Johann Fischart
Flöh Hatz, Weiber Tratz
Johann Fischart

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Die Nütwendige vnd Boe-
staendige Verantwortung der Wei-
ber, auff die vnbaendige klag des Beltz-
stieberischen, Blůtdiebischen Floeh Brüst-
leins, sampt desselbigen außführlichen
vnd rechtgebürlichen Vrtheil vnnd ver-
trag, gestellet auß vollgegebner macht
der Weiber vnd Jupiters, durch den
FloehCantzler, auch Obersten Floeh-
artzt, zů trost der Frawen-
weiß, vnd zůtrotz dem
Floeh geschmeiß.

 

    Botz Lauß jr Floeh, fliecht all von hinnen
    An Weibern werd jr nichts gewinnen.
895.   Ir secht am hatz hie den sie treiben
    Das sie noch ewre Ertzpfeind bleiben.
Derhalben koend jhr hupffen, springen,
    So moecht jr euch von dannen schwingen,
Das will ich euch jhr Schwartze Knaben
900.       Mit grossem ernst gerhaten haben.
Wiewol ich erst hab dise tag
    Vernommen ewer grosse Klag,
Die jhr zů Jupiter dann thaten
    Vom Weibergschlecht, die euch sehr schaden.
905.   Aber jhr falsche Floeh kompt her
    Ich will euch sein der Jupiter
Vnd das recht von seintwegen sprechen
    Auch vber euch den stab nun brechen. 28
Dann ich bin der FloehCantzler worden
910.       Der euch soll bringen in ein orden,
Der Weiber Artzt, Notarius
    Ihr Fürsprech, Secretarius.
Mit Donnerwurtz vnd Rinderschmaltz
    Hab ich mich schon gespickt, gesaltzt,
915.   Das jr mir doch nicht schaden mügen,
    Wann jhr schon alle mit mir kriegen.
Wann jhr schon schoene Fechtsprüng thůt
    Troest ich mich meiner hinderhůt.
Hupfft her, jr werd mich doch nit demmen
920.       Wann jr die Laeuß zu hilff auch nemmen,
Dann mein Hembd ist bestrichen leiß
    Mit Saffran auff die Schottisch weiß.
Vnd wiewol ich befüget wer
    Auß voller Macht vom Jupiter
925.   Das ich euch gleich spraech den sententz.
    Doch das ich diß gericht ergentz,
Vnd sehen moecht, wie vnbetrogen
    Wir ewer sachen han erwogen.
Darneben auch der Weiber bschwaerden,
930.       Die wir dann taeglich von jhn hoerten,
So will ich vberweisen euch
    Eh ich euch schreck mit vrtheil gleich.
Wolher, so will ich disputieren
    Euch in die Schůl ein wenig führen.
935.   Was ist denn ewer grosse klag.
    Ist das nicht ewer eigne sag
Das euch dahin der můtwill bring,
    Das man euch also toedt vnd tring,
Seit nicht benüget an geringen,
940.       Sonder wolt allzeit hoeher springen
Tracht von der Mauß gleich auff den Hund,
    Vom Hund gleich auff das Weib zůr stund
Wolt von der Viehmagd auff die Fraw.
    Die euch dann sůchet sehr genaw,
945.   Dann sie mehr weil hat, dann die Magd,
    Das sie euch auß den kleidern jagt.
Verführt euch also stoltz vnd schleck 29
    Das man euch also ploeck vnd stoeck.
Wann jhr bey ewern Hündlein blieben,
950.       Wurden jhr nicht so vmbgetrieben.
Aber es ist euch wie der Spinnen,
    Die auch zů Hof wolt groß beginnen,
Spant im Palast jhr Netzlein auß,
    Da kam ein Ketschjungfraw herauß
955.   Die jhr zerstoert jhr künstlich Gspunst
    Mit einem Besem gar on Kunst.
Also wolt jhr bey Weibern stecken
    In Beltzen, Hembdern vnd in Roecken,
Darauß sie euch doch manchmal schrecken,
960.       Gleich wie die Hasen auß den Hecken.
Sie haben ewer kein genad
    Noch steckt jhr bey ihn frue vnd spat,
Sie han euch lang Krieg angesagt,
    Auch ewer Vorfahrn all geplagt,
965.   Noch werd jhr nicht auß schaden weiß,
    Sonder bleibt jhn zů trutz mit fleiß,
So thůn sie euch nicht vnrecht zwar
    Das sie euch so verfolgen gar
Vnd machen jetz stutz wider trutz,
970.       Das euch vor stoltz der bauch nit strutz.
Ja, sagt jr schwartz staubbürtig Riesen,
    Ein Weib, das solt nicht Blůt vergiesen,
Dann es sey wider jhre art,
    Die gmeinlich ist barmhertzig, zart.
975.   Ey ja man solt euch darzů lonen
    Vnd ewer weissen haut dran schonen.
Was, soll man nicht ein Moerder richten,
    Vnd jeden Freuler mit recht züchten,
Soll man dem Wolff erst lan das schaaff
980.       Vnd solt empfangen drumb kein straaff,
Was wer auff Erden für ein leben,
    Wa wirt die Grechtigkeit da schweben,
Wann jedes Freuel, arge list
    Gedult wirt, vnd nicht auch verdüst,
985.   Wann mutwill, raub vnd freche macht
    Wirt für ein billicheit geacht. 30
Da wirt diß Lied billich gesungen
    Die Billigkeit hats schaaff verschlungen.
Aber du schnoede Creatur,
990.       Du würst nicht baessern die Natur,
Welche vns hat von kind auff glehrt
    Das man sich gegen vnbill wehrt.
Was theten wir sonst mit den haenden
    Wann wir zůr Leibschutz sie nit wenden.
995.   Was thet die Hurnauß mit dem angel
    Wann er jr schirms halb wer ein mangel.
Es ist kein Würmlein nicht so klein,
    Er krümpt sich, würft man drauf ein stein.
Der Hund erleid nicht ewer stich
1000.       Er schnappet nach euch zorniglich.
Vnd Weiber die zart fleisches sein
    Solten erleiden ewer pein.
Vnd durch so schlimm veraechtlich thier
    Gehoent vnd gstupfft sein für vnd für,
1005.   O Nein, nur auff die hauben griffen,
    Biß jr euch auß dem Land verschlieffen.
Weiber seind drumb keine Moerderin
    Wann sie schon richten Moerder hin.
Sonst müßt auch der Bapst Julius
1010.       (Danns klein groß gleichnüß groessen můß)
Ein Hůr sein, weil er hůren pfend,
    Was wer das für ein Argument.
Der wird nicht Blůtdürstig gesprochen
    Der vnschuldig blůt hat gerochen,
1015.   Dann man soll das Boeß vndertrucken
    Auff das daß Gůt moeg für her rucken,
Das boeß man von der Erden thů
    Auff das mit rhůw, das gůt nemm zů.
Was, solten wir, aller gschoepff zier
1020.       Nicht mehr macht haben weder jhr,
Vnd jhr Blůtzaepffer nempt die macht
    Das jhr biß auff das Blůt vns schlacht.
Wir aber solten solchs nicht doerffen
    Da vns Gott als thet vnderwerffen.
1025.   Was meßt jhr euch zů den gewalt 31
    Der euch gar nicht ist zůgestalt,
Dann jhr solt bhelffen euch im Staub
    Gleich wie die Raupen in dem Laub,
Dieweil jhr auß dem staub entspringen.
1030.       Aber wann jhr wolt weiter ringen,
Wie Raupen, die nicht allein pfetzen
    Am laub, sonder auch Frücht verletzen,
So thůt man wie den Raupen euch,
    Vnd toedt euch wie die Raeuber gleich.
