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I. Einleitung: Persönlich-Charakteristisches.

1. Mein Gustá.

In oan Trum fort lachá,
Das kann i nöt gwehn
Und doh is's má liabá
Als her i wen flenn.

Da páßt's má schan ehntá,
Wann oans á weng trutzt,
Awá oans gfallt már allmal:
Wann oaná schen schmutzt!

2. Ön Mehldorn für mi!

Für'n Purschká und Zöhrer
Án Rosenmari;
Für'n Stelzhamer 's Nágel Nágel, Nelke.,
Ön Mehldorn für Mehldorn, Weißdornstrauch. mi!

»Á deamüatigs Gleichnuß!
Hat áh nöt viel Sinn!« –
Geduld, mein liabs Freundál –
Ös stöckt schan was drinn!

Dá Mehldorn is freili
Nöt g'ehrt und nöt g'acht;
Wachst her wiar án Unkraut
Und wird nöt betracht.

Er blüaht áfn Roanán,
Is frisch und is gsund;
Und suacht si án fösten
Und ausgiebing Grund.

Anmittár is d'Blüahbloam Blüahbloam, Blüte.
Und d'Frucht nöt dö böst;
Avá d'Blátteln sán saubá
Und treibn tuat á föst.

Dá Müllná váwendt'n
Zun Grindtel als Bolz
Und fragst'n, so sagt á:
»Das is dös böst Holz!

Das laßt nöt, das reißt nöt,
Das gibt gar nöt nah;
I wüßt má nöt z' toan,
Wár dá Mehldorn nöt da!«

Á Baur, der was kennt,
Schnoat schnoaten, schnitzeln. si'n áf zun án Zaun;
Da sollt si á Has
Odá Henn zubitraun!

Dá Gartná woaß's áh,
Was á wert is, der Dorn,
Und zaubert eahm Birn áffi
Hinten und vorn.

Und wannst áf dá Bahn fahrst,
Dö sunst schiar nix kennt
Wia 's Geld, siagst ön Mehldorn
Von drent und herent.

Bald macht á Spálier
Und bald deant á zun Putz;
Dá Mehldorn, má glaubt's nöt,
Is doh zu was nutz!

Koan Bám is á freili nöt,
Bildt eahms nöt ein;
Doh – wann más grad haben will,
Kann's áh oaná sein!

Oans han i vágößen –
Das sán seini Spitz;
Je schörfá dár Angriff,
Je gröbá dá Ritz!

Sunst is á nöt zwidá
Und laßt si viel gfalln;
Drum gfreut mi dá Mehldorn,
Er gilt má vor alln!

I han'n schan áfgsötzt,
Mein Willn, wann i stirb:
» An Mehldorn áf 's Grab!«
Denn der Strauch is mein Liab
!

Für'n Purschká und Zöhrer
Ön Rosenmari;
Für'n Stelzhamer 's Nágel,
Ön Mehldorn für mi!

3. Mucken.

Heunt hat má wiedá was dáhert! –
Á so á Falschheit sollt má gwehn?
Is denn dö ganzi Welt nix wert?
Mein liabá Gott, wia is má denn?

Mi ziemt, i gher nöt intá d' Leut, –
Is das á windvádráhti Zeit! –
Á gradá Michel tuat si schwár,
Denn d' Liab is hin und d' Schneid is rár.

Ös muaß nöt für eahm selbá sein,
So lögt á si für d' Wahrát ein;
Und habns án anern besli tan,
So nimmt á si, wia's recht is, an.

Drum gibt's eahm allimal án'n Riß,
Wann d' Welt so nadágángi voll Schliche. is,
Und wann si wer, der d' Leut nöt kennt,
Sein Nasen odá 's Mäul vábrennt!

Is das á Lumperei um 's Löbn!
Wem hat's nöt oft án'n Sengá göbn?
Und wagt si wer und richtát's glei,
Der sengt si 's Hirn und 's Herz dábei.

So ránt i mi und roat á Zeit –
Má kimmt dámit woaß Gott wia weit;
Dá Wachtá hat schan zöhni gschrian,
Und mua nu alliweil studiern!

I bin schan müad von Fenstástehn
Und schlafen kann i doh nöt gehn;
Halt, denk i, dáß dá leichtá gschiacht,
So roatst und schreibst á weng bán Liacht!

I zündt má gar nu d' Pfeifen an,
Dámit i bössá denká kann.
Und wiar i dicht und reim má's zsamm,
Da tanzt á Mucken rund um d' Flamm.

Sie hat si d' Flüg und 's Löbn vábrennt,
Nátürli hat's mit ihr án End;
Á so á Mucken bin áh i,
Just dáß i nöt so zärtli bi.

I brummel schan nu fort án Eicht, –
Á Menschenlöbn is anerst gweicht;
Hat's neunmal wo á Liachtel gsengt,
Is's doh so stark, dáß's längá glengt.

I kenn koan Fürten, gib koan Ruah
Und fliag eahm allmal wiedá zua:
Viel liabá brinnát untágehn,
Als mit dá Lug und Falschheit bstehn!

I denk má halt, was liegt denn dran?
Dá liabi Herrgott kennt's schan an:
Er richt má d' Flügeln wiedá gschlecht,
Aft wárm i mi bán Liacht erst recht!

4. Geistli Herr, wia geht's?

Nan, geistli Herr, wia geht's denn mehr?«
Nan sper geht's her – erschröckli sper!
Koan Táf, koan Mitgang – nix wird her
Und han nu Schuldn von Seminär!
Dazua nu ellá Büecháschuldn –
Und 's Manát faß i fuchzöhn Guldn!
Jatzt káf i már á Zagelfell Zagelfell, Lammsfell.
Sunst geht's mit'n Schneidár áh nu schel:
Ja, sper geht's her – erschröckli sper!

