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Das erste Begegnen.

 

Sieh', diese Sehne war so stark,
Dies Herz so fest und wild,
Die Knochen voll von Rittermark,
Der Becher angefüllt!

Göthe.

 

Heinrich von Windstein gehörte zu den gefeiertsten Kriegern seiner Zeit. Persönlicher Muth, ganz ungewöhnliche Kraft des Armes, Edelsinn und alle jene glänzenden Tugenden, welche die ruhmreichen Tage des ächten Ritterthums zierten, stellten ihn sogar über den kühnen Bayard und Franz von Sickingen. Was jedoch Kriegskunst und Feldherrngabe anbelangte, konnte er nicht entfernt mit den hochgefeierten Kriegsobersten jener Zeit, mit Georg Freundsberg, Truchseß von Waldburg und vor Allen mit Franz von Sickingen verglichen werden. Dagegen erfüllte unersättlicher Thatendurst den Jüngling. Fortwährend lag er im Felde gegen die Feinde des Reiches. Seit dem die Landfriedensbrecher wußten, das mörderische Schwert des »rothen Schlächters« stehe im Dienste des Reichskammergerichtes, begannen sie, die Wormser Beschlüsse zu achten. Da nun Karl V. jenen langwierigen Krieg mit König Franz I. von Frankreich begann, kehrte Windstein zur Rüstung nach der väterlichen Burg zurück, um auf längere Zeit Deutschland zu verlassen und im welschen Kriege Lorbeeren zu sammeln. – Das Zwiegespräch Bucers mit dem Cisterzienser erweckte ihm ernste Betrachtungen über die Zeitverhältnisse, die er mit einem seinen Jahren ungewöhnlichen Scharfblicke durchschaute. Des Junkers treue Anhänglichkeit an Kaiser und Reich machte ihn zum entschiedenen Gegner aller Umwälzung, weßhalb er die religiösen Neuerer nicht minder haßte, als die Gährung unter seinen Standesgenossen. Bucers zuversichtliche Sprache bezüglich der nahen Empörung umflorte die schönen Gesichtszüge des jungen Helden während des einsamen Rittes, und erst der stolze Fleckenstein, welcher jetzt vor seinen Augen emporstieg, lenkte seine Gedanken auf den Zweck seiner Reise zurück.

Auf einem steilen Hügel, ungefähr eine halbe Stunde östlich von Hohenburg, erhebt sich der alte Fleckenstein. Schon Rudolph von Habsburg, jener strenge Schirmherr des Rechtes, lag mit Heeresmacht vor der trotzigen Veste, seinen Freund, den Bischof Friedrich von Speier, aus der Haft Wolframs von Fleckenstein zu befreien. Dr. Boehmeri fontes, tom. II, 10. Den ganzen Hügel und zu beiden Seiten die Thäler bedeckt unbebautes Haideland. Die uralten Kastanienbäume unmittelbar vor den Ringmauern ausgenommen, ist auf mehreren hundert Tagwerken Landes kein Baum zu erblicken. Nur verkrüppeltes Buchen- und Eichengebüsch tritt hie und da aus der kahlen Fläche hervor. Desto üppiger wächst die Haide, die es bis zur erstaunlichen Höhe bringt. Nicht Unfruchtbarkeit des Bodens ist Ursache solcher Vernachlässigung, sondern die wunderliche Laune aller bisherigen Burgherren, von denen keiner das Land bauen ließ, weil es seit undenklichen Zeiten Haide gewesen.

Der jetzige Burgherr auf Fleckenstein gehörte zum Ueberreste jener tapfern Schaar, welche den ritterlichen Kaiser Maximilian I. umgab, und deren ungestüme Tapferkeit in Schlachten gefürchtet wurde. Der alte Freiherr nahm nur geringen Antheil an den gegenwärtigen Zeitereignissen und lebte den Erinnerungen an Waffenthaten vergangener Tage. An langen Winterabenden, wenn das Feuer im Kamine knisterte, vor einem aufmerksamen Kreise erlebte Abenteuer und bestandene Gefahren zu erzählen, war für Herrn Nikolaus der höchste Genuß. In solchen Stunden erhielt sein erstorbenes Auge das jugendliche Feuer wieder, und die Lebhaftigkeit seiner Erzählung steigerte sich zu solchem Grade, daß er das Geschehene eben wieder zu erleben schien. Wenn er dann schwieg und Aller Augen an seinem Munde hingen, tiefe Ruhe im Kreise herrschte und auf der Stirne des Knappen die Begeisterung zu hohen Thaten flammte, – dies war für den alten Kämpen die höchste Seligkeit auf Erden. – Noch mehr trug zur Erheiterung der letzten Tage des Freiherrn die verdiente Aufmerksamkeit bei, welche die Ritterschaft seiner Tochter Margareth schenkte. Die Blüthe des Adels, selbst Herzog Anton von Lothringen, hatte um die Hand der reizenden Fleckensteinerin geworben. Keinem gelang es jedoch, die Gunst der Schönen zu gewinnen. Alle früheren Abweisungen der glänzendsten Bewerber konnten übrigens nicht verhüten, daß die Zahl getäuschter Erwartungen täglich größer wurde. Die kindliche Unbefangenheit, von allem Hochmuthe fern, und der würdevolle Anstand, womit das Edelfräulein alle Herren behandelte, die ihretwegen gen Fleckenstein ritten, benahm fast jedes bittere Gefühl verlorner Hoffnung. Viele kehrten mit dem Bewußtsein zurück, wegen persönlicher Vorzüge auf solch ein herrliches Wesen keinen Anspruch machen zu dürfen. Seit aber der gefeierte Sänger Ulrich von Hutten in Begleitung des Sickingers in jene Gegend gekommen und auf Fleckenstein beinahe steter Gast war, schien Margareths Wahl getroffen; wenigstens stachelte Eifersucht manche Herren, mit Hutten Lanzen zu brechen.

Im Uebrigen erregte fast nichts mehr die Aufmerksamkeit des greisen Freiherrn. Die Bewegungen im Reiche trieben zuweilen finstere Wolken auf seiner Stirne zusammen, aber tatsächliche Theilnahme vermochte selbst der Ritterbund ihm nicht abzugewinnen, obwohl Macht und Reichthum des Fleckensteiners zu dessen Zwecken viel hätten beitragen können. Beinahe täglich bemühte sich Huttens Beredsamkeit, den Alten in die Sache des Adels hineinzuziehen. Der schlaue, geistreiche Werber verstand es zwar, die folgenschwere, reichsverrätherische Seite der Bewegung zu verhüllen, immer nur das Gerechte und Lobwürdige derselben hervorhebend, dennoch erreichte er weiter nichts, als ein mißliebiges Kopfschütteln des Freiherrn. Gleiche Mühe gab sich Sickingen, welcher durch die Macht seiner Persönlichkeit den hartnäckigen Herrn zu bestimmen suchte.