1035.   Hewschrecken seind vnnütze Gaest,
    Noch bleiben sie in jhrem nest,
Bey jhrem thaw, darauß sie kommen,
    Vnd haben jhn nie fürgenommen
Das sie vns oberlaestig waeren
1040.       Am Leib, vnd vnser Blůt begaeren.
Geht zůn Weisen Omeisen hin
    Die auch wie jhr seind klein vnd dünn,
Secht wie sie tragen, ketschen, lupffen,
    Vnd nit wie jr viel hupffen, stupffen.
1045.   Vnd wann schon die Hewschrecken auch
    Was schaedlich seind nach jrem brauch
So waert es doch nur durch den Summer
    Ihr aber thůt auch an viel kummer
Den Weibern in dem Winter kalt,
1050.       Vnd henckt euch bey jn an mit gwalt,
Versteckt euch bey jhn allenthalben.
    Doch nit der meinung wie die Schwalben,
Die still ins Můr im Winter liegen,
    Das sie auffn Sommer wider fliegen,
1055.   Oder gleich wie das Můrmelthier
    So schlafft den Winter für vnd für.
Sonder das jhr sie plagen, nagen
    Vnd sie offt in den Harnisch jagen.
Solt man nit dem vnrhuewig Gschoepff
1060.       Zerknitschen alle Daerm vnd Koepff.
Euch an den Halß ein Mülstein hencken
    Vnd in dem tiefsten Rein ertrencken.
Ja man solt euch vier Toed anthůn,
    Weil jhr schaden bey Mon vnd Sunn, 32
1065.   Vnd nicht allein bey tag angreiffen,
    Sonder wie Dieb bey nacht vmbschweiffen.
Bey nacht schaedigen sehr die Ratzen
    Bey tag der frücht viel mehr die Spatzen,
Aber jr keins braucht tag vnd nacht
1070.       Gleich wie jhr solches vbermacht.
Ich weiß wol was jhr für werd kehren
    Das nemlich jr euch so müßt nehren,
Vnd das daß Blůt sey ewer speiß.
    Aber solchs hat sein maß vnd weiß.
1075.   Dann Jupiter hat euch zůgeben
    Das jhr vom Thierblůt sollen leben,
Von Maeusen, Ratzen, Hunden, Katzen,
    Die euch dann koennen wider kratzen,
Oder vom Todtenaaß vnd Fleisch,
1080.       Daruon Thier leben allermeist,
Vnd nit vom Menschen, der bey leben
    Ist keinem Thier zůr speiß nit geben.
Dann so der Jupiter nicht wolt
    Das jhr die Pferd angreiffen solt,
1085.   Dieweil sie vns seind dienstlich, nutz
    Wie viel mehr hat er vns in schutz,
Vnd will nicht das jhr vns viel stechen,
    Weil wir vns doppel koennen rechen,
Vnd euch also groebelich straelen
1090.       Das ewer mit der weil viel faehlen.
Vnd gwißlich, wa nicht ewer Gschlaecht,
    Gar vberschwaenglich saamen braecht,
So wer schon ewer Stamm zerknitscht,
    Also han Weiber euch gepritscht.
1095.   Aber wo sie hie neün erlegen,
    So wachsen zehen dort dargegen,
Wie Herculis todt Wasserschlangen
    Auß denen andre gleich entsprangen.
Welchs anzeigt ewer Narrheit zwar,
1100.       Das jhr euch gebt in offne gfahr,
Vnd wolt euch nehren vnder Feinden
    Da man sich heut kaum nehrt bein Freunden,
Jedoch ists wie jhr selber sagt 33
    Das jhr schleckßhalb euch also wagt,
1105.   Vnd wolt kurtzumb nun Wildpret schlecken,
    Das sueß frisch blůt můß besser schmecken,
Gleich wie dem Esel, dem am rand
    Das wasser nit mehr schmeckt zů land,
Sonder trat in ein Schiff darauff,
1110.       Das er auß mittelm Reine sauff.
Aber was gschach: loß gieng das seil,
    Ersaeufft den Schiffmann Eselgeil.
Also gehts auch euch Bettgeiln Gsellen
    Wann Menschenblůt jr schlucken woellen
1115.   Das euch das schlecken, wirt zům schrecken
    Vnd die Rotflecken zům todt strecken,
Dann wann die Katz will haefen lecken
    So büßt man jhr den lust mit stecken.
Waher es aber kompt moechst fragen
1120.       Das Floeh sich zů den Weibern schlagen,
Das will ich einem kürtzlich sagen.
    Es hat sich also zůgetragen.
Da Eua nun viel Kinder hett
    Vnd aber darzu gar kein bett,
1125.   Vnd sies in jhr Beltzwerck bewaert,
    Vnd legt sie warm zům feur bein haerd.
Da nun die Kinder auff die Erd
    Ihr blaeßlein offt han außgelaert,
Vnd darauff schien die Sonn sehr heiß,
1130.       Da ward darauß das Floehgeschmeiß,
Welchs bald vnrhuewig ward vnd sprang,
    Weil Eua jhren Kindern sang,
Meinten das man zů dantz jhn sing,
    Weil kein Hewschreck vngsungen spring.
1135.   Schloffen demnach zůr waerme gleich
    In Beltz, dieweil sie waren feucht,
Da wůchsen sie mit grossem hauffen
    Weil niemand sie thet vberlauffen.
Dann weil sie niemand nit beschwaerten
1140.       Vnd sich im wůst von Beltzen nehrten,
So ward jhn niemand darumb gramm.
    Biß das zů letzst ein Hundsfloh kam, 34
Den Eua Hund hett fürgezogen
    Mit stossung seiner Elenbogen,
1145.   Der war gewont der grewlicheit
    Vnd biß dem Kind rot flecken breit,
Dann jm schmeckt das jung Kindsblůt sehr,
    Hackt drein, als ob es Hundsfell wer,
Vnd lehrt die andern Floeh deßgleichen,
1150.       Die willig jhm nach theten streichen,
Weil sie jhn groeßhalb, in jhrm Reich
    Für einen Koenig schaetzten gleich,
Verhofften auch so groß zůwerden,
    Stachen die Kind, die sich nit wehrten.
1155.   Welchs dann die Kinder schreyen macht,
    Das Eua nicht viel schlieff bey nacht,
Biß morgen besah sie die Kind
    An den sie gleich Rot flecken find,
Da wußt sie nit darauß zůschliessen
1160.       Meint purpeln wurden drauß entspriesen
In dem ersicht sie zwen schwartz Moerder
    Die mit dem stich anhalten haertter.
Sih, seit jr hie jr klein schwartz Teuffel,
    Ir kommet von der Schlang on zweiffel
1165.   Das jhr die Kind stecht vnd vergifft,
    Ihn in dem schlaaf solch vnrhůw stifft.
Vnd zornig gleich reißt sie die Windel,
    Sticht nach dem Hundsfloh mit der spindel
Er aber entsprang bey dem haerd,
1170.       Sie auff der spur eilt nach vnbschwaert,
Vnd jagt ins Feür den Kinderpfetzer
    Das er verbrant gleich wie ein Ketzer,
Vnd als er ließ ein grossen knall,
    Meint sie er spott jhr in dem fall.
1175.   Biß sie den andern auch aufftrieb,
    Vnd jhn lang zwischen fingern rieb,
Vnd legt jhn darnach auff ein Brett,
    Zůsehen ob er zaen auch hett,
Vnd meint nicht anders er wer todt.
1180.       In dem sie ein weil bey jhm stoht
Da wischt er auff, vnd floh daruon, 35
    Ach, sprach sie, das ist wol ein hon,
Vom fliehen, will ich Floh dich nennen,
    Dich allenthalb berennen, trennen.
1185.   Dann wer da fleicht, den soll man jagen,
    Vnd wer verzeicht, den soll man schlagen.
