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Zweyter Gesang.

Zweyter Aufzug.

I.

(Derselbe Schauplatz zur Abendzeit. Die Bäume und die Masten der Schiffe im Hintergrunde mit Blumenbinden umwunden, auf der rechten Seite zwey hohe goldene Sessel, worauf Herrmann und Freya sitzen. Die Krieger, ihre Weiber und Mädchen lösen die aufgebundenen Haare und errichten während des Gesanges den Tannenbaum in der Mitte vor Freya's Hütte, sie hängen Herrmann's Waffen daran und die verheiratheten Krieger bunte Bänder dazu.)

Krieger.

1.

Wo der Hochzeit Reigen schallet,
Bebt der Fuß im leichten Tanz
Und der Haare Fülle wallet,
Lichtem Haupt ein lichter Kranz,
Wo die Probenacht ist rein,
Wandelt Wasser sich in Wein.

2.

Hier ist Freya's Jungfrauhütte,
Pftanzt den hohen Tannenbaum,
Trefft die schöne Kronenmitte,
Gießt ihn an mit Wasserschaum,
Herrmann's Waffen hängt zur Höhe,
Daß sein Glück der Himmel sehe.

3.

Denn der Himmel steiget nieder,
Wo sich Lieb' und Liebe fand,
Wer schon lös'te Jungfrau-Mieder
Hänge an sein Liebesband,
Alte Zeiten blüh'n ihm neu,
Alle Freuden grünen frey.

(Es tritt ein Mädchen auf in schwarzem Gewande mit gold'nen Sternen durchflimmert, auf dem Kopfe trägt se einen silbernen Mond, vor ihr liegt auf der Felsbank ein Jüngling im blauen Gewände, auf dem Haupte eine gold'ne Sonne, sie ist der Abend, dieser der Morgen.)

Abend.

4.

O! hier ist ein zart Umdüstern
Und der Mond verbirgt sein Haupt,
Wo die Linden duftend flüstern,
Sie sind freundlich neu belaubt;
Stiller Schlaf will mich umfangen,
Nächtlich Bangen will mich fangen.

Abend.

5.

Wie, hier will noch einer schlafen,
Denn es blinken fremde Sachen.

Morgen.

Fremdling bin ich, will nicht schlafen,
Will für deine Ruhe wachen.

Abend.

Ruhe hast du mir geraubet,
Thöricht Mädchen, was dir glaubet.

Morgen.

6.

Nimm die Hand und mein Versprechen,
Wenn die Nacht dir lästig ist,
Kannst du dich am Morgen rächen.

Abend.

Ach! ich fühle deine List,
Kaum hab' ich die Hand gegeben,
Ziehst du mich ohn' Widerstreben.

Krieger und Weiber.

7.

Bey dem Morgen schläft schon Abend,
Abend nimmt den Morgen auf,
Kühlung ist dem Morgen labend,
Abend wärmt der Sonne Lauf,
Kühlend, wärmend ziehen nieder,
Morgen, Abend süße Lieder.

Abend.

6.

Helle Wellen zücken, rücken,
Neues Feuer wohnt im Mond.

Morgen.

Liebes Liebchen dein Entzücken
Gluthenfluthender belohnt.

Abend.

Lerchen schlagen!

Morgen.

Laß das Fragen,
Morgentagen mir zu klagen.

Abend.

9.

Strahlen zahllos, Streifen greifen
Nach den blauen Augen-Sternen,
Durch den Staub am Fensterreifen,
Gierig Lust von uns zu lernen.

Morgen.

Drücke zu das blaue Auge,
Daß ich Lust allein nur sauge.

Krieger, Weiber und Mädchen.

10

Drucke zu den blauen Himmel,
Daß kein Tag im Aug' erwacht;
Küsse glüh'n im Sterngewimmel,
Die hier heimlich nur gedacht,
Wenn sie alle offenbar,
Scheint das Leben sonnenklar.

(Morgen und Abend lassen die Gewänder fallen und hängen sie an dem Tannenbaum auf, die Männer, Weiber und Mädchen treten auf die Seite, die Jünglinge stecken Spieß und Schwert mit hervorstehenden Spitzen in die Erde und beginnen den Waffentanz.)

Alte Krieger und Weiber.

Springe um Schwerter kühn,
Willst du zur Liebe zieh'n,
Schlinge den Reihen fest,
Eilst du zum Minnefest;
Morgenliebe spiele frey,
Werde jeden Abend neu.

(Der Waffentanz endet sich in den allgemeinen Nordländertanz. Während dieses Tanzes tritt Heymar hervor und singt mit der Tanzmelodie.)

Heymar.

Abendstille öffnet Thüren,
Lieb' der Liebe zuzuführen,
Nimmer, nimmer,
Lockt der Schimmer
Mich den Armen
Zu dem warmen
Hauche ewig ferner Lust,
Stillt das Pochen meiner Brust.
Sterne ziehen,
Lieder fliehen,
Und ich weine
Hier alleine,
Bis des Thaues stille Thränen
Mit mir fühlen tiefes Sehnen,
Kalte Winde
Durch die Linde
Saufend lauschen,
Seufzer tauschen!
Wunderlieb' und süße Träume,
Ohne euch wär' ich alleine!
Mir entfliehen,
Zu dir ziehen
Die Gedanken
Wie die Ranken
Deine Hütte fest umziehen,
Grüner Hoffnung neu erblühen,
Könnt' ich steigen,
Mit den Zweigen,
Zu der Liebe,
Wie die Diebe! –

Ein Mädchen tritt hervor.

All die Klagen
Zu verjagen,
Will ich wagen
Dich zu fragen:
Wie du hast dein frisches Leben
So der Trauer hingegeben?

(Der Tanz hört auf.)

Heymar.

1.

An einsam dunklen Kämmerlein
Spross't Wintergrün bleich auf,
Und nah' bey ihm blickt Sonnenschein,
Dahin nimmt es den Lauf.

Es rankt mit seiner letzten Kraft
Mit Luft zu ihm hinan,
Es treibt den ersten grünen Saft
Beym Eintritt himmelan.

3.

Ach Sonnenschein, wie bist du schön,
Wie schwelgst du Frühlingsluft,
Wie kann dich andre Freud' erhöh'n,
Bin ich's nicht, die ihr schuft.

4.

Doch seine Freuden sind nur Schein,
Bald senkt die Sonne sich,
In kühler Nacht, da schrumpft es ein,
Es lebte nur durch dich.

5.

So welk' ich schnell und seh' dich nicht,
O stürb' ich doch für dich;
Erscheine wieder helles Licht,
Noch lebe ich für dich.

(Der Tanz beginnt wieder.)

Mädchen.

Deine Liebe
Ist zu trübe,
Doch Erbarmen
Mit dir Armen
Will, daß diese volle Schale
Heiter deine Wangen mahle.

(Sie reicht ihm eine hohe gold'ne Schale mit Wein.)

Heymar.

(Er schwingt sie zu Ehren Herrmann's und seiner Braut, dann trinkt er.)