Auch heute besuchte Franz den Freiherrn wieder unter dem Vorgeben, mit Hutten Wichtiges besprechen zu wollen, der jedoch abwesend war. Auf der steinernen Fensterbank d'roben im Lieblingsgemache des Burgherrn, saßen sich beide gegenüber. Sickingen schaute eben nach den Bergen, wo schwarze Rauchsäulen aus dem Hüttenwerke zu Schönau gegen Himmel stiegen. Der Fleckensteiner strich unmuthig den wallenden Bart, fuhr über die Puffen seines reichen Kleides und fuhr nach einem unwilligen Kopfschütteln tadelnd fort:

»Läugnet immerhin die Reden, welche umgehen über Euch! Laßt Euch meine Offenheit nicht verdrießen, Franz! Wäre auch Manches erlogen, was die Leute sagen, mag doch Vieles richtig sein. Denkt an Euren Vater, Ihr kennt dessen Fall, laßt ihn Euch zur Warnung dienen. Schweikart von Sickingen wurde auf dem Schlosse Koppenstein gefangen und auf kaiserlichen Befehl wegen Landfriedensbruches enthauptet. Stud. u. Sk. zur Gesch. der Ref. S. 153.«

Düsterer Unmuth fuhr dem Sickinger über das Gesicht.

»Wozu an meines Vaters Ende mich erinnern?« rief er; sogleich aber sich beherrschend fügte er hinzu: »Leider, – er war unter feindlichem Gestirne geboren!«

»Ja die verfluchte Sterndeuterei hat Euren Vater zu Grunde gerichtet,« rief Fleckenstein. »Ganze Nächte saß er auf Hohenburg, schaute nach den Sternen und ließ sich durch denselben vermaledeiten Schwarzkünstler Faust, den Ihr jetzt beherbergt, die Zukunft aufdecken. Der verfluchte Schurke! Wie geschickt las er das glänzende Ziel Eures Vaters am Himmelsgewölbe, bis der verblendete Mann in der Grube lag. – Diese Thorheit! Wie können Sterne um den Menschen sich kümmern? Sie gehen ihre Bahn, – gehen wir die unserige nach Recht und Ehre.«

Herr Nikolaus sprach diese Worte mit besonderer Betonung, die von Sickingen nicht beachtet wurden, der sogleich in lebhafte Aufregung gerieth, wie es bei Menschen vorkommt, deren leidenschaftliche Liebhaberei getadelt wird.

»Schmäht nicht auf die Gestirne!« sprach er. »Der kleinste unter den Millionen Sternen, – der Mond, welchen Einfluß übt er nicht auf unsere Erde? Folgt nicht das Meer seinem Winke durch Ebbe und Fluth? Hat er nicht jene Menschen ganz in seiner Gewalt, die wir Mondsüchtige nennen? Und alle jene mächtigen Planeten, wogegen der Mond ein Sandkorn ist, sollen ohne Einfluß auf uns sein? Zwecklos sollen sie ihre Bahnen gehen? Nein, – nein! Glaubt mir, die Gestirne wachen über uns und schreiben in feurigen Zügen unser Geschick an das dunkle Himmelsgewölbe; glücklich, wer diese Schrift entziffern kann.«

Der Freiherr schüttelte den ergrauten Kopf. »Wie oft hat Euer Vater in noch größerer Begeisterung das Nämliche gesagt!« erwiederte er.

»Die Sterne trügen nicht, sie können nicht trügen!« fuhr Sickingen fort. »Heute noch sollt ihr die Wahrheit ihrer Prophezeihungen bestätigt finden. Ein Fremder wird diesen Nachmittag Euer Gast, mit dessen Geschick das meinige verflochten ist, – so lasen wir vergangene Nacht in den Sternen. Ich lasse mir die Probe gefallen: bleibt der Fremde aus, – dann schwöre ich der Sternkunst ab und werde mir nie mehr das Horoskop stellen lassen.« Stud. und Sk. zur Gesch. der Ref. S. 168.

»Dazu braucht's keine Sternkunst, – täglich kommen und gehen Gäste bei mir,« entgegnete der Burgherr. »Aber lassen wir das! Schaut meinetwegen nach den Sternen, so lange Ihr wollt, nur steht von Planen ab, welche der Kirche und dem Reiche zuwiderlaufen.«

»Wie mögt Ihr doch altem Weibergeschwätz Glauben schenken,« sprach Franz mit bitterem Lächeln.

»Alten Weibern? Läuft nicht täglich der Adel bei Euch zusammen? Kommen nicht aus allen Marken des Reiches die Herren gegen Hohenburg gezogen, als säße Kaiser Max droben? Wozu das?«

»Alles zum Nutzen des Reiches,« entgegnete Sickingen. »Die Herren kommen zu Rath der Adelseinung halber, und diese wird geschlossen zum Schutze gegen der Fürsten Anmaßung und Rechtsverletzung; sie wird geschlossen, Ordnung unter uns selbst aufrecht zu erhalten. Wo liegt nun hier Verrath gegen Kaiser und Reich?«

»Pah – pah, nichts da!« rief der Alte abwehrend. »Wollt Ihr Eure Verbindung mit dem Wittenberger Pfaffen läugnen? Weßhalb beherbergt Ihr den Bucer, den Schwebel, den Oekolampad, den Aquila? Warum dürfen diese und andere Geächtete unter Eurem Schutze den Reichsgesetzen trotzen?« Ernst Münch. Th. II.

»Man darf schuldlos Unterdrückte feindlicher Rache nicht preisgeben,« antwortete Franz.

»Schuldlos Unterdrückte? Da haben wir's, – Ihr stellt Euch über Reichsgesetze, und nennt jene schuldlos, welche nach Recht und Fug der Acht verfallen. Und Franz, warum wiegeln Eure Schützlinge die Bauernschaft auf? Weßhalb schütten sie eine ganze Fluth von Schmähungen über die Fürsten des Reiches und hohe Würdenträger der Kirche? Weßhalb erfüllen sie den gemeinen Mann mit Haß gegen die Obrigkeit? Das ist doch offenbar auf eine Umwälzung abgesehen.«

Das lauttönende Horn des Thorwächters enthob Sickingen der Antwort. Er sprang neugierig an's Fenster und sah den erwarteten Fremden, einen vollständig gewappneten Ritter, in den Burghof reiten, der seinem Knappen den Zügel zuwarf und dem Eingange des Schlosses nahte. Franz schritt mehrmals unruhig durch das Gemach. Der Greis lächelte; denn er gedachte der Kunde, welche Sickingen aus den Sternen über den Unbekannten wollte erhalten haben. Als nach kurzer Zeit die schweren Tritte des Geharnischten durch den Gang schallten, erhob sich der Freiherr zum Empfange des Gastes. Er ging ihm, wie er zu thun pflegte, bis unter den Eingang entgegen, und erwartete ihn hier mit wohlwollender Miene. Kaum hatte sich aber der Fremde bis auf wenige Schritte genähert, als der Fleckensteiner unter Geberden des Staunens und der Ueberraschung ausrief: »Seh' ich recht? Wahrhaftig die Todten stehen auf, – mein alter, getreuer Heinrich steht vor mir, – auf's Haar derselbe, da wir vor dreißig Jahren den Türken schlugen! Seht nur her, – da ist noch der Lanzenstich auf der Rüstung, welchen der heidnische Goliath ihm einrannte! Potz Wetter! wie ist des Heiden Kopf vom Rumpf geflogen, – wie ein wilder Stier kam er angerannt, wie ein Felsblock stürzte er nieder, und schlug in seinem Falle noch einen Heiden todt!«