Fieng darauf an, durchsucht die kinder,
    Aber die Floeh warn viel geschwinder,
Sie sprangen von eim Beltz in andern,
1190.       Vnd theten all zu Eua wandern.
Da hett die gůt Fraw wol zůwehren,
    Dann weil sich die Floeh maechtig mehren,
Můßt sies jhr lebtag kriegen, moerden,
    Dieweil sie taeglich aerger werden.
1195.   Daher kompts, das jhr Weiberstieber
    Noch taeglich seind beyn Weibern lieber,
Weils erstlich theten euch verjagen,
    Vnd noch die Beltz fast an jhn tragen.
Habt noch vom ersten Eua streit
1200.       Zůn Weibern einen alten neid.
Was doerfft jhr Schwartz Beltzstieber dann
    Die Weiber vnbills klagen an.
Ihr habt es erstlich angefangen
    Vnd seit des noch nicht müssig gangen,
1205.   Billich, wer Grewlicheit thůt üben
    An dem wirt Grewlicheit getrieben,
Froesch müssen einen Storcken haben
    Raeubisch Nachtraben, die Galgnraben.
Auch nimmer nicht die Blůt vergiessen
1210.       Koennen eins gůten ends geniessen,
Darumb můß die Blůtmuck zerspringen
    Wann sie will Blůt vom Menschen zwingen,
Vnd vnder ewer Schwartzen Rott
    Nimpt keiner nicht ein rechten todt.
1215.   Was doerfft jhr dann verwundern euch
    Das Weiber, so seind mild vnd weich
Eweren hochmůt trucken vnder,
    Sie han mehr vrsach, das sie wunder
Wie in solchen Staubkleinen Saecken
1220.       Koenn so grosse Grewlicheit stecken. 36
Seind Frawen dann, wie jhr sagt, zart
    Warum beißt jhr sie dann so hart.
Vnd seind ewer Weidwerck allein.
    Aber diß wirt die vrsach sein,
1225.   Dieweil jhr wißt das ewer Spieß
    Sie mehr dann ein Bauren verdrieß.
Da sicht man die Halßstarrigkeit
    Die als den Weibern thůt zů leid.
Vnd so ich recht die Warheit ruert
1230.       (Wie sich eim FloehCantzler gebuert)
So muß ich schier erschrecken heut
    Vber ewer vnsinnigkait,
Das jhr euch wagen doerfft so frisch
    Hinder ein Volck das listig ist,
1235.   Ja gar das listigst, doerfft ich sagen,
    Wann Weiber moechten diß vertragen.
Dann denckt jhr an die Floehfall nicht
    Die sie heut haben zůgericht.
Oder auch an die guldin Kaetten
1240.       Daran sie euch geschmidet haetten,
Oder an Eisen, schwere Ploeck
    Da sie euch schlůgen in die Stoeck,
Oder ans Halßband vnd Gebiß
    Wie etwann sie anlegten diß
1245.   Einem ewerer Rottgesellen,
    Den sie zům Schawspiel theten stellen,
Vnd führten jhn herumb im Land
    Gleich wie die Moren den Helffant.
Oder wie Gauckler heut handtieren
1250.       Die Adler, Loewen vmbher führen.
Man führt jhn aber in eim Beltz
    Vnd hůb man von ihm auff viel gelts,
Dann jeder sehen wolt den Affen
    Der Weibern gibt so viel zůschaffen,
1255.   Vnd frewten sich seins vnglücks all
    Das man diß wild Thier braecht in stall.
Ach diser hon solt euch abschrecken
    Das jhr nit mehr die Weiber wecken,
Wa jhr nicht gar halßstarrig waeren, 37
1260.       Vnd můtwillig den todt begaeren.
Aber jhr rhuemet ewern list
    Der doch nichts gegen Weibern ist,
Sie seind euch gar zů listig viel
    Sie richten auff euch alle ziel.
1265.   Auß was für vrsach meinet jhr
    Das sie Beltz tragen für vnd für,
Warlich nur drumb, daß jr drein schlieffen
    Vnd sie euch darnach drinn ergriffen.
Dann Beltz vnd Brustthůch seind der wald
1270.       Darinn sich das schwartz Wildpret halt.
Darumb hat jhene Edelfraw
    Auff das sie euch nur wol verbaw
Zwen Beltz getragen vnbeschwaert
    Vnd das rhaw fein zůsamen kehrt.
1275.   Auß was für vrsach haben sie
    Die Hündlein bey jhn spat vnd frue,
Vnd wenden so groß kosten dran
    Das sies auß Malta bringen lan?
Fürwar nur drumb, daß die Mistbellen
1280.       Euch fangen auff in jhren fellen,
Vnd darnach euch die zarten Weiblen
    Recht haeublen vnd heraber klaeublen.
Warumb lan sie die Buesen offen,
    Als waern jung Hüner drauß geschloffen.
1285.   Nur das sie fahren auß vnd ein
    Vnd euch erhaschen bey eim bein.
Warumb han sie die finger gspitzt,
    Vnder dem Fürthůch in dem Schlitz.
Nur drumb das sie euch gleich erdappen
1290.       Geben mit Fingerhuet ein schlappen.
Die alten Weiber, drab mir graußt,
    Die ziehen sich eh nackend auß,
Das sie nur euch Beltzsteltzer finden,
    Es sey da vornen oder hinden,
1295.   Vor welchem Aspect ich erschraack
    Als der ein Wolff sicht, vnd wirt zag.
Manche ist auch so Meisterloß
    Das sie steht vornen hinden bloß 38
Am Laden, vnd spraengt euch herab
1300.       Acht nicht ob jhr faelt Schenkel ab,
Oder in Kopff faelt loecher, beülen,
    Oder wie jaemerlich jhr heulen.
Wie jr selbst solchs von Weibern klagt
    Vnd nicht dest minder sie noch plagt.
1305.   Koendt jhr nit an die Hundstag dencken,
    Da sie die Beltz für dlaeden hencken,
Da jhr müßt, wann jhr nit wolt sterben,
    Abspringen, euch Narung zůwerben,
Warlich ich will euch nicht nachsteigen
1310.       Ich mueßt sonst sprüng, wie jr erzeigen.
Manche zeicht für jhr lange Brüst
    Nur das sie euch Blůtbaelg erwisch,
Vnd maetzigt euch dann auff dem Tisch,
    Ja auff dem Taeller, drauff sie fischt.
1315.   Es kan sie nicht so sehr ergetzen
    Das scherenschleiffen vnd das schwetzen
Wann sie sich zů den Guattern setzen
    Vnd gar ein alte schart außwetzen,
Sie greiffen nach euch, so jhr stecht,
1320.       Vnd richten euch nach jhrem recht,
Zwischen der beiden Roten Daumen,
    Auff das sie ihrem Hertzen raumen.
Dann was doerfft jhr sie daran hindern
    Wann sie reden von jhren Kindern,
1325.   Oder außrechnen jhre zeit,
    Wie jhr Kindthauff werd fein bereit,
Es ist ein grosser vnuerstand
    Aufflosen an des Naechsten Wand.
Darumb that jhene Jungfraw fein
1330.       Welche ewer Blůtmelcker ein
Auch also auff dem Marckt erwischt
    Vnd in jhr saecklein stieß so frisch
Trůg jhn im Thurn heim für ein Fisch
    Leget jhn da gleich auff den Tisch,
1335.   Bracht an jhm ein jhr groß gedult
    Vnd richt jhn wie er hett verschuldt,
Nemlich klempt jhn zwischen die Thür 39
    Das er von jhm streckt alle vier.
Wiewol jhr nun seit vortheilhafft
1340.       Wie jhr euch ruempt der eigenschafft
Seit jhr doch nie so boeß gewaesen
    Sie kondten euch den knopff auffloesen.
Dann seit jhr nicht ein arg geschoepff
    Das jhr die Magd, so wasser schoepfft,
1345.   Greifft hinden an, vnd pfetzet sie,
    Vnder des sie hat grosse müh.