Wunderlieb' und süße Träume,
Ohne euch wär' ich alleine,
Wie alleine
Selbst beym Weine!
Denket immer
Glück ist Schimmer,
Abendlich glänzt schon die Sonne,
Und sie scheint wie Morgensonne! –

(Er setzt den Becher bey der Höhle nieder, Herrmann winkt ihm und er stellt sich neben ihm, Herrmann und Freya stehen vom Sessel auf.)

Herrmann. (Zu Heymar.)

Ich danke dir für diese Anordnungen,
Du spendest Freude, ohne sie zu fühlen,
Mit hartem Stahl ist deine Lust umschlossen.

Heymar.

Es liegt im Stahle manch verborg'ner Funken,
Und ihr entdecket mir, was längst versunken.

Herrmann. (Zu den Kriegern.)

Wie fröhlich sich die Zeiten uns verwandelt,
Kaum wenig Tage scheint es mir, als wir
Bey dunkler Nacht in Felsenklüften schworen
Mit aufgehob'nem Finger zu dem Himmel,
Das alte Reich uns wieder zu erobern,
Und wie wir auf das Zeichenfeuer harrten,
Das dunkelroth vom Berge her durch Nebel
Der Hirten Beystand uns verkünden sollte.
Ein andres Zeichen leuchtet heute mir,
Ein andrer Schwur erhebet meine Seele,
Und daß ich leicht und selig froh mich fühle,
Daß ausgekämpft die Schlacht zum schönen Siege,
Daß Völker, feindlich einst, den Zweig des Friedens
Mir biethen. Alles dank' ich eurer Treue,
Und unsern Brüdern, die der Heldentod
Im Schlachtgewühl umnachtete, sie sehen
Herab auf uns aus hoher Wolkenfreye,
Und freuen sich mit uns der Feste Feyer,
Und dieses Fest ist ihnen Todtenmahl!
Sie laden euch zu dem Gelage, das
Mit überschwenglich wallendem Gedüfte
Die Lüfte füllt, wie milde Geisternähe,
Ich folge bald zum hohen Jubelliede
Noch warte ich auf edle Gäste hier.

(Sie gehen tanzend mit ihren Weibern und Mädchen fort. Freya grüßt freundlich ihnen nach.)

II.

Freya.

Mir ist so neu ein hohes Fest wie dieses,
Und leicht vergesse ich dabey die Sorgen. –
Mein Heymdal schien nicht froh, doch weiß ich nicht
Warum; doch kommt er nicht und nicht der Vater.
(In die Ferne rufend.) Hör' Heymdal, Heymdal! Und trostlos rufet
Der Wiederhall es dreyfach klagend wieder.

Herrmann.

Sey ohne Sorge, meine Bothen streifen
Durch Wald und Berg, sie dürfen nicht zurück
Zum Fest, bis sie ihn aufgefunden.

Freya.

Daß meine Mutter weilt, begreife ich,
Es ist so ihre Art, sie will gar viel
In einer Zeit beenden, faßt nach einem
Und läßt es liegen, geht zum andern wieder.
Sie wollte gleich mir folgen, schickte mich
Mit einem weißen Taubenpaar voran,
Zu seinem Zeitvertreib dem Vater sie zu geben.

Herrmann.

Was will der alte Mann damit, als Kind
Hab' ich sie gern aus meinem Helm gefüttert,
Den ich mit gold'ner Gerste heimlich füllte.

Freya.

Ach nein, er hat mit ihnen kein Erbarmen.
Er tödtet eine, schmücket sich mit dem
Gefieder, legt zur Lebenden die Todte,
Und sagt, sie solle sich ein Beyspiel nehmen,
Und tödtet sie dann auch. Das kränket mich,
Warum sie so zum Zeitvertreib gestorben,
Zum Zeitvertreibe wollten sie nicht einmahl leben,
Und flatterten im engen Tragenetze.
Mitleidig rief es da in mir, ich hörte:
»Wollt ihr zum Zeitvertreibe weder leben
Noch sterben, fliegt und suchet nun euch selbst
Ein Zeitvertreib.« Sie flogen auf und senkten
Sich auf die Schulter mir. Ich fragte sie:
»Soll ich nun euer Spielwerk werden, und
Mein Vater hat nun keines?« Und ich wollte
Für ihn sie wieder fangen. Aber schlau
Entflogen sie der Schulter, setzten sich
Nicht weit von mir, ich ihnen nach, so wurde
Ich weit von meinem Wege abgelenket.
So kam ich selbst zu spät und meine Mutter
Ist noch nicht hier.

Herrmann.

Du machst mich bange, Täubchen.

Freya.

Du fühlst so ganz wie ich, wie konntest du
An wilde Kriegerzüge dich gewöhnen?

Herrmann.

Wie man beym Gehen nicht an Fallen denket,
Und bey dem Blitze nicht, daß er uns trifft.

Freya. (Aengstlich umhergehend.)

Der Vater! Wenn ihn nur kein Unfall trifft.

Herrmann.

Verscheuche Heymar durch ein Lied die Sorgen,
Die Liebe liebt die Lieder, Lieder Liebe.

Heymar.

Ach Herr, ich bin kein Sänger für die Freude,
Allein erster Ton war Klage über Frost.

Freya. (In die Ferne rufend.)

Mein Heymdal!

Herrmann.

Freude muß im Gegenbilde
Der Leiden sich erkennend. Glück sich nennen.

Heymar.

Wohl auf ihr Saiten! Geister Kiltgang heißt
Mein Lied, ich singe, weil du es so willst.

(Er unterscheidet die beyden Stimmen durch die verschiedene
Höhe.)

Gunda.

»Du hast schon versäumet die herzige Stunde,
Halb machten die Sterne schon lange die Runde.

Adolf.

Ach, Liebchen, mein ist nur die dunkele Stunde.

Gunda.

Komm morgen, wenn neune die Glocke geschlagen,
Wir haben uns Beyde gar vieles zu sagen.

Adolf.

Ach, Liebchen, ich höre die Glocken nicht schlagen.

Gunda.

So komme, wenn Mondlicht vom Himmel will weichen,
Und tiefer die Nebel zur Erde hinstreichen.

Adolf.

Ach, Liebchen, die Strahlen mir immer entweichen.

Gunda.

So ist wohl dein Hüttchen beschattet vom Baum,
Bedeckt sie des Felfens hoch starrender Saum.

Adolf.

Ach, Liebchen, da blühet nicht Blume, nicht Baum.

Gunda.

Je enger die Hütte, je näher die Küsse,
Ihr Tanzen verachtet die langsamen Füße.

Adolf.

Ach, Liebchen, die Küsse sind alle verblühet,
Die Mitternacht mit sich nun weiter mich ziehet.

Gunda.

Ich steige hinunter, ich folge dir gern,
Es glänzet und sinket ein schießender Stern.

Gunda und Adolf.

So träumen wir selig in ewiger Nacht,
Wir lachen, wer einstmahl das Wachen erdacht.
Wir flüstern, daß keiner der Väter erwacht.«

(Herrmann und Freya haben sich gesetzt und reden mit einander.)

Es höret sie da Niemand als der Sänger,
Wohl euch, daß ihr nicht hört! –

(Freya hat Grashalme in die Hand genommen, Herrmann knüpft die Enden, ob sie zum Kranz sich verbinden.)

