sich schon ein steifes, zurückhaltendes Wesen besaß, ein fröhliches, liebenswürdiges Menschenkind zu machen. In ihrer Jugend hatte sie unter dem Druck gelebt, der seit Fritzens Flucht aus dem Elternhause jahrelang auf Rosi und Adolf lastete. Als später alles zum Guten ausschlug und Fritz als ein tüchtiger, vermögender self-made man aus der Fremde heimkehrte, galten alle Liebe, alle Aufmerksamkeiten ihm, und die bescheidene Elisabeth, die sich stets bemüht hatte, ihrer Mutter in strengster Pflichterfüllung nachzueifern, war ganz in den Hintergrund getreten. Der Pastor sah das wohl ein, er hatte aber nie viel zu sagen gehabt. Er bemühte sich, Rosi klar zu machen, daß sie Elisabeth in die Gesellschaft einführen müßten, damit sie ihre Jugend genießen könne. Rosi war nicht seiner Meinung; je stiller und unbeachteter ein junges Mädchen seinen Weg ging, desto besser. Ein ernster Mann wüßte es zu schätzen, wenn er ein Mädchen heiratete, das unbekannt und unbesprochen durch die Welt ging und dessen Tugenden im eignen Hause zur vollen Geltung kamen. Aber trotzdem erhielt Elisabeth nie einen Heiratsantrag. Anfangs war sie darüber unglücklich und beneidete ihre, in dieser Hinsicht bevorzugten Freundinnen.

Als die Jahre vergingen und die Aussichten immer mehr schwanden, wurde sie verbittert. Nachdem der Vater gestorben und sie mit der Mutter die düstere, kasernenartige Wohnung bezogen hatte, ergingen sich beide in lieblosen Gedanken und scharfen Äußerungen. Die eine verurteilte die Mütter, die alles daran setzten, ihren Töchtern einen Mann zu kapern, und die andre brach den Stab über die Mädchen, die den jungen Leuten nachliefen und dadurch ein Schandfleck ihres Geschlechtes wurden.

Solange die Mutter lebte, die mit ihr fühlte und für die sie sorgen konnte, verknöcherte Elisabeth noch nicht ganz, aber als sie nach ihrem Tode allein auf der Welt stand, wurde sie die unangenehme, bissige alte Jungfer, die sich für nichts interessierte als für die Sauberkeit und Ordnung in ihrem Haushalt, für einige Wohltätigkeitsbestrebungen, die mit echter Menschenliebe und Selbstverleugnung wenig zu schaffen hatten, für ihre Sammlung von Häkelmustern und für die Gesundheit ihrer Katze, ihres Kanarienvogels und ihres Hundes. Sie wurde geizig, mißtrauisch und klatschhaft; die Leute mieden und verlachten sie. Nur wenige hatten Mitleid mit ihr und sahen ein, daß sie wohl eine verrückte alte Jungfer, aber doch eigentlich ein beklagenswertes Geschöpf war, verdorben durch Erziehung und häusliche Verhältnisse. Ilse Gontrau, die selbst viel gelitten – erst durch Nellies Tod und dann vor allem durch den Verlust ihres geliebten Leo – urteilte milder und konnte es nicht leiden, wenn Elisabeth Müller von allen, besonders von den Männern und dem jungen Volke verspottet und lächerlich gemacht wurde. Sie sah in ihr eine arme Verlassene, an der das Glück mitleidslos vorübergegangen war. Wenn sie auch zugeben mußte, daß der Gegenstand ihres Mitleids höchst unsympathisch war; wenn sie auch für ihre guten Absichten stets unangenehme Redensarten zu hören bekam, sie blieb fest in ihren Bemühungen und gab sich daher auch jetzt erst zufrieden, als die Mädchen mit Karl sich am nächsten Morgen auf den Weg zu Tante Elisabeth machten.

»Brr!« sagte der kleine Junge, »was für 'ne Straße! Das ist ja rein zum Gruseln.«

»Dort wohnt die Tante, in dem Haus mit den Spionen und den grünen Rollläden,« belehrte Irma.

»Nicht verlockend,« meinte Maud. »Warum steht bei dem herrlichen Wetter nirgends ein Fenster auf?«

»Damit kein Staub hineinkommt.«

»Glaubst du, Irma, daß sie uns was Leckeres anbieten wird?« fragte Karl.