»Nan, geistli Herr, wia geht's denn mehr?«
Nan, hoaß geht's her, gebángli hoaß!
In Beichtstuhl hat má gwáchelt föst,
Aft is már áf dá Kanzel gwöst,
Aft muaß má táfen und begrabn,
Und nu koan Ruah bán Össen habn,
Kann nu á Stund weit speisen gehn,
Aft d' Christenlehr und 's langi Stehn, –
Ja hoaß geht's her – ös is koan Gspoaß!

»Nan, geistli Herr, wia geht's denn mehr?«
Nan, stád geht's her, schenmächti stád!
Dá Pfarrá hat án rechten Gránt
Und d' Köchin erst, sein liabi Tánt!
In Wirtshaus habns á zickáts Bier,
Dáß i schan selbá zickát wir;
In Zimmá will's mi áh nöt gfreun,
Wer wollt, so jung, schan eingspörrt sein?
Ja, stád geht's her, mir wird's schan z'fád!

»Nan, geistli Herr, wia geht's denn mehr?«
Schen toll geht's her, unbändi toll!
Án Urlaub, denk i, kunnt nöt schadn,
Da bin i untá d' Jágá gratn;
Han gar á Goas áf d' Ströcken bracht
Und sunst nu scheni Tröffá gmacht;
Aft han i gspielt und 's Geld válorn,
Und bin nu stark váklámpfelt worn –
Ja, toll geht's her, vástehst mi wohl!

Nan, geistli Herr, wia geht's denn mehr?«
Nan, dumm geht's her, schan extri dumm!
Dá Stöffel nimmt koan'n Badár an,
Da muaß für eahm dá Geistli dran,
Um Mitternacht, zur Winterszeit,
Bergáf, bergab, zwoa Stunden weit!
Jatzt bin i dort, da sitzt á drinn
Und rauckt als wiar á Dampfmáschin –
Ja, dumm geht's her, frag nöt warum!

»Nan, geistli Herr, wia geht's denn mehr?«
Nan, kalt geht's her, erbärmli kalt!
Wann oaná umánandáwalzt
Und schan dá Fuchzgá zuwáschnalzt!
Á paarmal hat mi d' Gicht schan plagt,
Á Platten Platte, Glatze. han i áh dáfragt:
So laßt si mit der Zeit von Jahrn,
Wann sunst nix, doh d' Tonsur dásparn,
Ja, kalt geht's her, má wird schan alt!

»Nan, geistli Herr, wia geht's denn mehr?«
Nix gehn und nix mehr geistli Herr!
Von heunt an bin i Pfarrá warn,
Jatzt kann i doh á bissel fahrn!
Und kriag i gar nu án'n Kaplan,
So spann i'n selbár fleißi an;
I spann eahm áh mit Máxen vür,
Dámit's eahm bössá geht wia mir!
Mit'n Loatsoal her, pfüat Gott, bal mehr!

5. 1863 und 1888.

»Dá Schef«, Professor Georg Schafflinger, regulierter Chorherr von St. Florian, geboren am 5. April 1806 in Gastein, gestorben am 30. Oktober 1867 in Teplitz, von 1836 bis zu seinem Tode Professor am Gymnasium in Linz, ein wahrer Studentenvater. eine Studenten-Erinnerung.

Vor fünfázwoanzg Jahrn
Bin i ausbachá warn,
Han á Zeugnis mitkriagt,
Wia más leicht nimmá siagt!

Mathes und Physik
Hat si gar nöt guat gmacht;
In dá Gschicht, in Latein
Han i's viel weitá bracht.

In Griachischen mittá –
In Turná voraus:
Eminenz aft in Deutschen
Und gar mit Applaus!

Da kann má schan sagn,
Wia má's hert áf'n Land:
Der hat ja allssand
In oan Sáckel bánand!

Dös Guat und dös Schlecht
Und dös Halb und dös Echt,
Und da mecht i ná wissen:
Wer schátzt mi denn recht?

Dá Scháfflingá selbá
Hat z' toan ghabt mit mir:
»Hm!« sagt á, »bei Eahná
Da wird má frei irr!

Ös stöckt was in Eahná,
Das habns schan von Haus,
Was Guats odá Schlechts –
Avá wachst si erst aus!«

Mein guatá Professá –
I denk oft an di,
Und woaß selbá nöt recht,
Wiar i eigentli bi!

Dös viertel Jahrhunert
Is umá so bald –
Du liegst áf'n Freidhof
Und selm wird már alt!

Geh, laß dár's doh nachisagn
Übá dein Grab:
Stöckát just was in mir,
Is's á deinigi Gab!

I woaß's nu wia heunt!
– Alli Freitár um drei
Da habn má Horáz ghabt –
Nu siag i di frei frei, völlig!

Á bisserl á Spitz
Kimmt ön Fasttag leicht an:
Dá Karpf will halt schwimmá,
Da liegt nöt viel dran!

Er selm, sunst stockernst,
Hat aft gern á weng gschmutzt;
Und hat uns sein'n Liabling
Woaß wia aussáputzt.

Hat'n rund umá dráht
Und in oanfort erklärt,
Er hat si um nix
Als um d' Deutlikeit gschert.

Oft hat's eahm án'n Riß göbn
In Gsicht wia ná glei, –
Avár aussá hat's müassen
Áf deutsch und hübsch frei!