Freya. (Zu Heymar.)

Sie sind recht lustig,
Die Rede war von Küssen, meine Sprache.
(Zu Herrmann.) Die Blumen sind nicht hold, kein Kranz gelinget.

Herrmann.

Nimm hin neun andre Halme, noch einmahl
Verstecke sie, ob ich die Enden knüpse.

Freya.

Schon wieder nicht!

Herrmann.

Werf' fort die dummen Blumen,
Die wissen nichts von sich und unsrer Liebe.

Freya.

Verachte nicht die Blumen, mancherley
Gedanken ziehen wir mit ihrem Dufte ein.
Und ihre Farben sind oft wunderbar
Vertheilt, doch sind sie nur für wenig Stunden,
In diesen wollen sie sich ganz entfalten.
Da fühl' ich wie sie hohe Lieder singen.
Doch können Sänger sie nur ganz verstehen.

Herrmann.

O singe uns ein Lied, wie Blumen singen.

Freya.

Ich kenne nur das eine von der Rose,
Das mich ein Sänger von dem Rheine lehrte.
Sie senkte sich in diesen Strom, um den
Geliebten auf der Insel zu besuchen,
Doch Sturm verleitet sie zu bösem Worte,
Sie rettet sich, doch sindet sie ihn todt.

Heymar. (Vor sich.)

So lebt das Lied noch fort, und die Gefühle,
Die es mir eingehaucht, sind längst gestorben.

Herrmann.

O singe, Liebe, Heymar spielt die Laute,
Ich will dein Liebling seyn am andern Ufer.

Freya.

So sind wir Beyde arme Rosen. – Heymar
Muß bald die Ruhe, bald die Blitze spielen.

Heymar.

Ich kenne wohl des Liedes traurig Ende;
Ein Ungewitter nah't, ich will danach
Die Laute stimmen.

Herrmann.

Liebes Röslein singe!
Du hauchst die Sorge mit dem Liede aus,
Und milde Wärme strömet davon aus.

Freya.

Hier ist das Haus, ich schleiche eben sacht
Hinaus und hier der Kahn, worin ich steige.

(Sie macht alle in dem folgenden Liede beschriebenen Handlungen
auf der Erde nach; Heymar spielt die Laute zur
Begleitung.)

Die Rose.

1.

Ade, Ade, Frau Muhme,
Sie meint, ich lieg' im Bette;
Ade, Ade, Frau Muhme,
Ich lös' des Kahnes Kette.

2.

Ich schwanke fort im Rheine,
Zur Eil' schlägt ihn mein Ruder,
Ich grab' im Abendscheine
Zwey Grübchen mit dem Ruder.

3.

Die suchen wirbelnd beyde,
Bis sie im Kuß verbunden,
So wird mein Mund zur Freude
An seinem Mund gesunden.

4.

Die Kammer ist so dunkel,
Mein Bettchen heißes Glühen,
Vor'm Auge bunt' Gefunkel,
Ich muß die Schatten fliehen.

5.

Die Kühlung ist so ladend,
Das Hemdlein wird so enge;
In Mondenschein sie badend
Erfüllt die Brust Gedränge.

6.

Ich fühle mit dem Fuße,
Ob kühl des Wassers Glänzen ;
Wie süß im linden Kusse
Die Wellen zieh'n in Tänzen.

7.

Ich sinke in die Fluthen,
Wo Schauer dringt in's Leben,
Erlöschend in den Gluthen
Erfrischt sein spielend Leben.

8.

Ich halt' mich fest am Kahne,
Von Wogen dicht umfangen.
Sie täuschen mit dem Wahne,
Du wollest mich hier fangen.

9.

Durch alle Adern strömet
Die Kühlung wie Gesänge,
Die Lust der Luft verhöhnet
Der Fluchen kühn Gedränge.

10

Die kleinen Wellen schlagen
An meines Busens Fülle,
Zu ihm den Mondglanz tragen
Sie sanft in kühler Hülle.

11.

Ich steige neugeboren
Aus ihren weichen Armen.
O Weh', daß ich verloren
Den Brautring, weh' mir Armen! –

12.

Es ist ein böses Zeichen,
Verlust an gutem Ruhme,
Auch deutet es auf Leichen,
So spricht die alte Muhme!

13.

Ein Ringlein ist ein Ringlein,
Der Ringlein gibt's zu Haufen,
Ich schweige von dem Ringlein,
Ein andres kann ich kaufen.

14.

Die Luft ist gar zu schwüle,
Die Ruhe gar zu linde,
Der Donner rollen viele,
Im stillen, warmen Winde.

(Hier fällt Herrmann ein und hält die Töne mit.)

15.

Der Strom erglänzt in Streifen
Und löscht sich aus im Dunkel,
Die Frösche ängstlich greifen
Mit hellem Ton in's Dunkel.

16.

Ich hör' sie sonst so gerne,
Am Tage still Verlangen,
Erwecken sie die Sterne,
Heut' will mich Alles bangen.

17.

Zu dir mein Herzenssehnen,
In dir mein volles Leben,
In dir ertrinken Thränen,
Zu dir die Wellen schweben.

18.

Die Sonne zog bergunter,
Die Blitze ziehen nieder,
Der Himmel zog hinunter,
Die Erde hebt die Glieder.

19.

Das Wasser ruft im Rauschen,
Das Feuer schwillt im Abend,
Die Wälder sausend lauschen.
Die Wolken ziehen labend.

20.

Wie glänzt der Blitz so helle,
Wie zackig ist sein Laufen,
Er sucht und flieht die Welle,
Dem Tod will er entlaufen.

21.

Im Windstoß kommt der Regen,
Die Stille hat's verhehlet,
Den Felsen hüllet Regen,
Ich hab den Weg verfehlet.

22.

O hätt' ich's Ringlein wieder,
Ich würde mit Vertrauen
Der Wolken schwarz Gefieder
In seinem Rauschen schauen.

23.

Es wälzen sich laut tosend,
Es heben mich die Wogen,
Der Tod mit Leben losend,
Hat Sterbestund gezogen.

24.

Es kochen kalte Gluthen,
Gestaltlos schweben Riesen,
Ergreift mich für den Guten,
Den ich hieher verwiesen.

25.

Ihr müßt die Loose tauschen,
Ich möchte heut' noch leben,
Mit Liebe mich berauschen:
Soll es denn all' verschweben! –

26.

Mein Bethen ist verklungen,
Maria und die Engel
Sind durch den Sturm verdrungen,
Gestürzt die Blüth' vom Stengel.

27.

Die Lichter an dem Himmel,
Sind ausgeweh't im Sturme,
Die Wellen zieh'n zum Himmel, –
Kein Licht vom Mauthethurme!

28.

(Herrmann läßt den Ton sinken und scheint betroffen.)

Mein Schifflein wird bezwungen,
Ich soll, ich muß verderben,
Die Kräfte tief verschlungen,
In Arbeit kämpfend sterben.

29.

»Es dreht, es schwebt im Strudel,
Nimm Leben für mein Leben,
Verschling' den Liebsten, Strudel,
Allein kann er nicht leben.«

30.

