Hans Chlumberg
Wunder um Verdun
Hans Chlumberg

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Hans Chlumberg

Wunder um Verdun

Dreizehn Bilder

 


 

1932
S. Fischer / Verlag / Berlin

 


 

Den Gefallenen des Weltkrieges

 


 

        Und die Hand des Herrn kam über mich
Und ließ mich nieder mitten auf ein Feld,
Das voll von Gebeinen war . . .
―――
Und der Herr befahl:
    »Sprich über diese Gebeine:
    Ihr dürren Gebeine!
    Höret das Wort des Herrn!
    Siehe,
    Ich will euch beseelen,
    Daß ihr lebendig werdet:
    Nerven will ich euch geben
    Und Fleisch über euch wachsen lassen.
    Mit Haut will ich euch überziehen
    Und Atem euch schenken,
    Damit ihr wieder lebet . . .«
Und ich tat, wie mir geheißen.
Da erhob sich ein Donnern
Und ein Rauschen,
Und es regte sich:
Gebein näherte sich zu Gebein –
Ein jegliches zu seinem Gliede.
Nerven und Fleisch kamen über sie,
Und Haut zog sich darüber.
Leben aber hatten sie noch nicht . . .
Da sprach der Herr zu mir:
    »Sprich nun zum Wind, Menschensohn:
    Eile herbei von den vier Enden, du Wind!
    Und bewehe diese Erschlagenen,
    Auf daß sie wieder leben!«
Und ich tat, wie mir geheißen.
Und der Wind bewehte sie,
Und der Wind belebte sie.
Da lebten sie
Und erhoben sich auf ihre Füße:
Ein großes, sehr großes Heer . . .
Hesekiel, 37, 1, 4–10

 


 


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