Theodor Storm
Der Spiegel des Cyprianus
Theodor Storm

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"Was sprecht Ihr?" sagte die Gräfin; "ich sehe sie ja nicht."

"Dort, dort!" rief wieder der kleine Kuno. – "Ach!" setzte er traurig hinzu, "nun sind sie fortgeflogen."

Da sank die alte Amme auf den Stuhl zurück. "Unser Kuno ist gerettet!" rief sie und brach in lautes Schluchzen aus. "Eure Liebe hat das getan und hat den Fluch hinweggenommen von dem Werk des alten Meisters!"

Die Gräfin aber stand und blickte selig lächelnd in den Spiegel. Auf seiner Fläche schwamm wie Duft ein Rosenwölkchen, und deutlich schimmerte ein schlummerndes Kinderantlitz daraus hervor. "Wolf soll es heißen, wenn's ein Knabe ist; Wolf und Kuno!" flüsterte sie leise. "Und laß uns beten, Amme, daß sie glücklicher werden als die, so einstens ihre Namen trugen!"


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