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III. Ön Adam seine Narreteien.

1. Dár Adamvödá.

Zur Beleuchtung der sozialen Frage.

Du! Kennst ön Adamvödán nöt?
Ön Adam von dá Leiten?
Der Schlánkel is voll Narretei
Und doh von lautá Gscheidten!

Náchst náchst, neulich. trumpf i stád von Rohrbáh Rohrbáh, Rohrbach. hoam,
Da gögnt á má, dá Vödá,
Und schaut so hárb und ärgerli
Wia neun Tag Rögnwödá.

»Adam,« so sag i, »hat di mehr
Dá Nárrisch grüaßen lassen?
Hast wiedá wo á Grülln gstrott –
Was treibt di denn áf d' Straßen?«

»Da sollt á Mensch nöt peini wern!«
Sagt dráf dár Adam sieri;
»Wann oan' á so á Trám begögnt
Wird áh dá Gscheidtist irri.«

»Vázöhl dein' Trám,« so sag i dráf,
»Is's mehr á Lug á feini?«
»Eijodá!« pfaust dár Adam, »moanst,
I loig so fadenscheini?

Iatzt mörk nár áf – i han schan lang
Nöt recht begreifen kinná,
Warum denn 's Geld so seltsam is –
Mörk áf, iatzt wirst á's inná.

Dár Adam (moan nöt eppá mi)
Hat 's Párádeis várössen
Und is án ötlá hunert Jahr
Aus Straf nu umágsössen.

Neunhunert Kiná hat á kriagt,
Án unerherta Schübel Schübel, Menge.;
Doh, wann má roat't, wia lang sein Löbn
Hat groacht – wer náhm eahms übel?

Selm unsá Herrgott nöt, grad der
Wollt eahm dö Kiná schenká,
Dámit á si um 's Párádeis
Tát wengá abikränká.

Und oanmal hat si Gott dámahnt
Und wollt in Augnschein nehmá,
Wia's eppá drunt áf Erden gáng
Und is zun Adam kemmá.

Is da á Jubel förti worn!
Da sán dö Kinderl gsprungá
Und habn zun liaben Herrgott gsagt:
»Herr Gott, was hast denn brungá?«

Und unsá Herrgott lacht dázua,
Er hat's nöt übel gnummá
Und fragt ön Adam: »Wie viel sán's?«
Der sagt: »Um hunert umá!«

Er hat si gschamt, dö ganzi Zahl
Vor unsern Herrgott z'sagn;
Á Neuntel hat ár einbekennt,
Dö anern untáschlagn!

Dá Herrgott schaut'n finstár an:
»Das hoaß i wiedá glogn!
So hast denn deini Kindá selm
Um Glück und Sögn betrogn!«

Und trauri is á wiedá fort,
Gern hiat ár alli gsögnt,
Wár eahm dár Adam nöt so köck
Mit derá Lug begögnt.

Iatzt kann á just áf hunert schaun,
Acht Neuntel kriagn koan Bissel;
Ná grad, wer von dö Hunert stammt,
Sitzt bei der vollen Schüssel.

Das is dá Trám, mei Vödámann,
Iatzt geh ná wiedá weidá
Und stammst nöt von dö Hunert her,
Bist ár á Hungáleidá.«

So hat á gsagt und schaut már aft
I 's Gsicht und zahnt wia 's Luadá!
Recht is má gschehgn – zwö geh ön an jemand angehen, hier sich an jemanden reiben.
Dá Adam is koan guetá!

2. Dár Adam und d' Zimmáleut.

Dár Adam braucht án noihi Zaug Zaug, Zuggespann.
Und tuat áf Rohrbáh eini;
Dá Markt is schlecht, nix Rárs is da –
Er wird schan völli peini.

Was will á toan? Er káft si z'löst
A Paar váschmognö váschmogn, verkümmert. Echsel Echsel, junge Ochsen.
Und denkt si: táns koan guat, so kimmt
Ja d' Zeit, wo igs váwechsel!

So treibt á hoam und wár schan froh,
Wann 's Treibn nár oanmal gar wurd,
Weil mit dem Paar án iadá Mensch
Von Zorn á ganzá Narr wurd!

Da kimmt á bán án Haus vobei,
wo d'Zimmáleut nu döckán
Und Zeit und Weil habn, dáß's ön Kragn
Áf d' Straßen abáröckán.

