Novalis
Fragmente II
Novalis

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Psychologie

Experimentalphysik des Gemüts. (Gedanken sind vom Ich durchdrungen, angeschaute Bewegungen und Aktionen.) 1133

Bloße Gedanken, ohne eine gewisse Aufmerksamkeit auf dieselben, und Zuneigung, wirken so wenig wie bloße Gegenstände. Dadurch, daß man häufig an reizende Gegenstände eines Sinnes wirksam denkt, wird dieser Sinn geschärft, er wird reizbarer. So wenn man häufig an lüsterne Dinge denkt, werden die Geschlechtsteile empfänglicher, der Magen durch Gedanken an schmackhafte Speisen, der Kopf auf dieselbe Art, und so durchaus. – Methode, eine schwächliche Konstitution zu verbessern. (Übung, allmähliche.) 1134

Medizin. Rausch aus Stärke – Rausch aus Schwäche. Die narkotischen Gifte, der Wein usw. bewirken einen Rausch aus Schwäche. – Sie entziehn dem Denkorgan etwas. – Sie machen es unfühlend [?] für seinen gewöhnlichen Reiz. (Leidenschaften, fixe Ideen sind vielleicht eher ein Rausch aus Stärke, – bewirken Lokalentzündungen.) Wollust berauscht auch, wie Wein. Im Rausch aus Schwäche hat man viel lebhaftere, durchdringendere Sensationen. Je besonnener, desto unsinnlicher. 1135

Seele ist beinah ein Begriff, wie Materie – am Ende wohl mit ihm in genauer Verbindung. Die Seelenkräfte und Vermögen sind den Kräften der Materie und den speziellen Stoffen zu vergleichen. 1136

Die Seele ist unter allen Giften das stärkste. Sie ist der durchdringendste, diffusibelste Reiz – Alle Seelenwirkungen sind daher bei Lokalübeln und entzündlichen Krankheiten höchst schädlich.
Ein Lokalübel läßt sich oft nicht anders kurieren als durch Erregung einer allgemeinen Krankheit und umgekehrt. Kur einer Krankheit durch die andre. 1137

Die Seele wirkt wie Öle und auch wie narkotische Gifte – deprimierend und auch exzitierend. 1138

Psychologie. Seele ist angewandter, unreiner, vermischter, praktischer Geist. Geist ist theoretische Seele. Die Seele soll als Geist werden – oder quod idem est – der Geist, als Geist, Seele.
Harmonie. 1139

Psychologie. Alles Neue wirkt als Äußres, Fremdes poetisch – . Alles Alte wirkt als Innres, Eigenes ebenfalls romantisch – beides im Kontrast gegen das Gewöhnliche – oder gegeneinander. Neuheit des Alten – Altheit des Neuen. Das gemeine Leben ist prosaisch – Rede nicht Gesang. Die Menge des Gewöhnlichen verstärkt nur die Gewöhnlichkeit – daher der fatale Eindruck der Welt aus dem gemeinen (indifferenten) nützlichen, prosaischen Gesichtspunkt. 1140

Psychologie. Alle Leidenschaften endigen sich wie ein Trauerspiel. Alles Einseitige endigt sich mit Tod – so die Philosophie der Empfindung – die Philosophie der Phantasie – die Philosophie des Gedankens. Alles Leben endigt sich mit Alter und Tod. Alle Poesie hat einen tragischen Zug. (Echtem Scherz liegt Ernst zum Grunde. Tragische Wirkung der Farce, des Marionettenspiels – des buntesten Lebens – des Gemeinen, Trivialen.) 1141

Psychologie. Wer alles räumlich, figuriert und plastisch sieht, dessen Seele ist musikalisch – Formen erscheinen durch unbewußte Schwingungen. – Wer Töne, Bewegungen usw. in sich sieht, dessen Seele ist plastisch – denn Mannigfaltigkeit der Töne und Bewegungen entsteht nur durch Figuration.
(Seltenheit des großen Mechanikers), des großen Malers, des großen Musikers – noch größere Seltenheit.
Wird aber der musikalische Mensch guter Maler und Skulptor, so wie umgekehrt der plastische Mensch guter Musikus usw. werden können – da alle Einseitigkei sich selbst Schaden tut? Oder besteht eben das Genie in der Vereinigung – und die Bildung des Genies in Konstruktion dieser Vereinigung – Ausbildung des schwächern Vereinigungskerns. Jeder Mensch hätte genialischen Keim – nur in verschiednen Graden der Ausbildung und Energie. 1142

Enzyklopädistik. Pädagogik. Vorstehender Satz ist auf alle wissenschaftliche und technische Köpfe analogisch anwendbar – und die Verwandtschaften der Wissenschaften haben hier ihren vorzüglichsten Grund.
Ein Genie muß durch genialische Berührungen der mannigfaltigsten Art versucht und erregt und gebildet werden – daher jeder Mensch – in Ermangelung lebendiger Genies mit genialischen Produkten. (Jedes Produkt eines Genies ist selbst Genie.) 1143