Ach Weh'! Es sinkt mein Nachen,
Es fassen mich zwey Krallen;
Ist's Träumen, ist es Wachen,
Sie lassen sanft mich fallen? –

31.

Was hob mich an das Ufer?
Es warfen mich die Wellen,
Ich schling' mich fest an's Ufer,
Ich spring' umher, wie Wellen.

32.

Der Donner ist verklungen,
Verblitzet sind die Blitze,
Es ist ihm nichts gelungen,
In Ruh' beym Thurm ich sitze.

33.

Wohin ich dich gerufen,
Mein Liebster, zu der Freude;
Ich trat des Grabes Stufen,
Die führen nicht zur Freude.

34.

Die Brandung ist verschwunden,
Die Wasser sind verrauschet,
Und mit den dunklen Stunden
Hat Mondlicht sich vertauschet.

35.

In Ruh' hat er geschauet,
Wenn dunkle Wolken trieben,
Wer stark wie er vertrauet,
Wär' frey von Schuld geblieben.

36.

Und tausend Gräser grünen
Mit seinem Schein im Bunde,
Wo jüngst die Fluthen schienen,
Da singt's aus einem Munde.

37.

Ich mag, ich kann nicht hören,
Ich mag, ich kann nicht sehen,
Lass't Drohen, lass't Beschwören,
Lass't meinen Spruch verwehen.

36.

Das Wort erstirbt im Klange,
Er ist, er bleibt mein eigen;
Versprechen, wenn uns bange,
Muß in der Ruhe schweigen.

39.

Ich schau' ein Kreuz am Himmel,
Es drohet schwarz ein Balken,
Der Farben bunt Gewimmel
Durchglänzt den andern Balken.

40.

Durchschauernd meine Glieder,
Ergreifet mich dieß Zeichen,
Es zieht, es reißt mich nieder,
Ich will und kann nicht weichen.

41.

Gefangen sind die Augen,
Vom roth gelb grünen Streifen,
Den Trost ihm auszusaugen,
In's Herz die Farben greifen.

42.

Die Farben sind verschwunden,
Das Kreuz ist mir entflohen,
Doch kann's mit tiefen Wunden
Mein traurig Herz bedrohen.

43.

Es freut der Sonne Bogen
Das innere Gemüthe,
Doch von der Nacht erzogen
Des Mondes Farbenbluthe –

44.

Scheint alle Ruh' zu stören:
Wie Blumen kühn vermessen,
Auf Abendroth nicht hören,
Zu schließen sich vergessen; –

45.

Die dann in kalten Winden
Den Sternen offen sterben,
Mit Farben lebend winken,
Durch Todeshauch verderben.

46.

Der mir das Kreuz gewiesen
Aus heller Farb' und Dunkel,
Hat Sünden mir verwiesen,
Verscheucht der Seele Dunkel.

47.

Ich log der guten Muhme,
Ich schlich aus ihrem Hause,
Gesenkt wie eine Blume
Vom Droh'n im Windsgesause.

48.

O heimlich Kreuz und Zeichen,
Der Kreuzweg scheidet Böse,
Dem Bergkreuz Nebel weichen,
Von Sünden mich erlöse.

49.

Nein, nimmer seh' ich wieder
Dich hier am Mauthethurme,
Gottlob sie sind vorüber,
Die Blitze in dem Sturme.

50.

Bald bist du mein in Bingen,
Im alten Vaterlande,
Bald werden uns umschlingen
Des Eh'rings gold'ne Bande.

51.

Ich seh' dich nimmer wieder
Allein im wilden Rheine;
Die Sorge drückt mich nieder,
Daß du nicht kommst vom Rheine.

52.

Der Rhein rauscht tief wie Ahndung,
Zu mir die Felsen drängen,
Es flüstert dumpf die Waldung,
Die Ufer sich verengen.

53.

Ich schau' den kleinen Nachen,
Er streift quer durch die Wellen.
Und meine Augen wachen,
Den Weg dir zu erhellen.
(Herrmann erschrickt heftig, er hört auf mitzusingen, tritt
auf die Seite, nur Heymar bemerkt es.)

54.

Es glühen deine Augen,
Und röthlich scheint dein Hemde,
Das Schwanken kann nicht taugen,
Den Nachen zu mir wende.

55.

Ich kann dich noch nicht fassen
Und du bist heut' nicht frohe,
Ich kann die Angst nicht lassen,
Die Brust brennt lichterlohe.

56.

Das Herz steht mir in Flammen,
Es geisselt mich mit Ruthen,
Es schlägt die Fluth zusammen,
Das Blut gesteht in Gluthen.

Herrmann. (Vor sich.)

56.

O Himmel dürft' ich träumen,
Ich möchte nimmer wachen;
In des Gewissens Räumen,
Muß neu der Feind erwachen.

57.

Das Leben muß verschwinden,
Die Liebe muß verschweben,
Es werden meine Sünden
Wohl nimmer mir vergeben.

Herrmann. (Vor sich.)

57.

O Gott! am Hochzeitfeste
Rügst du die alten Sünden,
Ich war auf jener Feste,
Um Inkar's Sohn zu finden.

58.

Ade, Ade, Frau Muhme,
Vergeb' sie mir die Lügen,
Ade, Ade, Frau Muhme,
Nie werd' ich wieder lügen.

Herrmann. (Vor sich.)

58.

Ach wären es nur Rosen
Ich könnte ruhig bleiben,
Der Sänger sah die Rosen,
Ich sah ihn zu mir treiben.

59.

Ade, Ade, mein Trauter,
Verschenkt hab' ich dein Leben,
Im Tod durch Tod, Vertrauter,
Du mußt es mir vergeben.

Herrmann. (Vor sich.)

59.

Des Vaters Schuld zu rächen,
Muß ihn mein Pfeil erstechen;
Muß ich die Rose brechen,
Weil ihre Dornen stechen?

60.

Heymar.

So hatte sie gesungen,
Und sank zur Erde nieder,
Vom Liebsten fest umschlungen,
Der sang auch Schwanenlieder.

Herrmann. (Vor sich.)

60.

O nimmer soll sie wissen
Des Mannes alte Sünde;
Sie soll mich ruhig küssen,
Das Lied verwehen Winde.

(Herrmann scheint sich zu fassen und Freya winkt ihm
daß er anfängt.)

Herrmann.

(Freya hält jetzt den Ton mit, die übereinstimmenden Strophen singen Herrmann und Heymar zugleich.)

Der Rosenkönig.

61.

Zu dir schifft' ich im Sturme,
Er schien mir sanft, gelinde,
Zu dir schifft' ich zum Thurme,
Die Liebe traut dem Winde.

62.

Umsonst die hohen Fluthen,
Umsonst des Ufers Klüfte,
Umsonst des Blitzes Gluthen,
Umsonst die Binger Grüfte.

Heymar.

63.

Oft brechen nicht die Stürme
Die hohen Tannen nieder,
Doch nagen die Gewürme
Von Innen ihre Glieder.

64.

Es schrecken wilde Fluthen,
Die wir erschäumen sahen;
Doch falscher sind die Fluthen,
Die ruhig hoch sich nahen.

Herrmann.

65.