Fleckenstein hielt den erstaunten Ritter während dieser Rede unter dem Eingange des Zimmers zurück, indem er mit größter Lebhaftigkeit dem Sickinger die Heidenschlacht schilderte, so daß Franzens Augen Blitze schossen, wie er den alten Degen von Kampfesmuth ergriffen sah. Der Schlachtensturm hatte gleichsam den Freiherrn fortgerissen, dessen Redestrom nicht eher versiechte, bis er nach völliger Niederlage des Feindes in dessen Lager ankam, wo die kostbarsten Schätze aufgehäuft lagen. Hier brach er seine Erzählung ab, führte den Fremden herein und ihn abermals und abermals betrachtend, rief er aus: »Bei Gott, solche Aehnlichkeit gibt's nicht mehr! In Eurem Anschauen werde ich vierzig Jahre jünger, – Ihr seid der Windsteiner mit Leib und Seele!«

»Der bin ich,« sprach der Junker; »doch nicht jener Held, von dem ihr erzählt, bin nur ein schwaches Reis jenes mächtigen Stammes, über dessen Hügel längst die Weide trauert.«

Bei diesen Worten zog düstere Schwermuth über des Freiherrn Angesicht. Die Hände über der Brust gefaltet, schaute er in trübem Sinnen zur Erde, und dann sich schnell zusammenraffend, sagte er: »Seid mir herzlich willkommen auf Fleckenstein, Sohn meines unvergeßlichen Freundes! Wäre doch jener Zwist nie entstanden, der uns Jahre lang trennte, und in diesem Leben nicht wieder vereinigt hat. Schenkt einem alten Manne, der Euch herzlich liebt, recht lange und oft die Freude Eures Besuches.« Hiebei drückte er Windstein warm die Hand, wiederholt und lebhaft seine Freude über den unerwarteten Besuch äußernd.

»Bevor ich die geringste Bequemlichkeit Eurer Gastfreundschaft annehme,« sprach der Jüngling, »muß die Botschaft Eures alten Waffenfreundes auf dem Rheinstein ausgerichtet werden.«

»Guter Gott! Lebt der alte Markwart noch?« rief Fleckenstein freudig überrascht. »Längst dachte ich ihn im Grabe, – betete wirklich schon manches Paternoster und Ave für seine arme Seele. So geht's aber, – der Name alter Leute verklingt schon in nächster Nachbarschaft, wie sollte er von Bingen in die Vogesen dringen? War Alles anders zu unserer Zeit! Der starke Mark vom Rheinstein lebte durch ganz Deutschland in jedes Sängers Mund und manches Auge war begierig, den edlen Degen zu sehen. – Was hat er Euch denn aufgetragen? – Ei, nur heraus damit!« rief der Alte, da er Heinrichs Bedenken wegen Sickingens Gegenwart bemerkte. »Dieser wackere Ritter kennt ja auch den tapfern Markwart und hat vor nicht gar langer Zeit des alten Kämpen Kühnheit beklagen müssen.«

»Mein Auftrag betrifft gerade kein Geheimniß,« sagte Windstein. »Für eine edle Bitte hätte Euer Freund die ganze Welt zum Boten nehmen können. – Vor sechs Jahren lag nämlich der von Sickingen mit Worms in Fehde, zog mit starker Macht vor die Stadt und brandschatzte dieselbe nach seiner Art.«

»Mit Verlaub,« unterbrach Sickingen, dessen Auge bisher wohlgefällig auf dem stattlichen Krieger ruhte; »jene Fehde war keine Brandschatzung, sondern durch alten Brauch und Rittersitte gerechtfertigt. Franz wurde nämlich vom Notar Slör zum Schirmherrn aufgerufen gegen die ungerechte Bedrückung des Wormser Magistrats. Wer darf dem Ritter gram sein, wenn er mit Schwert und Lanze zum Schutze eines wehrlosen, unterdrückten Mannes auszog? Zudem bat Franz den Magistrat zu wiederholten Malen um Rückgabe des eingezogenen Vermögens des vertriebenen Slör, – vergebens! Höhnische Antworten waren die Entgegnungen jener Herren. Keiner vom Adel wird Franz schelten, da er aufgeblasenen Krämern zu Worms über die Schnauze hieb.« Ernst Münch Th. II.

»Es gehört nicht in meinen Auftrag, zu untersuchen, ob Sickingen eigenmächtig in die Entscheidung des Reichskammergerichts eingriff, oder nicht,« sprach Windstein, – »genug! In jener Fehde fiel der Sohn eines angesehenen Patriziers in Sickingens Hände und liegt zur Stunde noch in schwerer Haft. Da nun Franz gegenwärtig auf Hohenburg sitzt, so bittet Markwart, Ihr möchtet Euren Nachbar zur Lösung des Gefangenen bewegen.«

»Da hat mir der gute Markwart 'nen schweren Handel aufgelegt,« sprach der Burgherr mit lachendem Munde; »denn mein Nachbar hat einen harten Sinn, läßt sich nicht leicht einreden. Dabei liebt er blankes Gold und wird ohne Lösegeld den Gefangenen nicht freigeben, – wir kennen den Franz.«

»Das soll er nicht,« entgegnete Windstein; »der Patrizier will um jeden Preis seinen Sohn lösen.«

»Wohlan,« rief Fleckenstein in munterer Laune; »hier steht der Leutfresser Sickingen leibhaftig vor uns, – laufen wir beide gegen ihn Sturm! Vierhundert Gulden, – sei unser Losungswort, und streckt er nicht die Waffen vor uns, schelten wir ihn: Filz, Krämer, Judenseele!«

Windstein hatte Sickingen niemals gesehen und betrachtete in stummer Verwunderung den Mann, dessen Thaten das Reich erfüllten. Franz bemerkte nicht ohne Wohlgefallen des Junkers Bewegung und richtete seine kriegerische Gestalt noch kühner auf.

»Nach meinem Spruch sollte jener Wormser das Tageslicht nimmer wiedersehen,« sprach er. »Der Junge zählte zu meinen grimmigsten Feinden und that großen Schaden. Doch sei's d'rum! Für sechshundert Gulden ist der Patrizier frei; denn,« – fügte er lächelnd bei, »ich möchte mir um jeden Preis den »grimmen Niklas mit der Eisenbrust« und sein Sturmlaufen vom Halse schaffen.«

»Versteht sich, – für sechshundert Gulden!« lachte Fleckenstein. »Seht, junger Herr, da könnt Ihr lernen, mit ritterlichen Worten den Juden zu vertuschen.«

»Sucht Ihr mich auf Hohenburg heim,« sprach Sickingen, dem Windsteiner die Hand reichend, »so möget Ihr den Wormser eigenhändig lösen; – doch bleibt er bis zur Ankunft des Geldes in ritterlicher Haft.«

»Sorgt nicht,« sagte Fleckenstein, »ich werde Euch den Junker hinaufbringen. Jetzt aber laßt uns bei Wein und Speise guter Dinge sein.«

»Unmöglich!« versetzte Franz. »Vor Ablauf dieser Stunde muß ich zu Hohenburg sein, – entschuldigt meine Eile.«

»Was, vor Ablauf dieser Stunde?« wiederholte Fleckenstein mißvergnügt. »Was habt Ihr denn so Wichtiges? Aha, vor Ablauf dieser Stunde, – richtig! das gehört in die vermaledeite Sterndeuterei. Zehnfache Bande konnten Euren Vater nicht festhalten, sobald die Sterne riefen, – so geht in Gottes Namen.«

Er ließ Sickingens Hand los, der nach wiederholten Grüßen davoneilte.