»Selbstverständlich. Aber wenn sie es tut, Kinder, nur nicht danken. Sie wagt gewiß nicht, es zu unterlassen, in der stillen Hoffnung, daß wir dankend ablehnen werden. Denn geizig ist sie!«

»So wird sie mir wohl keine Zigarre anbieten?«

»Kleiner Affe!« rief Irma lachend, »darf er denn rauchen, Agnes?«

»Nein, Papa hat's ihm streng verboten, trotzdem tut er es manchmal doch.«

»Still, nicht klatschen,« flüsterte Karl mit einem besorgten Blick auf Maud, die jedoch nicht acht gegeben hatte, sondern ihr ganzes Interesse der großen, dunkel gestrichenen Haustüre und den mit Rollläden und doppelten Vorhängen versehenen Fenstern widmete.

Sie zogen die Klingel und mußten lange warten. Endlich öffnete sich die Tür und ein bejahrtes Dienstmädchen mit sauren Mienen, in einem dunkelblauen Wollkleide mit kurzen Ärmeln und einer großen Leinenschürze, erschien in derselben.

»Ist Fräulein Müller zu Hause?« fragte Irma.

»Ja, gnädiges Fräulein,« lautete die Antwort mit einem keineswegs freundlichen Blick auf die kleine Gesellschaft.

»Nun, dann können wir wohl eintreten.«

»Nicht so rasch, bitte, ich weiß doch nicht, ob das Fräulein empfangen will.«

»Dann fragen Sie, aber so lange brauchen wir doch nicht hier auf der Matte zu stehen.«

»Wen soll ich melden?«

»Mich kennen Sie doch, Fräulein Irma von Holten? Und dann sagen Sie, daß die Nichten und der Neffe aus Amerika da sind.«

»So,« erwiderte die Magd mit einem mißtrauischen Blick auf die Fremdlinge. »Treten Sie unterdes nur ein, aber bitte die Füße gut abzuputzen, draußen ist es schmutzig.«

»Ach, so was, die Straße ist knochentrocken,« murmelte Irma, während sie den Cousinen und Karl voranging in den Salon.

»Was für ein freches Geschöpf,« sagte Agnes.

»Wart' nur, Kind, das ist erst das Vorspiel, die Herrin ist noch ganz anders. Aber findet ihr es hier nicht außerordentlich gemütlich?«

Maud und Karl prusteten los, während Agnes sich neugierig umschaute.

Es war ein großes Gemach, aber es roch dumpfig und feucht, als ob es lange nicht gelüftet worden wäre. Vor dem hohen, breiten Fenster, das auf einen Hof hinausging, hingen schwere, dunkle Übergardinen. Dunkel waren auch Tapeten und Möbel, die wie Soldaten in Reih und Glied an den Wänden standen. Das goldene Sonnenlicht, die fröhlichen Farben der ersten hellen Sommertage waren sorgfältig ausgesperrt; hier schien alles düster, winterlich, feucht und bedrückend.

Maud, Karl und Irma hatten jedes auf der Kante eines Stuhles Platz genommen, ohne den Mut zu finden, ihn auch nur ein wenig von der Wand zu rücken.

Niemand kam.

»Brr,« machte Irma, »hier bekommt man fast Lust, etwas ganz Tolles zu begehen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.«

»Weißt du, was hier das Hübscheste ist?« fragte Agnes, mit dem Fuß über den Boden gleitend.

»Nun?«

»Der Boden, das schönste Parkett kann nicht besser sein.«

In der Tat war der Linoleumteppich so glatt gebohnt, daß man bei jedem Schritt in Gefahr geriet, zu fallen.

»Herrlich zum Tanzen!« rief Irma, und plötzlich sprang sie auf, faßte Agnes um die Taille und walzte mit ihr durch das Zimmer.

»Haltet ein, das dürft ihr nicht,« bat Maud erschrocken, die beiden aber hörten nicht und Karl, von ihnen angesteckt, wurde nun auch ausgelassen, fing an mit den Fäusten auf dem Tisch zu trommeln und mit lauter Stimme zu singen:

» Come boys, push along
And let us all be gay.
«

»Mein Gott, was geht hier vor?« ertönte plötzlich eine angsterfüllte Stimme. Die Türe wurde geöffnet und Tante Elisabeth, durch den Lärm in ihrem sonst so stillen Hause zu Tode erschreckt, schaute hinein, gefolgt von der nicht minder entsetzten Grete.