Schon sah ich dich am Ufer,
Zu dir schlug rasch mein Ruder,
Da hemmt' ein Pfeil vom Ufer
Im Lebensmeer mein Ruder.

66.

Der Teufel auf der Warte,
Von seiner Lust gedungen,
Auf Rosen lange harrte,
Er hat mich fest umschlungen! –

Heymar.

67.

Der Mauthner auf der Warte,
Vom fremden Volk gedungen,
Auf Mord schon lange harrte,
Es ist ihm ganz gelungen.

68.

O wärst' du doch gestorben
Für Mainz im dunklen Kriege,
Du hättest Ruhm erworben,
Umsonst mußt du erliegen.

Herrmann.

69.

Der Athem stockt im Blute,
Das Herz wird still im Busen,
Der Geist erwacht zum Muthe,
Ich sterb' an deinem Busen.

Heymar.

70.

Die Kraft ist ihm entschwunden,
Es stirbt ihr trauter Junge,
Zu tief sind seine Wunden,
Der Geist entschwebt der Zunge.

Herrmann, Freya und Heymar.

(Sie brechen Rosen und schmücken Heymar's Laute damit.)

71.

So starben arme Rosen.
Denn heillos ist die Liebe;
Wir brechen junge Rosen,
Und weihen sie dem Liede.

77.

Nun duften beyde Rosen,
Und leben ihrem Liede,
Wir denken, wie die Rosen,
So lohne uns die Liebe.

(Das Gewitter hat sich während des Liedes genähert und schlägt am Schlusse in den Brautbaum, der schnell mit heller Flamme verlodert und Herrmann's Waffen herabfallen läßt.)

III.

Herrmann, Freya und Heymar.

O Wehe uns!

Odin. (Tritt aus der Hütte.)

Auch das ist Gottes Stimme.

Heymar.

Die Erde zeuget unerhörte Stimmen,
Und oft ertönet fremd die eig'ne Heymath.

Freya. (Ihren Vater umhalsend.)

Du warest hier, mein Vater, Heymdal suchet
Dich schon seit Mittag.

Odin. (Ernst und traurig.)

Er hat mich gefunden! –

Herrmann.

(Kniet mit einem Fuße vor ihm.)

Ich werfe mich vor dir zur Erde nieder,
Denn nie erfüllte mich ein weißes Haupt
Mit gleicher Ehrfurcht. (Er steht auf.)

Odin.

Und wer bist du Fremdling?

Freya.

Wie heißest du, noch weiß ich nicht den Nahmen?

Herrmann.

Ich trete her die Tochter zu begehren
Mit Ring und Hand, die hellgelockte Freya,
Und reiche Älterngabe wartet dein:
Zwey Rosse weiß geboren, blau von Augen,
Zehn braune Stiere, krausgehaart, die Hörner
Ein neuer Mond, der weichen Schafe dicht
Gedrängte Heerde. – Es wird dein Sitz
Im Fürstensaal aus Herrmann's Stamm der höchste,
Mein Ahnherr war der große deutsche Held.

Odin.

(Zieht seine Tochter von ihm fort.)

Du lügst, denn Herrmann's Stamm ist längst entwurzelt,
Von Inkar's Stamm zerschmettert worden, und
Der letzte Sprößling wurde ausgesetzet, –

Herrmann. (Einfallend.)

Ich selbst, ich bin der ausgesetzte Sprößling,
Ein treuer Hirte rettete den Knaben;
Der Knabe wuchs, und Rache wuchs mit ihm.
Noch kaum ein Mann versammelte er Freunde,
Eroberte sein Reich und viele andre,
Und Inkar starb von seiner Siegerhand.

Odin.

Leicht konntest du durch solchen Trug besiegen,
Was andrer Hand geweihet war zur Rache.

Herrmann.

Du scheinest das Geschlecht zu kennen, siehe
Das Feuermahl, ein Bärenhaupt am Arme.

Odin.

(Fällt ihm weinend um den Hals.)

Mein Sohn! Glück! Wehe! Lebte deine Mutter!

Herrmann.

Du bist mein Vater, ja, ich fühle es,
Ich fühlte es, so unbegreiflich es
Mir scheinet, wie auch du gerettet worden.

Odin.

Mein Ryno hob mich aus dem feuchten Kerker.

Herrmann.

Heil diesem Tage, der, wie neu geboren,
Am Abend heller als am Morgen scheinet.

Heymar. (Vor sich.)

Die Freude hält ihm Sinn und Aug' umwunden,
Und sieht er erst, so stirbt er an der Kette.

Odin.

Mit einer Hirtentochter zeugt' ich Freya,
Und Heymdal.

Herrmann. (Einbrechend.)

Nein, du lügst! Vergebung Vater.

Freya.

Was ist, mein Bruder?

Odin und Heymar.

Wehe, Wehe, Wehe!

Herrmann.

Du nicht mehr mein,
Die ich unendlich liebte,
O wär' es Geisterschein,
Der mich betrübte.

Freya.

(Zugleich mit dem Vorigen.)

Du doppelt mein,
Den ich wie Heymdal liebe,
Wozu der Trauer Schein
Bey froher Liebe?

(Sie will Herrmann umarmen, er weist sie zurück und geht in wildem Nachdenken umher.)

Odin.

Womit, o Gott! hab' ich die Qual verschuldet!

Freya.

Ich ahnde Schreckliches, erscheine Heymdal!

(Sie haben sich Herrmann genähert, Freya faßt eine Hand Herrmann's, Odin die andre.)

Herrmann.

Hier zieht mich zu sich Liebe,
Und dort auch Liebe;
O Weh' die Glieder treiben
Sich zu entleiben,
Es sprengt das wilde Dehnen
Des Fußes Sehnen,
Zur Flucht versagt mir Kraft
Die Leidenschaft:
Nur Sehnen bleibt im Herzen
So Lust, als Schmerzen.
Mein Blut ein Sündenmeer,
Von Sünden schwer:
Errette mich durch einen Kuß!

(Er küßt Freya und stößt sie dann gewaltsam zurück, Freya sinkt ohnmächtig in Heymar's Arme.)

Der wilde Fluß
Wirft schäumend mein Gebein
Mit dem Gestein
An Felsen, wo es bricht! –
Ein Weltgericht,
Mit seinen Flammenströmen,
Will dort mir höhnen.
Im Glücke schon verlassen,
Zur Qual geschaffen.
Bekämpft die Welt der Liebe,
Und alle Triebe,
Sie können nicht ertrinken,
Nicht Freyheit winken! –
Wie unsre Sonne geht,
So Glück verweht;
Und morgen mag sie scheinen,
Ich muß doch weinen! –
So schmacht' ich vom Verlangen
So eng' umfangen,
Daß Ewigkeit nicht kühlet,
Was hier sich fühlet.

(Er faßt an sein Herz.)

Mit mir die Gluthen ziehen,
Die Würmer fliehen
Den todten Leib, und Aufruhr
Führt meine Spur
In jene todte Welt,
Die Demuth hält.

(Nach einigem Nachdenken kalt entschlossen.)