»Der hat si á Paar stádi stád, still, langsam. káft!«
Moant oaná und zahnt abá;
»Herst Adam,« schreit án frozlád an,
»Brauchst nöt án fösten Habá Habá, Gehilfe zum Halten.

»O mein,« sagt dráf dár Adam, »schau!
I frött mi bis in d' Fasten;
Aft laß i's ár in 's Zimmern gehn
Da kinnáns loahn und rasten.«

3. Á Máhrl von Adam.

Án Strit hat's göbn in Himmelreih
Váwögn á Schildwachstehn;
Dá Petrus hat án Grausen kriagt
Und will eahr gehn.

Er is schan müad und will sein Amt
Án anern anvertraun;
Dö Heiling sán válögn und tán
Um Aushülf schaun.

Án iadá schlagt án anern für
Und sagt sein Moanung frei;
Lang dispádierns schan umánand
Und wern nöt glei.

Áf oanmal meldt si oaná hint:
»I woaß zu derá Tür
Nur oan, der páßt: ön Isidor!
– Den schlag i vür!«

»Ön Isidor? Das is á Baur,«
Wendt oanár ein, »der Kunt
Páßt nöt, weil er koan Herrn und eahm
Koan Herr vástundt!«

Dá Petrus lacht: »Áh! – nehmts'n ná!
Dár Isidor is recht;
Da braucht's koan Bauán nöt ámal –
Ös richt's á Knecht!

Und zwögn dö Herrischen! – meints ös:
Dö machán gar koan Gscher!
Mir kint's is glaubn: dö mehrá Weil
Findt koaná her!«

Dös Máhrl hat in Wirtshaus wo
Dár Adam vürábracht;
Dort hiaten d' Herrn so gern aus eahm
Án Narren gmacht!

4. D' Jagdkarten.

Simani is kemmár, á Schneeberl hat's gmacht,
Morgn habn már á wundáschens Neu, Neu, frischer Schnee.«
So meldt si dá Jágá in Wirtshaus und lacht:
»Heh, Schützen, wer is denn dábei?«

Dábei wárns wohl gern, avá – d' Jagdkarten zahln –
Zwen Guldn – und ön Waffenpaß áh –
»Geh hoam!« sagt iatzt oanár, »und laß dá was mahln,
I gáng nöt, wanns wiadáwöll wá!

Für aner Leut schiaßen und 's Geldel váschlagn,
's Gwand zreißen – da wár i á Schaf!
So gern i sunst jáger – das will i nöt wagn –
I bi koan Báron und koan Graf!«

»Was Karten und Paß«, schreit án anánár áf,
»D' Schandármá, sollten nöt sein!
Án Schützen afangá – in den Stuck sáns bráv,
Sunst kann má's nöt habn und dáschrein!«

Jatzt höbt si dar Adam und sagt: »wia mi ziemt
So rándst di z'viel abi zwögn dem,
Bis dáß uns d' Schandármerie übási übási kommen, Herr werden. kimmt,
Da hat's nu á kloans Àpástem! Ápástem, hat es seine Wege.

Morgn jágern már alli, wia's da sáds bánand,
I hoff, dáß si koaná nöt ziagt,
Und kimmt á Schandár áf'n Trieb odá Stand,
So halts enk an das, was aft gschiagt.«

»Glaub's gern«, brummt á Zweiflá, »du fragst nix dánah,
Hast Karten und Waffenpaß glest
Und stánd aft dá Kunt mit'n Födábusch da,
Aft zahnádst und lachást, – vástehst?«

»Halt's Mäul«, schreit án anáná, »kennst'n nöt recht
Ön Adam, drum röd eahm nix ein;
Denn wann á nöt mehr als wia 's Zahná vámecht,
So müed á dár Adam nöt sein!«

»So gilt's«, sagt dár Adam, »morgn sádts in dá Heh,
Und dáß si nöt oaná váweilt!
Ön Hörbiká Birát Birát, Birkenwäldchen. sán fünf Stückel Reh,
Dö kemmán uns, wann's uns nöt faihlt.«

»Gehst mit?« fragt dár oan', »das vásteht sie, ná jah!
Das glaub i – i áh und i áh!«
So surmt's duránand, selm dá Zweiflá sagt: »pah! –
I kimm und wann's wiadáwöll wá!«

Ön Wirtshaus is's lár worn, dár Adam geht hoam
Und hat's áf'n Wög nu wem gstöckt gstöckt, verraten.,
Der geht nu áf L...b..., dort hat ár á Moahm,
Dö hat's ön Schandármán entdöckt.