Psychologie. Es gibt verschiedene Grade des eindringlichen Sprechens und Schreibens. Entscheidend sprechen und schreiben – befehlend – kategorisch – das ist der höchste Grad. Die Abstimmungen des Grads nach den Menschen, die man vor sich hat – können nun bestimmt werden. 1144

Der Geist verhält sich zur Seele – oder die Bestandteile des unsichtbaren Individuums zueinander – wie die Säfte und die festen Teile im Körper. Der Geist entsteht aus der Seele. – Er ist die kristallisierte Seele. – Seine Figur – oder sein Charakter – sein Temperament und seine Konstitution sind Funktionen der ersten Anlage, der Geisterwelt und der Seelenbeschaffenheit. Auch hier trifft man die beiden Systeme der Humoral- und Solidarpathologie – des trocknen und nassen Weges an. 1145

Neue Ansicht der Physiognomik – als Metrik des Innern und seiner Verhältnisse. 1146

Sonderbar, daß das Innre des Menschen bisher nur so dürftig betrachtet und so geistlos behandelt worden ist. Die sogenannte Psychologie gehört auch zu den Larven, die die Stellen im Heiligtume eingenommen haben, wo echte Götterbilder stehn sollten. Wie wenig hat man noch die Physik für das Gemüt – und das Gemüt für die Außenwelt benutzt. Verstand, Phantasie – Vernunft, das sind die dürftigen Fachwerke des Universums in uns. Von ihren wunderbaren Vermischungen, Gestaltungen, Übergängen kein Wort. Keinem fiel es ein, noch neue, ungenannte Kräfte aufzusuchen – ihren geselligen Verhältnissen nachzuspüren – Wer weiß, welche wunderbare Vereinigungen, welche wunderbare Generationen uns noch im Innern bevorstehn. 1147

Psychologie. Die Seele ist ein konsonierter Körper. Vokale hießen bei den Hebräern Buchstabenseelen. 1148

Das Gedächtnis treibt prophetischen – musikalischen Kalkül.
Sonderbare bisherige Vorstellungen vom Gedächtnis – als einer Bilderbude – usw. Alle Erinnerung beruht auf indirekten Kalkül – auf Musik usw. 1149

Das Wort Stimmung deutet auf musikalische Seelenverhältnisse – Die Akustik der Seele ist noch ein dunkles, vielleicht aber sehr w ichtiges Feld. Harmonische – und disharmonische Schwingungen. 1150

Alles angenehme Gefühl ist Friktion – alles angenehme Gefühl reizt die Seele zur positiven Mitwirkung. 1151

Zwei äußert wichtige (verschiedne) Arten des Gebrauchs der Sinne und des Gefühls derselben. – Die aktive Art – und die passive Art – direkt tätige – indirekt tätige – indirekt leidende – direkt leidende. (Man sollte alle Sachen, wie man sein Ich ansieht, betrachten – als eigne Tatigkeit. Mit dem Ich geht es nur am leichtesten – das ist derAnfang, das Prinzip dieses Gebrauchs.) 1152

Gefühl des Gefühls ist schon Empfindung; Empfindung der Empfindung. Und so fort. 1153

Gemüt – Harmonie aller Geisteskräfte – gleiche Stimmung und harmonisches Spiel der ganzen Seele. Ironie gleich Art und Weise des Gemüts. 1154

Sonderbares Akkompagnement der Verstandesphantasien – des abstrakten Spiels – mit innern Sinnenphantasien und Bilderspiel. – Begleitende Symbolisation, oder Schematism
Emanationslehre usw. 1155

Artistik. Psychologie. Die Hand wird beim Maler Sitz eines Instinkts – so auch beim Musiker – der Fuß beim Tänzer, das Gesicht bei Schauspieler – und so fort. 1156

Psychologie. Über den Tiefsinn – zweite Dimension. 1157

Hypothesen über mehrfache Sinne – über dunkle – üher neue Sinne – über ihre mögliche Einrichtung.
(Mannigfaltigkeit und Bestimmtheit gleichzeitiger Augensensationen.) 1158

Psychologie. Was man mit Fertigkeit und Leichtigkeit tun kann, dazu hat man Neigung; fürs Entgegengesetzte Abneigung. Unser Wille ist entweder abhängig von + und – Neigung oder unabhängig. 1159

Enzyklopädistik. Sollte die Menschenpsychologie etwa wie die Wissenschaftslehre bloß den Menschen als ein Ganzes, als System betrachten (und bloß von oben herunter) und Psychologie überhaupt bloß mit Ganzen zu tun haben?
Dann schiene mir Psychologie und Physiologie vollkommen eins zu sein – und die Seele nichts als Prinzip des Systems, Substanz, zu sein – ihre Wohnstätte wäre der Himmel.
Physiologie überhaupt wäre Weltpsychologie – und Natur und Seele auch eins – da unter Natur doch nur Geist des Ganzen, substantielles Prinzip verstanden wird? 1160