Ich trotze den Gesetzen,
Und kühlend netzen
Der Hölle Flammen viele,
Was ich hier fühle. –
Und wie die Rosse reißen
Die Zügel, beißen,
Schlagen, trotz Geißelschlägen
Doch nicht bewegen
Die Überlast der Wagen; –
So will ich wagen
Verdammniß eh' zu tragen,
Als ihr entsagen.

(Er kniet vor seinem Vater und umfaßt ihn.)

Mein Vater, willst du deinen Sohn erhalten,
So nimm ihn schuldig, gib ihm seine Schwester! –

Odin.

(Er verhüllt sein Gesicht mit dem Gewande, Herrmann steht auf vom Boden.)

Ein schuldig Leben ist der einz'ge Tod! –
Doch höre noch, vielleicht kann es dich retten.
In Unschuld sündigend war deine Schwester
Mit ihrem Bruder Heymdal schon verbunden,
Sieh' dort die Höhle, wo der Todte schläft,
Im Schmerze hat auch Herta ihn begleitet,
Die Mutter, deine zweyte Mutter auch.

(Er führt ihn zur Höhle, Herrmann wird einen Augenblick ruhig.)

Herrmann.

O, wenn ich auch so ruhig schlafen könnte,
Doch sterben, sterben und so ganz gewiß!
Er hat das Leben herrlicher genossen
In enger Hütte, als je ein Mächtiger
Der Erde es genoß. Und ich – wie Schatten
So freudenlos soll ich vergehen, und wie
Die junge Eiche abgeweidet trocknet
Am Felsenhang, nicht Frucht nicht Blätter zeuget! –
Ich bethe Gott, mach' mich zu solchem Sünder,
Und willig will ich heute zu dir gehen,
Empfinde dann die Qual verlor'ner Kinder
Und will mit Heymdal ewig untergehen.

(Es flattern Vögel aus der Höhle um sein Haupt und um Odin.)

Odin.

Nur der Tod
Endet deine tiefe Noth:
Du siehst die Höhle der Druiden,
Nur sie erfrischt, sie stärkt den Müden,
Und nur dort
Ist der ruhig sich're Ort.

Herrmann.

(Ohne etwas zu hören.)

Sie Sünderinn, o Himmel sie verdammet,
Und Seligkeit ist ohne sie mir Qual.

Odin.

Müdes Kind,
Ziehe fort im kühlen Wind.

(Eine Finsterniß verdunkelt die Sonne, die Sterne scheinen wie in der Nacht.)

Herrmann.

1.

Jetzt fühle ich zur Nacht die Lebenstage laufen,
Die Sonne stärkt nicht mehr mit Freundesblicke,
Ein Sternenstrom will mich zur fremden Ruhe taufen,
Vom Herzen läuft das Blut, kann nicht zurücke.

2.

O Weh' dem Armen, Schwachen, dem ihr ohn' Erbarmen
Ein wunderbares Schicksal aufgeleget,
Er glaubt die weite Welt in seinen Armen,
Es ist die ferne Lust, die ihn beweget.

3.

Ob die verlor'ne Lust, ob die verlor'nen Küsse
In euch, ihr Sterne, frey und funkelnd glühen,
Wie Manna in der Wüste, wie des Honigs Süße,
In euren Morgenthränen tröstend ziehen?

4.

Was wiss't ihr kalten Sterne von der heißen Liebe,
Denn, wie die Blume wächst, im Thaue weinet,
Das Nächste liebt, und nur zum Tode strebt im Triebe,
So ihr im engen, gleichen Kreise scheinet.

5.

Wie goldene Gewebe in den Wellen laufen,
Aus kühler Luft und Abendstrahl geflochten,
Im Abendschein der gold'nen Schätze helle Haufen,
Die arme Erde nie bereichern mochten.

6.

Die Schäflein, die in Winternacht am Himmel treiben,
Nie Frierenden die Wolle ließen fallen,
Die ruhigen Gedanken winken und nicht bleiben,
So will das Leben wie ein Ton verhallen.

7.

Verdoppelt rühmt der Wiederhall das Leben wieder,
Und uns zum Donnerworte wird der Tod,
Der Felsen hallt und hallet immer schwächer wieder,
Was war es mehr, als Sehnsucht, Liebenoth!

Odin.

Unser Glück
Ist der Flügel schneller Blick.

Freya.

(Sie erhebt sich schwach in Heymar's Armen, faßt schmerzhaft an ihre Brust und singt bewußtlos bis der Athem erlischt.)

Mein Heymdal, Felsen drücken meine Brust,
Komm eilig, Herrmann tödtet uns're Lust.

Herrmann.

(Der sie erst jetzt wieder erkennt, sieht ihren Schmerz und greift an das Schwert.)

Wer that ihr das, er soll bey Gott hier sterben.

Heymar.

Du stießest sie im Wahnsinn hin zur Erde.

Herrmann.

O Wehe! Ich schwor! So muß ich hier schon sterben.

(Er sinkt erstarrt vor Freya nieder.)

Freya.

1.

Das Leben muß verschwinden,
Die Liebe muß verschweben,
Es werden meine Sünden
Wohl nimmer mir vergeben.

2.

Das Herz sieht mir in Flammen,
Es geißelt mich mit Ruthen,
Es schlägt die Fluth zusammen,
Das Blut gesteht in Gluthen.

Odin

Nur der Tod
Endet deine tiefe Noth.

Freya.

Je enger dein Hüttchen, je näher die Küsse,
Ihr Tanzen umziehet mit himmlischer Süße.

Herrmann.

Ach Liebchen, die Küsse sind alle verblühet,
Die Mitternacht mit sich nun weiter mich ziehet.

Freya.

Ich steige hinunter, ich folge dir gern,
Es glänzet und sinket ein schießender Stern;
So träumen wir selig in ewiger Nacht,
Wir schweigen, daß keiner der Väter erwacht.

(Die Stimme geht ihr aus, sie sinkt todt nieder, zugleich endet die Sonnenfinsterniß, die Sterne verschwinden.)

Odin.

Du armes Kind!

Herrmann.

(Er hebt sich rasch von der Leiche.)

Leicht bin ich wie die Lüfte,
Wie sie auch ohne Heymath hier und Obdach, –
So stumm bist du, so ohne Lebenshauch
Und noch so frisch, so lebend hier im Herzen!
Ich sterbe auch nicht, lebe fort in ihr,
O Freunde! reichet mir im Glück die Hand,
Es läßt sich schwerer als das Unglück tragen.
Du bist mein Vater, du der treue Heymar,
Wo ist Aslauga, hohl' das liebe Kind,
Die Kinder wachsen, wenn sich Greise krümmen!

(Heymar geht und trägt Aslauga zu ihnen auf seinem Arme.)

Herrmann.

(Er legt die Hand auf das Kind.)

Nimm hin mein Glück, mein Unglück will ich tragen.

(Er geht zur Höhle und ergreift die mit Wein gefüllte Schale, die Heymar bey dem Zwischenspiele hingestellt hatte.)

Herrmann.

Der Lebensneige gnügt des Weines Neige.

Odin.

Mein Sohn, sie starb, du stirbst, ich sterbe bald,
Soll unser Grab ein tobend Gastmahl werden.

Herrmann.