»Jetzt die Rüstung ab, mein junger Freund!« sprach der gastliche Burgherr, und seine Mienen, durch Sickingens abergläubische Leidenschaft augenblicklich verdüstert, nahmen den gewöhnlichen Ausdruck gemächlicher Offenheit an. »Laßt mich selbst Euer Schildknappe sein, – hab' Eurem Vater selig manchmal solchen Dienst gethan. – Heilige Mutter Gottes!« rief er freudig aus, da jetzt der enthelmte, erröthende Jüngling vor ihm stand, und ein Wald von glänzenden Locken fast bis zur Schulter herabfiel. »Wolf, da sieh' her!« rief er dem eben eintretenden Hausmeister entgegen. »Da sieh' her, da steht ein ächter Ritter vom alten Schlage vor uns. Was tragen unsere neugebackenen Herren unter'm Helm? Ausgefütterte Seidenhauben, Pelzhauben, Schlafhauben, – könnten sie doch ihre Kopfkissen d'runter stecken! Aber hier Wolf, hier siehst du nach alter deutscher Sitte dichtes Lockenhaar als Kopfbedeckung unter'm Helm dienen; diese leichte Mütze ist nur dazu, die Locken zusammen zu halten.«

Der alte Wolf bemerkte sogleich seines Herrn Gewogenheit für den fremden Gast und beeilte sich, in das Lob einzustimmen.

»Ja wahrhaftig, dieser edle Herr macht mir das Herz im Leibe lachen, – ganz nach altem ritterlichen Brauch ist jeder Stift seiner Rüstung,« lobte der geschwätzige Hausmeister. »Merkt Ihr nicht, Herr, – was noch mehr sagen will, daß er die welschen Sitten verachtet? Es ist jetzt gerade ein Jahr her, daß König Franz zu Romorantin beim Spiel am Kopfe verwundet wurde, – ein Herr erzählte mir den Hergang, welcher dabei gewesen; da mußte sich nun jener Franzosenkönig die langen Haare abschneiden lassen, was eigentlich nichts zu sagen hat. Aber flugs kam die Scheere an alle Franzosenköpfe, was wieder nichts zu sagen hätte, wenn nicht unsere Herren und Ritter, d. h. die unächten davon, jene welsche Sitte des Haarabschneidens nachgeahmt hätten. Hier aber haben wir einen deutschen Kopf vor uns, und da muß auch ein deutsches Herz sein.«

»Schau her, Wolf!« sprach der geschäftige Freiherr. »Sieh' nur, welch ein Halsberg, – keine Streitaxt wird da durchbrechen! Welche Schulter- und Armstücke, – man könnte sechs solche Blechscheiben daraus schmieden, wie manche platten, geschniegelten Herrchen sie heute tragen. Sieh', Wolf, diese Pause hier hat ein Heide eingerannt, der 'nen Speerschaft trug, wie ein Wiesenbaum.«

In solcher Weise fuhr Herr Nikolaus im Preisen der Rüstung fort, wobei Wolf nicht unterließ, sein Staunen über Stärke und Gewicht derselben auszudrücken. Endlich stand Windstein völlig entwappnet im einfachen Lederkleid da. Sein Angesicht überzog hohe Röthe über das maßlose Loben und er war sichtlich froh dem Rühmen endlich entronnen zu sein.

»Wolf, das Beste aus Keller und Speisekammer!« gebot der Burgherr. »Sag' auch der Grethe, sie solle im Speisesaal sich einfinden, unserem liebwerthen Gast den Becher zu reichen. Sag' ihr, ich dulde keine abschlägige Antwort, – hörst Du?«

Der Hausmeister versprach pünktliche Vollziehung der Befehle und ging.

»Eure Rüstung will ich putzen lassen, hell und blank, d. h. nach ihrer Art,« sagte Fleckenstein, ohne Heinrichs erhobene Einsprache zu beachten. »Würden alle Schildknappen des Reiches ihre Kunst versuchen, sie könnten dies Metall nicht hellschimmernd machen; es bleibt stahlblau und sieht in geringer Entfernung schwarz, wie die Nacht. D'rum nannten die Mohren Euren Vater den »schwarzen Metzger!« Wie man aber Euch den Namen »rother Schlächter« geben konnte, weiß ich nicht,« fügte er lächelnd hinzu; »denn mit Ausnahme dieser Federn ist kein Funken roth an Euch. Da schimmert's und schillert's nicht von Goldplättchen, Silber, Pauschen, Puffen, Bändern und glitzernden Rändern, wie bei den feinen Herren, – da ist Alles eisen- und stahlfarbig, aber auch fest, wie Eisen und Stahl.«

»Habt Ihr,« – fiel Windstein dem plaudernden Alten mit der Absicht in die Rede, dem Gespräche eine andere Richtung zu geben, »nichts gehört von dem nahen Landauer Rittertag? In jener Stadt geht stark das Gerede hievon.«

»Ob ich davon gehört habe?« entgegnete Herr Nikolaus und zwar nicht mit der freundlichsten Miene. »Toll und voll schwatzten sie mich schon von dieser Tagfahrt.«

»Was ist wohl der Zweck jener Zusammenkunft?« fragte der Junker weiter, ohne den Verdruß zu beachten, mit dem Fleckenstein in diesen Gegenstand einging.

»Der Zweck, – hm! Der Zweck?« brummte er, im Zimmer auf- und abgehend. »Vom Zwecke wird eben so viel gesprochen, daß kein gesundes Hirn auf den eigentlichen Zweck kommen kann. Munkelt mancherlei; – am wenigsten gefällt mir das Gerede, als sei's auf eine Reichsumwälzung abgesehen.«

Windstein schüttelte ungläubig das Haupt.

»Kaiser Carl wird solchen grünen Herren den Kamm schon zu stutzen wissen,« sprach er.

»Langsam, junger Freund!« entgegnete mit bedächtiger Miene der Burgherr, indem er vor dem Junker stehen blieb. »Vor Allem freut's mich, daß Ihr mit dem Handel nichts wollt zu schaffen haben, wie's scheint, – aber glaubt mir, es könnte ein Brand angeschürt werden, der Kirche und Reich in Asche legt.«

Das ungläubige Lächeln Windsteins veranlaßte Herrn Nikolaus zur Begründung seiner Aussage.

»Wißt Ihr denn nicht,« sprach er, »daß der ganze Reichsadel aufstehen will gegen die Fürstenschaft? Und wer mag's ihm wehren? Carl beginnt eben seinen Krieg mit dem welschen König, er zieht die Reichstruppen aus dem Lande, – wer kann dem Adel widerstehen, im Falle er zum Schwerte greift? Dazu kommt die Verbindung des Adels mit den versoffenen, tollen Pfaffen zu Wittenberg, die Kirche und Reich abgesagt, und lärmen und rasen wider alle Ordnung!«

»Solche abtrünnige Mönche werden dem Adel wenig helfen, denk ich,« sprach Windstein.

