Johann Fischart
Flöh Hatz, Weiber Tratz
Johann Fischart

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Weiter zů Trost den Wei-
bern, můß ich das alt gemein Floe-
hen Lied
hieher setzen, sich darmit zůer-
getzen, vnd dasselbige zůsingen, wann sie
die Beltz schwingen, dann sie wer-
dens gar schoen in Tact
bringen.

Vnd ist im Thon, Entlaubet ist
der Walde, &c.

 

    1.   DIE Weiber mit den Floehen
    Die han ein staeten krieg
Sie geben auß groß Lehen
    Das man sie all erschlieg
5.   Vnd ließ jhr kein entrinnen
    Das wer der Weiber brauch.
So hettens rhůw beim spinnen
    Vnd in der Kirchen auch.

Der krieg hebt an am morgen

10.       Vnd werd biß in die Nacht
Die Weiber jhn nicht borgen
    Vnd heben an ein Schlacht.
Vnd so sich die Schlacht fahet an
    Werffen sie das Gewand daruan
15.   Vnd allweil sie zůfechten han
    In dem streit sie nackend stahn.

Vnd wiewol man klagt sehre
    Das sie seind schuldig dran 64
Das sich das Floehgschmeiß mehre

20.       Weil sie Beltz tragen an.
Sag ich, es sey erlogen
    Dann Gott hat Euae bald
Im Garten Beltz anzogen.
    Wer ist der Gott je schalt.

25.  

Ja hett ich allweg pare
    Ein Gulden in der Hand
Als offt die Weiber fahren
    Nach Floehen vnders Gwand
Jch wirt ein reicher Knabe.

30.       Hett ein koestlichen Zoll,
Ich wolte gar bald haben
    Ein gantze Truhen voll.

Vnd koendt ein Moench verbannen
    Die Floeh so vngeheur

35.   Mit brieffen treiben dannen
    Diß Weiber Fegefeur,
Verstieß die Floeh so boese
    Hin in die Hoellen recht
Der wirt sehr viel Gelt loesen
40.       Von dem Weiblichen gschlecht.

Der diß Lied hat gesungen
    Traegt ein mitleiden groß
Mit Weibern hart getrungen
    Von Floehen vber d moß,

45.   Vnd wünscht das alle Künste
    Gedaechten auff all waeg
Das man zůr Frawen dienste
    Der Floehen můtwill leg. 65

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