Johann Fischart
Flöh Hatz, Weiber Tratz
Johann Fischart

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1.
Die Floeh auß den Kammern
zůuertreiben.

Nimm dürrwurtz oder Donnerwurtz, koch es inn Wasser, bespreng demnach das gemach, so macht es den Floehen jhr sach.

2.

Wircket deßgleichen auch der Senffsamen, vnd Oleander, wann mans braucht wie das ander.

3.
Floeh zů toedten.

Nimm vngeleschten Kalck, mach jhn durch ein Sieb, bespraeng darmit die sauber gefegt Kammer, so richt es an ein grossen jamer.

4.

Nimm wilden Kümmich, wilde Cucumer, oder Coloquint, koche es in Wasser, bespraeng darmit das Hauß, so macht es den Floehen den gar auß.

5.
Floeh vnd Maentel zůuertreiben.

Nimm Wermůt, Rauten, Stabwurtz, wilde Müntz, Sergenkraut, Nußlaub, Farnkraut, Lauender, Raden, grün Coriander, Psilienkraut, lege dise Kreutter alle, oder ein theil dauon, vnder die küßpfulwen, oder koche sie in Moerzwibelen Essig, besprenge sie darmit, so geht keine meh kein tritt. 61

6.
Auff ebene weiß, für das vorig
Geschmeiß.

Nimm Wassernuß oder Moerdisteln, oder Floehkraut, oder Coloquint, oder Bromberkraut, oder Koel, koch es inn Wasser, bespreng damit die Gemach im Hauß, so lauffen sie all drauß.

7.

Ist fast ein gůts die Floeh auß den Decken oder Kleidern zůbringen, so man Geißblůt inn ein Eimer oder Faeßlin thůt, vnnd es vnder die Bettstatt stelt, dann da sammlet sich die gantz Floehwelt.

8.

Schreibt Cardanus, das von Floehen, Mucken, Schnacken, vnd Wantzen, koenne ein jegliches von seim eignen rauch, so man es brent, werden getoedt vnd geschaent, derhalben mach man viel Floehrauch, so vertreibt es die Floeh auch, gleich wie ein boeß Weib den Gauch.

9.
Ist das allerbest, darmit die Weiber
koennen treiben jhr fest.

Namlich die Floeh auff ein ort zusammen zůbringen. Mache vnder dem Bet ein grůb oder ein loch, füll darein Geißblůt, so werden sich alle Floeh darin anhencken, die moecht jhr als dann ertraencken, oder sonst dem Theuffel zům newen Jar schencken.

10.
Oder auff ein andere weiß.

Nimm ein Hafen, stelle oder grabe jhn inn ein loch, also das er dem Herd oder Boden gleich vnd eben stande, schmier jhn allenthalben mit Rinderschmaltz, so werden sich alle Floeh dahin waltzen, die kan man als dann schoen einsaltzen. 62

11.
Die Floeh zůuertreiben.

Nimm Holder, baiß, oder sied es in wasser, vnd bespreng alsdann das Floehig ort darmit, so toedt es die Floeh vnd Mucken, das sie niemand trucken.

Zum 12.

Soll bewaert sein, das wann einer Psilienkraut oder Floehkraut, dieweil es noch grün ist, in ein Hauß traeget, so verhindert es das kein Floh darinn wachse, noch Eyer gachse.

13.
Das lüstigest darmit die Fraw mag
jhr mütlein külen.

Schmiere ein Stecken mit Igelsschmaltz, stelle jhn mitten in die Kammer, so kommen die Floeh alle an den stecken, die brat als dann für Schnecken, wer weißt, sie moegen vieleicht eben so wol schmecken. 63


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