Aft hat á si gschwungá,
Söchs Schuah hat á ghabt
Und, hat wer nix kinná,
Áf d' Röd áffitappt!

Mi selm hat á nia
In án Freitá dáwischt,
Mi hat á viel leichtár
In Montá agfischt.

Gar guat hat á's kennt
Seini Höchten allsand
Und in Montá, da hat ás
Aft gfangt mit dá Hand!

Ön Hanriadá z' öfters:
»Wia schauns denn heunt aus?
Sáns übábliebn? Gengáns
Denn gar nimmá z' Haus?

Und Antworten göbns má!
Habns do nu á Hirn?
Is das nu lateinisch?«
Á so hat á gschriarn!

»Na wartens! – Den Dreiá da,
Sehgns mi da schreibn?
I will Eahná 's Blaumachá
Doh nu vátreibn!«

Aft han i mi duckt
Und han monátlang braucht,
Bis i'n schriftli mit'n Kárteln
Han untási taucht mit schriftlicher Arbeit wettgemacht (den Dreier).

Heunt bringt á gen d' Kárteln
Von »Schriftlichen« mit!
Anmittá fallt's aus,
Das dáletdt gar koan Strit.

Dá Tácitus is halt
Á hámischá Gsöll;
Má vádeutscht'n nöt leicht,
Stöllt má's an wiadáwöll!

»Nan«, sagt á, »da siagt má's,
Wia's arbáts ös Leut:
Zun Tácitus sád's halt
Schiar alli z' weng gscheidt!

Dá Hanriadá hat'n
Just recht übásötzt
Und ön Dreiá von Montá
Hübsch guat ausságwötzt.

Er löst halt, das kennt má,
Und hat doh án'n Stil, –
Wann dá Montá nöt wá,
Hiat i'n liabá hübsch viel!«

I bild má nátürli
Was ein áf sein Rödn
Und zupf in mein Bártel, –
Is eh nöt viel gwön.

Dráf ruaft á mi; fragt mi
Um dös und um das
Und i bin nöt válögn,
Sag eahm übárall was.

Avá grathn kann i's nöt,
Zupf in Bártel dábei
Und da wird á má wild, –
I kenn's freili nöt glei.

»Das is denn án Unart!«
So schreit á mi an –
Und i han mi nöt auskennt,
Zupf allweil nu dran!

»Das is nöt zun Aushaltn!«
( – I kimm á weng draus
Und moan schan, er stöllt má
In Áfsagn was aus. – )

»Iatzt herns má dös Zupfen
Mit'n Bártel da áf!«
So schreit á mi an
Und iatzt kimm i erst dráf!

Röd wiedár án Eichtel
Und d' Hand thua i wög;
Er schmutzt, wiar á's siagt,
Dáß i's endling wöglög.

Glei wiedá vágiß i mi,
Greif wiedá hin:
Da macht á halt endli
In Büachel sein Strih.

»Nán, wiedár á Dreiár!«
So sagt ár und lacht;
»Dös Umgrabeln Das Herumzupfen am Barte bringt Eahná
Gnua nu, göbns acht!«

Nan, das is nöt übel,
So han i má dacht:
Jatzt hat má mein Bártel
Án Dreiár einbracht!

I han má mein Bártel
Mit'n Schárl agstutzt
Und d' Händ untá d' Benk ghalten,
Das hat aft gnutzt!

So habn doh döfelbingá
Dreiár án End; –
Für's Bartzupfen hat á
Má richti schan gwendt gwendt, geholfen!

Iatzt is nu dá Montá
Und 's Blaumachá bliebn;
Und richti! – Er hat má
Áh das nu vátriebn!

Z'erst laßt á mi ruafen
Und hoatzt má föst zua
Und i gib eahm mein Wort,
Dáß i anderstá tua.

Váspröchár und Halten
Is selten bánand
Und ös bleibt halt bán Alten –
I bring's halt nöt z' stand!

Kamáraden sán da,
Dö göbn's zuarödn nöt nah
Und dá Montár is blau bliebn –
Von Sunntá geht a.

All Montá dös Gfrött
Und dö Ausfragerei!
An Dreiár in Büachel
Und 's Gspött nu dábei!

Wart, han i má denkt:
Derá Gschicht hilf i a!
So bal wiedá Montár is,
Bin i nöt da!

Á so hat's á guat tan
Á paar Wochá lang;
Mein Kostherr hat d' Post gschickt:
Er is á weng krank.

»Dá Hanriadá krank!« –
Habn dö Spetzeln Spetzeln, Kameraden aft glacht, –
»Was wird eahm denn ankinná
Habn übá d' Nacht?«

»Hm, hm!« hat dá Schef tan,
Hat abá nix gsagt
Und dráf bin i köck worn,
Han nu mehrá gwagt.

Bin hoamli áf d' Gassen
Und han mi schen stád
Áf dá Prumánád eini
Zun Glockenwirt dráht.

In Garten is's küehl
Und in Schulzimmá hoaß –
Wia guat is der dran,
Der dös Plátzerl da woaß!

Á Viertel áf Vieri! –
Jatzt gángáts drinn an
In Lyzäum bán Schef – ná,
Der kriagt mi nöt dran!

I zöhl meini Gröschperl
Gschwind her áf'n Tisch;
Á Bier und á Gollásch
Begehr i schen frisch.

In án Öck bin i gloahnt
Mit dár Aussicht áf d' Tür,
Ganz han i nöt traut ghabt
Und denk so bei mir:

Was wurd i den toan,
Wann's dá Schef wissen tát
Und suachát mi áf da? –
Das wár avá fád!