Dá Führá will selbá den Vögelfang wagn
Und zupft si sein Schnauzá voll Freud,
Das kann eahm á scheni Belobigung tragn
Und is gar nöt müahsam und weit!

Er macht si sei Roat und studiert si bráv a,
Kimmt gar nöt zun schlafen án Eicht überlegt.;
Dár Adam, der Schlánkl, roat't gar nöt viel nah
Und nimmt si dö ganzi Gschicht leicht.

Kám liacht is's nu gwön, hat á d' Büchsen schan gfangt,
Dráf zuckt ár á saubás Trumm Spöck,
Tuat d' Jagdkarten nehmá, wia 's Jagdgsötz válangt
Und macht si ganz flink áf'n Wög.

Alls is's schan bánaná – dá Jágá voran
Mit'n Hunden und Treibern halt't still: –
»Iatzt kimmt áh dá Adam, iatzt, Leuteln, geht's an,
Wer anerst heunt mitjágern will!«

Kám habns á weng triebn, hat's schan tümmelt und kracht,
Án Bock und fünf Hasen hat's tragn;
Grewellt hat's in Wald, wia bán Kriag in dá Schlacht,
Wos gar um koan Jagdkarten fragn.

Iatzt kemmáns zun Birát. – Dár Adam álloan
Denkt heunt ön koan Bock áf'n Stand,
Schaut bámföst áf L... und siagt hintán Roan
Ön Führá sein kaiserligs Gwand.

Schan da? denkt dár Adam, wartst wohl á weng zua,
Bis wiedár á Trieb is in Gang?
Na wart ná, du kannst dá heunt strabeln nu gnua, –
Zwö suachst dár uns Bauern zun Fang!

Und richti! – d' Hund stöbern schan wiedár in Wald,
Und d' Treibá vollführn eahr Grewell;
Dár Adam schaut wiedá: »Iatzt kimmt á gen bald –
Dort springt á schan her, meinerseel!«

Iatzt wird der Kunt rennát und rennt bán Schandárm
Vorbei und von Schütznán dávan,
Schreit alliweil »áfgschaut!« und schlagt án Álárm,
Dáß gschwind án iads weitá nu kann.

Und hinter eahm drein mit den langmechting Fráck
Springt schneidi dá Führá, schreit: »Halt!
Halt, Spitzbub!« und will'n schan fangá bán Gnáck,
Greift faihla faihla, fehlt. und stolpert und fallt;

Kimmt wiedár áf d' Háxen und füeßelt eahm nah,
Dár Adam schnöllt aus wiar á Bolz,
Springt hin über d' Wiesen und sötzt über'n Bah
Und suacht si á Fehrán in Holz;

Springt dran und krátscht áffi mit Flinten und Stock
Und hodelt hodelt, hockt. si niedár áf 's L...,
Iatzt kimmt der Herr Führá mit'n wáchelnden Rock
Und schaut wiar á Müllná vor'n Bloh!

»Herunter vom Baum!« schreit ár áffi und fluacht.
»Was steigt Ihr dort, Lümmel, hinauf?«
»Vázeigns«, sagt dár Adam, »den Platz han i gsuacht,
Dámit i mi ausküehl von Lauf!«

»Herunter!« »I mag nöt!« Und weiládi weilád, nachgerade. ziagt
Dár Adam sein Spöck aus'n Sack,
Nimmt 's Brot samt'n Mössár und macht ganz vágnüagt
Z' hechst obn áf dá Fehrán Mittag.

Was machen? so roat't iatzt dá Führá und wirft
Sei' Büchsen áf d' Erd und fangt an
Zun nachisteign, ob's eahm á d' Haut weggáschürft –
Er denkt si: i kriag di nu schan!

Von Fráck hängán d' Fetzen und d' Hosen is hin,
Von Händen und Wangán rinnt 's Bluat, –
Wer fragt danah, wann i ná drobn ámal bin,
So denkt á und faßt wiedá Muat.