Aber so steiff haelts nicht das seil
    Ihr mueßt jhr werden doch zů theil,
Sie laßt jhr eh in hindern gucken
1350.       Nur das sie euch hol von dem Rucken
Vnd knitscht euch auff dem Wasserstein,
    Weil jhr als stein viel haerter sein.
Auch billich, strafft man disen Man
    Der ein greifft hinderwertig an,
1355.   Vnd alles plagt, schlagt und verjagt
    Eh er einem den Krieg ansagt,
Wie jr dann halt solch gwonheit starck,
    Also das jhr auffm Grempelmarckt
Die Weiber, so jhr kram anbieten
1360.       Vnd vber jhren Haefen brüten
Anzaepffen, wie alt sie auch seyen,
    Vnd ab dem grawen haar nit schewen,
Ich glaub jhr meint, das sie das schinden
    Nicht auff der alten haut empfinden,
1365.   Aber mit gfahr, werd jhrs gewar
    Wann sie euch haschen also par,
Vnd werffen euch boeß mißgewaechß
    In glůt zůbrennen wie ein Hex,
Verbrent also ein Hex die ander,
1370.       Das vnder boesen die Rach wander,
Wann jhr dann knilt wie Pulfferthuechlein,
    Darfür aeß sie nit Straeubleinkuechlein,
Dieweil jhr sie habt woellen plündern
    Vnd am gelt loesen schandlich hindern.
1375.   Solch pein thůn euch die Koechin auch
    Die euch erstecken in dem Rauch. 40
Dann weil wie Scorpion mit schrecken
    Ihr Leut vergifft mit Roten flecken,
So můß man billich euch so peinigen
1380.       Vnd wie vergiffter durchs fewr reinigen,
Dieweil die glůt, bewaert das gůt
    Das vnrein vom rein scheiden thůt.
Manche die halten euch geringer
    Also das wann jhr Meidleinzwinger
1385.   Sie trett, vnd sie euch greiffen můß,
    Zertritt sie euch nur mit dem fůß.
Dann wann ein Feind sich merckt veracht
    Vergeht jhm sein hochmůt vnd pracht.
Deßgleichen thůn auch dise Meidlen,
1390.       Die euch in die Saichkachel beutlen
Vnd drinn ersaeuffen vnd verdelben.
    Wiewol jhr kaum seit waerd desselben,
Dieweil es Jungfrawwasser ist
    Darnach die Loeffler sehr gelüst.
1395.   Was ruempt jhr ewer listigkeit,
    Dieweil jhr also thorecht seit
Das jhr schliefft einer in ein ohr,
    Dann thůt sie nur die hand daruor
So seit ihr Beltzfisch schon im Netz,
1400.       Da richten sie euch nach dem Gsetz
Welchs laut, wer sich rümpt listig fast,
    Vnd wirt vom listigern vberrast,
Des spott man sein rhůmnichtig freüd
    Vnd strafft sein vnfürsichtigkeit.
1405.   Drumb wann man schon zů todt euch spait
    Habt jhr euch selbst solchs zůberait.
Wann aber ich von stück zů stück
    Setzt ewer vnfürsichtig dück
Die man noch taeglich an euch spürt.
1410.       Vnd aber auch dargegen ruert
Die Vortheil, so die Weiber treiben,
    So koend ichs nit bey tag beschreiben.
Derhalben will ichs halb lan bleiben
    Vnd ewer Wund nit viel auff reiben.
1415.   Aber eins můß ich zůletzst künden 41
    Daran allein den Todt jhr schlinden,
Vnd sag das vber die beschwaerd
    So ich hie oben hab erklaert
Diß einig stuck euch allesammen
1420.       Zům todt solt vrtheiln vnd verdammen,
Namlich das jhr beid Herr vnd Knecht,
    Beid Fraw vnd Magd, beid hoch vnd schlecht
Verhindert an jhren geschaefften
    Vnd sie beraubet jhrer kraefften
1425.   Durch Blůtsaugen vnd ploetzlich stich
    Die ein erschrecken schnelliglich.
Seit jeder fast ein vberlast
    Es sey bey hast oder bey rast.
Dann wie manch Tochter vnd manch magd
1430.       Die gern wolt spinnen vngeplagt,
Vnd jetzund an der arbeit ist
    Zwickt jhr, das jhr vergehn die lüst,
Dieweil sie euch nachfischen můß
    Vnd drumb aufflegen eine bůß,
1435.   Vnder des spaen sie ettlich Faden,
    Also bringt jhr die Fraw in schaden,
Dies dann der Magd sagt grob zů Hauß
    Wann sie nicht spint jr tagwerck auß,
Vnd ist sie doch vnschuldig dran,
1440.       Also spint jhr nur hader an.
Solt nicht das gantze Haußgesind
    Erwischen Wehr, vnd was sie find,
Vnd euch verfolgen vbers Meer
    Auff das jhr mehr nicht kaemen her,
1445.   Solt nicht ein Magd erzoernen sich
    Das sie vmbs Kind kaem liederlich,
Oder an euch vor grimm vnd hitz
    Verstaeche alle Spindelspitz.
Oder wie jhene Tochter that
1450.       Die vbern Floh ließ gehn ein Rad.
Ja wann sie euch Radbrechen, Hencken
    Koendt ich sie nit darumb verdencken.
Wann sie schon hetten einen sinn
    Wie etwann eine Naederinn, 42
1455.   Die ewer Kammerjunckern etlich
    Steckt an ein Nadel (warlich spoettlich)
Vnd briet sie darnach bey dem Feür.
    Das war ein that sehr vngeheür
Aber es heißt hart wider hart
1460.       Eine harte schwart, wirt hart geschart.
Was schieds, het sie euch schon gefraessen
    Wie wir von Voelckern in Lybia laesen,
Welchen kein Laeuß noch Floeh entgiengen
    Wann sie derselben ettlich fiengen
1465.   Die nicht die Koepff dahinden liesen,
    Dann sie hans jhn vor ab gebissen,
Auff das sie jhn all hoffnung nemmen
    Das sie einmal nicht wider kaemen.
Diß ist ein fein Exempel zwar
1470.       Welchs Herodotus beschreibt klar,
Auff das die Weiber volgen disem
    Das Geschmeiß verwiessen vnd zerrissen.
Doch lehr ich kein zů essen das
    Dieweil es ist vnsauber was,
1475.   Vnd ghoert nur für die Affenmaeuler
    Vnd Eselische Distelgeiler.
Sonder man knitsch sie vnd zerschneid
    Mit Scheren, was man hat zůr seit.
Aber wann es schon eine thaet
1480.       Vnd biß ihn ab die Koepfflein staet,
Wolt ich nicht sein darwider sehr,
    Dieweil sie nicht die erste wer,
Sonder an den vorigen Frawen
    Mag wol ein trostlich Vorbild schawen.
1485.   Welches sie nicht auß fürwitz thaten
    Sonder groß Not lehrt sies errhaten,
Das sie die Bett vnd Kleider spinnen
    Hie durch ein wenig demmen künnen.
Viel anders ist mit den Laeußpressern
1490.       Als mit Cantiblischen Leutfressern,
Dann dise haben solchs gethan
    Auß Grewlicheit vnd boesem wahn,
Jhene aber sich zůwehren 43
    Vnd jhr Feind hiedurch abzůkehren.
1495.   Derhalben niemand nicht verwunder
    Wann heut geschaeh schon was besunder
Vnd auch Floehfresserin entstünden,
    Weil jr Floeh euch mit hauffen finden,
Vnd nicht allein wie Moerderßraeüber
1500.       Am Leib beschaedigt alle Weiber.
Sonder wie krankheit, Frost vnd Wintter
    Sie an jhrer arbeit hindert,
Wie solches oben fürgebracht
    Vnd nun wirt weiter auch gedacht.