Dáweil i má's denk,
Fallt á Schatten in d' Tür –
Langmächti – i glang
Um á Zeitungspápier.

Da geht á schan einá,
I döck má mein Gsicht, –
Jatzt kimmt á schan zuwá, –
Das wird gen á Gschicht!

Á Zeit bleibt á stehn,
I han Bluatstropfen gschwitzt
Und han glaubt, dáß á bumföst
Nöbn meiná hinsitzt.

Aft hat á si dráht
Und zun Kellná nu gsagt:
»I hiat Eahná gern
Án Studenten vájagt!«

Aft hat á nu zahnt und
Hat herblitzt áf's Öck;
I han mi nöt grührt
In mein Zeitungsvástöck.

Gottlob! – Er is gangá,
Jatzt is's erst in mir;
I renn übá'n Hauptplatz
Und kimm eahm nu vür.

Bin schan drinn in dá Benk
Und váschnauf mit dá Zeit;
Er macht d' Tür áf und schaut
Schan áf mi von dá Weit.

Aft nimmt á sein Büachel, –
Ön Tácitus her
Und macht von dö Deutschen
Á kirnigi kirni, kernhaft Lehr.

Von dá Treu hat á grödt
Und von Worthalten áh,
Und wia guat als's eahm gfiel,
Wann's iatzt áh á so wá.

Aft dráht á si zuwá
Zu mir und fangt an:
»Sö sán doh áh Deutschá?
Glaubns eppá nöt dran?«

»I?« sag i, »nátürli!
Das muaß má ja glaubn;
Dá Tácitus wurd si
Koan Lug nöt válaubn!«

»Das laß i má gfalln!«
Sagt dá Schef, »schauns dázua
Und helfens ön Tácitus, –
Habns iatzten gnua?

Soll á Recht kriagn, so müassens
Ös anerstá treibn
Und mehr bei dá Treu
Und bán Worthalten bleibn!«

Mehr hat á nöt gsagt
Und i han nöt mehr braucht:
Á so hat ár ön Montá
Für d' Tür aussi taucht!

Á so is á gwön
Und á so hat á's gmacht;
Drum habnt eahm d' Studenten
Eahr Herz entgögn bracht.

Nu steht á vor meiná,
Dá táktfösti Mann,
Und i her nu sein Röd,
Dör á dorten hat tan.

Ös stöckt was in Eahná!
– Was stöckt denn in mir?
Und wachst's sö si aus nu?
Gehst denát nöt irr? Du irrst dich wohl nicht.

Sö sán wohl á Deutschá?
– Ja, das bin i gwiß;
Das stöckt nu in mir,
Wann's nix anders mehr is!

6. Mein Kánári!

I han á Load und kimm nöt draus,
Wögn meiná lachts mi allsand aus,
Dáß i á so án Zeitlang Zeitlang, Nachsehnen. han
Und geht án bloßen Vogel an!

Von mein Kánári muaß i rödn,
Is das á herzigs Vichárl gwön!
Wia der, so woaß i weitum koan
Und wann i dran denk, mecht i woan!

Á so á Vogerl liabt sein Herrn
Und hat'n umásunst schan gern;
Ganz anerst is's in Menschenlöbn:
Da hoaßt's schen fleißi schmiern und göbn!

Er hat nix profitiert von mir,
Koan Gab begehrt und áh koan Schmier;
Denn gfuatát habnt'n meini Leut,
Drum hat mi der Kánári gfreut!

Nu siag i'n, wiar á 's Köpfel dráht,
Sein Schnáberl spreizt und 's Kröpfel bláht
Und wiar á si zun Türl richt,
So oft i zuwihab haben, halten. mein Gsicht.

Aft schlagt á d' Flügel inánand
Und fliagt má köckádings áf d' Hand;
Dort is á lang oft sitzen bliebn
Und hat sein liaben Muatwilln triebn.

Ám mehrán hat'n d' Musi zogn,
Oft is ár áf mein Zidán gflogn
Und gsungá hat á trotz dá Maus
Und lang nu fortdicht't in sein Haus.

Mituntá han i'n woltá zehnt
Und 's Vogerl hat si áh drangwehnt,
Hat gwart áf 's Gáberlzoagn Gáberlzoagn, Zeige- und Mittelfinger gabelförmig entgegenhalten. und gschriern,
Als wollt's án Streit mit mir probiern.

Und bin i gangár áf dá Stubn,
Sán d'Äugerln áh mit umádum;
Bin mitten drinn gwön in Brevier
Und röckt eahm denát 's Gáberl vür!

In derá Dummheit wird nix liegn,
Dá Herrgott hat má's gwiß váziegn
Und hiat i nia wás Örgás tan,
So wár i eh brávmechti dran!

Just oanmal han i gar nix gmacht
Mit'n Vögerl, han's nöt gsuacht und g'acht
Und han áh sunst nöt deut't und gröd't, –
Den übling Tag vágiß i nöt!

Vádruß hat's göbn und Zwidrigkeit,
Viel grobi Rödn von besi Leut;
Und schluckt má's abi áf oanmal,
So steßt's dár áffá Gift und Gall.

I han mein Groll neamd anvátraut,
Zun Vögerl han i áh nöt gschaut;
Dráf bin i furt á weng in Wald, –
Dort wird bei mir koan Schmerz nöt alt.

Gwiß hat si 's armi Vögerl gschröckt
Und 's Schnáberl bittát nachágröckt!
Und i? – I bin eahm doh dávan, –
O hiat i's gwißt – i hiat's nöt tan!