Iatzt hat án dároacht. »Und nun, Kerl, wo sind
Jagdkarten und Waffenpaß?« – »Hier!«
Sagt ernsthaft dár Adam und zoagt eahm's gar gschwind:
»Da han i dös wichti Papier!«

Das is enk á Gsicht gwön von Führá! »Was trieb
Euch dann auf den Baum, Ihr Kujon?«
»Und wann i mei' Löbátág knotzen da blieb,
Herr Führá, wen gángát's was an?«

»Was lauft Ihr davon mit dem Paß im Besitz,
Und macht mich zum Narren, Ihr Klotz?«
»Herr Führá, was táns má denn nach wia dá Blitz?«
Sagt wiedá dár Adam zun Trotz.

Und z' End is's iatzt gwösen dö Paßsuacherei,
Dá Führá steigt wiedá von Bám,
Er richt si sein zrissená Fráck á weng glei
Und sutzelt si 's Bluat von dö Dám.

Dár Adam hat z'erst nu sein Spöck untábracht,
Aft macht á si wiedár áf d' Schuah;
Rund umár in Hölzern hat's kreamelt und kracht
Und d' Schützen habn pfiffen dázua!

5. Dár Adam áf dá Wacht.

Dár Adam hat án guaten Freund
Zun Leut kuiniern und streitn;
Er is dö mehrá Zeit um eahm:
Dá Hánsel von dá Leitn!

Dár Adam nimmt ön Trumpf in d' Hand,
Dá Hánsel spielt eahm drein;
Und sitzt eahr wo á Gimpel áf,
So geht á grausli ein.

Und habns koan' Dritten in dá Máß in der Máß haben, zum Gegenstande des Spottes.,
So bringán sö's schan z'wögn
Und tán si selm á Boshát an,
Denn koaná is válögn!

Und kann dár oan' den anern an,
So wird koan' Müah nöt gspart;
Und wen's dáwischt, der lacht á weng
Und fallt's eahm nu so hart.

Dö mehrá Weil dáwischt's ön Hans
Und macht á's nu so gscheidt,
Dár Adam kummt eahm übási übäsi kommen, Herr werden.
Und übertrumpft'n weit!

Dá Hánsel denkt: »I kriag di schan
Nu dran, du feiná Gsöll!
So richt i's zsamm, dáß d' eingehn muaßt,
Magst achtgöbn wiadáwöll!«

Nöt lang steht's an, kummt d' Hánslin grennt:
»Meints Nahbá!« sagts, »dá Mann
Is kranki hoam, gehts, kemmts á weng,
Er is hautübel hautübel, es geht ihm miserabel. dran!«

»Nan mein! – So kann den áh was an kann der auch krank werden.! –
Wo faihlt's eahm denn?« – »In Magn!«
»Nan trest di!« sagt dár Adam dráf,
»Da kost's nöt glei ön Kragn!

I kumm schan!« sagt á, grüaß má'n fein!«
Und d' Nahbarin geht hoam. –
»So!« brummt dár Adam, »moanátst, Hans,
I gáng dár áf dein Loam Loam, für Leimrute.

An ötlá Tag sán umá gwön,
Da trumpft's schan wiedá her;
»Meints Nahbár Adam!« sagts, »i kám
In's Tribuliern schan mehr!

Dá Hánsel will má gáh dávan
Und machát 's Testáment;
Er hat schan Neichten, wor á si
Gar nimmá recht dákennt wo er besinnungslos ist.

»Was sagt má!« schreit dár Adam áf
»Da muaß i freili gehn!«
Er schudderts schuddert, hier schiebt. aussi bei dá Tür,
Aft bleibt á zahnád stehn.

»So trábi hast ás, Hánsel? – Schau!
– Und moanst, du kámst má vür?
Ön Adam wirst halt doh nöt z'schlau, –
Was gibst dá denn dö Müah?«

Er lögt si hin áf d' Ofenbánk
Und brennt si d' Pfeifen an;
A bissel geht's eahm um in Kopf, –
Ám End is doh was dran?

Da kummt's schan wiedá, 's Hánselwei:
»Mir habn á schan vágámt!« Er ist schon gestorben.
»Was?« schreit dár Adam, »meinerseel,
Aft han i alls vásámt!«

»So tua má doh den Gfalln nu heunt
Und wach má bei mein Mann!«
Sagt d' Hanslin, »kummt má gar neamd z' Hilf,
So renn i áh dávan!«

Da is dár Adam roatát worn,
Iatzt glaubt á's selm schan áh:
I gáng gern hin – und blieb gern da, –
Ja – wann's dá Hans nöt wá!