Physiologische Sinnenlehre. Sprechen und hören ist befruchten und empfangen.
Psychologie. Scham – Scheu vor Kundwerdung.
Artistik. Symbolisch religiöse Mimik – Sittenmimik – Grüßen usw. Was bedeutet z. B. Enthüllung?
Synthesis von Mann und Weib.
Physiologie. Grund der Gastfreundschaft der Alten – Abendmahl – gemeinschaftliches Essen und Trinken ist eine Art Vereinigung – ein Generationsakt. 1161

Psychologie. Wie man aus den Symptomen den Sitz der Leidenschaft finden kann? Rationelle und medizinische Mimik. Zufällige – willkürliche und wesentliche Symptome. Klassifikation der Leidenschaften – Theorie ihrer äußern Symptome.
Der Sitz der Seele ist bald hier, bald dort – bald an mehreren Orten zugleich – er ist veränderlich – und so auch der Sitz ihrer Hauptglieder – die man durch die Hauptleidenschaften kennen lernt. 1162

Physiologische Sinnenlehre. Anschaun ist ein elastischer Genuß.
Philosophische Physiologie. Das Bedürfnis eines Gegenstandes ist schon Resultat einer Berührung in Distanz – Anfang der Negation – der Heterogeneisierung.
Die Fuga Vacui ist nichts als eine Anziehung des Leeren und des Vollen. Alle Fuga Vacui ist relativ – nur bis zu einem gewissen Punkt wirksam. Sie hat wie alle Anziehung und Saturation einen Terminus ad quem. 1163

Psychologie. Wechselverstärkung und Schwächung – und Neutralisierung des + Angenehmen und – Angenehmen. 1164

Psychologie. Wozu man ernstlich Lust – Trieb – hat, dazu hat man Genie. Das Genie offenbart sich in Lust und Trieb. (Unlust – Nichttrieb.) 1165

Psychologie. Aller unbestimmte, allgemeine, subjektive Trieb oder Reiz läßt sich nur durch eine unendliche Reihe bestimmter Handlungen befriedigen – er strebt nach keinem Objekt – er erhält sich nur selbst – es ist eine Sollicitatio perpetua. – Er ist die ewige Triebfeder unendlicher, terminierter Veränderungen.
Über unsern Umgang und unsre Verhältnisse mit Büchern. 1166

Vergleichende Psychologie und Physiologie – Äquation und Analogistik von Körper- und Seelenlehre. 1167

Der Instinkt, als Gefühl des Bedurfnisses, des Inkompletten – ist zugleich das Gefühl des Zusammenhangs, der Stetigkeit – der fortleitende – sich tastend orientierende Sinn – der rohe, synthetische, komplettierende Trieb – ein transitorisches – punktähnliches Ich.
(So fährt der Blitz aus Instinkt in der metallenen Kette nieder.) 1168

Instinkt ist Kunst ohne Absicht – Kunst, ohne zu wissen, wie und was man macht. Der Instinkt läßt sich in Kunst verwandeln – durch Beobachtung der Kunsthandlung. Was man also macht, das läßt sich am Ende kunstmäßig zu machen erlernen. Kunst, das Lächerliche und das Romantische hervorzubringen. 1169

Das Auge ist ein Flächensinn – das Gefühl schon kubischer. Gehör ist ein mechanischer, Geruch und Geschmack chemische Bewegungssinne . Wie Sprache und Ohr – Geruch und Geschmack im Verhältnis stehn, so stehn auch wohl noch mehrere Organe in Gemeinschaft. Mit dem Auge scheint das Gefühl in besondrem Verhältnis. Auch mit dem Ohr z. B. Unterschied von Malern und Musikern. Verhältnisse der Schärfe dieser Sinne zum Verstande usw. Ihre Schärfe scheint beinah mit der Schärfe des Verstandes – Gemüts überhaupt – in umgekehrtem Verhältnis zu stehn – z. B. Wilde – und Tiere usw. (Flächenbewegungsreiz scheint Licht zu sein.) 1170

Vergleichung der Körper und der Zeichen – und der Gedanken und der Zeichen.
(Ein Gedanke ist notwendig wörtlich.)
(Tonkunst und Schriftkunst ist Psychologie – wenigstens die Basis derselben.) 1171

Alle Sensationen sind Folgen einer Grundsensation. Es hat Sinn – widersinnig usw. Isochronism. (Zahl der Gesichtspunkte eines Körpers und einer Vorstellung oder eines Gedankens.) 1172

Neigungen sind materiellen Ursprungs – Anziehungs- und Abstoßungskräfte sind hier wirksam. Die Neigungen machen uns zu Naturkräften. Sie perturbieren den Lauf des Menschen – und man kann von leidenschaftlichen Menschen im eigentlichsten Sinn sagen, daß sie fallen. Wer sich den Neigungen unbedingt ergibt – handelt selbst gegen das eigentliche Interesse der Neigungen – weil sie nur durch einen verhältnismäßigen Widerstand eine volle und dauerhafte Wirkung tun können. 1173

Gerade, wie sich die Tanzkunst zur Naturlehre des menschlichen Körpers und seiner Bewegungen oder die Malerkunst zu der Optik und der Theorie des Auges verhält – ebenso die Logik zu der Psychologie oder deren Kapitel, der Naturlehre des Denkens. 1174