Bin kám á Zeitel umázogn,
Is Gift und Gall in Wind váflogn
Und wiar i hoamkimm nah dá Zeit
Habns nettá guat zun Össen gläut't.

Bán Össen lös i d' Zeitung gern,
Da kann má doh nöt schlafát wern!
Viel Guat's dáfahrt má freili nia(r)
Und is bald schad um 's Druckpápier!

Da hat sie wiedár oaná ghenkt
(Gwiß wögn án Weibsbild, han i denkt)
Und dort is oani nárrisch worn,
(Dö hat gen gwiß ihrn Schatz válorn!)

Dort hat á Jud á Kássá gstohln,
(Den soll denn doh dá Schindá holn!)
Dort wiedá brennt's, dort hagelt's föst
Und nix is trestli, was má löst!

Wo aners habns ön Kriag in Land;
(Dös Kriagführn is denn do á Schand!
Dö armá Leutel, dö's da triaft!)
So lös i weitá ganz vátiaft.

Und d' Suppen schmöckt má, 's Rindfleisch áh,
Mir fallát's áf, wann's anerst wá.
Bei so viel Unglück, Kreuz und Not?!
– Má wird's halt gwehnát, leider Gott!

Sáns koani Menschen? Is's oan Ding? Ist es gleichgültig?
Zwö nimmt má denn dö Sach so gring? –
Aft lög i'n wög, den druckten Wisch,
Und höb mi unváweilt von Tisch.

I dráh mi nah'n Gartenzaun,
Zun kranken Lenzen muaß i schaun,
Geh übá Wiesen, Feld und Stög
Und richt'n zsamm zun lösten Wög.

Und wiar i wiedá hoamzua tracht
Und nimm ön Steig á weng in Acht,
Da greif i rechts und links schan zua:
Broatwögerá Breitwegerich. gibt's nettá gnua!

Der wird für mein Kánári recht,
Dá Hehnádárm Hühnerdarm. is áh nöt schlecht;
So han i denkt. Der wird si gfreun!
Und stöck án ganzen Wutzel Wutzel, Knäuel. ein.

Dráf kimm i hoam. In Vorhaus schan
Begögnt má d'Katz, – i roat nöt dran;
Ganz schüchti is's bei mir vorbei
Und aussi bei dá Haustür glei.

I geh in d' Stubn ön Häusel zua
Und schrei schan hin: »Wo stöckst denn, Bua?
Heunt hat dá 's Herrl häufti bracht,
Geh, laß di sehgn und nimm's in Acht!«

Áf oanmal geht má 's Liachtel áf
»Wo is denn 's Vögerl?« schrei i dráf,
»Davongflogn kann's ja doh nöt sein?«
Iatzt woaß i's: – d' Katz! – o mein, o mein!

In Häusel is nu 's Fuadá glögn,
Das hat's halt nimmá gniaßen mögn,
Á Zuckábröckel glei dánöbn,
Das hat eahm 's Muadál heunt nu göbn!

Á Födál han i áh entdöckt
Das is bán Wassánirschel gstöckt
Und áh á Tröpfel Bluat in Draht,
Den's in dá Mitten einbogn hat.

Neamd laßt si sehgn von ganzen Gsind,
Da schrei i áf mein Muadál gschwind,
Dö kimmt und woanát liabá schiar
Und kann do sichá nix dáfür!

»D' Katz hat'n aus'n Häusel gfischt!«
So sagt's und hat si d' Augn ausgwischt:
»Sie is so schnell bán Vogerl gwön,
Má kunnt dáweil koan Wártel rödn!

Mir habn nu gschriern und habns vátriebn
Und 's Vögerl is uns doh nu bliebn;
Hat abá d' Äugerl glei vádráht
Und is aft umigsunká stád!«

I richt mit Gwalt áf d' Katz mein Zorn,
Sunst wár i helláf trenzát worn:
»Wer hiat's denn glaubt, dáß's dö nu plangt
Und d' Vögerl aus'n Häusel fangt!

I han ihr dreimal, dáß sie's kennt,
Ihr Fötzel fest um 's Häusel grennt;
Sie hat ihr's jahrlang gmörkt, das Trum,
Und heunt bringt's ön Kánári um!«

I greif um d' Büchsen, suach in Haus
Um d' Katz, dö is schan lang habaus habaus, fort.;
I hiat's dáschossen in dá Wuat,
Und liegt ihr doh der Hang in Bluat!

Dráf sitz i mi zun Nachtmahl hin,
Ös hat gar lang schan gwart't áf mi;
I han koan Bissen abibracht,
So bittá hat's má z'schaffen gmacht!

Dös lári Häusel schau i an
Und wend koan Augn nöt ab dávan;
Sinnier und los, da fallt's már ein:
»Á so á Schwöchát derf nöt sein!

Z' Mittag hast gössen, hat dá gschmöckt
Und hat dá d' Zeitung viel entdöckt,
Was für án Menschen mit án Gfühl
Viel mehr wia das bedeuten will!

Da is's á Vögerl, is's ös wert?
Und dort sáns Menschen, scham di deart!
Pack zsamm und richt di wiedá glei,
Denk an dein Zeitungslöserei!«

I bin aft wiedá ruahi worn,
Han áh áf d' Katz ön Zorn válorn.
»Rámts 's Häusel wög; i kann's nöt sehgn!«
So han i gsagt und glei is's gschehgn.