»Meint Ihr? Ist Euch denn unbekannt, daß der Pöbel auf Luthers Seite steht? Wißt Ihr nicht, daß alle ausgehausten, herabgekommenen Leute des Augustiners Evangelium zufallen, weil's Vernichtung der Möncherei und Beraubung der Kirchengüter predigt? Nehmt die ganze Masse solcher Leute zu des Adels Wehrkraft und besinnt Euch wohl, den etwaigen Ausbruch gegen Kaiser und Reich gefahrlos zu nennen.« Wizel. Epist. ad R. A. J. C. H. Cc. 3. b. – Döllingers Reformationsgeschichte. I. Bd. S. 35. sq.

Windstein sah bedenklich nieder, mit Widerstreben die Berechtigung der freiherrlichen Ansichten genehmigend.

»Und damit ist's noch nicht genug,« fuhr Fleckenstein fort; »selbst den Bauernstand zieht man in den Handel. Diesem werden Zehent und andere Lasten recht schwarz gemacht, die Freiheit des neuen Evangeliums wird ihm angepriesen, und darin ist leider Ulrich von Hutten, mein künftiger Tochtermann, nicht ganz freizusprechen.«

Bei diesen Worten blickte der Junker erstaunt auf.

»Was, – Hutten Euer Tochtermann?« fragte er im Tone großer Verwunderung, offenbar durch die Erinnerung an Huttens Wegelagern hiezu bewogen.

»Allerdings, – der Hutten! Weßhalb wundert Ihr Euch?«

»Weil Ihr Eure Tochter einem Manne zur Ehe geben wollt, dessen Grundsätze Ihr verabscheut.«

»Wahr, – der Ulrich ist ein Hitzkopf! Doch meint er's wohl nicht so ernst mit der Sache, – liebt meine Margareth unaussprechlich und ist ganz der Mann für sie,« sagte der eitle Vater. »Huttens Name ist berühmt im Reiche, wie Ihr selber wißt. Kaiser Max, Gott hab' ihn selig, bekränzte Ulrich mit dem Lorbeerkranz und dieser Kranz treibt täglich neue Sprößlinge.«

»Zwei Berühmtheiten passen allerdings zusammen,« meinte Windstein. »Eurer Tochter Schönheit ist weithin besungen und gepriesen.«

Mit Entzücken vernahm der Burgherr dieses Lob aus dem Munde eines rühmlich bekannten Kriegers.

»Ihr könnt Euch die Grethe selber ansehen, Herr Ritter,« sagte er, als der eintretende Diener zum Mahle einlud. »Ich denke, Ihr werdet ihren Ruf bestätigt finden.«

Fleckenstein gab seinem Gaste den Arm, und geleitete ihn zum Speisesaale, wo ausgesuchte Speisen den Tisch bedeckten. Margareth war noch nicht erschienen, was dem Junker nur insofern unlieb war, als der lange Ritt ihm großes Verlangen nach Speise und Trank erweckt hatte, und dieses Verlangen durch des Fräuleins verzögertes Erscheinen nicht sogleich befriedigt werden konnte. Im Uebrigen fühlte er keine Sehnsucht, die schöne, allenthalben gerühmte Fleckensteinerin zu sehen. Der Umstand, daß sie dem ehrlosen Ulrich von Hutten Hand und Herz schenkte, erweckte sogar Empfindungen in der Brust des sittlich Strengen, die nicht zu Gunsten Margareths sprachen. Hiezu muß noch bemerkt werden, daß bisher das Frauengeschlecht nur insoweit des Windsteiners Aufmerksamkeit erregte, als Rittersitte Schutz den Schwachen und Ehre den Frauen vorschrieb. Im Uebrigen gewann Frauenliebe keinen Platz im thatendurstigen Herzen des starken Junkers, obwohl die Theilnahme und Bewunderung des schönen Geschlechtes ihm nicht entging, sobald er in dessen Kreisen erschien.

Endlich öffneten sich die beiden Flügelthüren des Saales. Das Edelfräulein trat herein, begleitet von ihrer Zofe, der ältlichen Gertrud.

Margareth von Fleckenstein gehörte zu jenen Menschen, denen Hoheit und Anmuth angeboren sind, und die auf Andere desto größern Einfluß üben, je absichtsloser und natürlicher solche Vorzüge hervortreten. Ihre schlanke Gestalt umhüllte die reiche Tracht jener Zeit, ohne jedoch deren üppigen Schnitt zu theilen. Das Haupt bedeckte ein niedliches Häubchen aus Netzen von grünseidenen Schnüren. Die rautenförmigen Zwischenräume füllten feine, quastenartige Bäusch'chen aus zarter grüner Seide, durch feinere grünseidene Schnürchen eingezogen. Wo die Schnüre des Netzes sich kreuzten, hingen geschlagene Goldplättchen, nach unten rund, nach oben spitz zulaufend, frei herab. Bei der geringsten Bewegung zitterten die Goldplättchen und brachten ein magisches Blitzen und Schimmern hervor. Das reiche Lockenhaar konnte unter dem Häubchen nicht geborgen werden und lag in schönen Flechten um das Haupt. Das schwarze Mieder hielten goldene Rosetten zusammen, es lag knapp an und hob die schlanke Gestalt der hehren Jungfrau trefflich hervor. Eine rothsammtne Brustbedeckung umhüllte den züchtigen Busen und endigte mit reicher Krause, die jedoch den blendend weißen Hals frei ließ. Das sehr weite, schleifende Oberkleid war aus grünem Sammt; die Aermel hatten große und kleine Puffen von weißer Farbe. Bis über die Mitte der Hand setzten sich die Aermel fort, durch Ornamente aus Goldstoff reich verziert. Auf der Brust trug sie an goldener Kette ein Büchlein, dessen Deckel aus Goldplättchen bestanden, auf denen unseres Herrn Kreuztod eingeschnitten war. Die Blätter dieses Büchleins waren aus Silber, ebenfalls Darstellungen aus der Leidensgeschichte Christi enthaltend. Mehr aber, denn aller Glanz der reichen Tracht, strahlte die natürliche Schönheit Margareths, und Heinrich von Windstein fühlte sich genöthigt, diesmal eine Ausnahme von seiner gewöhnlichen Gleichgültigkeit gegen die Frauen zu machen.

Der Freiherr hatte den Junker mit den Worten vorgestellt: »Heinrich von Windstein! Mehr brauch' ich dir nicht zu sagen, Grethe, – die rühmlichen Thaten dieses Herrn werden auch dir zu Ohren gekommen sein.«

Der Sitte gemäß reichte das Fräulein dem jugendlichen Gaste den Becher, was sie mit lieblicher Unbefangenheit that, wobei ein mildes Lächeln ihre Lippen umschwebte. Heinrich trank weniger, als die vorher angedeutete Sehnsucht nach Erquickung erwarten ließ. Ebenso schienen die Speisen seine verdiente Aufmerksamkeit verloren zu haben; denn Herr Nikolaus mußte wiederholt dem Gaste zusprechen. Margareth gerade gegenüber sitzend, hatte er die beste Gelegenheit, das Urtheil des Poeten Ulrich von Hutten zu prüfen, welcher in einem Gedichte das Fräulein von Fleckenstein mit der berühmten Cleopatra verglich, um deren Reize willen Antonius die Hälfte des römischen Weltreiches abtrat. Heinrich schien jedoch zu kalten Vergleichungen nicht geneigt. Die zunehmende Verlegenheit, in welcher sich der waffenmächtigste Ritter jener Zeit befand, mochte allerdings Huttens Urtheil bestätigen.