»Das sind keine Amerikaner, gnädiges Fräulein,« rief letztere, »das sind Wilde. Der Junge wird das Haus noch einreißen.«

Die Mädchen ließen sich los, und lachend wandte Irma sich dem alten Fräulein zu.

»Seien Sie nicht böse, Fräulein Müller. Wir machten ein Tänzchen, um uns die Zeit zu vertreiben, da Sie sich gar nicht sehen ließen. Dies sind ihre Nichten Maud und Agnes, und der Bengel da ist Karl.«

»Vorgestern sind wir angekommen, liebe Tante,« sagte Maud freundlich, »und hoffen, daß du froh bist, uns zu sehen.«

»Seid willkommen, ihr Mädchen,« entgegnete die Tante und gab jeder einen Kuß. Karl reichte sie die Hand; vor dem Knaben mit seinem Schelmengesicht und den übermütig blitzenden Augen hatte sie buchstäblich Furcht. »Aber ich muß doch sagen, daß ihr eine sonderbare Manier habt, Besuche zu machen. Ist das Mode in Amerika?«

»Nein, Tante,« erwiderte Agnes lachend. »Da ist nur dein gebohnter Fußboden schuld. So köstlich glatt, das verlockt unwiderstehlich zu einem Tänzchen. Wenn du das Zimmer ausräumst, kannst du im Winter hier eine herrliche Tanzgesellschaft geben.«

»So, die geb' ich aber nicht,« klang es ziemlich gereizt zurück. »Grete, sieh mal nach, ob keine zu argen Schrammen im Boden sind, und reib' auch den Tisch ab, der Junge hat mit seinen warmen Händen Flecken darauf gemacht.«

Eine unbehagliche Stille entstand. Maud fühlte sich durch diesen mehr als unfreundlichen Empfang beleidigt. Irma und Agnes traten sich unter dem Tisch auf die Füße und wechselten beredte Blicke. Karl aber, dem es sofort klar wurde, daß er seine Tante nicht ausstehen könne, sann auf einen neuen Streich, mit dem er sie ärgern wollte. Tante Elisabeth betrachtete ihre Nichten neugierig und eingehend. Die Mädchen mißfielen ihr dank ihrer höchst einfachen Kleidung nicht; diese war ihr lieber wie Irmas Toilette, die immer höchst elegant und nach der neuesten Mode war. Aber daß Maud ihr Haar kurz geschnitten trug, fand sie lächerlich.

»Warum trägst du dein Haar wie ein Junge?« fragte sie.

»Weil ich es bequem und praktisch finde, Tante.«

»Aber doch auch, weil es dir gut steht?« meinte Irma.

»Jawohl, stünde es mir schlecht, so würde ich es nicht tun.«

»Ihr habt nette Kostüme an,« fuhr Tante Elisabeth fort. »Geht ihr immer so dunkel und einfach gekleidet?«

Maud biß sich auf die Lippen; dies unhöfliche Ausfragen ärgerte sie, Agnes versetzte aber lachend:

»O nein, das sind unsre Reisekleider, und es ist bequem, wenn die ganz einfach sind. Aber bei feierlichen Gelegenheiten geben die amerikanischen Frauen und Mädchen viel auf Toilette. Wenn wir wieder kommen, wirst du uns in großer Gala sehen, Tante.«

»Das ist nicht nötig,« erwiderte Fräulein Müller steif. »Ich gebe nichts darauf; ich halte nur auf Einfachheit und Tüchtigkeit. Doch nun erzählt mir, wie es euren Eltern geht und wann sie hier eintreffen!«