Á was, – wer mecht án söttán Gspoaß, –
Das wár má doh schan z'rund, –
»Nan, Hánsin, wann dá sunst neamd wacht,
So wach dár i á Stund!«

So is á furt. – Er kimmt ins Haus
Und siagt ön Hansen liegn;
Er schröckt si frei, so gscheidt ár is, –
Wer náhm si's eppá gring?

Und zweifelt hat á doh nu stark, –
Er kennt ön Hansen z' guat, –
Da macht á si zun Ofen hin
Und schaut si um á Gluat.

A weng á Mili schütt á dran
Und macht án schiachen Dell Dell, Dunst.;
Da hert á niasten niasten, niesen.; – »halt, dá Hans
Hat nu á warmi Seel!«

Dár Adam sitzt si aft zun Tisch
Und spricht ön Brandwein zua,
Wia, wann á nix vánummá hiat, –
Nan, agfaunzt agfaunzt, durchtrieben. is á gnua!

Mit'n Trinkár is ár áh nöt z'friedn
Und fangt zun Singár an;
Dö dümmern Liadel, dör á woas,
Dö singt ár eahm hidan.

Von »armá Heuschreck áf dá Wies«,
Von »Schneidá mit dá Goas«,
Und was á von dá »Hollástaudn«,
Von »Tanz und Kirtá« woas.

Da wird's lebendi áf dá Benk,
Dá Todti nimmt iatzt 's Wort:
»Bán Wachten muaß má hoamli sein,
Sunst geh ná wiedá fort!«

Dár Adam schaut á bissel hin,
Er nimmt si schiar dáweil,
Aft ruaft ár eahm schen glassen zua:
» Dö Todten halten 's Mäul

Iatzt schloift dá Hansel aus dá Hüll aus der Decke.
Und höbt si von dá Benk:
»Nan, kemmá bist halt doh zu mir,
Gfürt hast dár ár á weng!«

»Ja!« – sagt dár Adam, »das is leicht,
Da kám an iadá Tropf;
Doh, nimm ön Tod nöt wiedá z' Hilf, –
Der nimmt di sunst bán Schopf!«

*

6. Dár Adam und d' Deanstbotenfrag.

»Á Baur mit sein Hausgrund
Kann d' Ehhalten Ehhalten, Dienstboten. nöt gratn,
Sunst geht's i dá Wirtschaft
Bei Zeiten nah Schadn.

So bal á wen braucht,
Mag á neunmal nöt wölln,
Muaß á wiedár oan Knecht
Um den anern einstölln.

A Láß Láß, schlimme Seite. hat án iadá,
Das derf má schan sagn;
Má kann untá Hunert
Koan rechten dáfragn.

Iatzt is's mit dö Knecht
Wia bán Rössán schan bal:
Dös böst hat án Faihlá,
Was nutzt oan da d' Wahl!«

So druckt si dár Adam
Bán Rösselwirt aus;
Er brauchát án Knecht
An bewáhrten für 's Haus.

Das hert dá Holz-Michel,
A stinkfäulá Bua,
Und geht áf'n Adam
Mit'n Trinkglásel zua.

Er bringt bringen, zu trinken. eahm's und sötzt si
Nöbn seinár áf d' Benk;
Dár Adam laßt's gelten
Und zahnt nöt á weng!

Dráf tragt si dá Michel
Ön Adam glei an,
Und richti werns oani
Dö zween wögn á Lahn.

»Ganz recht«, sagt dár Adam,
»Begehr ná dein Sach,
Von Arbáten wird wohl
Hintnah ámal d' Sprach!

Hast avár án Wunsch nu,
So geht's schan dáhi;
Röd aussá, dáweil i
In Zuaghoaßen Zuaghoaßen, Versprechen. bi!«

»Wird fünfmal nöt gössen
In Tag und das fein«,
Sagt langsam dá Michel,
»Aft steh i nöt ein!«

Dár Adam, nöt fäul,
Hat áh d' Antwort glei gwißt:
»Was muaß i denn zahln,
Wannst den ganzen Tag frißt?«

7. Ön Adam seini Gedankár übá d' Eisenbahn.

Was wird's denn gen wern,
Wann dö Zeit ámal kimmt,
Wo dá Baur seini Bräuch
Von dá Stadt z' leichá nimmt?

Wo dá Stadtherr áf's Land geht
Und bildt si's just ein,
Will ár áf á Zeitel
Á Landpaschá sein?

Dá Baur wird aft aners rödn,
Anás dá Herr;
Án iadá vádráht, –
Nan, das wird á Málér Malheur.!