»Kánári stöll i koan mehr ein,
Der braucht koan Katzenfuadá z'sein;
Und wollt's für d' Mäus á Katz in Haus,
So laßt's mi mit án Vogel aus!«

Seit derá Zeit – lang gnua is's her,
Vágunn i má koan Vogel mehr;
Er kunnt má wiedá gschunden wern,
Da will i'n liabá ganz entbehrn!

Vágössen avá kann i'n kám,
Er kimmt már untá selm in Trám;
Drum sötz i heunt dö Gschicht da áf
Und »Mein Kánári« schreib i dráf!

7. Á Gebitt in unsán Herrn!

Herr, laßt mi schan alt wern,
So laß má mein Sinn;
I mecht halt nöt kalt wern
In Herzen da drinn!

Was gilt denn dá Kachel,
Der d' Hitz nimmá halt,
Dá ausbrennti Stachel Stachel, Bügeleisenstahl.,
Der 's Hoazen nöt zahlt?

Was gilt án alts Eisen
Á nixnutzigs Stuck?
Á Jud, willst eahm's weisen,
Glei lögt á dá's zruck!

»Wirf's wög!« sagt á glassen,
»Das káf i nöt, i!
Wirf's dani áf d' Straßen
Zun Schmidtzundtá Zundtá, Eisenabfälle. hin!«

Mit Flöckel und Hadern
Bist weit bössá dran;
Dö hängt már ön Badern
Zun Pflastáschmiern an!

Is d' Sach schan lumpzrissen,
Sán d' Leut schan nu da,
Dö's neu z'machá wissen
Und káfen dá's a.

Was ganz untern Hund is,
Taugt doh für án Mist
Und wann's áh á Schund is,
Ös fäult nöt umsist.

Just der nöt, der Zundtá,
Er fäult ja nöt a,
Und bringst'n wo druntá,
So liegt á halt da!

Á kitzgrábá Zelten
Und kalt wia dá Schnee;
Der kann ja nix gelten,
Das denkst dá wohl eh!«

Drum, laßt mi schan alt wern,
Herr, laß má mein Sinn;
I möcht halt nöt kalt wern
In Herzen da drinn!

8. Was's wögt, das hat's.

Sei guat und folg' dein Herzen gern,
So wern dá d' Leut erkenntli wern,
Und nimmst, wias geht, koan Dank net ein,
Derfst ja wögn den nöt trauri sein.
Is neunmal nix dákennt, was schadt's?
Was's wögt, das hat's!

Sei z' fried'n mit dem, was d' bist und hast,
So wird dá 's Löbn koan schwári Last;
Bist nu so arm, so is's koan Schand.
Dá Reichtum hat wiar oft koan B'stand.
Wos d' stehst, dort bleib und b'haupt dein Platz:
Was's wögt, das hat's!

Sei bráv und schau dá guating zua,
Irrwurzen gibt's dá nettá gnua!
Bleibst auf den rechten Wög, so wird
Dein Löbn mit Blüah und Früchten ziart:
Neambd kann dás raub'n, du hast dein Schatz:
Was's wögt, das hat's!

Sei treu und gilt's aft was dá wöll,
Wer mánkelt 20. mogelt, betrügt., bringt si selbá d' Höll,
Is d' Welt á falsch und voll Betrug,
Vástöll di nia, denn Lug bleibt Lug,
Und wer váschlag'n is, g'hert dá Katz:
Was's wögt, das hat's!

9. Löbnsregl.

Nöt lüagn is dös Erst,
Was i suach bán án Mann;
Denn d' Aufrichtigkeit
Steht án iaden guat an.

Sei offen und kostáts
Dein' Leib und dein Löbn,
Denn, hat si's vánötn,
Muaß má s' Herzbluat hergöbn.

Nöt vürplátzi sein,
Is dös Zweit', was i nenn;
Das kann dánöbn hergehn,
So viel als i kenn.

Denn, wo si's nöt braucht,
Is derselbigi gscheidt,
Der stád is und spart si
Sein Aufrichtigkeit.

10. Dár Augnblick.

Für wen hat denn 's Löbn
Nu án Wert und án Ghoaß?
Für den, der ön Augnblick
Recht ausznutz'n woaß!
Da brauchts aft koan Rüateln Wünschelrute.,
Koan Wunschhüatl nöt,
Von Hexen und Zaubern
Is zerst schan koan Röd.
Just oans is váneten:
Dárrat fein dein Zeit,
Aft bringst ás auf Erd'
Und in Himmel hübsch weit.

Was ráckern si d' Leut
Auf der armsailing Welt!
Á dámischi Hötz is's
Und rein – wögn á Geld.
Dö mehrán dáfangán
Koan Lahn für eahr Plagn,
Obs hundertmal s' Löbn
Für á Guld'nzöttel wagn.
Dánöbn spielts án andern
Án Ternár in d' Händt: –
Der hat halt sein richtingár
Augnblick dákennt.

Oft wiedá macht d' Liab
Ausn Menschen án Narrn;
Er treibts wia dá wöll,
Bringt á koani ins Garn.
Er wár do á Kámpel,
Bildsaubár und fein
Und stöllt si dá glückligi
Augnblick nöt ein!
Dárrat' ár'n er ihn. ámal
Und greift eini in Schwarm,
So liegt eahm vielleicht
Á – Prinzössin in' Arm.

Wia hart wird regiert
Trotz'n Menschenvástand
In Haus, in dá Gmoan,
In dá Stadt und in' Land.
Má schaut wo dá wöll hin,
So wills nöt recht gehn; –
Oan Mensch will den anern
Gar nimmá vástehn!
Bist Pabst odá Bettlár:
Ön Augnblick dárrat, –
Aft kimst mit án oanzingá
Wártel in d' Gnad.