(Er hält mit einer Hand die todte Freya, die zwischen ihm und dem Vater liegt, mit der andern erhebt er den Becher zum Himmel, setzt ihn an seine Lippen und gibt ihn dem Vater.)

Mein Vater, jetzt beginnt der Todtenschmaus,
Wozu der Schale gold'ne Saiten reigen: –
»Auf Wiederseh'n und weil wir uns gefunden!«

Odin. xxx

(Nimmt die Schale und trinkt.)

Auf Wiederseh'n und weil wir uns gefunden!

Er reicht die Schale an Heymar, der will sie nicht annehmen, da wirft er sie in die Höhle, daß sie laut wiedertönt.)

Herrmann.

Was ist dir Heymar, wie du scheinst erfroren,
Und deine Haare starren wie vom Reife?
Wie Alles klar mir wird, der Kindheit Träume,
Du warst so frisch mein Vater, warum jetzt
Verwelket? Doch der Wein verjagt die Falken,
Wie Sturm die Wellen über Meere jagt.
Doch stoß' nicht allzulaut mit an, denn sonst
Erwacht das Kind und stört uns auch im Schlafe,
Und Ruhe, Ruhe ist wie süß! Wo ist hier Ruhe?

Odin.

Du siehst die Höhle der Druiden,
Nur sie erfrischt, sie stärkt den Müden.

Herrmann.

Laß, alter Mann, den Reim voll süßem Witz,
Wo du die Tiefe wähnst, da hab' ich schon
Geankert, leicht spielt jetzt mein Schiff im Winde,
So lag ich damahls in dem Arm der Mutter.

Odin.

Es war am Tage jenes Ueberfalls,
Sie starb; nie wieder hat sie dich getragen.

Herrmann.

Du weißt es noch, da muß es Gott auch wissen.
Ich lag da ruhig und die Mutter reichte
Mir Früchte dar, und sagte schmeichelnd dann:
Bleib' ruhig, Kind, am Mittag geh' ich fort,
Doch hungern sollst du nicht, spiel' mit dem Kinde,
Den Nachtschmaus reich' ich dir und diesem Kinde
In dunkler Höhle. – Siehe, Vater, wie
Jetzt Freya, blühend still war jenes Kind,
Und steh', so wahr ich hier noch bey dir sitze,
So sitz' ich Abends noch am Muttertische,
Und Freya neben mir. Denn das ist Wahrheit.

Odin.

Mein Segen dir für dieses hohe Wort,
Nimm hin den Kranz aus weiß und rothem Mohne,
Vergessen säuselt kühl um deine Schläfe,
Ein willig Opfer fällst du unserm Gotte.

(Er gibt ihm den Mohnkranz, Herrmann setzt ihn auf sein Haupt.)

Herrmann.

Du schönste Krone aus des Vaters Händen,
Dich röthet mancher Tropfen Blut, doch klar
Verrinnen mir des Lebens letzte Tropfen,
Ich kämpfe nur für deine Rache, Vater.

Odin.

Die Vaterliebe ist das feste Band,
Das uns mit Menschen erst verknüpfen sollte;
Frey trete vor das göttliche Gericht,
Ein Auge bricht, doch volle Aehren brechen
Empor nach wenig Zeit aus Todtenschedeln,
Und wie der Mantel, der uns hier gedeckt,
Sich lebenlos entfaltet und zerfällt,
So strebt hervor die Fülle neuer Schöpfung
In bunten Würmern ungeduldig frey.

Herrmann.

Wie Räucherduft am Hochaltar sich hebet,
Daß frey der Geist mit seinen Wolken schwebet,
Zum fernen Himmel unsre Seele hebet,
So zündet deine Rede Frühlingggluth,
Ich fühl' zur höchsten That den frischen Muth.

(Nach der Seite des Lagers hinrufend.)

Kommt meine Freunde, denn jetzt fehlt kein Gast.

IV.

(Die Krieger versammeln sich um sie mit Blumengewinden und andern Hochzeitzeichen, sie treten erschrocken zurück, als sie die entseelte Freya liegen sehen.)

Herrmann.

1.

Gebt mir die Hand! Noch kann ich fassen Freunde,
Doch fessellos entschwebt nun bald mein Geist.
Ihr habt besiegt des Vaters alte Feinde,
Seht hier den Vater, unter uns ein Geist.
Er mahnet mich zur himmlischen Gemeinde,
Er ist es, der mich ew'gem Krieg entreißt,
Er führt mich ein zum ew'gen Mayenleben,
Mein Schwert und Schild muß ich zurück euch geben.
(Er nimmt die Waffen, welche der Brautbaum beym Verbrennen
hat herabfallen lassen und das Schwert von seiner
Seite, er will sie dem Hauptmann übergeben, keiner will
sie annehmen, sie lassen die Hochzeitkränze fallen, die
Hochzeitfackeln erlöschen.)

2.

Wiss't, felsenfest steht im Entschluß mein Wille,
Denn nicht verwaiset lass' ich euch mein Reich,
Damit nicht Streit das weite Land erfülle
Um meine Waffen, die ich dar euch reich',
Erkennt die Weisheit, die ich euch enthülle:
Dieß ist die Fürstinn, die ich euch bestimme,
Wer sie verwirft, erhebe seine Stimme.

(Während der drey letzten Verse hebt er Aslauga, die vorher verdeckt war, auf die innere Fläche seines Schildes.)

3.

Aslauga ist's, die letzte vom Geschlechte
Des Inkar, der vom Thron den Vater stieß,
Als ich durch Inkar's Tod die Schandthat rächte,
Da schwor ich, daß ich keinen übrig ließ,
Die fromme Flamme war geweht in's Schlechte,
Wohl mir, daß Rettungswind von oben blies:
Mein Vater ist zu mir herabgestiegen,
Die Rache in dem Herzen zu besiegen.

4.

Die Feindschaft unsrer Stämme wird nun enden,
Die Sonne sinkt, mit ihr der letzte Streit,
Die hellen Strahlen wird sie morgen senden,
Wo alte Lieb' und Freundschaft sich erneu't.
Den Dank müßt ihr allein zum Vater wenden,
Er ist es, der mit Frieden euch erfreu't;
Der Friedensbaum wird Schattenäste treiben,
Wenn ihr wollt einig treu dem Kinde bleiben.

(Seine Krieger nehmen die Waffen an, er drückt ihnen einzeln die Hand, sie weinen, dann übergibt er ihnen Aslauga, die sie im Schilde tragend hoch über ihre Häupter erheben.)

Heymar.

5.

O gütig, liebevolles, ew'ges Wesen!
Wie alle vor dem großen, letzten Scheiden
Den neuen Frühling fühlen, ihm genesen,
Den trunk'nen Blick in blauer Ferne weiden,
Wie sie vergessen, was sie sind gewesen,
In Jubelreigen sich verwandeln Leiden.
Im Blitz der Nacht erscheint dem Wandrer Vaterland,
Aus dem er in das fremde Leben ward gebannt.

Herrmann.

6.