1505.   Das namlich jhr das Haußgesind,
    Welchs on das nicht ist zů geschwind,
Erst noch mehr machet hinderstellig
    Mit ewrem kitzlen vngefaellig.
Also das jhr auch in der Kuchen
1510.       Die Koechin bey dem Herd da sůchen,
Trett sie, wann sie soll Schüsseln spielen
    Das sie euch Stupffern nach muß wuelen,
Vnd macht also feyrabend spaeter,
    Das richt nur an jhr Vbelthaeter.
1515.   Ja offt wann sie anrichten soll
    Die Supp vnds Můß eingiesen wol,
So gebt jr Schelmen jhr ein zwick
    Das sie můß greiffen gleich zů rück,
Vnd euch verjagen vor all dingen,
1520.       Als dann jr in die Speiß da springen,
Vnd in den Pfeffer euch vermischt,
    So tragt man euch als dann zů Tisch,
Da ißt die Fraw euch auff dem Huenlein
    Vieleicht für Feigen vnd Rosinlein
1525.   Vnd vnwissend euch Floeh verschlind,
    Wie etwann Thyestes sein Kind,
Darauß schwaer kranckheit kompt alltag
    Die kein Artzt nicht errhaten mag.
Seit also jhr recht Vnglücksstiffter
1530.       Recht Moerder, Bett vnd Tischvergiffter,
Die man nach Kayserlichem Recht
    Mag brennen, braten, sieden schlecht. 44
Vnd so viel mehr heimische Feind
    Als frembde Feind zůhassen seind,
1535.   So viel mehr soll man euch Bettspinnen
    Verfolgen, vnd kein lan entrinnen,
Es wer kein wunder daß auch heut
    Die Weiber, wie lang vor der zeit
Das Voelcklin in Myuscia
1540.       (So liget im Land Achaia,
Welchs plag halben der Schnacken, Mucken
    Thet in ein ander Land verrucken)
Auch ziehen vber Meer wie Schwalben
    Der taeglichen Floehmartter halben.
1545.   Weil jhr Blůtmauser euch nicht massen
    Das jhr sie rhuewig schlaffen lassen,
Sonder bey Nacht sie offt erschrecken
    Vnd ohn ein Hanen gschrey erwecken.
Koendt bey Nacht minder rhůwen, rasten
1550.       Dann ein bschlossen Mauß im Brotkasten.
Es ist kein Bett vnd Laegerstatt
    So hoch, gefürnißt, rein vnd glatt
Ihr koend hinauff on Laeytern fliegen,
    Auch on Hůffeisen, Staffel, Stiegen.
1555.   Da koendt jhr kein rhůw haben nicht,
    Schreppfft jhn das mans auch morgen sicht.
Ja jr Blůtschertzer seit so wuetig,
    Das jhr auch handelt sehr vnguetig
Mit Jungfrawn so prangen sollen,
1560.       Vnd bei der Hochzeit vieleicht schmollen,
Die zaepfft jhr vornen, hinden an,
    Nur das sie da in schanden stahn,
Wie jhr den krieg von euch selbst saget
    Aber vber den Sieg sehr klaget,
1565.   Weil sie, wann sie vom Brauttisch kummen
    Die Beltz klopffen gleich wie die Trummen
Vnd brauchen da die beide Daumen
    Raumen was sie vor theten saumen.
Vnd thuen euch recht jhr Schadenfro,
1570.       Dieweil jhr sie wolt schaenden so.
Dann wer zůschaenden ein gedenckt 45
    Denselbigen die schand selbst kraenckt,
Vnd wer heißt euch das Meidlein pfetzen
    Irs Bůlen pfetz mags mehr ergetzen.
1575.   Aber das zart Jungfraewlich Blůt
    Euch also wol in zaenen thůt
Das euch jetzunder nicht mehr schmeckt
    Der Viehmagd hindern, was sie legt,
Noch auch der alten Trumpeln Brüst
1580.       Vnd was des gmeinen Weidwercks ist.
Sonder jhr seit auch so vermessen
    Vnd doerfft euch also grob vergessen
Das jhr euch gselt zům hoechsten Stamm
    Wie Roßdreck vnder Oepffeln schwamm,
1585.   Wolt stecken auch bey hohem Stand,
    Vnd schliefft auch in ein Fürstin gwand
Nist also auch in Gold vnd Seiden,
    Die warlich euch nicht lang erleiden.
Dann weil sie sehr viel Kleider han,
1590.       Ziehen sie taeglich frische an,
Sie han viel Maegd die euch erschlagen
    Vnd durch die Spieß euch koennen jagen
Also koend jhr zů Hof nichts gwinnen
    Gleich wie hie oben auch die Spinnen.
1595.   Noch doerfft jhr ewern Hochmůt zeigen,
    Vnd erst auch in ein Moenchskut steigen.
Aber was gelts jhr koendt wol fliehen
    Wann sie eim Todten die anziehen,
Welche man drumb doch Selig spricht,
1600.       Vnd jhr wolt selig werden nicht,
Nichts ist ein Freund, der nicht in Not
    Ja in dem Tod auch bey eim stoht.
Aber das alleraergste ist
    Das jhr auch in die Kirchen nist,
1605.   Acht nicht, obs Herculis Tempel sey
    Darein kein Muck dorfft fliegen frey,
Vnd da die frommen Weiblein hindert
    An jhrer andacht die jhr mindert,
Dann wie ist da ein Rucken, bucken,
1610.       Ein schmucken, Jucken, wann jr zucken, 46
Ach wie ein knappen vnd ein schnappen,
    Ein sappen, grappen vnd erdappen.
Ja keiner Andacht ist so thieff
    Sie thůt ein griff, das sie euch strieff,
1615.   Auch wann der Pfaff schon eleuiert,
    Die hand sie ruert, wann sie euch spuert.
Vnd wer ists ders euch gern vergißt
    Wann jhr Blůtspisser einen spißt,
Es geht eim gar durchs bein vnd Marck
1620.       So gifftig seind die stich vnd starck.
Wie manchs Muetterlein in der Predig
    Wolt schlaffen, wer sie ewer ledig,
Aber da ist kurtzumb kein rhůw
    Ihr wecket sie staets jmmerzů,
1625.   Vnd hindert jhre gůte Traeum
    Vnd machts viel groeber dann daheim,
Wie mir solchs offt die Weiber klagen,
    Das jhr sie allzeit viel mehr plagen
In der Kirchen, dann je zů Hauß.
1630.       Glauben derhalben vberauß
Das euch allda der Theuffel reüt
    Wa jhr nicht selbst die Theuffel seit,
Vnd wer wolt schier daran auch zweiffeln
    Weil jr Schwartz aenlich seit den Theuffeln,
1635.   Vnd wolt die Frommkeit allda hindern
    Beid bey den Alten vnd den Kindern.
Kein wunder ists, sprach mal ein Weib,
    Das eine auß der Kirchen bleib,
Vnd hett im Schlitz die Hand zů Hauß
1640.       Wann in der Kirchen allzeit drauß
Auß einem Floh noch neün entstehn
    Vnd also grob zů Acker gehn.
Die red entspringt auß vngedult
    Vnd legt nicht recht auff dKirch die schuld,
1645.   Jedoch wer kan darzů auch betten
    Wann jhr ein so barmhertzig tretten.
Es solt eim Weib noch widerfahren,
    (Wie dann soll gschehen sein vor jaren)
Das ein Fraw ein dreybeinigen stůl 47
1650.       Warff nach eim Floh, der jhr entfůl,
Auch in der Kirchen, nur vor grimm.
    Dann aller zorn ist vngestuemm
Wann er bricht auß, vnd nit wirt gzaeumpt
    Wie sichs an diser Frawen reimpt.