Wenn man recht hungrig ist – so kann man sich durch andere Reize helfen. So äußert sich oft ein Bedürfnis oder eine Krankheit – ein Reiz – auf eine ganz fremde Weise – durch ein anderes Organ, durch andre Bedürfnisse und Neigungen (gastrische Krankheiten). Der Mensch ist durch viele Stricke oder Reize ans Leben gebunden – niedrige Naturen durch wenigere.
Je erzwungner das Leben ist, desto höher. 1175

Montaigne. Psychologie. Das Gegenwärtige erschlafft unsre Aufmerksamkeit und veranlaßt die Wegwendung der Aufmerksamkeit – . Dahingegen das Abwesende desto wärmer und anhaltender umfaßt wird. 1176

Bewegung ist nur das Element des Wohl- und Zufriedenseins. Sogenannte innere Ruhe (Spielbewegung – Musik – Beschäftigung) entsteht nur aus regelmäßiger Vibration – und Zirkulation.
(Kreisbewegung der Vernunft.) 1177

Beobachtung und Experimentation (tätige Erfahrung) der Menschen.
Beobachtungs- und Experimentationsschema. 1178

Psychologie. Zorn ist ein heftiger Unwillen. Enthusiasmus – ein heftiger Willen. Physiologie. (Schmerz vielleicht ein heftiger Umtrieb oder Gegentrieb – Wollust ein heftiger Trieb.) Alle Unlust entsteht von Mangel – (Mangel an Trieb-kraft; Mangel an Reiz-stoff.) In jeder wahren Krankheit ist ein Mangel – und daraus entsteht die Unlust jeder Krankheit. Daher sagt man auch – Was fehlt dir?
Sthenie und Asthenie sind verkehrte Synonymen. (Die Vermehrung von Kräften – Zeichen der höheren Kultur.) In der Sthenie nimmt die Kapazität zu und die Erregbarkeit ab – auf dem Punkte, wo die allzu große Abnahme der Erregbarkeit die Zunahme der Kapazität vermindert, fängt die indirekte Asthenie an. In der Asthenie ist es umgekehrt.
In der mittleren Sphäre herrscht Gemeinschaft – wechselseitige Erhöhung der Kapazität und Erregbarkeit. In der benachbarten – entgegengesetzter Wechsel – Verminderung der einen mit Zunahme der andern – in der dritten gegenseitige Vernichtung beider. Sie machen die Elemente eines Grades aus, die vereinigt – polarisiert – oder gebunden sein können. 1179

Psychologie. Benutzung der seelenvollsten Stunden zur Sammlung von Einsichten in der Körperwelt – Benutzung der gesündesten Stunden zur Sammlung von Einsichten in die Seelenwelt. Oder man benutze die seelenvollen Stunden zur Bildung und Animation des Körpers und die gesunden Stunden zur Bildung und Korporation der Seele. Dadurch werden die seelenvollen Stunden allmählich fruchtbarer und häufiger, und umgekehrt die gesunden, körpervollen Stunden ebenfalls häufiger und fruchtbarer.
Bei körperlichen Bewegungen und Arbeiten beobachte man die Seele, und bei innern Gemütsbewegungen und Tatigkeiten den Körper.
Einfluß dieser Bemerkung auf Diätetik.
Der echte gegenseitige Beobachter operiert, bemerkt, vergleicht in allen seinen Sinnen und Vermögen zugleich oder sukzessive, zu einem Zweck. 1180

Bemerkungen bei Kants Schreiben an Hufeland.*
[*Handelt von der Macht des Gemüts durch den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu sein.] 1181

Jede Krankheit kann man Seelenkrankheit nennen. 1182

Wie fixe Ideen oft Exostosen im Gehirn oder andre körperliche Ursachen haben, so umgekehrt physische Schmerzen usw. haben Seelenursachen.
Gewiß ist's, daß der Mensch selbst Seelenkrankheiten Herr werden kann – und dies beweist unsre Moralität – unser Gewissen – unser unabhängiges Ich. Selbst in Seelenkrankheiten kann der Mensch außerhalb sein – und beobachten und gegenexperimentieren. Es ist freilich oft sehr schwer – den Sensibelsten am schwersten – deren Hang überhaupt lebhaft und schnell ist. 1183

Krankheiten müssen als körperlicher Wahnsinn, und zwar als fixe Ideen zum Teil angesehen werden. 1184

Psychologie. Traurigkeit ist Symptom – Stimmung der Sekretion – Freude Symptom des Genusses – der Nutrition. (Die Arterien betreiben den Nutritions- und die Venen den Sekretionsprozeß.) 1185 Psychologie. Schmerz und Angst bezeichnen die träumenden Glieder der Seele. Körperliche Lust und Unlust sind Traumprodukte. Die Seele ist nur zum Teil wach. Wo sie träumt, wie z. B. in den unwillkürlichen Organen – wohin in gewisser Hinsicht der ganze Körper gehört – , da empfindet sie Lust und Unlust. Schmerz und Kitzel sind Sensationen der gebundnen Seele. 1186