Dá Baur nah dá Schrift
Und dá Herr wird á Baur,
Koan schneidt si's recht zsamm zsammschneiden, gelingen.,
Wird án iaden recht saur!

Und 's End wird aft sein,
Dáß's án iadá vágißt,
Wiar á rödn soll von Art von Art, nach Herkunft, wie es selbstverständlich wäre. her, –
Das Ding is leicht gwißt!

Halb Fleisch und halb Fisch
Und halb afgwármt, halb frisch
Und halbs öckát, halbs rund
Und halbs kránkli, halbs gsund!

Dö Stadtleut wern kemmá,
Wern d' Landluft probiern
Und d' Wirt wern si richten
Und lernán aft 's Schnürn!

Dá Kramá wird Káfherr
Und 's Beisel Hotél
Und d' Nahtrin wird Máschándmod,
D' Höfang Höfang, Hebamme. Mamsell.

Dá Waldhäuselmann
Streicht sein Holzhütten an
Und gibt's für á Villá aus,
Kennst'n dá schan!

Aus'n Wald wird á Párk,
Aus dá Loamgruabn á Bad;
Selm d' Salsen Salsen, Sulzen, eingesottene Früchte, Blüten usw. und d' Holzöpfel
Kemmán in d' Gnad!

Und hintaussi, wo
's Zigárrethäusel steht,
Wird d' Schwöll á weng eingricht,
Dáß 's Schifferlfahrn geht!

Dö Stadtfräuln, wanns kemmán,
Wern heckeln und maln
Und ön Menschán wird schwerli
Mehr 's Pfoadflická gfalln!

Dö Frauná und Dámán
Wern steign wiar á Henn
Und gschwindi wird d' Bäurin
Den Zepperlschriatt Zepperlschriatt, Kurzschritt. gwehn!

Ös wird nöt lang anstehn
Und d' Seppin bán Bah
Muaß á Schnürleibel habn
Und dös Gschoppát hintnah Der Adam macht seine Betrachtungen zur Zeit des Cul.!

Und gibt's wo á Kuah,
Dö dös »Vürschiabn« nöt kann,
Brauchst gar nöt lang z'warten,
Fangts áh dámit an!

Und d' Manná wern ránti wern
Bei dá Zigárrn,
Und wern eahr in Mostkruag
Syphon einiláárn!

Wern si nimmá balwiern
Und án Tituskopf tragn
Und áf 's Weib statts dá Faust
Mit'n Spaziersteckerl schlagn.

Und d' Knecht wern si bámá,
Sán eh schan lang d' Herrn!
Statts dá Mehlsuppen werns bal
A Gollásch begehrn!

Von Sterz wird koan Röd mehr sein,
Werdts ös schan sehgn;
Mit dö zwiegspitzten Nudeln
Wirds aus sein und gschehgn.

Koan Fuadá wird her wern,
Koan Gsott und koan Gháck
Und ön Sunntá werns feirn
Mit'n Zilindár in Gnáck.

Koan Dirn wird mehr bachá
Und áfwaschen wölln,
Wird ehntá ön Spiagel
Zun Sauscháffel stölln.

Was habn denn dö Alten
Schan lang prophezeit?
– »Wann d' Seiden in Stall geht,
Is 's Weltend nöt weit!«

Zun Melá melá, melken. án Handschuah,
Ön Schlepp aft zun Köhrn,
A so wern si's machá, –
Wer wollt eahr's denn wöhrn?

Und faihlt eahr zun Mistfasten
Ah schan dá Muat,
Wo wird's oani göbn,
Dö dá Henn grabeln tuat?

Dö halbgwachsná Leutl
Und d' Schuelá voran
Wern koan Antwort nöt göbn,
Rödst ás hochdeutsch nöt an.

Da wird nimmá »g' Ihritzt«,
Nöt »gsoat« und nöt »gfroat«,
Und dá Hirtá mua »Sö« sagn
Zun Stiar áf dá Woad.

Dár »Eochs« wird án »Ochs« wern,
Und d' »Kuah« wird á »Kuh«;
Dá Baur und dá Handlá
Rödn nimmá per »Du«.

»Hán dödel dö dán?« »sind das die deinen« (Ochsen)?
Wird koan Wochábaur sagn,
»Das sán wohl dö deining?«
Wird's hoaßen, wanns fragn.