Die Mädchen berichteten dies und das von ihrer Reise, ihrem Aufenthalt in Paris und ihren Plänen, wie sie das Haus, welches sie hier gemietet hatten, einrichten wollten. Das berührte Tante Elisabeth unangenehm. Ihr kaltes Antlitz mit den regelmäßigen Zügen und dem tadellos gescheitelten, noch dunklen Haar ward immer länger und länger. Es mißfiel ihr im höchsten Grade, daß so junge Mädchen allein aus einem andern Erdteile – und gar noch über Frankreich – nach Deutschland reisten und das für das Natürlichste und Einfachste von der Welt hielten. Sie selbst war in ihrem ganzen Leben nie über einige Meilen im Umkreis ihres Geburtsortes herausgekommen, und sie verurteilte jeden, der ihren engherzigen Ansichten nicht beipflichtete. Diese Kinder hatten sicher die Abenteuerlust vom Vater, ihrem Bruder Fritz geerbt, der auch mit fünfzehn Jahren aus dem Elternhause entlief, weil er sich der heiligen Zucht und Ordnung nicht fügen wollte, die dort dank dem strengen Regiment ihrer Mutter herrschten. Als sie im Lauf der Unterhaltung merkte, daß die Mädchen von ihren Eltern nicht mehr als Kinder, sondern als gleichberechtigte erwachsene Menschen behandelt wurden, fing sie an, mit der Neugierde einer unverbesserlichen alten Jungfer allerhand unbescheidene Fragen zu stellen. Wieviel Miete sie für das Haus zahlten? Wie groß das Einkommen ihres Vaters wäre? Wieviel Kleidergeld sie erhielten? Ob ihr Vater hier auf demselben Fuße leben könnte wie in Amerika? etc. etc.

Irma amüsierte sich köstlich über die Art, wie Maud und Agnes, ohne unhöflich zu sein, mit großem Takt auf all diese Fragen ausweichende Antworten gaben; und Tante Elisabeth mußte zu ihrem Ärger erfahren, daß sie keine kleinen Kinder, die sie nach Herzenslust ausforschen konnte, vor sich hatte, sondern ein paar kluge, verständige Mädchen, die nicht mehr sagten, als sie für richtig hielten.

»Tante,« ließ Karl sich plötzlich vernehmen, »darf das Fenster nicht geöffnet werden?«

»Wozu, mein Junge?«

»Ich finde, daß es hier so abscheulich riecht.«

Die alte Dame wurde rot.

»Du kannst deine Bemerkungen für dich behalten, lieber Neffe,« sagte sie giftig. »Das Fenster – bleibt geschlossen. Ich habe keine Lust, mich dir zu Liebe zu erkälten.«

Wieder setzte sie ihre Unterhaltung mit Maud fort. Karl sah nach Irma hin, die ihm lächelnd zunickte.

»Tante,« fing er von neuem an.

»Was, kleiner Kerl?«

»Ich hab solchen Durst. Hast du nicht ein Glas Limonade oder Obst für uns?«

»Ein gut erzogenes Kind fordert nicht, sondern wartet, bis ihm etwas angeboten wird,« entgegnete die Tante streng. »Sind alle Kinder in Amerika so ungesittet und schlecht erzogen wie dieser Junge, Nichte Maud?«

Aber nun war's mit Mauds Selbstbeherrschung vorbei.

»Nein, Tante,« versetzte sie scharf. »Bei uns sind die Kinder, gerade wie Karl, sehr gut und gesittet erzogen, und die Leute sind gastfrei und freundlich, so daß sie sich wundern, wenn sie bei andern das gerade Gegenteil sehen.«

Noch nie hatte Irma Maud so nett gefunden, wie in diesem Augenblick. Agnes und Karl freuten sich diebisch. Tante Elisabeth wurde dunkelrot. Am liebsten hätte sie den frechen Kindern die Tür gewiesen, aber bei reiflicher Überlegung hielt sie es doch für besser, so zu tun, als hätte sie den Stich nicht verstanden. Mit sauersüßer Miene sagte sie daher zu ihrem Neffen:

»Du möchtest also ein Stück Kuchen haben, mein Jungchen?«

»Davon hab' ich doch nichts gesagt,« verteidigte sich Karl, doch auf einen Wink von Maud schwieg er. Die Tante schloß ein Fach des schweren Mahagonibuffets mit schwarzer Marmorplatte auf und holte eine Blechbüchse heraus. Sie bot den Mädchen an, die dankend ablehnten, und der kleine Junge zog ein Gesicht beim Anblick der altbackenen, trocken gewordenen Stückchen Sandkuchen, aber probieren wollte er sie doch.

»Willst du noch eins?« fragte die Tante, zuschauend, wie er mit langen Zähnen daran kaute.