Psychologie. Sympathie (erhöht) (verstärkt) das Leiden – Substantielles Leiden. Der Sympathie entspricht die Koaktion – Mitleiden – Mittätigkeit. Leiden und Tätigkeit wird erst durch Mitleiden und Mittätigkeit lebendig.
Eine Art der Mitfreude ist sympathetisch Eine Art des Mitleids ist koaktiv. 1187

Schmerz muß Täuschung sein. Alle Erfahrung ist Magie – nur magisch erklärbar – Verminderung und Konzentration der Erfahrung. Verminderung und Konzentration der Spekulation. DerEmpirism endigt mit einer einzigen Idee, wie der Rationalism mit einer einzigen Erfahrung anfängt. (Empirischer Idealism – und Realism. Rationeller Realism und Idealism.) 1188

Sollte einfaches Selbstgefühl – Schmerz sein? (Aller Anfang ist mühsam oder schmerzhaft.) Teleologie des Schmerzes. Die Realität des Schmerzes ist die Realität des gemeinen, rohen Bewußtseins.
(Gemein – nicht abgesondert.) 1189

Theorie des Schmerzes. Trennung der Kontinuität erklärt den Schmerz allein nicht. Schmerz und Lust haben gewiß eine noch unerörterte Beziehung auf Ideen- und Empfindungsassoziationen. Ohnmacht liegt allem Schmerz mit zum Grunde . 1190

Wie sich gute Geister, Genien aus Koexistenz – Kongruenz usw. bilden – oder hier erscheinen – so umgekehrt böse Geister – Schmerz usw. aus Diskrepanz – Feindschaft usw. Der Schmerz ist auf allen Fall Substanz – entstehend bei feindlichen Berührungen. 1191

Psychologie. Die Furcht kann auch Symptom eines angenehmen Gegenstandes sein – z. B. Ehrfurcht. Logische Verzweiflung. 1192

Möglichkeit eines unendlich reizenden Schmerzes. 1193

Sollten mehrere unsrer Gefühle – nicht sympathetische Gefühle mit den Leiden und Affekten unsrer einzelnen Glieder sein? 1194

Psychologie. Das Lächerliche ist eine Mischung, die auf Null hinausläuft. (Detonation.) (Mischung des Gemeinen, Niedrigen und Erhabenen usw.) 1195

Psychologie. Das Lächerliche ist nicht beißend. Lachen ist ein Krampf. Die Ursache des Lachens muß also von einer plötzlichenEntladung der gespannten Aufmerksamkeit – durch einen Kontrast entstehn. Ähnlichkeit mit dem elektrischen Funken. Der echte Komiker muß ernsthaft und wichtig aussehn, wenn er eine Posse macht. (Ironie. Parodie. Travestie. – Die Verkleidung ist ein Hauptbestandteil des Lächerlichen. Wortspiele. Lächerliche Fragen und Antworten. Anekdoten. Szenen. Shakespeare. Die Italiener. Aristophanes. Witz der gemeinen Leute. Karikaturen. Hogarth. Lichtenberg.)
Lachen – Kur der Hypochondrie. Aus vielen Lachen und Witzeln kann aber auch Hypochondrie entstehn. Lachen bekommt sthenischen Konstitutionen vorzüglich gut. Alles, was die Aufmerksamkeit erregt und nicht befriedigt, ist lächerlich. – Nur das plötzliche Abspannen derAufmerksamkeit ist aber die eigentlich lachenmachende Operation. Das Weinen ist eine sthenische Krisis – das Rührende ist das Gegenteil des Lächerlichen. Das Rührende fängt mit Abspannung an – und spanntzu fassen. Es ist eine Übersättigung – Weichwerden – Zerfließen – Schmelzen. Jenes ist ein Absonderungs-, dies ein Einschluckungsprozeß – jenes ein Flüchtigwerden – daher die Kälte des Lächerlichen – dies ein Gerinnen – ein Starrwerden – daher die Wärme. Das Weinen und Lachen mit ihren Modifikationen gehören so zum Seelenleben, wie Essen u nd Sezernieren zum körperlichen Leben. Das Weinen macht das arterielle – das Lachen das venöse System. 1196

Über das Musikalische aller Assoziation und Gesellschaft – Sollten musikalische Verhältnisse der Quell aller Lust und Unlust sein? 1197

Theorie der Phantasie. Sie ist das Vermögen des Plastisierens. 1198

Psychologie. Aller Ernst frißt – und aller Spaß sondert ab. 1199

Psychologie. Der Traum belehrt uns auf einc merkwürdige Weise von der Leichtigkeit unsrer Seele in jedes Objekt einzudringen – sich in jedes sogleich zu verwandeln. 1200

Die Träume sind für den Psychologen höchst wichtig – auch für den Historiker der Menschheiten. Die Träume haben sehr viel zur Kultur und Bildung der Menschheit beigetragen – daher mit Recht das ehemalige große Ansehn der Träume. 1201

Der Traum ist oft bedeutend und prophetisch, weil er eine Naturscelenwirkung ist – und also auf Assoziationsordnung beruht. Er ist wie Poesie bedeutend – aber auch darum unregelmäßig bedeutend – durchaus frei. 1202