»Wann tuast denn áf Linz?«
Wird már áh nimmá hern;
A Tour- und Retourkarten
Werns halt begehrn!

Das alls wern má inn,
Wann má d' Eisenbahn kriagn;
Da wird si á Dell Dell, Dunst.
Von dá Stadt áffáziagn!

Wanns kimmt gen dö Zeit
Und sie stöllt si bald ein,
Wir i, wann i nu löb,
Wohl án Oansidlá sein.

Dort hin áf'n Plöckástoan
Is's ja nöt weit:
Dort obn áf dá Schneid
Huast i abár áf d' Leut!

8. Dá Schimmelkauf.

Dár Adam is á
Bein Soldatená gwön
Drum hert mán gar oft
Vo dö Raiserling rödn.

Und, wann á guat aufglögt is,
Fangt á gern an;
Da kimmt aft dö Gschicht
Mitn Schimmelkauf dran.

Er spreizt si nöt lang,
Wirft eahm 's Hölzel wer hi:
»Was hast denn dálöbt
Bei dá Infanterie?

Hast nöt ámal Roß káffen
Wölln vo dein Herrn,
Ön Oberst unt z' Linz?
Odá sagst ás nöt gern?«

»Eijodá!« Eijoda, Ei ja doch. sagt gwenli
Dár Adam aft dráf,
»Dö Gschicht is so dumm nöt,
Drum losts á weng áf!

I bi mit dö Spetzeln
Ins Uafáhr gern grennt
Ins Wirtshaus, má hats dort
Bán Stádelbaurn gnennt.

Dá Dreimötzenhosenwirt
Hat dort regiert
Uns hat awá d' Hosen,
Dö weit nöt schenirt.

Bráv zöcht habn má dort,
Habn chineselt und kratzt
Und oft dö ganz Zuabuaß
Vo hoamt her vápatzt.

Da han i ámal,
wias schan geht und wias gschiagt,
Án Affen so groß
Wiar á Haus nöt gar kriagt.

Damit muaß i hoamgehn
In d'Wassá-Kássárn;
Ja, wann már ná entá
Dá Bruck ámal wárn!

's Gehn hätt si nu gmacht,
Awá 's Hirn hat má töbt;
I hätt mit án iaden
Gern Hándel anghöbt.

Da sprengt áf án Schimmel
Á Reidá dáher,
I han'n nöt kennt,
Is á der odá der!

Dö Anern habn ausghabt sind ausgewichen.
Und grüaßt auf dá Bahn
Und i, der Strumpf-Kini,
Fang 's Anzwidern Anzwidern, stänkern. an!

I fragn: »Was kost' denn
Dein Schimmel da, herst?
I káf dárn gen a,
wannst nöt gar zviel begehrst!«

Jatzt denkts engs: Mein Oberst
Is's gwön und er halt
Sein Rössel in' Lauf an,
Ös kost'n án Gwalt!

An anerná hätt
So án Gspoaß gar nöt glittn
Und hätt mi vo Zorn
Mit sein Roß übárittn.

Er siagt meine Spetzeln
Und kennt 's Bátaillian
Fragt á um mein Nam
Und aft reit á davon.

Iatzt bin i wohl nüacht warn
Und stöll más schon für:
Krumpgschlossen á Jahr
Hintá Riegel und Tür!

Das kann dá nöt ausbleibn –
O Narr, der i bi!
Und hau mi vor Jammár
Áfs Bött á weng hi.

Han spekuliert
Hin und her in oan Trum,
Aft wird má nu trámád,
Ös bringán mi um!

Dá Tag is in' Hergehn,
Má blast schan Rewell;
Da kimmt iatzt von Oberst
Dá strengi Befehl:

Dá Adam Senghuabá
Soll schnell zun Rápport;
Iatzt denkts eng mei Lag,
Wia má gwön sein mag dort!

I kimm in á Zimmá,
Is voll Offizier,
Dö schaun so i mir,
Dáß i kniaziadrát wir.

Ganz vorn is dár Oberst,
Der Augn auf mi macht,
Als hätt i was gstohln
Odá gar wen umbracht.

Er dráht in sein Schnautzár,
Aft hat á má deut':
»Du kaufst meinen Schimmel,
Was gibst du denn heut?«

Gmoant han i, er sticht mi
Mitn Augnár ins Herz,
So schwah bin i worn,
Wiar á lengsottná lindgesotten. Sterz.