1655.   Aber wann mir jetzund die Frawen
    Fein volgen woellen vnd vertrawen,
Will ich sie zů der letz jetz lehren,
    Das sie sich auch on Zorn wol wehren,
Vnd lachends Munds on Hand anlegen
1660.       Euch Blůtschrepffer todt sehen moegen,
Wie jhr zů end solchs hoeren werden
    Euch Meidleinstriglern zůbeschwaerden,
Wolauff so raeuspert euch darauff.
    Halt das mir keiner nicht entlauff.
1665.   Es traeumpt jn schon vom Theuffel zwar,
    Dann jhr gewissen truckt sie gar.
Wiewol ich hab euch hart verbant
    Das jhr mir nit springt vor die wand.
Dann dise grůb ist schon bespraengt
1670.       Mit Geißblut, vnd mit Koel vermengt,
Vnd mein Mercurisch Richterstab
    Mit Igelschmaltz ich gschmieret hab,
Darmit ich euch Floeh stillen mag
    Das jhr werd stumm, vnd daub vnd zag,
1675.   Wie Mercurius mit seim Stecken
    Kondt schlaffen machen vnd erwecken.
Wolauff so hoeret fleissig auff
    Wie es sich jetz zům ende lauff,
Es wirt nun an bindriemen gehn,
1680.       Man wirt auffn schwantz der Schlangen steh.
Ich will euch jetz vom Theuffel predigen
    Die Weiber, oder gar erledigen
Oder sie doch fein vnderweisen
    Wie sie euch bringen in die Eysen.
1685.   Ich bin jhr Fürsprech nicht allein,
    Sonder ihr Floeh Artzt in gemein,
Dann ich all aempter hab von Joue
    Von der Floeh wegen an seim Hofe, 48
Der hat mir all macht zůgestelt
1690.       Das ich hierinn das vrtheil faelt.
Die sach hab ich recognosciert
    Vnd hin vnd wider wol justiert,
Ewer Blůtsauger klag vernommen,
    Auch ist mir auff der Post zůkommen
1695.   Der Weiber jhr verantwortung
    Vnd klag von ewer bschaedigung,
Wie ich euch die hab nach der laeng
    Hie vor erzehlt on als gepraeng.
So find ich nun zů einem theil
1700.       Viel vnschuld, welchs jm dient zů Heil.
Erstlich das alle Weiber gern
    Auch von Natur zůfrieden wern
(Es sey dann gar ein boeser Mutz
    Die gern hat, das sie der Mann butz)
1705.   Aber jhr grosse Friedsamkeit
    Gibt euch Staubjunckern glegenheit
Das jhr sie plagt nach ewerm willen,
    Ewern Blůtdurst an jhn zů külen,
Betrübt also der Frawen gduld
1710.       Das sie jhr Haend mit Blůt verschuld.
Dann Weiber forchtsam seind von art,
    Vnd schewen am Blůt jeder fart
Also das viel im Frawenzimmer
    Mit bloser Hand euch toedten nimmer,
1715.   Sonder sie knitschen euch so fett
    Zwischen dem Bettbuch oder Brett,
Oder sie ziehen Haendschuch an
    Vnd brauchen Fiugerhuet daran.
Darauß man sicht jhr zartlicheit
1720.       Das Blůt verguß nicht ist jhr freüd.
Aber jhr zwinget sie darzů
    Vnd laßt jhn tag vnd nacht kein rhůw
Biß etlich sie mit Blůt beflecken
    Dardurch die andern abzůschrecken.
1725.   Zům andern, wann sie schon vieleicht,
    Machen jhr Haend im Flohblůt feucht,
So thůn sie solches nicht mit willen, 49
    Sonder hiermit euch was zůstillen,
Ist also ein Notwehr zu heissen
1730.       Ein Widerstand sie nicht zůbeissen.
Ja ist ein Beltzrettung zůnennen
    Ewer Beltzrennen mit zůtrennen.
Ein Notwehr aber, wie man sagt,
    Ist ein Todtwehr, wann mans nit wagt,
1735.   Darumb wann sie sich schon vergessen
    Vnd euch zů grob vieleicht auch messen,
Machts, das sie in der Noteil hasten
    Dann Not kann nicht auff Rhot viel rasten,
So ist auch billich das jhr gdenckt
1740.       Wie jhr jhn vor habt eingeschenckt,
So nemmet dran auch ewern gwin.
    Wie man ein sůcht so find man jhn.
Zům dritten, ist es nicht eim Weib
    So fast zů thůn vmb jhren leib,
1745.   Als vmb der Kinder zarte haut,
    Die jhr offt haeßlich grob zerhawt,
Vnd macht sie bei Nacht weinen sehr,
    Daruor sie nicht kan schlaffen mehr,
Ja welchs am meisten sie zerrütt
1750.       So weckt jr auch den Mann darmit,
Der meinet dann das Kind sey kranck,
    Vnd fangt mit jhren an ein zanck.
Ja jhr macht das die Nachbaurschafft
    Vor dem geschrey nit rhüwig schlafft,
1755.   Also ist auch mit den Jungfrawen
    Dieselben auff jhr Bůlen schawen.
Dann sie besorgt wann die ersehen
    Das sie viel juckt vnd greifft nach Floehen,
So schewen die sie an zůsprechen
1760.       Auff das sie nit Floeh werben moechten.
Secht solchen jamer richt jhr an.
    Wie kan ich ab den Weibern stahn.
Ich kann hiermit nicht anders sprechen,
    Dann das sie sich sehr billich rechen,
1765.   Dieweil sie hierzů treibet an
    Ihr lieb zům Kind vnd jhrem Man, 50
Vnd wolt gern wie der Pellican
    Mit jhrem Blůt für alle stahn.
Zum vierdten ist jhr angelegen
1770.       Das jhr die Haußhaltung bewegen
Vnd bringet ein vnordnung drein,
    Dieweil jhr pfetzet in gemein
Beid Fraw vnd Magd, beid Knecht vnd Kind
    Hindert also das Haußgesind
1775.   Wann es an seiner arbeit ist
    Das es nach ewern stichen wischt.
Wie ich solchs oben hab bewaert
    Vnd euch besonder vor erklaert.
Wer wolt dann solche Haußzerstoerer
1780.       Leiden, vnd solch Gesindverkehrer.
Solt man jhn nicht das Land verbieten,
    Ich gschweig das Hauß, darinn sie wueten.
Dieweil an eins jeden Haußhaltung
    Stehet das Heil der Landsverwaltung.
1785.   Zů letz, das jhr kurtz moegen schawen
    Die groß Rechtfaertigung der Frawen,
Sag ich, der sich viel mehr gebürt
    Das ein Weib vber euch regiert
Vnd straffet ewer arge Werck,
1790.       Gleich wie den Froeschen thůn die Stoerck
Als das jhr vber sie gebieten
    Vnd wider das Edelst Gschoepff wueten
Weil jr Floeh nit in dHoeh seit gschaffen,
    Sonder im Staub vmb sollen gaffen.
1795.   Nun habt jhr gar den gantzen Kleiber
    Von der Rechtfaertigung der Weiber.
Jetzt laßt vns ewer sach besaehen
    Warumb dieselbig wir verschmaehen,
Vnd euch die gaentzlich sprechen ab,
1800.       Vnd euch verdammen biß ins Grab.
Erstlich darumb, weil offenbar
    Das es ein alter Neid ist gar,
Ein Beltzhaß, den jhr all in euch
    Auß Euae Beltz habt gsogen gleich
1805.   Gantz liederlich vnd vnbefuegt, 51
    Namlich, weil man euch hat bekriegt
Vnd ewern můtwill nicht gelossen,
    Sonder auß Beltzen euch verstossen,
Darinn jhr grossen hochmůt übten,
1810.       Vnd bald die Kinder erst betruebten.
Welche gewonheit jhr noch halten,
    Vnd volget boeßlich ewern Alten
Die alle kriegten ein boeß end,
    Welchs euch noch nicht von Boßheit wend.