Der Phantasie Begriff ist die Anschauung – ihre Einheit usw. 1203

Durch Glauben armiert oder verstärkt man seine Kraft, seine Reizbarkeit. (Sollte Reizbarkeit nichts als fortdauernde Aktion – gespannte – permanente – sich selbst erhaltende Kraft sein?) Das Phänomen der Reizbarkeit ist Krampf. 1204

Psychologie. Der Glauben hat auch Grade. Er disponiert. Aus Kraft des Glaubens ist die ganze Welt entstanden – er ist das synthetische Prinzip. – Sinn und Begriff sind eins – Ein Sinn ist ein allgemeiner Begriff – id est ein individueller Begriff – nicht allgemein im gewöhnlichen Sinn – wo es polarisch ist. Der Begriff entsteht durch Wahl – Annahme – Setzung – so auch der Sinn. Im Willen ist der Grund der Schöpfung. Glauben ist Wirkung des Willens auf die Intelligenz – Objektive und subjektive Intelligenz. Die Wirkung der objektiven Intelligenz wird ein Objekt, ein Naturwesen – der subjektiven Intelligenz – ein Subjekt, ein Begriff – ein Verstandeswesen sein. Glaubenskraft ist also Willen. Aus der Anwendung derselben entsteht allmählich die Welt usw.
Grade des Willens. 1205

Tätigkeitslehre. Chaotische Tätigkeit – polare Tätigkeit – synthetischeTätigkeit. 1206

Echt tätige Menschen sind diejenigen die – Schwierigkeiten reizen 1207

Je vielfacher der Mensch sich zugleich beschäftigen kann, – versteht sich, daß diese Beschäftigungen nichts Kollidierendes und Störendes haben – desto energischer und reiner wirkt die Denkkraft, und vielleicht heben sich überhaupt heterogene Beschäftigungen. 1208

Psychologie. Was man nicht auf einmal fassen und tun kann oder will, faßt und tut man sukzessive und teilweise. 1209

Psychologie. Geduld ist zweierlei – ruhige Ertragung des Mangels – ruhige Ertragung des Übermaßes. Die echte Geduld zeugt von großer Elastizität. 1210

Imperativ. Vom Unangenehmen soll man keine Notiz nehmen (seine Aufmerksamkeit nicht darauf richten). 1211

Psychologie. Ähnlichkeit des Denkens und Sehens. Die Ahndungs- und Erinnerungskraft haben Beziehung auf die Fernsichtigkeit. (Alles geht in uns viel eher vor, als es geschieht. Propheten.)
(Zeitliche und räumliche Distanz gehn in einander über.)
Durch Übung kann man auch die Distanzen, wie das Auge, schätzen lernen. Man bildet das Auge und die Denkkraft mathematisch – der Geist rechnet aus den durch das Auge ihm kritisch gegebnen Datis – nach Regeln der Reduktion dcr perspektivischen Ansicht – die wahre Größe, Gestalt, Kraft usw. und Entfernung des Gegenstandes. (Perspektivische Reduktions farbenlehre – perspektivische Reduktionskraft- und Wirkungslehre – wie perspektivische ReduktionsgröBen und Gestaltenlehre.) 1212

Psychologie. Hoffnung ist eine entfernte (Zeitentfernung) Freude. Ahndung ist entfernte Vorstellung. Furcht ist ein entferntes Weh. Erinnerung des Angenehmen – Erinnerung des Unangenehmen – rückwärts entfernte Lust oder Unlust. Was die Lust in der Erinnerung verliert, das gewinnt die Unlust in der Erinnerung, und umgekehrt. Sie gehn ineinander über – so Furcht und Hoffnung. Je näher, desto unterschiedner. Anwendung der Perspektivc auf diese Dinge. (Die Phantasie ist die phänomenologische Kraft.) 1213

Wie wir uns durch gewisse Erscheinungen auch zu Hinzudenkungen, nicht bloß zu gewissen Sensationen genötigt fühlen – zu einem bestimmten Supplement und Reglement von Gedanken – z. B. durch eine Menschengestalt, ihr einen geistigen Text unterzulegen, so ist es auch indem wir an uns selbst denken – oder uns selbst betrachten – Wir fühlen uns zu einer ähnlichen Hinzutat von Begriffen und Ideen – zu einem bestimmten Nachdenken genötigt – und dieser gegliederte Zwang und Anlaß ist das Bild unseres Selbst.
Die Regeln unsers Denkens und Empfindens usw. sind das Schema teils des Charakters der Menschheit überhaupt, teils unserer individuellen Menschheit. Indem wir uns selbst betrachten, fühlen wir uns auf eine mehr oder weniger deutlich bestimmte Weise genötigt – uns so und nicht anders zu entwerfen, zu denken usw.
Lithocharakteristik. Eine mittelbare Sensation – eine Sensation der Sensation ist ein halber Gedanke – ist vielleicht schon ein Gedanke. Vide Harmonie – Schluß. 1214

Alle Aktionen, selbst die des Denkens, werden auf die Actio in distans zurückgeführt werden. 1215