Wia hängt már in Löbn,
Bringts oan'n weng odá viel,
Und má trámt so dáhin,
Vágißt oft auf sein Ziel.
Ehwennst ás entraust vermutest.,
Ruckt dein Sterbstündel an –
Da kennst ás: Du hast
Für dein Seel nöt viel tan;
So nutz do dös Zeitel
Vorn Higehn guat aus,
So grats dá bán G'richt
Und du schliafst nu grad draus.

Ön Augnblick recht nutzen
Und d' Zeit schen dárratn,
Das kimmt uns für da
Und für dort ámal zstattn.
Sogar, wann má singt,
Will dár Augnblick sein Recht,
Und is á nöt da
Is koan Liadel nöt echt.
I wollt, er wár kemmá,
Dáweil i iatzt sing:
Ös nehmts aft váliab
Und das nenn i mein' Gwing!

11. D' Welt und d' Leut.

Is d'Jügád dáhi,
Geht oan alls übán Strih,
Und kimmt's Altá dáher,
Wird má miselsichti.

Da kimmt's Resániern
Übá d'Zeit aft in Schwung;
D' Welt awá nöbn unsá
Bleibt alliweil jung.

So á traurigá Held,
Der si gift' übá d' Welt,
Weil ás anderst habn mecht,
Kennt sie selbá nöt recht.

Awá d' Welt geht ihrn Gang
Und ös bleibt schan wias is:
Den Jungá lachts an
Und eahm selm schneidts á – Gfries!

12. Auskunft.

Was dár Alti váwirft,
Halt dá Jungi für wert;
Weil ön Jungá sein Bluat
Ganz was aners begehrt.

Was dá Jungi nöt mag,
Is ön Alten grad recht; –
Dár oan halt's für schlecht
Und dár aner für echt.

Wer is denn bán Ziel aft,
Dá Jung odár Alt?
Na mein! Wer wird's sein?
Just, wer d' Mitten einhalt'!

Wia laßt si das machá?
Nix leichtárs wia das!
Stöll jung schan án Mann vür,
Das gilt aft schan was.

Bist alt schan, so muaßt halt
In Herzen jung bleibn.
Dá Jung und dár Alt
Triaft aft mitten in d' Scheibn.

13. s' Lachár und d' Leut.

Bist fremd untern Leuten,
So gib ná guat acht:
An iaden lernst kenná,
So bal als á lacht.

Lacht oaná he heh,
Woaß i's gwiß, dáß i geh;
Denn á Labauf is's, glaub más ná,
Weil i's vásteh!

Lacht oaná hi hi,
Bin i áh glei dáhi,
Denn der Káárl is falsch
Und da mag i'n nöt i.

Lacht oaná ha ha,
Fahr i áh liabá a;
Denn der is á weng grob,
Das is á nöt mein Gschmah.

Lacht oaná ho ho,
Mach i's nettár á so;
Denn der is wiar án Exel
Und gherát ins Joh.

Dös Örgár is nu,
Hert már oan mit hu hu;
Der is mehr nu zun scheuchá,
Das glaub má, mei du!

Herst awá há há,
So lach ná glei áh;
Den Kámpel kannst trau'n
Und wanns wia dá wöll wá!

14. D' Manschein-Lehr.

Lang stehn i bán Fenstár
Und trüab scheint dá Man:
I bi mit mir selbá
Heunt gar nöt guat an.

Rundumá stockts auf;
Und dá Man braucht án Gwalt,
Dáß ár übersi kimmt
Und auf d'Erd abá strahlt!

Wann i nu so gnau schau,
Kenn i's do nöt, wias steht,
Ob dá Man obmát roast
Odá 's Gwülkát just geht.

Ataucháns inanár
Und wird nimmá gar;
Wann i's wiadáwöll anstöll,
I wir má nöt klar.

Draus nimm i má d' Lehr:
Wer si selbá nöt traut
Den Mann hats, ob á
Hint odá vorn aussi schaut.

15. Dös böst in' Menschen is dá Hund!

Solangs nu án Hund gibt,
Is's nöt zun vázagn;
Mit án Hund kann má doh nu
Án Freundschaftsbund wagn!

Der halt' oan nu zua,
Wann oan' d' Menschheit válaßt;
Eahm is's ganz oan Ding,
Wannst nix bist und nix hast!

Selm, wannst'n nöt fuadárst,
Er halt' di für wert,
Wo dá Mensch oft sein Liab
In án Augnblick vákehrt!

Stehst gách ámal an,
Is koan Mensch nimmá da;
Awá s' Hunderl, dös treu
Láft dár allmal nu nah!

Dös leckt dá dein Hand,
Wanns koan' Halt nimmá findt
Und wann d' Welt dö löst Haut
Von dein Leib abáschindt!

»Dös böst von án Menschen
Dá Hund is's«, habts ghert?
Dös uralti Sprüchel
Is tausend Guldn wert!

Zum Glück gibts nu Leut,
Dö si spiageln in – Hund;
Sunst gang – ahni Gnad –
Dö ganz Menschlichkeit z' Grund!

16. 's Liad von dá Apfelblüah.

(Do ámal was vo dá Liab!)

I gfreu mi in' Mai
Áf á Bámblüah woaß wia
Und gfallt má schiar nix,
Wiar ön Öpfeln eahr Blüah.

Frei 's Herz tuat si auf,
Ruckt dá Lanssing Lenz, Frühling. ins Land
Und siagt má dö Bám
In eahrn herrlingá Gwand.