Einem gewandten Höflinge wäre es gelungen, in dieser Lage ungezwungenes Benehmen der Macht der Schönheit gegenüber zu beobachten. Für den natürlichen Heinrich, der ebenso auf Stirne und Wange, wie in der Brust das Herz trug, war dies unmöglich. Seine Befangenheit vermehrte noch die völlige Unkenntniß, mit Frauen zu verkehren. Schwert und Lanze zu führen, verstand wohl Keiner besser, als er, seine Zunge hingegen entbehrte in Fällen, wie der gegenwärtige, aller Uebung. Man konnte des Junkers Beklommenheit gewissermaßen für eine kleine Buße ansehen, die seinen unersättlichen Durst nach Thaten und Ruhm sühnte und seine Brust dergestalt ausfüllte, daß andere Empfindungen darin nicht aufzukommen vermochten. Trotz aller Anstrengung, mit Hilfe eines passenden Gespräches aus der jeden Augenblick wachsenden Verlegenheit herauszukommen, gelang ihm dies nicht; denn für ihn gab es gegenwärtig nur einen Gegenstand, der seine Seele so vollständig in Besitz genommen, daß nicht einmal Raum geblieben für einige bescheidene Gedanken zur Unterhaltung. Nun vermehrte das eingetretene Schweigen noch seine Beklommenheit. Aus Furcht, dem blauen Auge der Schönen zu begegnen, das wider Willen immer tiefer in seinem Herzen Wurzel faßte, wagte er kaum, den Blick zu erheben. Dabei ließ ihn der sonst so beredte Freiherr stecken. Heinrich glaubte sogar, ein schelmisches Lächeln in dessen Zügen zu lesen, das sich, wie er meinte, jedenfalls auf sein linkisches Benehmen bezog. Auch Margareth erbarmte sich nicht, und während ihr holder Mund lächelte, rückte sie den nebenstehenden Stuhl zurecht, der ohnedieß des Rückens gar nicht bedurfte.

Windstein wollte eben anfangen, dem Gegenstande seiner Verlegenheit zu zürnen, als das Fräulein ihr mildes Auge gegen ihn aufschlug und fragte: »Wie lange ist es schon, Herr Ritter, daß ihr unsere Berge verlassen habt?«

»Fast drei Jahre!« versetzte der Jüngling.

»Ihr werdet es wohl in unsern stillen Thälern nicht lange aushalten können,« fuhr sie fort, »da Ihr an das geräuschvolle Waffenleben gewöhnt seid!«

»Allerdings, – zu viele Arbeit gibt es heute für rüstige Arme,« versetzte der Junker. »Nach kurzer Rast werde ich mit meinen Lanzen zum Heere des Kaisers stoßen.«

»Zieht Ihr in den welschen Krieg?« fragte Margareth, und ein kaum sichtbarer Schleier der Trauer legte sich über ihre reizenden Züge. »Allen Vorbereitungen nach wird dies ein blutiger, langwieriger Krieg.«

»Wohl möglich; denn es begegnen sich die Streitkräfte der beiden mächtigsten Fürsten im Felde,« entgegnete Windstein.

»Ihr werdet doch nicht beim Heere des Kaisers aushalten, bis die Fehde ausgefochten ist? – Jahre könnten da vergehen,« forschte das Edelfräulein.

»Ei, Grethe,« rief der Freiherr, »Du läßt ja durch Deine Fragen unsern Gast gar nicht zum Essen kommen! Scheinst selbst auch wenig Hunger zu haben; – werdet manchmal noch miteinander plaudern können, und in dieser Voraussicht dürft Ihr die Kost nicht verschmähen. – Leider zieht dieser welsche Krieg zur ungeschicktesten Zeit die besten Degen aus dem Lande,« fuhr der Burgherr fort. »Nach meinem Dafürhalten bleibt Ihr bei uns, geht mit nach Landau und wohnt dem Rittertage bei.«

»Unmöglich! Meine Grundsätze verbieten jede Theilnahme an der Adelseinigung,« antwortete Heinrich.

»Mißversteht mich nicht!« sagte Herr Nikolaus. »Bleiben alle ehrenfesten Männer zu Haus, dann werden die Schelme gewonnenes Spiel haben. Lassen sich aber Sprecher hören für Recht und Ordnung, stehen wackere Gesellen auf Seite des Reichs, dann müssen die Schalken auf ihrer Hut sein. Aus diesem Grunde will auch ich den Tag zu Landau besuchen, und folget Ihr dem Rath eines alten Mannes, dürft Ihr Euch nicht ausschließen.«

»Ich will mir die Sache überlegen,« sprach Windstein, da er in Margareths Zügen ihres Vaters Wunsch zu lesen glaubte.

»Recht so!« rief Fleckenstein. »Wir reiten zusammen hinab gegen Landau und stehen ein für Kaiser und Reich. Zum andern,« setzte er mit einem bedeutungsvollen Blicke auf seine Tochter hinzu, »gedenken wir in jener Stadt ein Fest zu feiern, wobei Ihr nicht fehlen dürft, – ich meine die Vermählung meiner Grethe mit Ulrich von Hutten.«

Er wollte weiter sprechen, wurde aber durch Windsteins plötzliche Veränderung abgehalten, dessen Angesicht zuerst licht aufflammte, und dann ebenso schnell erblaßte.

»Was ist Euch?« fragte der Burgherr theilnahmsvoll. »Seid Ihr unwohl?«

»Doch nicht!« entgegnete der Jüngling und aß weiter.

Herrn Nikolaus genügte diese Erklärung keineswegs. Er sah einige Minuten den Gast fragend an, bis er das Messer fallen ließ und hastig gegen die Stirne fuhr.

»Heiliger Antonius!« rief er bestürzt. »Nun weiß ich, was Euch ist. Warum habt Ihr hieran mich nicht erinnert? Das war nicht recht von Euch. Das Gelübde, – heiliger Nikolaus, daß ich das Gelübde vergaß!«

Windstein betrachtete überrascht den heftig erregten Freiherrn, der auf dem Sitze hin- und herrückte, mißvergnügt das Haupt schüttelte und fortwährend seine Vergessenheit verwünschte.

»Von einem Gelübde weiß ich nichts,« sagte der Junker.

»Nicht, – Ihr wißt nicht, was Euer Vater und ich gelobt haben? Ihr wißt nichts davon, – werdet aber leichenblaß, da ich von der Vermählung meiner Tochter rede? Droben im Gemache konntet Ihr schon den Unwillen kaum verbergen, als ich denselben Handel berührte, – und wollt von dem Gelübde nichts wissen? Ei Wetter, – was wird der Hutten sagen!«

Der Jüngling wiederholte seine völlige Unkenntniß von irgend einem Gelübde und bedauerte, durch sein Benehmen Anstoß gegeben zu haben.