Psychologie. Sollte die Seele ehenfalls ein künstliches oder zufälligcs Produkt sein? Auch der Sitz der Seele ist willkürlich oder zufällig? Seelenkonstruktionslehre. 1216

Psychologie. Daß der Wille die polarisierende Macht ist, ist außer Zweifel. – Die Bestimmung, was, nach geschehner Polarisierung, rechts oder links, positiv oder negativ sein soll – ist ein zweiter Akt des Willens. 1217

Psychologie. Das sittliche Wesen – das Moralprinzip – ist wohl die Substanz der Seele? Der universale, enzyklopädisierte Willen ist das Moralprinzip. (Universal – unendlich gebildet, der höchsten Ordnung – oder der absoluten Ordnung.) (Vielleicht der omniversale Willen – der panharmonische Willen.) 1218

Poetik. Der Effekt spielt dieselbe Rolle in der Poesie, wie die Glückseligkeit in der Moral.
Effekt und Glückseligkeit: Ideal und Sittengesetz

Seele Geiste 1219

Sonderbar, daß dem Willen nur die eigentlichen Glieder und fast nur die äußern unterworfen sind. 1220

Der Geist galvanisiert die Seele mittels der gröbern Sinne. Seine Selbständigkeit ist Galvanism – Selbstberührung en trois. 1221

Sponsieren gleich Bestreben Aufmerksamkeit zu erregen. 1222

Mit einem Talent – einem Sinn usw. kokettieren. Schlegel sen. (Kokettieren – Streben Aufmerksamkeit zu erregen und so indirekt zu gefallen, rhetorisch). (1223)

Der Mensch strebt nach nichts mehr, als reizend, Aufmerksamkeit erregend (turgeszierend, Reflexion anziehend) zu sein. 1224

Tanz – Essen – Sprechen – gemeinschaftlich Empfinden und Arbeiten – Zusammensein – sich hören, sehn, fühlen usw. alles sind Bedingungen und Anlässe und selbst schon Funktionen – der Wirksamkeit des höhern – zusammengesetzten Menschen – des Genius usw.
Theorie der Wollust.
Amor ist es, der uns zusammengedrückt. In allen obgedachten Funktionen liegt Wollust (Sympathie) zum Grunde. Die eigentlich wollüstige Funktion (Sympathie) ist die am meisten mystische – die beinah absolute – oder auf Totalität (Mischung) der Vereinigung dringende – die chemische. 1225

Alle sensible Personen müssen wenig – und sehr verdünnte geistige (narkotische) Mittel erhalten. – Sie haben dessen schon zu viel. Grobe Kost – körperliche Bewegung – regelmäßiges, mäßiges Denken – Unterhaltung und Betrachtung der Sinnenwelt, welches fur grobe Kost zu achten – dies sind die Grundzüge ihrer Heilveranlassung. 1226

Allzu große geistige Beweglichkeit und Sensibilität deutet auf Mangel an Kapazität – (vide die phantastischen, ahndungsvollen Menschen. Man kann sie als Meter brauchen.) 1227

Es ist sonderbar, daß nicht längst die Assoziation von Wollust, Religion und Grausamkeit die Leute aufmerksam auf ihre innige Verwandtschaft und ihre gemeinschaftliche Tendenz gemacht hat. 1228

Sonderbar, daß der eigentliche Grund der Grausamkeit Wollust ist. 1229

Bewußtsein – mittelbare und unmittelbare Beziehung zugleich. 1230

Reine Erfahrungen über die Muskel- und Nervenbewegung – und Benutzung. Kombination – Klassifikation und Folgerungen.
Ausgang von einigen unbczweifelbaren Faktis wie in der Philosophie. 1231

Leidenschaft und Charakter sind Mischungen von Gedanken und Affektionen (Empfindungen) mit produktivem Willen – schöpferischem Willen. Natürlich ist hier Bewußtsein oder produktive Vernunft mit im Spiel.
Selbstbewußtsein ist Aktion, wobei Vernunft, Ratio, mit im Spiel ist.
Selbstbewußtsein im größern Sinn ist eine Aufgabe – ein Ideal – es wäre der Zustand, worin es keine Zeitfortschreitung gäbe, ein zeitloser – beharrlicher, immer gleicher Zustand. (Ein Zustand ohne Vergangenheit und Zukunft und doch veränderlich.)
Im echten Selbstbewußtsein wechseln wir bloß – aber ohne weiter zu gehn. In ihm sind alle Zustände und Veränderungen unsers empirischen Ich simultan. – Wir sind so gut in demselben Momente, wie vor zwei Jahren als wir in diesem Augenblicke wir sind – nicht Ich durch Schlüsse und indirekt – sondern unmittelbar. (Wir sind nur meistens durch Kalkül des Instinkts Ich.)
Alle unsre Erinnerungen und Begebenheiten reihen sich an eine mystische Einheit, die wir Ich nennen. Indem wir uns in der Welt umsehn, finden wir eine Menge Sensationen aller Art, wunderbar gewählt, gemischt, geordnet und zusammenhängend. Wir fühlen uns wundcrsam von diesem Phänomenon angezogen – das Phänomenon scheint uns anzuziehn – die Welt ist verschwunden – wir sehn nichts als das Phänomenon an der Stelle der Welt – und jetzt entsteht der Begriff des empirischen Ich. 1232