»Nein, danke, es ist eine Kunst das hinunterzuwürgen, ohne dabei zu trinken.«

»Wir müssen gehen,« nahm Maud rasch das Wort, bevor Fräulein Müller zu antworten vermochte. »Großmama wird nicht wissen, wo wir geblieben sind.«

Ein steifer Abschied folgte. Im Korridor jagte Karl der Tante noch einen Todesschreck ein, indem er die Miez, die um die Türe guckte, beim Anblick der Fremden aber scheu zurückhuschte, anzischte. Doch lief die Geschichte ohne weiteres Unglück ab.

»Was für ein Wesen!« rief Agnes entrüstet, als sie auf der Straße waren. »Nie wieder geh' ich zu ihr.«

»Das werden wir doch wohl müssen,« seufzte Maud. »Sie ist Papas einzige Schwester, aber glücklicherweise mag er sie auch nicht.«

»Du hast ihr's ordentlich gegeben,« sagte Irma, »und über den Karl hätte ich mich beinahe totgelacht.«

»Na wart' man,« brummte Karl, »so 'nen Ekel gibt's nicht noch mal auf der Welt! Aber wenn ich wieder komme, kann sie was erleben; entweder steck' ich das Haus an oder tue sonst etwas, das die ganze Wohnung auf den Kopf stellt.«

Ilse machte ein ärgerliches Gesicht, als die Mädchen ihr erregt ihre Erlebnisse bei Tante Elisabeth schilderten. Sie versuchte zu beschwichtigen und behauptete, daß die Kinder übertrieben, aber Onkel Heinz, der auch bei Gontraus speiste, lachte laut und rief:

»Unsinn, die Kröten haben recht; die Müller ist eine unausstehliche alte Jungfer. Ihr Mädchen, heiratet um's Himmels willen, denn nun seht ihr, was aus einem Frauenzimmer wird, das keinen Mann kriegt.«

»Aber Herr Professor,« wandte Ilse ein. »Was setzen Sie da wieder den Kindern für dummes Zeug in den Kopf? Als ob eine unverheiratete Frau nicht auch ein nützliches Glied der Gesellschaft sein könnte. Die Ehe erhöht nicht ihren Wert, das kann einzig und allein ihre Persönlichkeit tun.«

»Unsinn,« brummte der alte Herr. »Eine alte Jungfer ist ein Unding – sie entspricht nicht ihrer Bestimmung.«

»Und ein alter Junggeselle, Onkelchen?« fragte Agnes schalkhaft, beide Hände um seinen Arm schlingend.

»Der ebensowenig, mein Kind, aber der verdient wenigstens dein ganzes Mitleid.«

»O, was für 'ne Logik! Daß du nicht geheiratet hast, ist doch deine eigene Schuld, während Tante Elisabeth wahrscheinlich nichts dafür kann. Vielleicht hat nie jemand um sie geworben.«

»Doch, sie kann dafür,« behauptete Onkel Heinz, dem das Widersprechen noch immer ein Bedürfnis war. »Solch unangenehme Geschöpfe wie sie, kommen schon als alte Jungfer auf die Welt. Ich rat euch noch mal, Kinder, hütet euch davor, macht, daß ihr heiratet, damit man euch nicht in einen Topf werfen kann mit solchen Wesen, die, nur weil sie Unterröcke tragen, sich für berechtigt halten, Frauen genannt zu werden.«

»Ich will's nicht hören, daß Sie so zu meinen Enkelinnen reden,« rief Ilse, ehrlich entrüstet. »Ich sage euch im Gegenteil, ihr Mädchen, heiratet nicht, außer wenn ihr das Glück habt, den Mann zu finden, den ihr von ganzer Seele und mit ganzem Herzen zu lieben imstande seid. Eine alte Jungfer braucht durchaus kein lächerliches Wesen zu sein. Ich kenne viele, die gerade so hoch, ja noch höher stehen als manche verheiratete Frau. Das müssen doch auch Sie zugeben, Professor, wenn Sie gerecht sein wollen.«

»Ach was,« nahm Onkel Heinz das Wort, der als er sah, wie ernst seine alte Freundin die Geschichte nahm, wieder einlenken wollte, »Sie haben mich nur nicht verstanden, Frau Ilse.«

»Ich meine, Sie waren deutlich genug.«

»Es ist doch ein Unterschied zwischen einer alten Jungfer und einer unverheirateten Dame. Und jetzt wollen wir zu Tisch gehen. Von so 'ner unfruchtbaren Diskussion werd' ich hungrig.«

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