»Gleichviel,« – rief Fleckenstein; »das Gelübde ist gemacht und muß gehalten werden. Meine verwünschte Vergessenheit!«

In diesem Augenblicke öffnete sich die Thüre und hereintrat, des Alten Verwirrung zu vermehren, Ulrich von Hutten. Sein Erscheinen machte auf die Anwesenden den verschiedenartigsten Eindruck. Windstein gedachte sogleich des Wegelagerers, der aller Ehre und Ritterlichkeit baar, keine Beachtung verdiente. Unter andern Umständen würde darum Hutten für den Junker eine höchst gleichgiltige Person gewesen sein; – nun aber stand der Bräutigam Margareths von Fleckenstein ihm gegenüber, durchaus unwürdig, solch ein reizendes Wesen heimzuführen. Das Edelfräulein selbst schien durch Ulrichs Anblick unangenehm berührt, und die Zofe murmelte unverständliche Worte vor sich hin, deren Sinn aus ihrer höchst saueren Miene errathen werden konnte. Der Freiherr empfing mit umwölkter Stirne Herrn Ulrich, was diesem auffiel. Sein nächster Blick auf Margareth setzte ihn vollends in Staunen, und da er gar den berühmten, schönen Junker von Windstein bemerkte, mußte der gewandte Mann alle Kraft aufbieten, seine Unruhe zu verbergen.

»Ah, – sieh da, Heinrich von Windstein!« sprach er, dem Ritter freundlich entgegenkommend. »Wir dürfen uns glücklich schätzen, solchen ruhmreichen Degen bei uns zu wissen. Ich wette, die nahe Tagfahrt zu Landau veranlaßte Euch, das mörderische Schwert in die Scheide zu stoßen.«

Ernst sah Windstein den Sprecher an. Huttens Ton klang wie Spott und die gleißenden Mienen strotzten von Galle und Bitterkeit. Empfindlich verletzte den edelsinnigen Heinrich die Gefühllosigkeit Huttens für Ehre; denn ohne Schaam, mit frecher Stirne, unbetreten über den bewußten Raubanfall, wagte er, ihm zu begegnen.

»Ob ich den Rittertag besuche, ist noch ungewiß,« sagte Windstein gleichgiltig. »Vor Allem muß der Zweck dieser Tagfahrt edel und ehrenhaft sein.«

»Der edelste von der Welt!« rief Hutten, an Heinrichs Seite sich niederlassend. »Jetzt, wo Alles sich regt im Reiche, sogar die Mönche in den Klöstern thätig werden, darf der Adel nicht faul d'reinsehen.«

»Sagt an, Herr Ulrich!« unterbrach ihn der Freiherr, dessen Unruhe kaum den günstigen Augenblick erwarten konnte, den drückenden Gegenstand los zu werden. »Was haltet Ihr von Gelübden? Man rühmt Eure Weisheit, – möchte gerne eine Probe davon haben; – sind Gelübde unverletzbar für Gewissen und Ehre?«

Hutten war seiner Gefühle und deren Sichtbarwerden in Mienen und Bewegungen so mächtig, daß er nicht auflachen mußte bei dieser mit feierlichem Ernste gestellten Frage. Bekanntlich verspottete der humanistisch gebildete Edelmann in zahlreichen Schriften die Gelübde, ging aber jetzt, da er des Burgherrn Grundsätze kannte, mit würdigem Ernste in die Frage ein.

»Gelübde sind mancherlei Art!« sagte er. »Da gibt's Ordensgelübde, Sachgelübde, Keuschheitsgelübde, – einfache und feierliche.«

»Keines paßt!« unterbrach ihn Fleckenstein. »Ich will Euch unumwunden den Handel vorlegen. Der Vater dieses Ritters und ich waren die besten Freunde, – hab' Euch schon manches Abenteuer erzählt, das wir in den Mohrenkriegen bestanden. Kurz und gut, wir machten zusammen das Gelübde, unsere Kinder miteinander zu verehelichen, damit unsere Freundschaft gleichsam übergehe auf unsere Nachkommen. Da habt Ihr das Gelöbniß!« – und er sah Hutten forschend an, der betroffen niedersah und schwieg.

Heinrich vernahm dagegen mit Entzücken das Gelobte und glaubte, in Margareths Angesicht dieselbe Bewegung zu lesen.

»Heilige Mutter Gottes!« rief Gertrud. »Nun ist's klar, weßhalb unser Fräulein alle Bewerber zurückwies, die auf unser Schloß geritten kamen. Wie könnte sie einem Andern die Hand geben, da sie schon im Himmel mit diesem schönen Jüngling verlobt war!«

»Still, altes Schwatzmaul!« fuhr sie der Burgherr an. »Beim Spinnrocken magst Du Dein Lied singen, schweig' aber in Dingen, wovon Du nichts verstehst.«

»Weßhalb verschwiegt Ihr die Sache bisher?« fragte Ulrich.

»War mir ganz entfallen,« antwortete Fleckenstein; »wäre mir auch vielleicht nie mehr in den Sinn gekommen, ohne den Besuch dieses Herrn.«

»Abgesehen von aller Verbindlichkeit der Gelübde,« sagte Hutten nach einigem Bedenken, »liegt hier die Entscheidung bei meiner lieben Braut und dem von Windstein. Beide können das Gelübde annulliren.«

»Das denk ich auch,« sprach der Freiherr; »man kann ja Niemand zwingen, Mann oder Weib zu nehmen. – Nun Grethe, was sprichst Du zur Sache?«

»Ich achte Euer Gelübde Vater,« sagte sie erröthend, »und glaube in der Wahl glücklich zu sein, die Ihr für mich getroffen habt.«

»Pah, – das ist nicht gehauen und nicht gestochen!« murrte Herr Nikolaus. »Es sei denn, Du verstehst unter »Wahl« Herrn Ulrich; denn obwohl es noch manch wackere Junker gibt, wüßte ich doch keine bessere Wahl für Dich.«

Das Edelfräulein schwieg.

»O über die Schlauheit der Weiber, – wollen nirgends anstoßen! – Ihr, Herr Windstein, werdet Eure Meinung klarer hören lassen.«

Der Junker fühlte ganz die Schwierigkeit der zu beantwortenden Frage. Hätte auch sein Herz weniger deutlich für die Verbindlichkeit des Gelübdes gesprochen, durfte er doch nicht geringschätzend darüber urtheilen, ohne das Zartgefühl der angelobten Braut zu verletzen. Margareths Antwort befriedigte ihn vollkommen; denn sie schien ihm den eigenen Wunsch auszudrücken. Diese Annahme bestätigte des Fräuleins kaltes Benehmen Hutten gegenüber. Sie schien nicht eigener Neigung, sondern des Vaters Bestimmung in Erwählung des Bräutigams zu folgen.