Á Rosen, á Nágel,
Á Veigerl, wia schen!
Und müassen so gschwind
Wiedá furt und vágehn!

So herzi is d' Liab
Und so schnell gehts vorbei,
Wia d' Blüah, dö má siagt
Vo dö Bleameln, dö drei.

Mein Dirndel, dö derfen
Dein Vorbild nöt sein,
Sunst fallt dá dein Himmel
Bei Zeiten schon ein!

Schau hin aufn Öpfelbám,
Siagst seini Blüah?
Á so muaß dein Liab sein,
Aft stirbts dá wol nia!

Schen gschámi wia d' Proß Knospen,
Dö bluaroten in' Bám;
I woaß eahm koan Gleich koan Gleichwissen, Vergleich.,
Wann i alls z' leichá náhm!

Dá Gruch, der kernfrischi,
Dö Gluat und dö Pracht!
Und erst wanns vánand geht
Und d' Augnár aufmacht!

Und falln nachá d' Blüahblátteln
Mit dá Zeit a,
So steht á schon 's Ápferl,
Dös liabligi da!

Das is aft dár Ehstand,
Der furt und furt treibt
Und d' Liab, dö sunst gar wird,
Wird bständi und – bleibt!

17. Für d' Landsleut!

D' Leut sagn: Jatzt wird ár alt
Dá Pfarrá! Freili: Sechzgi bald!
Sö habnt ja Recht, guat siag i's ein
Und gib mi selbá willi drein!

In' Herzen bin i jung,
's Hirn is nu ganz und hat koan Sprung;
Mir gfallt in Gögnteil d' Welt erst recht,
So dáß i lang nu dableibn mecht!

D' Leut nöt – da müad i lüagn, –
Má kunnt vor eahr án Abscheu kriagn –
Und hiat i mit mir selm nöt z'toan:
Dá Grausen kám oan, wiar i moan!

I dráh mi vo dö Leut
Scheu kloanweis allitag áf d' Seit
Und schau má d' Welt an vorn und hint,
Bis dáß i Ruah und Frieden findt.

I brauch koan Stund weit z'gehn,
So findt i alls so liab und schen,
Dáß i má denk: Jatzt bist so alt, –
Zwö dáß dá denn nu allssand gfallt?

Gwiß roast mei Seel in Land,
Vo dem i stamm, nu umánand,
Wanns mi in d' Erd wo einischern einscharren.
Und moan, i wir nix segn und hern!

I bleib schan da bei eng
In' Geist und arbát mit á weng;
Denn Oaná muaß ja übá bleibn,
Der eng á weng ön Starz Starz, die Lenkstange beim Holzfuhrwerk. kann treibn.

18. D' Nachröd.

Mitn Menschen sein Ruaf
Gehts ákrát wia mit'n Rögn;
Bevorst ás entraust,
Roast eahm selbár entgögn!

Oft staubts á weng her,
Dáß más gar nöt viel acht't
Und, weil si's nöt braucht,
's Párápli kám aufmacht.

Oft abá pritschts her,
Dáß más siagt z'glei und hert,
Aft denkst dá wohl freili:
Jatzt is dá Müah wert!

Dáweilst um án Untástand
Suachst umádum,
Kimmt dá Sturm überöcks,
Dráht dár 's Dáchel nu um!

19. Sein Grabschrift kriagt án iadá Mann.

Sein Grabschrift kriagt án iadá Mann,
Selm, wann er gar nöt will und kann,
Und wer's probiert und selbá schreibt,
Dem g'schiacht's gern, dáß á's übátreibt.

Má tát si gern für mehrá aus,
Als was már is vo Herz und Haus.
Wer's löst, der beutelt aft ön Kopf,
Und lachtn aus den stolzen Tropf!

I geh mein' Wög dáhi bumföst –
Wögn meiná schreib'ns, was wölln auf d' Löst!
Dös Oani sollts má nachi rödn:
»Falsch is der Mann koan' Aug'nblick gwön

20. Guatá Rat is toir!

Má sollt halt 's Löbn vonart vástehn!
Denn: laßt má's gar stark durigehn,
Is's nöt schen!

Und wann má nix wia d' Ruah begehrt
Und Wassásuppen, is's nöt wert,
Dáß má's ehrt!

Du moanst halt, dáß oan bössá gschág
Mit dem, was in dá Mitten lág? –
Wann má's ság!!! –

21. Warum nimmá »Hochdeutsch«.

Da sagns má: Zwö dichtst denn
Áf »hochdeutsch« nix mehr?
Was gibst di denn allweil
Zun Baurndeutschen her?

Bist ehntá hoch dran gwön
Und iatzt bist so gmoan?
Geh, laß doh dö Arbát
Án Halbpeltzá Dutzendmensch, hier Dichterling. toan!

Mein du! – I bi denást
Nöt anderstá worn;
Just 's Spröchá wia d' Herrn
Han i kloanweis válorn!

Mi hat's halt, wia's gschiagt,
Wiar á Kerndl vátragn, –
Da muaß má halt schaun,
Wo má d' Wurzel kann schlagn!

Da lobt si wer d' Doaná
Und geint von ihrn Schwall;
I lob má mein Bácherl,
Is freili hübsch schmal. –

Hübsch mittá geht's abá,
Dáfür is's schen hell, –
Und wann má's just mössát,
Runn's nettá so schnell.

Bis abi zun Grund,
Kann i schaun, wann i will,
Und tragt's áh koan Dampfschiff,
So treibt's doh mein Mühl.


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