1815.   Darumb ist euch der Todt bereit
    Zů lon ewer halßstarrigkeit.
Vnd wer wolt euch Beltzneidern doch
    Was gůts han zůgetrawet noch,
Dieweil jhr ewer grewlich zangen
1820.       An Kindern gleich habt angefangen.
Dann thůt man args den jungen Zweigen
    Was wirt den alten man erzeigen.
Hierumb weil jhr halt ewern Neid
    Bhalten die Weiber jhren streit,
1825.   Vnd wer dann ist am meisten schwach
    Der zieh die Katz dann durch den Bach.
Zům andern so mißfalt mir mehr
    Das jhr seit also fraeuel sehr,
Vnd uebt gewalt, der dann gemeinlich
1830.       Durchs Schwerd wirt nider ghawen peinlich,
Vnd reibt euch an ein jedem Stand,
    Thůt jeder an groß schmach vnd schand
Also das jhr manch Fraw verstoeren
    Wann sie ist in jhrn groesten ehren,
1835.   Vnd macht das sie můß greissen offt
    An heimlich oerter vnuerhofft,
Vnd sůchen euch wa jhr sie sůcht
    Euch straffen vmb solche vnzucht.
Ja jhr doerfft sie so hoch bemühen
1840.       Das sie sich nackend auß muß ziehen
Vnd machen einen boesen plick
    Seind das nicht arge Bůbenstück?
Darmit jhr Weiblich scham eroesen
    Vnd jhrer decke sie entploesen. 52
1845.   Fürwar diß seind solch Schelmenzotten
    Die mit dem Feür wern außzůrotten.
Wie solt ich euch dann ledig sprechen,
    Ich wolt euch eh das Rad zůtrechen.
Zům dritten, sag du Schwartze Herd,
1850.       Ist nit dein grosser Blůtdurst werd,
Das man solch blůtig Vrtheil sag
    Das Blůt vber deim Kopff außschlag.
Dann sintenmal euch Moerder all
    Nicht die Natur strafft in dem fall,
1855.   Wie die Blůtschnack, so mit gewalt
    Entzwey boerst vom Blůtsaugen bald,
So seit jhrn Weibern vorgeschlagen
    Das sie euch auß dem Blůtbad zwagen.
Dann kein Mord bleibt lang vngestrafft
1860.       Wann er ein weil schon rhůwt vnd schlafft.
Das aber jr recht Moerder heissen
    That ich hieoben vberweisen.
Ja das jhr auch vergiffter seit
    Hab ich hie oben außgeleit.
1865.   Zům vierdten, ihr euch selber schaent.
    Weil vngedaeumelt jhr bekaent
Das schleckshalb jhr seit also wuetig,
    Vnd wagt euch in Todt so dollmuetig,
Dann vberfluß, schleck, geil gelüst
1870.       Die Sin verwüst vnd gantz verdüst
Vnd Geitz vnd vnersaettlicheit
    Gebuert im Gmuet vnsinnigkeit.
Weil jhr dann seit verruckt im Sinn
    Gebt jhr euch selbst in Todt dahin.
1875.   Wer aber sich selbst bringt vmbs leben
    Der kan andern die schuld nit geben,
Wolan so gebt euch selbst die schuld
    Das ich zu euch trag gar kein huld.
Zům fünfften, solt michs nit verdriessen
1880.       Das jhr Bettstrampler so geflissen
Mit ewerm picken, griffen, zwicken,
    Dem Haußuatter sein Gsind abstricken,
Vnd von der arbeit gar entwaenen, 53
    Wann es sich můß nach euch viel daenen.
1885.   Wie kan ich euch hie fallen bey
    Vnd loben solche Meiterey.
Kurtzumb es ist mir gar entgegen,
    Kan es weder heben noch legen,
Dann jedem frommen Mann gefalt
1890.       Das man den Haußfrieden erhalt,
Welchen jhr Meidleinstrigler all
    Zů boden richten vnd zů fall.
Man sagt besser ein fenster auß,
    Dann daß zů grund gang gar das hauß
1895.   Also wer besser das jhr sterben,
    Dann das sonst wirt ein Landverderben.
Letzlich, weicht jhr Beltzgumper auch
    Von ewer Speiß vnd altem brauch,
Der einhielt, das jr Thierblůt schlůckten,
1900.       Vnd nit das Weiber volck viel truckten,
Aber jhr wolt nur Menschenblůt
    Welchs nie keinem kam zů gůt.
Wie kan euch hold sein dann ein Weib
    Weil jr tracht nach jrm Blůt vnd leib.
1905.   Zů dem so vbermacht jhrs gar
    Mit dem Blůt zaepffen jmmerdar.
Vnd weil jhr hielt kein maß darinn
    Stalt ich kein maß im straffen jhn,
Jedoch das diser gfaehrlich streit
1910.       Nicht mit der zeit wuchs gar zů weit
Hab ich mir jetzund fürgenommen,
    Mit dem Vrtheil solchs für zůkommen,
Vnd solchs auff rauhe waeg gar nicht
    Sonder vertrags weiß zůgericht.
1915.   Namlich das kein Floh kein soll beissen
    Er wiß dann auch schnell außzůreissen,
Kein Floh kein Fraw soll zwingen, tringen,
    Er weiß dann wider zůentspringen
So lieb jhm sein Leib, Leben ist
1920.       Dann so er vieleicht wirt erwischt
Will ich dem Weib sehr gunnen wol
    Das sie zů todt, daen kitzeln soll. 54
Dargegen sollen auch die Frawen
    Fleissig in dem fall für sich schawen
1925.   Vnd keinen toedten, dann sie wissen
    Das der sey, der sie hat gebissen
Oder die Weiber müssen nun
    Ein widerrůff jhn als bald thůn
Vnd jhn nach Westphalischem Recht
1930.       Vom Galgen nemmen, ist er gschmecht.
Auch das sie jhn die Zaen besichtigen
    Vnd den Verbrecher alsdann züchtigen
Vnd oder jhm die Zaen außklemmen
    Oder jhm sonst den Angel nemmen
1935.   Gleich wie man thůt den grossen Braemen,
    Oder am lincken Fůß jhn laemen.
Das seind miltlinde plagen, straffen.
    Die nit destminder auch was schaffen.
Vnd das Floehbürstlein auch erschrecken
1940.       Weil solch pein sich zum todt auch strecken.
Dann so strafft man auffrhuerisch Lauren
    Gleich wie die Ditmarsischen Bauren
Das man jhn laemt vnd blend die Pferd
    Nimmt jn all Wehr, Spieß, Büchs vnd schwert,
1945.   Oder machts, wie der türck vor Raab
    Hawt jhn den rechten Daumen ab.
Dann lieber wie ist der gerüst
    Der lam, blind vnd vnwehrhafft ist.
Also moecht aller Neid vnd streit
1950.       Werden on Blůtverguß zerleit,
Vnd werden angericht ein Zucht
    Die sonst ist viel zů sehr verrucht.
Aber auff das jhr Floeh koendt sehen
    Das ich billicheit nach thů spaehen,
1955.   So will ich euch drey ort erlauben
    Da jhr die Weiber moegen schrauben.
Erstlich nur auff die gaenge Zung
    Welches jhr Wehr ist vnd thaedigung,
Darmit sie sehr die Mann bethoeren
1960.       Wann sie nit schweigen vnd auffhoeren
Auff das jhr jhn das gaenge Blůt 55
    Ein wenig außher schrepffen thůt.
Wiewol ihr werden haben mueh
    Weil sie die ueben spat vnd frueh.