Drauf han i má denkt:
Iatzt is eh schan oan Ding,
Á, wann i mi erst nu
In d'Schmier eini bring!

Dá Gspoaß in mein Affen
Hat völli vágratn;
Vielleicht kimmt má nüachti
Án anerná z'statt'n!

»Herr Oberst«, so sag i,
»I bin nöt der Mann;
Das geht ganz án anern,
Nöt mi eppát an!

Der göstern ön Schimmel
Gern káfft hätt, hat tracht
Und hat si heut Nacht
Ausn Staub nu gschwind gmacht!«

Rundumá habns zahnt
Awá zlachá nöt gwagt;
Dár Oberst hat schiar
Á weng g'schmutzelt und gsagt:

»Du bist ein Erzschlingel,
Das steht einmal fest:
Statt Krummschließen
Sechs Stunden Zimmerarrest!«

9. Dár Adam als Politisirá.

In Wirtshaus sitzens heunt bánand,
Dö Baurn vo Zwickeledt,
Sö dischkárirn vo alláhand,
Wias halt bán Bierkruag geht.

Politisiert habns ár á weng
Nöt nettá d' Gurgeln g'woackt;
Dár oan hat viel, dár aná z weng
Vo sein »Vástehsmi« zoagt.

Dár Adamvödár is dábei
Und lost eahr hoamli zua;
Da schreit iatzt oaná: »Meinátreu,
Ös plauschts má lang schan gnua!

Dár Adam hat nu gar nix grödt,
Er soll sein Moanung sagn!
Was glaubst denn du, du bist mein Göd,
Da derf i di schan fragn!

Wer tragt denn d' Schuld dávan, dáß d' Welt
Und 's Löbn so saur is warn?
Du moanst wohl á, sag's aussá, gelt:
Da Wagn is ganz váfahrn!«

»Ja!« sagt dár Adam, »scheel get's wohl,
Das kennt án iadá Mann:
Dá Wagn, der richti g'führt wern soll,
Bummt alli Augnblick an.

Nöt nettá grad bei uns ná glei:
Dö ganzi Welt hat's schlecht;
Ös faihlt halt bei da Kutscherei,
Sunst gáng dá Wagn schan recht.

Dá Wagn is 's Land und 's Volk is 's Roß,
Zween Kutschá sitzen obn;
Dö tán si nettá streiten bloß,
Das kann koan Mensch nöt lobn.

Dár oan hat d' Peitschen in dá Hand,
Wixt drein wia mit án Zen;
So jagt ás Roß auf Mord und Brand,
Nöt schnell gnua kanns eahm gehn.

Dár aná mit 'n Radschuah treibt
Just dös vákehrti Gspiel,
So dáß dá Wagn schiar stöcká bleibt
Und 's Roß nöt weidá will.

Beiläufi kinnts eng denká, wer
Dö zween Kutschierá sán:
Á Gispel der, á Summsá der,
Dös Volk und Land vátán.

Wo oaná just den anern irrt
Und wög von Plátzel taucht,
Statt, dáß án iadá das tentiert,
Was Wagn und Rössel braucht.

Mit oan alloan is's allmal nix,
Vánetn sán all Zween;
Drum brauchts án Radschuah, braucht á d' Wix,
Aft kann erst 's Fuhrwer bstehn!

Das sollns schan selbá wissen á
Und soll dár oan oft schrein:
He, Freund, mir geht dö Gschicht schan zgáh:
Lög doh ön Radschuah ein!

Dár aná wiedá: Freunderl, nimm
Dein Goaßl z'hilf und schau:
Mir sán á bissel stöcká bliebn,
Drum sám di nöt und hau!

Aft gángs dáhin mit Roß und Wagn,
Berg auf, Berg a, – wias kimmt,
Und derfát má nöt Sori tragn,
Was's für án Endt als's nimmt!

Wiar is's denn bei dár Eisenbahn?
Dá Hoatzá hoatzt, dáß's rauckt;
Dá Bremsá lögt sein Bremsen an, –
An iadá, wanns just taugt.

Das sollt' ámal vástanden wern,
Aft kám á scheni Zeit
Und kanns á 's Land und Volk begehrn, –
Iatzt faihlts nu himmelweit!

Iatzt wißt's mein Moanung, Leutel, gelt?
Dös Gleichnus geht eng ein?
I selbá mecht iatzt auf dá Welt
Der Mann mit'n Radschuah sein!«


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