Ich fühle, wie mich Abendwinde mahnen,
Zu ziehen in mein wahres Vaterhaus,
Ich schau' des Himmels ew'ge Friedensfahnen,
Sie hängen blau am goldnen Himmel aus,
Ein heller Klang will mir die Wege bahnen,
Im Abendroth erblüht ein Abschiedsstrauß.
(Er winkt ihnen sprachlos ein Lebewohl, er küßt Freya
und hebt sie auf einen Arm, den andern Arm faßt Odin,
er blickt noch ein Mal auf zum Himmel, der glühend roth
in den letzten Strahlen der Sonne scheint.)

Das Köstlichste trag' ich in meinen Armen
Vor Gott, er wird sich meiner auch erbarmen!

(Er legt sich an Odin, dieser führt ihn der Höhle zu, die Krieger knien nieder und bethen.)

Odin.

Ich erwache, fühl' mich fest umhangen,
Meine Kinder hängen mir am Halse;
Meine Seligkeit ist nicht Verlangen,
Meine Zeit ist im Genuß vergangen.

(Bey diesen Worten führt er Herrmann mit der todten
Freya im Arme nach der Höhle und steigt ihnen nach,
man hört ihr Niederfallen.)

V.

(Nach einer langen Stille erhebt sich Aslauga auf dem Schilde.)

Aslauga.

Ihr Männer schließt die Höhle der Druiden,
Damit kein Frevel stört der hohen Seele Frieden.

Heymar.

O Wunder, dieses Kind hat nie gesprochen.

Hauptmann.

O wunderheil'ge Schmerzenszeit, wo Kinder
Belehren und die Todten wiederkehren.
(Die Krieger stehen auf und wälzen gemeinschaftlich große
Felsstücke vor die Oeffnung der Höhle und hängen Herrmann's
Waffen darauf. Als die Höhle geschlossen, ist
es dunkle Nacht geworden.)

Aslauga.

Viele können Felsen tragen,
Einer kann nicht Alles wagen!
Besser ist zusammen halten,
Als nach eig'nem Willen walten;
Denn der Tropfen muß erliegen,
Wo der volle Strom kann siegen.

Alle.

Siegen! (Der Wiederhall ruft es dreyfach nach.)

Aslauga.

Geschlossen ist die Höhle, so der Frieden,
Der ewig die Geschlechter hat geschieden,
Es muß der Tod des Herrmannstamms betrüben,
Doch denkt, daß große That nie todt geblieben,
Daß Enkel noch des ersten Herrmann Schlacht erfreue,
Und sich in später Zeit am neuen Rom erneue.

Alle.

Treue! (Der Wiederhall ruft es dreyfach nach, sie
ziehen Schwerter, legen ihre Finger darauf und huldigen
der Aslauga, die hoch erhoben unter dem Getöne der Trauermusik
fortgetragen wird. Als der Schauplatz leer worden,
wüthet ein heftiger Sturm und die Zeiten drängen sich
schnell fort bis zur Mitternacht.)

Schlußlied.

Ida kommt festlich gekleidet, mit Blumen und Früchten belastet über den Berg, sie fällt einige Mahl in dem Halbdunkel des Weges.

Ida.

Mein Herz ist so ängstlich zu fröhlichem Spiel,
Es bebet in Lust und ich wähne in Schmerz,
Die Wolken, sie jagen am Himmel sich viel,
Und wechselnd bewegen Gedanken das Herz:
Gebeth wird den Schleyer der Ahndung entziehen,
Aus Andacht die Zweifel dem Busen entfliehen.

(Sie bekränzt mit Blumen das Kreuz vor Odin's Hütte.)

Mit Blumen umkränze ich Ew'ger dein Bild,
So weihe dem Leiden der Liebenden Schuld,
Doch Göttlicher decke mit sternklarem Schild
Der Liebe vielheilige süßeste Huld:
Ein Festtag verschöne den kommenden Morgen,
Wie Nebel entweichen den druckenden Sorgen.

(Sie geht nach Heymdal's Hütte und ruft hinein.)

Mein Heymdal! Bald scheinet der Vollmond uns hell,
Schön nah't sich der ahndende festliche Glanz,
Von Strahlen erblinket schon jegliche Well',
Und jegliche rauschet im nächtlichen Tanz:
Du kommst nicht, du hörst nicht die zärtliche Bitte,
O Freya, wo bist du, denn leer ist die Hütte.
(Sie tritt in die Hütte und kommt verzweiflungsvoll zurück
und tritt vor Odin's Hütte.)

Erwache, mein Odin, sie sind dir geraubt,
Die Kinder, dein Heymdal und Freya sind fort!
O alternde Eiche vom Blitzstrahl entlaubt,
Ach schütz' sie, mich fesselt der ödeste Ort!

(Sie tritt in Odin's Hütte, kommt wankend heraus und sinkt am Bache nieder.)

Wie träumend, so fühl' ich zum Abgrund mich sinken,
Doch starr sind die Glieder um Hülfe zu winken.
Die Winde, sie brausen,
Mit Frost zu umwinden!

Thalwind.

(Hinter einem Gebüsche versteckt.)

Ach traurig wir sausen,
Das Leid zu verkünden.

Ida.

O könnte ich fragen,
O könnte ich hören!

Thalwind.

Ich komme zu klagen,
Dein Elend zu hören.

Ida.

Was kömmst du zu wecken,
Wag traurig mir träumet.

Thalwind.

Das Dunkel soll decken,
Wo Freya nicht träumet.

Ida.

Ist Heymdal gestorben,
Mein Herz ist schon todt;
Ist Freya gestorben,
So blühend, so roth?

Thalwind.

Warum mußt du fragen,
Die Blumen schon klagen,
Sie senken die Blätter
Und fürchten bös Wetter;
Doch sternklar der Wagen
Geht ruhig am Himmel,
Die Rosse, sie jagen
Im hellen Gewimmel!

Ida.

Ganz athemlos die Rosse,
Sie treiben, über mich fallend,
Zum dunklen Felsenschlosse,
Die Räder über mir hallend.

Wo sind geblieben alle,
Der Wagen hat sie erschlagen,
Verflogen in dem Schalle,
Vom Winde fortgetragen.

Thalwind.

Sie ruhen im hohen Saale,
Du jammerst am Thränenbache,
Sie trinken die güld'ne Schale
Am blauen Himmelsdache.

Ida.

Allein mit Trauerlüften,
Von allen verlassen,
Allein bey frischen Grüften,
Wie einsam verlassen!
Mein Grablied singen Winde,
Es thauet vom Monde nieder,
Die Asche streuen Winde
Durch trauernde Lieder.

(Sie erschrickt vor dem Monde, der sich glühend roth erhebt, sinkt in den Strom und wird von ihm heruntergetrieben.)

Vom Nachen getragen,
Mein Nachen versinket,
Mein Leben verklaget,
Die Zukunft ertrinket.

Im Schilf ist ein Rauschen,
Im Grase ein Säuseln,
Die Vögel, sie lauschen,
Die Wellen, sie kreiseln.

Die Sterne, sie schießen,
Und grüßen die Quellen,
Die Quellen, sie fließen
Zum Meere als Wellen.

Da finden sie wieder
Die hier sich verloren,
Der Liebe Gebrüder
Im Thale geboren.

Des Schaumes Gefieder
Erglänzt im Gesange,
Ich höre die Lieder,
Ich athme schon bange. (Sie versinkt.)


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