Über die mystischen Glieder des Menschen – an die nur zu denken – schweigend sie zu bewegen – schon Wollust ist. 1233

Inniges Wohlsein des Wassers – Wollust der Wasserberührung. 1234

Über die Geschlechtslust – die Sehnsucht nach fleischlicher Berührung – dasWohlgefallen an nackenden Menschenleibern. Sollt es ein versteckter Appetit nach Menschenfleisch sein? 1235

Was für die Seele der Reiz ist, das ist für den Geist die Schönheit. – (1236)

Die Ästhetik dürfte wohl ganz zur Psychologie gehören. (1237)

Wenn wir eine Veränderung in unserm Körper vornehmen wollen, so bemerken wir, daß alle unsere Sinnenkräfte sich innerlich, id est mittels der Vorstellungen auf den Ort der Veränderung zentrieren. (Wir sehn z. B. innerlich gleichsam dahin, wo wir eine Bewegung vornehmen oder überhaupt tätig sein wollen.) 1238

Es ist nicht absolut notwendig, daß jedesmal Gedanken Gefühle und umgekehrt – oder Gedanken Gedanken – und Gefühle Gefühle erwecken. 1239

Die Stimmung des Bewußtseins – des Darstellens allerArt, ist die Stimmung des Kristallisierens, der Bildung und Vermannigfachung – also gehaltne Ruhe – statische Kraft – rationalisierende (equilibrierende) Kraft – proportionelle Evolutionskraft – eine beständige Größe im veränderlichen Wechsel. (Ruhepunkt am Hebel.) 1240

Ekstase – Inneres Lichtphänomen gleich intellektualer Anschauung. 1241

Psychologie. Durch Abstraktion wird die Reizbarkeit vermehrt. Zuviel Abstraktion erzeugt Asthenie – zuviel Reflexion Sthenie. Ich muß viel reflektieren und nicht viel abstrahieren. Icb bin schon reizbar genug. Ein scharfer Denker ist ein empfindlicher Meter – ein sehr subtiles Reagens. 1242

Über Hypochondrie und Eifersucht – zwei sehr merkwürdigen Phänomenen zur Kenntnis der Seele usw. 1243

Physik. Hypochondrie ist pathologisierende Phantasie – mit Glauben an die Realitat ihrer Produktionen – Phantasmen verbunden. 1244

Baader ist ein realer Psycholog und spricht die echte psychologische Sprache. Reale Psychologie ist auch vielleicht das für mich bestimmte Feld.
Drei veränderliche Größen und Qualitäten der Kräfte. Wenn ich die eine bin, so müssen sich die andern nach mir richten. 1245

Psychologie. Das Gedächtnis nimmt mit der Fähigkeit, die Gegenstände a priori zu finden, ab und zu. 1246

Psychologie. Das Bewußtsein ist nichts als Sensation des (algebraischennd zu. 1246

Psychologie. Das Bewußtsein ist nichts als Sensation des (algebraischen) Vergleichungssinns – Verhältnissinns. Willkürliche Affektionen dieses Sinns. Ursprüngliche Verhältnisse – algebraische Verhältnisse. Theorie der lebendigen Verhältnisse. Naturverhältnisse. Künstliche Verhältnisse. Synthetische Verhältnisse. – Mystische Proportionallehre. Das Bewußtsein ist die Substanz der Sinne – mithin sind auch seine Sensationen Substanzen usw. Wo ein Sinn ist, da ist auch ein Bewußtsein. 1247

Das Gedächtnis ist der Individualsinn – das Element der Individuation. 1248

Die Reihe der Individuen, auf die das Gedächtnis als die unterste Seelenkraft – die Basis der andern – sich bezieht, ist auch die unterste.
(Entgegensetzung von Basis, welcher Begriff sich auf Schwere bezieht, und Hebel (von Heben), welcher sich auf Gegenschwere bezieht.) (Neue Deduktion des Hebels, aus dem Hebepunkte usw. durch Zentrifugalkraft.) 1249

Zugleichsein zweier oder mehrerer Gedanken im Bewußtsein. – Folgen. 1250

Psychologie. Reine Theorie der Ideenentstehung – angewandte. Gesetze der Ideen assoziation – Ideenpolitik – Contrat social. 1251

Untersuchung der Aufmerksamkeit – Zerstreuung – Teilung – Stetigkeit – Einprägende Kraft, Energie – Dauer – Umfang und Dichtigkeit – Bildsamkeit überhaupt – synthetische Aufmerksamkeit – harmonische Aufmerksamkeit. 1252

Über das Reflexionsphänomen – das sich selbst auf die Schultern springen der reflektierenden Kraft. (Gliederung der Bewegung.)
(Zeitverdichtung – Gedankenkonzentration.) 1253

Psychologie. Aberglauben, Aberwitz, Abervernunft. 1254

 


 


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