1965.   Darnach wans vieleicht auch nit schad
    Zaepffts an im Niderwad vnd Bad.
Aber da laß ich euch für sorgen
    Wie jhr darein kompt wol verborgen.
Vnd secht das jhr euch da nicht netzt
1970.       Ihr fliegt sonst wie ein nasse Hetz.
Zům dritten, moecht jhr auch im dantz
    Bey jhnen wagen recht die schantz
Auff das jhn die Dantzsucht vergeh,
    Sie kitzeln an der lincken Zeh
1975.   Vnd auffm hindern Küßbacken beissen
    Dann da empfinds kein glueend Eisen.
Secht seind euch das nit vortheil groß
    Das ich euch stell die Weiber bloß.
Jedoch gebiet ich euch beim Bann
1980.       Das jhrs greifft vorderwaertig an,
Vnd vor dem stich vor allzeit schreyen
    Auff das jhr nicht Verrhaeter seyen.
Jedoch ruefft nicht zů laut vnd hell,
    Vnd nicht wie Kaerchelzieher schnell,
1985.   Die erst alsdann auffsehen, rueffen
    Wann sie ein stossen, vnd vor büffen.
Wer aber weiter schreiten wolt
    Nicht sein gehorsam, wie er solt,
Den will ich der Freiheit berauben
1990.       Dem Vogel in der lufft erlauben
Ihn auß dem Fried in vnfried setzen
    Ihn gar preiß geben zůuerletzen,
Ihn han verbotten seinen Freunden
    Vnd gar erlaubet seinen Feinden,
1995.   Das alle Weiber brauchen mügen
    Alle Floehfallen die sie kriegen,
Vnd sie darinn auffhenken dann
    Zů einem spott vor jederman,
Gleich wie den Thaeufferischen Koenig
2000.       Johann von Leiden widerspennig 56
Der zů Münster im Kaeffich hengt
    Das man des Nadel Koenigs gdenckt.
Oder wie man lehrt in viel Staetten
    Boeß Leut im Narrenhaeußlein betten.
2005.   Ich doerfft auch zwar erzoernen mich
    Wann jhr mir nicht volgt eigentlich
Das ich die Weiber lehret flicken
    Die Floehgarn vnd die Floehnetz stricken,
Auff das jhr scharen weiß behangen
2010.       Gleich wie wir Fisch vnd Voegel fangen.
Ich doerfft sie auch Floehangel weisen
    Vnd die blinden scharpffen Fůßeisen
Ja, wann jr nicht thůt nach meim wunsch
    Will ich sie lehren die new Kunst
2015.   Mit Hasenleim, so heut erdacht,
    Das man darmit das Wildpraet facht,
Also bedoerfft man mit der weil
    Zum jagen weder Garn noch Seil
Welchs ist ein kunst zum Wildpret schlecken
2020.       Die Wolffsfleisch in Pasteten lecken
Deßgleichen auch für Fuchsfleischschmaecker
    Aber nicht für die Hasenschrecker,
Die jhren lust im jagen sůchen
    Vnd nicht die Noetlicheit der Kuchen.
2025.   Auch moechten des die Weiber gniesen
    Das sie euch demmen on Blůtuergiesen,
Jedoch, man soll kein gnad beweisen,
    Dem, der můtwillig kompt in dEysen,
Dann ein verwaenten Vbertreter
2030.       Strafft man für doppeln Vebelthaeter
Derhalben wann euch Stubenstaeuber
    Vmb den vnghorsam schon die Weiber
Hart straffen, vnd am Blůt sich rechen
    Will ich sie doch drumb ledig sprechen.
2035.   Ja ich will sie gewarnet haben
    Das sie euch liegen lan vnbgraben,
Vnd euch nicht trawen, wann jhr euch
    Stelt ob jhr seid ein Todtenleich,
Sonder wann sie zů todt euch schleiffen 57
2040.       Sollen sie vor den Puls euch greiffen,
Vnd fülen ob derselb noch schlag
    Ob es ein leben noch vermag,
Dann gwißlich wann er wirt erstehn
    So wirt er widerumb auch gehn.
2045.   Darumb wann meine liebe Frawen
    Dem Herodoto wolten trawen
So wer der sorgen nicht von noeten
    Das wider lebten die sie toedten,
Wann sie die Floeh all koepfften gar
2050.       Das ist, die Koepff abbissen gar.
Dann dem Hund mindert auch die pein
    Wann er beißt allzeit in den Stein
Daen man jhm nach geworffen hat.
    Weil je die Rach můß werden satt.
2055.   Vnd letzlich wann euch alles diß
    Nicht will bewegen saur nach sueß
So werd verursacht ich daran
    Ein gbott wider euch gan zů lan,
Gleich wie in Engelland geschaehen
2060.       Wider die grosse maeng der Kraehen
Das man der lonet, die euch toedt,
    Weil wol das Land on euch besteht.
Vnd das jhr recht vernemmen künd
    Wie ich sey gegen euch gesint
2065.   So bin ich gantz vnd gar bedacht
    Wann jr diß alls nicht habt vollbracht
Euch zu verbannen gar mit schand
    Hinein ins kalte Lappen Land
Da sehr die kaelt ist ewer Feind,
2070.       Wiewol die Beltz da wolfeil seind.
Ja ich will euch verbannen rund
    Zů dem Hoellischen Kettenhund
Das Cerberi Feurrote haut
    Sey ewer Acker den jhr bawt,
2075.   Dann der kan ewer Fegfeür sein
    Vnd ewer plag vnd groeste pein.
Oder jhr mueßt zůn Haeringsspeisern
    Zůn Eyerschweisern, oepffelpfeisern 58
Vnd zů den ewig Freytagspreisern
2080.       Zů den Beltzwarmen Moenchs Cartheusern
Dann bey daen, wie Cardanus schreibt
    Kein Wandslauß noch kein Floh nit bleibt.
Dann weil sy kein fleisch speisen thůt
    Schmackt euch nit jr fischschmackend Blůt.
2085.   Derhalben so euch ist zůrhaten
    So folgt des Kantzlers Floegenaden.
Vnd nempt an den Vertrag, wie gmelt,
    Wie der ein kleins hie vor ist gstelt.
Wolt aber jhr nicht stillstehn nun
2090.       Vnd habt meh vorderung zůthůn
Moecht jhr noch ewer Recht wol werben
    An die Weiber vnd jhre Erben,
Eim jeden sein Recht vorbehalten
    Beid an die Jungen vnd die Alten.
2095.   Darneben das diß Instrument
    Sein krafft gewinn vnd werd vollend
Henckt hin das Sigel vnser Gnaden,
    Doch mir, mein Nachkommen on schaden.
Hiemit so will ichs jetzund enden
2100.       Den Zauberstab nun von euch wenden
Vnd euch gar auß der Grůben lassen.
    Nun spring ein jeder seine Strassen.
Vnd grueßet, bitt ich, von meintwegen
    Die erst Fraw, so euch kompt entgegen,
2105.   Dann da find jhr kein Igelsschmaltz
    Sonder zart Kalbfleisch vngesaltzt.
Wolan die Floeh die seind dauon.
    Nun můß ich thůn Prouision
Euch Weibern wie ein FloehArtzt auch,
2110.       Dann diß ist mein Ampt vnd mein brauch
Derwegen will ich nůn zůletz
    Euch geben FloehartzneyGesetz,
Wie jhr die Floeh on Blůt verguß
    Hinrichten, vnd on vberdruß.
2115.   (Dann ich kurtzumb nicht sehen kan
    Das Weiblich haend mit blůt vmbgahn)
Vnd seind die Artzeney probiert 59
    Wie ich sie hie hab eingeführt.
Darumb wann sie euch helffen werden
2120.       So danckt mir auch vmb mein beschwaerden.

 

        Aber die schoenen Recept
Seind also betrept vnd gestept. 60

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