Während Heinrich die Stellung seiner Worte bedachte, herrschte das tiefste Stillschweigen. Hutten biß die Lippen übereinander und schlug das funkelnde Auge auf den Tisch nieder. Margareth sah mit der größten Unruhe der Entscheidung des jugendlich schönen Gastes entgegen, und ihre gepreßte Brust wollte fast die Umhüllung des Mieders sprengen.

»Würdet Ihr mich zur gelegenen Zeit das Gelübde haben wissen lassen, Herr Nikolaus,« sagte Windstein, »dann hätte ich nach Brauch und Herkommen um die Hand Eurer Tochter angehalten, und mein Werben würde durch dringende Bitten unterstützt worden sein. Da nun Alles entschieden ist, muß ich zurücktreten, und enthebe Euch, soviel an mir liegt, jeder Verbindlichkeit des Gelobten.«

»Das heiß' ich männlich gesprochen!« rief der Freiherr freudig aus. »Ihr verzichtet auf Euren Anspruch mit solchen Worten, die mich sehr bedauern lassen, daß ich keine zweite Tochter habe.«

Margareth verstand den eigentlichen Sinn von Windsteins Rede besser, als ihr Vater. Deutlicher konnte nach ihrer Meinung der Junker sein Verlangen nicht ausdrücken, das mit dem ihrigen übereinstimmte. Hutten erkannte ebenfalls die wahre Bedeutung obiger Worte, was sein finsterer Blick gegen Heinrich verrieth.

»Gottlob der Handel ist abgethan!« rief der Freiherr. »Er hat mir wahrlich viel zu schaffen gemacht und ist mir plötzlich wie ein Blitz durch den Kopf gefahren. – Trinkt, meine liebwerthen Gäste! – Euer Besuch, Herr Windstein, freut mich unaussprechlich, – ja wir wollen heute einmal recht lustig sein! He da, Wolf! laß die Krüge vom Besten füllen,« – hiebei blickte er das Fräulein bedeutungsvoll an, welches den Wink verstehend, zum Weggehen sich erhob. Denn Herr Nikolaus hielt streng an alter Sitte, welche dem Frauengeschlechte verbot, unter Männern zu sein, wenn nach Beendigung des Mahles der Becher lebhafter zu kreisen begann.

Margareth entfernte sich mit ihrer Zofe. Huttens lauernder Blick glaubte zu bemerken, daß ihre Verbeugung gegen Windstein der Art war, schlummernde Eifersucht zu wecken.

Kaum gelangte das Fräulein in ihre Kammer, als die Zofe in derber Weise über Ulrich von Hutten herzufahren begann, selbst den Burgherrn traf ihr Tadel.

»Euer Vater hat ein Herz so hart, wie Stahl und Eisen,« zürnte sie. »Nicht umsonst nannten ihn seine Kriegsgesellen: Nikolaus mit der Eisenbrust! Ja, von Stahl und Eisen, sag' ich; – denn wie könnte er Euch sonst zwingen, diesen ausgezehrten, hergelaufenen Hutten zu heirathen? Meint Ihr, ich merke Euren Kummer nicht? O man müßte ja blind sein, das nicht zu sehen!«

»Die ganze Schuld liegt an mir, Gertrud! Es bedarf nur einer absagenden Erklärung und das Werben Herrn Ulrichs wird durch meinen Vater eingestellt;« erwiederte das Fräulein, wobei sie große Anstrengung machte, den heimlichen Kummer nieder zu halten und gleichgiltig zu erscheinen.

»Nun also, warum sagt Ihr nicht ab?« schalt die Zofe. »Habt Ihr denn Freude an Kummer und Herzeleid? Ihr könnt einmal den Hutten nicht lieben, – und wie wäre dieß auch möglich? O ich kenne ihn, – wenn Ihr wüßtet, was ich weiß!« und die geifernde Alte schwieg, indem sie, hastig hin- und hergehend, Gegenstände des reichen Gemaches in Ordnung, oder vielmehr in Unordnung brachte.

»Nun, was weißt Du denn?« fragte Margareth.

»Was ich weiß? Gutes nichts! Und wozu Euch Dinge sagen, die jede ehrsame Bauerndirne müßten schamroth machen? Dazu noch Dinge von Eurem Bräutigam, – o es ist zum Verzweifeln! Weil dieser Frankenritter durch sein Schreiben, Predigen, Hetzen und Laufen berühmt ist im Reiche, darum zwingt ihn Euch Euer Vater zum Gatten auf, – der eitle Mann, Gott vergebe ihm! Da seht Euch den heldenmüthigen, stattlichen Junker von Windstein an! Ist er nicht wie ein St. Georg neben Hutten? Ist er nicht berühmter, wie der Ulrich? Ist er Euch nicht dazu durch heiliges Gelöbniß verlobt? Ich sage, Gott sei Eurem Vater gnädig, der sein Kind an solchen Mann wegwirft, von dem ich schöne Dinge weiß.«

»Laß doch einmal Dein Geheimniß hören!«, sprach das Fräulein mehr in bittendem als befehlendem Tone; denn sie kannte Gertruds grenzenlose Liebe zu ihr, die einzige Ursache ihres gegenwärtigen Zornes.

»Alles sollt Ihr hören,« antwortete die Zofe, »wenn Ihr versprecht, Eurem Vater offen und deutlich zu erklären, daß Ihr den Hutten verabscheut und eher eines Leibeigenen, denn solchen wüsten Edelmannes Gattin werden wollt.«

»Du kennst den Schmerz, Gertrud, welchen diese Erklärung meinem Vater verursachen würde;« versetzte Margareth und mit Gewalt füllten Thränen ihre Augen.

»Ihr wollt also Euch unglücklich machen, um den Stolz Eures Vaters zu befriedigen?«

Das Fräulein sah in trübem Ernste nieder und schwieg.

»Habt ihr darum den Herzog von Lothringen abgewiesen? Habt Ihr darum hundert anderen edlen Herren Körbe gegeben, um diesen Molch zu nehmen? Seht, Gottes Finger kommt Euch entgegen, – drunten sitzt der Mann Eurer Wahl: der edle, fromme, tapfere Ritter von Windstein, auf den sogar die Finken Preislieder singen. Ja, ja, – stellt diesen Jüngling neben Hutten, und Ihr habt einen Engel und einen Teufel vor Euch.«

»Du mußt recht wunderliche Dinge über Herrn Ulrich vernommen haben, sagte Margareth, weil Du gar so erbost bist auf den Junker. Habe Acht, Gertrud, daß es keine Verläumdung ist.«

»Verläumdung? Was ich hörte, ist so wahr, wie der Glaube, daß es Teufel gibt, und daß Hutten ein Teufel in Menschengestalt ist.«

»Und woher hast Du diese Wahrheiten?«

»Von einem Dienstmann des Sickingers, einem ehrlichen, alten Gesellen, der fast weinte, weil ein so schönes Fräulein solchem Buben heimfällt, – wie er sagte.«

»Gut, auf dem Wege zur kranken Ursula erzählst Du mir Deine Erfahrungen,« sagte das Edelfräulein, indem sie einige Stücke Linnenzeug in ein Körbchen legte. Die Zofe setzte ihrer Gebieterin das niedliche Barett mit den wallenden weißen Federn auf und beide traten den Gang zur Kranken an, die Margareth täglich zu besuchen pflegte.



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