Heinrich Federer

Geboren am 6.10.1866 in Brienz, Kanton Bern, gestorben in Zürich am 29.4.1928.

Als Sohn eines Künstlers wuchs Federer im Kanton Obwalden auf und wurde von seiner Mutter früh zum geistlichen Beruf bestimmt.

Nach Studien in Sarnen, Eichstätt, Luzern und St. Georgen wurde er 1893 katholischer Priester und Kaplan in Jonschwil. Wegen seines Asthmas gab er das Amt 1899 auf und trat als Redakteur bei den katholischen »Zürcher Nachrichten« ein, wo er schon bald als führender Kopf der katholisch-sozialen Bewegung galt.

Wegen der Anschuldigung homosexuellen Umgangs mit Minderjährigen wurde Federer 1902 Mittelpunkt eines Skandals und mußte seine Stelle aufgeben. Was er auf langen Wanderungen in Italien notiert hatte, verarbeitete er ab 1911, nachdem er mit den »Lachweiler Geschichten« ein fulminantes Debüt erlebt und sich eine Existenzgrundlage geschaffen hatte, zu Erzählungen und Romanen. Neben seinen italienischen Novellen – am berühmtesten »Sisto e Sesto« (1913) – nahm er sich mit »Berge und Menschen« (1911) und »Pilatus« (1912) auch der damals beliebten Gattung des alpinen Heimatromans an, was ihm Bestseller-Erfolge in Deutschland, aber auch die Klassifizierung als Heimatschriftsteller einbrachte. Dabei wurde oft übersehen, wie radikal Federer in sozialer Hinsicht dachte und wie entschieden er auf der Seite der Benachteiligten stand. Sein Bestes lieferte Federer in jenen Büchern, die aus eigenem Erleben gewachsen sind: im Kindheitsroman »Das Mätteliseppi« (1916), in den Jugenderinnerungen »Am Fenster« (1927) und in den unorthodoxen Priesterromanen »Jungfer Therese« (1913) und »Papst und Kaiser im Dorf« (1924).


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